MINT interessant gestalten (II)

So häufig gefordert und gewünscht: Gebt Schülerinnen und Schüler mehr eigenen (Lern) Spielraum! Lasst sie selbst entscheiden, was sie in ihren (freien) Lernzeiten bewältigen wollen. Im Folgenden stelle ich einige aktuelle Angebote vor, die genau dies zum Ziel haben: Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich ein Endgerät zu „erobern“ (iPad- Einführungskurs), sich einer Herausforderung zu stellen (Informatik-Wettbewerb), sich gemäß ihrer Interessen weiter zu entwickeln (Programmierkurse) und/ oder sich über Themen der Zukunft zu informieren (Künstliche Intelligenz).

Let’s dive in ..

iPad für Schülerinnen und Schüler

Wie funktioniert der Moodle-Kurs?

  1. Beginne mit dem ersten Kapitel “Grundfunktionen”.
  2. Gehe die Themen Schritt für Schritt durch.
  3. Die Themen sind immer in einen Erklärfilm und Übungsaufgaben unterteilt.
  4. Gehe zum nächsten Thema über.
  5. Gib uns am Ende eine Rückmeldung über den Kurs.

 

Python - Beginners

Dieser openHPI Einsteigerkurs richtet sich an Schüler:innen, die schon immer in die Welt des Programmierens hineinschnuppern wollten oder schon erste Erfahrungen in der Programmierung gesammelt haben. In 4 Modulen (10 Wochen) beschäftigen wir uns auf spielerische Art und Weise mit der Programmiersprache Python. Der Kurs ist für Schüler:innen Mittelstufe (ab der 7. Klasse) gedacht und lässt sich wunderbar in den Unterricht integrieren.

 

Python - Advanced

Du bist SchülerIn zwischen 14 und 21 Jahren? Du hast den nebenstehenden Kurs durchgearbeitet und die einfachen Bausteine von Python verstanden? Du möchtest mehr Python verstehen oder an dem Informatik Wettbewerb BwInf (Bundeswettbewerb Informatik) teilnehmen? Dann bist du hier genau richtig!

In diesem vierwöchigen kostenlosen Kurs für Python advanced lernst du etwas anspruchsvollere Themen und weitere Bausteine der Programmierung in Python kennen.
 

Jugend forscht 2022

Die »Stiftung Jugend forscht e. V.« ruft junge Menschen mit Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik dazu auf, an der 57. Wettbewerbsrunde von »Jugend forscht« teilzunehmen. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende bis 21 Jahre können sich bis zum 30. November 2021 mit ihrem Forschungsprojekt zum Jahresthema »Zufällig genial?« anmelden. Die Fragestellung ist frei wählbar, muss jedoch dem Fachgebiet Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik zugeordnet werden können. Die Teilnehmenden erwarten auf der Regional-, Landes- und Bundesebene des Wettbewerbs verschiedene Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von über einer Million Euro.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger

Hier lernen Jugendliche und andere Interessierte ohne Programmier-Erfahrung und technisches Hintergrund-Wissen, die Welt des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz zu verstehen. (…) Auch auf ethische Fragen beim Einsatz künstlicher Intelligenz sowie die Begrenzungen der Technologie maschinellen Lernens wird in dem vierwöchigen Gratis-Kurs eingegangen. 

Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in der Praxis

Wir wollen das Basiswissen aus dem nebenstehenden Kurs  weiter vertiefen und ein Gefühl für die Chancen und Herausforderungen von Machine Learning Projekten in der Praxis vermitteln. Dafür betrachten wir mehrere konkrete Anwendungsfälle – unter anderem die Erkennung von Gebärdensprache aus Bildern und die Stimmungsanalyse von Zeitungsartikeln. 

KISS* - KI für Schülerinnen und Schüler

Künstliche Intelligenz weckt großen Hoffnungen aber auch viel Ängste. Ursache dafür ist häufig Unwissen über die dahinterliegenden Mechanismen.

KISS soll umfangreiches Material zum besseren Verständnis und zur Auseinandersetzung mit der wichtigen Zukunfts-technologie der Künstlichen Intelligenz in einem freien Online Education Tool (WordPress / H5P) bereit stellen.

 

Schlussbemerkung

Die Unterrichtsangebote sollen vor allem die stärkeren Schülerinnen und Schüler fördern helfen. Da sich die Beiträge – wie die Überschrift ja einleitend aussagt – auf MINT bezieht, will ich gerne noch abschließend auf den Blogbeitrag Bilder für Schulprojekte finden aus dem Jahr 2018 von @DerLinkshaender verweisen. Er ist noch immer aktuell wie ich finde, richtet sich vornehmlich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und geht auf das wichtige Thema Urheberrecht ein, ein alle interessierendes Thema:

Allen eine schöne Herbst(ferien)zeit!

Stay tuned!

Titelbildnachweis: coyot@pixabay

Buch- und Lesetipps 3. Quartal 2021

Es ist wieder so weit. Auch in diesem dritten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Schulleitung,
  • Lehrkräfte,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • BildungspolitikerInnen.

 

Schule in der digitalen Welt: Broschüren

Darüber hinaus bietet das Institut noch zahlreiche weitere PDF-Dokumentationen zu Unterrichtsfächern, Inklusion – Sonderpädagogik, Lernen mit digitalen Medien u. v. m. an. Alles recherchierbar unter dem o. g. Link.

 

Die neue Handreichung (…) ergänzt die Handreichung des Ministeriums für Schule und Bildung „Handreichung zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht“. Sie greift Inhalte daraus auf und konkretisiert diese durch einen Bezug zu Unterrichts- oder Ganztagsangeboten. Die Broschüre hat das Ziel, Schulen dabei zu unterstützen, digitale und analoge Medien in Unterricht und bei Ganztagsangeboten zielgerichtet einzusetzen und die unterschiedlichen Angebote lernförderlich miteinander zu verknüpfen. Die Entwicklung und Zusammenstellung der Beiträge erfolgte in der QUA-LiS NRW durch Lehrkräfte, die an ihren Schulen die Einsatzmöglichkeiten erprobt haben. Die Broschüre enthält Anregungen sowie viele praxisnahe Materialien zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht und in Ganztagsangeboten. Im letzten Kapitel sind darüber hinaus Anregungen für die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts zusammengestellt. 

Neben der Broschüre im PDF-Format wird eine dazugehörige Online-Linkliste mit Hinweisen auf ergänzendes Material bereitgestellt.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

  • Initiative D21 e.V., Technische Universität München (TUM): Digitaler Schulunterricht – Vorabergebnisse des eGovernment Monitor 2021

Nach anderthalb Jahren eingeschränktem und vielfach digitalem Unterricht aufgrund der Coronapandemie bestehen für die große Mehrheit der SchülerInnen nach wie vor Hürden. Zwar erhielten fast neun von zehn SchülerInnen digitalen Unterricht, zufrieden ist damit aber nur gut die Hälfte der Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Befragung unter 7.851 Menschen in Deutschland für die Studie eGovernment MONITOR 2021 der Initiative D21 und der Technischen Universität München, durchgeführt von Kantar.

(…)

Die Befragung erfolgte online vom 1. bis 21. Juni 2021 (n=7.851). Befragt wurden Personen ab 16 Jahren in Privathaushalten, die das Internet privat nutzen. Es handelt sich um vorab veröffentlichte Ergebnisse des „eGovernment MONITOR 2021“; die vollständige Studie zu Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote erscheint am 19. Oktober 2021.

Alle Ergebnisse zum Download: Zahlen und Fakten zur digitalen Bildung

 

Die Studie berichtet über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den OECD-Mitgliedsländern sowie in einigen Partnerländern. Zum Schwerpunktthema “Gerechtigkeit” wurden der Einfluss u.a. von Geschlecht, Geburtsland, sozioökonomischem Status und regionaler Lage auf den Bildungsstatus analysiert.

Insgesamt stellen mehr als 100 Grafiken und Tabellen aktuelle Informationen zur Struktur und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme im internationalen Vergleich bereit. Die präsentierten Daten umfassen den gesamten Bildungsverlauf – vom Kindergarten über Schule bis hin zu Hochschule und Weiterbildung. Durch die von der OECD entwickelten Bildungsindikatoren werden die Daten vergleichbar. Im Bereich Schule liefern zwei neue Indikatoren Informationen zur Zuweisung öffentlicher Mittel an Schulen und zur Fluktuationsrate von Lehrkräften.

Die Studie ist in die folgenden Kapitel gegliedert: Bildungsergebnisse und -erträge, Bildungszugang, -beteiligung und Bildungsverlauf, Finanzierung, Lehrkräfte, Lernumfeld und Organisation des Schulwesens. Das Thema Bildungsgerechtigkeit in Zusammenhang mit SDG 4 ist Thema eines eigenen Kapitels. Hier wird betrachtet, wo die OECD- und Partnerländer stehen, wenn es um die Bereitstellung von gleichberechtigten Zugängen zu hochwertiger Bildung in allen Bildungsbereichen geht.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

Wie stehen Kinder und Jugendliche zum Thema Lernen und wie gehen sie es an? Was gilt es aus ihrer Sicht zu lernen? Was unterstützt sie dabei, was schränkt sie ein? Und welche Rolle spielen Schule, Eltern oder außerschulische Lernorte?

Mit einer repräsentativen Umfrage ist die Deutsche Telekom Stiftung im Frühjahr 2021 erneut diesen und anderen Fragen zum Lernen von 10- bis 16-Jährigen nachgegangen. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat dazu mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn sowie gut 500 Eltern dieser Altersgruppe befragt. Im Fokus stand dabei insbesondere auch das Lernen in der Zeit der corona-bedingten Schulschließungen. Die Meinungsforscher wollten wissen, wie die Herausforderungen der Pandemie sich auf Lernverständnis, -verhalten und -motivation der Schüler ausgewirkt haben.

