Buch- und Lesetipps 4. Quartal 2021

Bevor sich mein Blog aus dem Jahr 2021 verabschiedet, noch einiges an Lesefutter. Denn auch in diesem letzten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule/Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Schulleitung,
  • Lehrkräfte,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

Schule in der digitalen Welt

 

Broschüren

 

 

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat eine Reihe von weiteren Leitfäden entwickelt, übrigens u. a. auch zu Instagram. Darüber hinaus stammen vom Bundesbeauftragten für Datenschutz zwei Kinderbücher im Pixi-Format zum Thema Datenschutz

Und noch eine weitere Onlineanwendung treibt Eltern, Lehrkräfte und Betreuer*innen von Jugendlichen um: TikTok. Auch dazu sind einige Links und Broschüren entstanden:

 

 

Schulleitung

 

Schulleitungen sind wichtige Gestalter:innen von digitaler Schulentwicklung. Die Anforderungen an digitale Schulentwicklungsprozesse sind komplex und stellen Schulleitungen vor zahlreiche Herausforderungen. Um Schulleitungen in ihrer veränderten Rolle zu stärken, bedarf es weitreichender Qualifizierung und geeigneter Unterstützungsmaßnahmen. Welche digitalisierungsbezogenen Qualifizierungssangebote zur Professionalisierung von Schulleitungen finden sich derzeit im Feld der Schulleitungsqualifizierung? Wie schätzen Expert:innen die Angebotslage ein? Welche Impulse für die weitere Ausrichtung der Professionalisierungsangebote lassen sich formulieren?

Um einen Überblick über die Angebotslage und einen Einblick in gelungene Ansätze und mögliche Leerstellen digitalisierungsbezogener Qualifizierungsangebote für Schulleitungen und ihre Teams zu erlangen, hat das Forum Bildung Digitalisierung ein Autor:innenteam unter der Leitung von Pierre Tulowitzki, Fachhochschule Nordwestschweiz, mit der Erstellung eines Impulspapiers beauftragt. Das Impulspapier „Schulleitungen und digitale Schulentwicklung“ liefert Hintergrundwissen und Handlungsimpulse für Entscheider:innen in Bildungspolitik und -verwaltung und zeigt lösungsorientierte Impulse zur Stärkung von Professionalisierungsangeboten für Schulleitungen auf.

Die Bilanz aus 15 Jahren Forschung zum Ganztag ist in Form einer Broschüre veröffentlicht worden. Schwerpunkte sind die Organisation, Lernkultur und Schulentwicklung sowie das Zusammenwirken von Beteiligten und die individuelle Entwicklung von Schüler*innen.  

 

 

Berufliche Bildung

 

Jede berufliche Schule steht im Kontext von Digitalisierung vor der Herausforderung, Transformationsprozesse in sehr unterschiedlichen Handlungsfeldern der Schulentwicklung zu gestalten. Dieser Handlungsauftrag der Schulleitung für die digitalisierungsbezogene Schulentwicklung wird verstärkt unter dem Stichwort “Digital Leadership” besprochen. Diese Vorreiterrolle, welche die Schulleitung mit ihrer Führungs- und Managementverantwortung einnimmt, kann jedoch nur einen Teil der Gestaltung unterschiedlicher Schulentwicklungsdimensionen im Kontext von Digitalisierung ausmachen, denn der digitale Wandel an beruflichen Schulen erfordert im Vergleich zu klassischen Handlungsfeldern der Schulentwicklung neue Rollenverständnisse. Dem Konzept des “Digital Leadership” wird in diesem Beitrag das Konzept des “Digital Ownership” zur Seite gestellt werden. Dafür werden auf Basis der Literatur zu Lernenden Organisationen sowie organisationspsychologischer Forschung Szenarien zur verstärkten Verantwortungsübernahme sowie -übergabe im Kontext digitalisierungsbezogener Schulentwicklung in der beruflichen Bildung vorgestellt und diskutiert.