Die Ergebnisse lassen befürchten, dass Corona das Ungleichgewicht zwischen den besseren und den schlechteren Lernern noch verstärkt hat. Mehr als ein Viertel der 10- bis 16-Jährigen attestiert sich selbst deutliche Lernrückstände als Folge der Pandemie, doch längst nicht alle versuchen den Stoff aktiv aufzuholen. Gleichzeitig haben die Kinder und Jugendlichen sich während Corona aber auch weiterentwickelt, etwa im Umgang mit Computer und digitalen Medien, in Selbstorganisation und Zeitmanagement. Die große Mehrheit will dennoch in Zukunft wieder zurück in die Schule und dort lernen, was die Lehrkräfte vorgeben.

Die Studie „Lernen in Zeiten von Corona“ knüpft an eine Untersuchung zur Lernmotivation an, die das Allensbacher Institut Anfang März 2020 – also noch vor den ersten Schulschließungen – im Auftrag der Telekom-Stiftung durchgeführt hat.

     

    Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

    Der HRS wurde unter Berücksichtigung von aktuellen Forschungsergebnissen zu Unterrichts- und Schulqualität, Erkenntnissen der Erziehungswissenschaft und sich verändernden schulischen Herausforderungen im engen Austausch mit Schulpraktikerinnen und Schulpraktikern erarbeitet.  Lehrkräfte und Schulen unterstützt der HRS bei der Identifizierung und Präzisierung ihrer Entwicklungsziele und Entwicklungsplanungen. Sie erhalten Kriterien und Ideen für mögliche Anhaltspunkte, mit deren Hilfe sie ihre eigenen Fortschritte untersuchen können. Zur Orientierung und Unterstützung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und Schulleitungen liefert der HRS fundierte Dimensionen und Kriterien für gute Schule. Um die systematische Qualitätsentwicklung an Schulen für alle Beteiligten zu unterstützen, stellt der HRS die orientierende Basis dar, auch für interne und gegebenenfalls externe Evaluationen. 

    HRS-Online bietet Ihnen als Lehrkraft, Schulleitungs- oder Steuergruppenmitglied individualisierbare Angebote für die Entwicklung Ihres Unterrichts und Ihrer Schule. Neben den aktuellen Inhalten des HRS finden Sie leicht handhabbare Anwendungsmaterialien mit Auswertungshilfen, die Sie entsprechend Ihrer Fragestellungen zur Unterrichts- und Schulentwicklung flexibel einsetzen können. Es stehen zum Beispiel selbstgenerierbare Feedbackbögen und Leitfäden zur schulinternen Evaluation und Bestandsaufnahme – auch fokussiert zu Themenfeldern wie Medienbildung oder Inklusion – bereit.

    Diese Handreichung soll Schulen dabei unterstützen, den Referenzrahmen Schulqualität NRW in ihren schulischen Prozessen der Qualitätssicherung und -entwicklung gewinnbringend zu nutzen. In allen Phasen des Qualitätszyklus dient der Referenzrahmen Schulqualität NRW als verbindliche Orientierung und „Hintergrundfolie“ für den Schulentwicklungsprozess. Um für diese Prozesse weitergehende Unterstützung anzubieten, werden in der Handreichung u. a. das Online-Unterstützungsportal, unterschiedliche Methoden, Instrumente und Strukturierungshilfen vorgestellt, die Schulen einsetzen können, um das eigene Handeln im Kontext Schule zu überprüfen und die Entwicklung begleitend zu unterstützen.

    Viele Schulen haben keine moderne digitale Infrastruktur. Damit entgehen Lehrkräften Möglichkeiten, ihren Unterricht pädagogisch noch wertvoller und angenehmer zu gestalten. Mit dem Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ stellt der Bund hierfür 5 Mrd. Euro zur Verfügung. Um davon zu profitieren, müssen Schulen ein technisch-pädagogisches Medienkonzept vorlegen. Damit nicht jede Schule das Rad neu erfinden muss, findest du hier Beispiele von  Medienkonzepten, Tipps zum Vorgehen und zusätzliche Infos. Das verkürzt den Prozess und macht ihn leichter.
      

     

    Schule in der digitalen Welt: Berufsorientierung

    Am Beispiel des Einzelhandels zeigt die Autorin in ihrer Dissertation anhand einschlägiger interdisziplinärer Forschungsbefunde, dass die heutige globale, digitale und dynamische Arbeitswelt für die Beschäftigten von Entgrenzung und Subjektivierung geprägt ist und eine gelingende berufliche Identitätsbalance daher Voraussetzung für Wohlbefinden, Gesundheit, Kundenzufriedenheit, beruflichen und ökonomischen Erfolg ist. Zudem legt sie mittels eigener empirischer Fallstudien und weiterer Befunde dar, dass die bisherige handlungsorientierte berufsschulische Unterrichtspraxis die identitätsrelevanten Handlungsproblematiken der Auszubildenden weitgehend ausblendet. Daher fordert sie einen Paradigmenwechsel von einer rein handlungstheoretischen zu einer identitätstheoretischen beruflichen Didaktik.

    Hieran anknüpfend zeigt sie auf, wie dies gelingen kann. Sie präsentiert vorhandene Konzepte zur Förderung eines individuellen Berufsethos sowie eines berufsbiographischen Profils. Darüber hinaus schlägt sie als übergeordnetes integratives Ziel ein Leitbild moderner Beruflichkeit vor, welches durch eine individuelle berufliche Professionalisierung Win-Win-Konstellationen zwischen Beschäftigten und Arbeitsgebern anstrebt. Zudem identifiziert sie didaktische Prinzipien für berufliche Curricula, mit denen die Erfüllung des diesbezüglichen Bildungsauftrags der Berufsschule gelingen kann.

    Vor dem Hintergrund der noch unzureichenden Verankerung von Fragen eines nachhaltigen Wirtschaftens in der kaufmännischen Lehrerbildung wird ein Blended Learning Konzept zur Förderung fachbezogener Kompetenzen im Nachhaltigkeitsmanagement mit Studierenden der Wirtschaftspädagogik sowie ausgebildeten Lehrkräften erprobt und evaluiert. (…)

    Die Arbeit liefert einen innovativen Ansatz zur Förderung domänenspezifischer Nachhaltigkeitskompetenzen in der kaufmännischen Lehrerbildung und lässt evidenzbasierte Aussagen über die Wirksamkeit des Interventionsprogramms zu. Aus den Ergebnissen werden Vorschläge für die Weiterentwicklung des Konzepts und dessen Einsatz in der fachdidaktischen Ausbildung kaufmännischer Lehrkräfte abgeleitet.

    Wem gelingt am Ende der allgemeinbildenden Sekundarstufe I ein nahtloser Übergang in eine vollqualifizierende Berufsausbildung, und wer beschreitet anderweitige (Bildungs-)Wege? Anhand der Startkohorte 4 des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden Übergangsmuster von Schulentlassenen der Sekundarstufe I im Längsschnitt analysiert sowie die theoretischen Entstehungsmechanismen sozialer und migrationsbezogener Bildungsungleichheiten empirisch geprüft. Hierbei fragt der Autor, in welchem Maße Ungleichheiten in den Übergangsverläufen der Jugendlichen auf herkunftsbedingte Ressourcen der Familie, primäre und sekundäre Herkunftseffekte sowie auf herkunftsspezifische Bildungserwartungen und -ansprüche des sozialen Umfeldes zurückzuführen sind. Die Befunde zeigen, dass rationale Bildungsabwägungen und soziale Bezugsgruppeneinflüsse maßgeblich den Übergangsverlauf von Jugendlichen beeinflussen, aber auch im beträchtlichen Maße zur Erklärung von Ungleichheiten beitragen. Durch das Aufdecken ungleichheitsrelevanter Mechanismen werden bestehende Theorien hinsichtlich ihres Geltungsanspruchs überprüft und verschiedene Erklärungsansätze zusammengeführt. Zugleich bieten die Befunde Anknüpfungspunkte für bildungspolitische Diskussionen über Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung sozialer und migrationsbezogener Ungleichheiten beim Übergang in Ausbildung und weiterführende berufliche Schulen.

    Wie können Lehrkräfte die Berufsorientierung und -wahl in gewerblich-technischen Berufen strukturieren und begleiten? Darüber informieren die Beiträge des Tagungsbandes der Arbeitsgemeinschaft Gewerblich-Technische Wissenschaften und ihre Didaktiken (gtw).

    Die Themen reichen von der Berufsorientierungsphase in allgemeinbildenden Schulen bis zu Entscheidung für ein technisches Berufsfeld. Ein weiterer Schwerpunkt ist die aktuelle Situation der Lehrerbildung für das Lehramt an beruflichen Schulen und Möglichkeiten der Lehrkräftegewinnung. Die Bestandsaufnahme internationaler Entwicklungen in der Konzeption der Berufsbildung runden den Band ab.

     

     

    Bildung in der digitalen Welt

    Die Corona-Pandemie hat das deutsche Bildungssystem vor Herausforderungen gestellt. Es wurde offensichtlich, dass besonders die Infrastruktur Defizite aufweist, wie z. B. die mangelhafte Digitalisierung unserer Schulen. Mit Blick auf die kommenden Monate und den Rest der Dekade ist noch vieles zu leisten. Was brauchen wir für unsere Zukunftsfähigkeit als Gesellschaft? Auf welche Kompetenzen kommt es beim digitalen Lernen an? Welche Formen des Lernens sind künftig wichtig? Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat das Diskussionspapier “Die Schule von morgen gestalten – ein Diskussionspapier zum Digitalen Lernen” herausgebracht. Es skizziert den Status quo und zeigt auf, auf was es bei digitaler Bildung jetzt ankommt. 

    Aus dem Vorwort:

    Schulleitungen sind seit Beginn der Pandemie ununterbrochen als Krisenmanagerinnen und -manager im Einsatz. Die Anforderungen an sie wechseln seit März letzten Jahres im Wochentakt. Und oft genug wurden sie vor Ort für Dinge verantwortlich gemacht, die sie nicht einmal im Ansatz beeinflussen konnten. Der rechtlich abgesicherte Einfluss von Schulleitungen ist längst nicht so groß, wie viele denken. Es ist an der Zeit, dies zu ändern und die Leitungsaufgaben mit echten Verantwortungen und Zuständigkeiten zu hinterlegen. (…)

    Um die Reformbedürftigkeit der Fortbildung und Professionalisierung von Schulleitungen wissen im Grunde alle Bundesländer. Notwendig ist ein Perspektivwechsel: weg vom Feldherrenhügel eines Ministeriums, das den Schulleitungen sagt, was und wie sie sich fortzubilden haben, hin zu einem an den Bedarfen orientierten Angebot. Wenn die Länder bereit wären, diesen Perspektivwechsel nachzuvollziehen, würden sich die Angebote für Fortbildung stark verändern und es würde gleichzeitig deren Akzeptanz steigern. (…)

    Als Kernbeitrag dieses Magazins finden Sie (…) einen Überblick über die Professionalisierungsstrukturen für schulische Führungskräfte in ausgesuchten internationalen Ländern. Prof. Dr. Pierre Tulowitzki von der PH Nordwestschweiz hat mit seinen Kolleginnen eine entsprechende Expertise verfasst, die wir Ihnen in Kurzform mit diesem Heft präsentieren.

     

    Zu guter Letzt …

    Weiterhin empfehle ich einen Blick in die beiden im Hochschulbereich angesiedelten Publikationen. Sie enthalten viele transferfähige  Anregungen für das pädagogische Personal von Schulen …

    Wer sich von der englischen Sprache nicht abschrecken lässt, hier zwei sehr empfehlenswerte Veröffentlichungen:

      Und schließlich, wer zurückliegende Ausgaben nachlesen möchte:

      Ich halte die Augen weiterhin offen …

       Stay tuned 

       Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

       

      @Twitter: Sommer(pausen)lese

      Zugunsten einer Entzerrung des Reiseverkehrs werden die Schul(sommer)ferien gestaffelt organisiert. Und damit sind die Twitterlehrkräfte unterschiedlich aktiv bzw. inaktiv. Dieser Artikel fasst die Beiträge unter verschiedenen Topics zusammen. Zum einen haben einige Kolleginnen und Kollegen Blog- bzw. Onlineartikel, zum anderen Fachtipps publiziert. Und es gibt wieder den Bereich „Kessel Buntes“, eben weil in den Tweets (und Threads) die ganze bunte Schulwelt angesprochen wird. Wer den nachgefragten Rückmeldungen nachfolgen will: Einfach auf das blaue Vögelchen (Twitter-Icon) klicken, man wird dann automatisch auf den Tweet/ Thread geleitet, den man auch ohne Twitteranmeldung lesen kann.

      Let’s dive in…

      #NewNormal

      Hoffentlich nicht dem Sommerloch geschuldet, sind einige lesenswerte Artikel in Blogs und/oder Zeitschriften veröffentlicht worden:

      • Projekte statt Schulfächer. Ein Artikel von @vedducation in ZEIT Online
      • Einige Schulen haben Corona genutzt, um sich zu verändern. Die Oberschule in Berenbostel versucht einen radikalen Neuanfang – mit “themenorientiertem Lernen”, kurz: Theo.

      • Projektlernen in einer zeitgemäßen Prüfungskultur: Das GLAS-Projekt. Ein Beitrag von @adriane_langela und @ChrisAlbrecht01
      • Zeitgemäße Bildung sollte laut Adriane Langela-Bickenbach und Christian Albrecht mit einer veränderten Prüfungskultur an der Schule einhergehen. Mit dem GLAS-Projekt haben sie versucht, Prüfungen an digitale Transformationsprozesse anzupassen.

      • Lerntagebücher und Logbücher – Reflexion, Bewertung und Dokumentation des eigenen Lernprozesses – Jahrgangsorientierte Ansätze des ISB Bayern (@ISB_Bayern)
      • Das selbstgesteuerte Lernen sowie die Lernwegsreflexion sind zwei entscheidende Pfeiler im Unterricht der Ganztagsschule: Lernende planen, reflektieren und beschreiben in Begleitung mit Lehrkräften und dem pädagogischen Personal im Ganztag in regelmäßigen Abständen ihren individuellen Lernprozess und erhalten somit einen Überblick über Lernerfolge und Lernaufgaben. Diese Art des Lernens wirkt sich positiv auf die Resilienz, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie die Fähigkeit, in zunehmendem Maße eigene Lernprozesse steuern zu können, aus.

        Genau diese Aspekte werden durch die Arbeit mit Lerntagebüchern und Logbüchern umgesetzt, indem sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem eigenen Lernen auseinandersetzen und Verantwortung dafür übernehmen. Dies unterstützt und begleitet in hohem Maße einen am Konstruktivismus orientierten Lernbegriff und damit verbunden einen kompetenzorientierten Unterricht.

      • Machine Learning in der Schule. Eine praxisorientierte Einführung in künstliche neuronale Netze, Gesichtserkennung und Co. von Dr. Daniel Janssen (Gymnasium Dionysianum, Rheine) via @SonS_D
      • Mit diesem in der Praxis erprobten Unterrichtsmaterial möchten wir zeigen, wie Sie Ihren Schülerinnen und Schülern komplexe Inhalte des maschinellen Lernens verständlich näherbringen. Als Teilgebiet künstlicher Intelligenz hält damit ein hochaktuelles und gesellschaftsrelevantes Thema im Klassenzimmer Einzug. (Auszug aus dem Vorwort)

      Fachdidaktik

      •  Fachdidaktische Aspekte des Chemieunterrichts. „Internes Arbeitsmaterial“ von Dr. Annette Geuther via @_DigitalWriter_
      • Das vorliegende Arbeitsmaterial ist Werkzeug für die Planung, Durchführung, Nachbereitung, Hospitation und Reflexion von Chemieunterricht. So, wie bei anderem Handwerkzeug auch, setzt seine erfolgreiche Anwendung einen planvollen, schöpferischen und ideenreichen Einsatz voraus. Da es sich hierbei um eine „Grundausstattung“ handelt, ist es unbenommen, dass sich bestimmte Arbeiten mit „Spezialwerkzeug“ eleganter erledigen lassen. Sich darüber hinaus noch mit möglichst viel maßgeschneidertem „Zubehör“ auszurüsten, ist der Nachnutzerin und dem Nachnutzer dringend zu empfehlen.

      • LUIGILeichter Urteilen Im Geschichtsunterricht vom @_IQSH
      • Handreichung mit Tipps und Hinweisen für Lehrkräfte zum Einsatz der App im Unterricht. Die vorliegende Broschüre gibt Tipps und Hinweise für Lehrkräfte, welche die gleichnamige App in ihrem Unterricht einsetzen. In der Broschüre wird gezeigt, was die App leisten kann. Sie verdeutlicht sehr fundiert den hohen Stellenwert der Urteilsbildung im Geschichtsunterricht, geht auf die Unterscheidung zwischen Sach- und Werturteil und auf die wichtige Verknüpfung mit einer durchgängigen Sprachbildung ein. Sehr praxisorientiert werden technische Fragen rund um die Nutzung der App beantwortet und der Aufbau sowie die Funktionen detailliert beschrieben. Es folgen konkrete Beispiele für den Einsatz von LUIGI im Geschichtsunterricht.

      • RECHTSEXTREMISMUS ALS UNTERRICHTSTHEMA vom LMZ Baden Württemberg (@lmz_bw)

      • Wie können Sie Schülerinnen und Schülern erklären, wie rechtsextreme Gruppen und ihre Propaganda funktionieren? Um das Thema Rechtsextremismus im Unterricht aufzubereiten, finden Sie hier vielfältige Materialien, die sich je nach Material als Impuls für Diskussionen, komplette Unterrichtsreihe oder Hausaufgabe eignen. Via Musik, Themenheft oder Handyspiel beschäftigen sich die Schüler/-innen mit dem rechtsextremen Weltbild, mit Antisemitismus, Rassismus und rechtem Terror. In der Mediensammlung finden Sie Unterrichtsmaterial, Videos, Podcasts und mehr.

      • Diklusion im Schulamt Soest von Dr. Lea Schulz (@Leschi3000)
      • Vor einiger Zeit durfte ich im Schulamt Soest eine Online-Fortbildungsreihe zum Thema Diklusion anbieten. Die Kolleg:innen haben sich in sechs verschiedenen Veranstaltungen mit den Themen Individualisierung, Lernstandsmessung, Lehren mit Medien und Kollaboration innerhalb der Fächer Deutsch, Mathe und Englisch befasst – in der Grundschule und in der Sekundarstufe 1. Die fleißigen Kolleg:innen des Schulamts waren so freundlich und haben die vorgestellten Apps aus den unterschiedlichen diklusiven Lernszenarien zusammengestellt und ich darf sie euch allen zur Verfügung stellen. 