 

 

Externe Evaluation

Den Schwerpunkt des Beihefts bilden Beiträge zu den Auswirkungen des eingeschränkten Schulbetriebes im zweiten Schulhalbjahr 2019/20: Auf zwei Übersichtsbeiträge, die nationale und internationale Befunde zu Lernrückständen von Schüler*innen und deren Zusammenhang mit sozioökonomischen Hintergrundmerkmalen zusammentragen, folgen zwei empirische Beiträge, in denen Ergebnisse aus Längsschnittstudien präsentiert werden. Der zweite Teil des Beihefts blickt über den unmittelbaren Horizont der Pandemie hinaus und gibt Anregungen für Schulpolitik und Schulforschung: Ein Beitrag diskutiert mögliche Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Schließung pandemiebedingter Lernlücken, der andere skizziert Themen, denen sich die Schulforschung in Zukunft verstärkt widmen sollte.
Das Beiheft richtet sich damit insbesondere an diejenigen, die Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen der Schulschließungen für Kinder und Jugendliche konzipieren und durchführen, an diejenigen, die weitergehende Vorhaben im Bereich der (empirischen) Schul- und Bildungsforschung planen oder fördern, an thematisch Interessierte aus der Bildungspolitik, der Bildungsadministration und aus den Schulen sowie natürlich auch an eine bildungspolitisch interessierte Öffentlichkeit.

Die schnelle und erfolgreiche Digitalisierung deutscher Schulen scheitert bislang vor allem an der breitbandigen Anbindung der Schulen ans Internet und an der ausreichenden Professionalisierung der Lehrkräfte. Dies sind zwei Lehren aus den Ergebnissen der Studie „Schule digital – Der Länderindikator 2021“ für die über 1.500 Lehrkräfte weiterführender Schulen befragt wurden. Die Untersuchung zeigt, dass Investitionen aus dem Digitalpakt und auch die Corona-Pandemie zwar dafür gesorgt haben, dass Lehrkräfte digitale Medien im Unterricht deutlich häufiger nutzen und ihre eigenen medienbezogenen Kompetenzen verbessert haben. Sie zeigt aber auch, dass sich die Bundesländer beim Thema „Digitale Lehr- und Lernmittel im Unterricht“ weiterhin in unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickeln und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Dies führt nach Ansicht der Studienmacher dazu, dass die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen – trotz bundesländerübergreifender Strategien und Maßnahmen – nach wie vor stark vom jeweiligen Wohnort abhängen.

Die Studie beschäftigt sich mit den psychosozialen Belastungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen während der Lockdown-Phasen in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Fokus liegt hierbei auf den Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen auf den mentalen und psychischen Gesundheitszustand. Vor allem für Kinder und Jugendliche sind in dieser Zeit viele alltagssichernde Strukturen weggebrochen, welche langfristige Konsequenzen für ihr persönliches Wohlbefinden und ihre Entwicklung nach sich ziehen könnten. Die zugrunde liegenden Daten sind zum einen Metadaten, welche den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema wiedergeben. Zudem erfolgen auch eigene Analysen mit längsschnittlichen und repräsentativen Daten des deutschen Beziehungs- und Familienpanels pairfam und deren COVID-19-Zusatzbefragung. Diese Befunde dienen dazu, einen Überblick über die Lage von Eltern, Kindern und Jugendlichen zu geben, um letztlich adäquate politische und gesellschaftliche Maßnahmen und Handlungsempfehlungen ableiten zu können.

Die Studie „Digitalisierung im Schulsystem 2021“ wurde im Januar/Februar 2021 auf dem Höhepunkt der dritten Corona-Welle mit 2.750 Lehrkräften an Gymnasien, Gesamtschulen und vergleichbaren Schulformen mit Sekundarstufe I/II aus allen Bundesländern durchgeführt. Teilgenommen haben über 1 % der Lehrkräfte in Deutschland aus 233 bzw. 4 % der Schulen, was repräsentative Befunde auf Bundesebene ermöglicht. […] Die Studie zeigt: Nach dem Digitalisierungsschub benötigen die Schulen einen Schub bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler pädagogischer Konzepte. Nachdem die Investitionen in Technik und Infrastruktur ins Rollen gekommen sind, geht es jetzt um integrierte Medienbildungskonzepte und um Investitionen in die Köpfe.

 

 

Forschungsstand

Im Beitrag wird das Forschungsprojekt SeLF (“Selbstreguliertes Lernen an der Hochschule – Bedingungen, Konsequenzen, Förderung”) vorgestellt. Das Projekt fokussiert das selbstregulierte Lernen in der Studieneingangsphase. Selbstreguliertes Lernen (SRL) stellt eine wichtige Ressource für Studierende aller Fachrichtungen dar, um sich an gegebene Lernbedingungen erfolgreich anzupassen. Selbstreguliert Lernende überwachen ihr Lernen und können Lernhandlungen eigenständig an die gegebenen Lernbedingungen ausrichten. SRL kommt daher für die Übergangsphase von der Schule in die Hochschule zentrale Bedeutung zu. Im Projekt SeLF werden daher zentrale Komponenten von SRL (z. B. Einsatz von Lernstrategien) für das erfolgreiche Lernen an der Hochschule untersucht. Die Gewinnung der Daten erfolgt mittels Selbstbeschreibungsverfahren zu drei Befragungszeitpunkten innerhalb eines Semesters. Langfristig sollen mit den gewonnenen Daten, basierend auf einer systematischen Deskription der individuellen Lernvoraussetzungen, Unterstützungsmaßnahmen für die Studierenden abgeleitet werden können.

Im Beitrag werden Konzeption und zentrale Forschungsfragestellungen des Projekts vorgestellt sowie erste deskriptive Befunde in Bezug auf die Lernstrategienutzung diskutiert.

 

BMBF und KMK fordern in aktuellen Strategiepapieren zur «Bildung in der digitalen Welt» eine Erweiterung der Kommunikation und Kooperation auf allen Ebenen der Schulgemeinschaft. Der Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang das Potenzial zugeschrieben, den Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern verbessern und eine stärkere Mitbestimmung am schulischen Leben fördern zu können. Der Beitrag diskutiert, inwiefern sich für diese Optimierungsunterstellung Hinweise in der Forschung finden lassen. Es zeigt sich, dass die Forschung in diesem Bereich noch am Anfang steht. Wichtige Fragen zur Rolle digitaler Medien in den Kommunikations- und Ko-operationsprozessen zwischen Eltern und Schule, zur aktuellen Verbreitung und Verwendung digitaler Technologien und zu den dadurch bewirkten Veränderungen der Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule können derzeit nicht umfassend beantwortet werden. Im vorliegenden Beitrag werden deshalb zum einen wichtige Merkmale und Rahmenbedingungen einer gelingenden Zusammenarbeit herausgearbeitet und erste Forschungsergebnisse zu den Besonderheiten und Veränderungen einer digital unterstützten Kommunikation und Kooperation zusammengefasst. Zum anderen werden aktuelle Forschungsdesiderate beschrieben und eine Forschungsagenda für diesen zentralen Bereich von Schule entworfen.

In diesem Artikel entwickeln die beiden Autor*innen auf der Grundlage grundschul- und medienpädagogischer Erkenntnisse aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive Impulse für die Weiterentwicklung der schulischen Lernkulturen vor dem Hintergrund des digitalen und medialen Wandels unserer Gesellschaft.

Die vorliegende Broschüre richtet sich an Schulleitungen und Lehrkräfte, an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie an alle Personen, die sich für den Themenbereich der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler interessieren. Ziel der Broschüre ist es, die Bedeutung einer angemessenen Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler herauszustellen sowie relevante Informationen zu diesem Themenbereich zur Verfügung zu stellen.
In der Bildungspraxis werden bereits vielfältige Maßnahmen zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Um das bestehende Wissen aus der Praxis zu ergänzen, wird in der vorliegenden Broschüre der aktuelle internationale Forschungsstand zu diesem Themenbereich mit Fokus auf die integrierte Förderung im Regelunterricht dargestellt.
(…)
Aus Sicht der Forschung wird dabei

  • auf die Häufigkeit der Verwendung,
  • auf die von Lehrkräften sowie von Schülerinnen und Schülern eingeschätzte Nützlichkeit,
  • auf Hindernisse und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Implementierung sowie
  • auf die Wirksamkeit von Differenzierungsmaßnahmen im Regelunterricht eingegangen. 

(…)

Da Differenzierungsmaßnahmen das effektive Lernen aller Schülerinnen und Schüler zum Ziel haben, werden in dieser Broschüre neben den leistungsstarken auch potenziell leistungsfähige, durchschnittlich leistungsfähige sowie leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler mitgedacht.
 