      Digitale Tools

      • Eine Übersicht, zusammengestellt von @dkjs_bildung
      • Das Internet ist reich an Tool-Tipps mit denen Distanzunterricht unterstützt sowie Präsenzunterricht zeitgemäß gestaltet werden können. Gleichzeitig sind die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Schule vielfältig und zahlreich. Abhängig von den technischen Voraussetzungen, den zur Verfügung stehenden Ressourcen und der eigenen Kompetenz können Lehrkräfte eine große Bandbreite digitaler Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler fördern und Lernsetting zeitgemäß gestalten.

        Um Sie dabei zu unterstützen, sich einen Überblick zu verschaffen und gezielt nach Informationen zu suchen, stellt das bildung.digital-Redaktionsteam auf dieser Seite Wissen, Tipps und Links nach Kategorien sortiert zusammen.

        In unserer Liste finden Sie Tools, die von den bildung.digital -Netzwerkschulen in der Schulpraxis bereits rege angewendet werden, während unserer Netzwerktreffen vor- und auf die Probe gestellt wurden oder die wir als besonders hilfreich für die Schulpraxis erachten. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert und erweitert. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt sie allerdings nicht.

        Bitte prüfen Sie an Ihrer Schule bzw. in Ihrem Bundesland, welche Apps und Tools mit den jeweiligen Datenschutzbestimmungen konform sind und in Ihrem Schulalltag eingesetzt werden können.

      • App des Monats von und mit @Uni_Wuppertal
      • In der App des Monats werden jeden Monat in einem Steckbrief ausgewählte, kostenlose Apps oder Programme vorgestellt, die für den Einsatz im Chemieunterricht oder der chemiedidaktischen Lehre interessant sind. Anhand von Beispielen aus unserer eigenen Forschung und Lehre werden der Zugang zur App, die wichtigsten Funktionen und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht kurz zusammengefasst.

        Kommentar: Die Empfehlungen sind nicht nur für den Chemieunterricht geeignet.

       

      Digitale Tools für den Englischunterricht

      Christina Stiehler (@mme_leprof) hat in ihrem Beitrag „Digital Tools for TEFL – How to use digital tools for teaching & learning English“ einen Basisüberblick ihrer derzeitigen Lieblingsapps zum Lernen der Fertigkeiten im Englischunterricht zusammengestellt. Sie schreibt:  Diese nutze ich am häufigsten und habe auch von den Lernenden die besten Rückmeldungen bekommen. Ich habe bewusst den Ausdruck „Lernen“ gewählt, weil zur Planung, Vorbereitung und Interaktion dessen die aktive Auseinandersetzung mit Lerninhaltennötig ist, um sie sich dauerhaft anzueignen. Das kann ein individualisierter oder kollaborativer Prozess sein, dessen Ziel die Interaktion mit der realen Welt ist, miteinander und mit dem Wissen und den Fähigkeiten, die wir besitzen, die wir teilen können und mit denen wir uns gegenseitig unterstützen beim Lernen. Dabei können digitale Werkzeuge EIN Weg sein, die Art und Weise der Lernwege zu verändern. Sie können Einfluss darauf haben, wie wir interagieren, einander zuhören und uns respektieren, auf dem Weg in eine nachhaltige und inklusive Schule und das lebenslange Lernen.

      Christina Stiehler hat verschiedene Dateiformate zur Verfügung gestellt. Super, dass zwei Versionen zur Verfügung stehen, die gemäß cc 4.0 BY verändert werden können:

      Digital tools TEFL_für Speicherwolke (PDF-Format)

      Digital tools TEFL_für Speicherwolke (DOCX-Format)

      Digital tools TEFL_für Speicherwolke (ODT-Format)

      Ein weiterer Tipp – hier für die GOS – kommt von:

      Wird ein Pass für die Lernreise benötigt? Dazu ein Tipp von @uhl_edu:

      Na klar, nun fehlt noch der Stempel. Auch dafür gibt es – natürlich – Lösungen:

       

      Podcast, OER, iPad, Scrum

       

      Podcast: Tools, Canvas & Co. von @ml_liftenegger:

      Und wer eine Liste mit Podcastempfehlungen sucht:

      OER …

      Das iPad …

      Englischsprachig der nächste Tipp, Schulenglischkenntnissen sollten reichen….

      Scrum

      Und wer Anleitungen sucht, wird vielleicht in diesem Thread fündig:

      Ein Kessel Buntes ...

      Schlussbemerkung

      Es beginnt nun auch wieder die Zeit der online angebotenen Fortbildungskurse. Auch heute wieder einige Tipps:

      Wie kann ein schulinternes pädagogisches und technisches Unterstützungsangebot organisiert werden? Hier eine mehr als beeindruckende Antwort:

      Das war sie nun, meine Tour d’Horizon durch die Beiträge @Bot_TwLehrerZ. Mich beeindruckt immer wieder das Interesse an Gedankenaustausch, wie im Bild oben von Aaron Hogan treffend gezeichnet.

      Kaum zu glauben: #twlz, #twitterlehrerzimmer, #edupnx können auch Urlaub, wetten? Guckst Du hier:

       

      In diesem Sinne

      Stay tuned

      Bildnachweis: Aaron Hogan @https://twitter.com/woodard_julie/status/1426869586247528457/photo/1

      Zum Schulstart: #NewNormal

      Das neue Schuljahr beginnt, die Schulgemeinde kommt (hoffentlich) gut erholt aus der Sommer(ferien)zeit, Schülerinnen und Schüler sind froh, dass sie endlich wieder vertrauten Boden betreten und ihre Freundinnen und Freunde treffen können. Dennoch wird es nicht so wie immer beginnen können, zum einen, weil uns noch immer Wechselunterricht & Co. ins Schulhaus stehen kann, zum anderen, weil das pädagogische Personal noch mehr unterschiedliche Lern- und Kompetenzstände aufzufangen hat. All das benötigt gute Vorbereitung. In der schulweiten Organisation wie im individuellen Unterrichtsprozess.

      Ich habe bereits zu Beginn des letzten Schuljahres neun Tipps gegeben, die an ihrer Aktualität nichts eingebüßt haben. Sie stammen von einer nordamerikanischen Bildungsexpertin, die im Wesentlichen empfiehlt, sich auf zwei Bereiche zu konzentrieren:

      • Technik und Empathie
      • Lernsettings

      Mein Ziel mit diesem Blogbeitrag ist, diesen Aspekten Rechnung zu tragen. Unter Berücksichtigung von Blended Learning Ansätzen und unter Nutzung eines professionellen Schulentwicklungsinstruments: dem PDCA- Zyklus.

      PDCA- Zyklus in der Schul- und Unterrichtsorganisation

       

       

      Das klassische PDCA-Verfahren sieht vor, zunächst eine datengestützte Bestandsaufnahme vorzunehmen (C – Check). Meist findet das am Ende eines Schuljahres statt, im Sinne eines Schuljahresrückblicks, einer Schuljahresbilanz. In geeigneten Konferenzstrukturen (Schul-, Gesamtkonferenz, Steuergruppe, Schulleitungsteam) findet eine Auswertung (A) mit Folgerungen zum neuen Schuljahr statt. Diese führen in dieser Phase zu einer Beschreibung von Zielen und zu Planungen (P), wie man diese erreichen will:

      • Die Schulleitung erarbeitet schulinterne Regelungen und verabschiedet diese in ihren Grundsätzen in den zuständigen Gremien (s. o.). Diese werden transparent hinterlegt.
      • Die Lehrkraft legt ihre individuellen Absichten („Was habe ich vor zu tun?“) konkret fest (zum Beispiel in Form einer Handlungsplanung).
      • Die Schulleitung verständigt sich mit dem pädagogischen Personal auf notwendige Fortbildungsmaßnahmen.

      Es folgt nun die Durchführung (D):

      Entlang der schulinternen Regelungen wird die schulische und unterrichtliche Praxis in dieser Phase gestaltet und entsprechende Erfahrungen gesammelt. So werden beispielsweise Vereinbarungen in schulischen Prozessen umgesetzt und gegebenenfalls weiter angepasst und präzisiert. Die Lehrkraft setzt ihre Unterrichtspläne in die Praxis ihrer Lehr-Lernprozesse um und sammelt damit ihre Erfahrungen. Pädagogische (Halb)Tage sowie schulinterne Fortbildung begleiten die organisatorischen wie pädagogischen Schulprozesse. Anschließend beginnt der Qualitätszyklus wieder neu, eben mit der Bilanzierung der Praxiserfahrungen (Check).

      In Hessen findet sich der PDCA-Zyklus sowohl im Hessichen Referenzrahmen Schulqualität (HRS) als auch in den Kerncurricula wieder, hier in Form von Lernmodellen zur individuellen Forderung und Förderung von Schülerinnen und Schülern sowie zur Lernbegleitung durch Lehrkräfte. Beispiele sind das Lehr-Lern-Prozessmodell, das Metamodell des Interdependenten Lernzyklus (ILZ) und dieser unterrichtliche Ansatz von Anne Tomik (@frautomiuk).

      Und nun konkret:

       

      Technikeinführung via Onboarding

      Vorab, zum besseren weiteren Verständnis: Im letzten Jahr sind eine Fülle von Begriffen mit unterschiedlichen Definitionen entstanden: Hybrid-, Blended-, Wechselunterricht u. v. m. Ich habe in diesen (Weihnachts)Beitrag versucht, eine Einordnung vorzunehmen. Dann gibt es noch die schier unüberschaubare Apps & Tools- Welt, abzulesen an diesem Schaubild von Birgit Vogler (@sigra_uccello):

       

      Zu Beginn eines Schul(halb)jahres kommen neue Lehrkräfte, neue Schülerinnen und Schüler. Gerne werden die Ferien genutzt, Technik upzudaten bzw. neu einzuspielen. Somit benötigen neue wie alte Schulgemeindemitglieder, inkl. der Elternschaft ein Update auf Gremien- bzw. Klassenebene. Wie kann die Schulleitung diese (neuen) Lehrkräfte und Eltern darauf vorbereiten? Wie kann ich als Lehrkraft meine Lerngruppe geeignet mit den IT- Angeboten vertraut machen?