Bildung in der digitalen Welt

 

Masterarbeiten, Dissertationen

 

Diese Masterarbeit thematisiert die Bedeutung von Online-Erklärvideos für Physiklernende und soll Aufschluss darüber geben, wann und wie Lernende Erklärvideos nutzen. Dazu wird eine Auswahl an Erklärvideos von unterschiedlichen Plattformen und Kanälen analysiert, um einen Überblick über die Qualität des verfügbaren Angebots zu erhalten. Als Untersuchung wird eine quantitative Forschung mithilfe eines Fragebogens sowie eine Falluntersuchung von Online-Erklärvideos durchgeführt. Die Probanden werden zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Dazu gehört ihre Nutzungshäufigkeit, die Nutzungsart und ihr Suchverhalten nach Videos. Außerdem soll die Befragung zeigen, welche Plattformen und Kanäle den Lernenden bekannt sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bedeutung von Online-Erklärvideos mit steigendem Alter der Probanden an Relevanz gewinnt. Zusätzlich stellen Lernende hohe Ansprüche an die Qualität und Gestaltung von Erklärvideos. Außerdem möchten Schülerinnen und Schüler wenig Aufwand bei der Suche nach guten Erklärvideos haben. Die Falluntersuchung hat daran anknüpfend ergeben, dass die Anzahl der Aufrufe und Likes keinen Indikator für die Qualität eines Erklärvideos darstellt. Somit muss im Rahmen der Digitalisierung auch die Medienkompetenz von Lernenden und Lehrenden gefördert werden, damit das im Internet verfügbare Bildungsangebot genutzt und verbessert werden kann. 

 

In Ergänzung dazu hat der Erstgutachter Prof. Christoph Kulgemeyer ein Framework aus mehreren Masterarbeiten erstellt:

Ein vergleichsweise schneller Schritt zur digitalen Lehre kann das Verwenden von Erklärvideos sein. Dazu kann man geeignete Videoinputs erstellen und den Studierenden zur Verfügung stellen, z. B. auf der eigenen Homepage oder nicht-öffentlich auf YouTube (es gibt einen nichtöffentlichen Bereich bei YouTube!). Die Studierenden bekommen die Videos und Vertiefungsaufgaben, die direkt zu den Inhalten passen. Die Erstellung von Videos auf diese Weise ist einfacher als man vielleicht denkt – und die empirische Forschung zu Lernwirkungen stellt ein gut erprobtes Kriteriensystem zur Optimierung der Videos direkt zur Verfügung.
In dem Artikel gibt es eine Reihe hilfreicher Informationen, die bei der Planung und Aufzeichnung von Erklärvideos für die digitale Lehre helfen können. Der Fokus liegt dabei auf einem schnellen und niedrigschwelligen Gebrauch von Erklärvideos. Die Physikdidaktik forscht seit vielen Jahren an der Wirkung von Erklärvideos und hat dabei einiges an Erfahrungen sammeln können. Vertiefungsliteratur wird an geeigneter Stelle im Text gegeben. Hier gibt es auch weitere Quellen und erste Beispiele: https://physikdidaktik.com/erklaervideos/

     

    Forschungsstand

    Im Themenschwerpunkt der 21. Ausgabe der Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik widmen wir uns der Lehre in Zeiten von Corona, indem wir die (mitunter unfreiwillig) gesammelten Erfahrungen aus den Onlinesemestern und dem (Notfall-)Fern-Unterricht der zurückliegenden 19 Monate reflektieren, evaluieren und dokumentieren. Im Sinne von Lessons Learned präsentieren wir die zahlreichen guten Ideen, innovativen Konzepte, aber auch Notlösungen, die oft zwar sehr kurzfristig entstanden sind, die aber tradierte Praxen infrage stellten, neue (mediale, organisatorische oder technische) Möglichkeiten erprobten und dadurch Lehr-und Lernprozesse mitunter sogar verbessern konnten.

    Der lange gehegte Traum von künstlicher Intelligenz (KI) wird in unserer Alltagswelt zunehmend Realität. Damit verbinden sich hohe gesellschaftliche Erwartungen, aber auch Sorgen hinsichtlich einer schleichenden Entmündigung des Menschen. Am Beispiel des Forschungssektors lotet dieser Band die Optionen, Entwicklungschancen und Risiken von KI-Techniken für die Zukunft des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses und der darauf beruhenden technischen Entwicklungen aus. Zu diesem Zweck wird zunächst der Stand der KI-Technik und ihrer Anwendungen dargestellt. Es folgen wissenschaftsphilosophische Untersuchungen zur Frage der Ersetzbarkeit des forschenden Menschen durch KI und zu erwartenden Veränderungen in der wissenschaftlichen Forschung. Weitere Abschnitte widmen sich den Folgen für die Arbeitswelt von Forschern/Forscherinnen sowie den durch KI erzeugten neuen Herausforderungen für die rechtliche Regulierung im Spannungsfeld von Wissenschaftsfreiheit und Datenschutz. Der Band schließt mit Empfehlungen für die verantwortlichen Akteure in Wissenschaft, Forschungspolitik und Gesellschaft aus interdisziplinärer Perspektive.

     

    Die Reduktion der Komplexität spielt in der Vermittlung vielschichtiger Inhalte eine wesentliche Rolle. Wie der Transfer von Wissen auf sprachlicher und gestalterischer Ebene erfolgt und wie der Kommunikationsrahmen die Wahl der Mittel beeinflusst, ist Schwerpunkt des Sammelbandes. In den Beiträgen wird die Wissenschaftskommunikation unter drei Aspekten untersucht: Information der breiten Öffentlichkeit, Lehrveranstaltungen für Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Fachdiskurse innerhalb der eigenen Disziplin. Die Autorinnen und Autoren diskutieren die Komplexitätsreduktion in Information, Didaktik und Fachdiskurs und betrachten schließlich die Rolle des Designs. Denn – unabhängig vom Kontext – stehen hinter jedem Wissenstransfer diese Fragen: Warum ist die Reduktion der Komplexität des Wissens wichtig? Wem sollen wissenschaftliche Erkenntnisse mit welcher Zielsetzung vermittelt werden? Und: Welche Bedeutung hat dabei die Gestaltung der Inhalte?

    Was war das Hörmedium des letzten Monats? Welche Apps können wie im Unterricht eingesetzt werden? Und was ergab eigentlich die letzte KIM Studie? Zu diesen Fragen gibt die Webseite des Instituts für angewandte Kindermedienforschung, kurz IfaK, Antwort und behandelt darüber hinaus noch viel mehr spannende und wichtige Themen aus der digitalen Kinder- und Jugendbildung.

    So wird man auf der Seite fündig zu Beiträgen über verschiedene Methoden, aktuelle Apps und relevante ethische Fragestellungen und kann sich von Best-Practice-Beispielen inspirieren lassen. Von Studierenden der Hochschule der Medien in Stuttgart aufbereitet, bietet die Webseite des IfaK Empfehlungen in den Bereichen der audiovisuellen, digitalen und interaktiven Medien an. Das Ziel des IfaK ist es, auf dem Gebiet der digitalen Bildung Aufklärungsarbeit zu leisten, verschiedenste Projekte in den Bereichen der Medienpädagogik und Medienforschung durchzuführen und Informationen so aufzubereiten, dass sie dazu beitragen, die Medienkompetenz sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu entwickeln und zu verbessern.

    Das Institut für angewandte Kindermedienforschung beschäftigt sich mit allen Medien, die für Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren produziert oder von ihnen genutzt werden. Es richtet sich als Anlaufstelle für Kindermedien sowohl an interessierte Eltern als auch an Bildungseinrichtungen. Auch Praktiker:innen – und vor allem Berufseinsteiger:innen – aus der Medienbildung können von den Inhalten des Angebots profitieren, da sie auf der Seite des IfaK zu verschiedensten Themen aus der digitalen Bildungspraxis fündig werden. Ein besonderes Angebot besteht in der informativen Aufbereitung aktueller Studien, wie beispielsweise der KIM Studie. Durch die Gliederung der Inhalte in einzelne Beiträge und die Aufschlüsselung der Ergebnisse in verständlicher Form schaffen die Artikel des IfaK einen einfachen Zugang zu wissenschaftlichen Befunden. Diese leicht verständliche Form der Aufbereitung ermöglicht es auch jenen Menschen, in gesellschaftlich relevante und für die Praxis wichtige Themen einzusteigen, die gerade erst in der Medienpädagogik Fuß fassen.

    Die Lehrerausbildung für berufsbildende Schulen in Deutschland steht vor Problemen: Durch die starke Koppelung an die allgemeine Lehrerausbildung ist eine berufspädagogische Professionalisierung nur in Ansätzen realisierbar. Die Beträge des Sammelbandes diskutieren die Möglichkeiten eines übergreifenden Gesamtcurriculums. Sie berücksichtigen dabei die aktuelle Kompetenzdiskussion in der Lehrerausbildung ebenso wie den Bereich Berufspädagogik/Ausbildung. Vorgestellt werden Überlegungen zu einem übergreifenden Ansatz für Ausbildungsphasen und Lernorte. Die Beiträge fokussieren die Ausbildungssituation in Sachsen-Anhalt und binden unveröffentlichte empirische Studien aus Rheinland-Pfalz und Thüringen ein.