      Im Folgenden zeige ich einen möglichen Weg auf, wie eine Schule unabhängig von Pandemieentwicklungen Blended Learning Elemente in das schuleigene Curriculum integrieren kann. Diese Strategie ermöglicht Schulen darüber hinaus die Vorbereitung eines möglichen Wechselunterrichts.

       

      Wer neu zur Schule stößt oder eine Auffrischung benötigt, der/ dem hilft am besten ein sogenannter „Onboarding Prozess“. Im Rahmen unserer uni-ol@schule – Projekts haben wir das 5- Stufen- Modell benutzt.  Dabei hat ein Schulteam diese eindrucksvolle Anleitung zum Kennenlernen der digitalen Kommunikations- und Lernplattform entwickelt. Zur Nachahmung auch für andere Onlinesysteme empfohlen!

      Onboarding meint auch: Verteilung der Dienst- und Leihgeräte, damit mit höherer Sicherheit eine zuverlässige Inbetriebnahme gewährleistet werden kann.

      Die Kontaktaufnahme mit der Lerngruppe umfasst zunächst eine Abstimmung der Lehrkräfte auf Klassenebene. Dies meint insbesondere die Verständigung auf einzusetzende Tools. Meine Empfehlung ist hier: Weniger ist mehr!

      Zum Beispiel kann man sich auf Klassenebene auf

      verständigen.

      LERNSETTINGS

      Online wie offline, in Präsenz- wie auch Onlinephasen bewähren sich sogenannte Blaupausen. Sie sorgen für einen schulintern abgestimmten Unterrichtsstandard, in der Schule oder zu Hause. Je mehr sie eingeübt werden, desto leichter fällt der Wechsel zwischen den Phasen. Man kann sich die Blaupausen in unterschiedlichen Formaten vorstellen:

      • Prozessmodell: Schülerinnen und Schüler erhalten ein in Phasen organisiertes Unterrichtsangebot:
        • Lernen vorbereiten und initiieren
        • Lernwege eröffnen und gestalten
        • Orientierung geben und erhalten
        • Kompetenzen stärken und erweitern
        • Lernen bilanzieren und reflektieren
      • Deeper Learning: Auch dieses Unterrichtsmodell ist in Phasen gegliedert:
        • Instruktionsphase: Zunächst gibt es einen geballten Input, in der Regel durch die Lehrkraft orchestriert (Videos, eigener Vortrag, Textbausteine,…). Diese erste Phase dient dem Aufbau kognitiver Strukturen.
        • Ko-Konstruktion/ Ko-Kreation: Die zweite Phase wird dann von Schülerteams organisiert. Diese Gruppen setzen sich – in Kenntnis des Inputs aus der vorangegangenen Phase – individuelle Lernziele. Die Lehrkraft nimmt hier lediglich eine moderierende Funktion wahr. Schülerinnen und Schüler erleben in diesem Entscheidungsprozess ihre eigene Kompetenzen, eine hohe Autonomie und eine emotionale Zugehörigkeit. Alles Bausteine, die zu einer hohen intrinsischen Motivation führen. In Kanada wird dieser Abschnitt “Voice and Choice” genannt, eine gelungene Kennzeichnung, wie ich finde…
        • Präsentation: Auch hier entscheiden die Schülerinnen und Schüler in der Regel selbst über das Format einer Ergebnispräsentation.
        • Lernpfad: Ein Lernpfad ist eine Unterrichtseinheit mit einzelnen Lernschritten, die die Lernenden im eigenen Tempo selbstständig bearbeiten. Die Lernenden bearbeiten die Lernschritte in der vorgegebenen Reihenfolge, dokumentieren ihren Lernzuwachs nach jedem Schritt und können am Schluss auf vergleichbare Ergebnisse zurückgreifen. Implementationen weisen in der Regel einen abgestimmten Unterrichts- und Aufgabenplan mit wichtigen Daten und Zeiten auf, der immer wiederkehrend einem festen Format folgt, etwa: Thema, Beschreibung, Ziele, Ergebnisse, Lehr- und Lernaktivitäten, Reflexion. Beispiele:

        Videobasierter Onlineunterricht

         

        Es ist wichtig, daran zu denken, dass guter Unterricht guter Unterricht bleibt, ob in der Schule oder zu Hause. All die Dinge, von denen wir wissen, dass sie wirklich gute und bewährte Praxis sind, können auch virtuell durchgeführt werden. Es könnte nur ein bisschen anders aussehen. Erhalten bleiben müssen Aspekte eines guten Unterrichts:

        • Klare und konsistente Kommunikation
        • Schaffung expliziter und konsistenter Rituale und Routinen
        • Verwendung forschungsbasierter Unterrichtsstrategien
        • Bestimmen, ob digitale oder nicht-digitale Werkzeuge für eine Aufgabe verwendet werden sollen
        • Ein Schwerpunkt auf authentischem Lernen, bei dem authentische Produkte geschaffen werden und die Schülerinnen und Schüler bei den Aufgaben Mitspracherecht und Wahlmöglichkeiten haben

        Das gilt auch – und erst recht – in Onlinephasen. Sie stellen uns Lehrkräfte immer wieder vor neue Herausforderungen. Frau Sonnig hat in einem sehr empfehlenswerten Blogbeitrag einen guten videobasierten Unterricht mit folgenden Merkmalen beschrieben (Einzelheiten, inkl. weiterer Hinweise bitte hier entnehmen):

        • Klare Strukturierung

          • Regeln vereinbaren
          • Transparente Rahmenbedingungen
        • Lernförderliches Klima

          • Warm-up
          • Rückversicherung/Tempo
        • Effiziente Zeitnutzung

        • Inhaltliche Klarheit

        • Variierende Methoden und Sozialformen

          • Abwechslung + (Inter)Aktivität
          • Kollaborationstools
          • Gruppenarbeit
          • Digitale Projektarbeit und Lernprodukte
          • Peer-Feedback
        •  Wirkungs- und Kompetenzorientierung
          • Einbindung aller Lernenden
          • Differenzierung und individuelles Lernen
          • Intelligentes Üben

        Und abschließend hier noch zwei Beiträge zum Thema:

         

        Schlussbemerkung

        Zum Schuljahresbeginn nehmen eine Reihe junger Lehrkräfte ihre Arbeit auf. Vermutlich wird es denen ähnlich gehen wie der Kollegin in diesem Thread:

        In vielen Kultusministerien wird empfohlen, in den ersten 14 Tagen eine Ankommensphase zu ermöglichen. Nur: Wie? Auch hier ein Thread:

        Einfach auf das Twittericon klicken, man landet dann direkt in den jeweiligen Threads.

        Es gibt eine Reihe von weiteren Tipps aus dem #twlz zum Schulanfang:

        Erneut ein eindrucksvoller Nachweis der Bereitschaft der in den sozialen Netzwerken tweetenden Kolleginnen und Kollegen, sich gegenseitig zu unterstützen …

        Abschließend noch dieser Beitrag mit dem Titel Schule nach der Pandemie: Digitalisierung nutzen, um Schüler zu motivieren“ sowie eine Checkliste, mit der dieses #NewNormal gelingen mag:

        • Führen Sie ein geeignetes Onboarding- Verfahren ein, das Schülerinnen und Schüler wie auch Eltern geeignet über Ihre Didaktik informiert.
        • Entwickeln Sie einen Unterrichtsplan, der den Schülerinnen und Schüler Orientierung und Sicherheit gibt.
        • Bieten Sie den Schülerinnen und Schüler unterschiedliche, der Heterogenität einer Lerngruppe gerecht werdende Materialien an, z. B. via LMS.
        • Sorgen Sie für regelmäßige Reflexions- und Feedbackphasen mit Ihrer Lerngruppe.
        • Evaluieren Sie gemäß des PDCA- Modell regelmäßig Ihre Konzepte (Check-Phase) und modifizieren, verfeinern Sie gegebenenfalls Ihre Strategie(n).

        Bildernachweis:

        Titelbild: Birgit Vogler @https://twitter.com/sigra_uccello/status/1410274721464209415

        PDCA: Modifiziert aus: Drabe, M. (2020): Schulentwicklung und Medienkonzept. Ein Praxisheft für Schulleitungen und Steuergruppen. Schule in der digitalen Welt. Augsburg: Auer (2020).

        Onboarding: Birgit Vogler @https://twitter.com/sigra_uccello/status/1410274721464209415

        Buch- und Lesetipps (2. Quartal 2021)

        Bevor sich nun mein Blog in die Sommerpause verabschiedet, gibt es einiges an Lesefutter. Denn auch in diesem zweiten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

        • Schulleitung,
        • Lehrkräfte,
        • Hochschullehrende und last but not least:
        • Bildungspolitiker*innen.

         

        Schule in der digitalen Welt: Broschüren

        Wenn auch für den Lehrplan in Baden-Württemberg vorgesehen, kann es dennoch als Vorlage für alle Grundschulen Deutschlands (und darüberhinaus) dienen. Denn: Die Vorlage kann wegen der CC0-Lizenz komplett verändert werden. Vor allem die kindgerechten Bilder laden zur einer Mehrfachverwetung ein. Das Landesmedienzentum schreibt:

        (…)

        Dieses Medienheft begleitet Kinder beim Erwerb der Kompetenzen, die für einen altersgemäßen verantwortungsvollen Umgang mit Medien angemessen sind. Es bietet einen differenzierten Einblick in die verschiedenen Kompetenzbereiche und hilft Ihren Kindern dabei, den eigenen Lernerfolg in einzelnen Lernschritten wahrzunehmen und zu dokumentieren.