     

     

    Eine Publikation zum Thema analoge Spiele

    Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass Spielelemente positiv auf kognitive Leistung, Motivation und Lernverhalten wirkt. In digitalen Lernumgebungen werden zunehmend spielbasierter Elemente eingesetzt, mit einem positiven Effekt auf den 4K- Bereich. Aber auch die analoge Welt hat hier einiges zu bieten, wie die folgende sehr ungewöhnliche Publikation aufzeigt:

    Übersicht “Mehr als nur Zeitvertreib? Wissenschaftliche Perspektiven auf Analoge Spiele.”

     

     

    Zu guter Letzt ...

    excitingedu hat kürzlich eine neue Ausgabe Magazin für die digitale Schule (02-2021) herausgebracht. Themenschwerpunkt ist die Gestaltung von hybriden Unterrichts – auch in »normalen« Zeiten. Angesichts der Omikron-Entwicklung vielleicht eine Veröffentlichung zur rechten Zeit …

    In diesem Jahr habe ich eine Reihe von weiteren Buch- und Lesetipps sowie Überlegungen zu einem kognitiv aktivierenden MINT-Unterricht vorgestellt. Für eine schnellere Orientierung sind daraus zwei Themenseiten entstanden: Buchtipps und MINT.

    Auch wenn wir noch weit entfernt sind von einer >>normalen<< Zeit, sollten wir dennoch unseren Blick nach vorne richten. Der Digitalpakt wird weiterhin dafür sorgen, eine Weiterentwicklung der Schule mithilfe dieser Gelder zu ermöglichen. In dem o. g. Lesefutter steckt viel Motivierendes und Anspornendes.  Die Erfahrungen in den Edutwitternetzwerken stimmen mich zuversichtlich. Sie ermöglichen eine Vernetzung unter uns Kolleginnen und Kollegen. Emotional, sozial und eben auch pädagogisch.
     

    Ich wünsche uns auch im kommenden Jahr viele tolle Ideen und motivierende Beiträge. Dafür:

    Alles Gute für das Jahr 2022 und vor allem: Bleiben Sie gesund!

     Stay tuned 

     

    Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

    Jahreswechsel: Gert Altmann @pixabay

      Transformation analog – digital: Inklusion

      In den letzten sechs Monaten haben 51 Autorinnen und Autoren sich über die sozialen Medien vernetzt und ein Buch über Diklusion (digitale Medien und Inklusion) geschrieben. Spannend die im Vorwort einleitend beschriebene Genese zum Buch:

      Die HerausgeberInnen stellten fest, dass man trotz intensiver Recherche nur sehr wenige Quellen zu Netzpublikationen zum Distanzlernen für Lernende mit Beeinträchtigung oder in inklusiven Settings gefunden wurden. Und dann lagen sie auch noch verstreut und wenig systematisiert in Twitterposts, Blogbeiträgen und Berichten auf Homepages vor. Vor gut einem Jahr vernetzten sich aus dem gesamten Bundesgebiet im Bereich sonderpädagogische Förderung tätige Lehrkräfte mittels einer Online-Pinnwand. Und hier entstand dann die Idee eines gemeinsamen Buches. Sie wurde über eine Homepage unter folgenden Leitfragen beworben:

      • Wie gelingt es Lehrkräften in ganz unterschiedlichen Settings Lernarrangements unter Einbezug digitaler Medien für alle Kinder und Jugendlichen einer Klasse auch über die Zeit des Distanzunterrichts hinaus zu erstellen?
      • Wie kann mit digitalen Medien individualisiert, differenziert und kollaboriert werden?
      • Wie kann (inklusive) Medienbildung in der gesamten Lerngruppe ausgebildet und gefördert werden?
      • Wie sollte eine entsprechende Schulentwicklung aussehen?
      • Wie gestaltet sich eine entsprechende Ausbildung von angehenden jungen Lehrkräften?

      Zusammengefasst also: Welche Möglichkeiten und Grenzen der Diklusion gibt es derzeit? So viel zur Entstehungsgeschichte, die sich ganz sicher auch für neue (Buch)Projekte eignet.