        So sehen auch Eltern zu Hause, was Ihr Kind bereits gut kann und worauf es noch besonders achten sollte.

        Bleiben Sie  auch als Eltern mit Ihrem Kind im Gespräch über Medien – es lohnt sich!

        Der MINT Zirkel ist die Plattform zum fächerverbindenden Unterricht und für Projekte mit Bezug zur Berufs- und Lebenswelt. Die Lehrerzeitung stellt Lehrkräften Unterrichtsbeispiele mit Praxisbezug vor und öffnet den Blick für neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Zudem bietet der MINT-Markt aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Lehrmitteln, Publikationen und Projekten. Die Lehrerzeitung erscheint vier Mal im Jahr.

        Man kann kostenpflichtig eine Printversion und kostenfrei die digitale Version beziehen.

         

        Unter dem Motto “Das Plus für Schulen” stellt die Juniausgabe des Magazins „Austausch bildet“ das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ in den Mittelpunkt. Die Beiträge zeigen, wie allgemeinbildende Schulen und die frühkindliche Bildung von der neuen Programmgeneration Erasmus+ bis 2027 profitieren können und welche Erfahrungen Schulen und Kitas mit dem Austausch in Europa sammeln. In Interviews und Berichten geht es außerdem um die digitale Praxis im internationalen Schulaustausch, die diesjährigen „ErasmusDays“ und die Erfahrung von Studierenden im FSA-Programm.

         

        Ich denke, so wie Alessa Rhode und Xalteva Gonzales es beschreiben, ging es vielen Lehrkräften in den Schulen:

        Und dann kam Corona und plötzlich ist Begegnung in Präsenz eine Gefahr und in großen Gruppen erstmal nicht mehr möglich. In der Bildungsarbeit beim ICJA waren wir zu dem Zeitpunkt weder digital affin noch besonders fit. Unsere Schwerpunkte lagen in anderen Bereichen. Und doch erschien die einzige Alternative der digitale Raum… In den ersten Wochen haben verschiedene Kolleg*innen in Panik wild zu dem Thema gegoogelt, dann wurde das Ganze koordiniert, Bedarfe abgefragt und erste digitale Seminartools ausprobiert.

        Wir haben im Rahmen des Projekts „Digitale Strategien für Globales Lernen“ (…) Workshops zur Qualifizierung besucht, uns auf Konferenzen ausgetauscht und Erkenntnisse in der Praxis erprobt. Unsere Erkenntisse, Lernerfolge und Praxiserfahrungen sind in diesem Leitfaden zusammengefasst. Er ist also keine wissenschaftliche Expert*innenstudie zu digitalem Lernen, sondern eine Erfahrungssammlung vom Sprung in die digitale Seminararbeit im Bereich Globales Lernen. Wir hoffen, dass er anderen beim Springen und Durchführen von Bildungsarbeit im Digitalen eine Hilfestellung oder Inspiration sein kann.

        Der Medienpädagogik Praxisblog hat das Buch rezensiert und kommt abschließend zu folgendem Fazit1:

        Der Globital Leitfaden überzeugt mit Übersichtlichkeit und einer einwandfreien Strukturierung. Zu fast allen Themen gibt es schöne Beispiele in Form von Bildern, die gerade für Einsteiger*innen eine Veranschaulichung sein können. Für jemanden, der noch nie mit Online-Tools gearbeitet hat, kann es durchaus sehr hilfreich sein, durch solche Visualisierungen ein paar Inspirationen zu gewinnen. Insgesamt ist der Leitfaden durch zahlreiche, liebevoll gestaltete Grafiken sehr ansprechend gestaltet. Was den Leitfaden auch empfehlenswert macht: Es ist für jeden etwas dabei! Viele Abschnitte können von Leuten mit vielen Vorerfahrungen im Bereich der digitalen Seminargestaltung übersprungen werden, aber einige Dinge sind sicher auch neu. Wenn es nicht die Themenblöcke zu verschiedenen technischen Grundlagen sind, dann sind es vielleicht die Themenblöcke zum Umgang mit sensiblen Themen in einem digitalen Seminarkontext, die vielleicht sogar dazu führen, auch das eigene Handeln zu reflektieren. 

         

        Digitale Bildung bedeutet, dass Kinder nicht nur lernen, ein einzelnes Programmsystem zu bedienen, sondern nachhaltig in die Lage versetzt werden, mit digitaler Technik mündig, ganzheitlich und kompetent umzugehen.
        Politiker.innen, kommunale Entscheidungsträger.innen und Schulleitungen sind aufgefordert, die digitale Bildung in den Schulen voranzutreiben. Dies bleibt leider viel zu oft an einzelnen Lehrkräften oder Eltern hängen und kann nicht die Lösung sein. Es geht nicht darum, Digitalisierung als Allheilmittel einzusetzen. Digitalisierung bedeutet nicht, dass Lehrkräfte und Inhalte ersetzt werden. Aber Digitalisierung ist mehr als der Einsatz von Hardware und Software. Wer gute digitale Bildung will, setzt auf Medienkompetenz, Partizipation und lebenslanges Lernen mit geeigneten digitalen Werkzeugen. Dafür muss die Politik attraktive Bedingungen schaffen und fördern.

        In der Basisversion (digital) enthält das Bildungspaket wichtige Informationen und Basistexte:

        Digitale Bildung – 10 Leitlinien, um Schule frei und ganzheitlich zu gestalten (10 Leitlinien) (S.5)
        Freie Software an Schulen (S. 14)
        Geeignete Schulsoftware (Auswahl) (S. 17)
        Übersicht datenschutzfreundlicher Anwendungen (S. 21)
        Übersicht mit hilfreichen Infos, Links und Materialien

        Aus dem Editorial:

        (…) Wäre es nicht toll, wenn Schulen mehr einem Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt gleichen würden als einer preußischen Kaserne oder in seiner Bauweise einem Krankenhaus? Ist das nicht eine wünschenswerte Vision: Von der Dino- zur Raketenschule, in der die jungen Menschen regelmäßig gefragt werden, was sie wirklich interessiert? (…) Weil die Dinos zu träge und wenig anpassungsfähig waren, reichte ein Kometeneinschlag für ihr Aussterben. (…) Corona hat uns getroffen – wie ein Komet, der aus dem Nichts kam.

        Agile Schulen gab es auch schon vor Corona, ihre Zahl langsam, aber stetig steigend. Die agilen Schulen haben sich auch vor der Pandemie nicht als Wissensfabriken, sondern als Orte der Begegnung und des Begreifens verstanden:

        Die Universitätsschule Dresden (S. 28) ist ein solcher Ort. Dort verzichtet man auf kollektive Schulferien zugunsten von individuellem Urlaub, weil Lernen zwar co-kreativ stattfindet, im Kern aber als selbstorganisierter Prozess verstanden wird.

        Und da die Raketenschulen neue Formen der Leistungsbewertung und des Feedbacks benötigen, forscht man dazu auch an der TU Dortmund (S. 6).

        Der derzeitige Distanz- und Hybridunterricht erweitert dabei in den Raketenschulen das didaktische Portfolio und ist mehr als eine Notlösung – Impulse dazu geben

        Dr. Wanda Klee: Impulse für das Lernen auf Distanz (S. 10),

        Dr. Patrick Bronner: Digitaler (Fern-) Unterricht – Wirkungsvoll, kompetenzorientiert und personalisiert (S. 18) oder

        die Montag Stiftung: lernlog – selbstorganisiertes Lernen fördern und digital begleiten (S. 26).

        Weiterhin liefern die Studierenden der Hochschule der Medien Stuttgart mit ihren Semesterarbeiten zum Thema „Wie kann das Lernen in Schulen in Zukunft gestaltet werden?“ (S.32)

         

         

        Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

         

         

        Innerhalb der Gruppe „Jugendliche“ gibt es große Unterschiede in Nachrichteninteresse und Nutzungsverhalten, fand die o.g. Studie heraus. Erstmals schlüsselt eine Studie derart präzise und differenziert auf, wie junge Menschen innerhalb der Altersgruppen der Jugendlichen (14-17 Jahre) und der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) mit Nachrichten umgehen. #UseTheNews wurde initiiert von dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien und durchgeführt vom Leibniz-Institut für Medienforschung. Die Ergebnisse wurden am 28. April 2021 beim Mediendialog Hamburg vorgestellt und diskutiert.
         
        Deutlich wird, dass es wenig Sinn macht, alle jungen Menschen über einen Kamm zu scheren. Denn auch, wenn Viele häufig Social Media nutzen, so muss das nicht automatisch bedeuten, dass sie nicht an Nachrichten interessiert sind. Denn einige lesen zusätzlich eine Tageszeitung oder nutzen Nachrichten-Websites. Manche haben großes Interesse an Informationen über private Interessensgebiete, andere verlangt es nach Nachrichten über die Welt oder zum Klimaschutz. Je nach Kombination von Nachrichteninteresse, der Dauer der Nutzung entsprechender Angebot und der Relevanz, die journalistische Angebote für junge Menschen haben, lassen sich innerhalb einer Alters- und Bildungsgruppe vier verschiedene Nachrichtentypen unterscheiden.