      Mit der Publikation wollen die Autorinnen und Autoren nicht nur die bereits digital-affinen Lehrkräfte erreichen, sondern auch die Menschen, die vielleicht noch nicht so digital unterwegs sind und gerade dabei sind, die Chancen digitaler Medien zu entdecken. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Hintergrund wird dieses Buch kostenfrei als E-Book bereitgestellt. Damit auch ein Printformat angeboten werden kann, läuft aktuell eine Crowdfundingaktion. Mit der Vorbestellung wird die erste Auflage des Buches finanziert. Der Vorschuss wird für die Aufbereitung des Buches benötigt (Erstellung der Grafiken und Druckvorlagen). Was ich mir übrigens noch wünschen würde im Umgang mit dem E-Book: Das Inhaltsverzeichnis bitte so verlinken, dass man direkt zu den Beiträgen kommt …

      … Stay tuned …

      Bildnachweis: Julian Lendler1

      Buch- und Lesetipps 3. Quartal 2021

      Es ist wieder so weit. Auch in diesem dritten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

      • Schulleitung,
      • Lehrkräfte,
      • Hochschullehrende und last but not least:
      • BildungspolitikerInnen.

       

      Schule in der digitalen Welt: Broschüren

      Darüber hinaus bietet das Institut noch zahlreiche weitere PDF-Dokumentationen zu Unterrichtsfächern, Inklusion – Sonderpädagogik, Lernen mit digitalen Medien u. v. m. an. Alles recherchierbar unter dem o. g. Link.

       

      Die neue Handreichung (…) ergänzt die Handreichung des Ministeriums für Schule und Bildung „Handreichung zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht“. Sie greift Inhalte daraus auf und konkretisiert diese durch einen Bezug zu Unterrichts- oder Ganztagsangeboten. Die Broschüre hat das Ziel, Schulen dabei zu unterstützen, digitale und analoge Medien in Unterricht und bei Ganztagsangeboten zielgerichtet einzusetzen und die unterschiedlichen Angebote lernförderlich miteinander zu verknüpfen. Die Entwicklung und Zusammenstellung der Beiträge erfolgte in der QUA-LiS NRW durch Lehrkräfte, die an ihren Schulen die Einsatzmöglichkeiten erprobt haben. Die Broschüre enthält Anregungen sowie viele praxisnahe Materialien zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht und in Ganztagsangeboten. Im letzten Kapitel sind darüber hinaus Anregungen für die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts zusammengestellt. 

      Neben der Broschüre im PDF-Format wird eine dazugehörige Online-Linkliste mit Hinweisen auf ergänzendes Material bereitgestellt.

       

       

      Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

      • Initiative D21 e.V., Technische Universität München (TUM): Digitaler Schulunterricht – Vorabergebnisse des eGovernment Monitor 2021

      Nach anderthalb Jahren eingeschränktem und vielfach digitalem Unterricht aufgrund der Coronapandemie bestehen für die große Mehrheit der SchülerInnen nach wie vor Hürden. Zwar erhielten fast neun von zehn SchülerInnen digitalen Unterricht, zufrieden ist damit aber nur gut die Hälfte der Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Befragung unter 7.851 Menschen in Deutschland für die Studie eGovernment MONITOR 2021 der Initiative D21 und der Technischen Universität München, durchgeführt von Kantar.

      (…)

      Die Befragung erfolgte online vom 1. bis 21. Juni 2021 (n=7.851). Befragt wurden Personen ab 16 Jahren in Privathaushalten, die das Internet privat nutzen. Es handelt sich um vorab veröffentlichte Ergebnisse des „eGovernment MONITOR 2021“; die vollständige Studie zu Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote erscheint am 19. Oktober 2021.

      Alle Ergebnisse zum Download: Zahlen und Fakten zur digitalen Bildung

       

      Die Studie berichtet über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den OECD-Mitgliedsländern sowie in einigen Partnerländern. Zum Schwerpunktthema “Gerechtigkeit” wurden der Einfluss u.a. von Geschlecht, Geburtsland, sozioökonomischem Status und regionaler Lage auf den Bildungsstatus analysiert.

      Insgesamt stellen mehr als 100 Grafiken und Tabellen aktuelle Informationen zur Struktur und Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme im internationalen Vergleich bereit. Die präsentierten Daten umfassen den gesamten Bildungsverlauf – vom Kindergarten über Schule bis hin zu Hochschule und Weiterbildung. Durch die von der OECD entwickelten Bildungsindikatoren werden die Daten vergleichbar. Im Bereich Schule liefern zwei neue Indikatoren Informationen zur Zuweisung öffentlicher Mittel an Schulen und zur Fluktuationsrate von Lehrkräften.

      Die Studie ist in die folgenden Kapitel gegliedert: Bildungsergebnisse und -erträge, Bildungszugang, -beteiligung und Bildungsverlauf, Finanzierung, Lehrkräfte, Lernumfeld und Organisation des Schulwesens. Das Thema Bildungsgerechtigkeit in Zusammenhang mit SDG 4 ist Thema eines eigenen Kapitels. Hier wird betrachtet, wo die OECD- und Partnerländer stehen, wenn es um die Bereitstellung von gleichberechtigten Zugängen zu hochwertiger Bildung in allen Bildungsbereichen geht.