         

        • Fridrun Freise, Mirjam Schubert, Lukas Musumeci, Mascha Jacoby (Hg.): Writing Spaces

        Ich bin nicht sicher, ob sich die Erfahrungen, Ergebnisse in der Schulwelt nutzen lassen. Vielelicht als Berufsvorbereitung in Universität und Ausbildungsbetrieben? Im Teaser des Verlags heißt es:

        Der Sammelband fasst die Beiträge der Tagung “Writing Spaces” in Hamburg zusammen. Schreiben an Universitäten findet in unterschiedlichen Räumen und Verortungen statt. Raum als Konzept und Methode lässt sich auf die Schreibwissenschaft und Schreibdidaktik anwenden. Unterschiedliche Schreibräume werden in den Beiträgen untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt: disziplinär und transdisziplinär, physisch und virtuell sowie institutionalisiert und frei organisiert.

        Die Autorinnen und Autoren nutzen das Raumkonzept, um gelingende Schreibzentrumsarbeit und didaktische Konzepte vorzustellen und zu diskutieren. Daraus ergeben sich neue Perspektiven und Forderungen für die Ausgestaltung von Schreibzentren und schreibdidaktischer Arbeit.

         

        • Brigitte Berendt, Andreas Fleischmann, Niclas Schaper, Birgit Szczyrba, Matthias Wiemer, Johannes Wildt (Hrsg.): Neues Handbuch Hochschullehre mit (u.a.)

        Seit gut 20 Jahren haben (Hochschul)Praktiker*innen für Praktiker*innen ihre Konzepte und Erfahrungen aufgeschrieben und damit ihr Handlungswissen und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht, zur Diskussion gestellt und damit zur Nachahmung sowie Weiterentwicklung angeregt. Mit ihrer Expertise haben sich dabei auch viele Hochschuldidaktiker*innen und Angehörige anderer Berufsgruppen, deren Aufgabe es ist, zur Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre beizutragen, eingebracht.

        Mit dieser Jubiläumsausgabe, einerseits eine Standortbestimmung nach 100 Ausgaben, andererseits ein Ausblick auf (mindestens!) 100 weitere, hoffen wir, anregende Impulse zu vermitteln und gerade auch Neueinsteiger*innen einen Überblick über den Stand und die Perspektiven der Hochschullehre (und des „Neuen Handbuchs Hochschullehre“) zu geben. Daher ist diese Ausgabe auch noch in einer weiteren Hinsicht eine besondere: Hier, auf www.duz-open.de, der Open-Access-Plattform des DUZ Medienhauses, steht die digitale Fassung zum kostenfreien Download bereit.

        Für Schulen halte ich u.a. die beiden folgenden Beiträge für lesenswert:

        – Überlegungen zur didaktischen Gestaltung von Präsenz- und Onlinelehre im Beitrag „Hochschullehre im digitalen Wandel“ (ab S. 23)

        – Kompetenzorientiertes Prüfen. Grundlagen, präsenz- und onlinegestützte Formate, Bewertung und Rückmeldung kompetenzorientierter Prüfungsleistungen (ab S. 95)

         

         

        Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

        Die vbw Studie wurde vom Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München erstellt. In der Studie werden der aktuelle Stand und Entwicklungstendenzen der digitalen Bildung an den Grundschulen und weiterführenden Schulen in Bayern vor und während der Corona-Pandemie untersucht. Im Fokus stehen dabei der digital gestützte Unterricht und seine Voraussetzungen.

        Handlungsempfehlungen

        Digitale Medien müssen selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts sein, die Qualität der digitalen Bildung deutlich verbessert und die Medienkompetenz und digitale Souveränität der Lehrkräfte und Schüler*innen ausgebaut werden. Auf Basis der Studienergebnisse werden zwölf Handlungsempfehlungen abgeleitet. Darunter:

        Eine robuste und flächendeckende digitale Grundausstattung der Schulen mit Endgeräten und digitaler Infrastruktur ist für einen anspruchsvollen Einsatz digitaler Medien auch im Präsenzunterricht vonnöten; dementsprechend sollte ihr weiterer Ausbau forciert und ihre Nachhaltigkeit sowie Weiterentwicklung gesichert werden.

        Die Qualifizierung der Lehrkräfte für ihre Aufgaben in einer digitalen Schule sollte über alle Phasen der Lehrerbildung hinweg noch systematischer verankert werden. Ansätze dazu sind in der ersten Phase des Lehramtsstudiums bereits vollzogen, jetzt geht es darum, den entsprechenden Akteuren der Lehrerbildung an den Universitäten die dazu notwendigen Ressourcen nachhaltig bereitzustellen. Die Verankerung der digitalen Bildung in der zweiten Phase der Lehrerbildung (Referendariat) sollte sich auch in der entsprechenden Prüfungsordnung (LPO II) als einem maßgeblichen Instrument der Output-Steuerung niederschlagen.

        Im digitalen Unterricht können sich soziale Benachteiligungen aufgrund der medien-technischen Ausstattung der Schüler*innen sowie ihrer Lernsituation zuhause einstellen und verschärfen; diese Benachteiligungen müssen gezielt ausgeglichen werden.

         

           

          Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

          Das Thema Datenschutz an Schulen ist durch die Corona-Pandemie deutlicher denn je in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Vor allem der pandemiebedingte Fernunterricht und die damit einhergehende Nutzung digitaler Anwendungen wie Lernplattformen und Lernapps führt unweigerlich zu zahlreichen datenschutzrechtlichen Fragen und Herausforderungen für Schulleitungen und Lehrkräfte: Welche Software darf wie genutzt werden? Welche Endgeräte können eingesetzt werden und was muss bei der Einrichtung beachtet werden? Welche Einverständniserklärungen der Eltern müssen wofür vorliegen? (…)

          Im Auftrag des Forum Bildung Digitalisierung hat der Think Tank iRights.Lab Impulse zur Entlastung und Unterstützung von Schulen in Datenschutz-Fragen erarbeitet. Das Impulspapier „Datenschutz und digitale Schule“ stellt die aktuelle Ausgangslage sowie datenschutzrechtlichen Herausforderungen dar, skizziert mögliche Lösungsansätze und gibt Empfehlungen, wie Schulen im Bereich des Datenschutzes entlastet, aber auch als zukunftsfähige Bildungseinrichtungen in einer Kultur der Digitalität gestärkt werden können.

           

           

          Schule in der digitalen Welt: Berufsorientierung

          •  Bundesagentur für Arbeit, SchuleWirtschaft Deutschland: Handicap … na und? Berufs- und Studienorientierung inklusiv gestalten. Ein Leitfaden

          Aus dem Vorwort:

          Berufs- und Studienorientierung ist für alle Jugendlichen eine wichtige Vorbereitung, damit der individuelle Übergang von der Schule in den Beruf gut gelingt. Der vorliegende Leitfaden will dazu beitragen, dass dieser Übergang erfolgreich gestaltet werden kann. Die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention eröffnet allen Kindern und Jugendlichen das Recht auf gemeinsame Bildung – unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben oder nicht. Berufsorientierung ist ein entscheidender Bestandteil dieses Bildungsanspruchs.
          Entwickelt aus der Praxis für die Praxis ist dieser Leitfaden kein Handbuch zum Umgang mit jungen Menschen mit Behinderung: Vielmehr will er allen Beteiligten Mut machen, junge Menschen mit und ohne Handicap auf ihrem Weg in das Berufsleben zu unterstützen und sie zu begleiten. Handlungsleitend ist dabei die Grundidee, allen Jugendlichen in gleicher Qualität eine stärkenorientierte, auf den individuellen Unterstützungsbedarf des Einzelnen ausgerichtete Berufsorientierung anzubieten. Dieser Anspruch ist hoch und trifft alle Partner am Übergang von der Schule in den Beruf. Es entlastet zu wissen, dass bei jedem Einzelfall immer auch die Expertise von Fachleuten hinzugezogen werden kann und zum Teil sogar in Anspruch genommen werden muss, um eine gezielte, individuelle und damit erfolgreiche Gestaltung inklusiver berufl icher Orientierung zu erreichen.
          (…) Einfache Rezepte gibt es dabei nicht, aber es gibt gute Praxisbeispiele, Tipps, Checklisten sowie hilfreiche Weblinks, Arbeitshilfen und Materialien zur inklusiven Berufsorientierung. (…) Dabei haben wir uns auf den Übergang in Ausbildung und Arbeit konzentriert. Alle Beispiele lassen sich jedoch auch auf den Sekundarbereich II übertragen. Ausgewählte Beiträge sollen Sie zum Nachahmen und Weiterentwickeln anregen.

           

           

          Bildung in der digitalen Welt

          Die Corona-Pandemie beschleunigte im Jahr 2020 die digitale Transformation unseres Bildungssystems ungemein. Gemeinsam mussten alle Akteure im Bildungssystem mit beeindruckender Schnelligkeit an neuen und innovativen Lösungen arbeiten, um die Schulen gut durch diese Zeit zu bringen. In der dritten Ausgabe von Plan BD laden wir dazu ein, über die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zu reflektieren und Visionen und Ideen für die Zukunft zu entwickeln. In vier Dossiers widmen sich die Beiträge den zentralen Themen, die unser Bildungssystem derzeit umtreibt: Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe, Inklusion und Lehrkräftebildung. Dabei entstanden ist ein inspirierender, facettenreicher und multiperspektivischer Blick auf die digitale Transformation des Bildungssystems – auch für die Zeit nach der Pandemie.

           

          Zu guter Letzt …

          Abschließend noch ein Thread, der (Lese)Tipps zum Thema #Achtsamkeit ausweist, einem Aspekt mit ganz sicher hoher Relevanz für den Beginn des kommenden Schuljahres (einfach auf das Twittericon klicken):

           

          Mit diesem Blogbeitrag verabschiede ich mich in die Sommerferien. Ich wünsche allen Bildungs- und Schulengagierten zunächst einmal Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

          Wer zurückliegende Ausgaben nachlesen möchte:

          Ich halte die Augen weiterhin offen …

           Stay tuned 

           Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

           

          1000 Seiten über „Lernen mit digitalen Medien“

          In den sozialen Netzwerken wurde ich auf ein Buch aufmerksam, dessen beiden Herausgeber mir wohlbekannt sind: Gerold Brägger als Geschäftsführer von IQESonline.net und Hans Günther Rolff als Gründer des Institut für Schulentwicklungsforschung der TU-Dortmund. Meine erste Assoziation zum Titel „Handbuch Lernen mit digitalen Medien“: Wow, zwei Experten auf dem Weg, uns das Lernen mit digitalen Medien zu erläutern. Denn, ein Handbuch (griechisch ἐγχειρίδιον encheiridion‚ „etwas, das man in der Hand hält“) ist in der Literatur eine geordnete Zusammenstellung eines Ausschnitts des menschlichen Wissens und kann als Nachschlagewerk dienen1.

          Mein nächster Blick in das Inhaltsverzeichnis gibt eine erste Antwort, wie sie diesem Anspruch gerecht werden wollen: mit der Einladung an viele Who’s Whos der Medienexpert*innen des deutschsprachigen Raums, sich an diesem Buchprojekt zu beteiligen. Beeindruckend die Autor*innenliste! Der Beltz-Verlag bewirbt das Buch so:

          Digitale Medien eröffnen Chancen für den binnendifferenzierten Unterricht und eine neue Lernkultur, bergen bei einem unkritischen Einsatz aber auch Risiken. Inwiefern können sie personalisiertes und kooperatives Lernen sowie einen lernwirksamen Unterricht mit heterogenen Gruppen fördern?
          Dieses Handbuch bietet auf dem aktuellen Stand der Praxis und der wissenschaftlichen Forschung konkrete Impulse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dabei gehen die Autor_innen insbesondere auf die Merkmale eines kompetenzorientierten Unterrichts ein und untersuchen, inwiefern sich der Einsatz digitaler Medien speziell für dieses pädagogische Konzept anbietet. Andere Beiträge befassen sich mit Lernplattformen, Learning Analytics sowie mit Unterrichtskonzepten, die einen hybriden, das heißt gemischten Einsatz digitaler und analoger Lernsettings vorsehen. Das Handbuch schließt mit einem Überblick zu digitalen Medien im Unterricht, gibt dazu didaktische Empfehlungen und bringt Ideen für die Praxis.

           

          Vorbemerkungen

          Wichtig für das Gesamtverständnis des hier vorgestellten Buchs ist das Kapitel 1 (dazu gleich mehr) und der Arbeitshintergrund des Schweizer Erziehungswissenschaftlers Gerold Brägger: Er verantwortet die beiden Plattformen IQES-Online und  IQES Lernkompass. Während man sich IQES-Online als eine Bibliothek mit Fachtexten und Materialien für die Unterrichtspraxis und einem Evaluationscenter vorstellen kann, wird mit dem IQES-Lernkompass den Lehrkräften eine Arbeits- und Lernplattform zur Verfügung gestellt, die ein kompetenzorientiertes Unterrichten und Beurteilen ermöglichen soll. Erreicht wird das mit einer personalisierten Lernumgebung, die

          • Lernprozesse nachvollziehbar und lernwirksam beurteilt,
          • die lernwirksames Feedback und Schüler*innenselbstbeurteilung ermöglicht, dabei
          • Kompetenzen sichtbar macht und
          • Zusammenarbeit effizient und effektiv gestaltet.

          Ziel der Plattform: Nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung und Förderung von Medien- und IT-Kompetenzen im Verbund mit fachlichem Lernen, so die Aussagen aus einem Dossier des Bildungsraums Nordwestschweiz2.

          IQES-Online kenne ich aus meinen eigenen (ehemaligen) Arbeitszusammenhängen und kann die Plattform ohne jeden Vorbehalt empfehlen. Zur Arbeit mit dem Lernkompass liegen keine eigenen Erfahrungswerte vor. Mir sind keine externen Evaluationen bekannt. Die Plattform selbst weist (noch) keine Referenzen aus. Somit bleibt es jeder Schule erst einmal selbst überlassen, eigene Erfahrungen zu sammeln. Ich denke aber, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier belastbare Ergebnisse im Umgang mit der Plattform bekannt gemacht werden.

           

          Das Handbuch

          Fast 1000 Seiten. Fast zwei Kilogramm Gewicht. Kaum zu handeln. Gut, dass eine E-Book Variante „inside“ angeboten wird. Nach einer Registrierung erhält man einen Link. Die personalisierte PDF-Datei kann von allen gängigen PDF- Readern geladen werden.

          Das Buch durchzieht einen roten Faden: Nicht die Lehrkraft steht im Mittelpunkt der Überlegungen, Aussagen, Analysen der Autor*innen, sondern die Adressaten der Unterrichtsangebote: die Schülerinnen und Schüler. Das beginnt gleich im ersten Teil. Es wird ein Akzent auf die digitale (Er)Lebenswelt der Jugendlichen mit Schlussfolgerungen auf die pädagogische Arbeit in den Schulen gesetzt. Hieraus entwickeln sich dann die weiteren Überlegungen zu einer damit korrespondierenden Unterrichts- und Schulentwicklung. Ungewöhnlich, aber das Selbstverständnis des pädagogischen Ansatzes und damit das Gesamtverständnis dieser Veröffentlichung eher befördernd: Die beiden Herausgeber Gerold Brägger und Hans Günter Rolff bringen sich sowohl im ersten Teil wie auch in weiteren Beiträgen als Mitautoren ein.

          Bei so vielen Beiträgen verbietet sich eine individuelle Würdigung. Daher gleich zusammenfassend:

          Die Beteiligung der Medienexpert*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind ein Gewinn für das Buch. Die Publikation bildet den aktuellen Forschungsstand ab. Die Beiträge sind mit einer Fülle von Literaturhinweisen ausgestattet, die eine intensivere Auseinandersetzung ermöglichen. Die Praxisbeträge unterstützen die theoretischen Einführungen exemplarisch, nicht vollständig. Manchen Überlegungen hätte ich einen höheren Konkretisierungsgrad gewünscht.

          Das Buch wird dann dem Anspruch der o. g. Wikipedia Kennzeichnung eines Nachschlagewerks gerecht, wenn es sachlich wie fachlich wenig Angriffsfläche bietet. Da scheinen Zweifel angebracht, wie ein kürzlich von Joachim Paul in Heise online veröffentlichter Beitrag Schule Digital: Lernplattformen und die zu geringen Bandbreiten der Politik zeigt. In der Tat sorgt eine fehlende Trennschärfe der IT-Begriffe Cloud, LMS und MDM für viel Interpretationsspielraum in der politischen Diskussion. Das lässt sich ja in einer späteren und überarbeiteten Auflage „heilen“. Schwieriger wird es jedoch, wenn sich zwischen Buchlegung und Veröffentlichung pädagogische Einschätzungen ändern, wie der Kommentar von einem der Autor*innen, Heiko Pöllert andeutet:

          Für welche Zielgruppe eignet sich die Veröffentlichung?

          Ganz sicher für die Ausbildner*innen der Lehrkräfte, erste wie zweite Phase: Das Handbuch kann in der universitären und unterrichtsvorbereitenden Ausbildung genutzt werden, sei es in der Vorlesung, sei es in den Seminaren, sei es durch einen Praxisauftrag bei den schulpraktischen Übungen bzw. Unterrichtsbesuchen. Fort- und Weiterbildungen initiierende pädagogische Einrichtungen und Medienzentren sowie an den Bildungspakt umsetzende Schulträger erhalten über die Abhandlungen einen Einblick in relevante Fragestellungen der mediepädagogischen Arbeit weitere Orientierungsmöglichkeiten.

          Und, last but not least werden innovative Schulleitungen, Steuergruppen und Lehrkräften angesprochen, die mehr über

          • Persönlichkeitsentwicklungen der Jugendlichen unter digitalen Bedingungen,
          • die Entwicklung einer kompetenzorientierten und mediengestützten Lernkultur sowie
          • personalisiertes Lernen und Learning Analytics

          erfahren bzw. terminologisch einordnen wollen.

          Was man von den Ausführungen nicht erwarten sollte: eine unmittelbare, individuelle wie schulweite Umsetzung. Die Konzepte, Ideen spannen einen so großen Bogen um mediendidaktische Fragestellungen, die man erst einmal im Team, in der Schulgemeinde aufdröseln, durchdringen und diskutieren muss. Das gilt sowohl für ein kompetenzorientiertes Unterrichtsverständnis, den damit verbundenen Freiheitsgraden an Lehrende wie Lernende und nicht zuletzt für den Einsatz von Werkzeugen zu Learning Analytics. Apropos:

          Vermutlich wird bei einigen Leser*innen der Wunsch entstehen, die beiden Schweizer Plattformen näher kennenlernen zu wollen. Das geht kurzfristig durch ein Testzugang (ein Monat). Mittel- und längerfristig gibt es u. U. die beiden folgenden Wege: der eine – bei Lernmittelfreiheit der Länder – mittels einer Finanzierung durch das schuleigene Budget. Der andere durch eine Lizenzierung durch das Land/ den Schulträger: Es gibt viele länderspezifische und kommunale Modelle, die bereits erfolgreich „laufen“. Wer bettermarks, edkimo, it’s tearning, iServ und Co. finanzieren kann, kann auch eine der IQES- Plattformen ermöglichen.

          Bildnachweis: @Beltz mit freundlicher Genehmigung der Presseabteilung