       

       

      Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

      Wie stehen Kinder und Jugendliche zum Thema Lernen und wie gehen sie es an? Was gilt es aus ihrer Sicht zu lernen? Was unterstützt sie dabei, was schränkt sie ein? Und welche Rolle spielen Schule, Eltern oder außerschulische Lernorte?

      Mit einer repräsentativen Umfrage ist die Deutsche Telekom Stiftung im Frühjahr 2021 erneut diesen und anderen Fragen zum Lernen von 10- bis 16-Jährigen nachgegangen. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat dazu mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn sowie gut 500 Eltern dieser Altersgruppe befragt. Im Fokus stand dabei insbesondere auch das Lernen in der Zeit der corona-bedingten Schulschließungen. Die Meinungsforscher wollten wissen, wie die Herausforderungen der Pandemie sich auf Lernverständnis, -verhalten und -motivation der Schüler ausgewirkt haben.

      Die Ergebnisse lassen befürchten, dass Corona das Ungleichgewicht zwischen den besseren und den schlechteren Lernern noch verstärkt hat. Mehr als ein Viertel der 10- bis 16-Jährigen attestiert sich selbst deutliche Lernrückstände als Folge der Pandemie, doch längst nicht alle versuchen den Stoff aktiv aufzuholen. Gleichzeitig haben die Kinder und Jugendlichen sich während Corona aber auch weiterentwickelt, etwa im Umgang mit Computer und digitalen Medien, in Selbstorganisation und Zeitmanagement. Die große Mehrheit will dennoch in Zukunft wieder zurück in die Schule und dort lernen, was die Lehrkräfte vorgeben.

      Die Studie „Lernen in Zeiten von Corona“ knüpft an eine Untersuchung zur Lernmotivation an, die das Allensbacher Institut Anfang März 2020 – also noch vor den ersten Schulschließungen – im Auftrag der Telekom-Stiftung durchgeführt hat.

         

        Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

        Der HRS wurde unter Berücksichtigung von aktuellen Forschungsergebnissen zu Unterrichts- und Schulqualität, Erkenntnissen der Erziehungswissenschaft und sich verändernden schulischen Herausforderungen im engen Austausch mit Schulpraktikerinnen und Schulpraktikern erarbeitet.  Lehrkräfte und Schulen unterstützt der HRS bei der Identifizierung und Präzisierung ihrer Entwicklungsziele und Entwicklungsplanungen. Sie erhalten Kriterien und Ideen für mögliche Anhaltspunkte, mit deren Hilfe sie ihre eigenen Fortschritte untersuchen können. Zur Orientierung und Unterstützung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und Schulleitungen liefert der HRS fundierte Dimensionen und Kriterien für gute Schule. Um die systematische Qualitätsentwicklung an Schulen für alle Beteiligten zu unterstützen, stellt der HRS die orientierende Basis dar, auch für interne und gegebenenfalls externe Evaluationen. 

        HRS-Online bietet Ihnen als Lehrkraft, Schulleitungs- oder Steuergruppenmitglied individualisierbare Angebote für die Entwicklung Ihres Unterrichts und Ihrer Schule. Neben den aktuellen Inhalten des HRS finden Sie leicht handhabbare Anwendungsmaterialien mit Auswertungshilfen, die Sie entsprechend Ihrer Fragestellungen zur Unterrichts- und Schulentwicklung flexibel einsetzen können. Es stehen zum Beispiel selbstgenerierbare Feedbackbögen und Leitfäden zur schulinternen Evaluation und Bestandsaufnahme – auch fokussiert zu Themenfeldern wie Medienbildung oder Inklusion – bereit.

        Diese Handreichung soll Schulen dabei unterstützen, den Referenzrahmen Schulqualität NRW in ihren schulischen Prozessen der Qualitätssicherung und -entwicklung gewinnbringend zu nutzen. In allen Phasen des Qualitätszyklus dient der Referenzrahmen Schulqualität NRW als verbindliche Orientierung und „Hintergrundfolie“ für den Schulentwicklungsprozess. Um für diese Prozesse weitergehende Unterstützung anzubieten, werden in der Handreichung u. a. das Online-Unterstützungsportal, unterschiedliche Methoden, Instrumente und Strukturierungshilfen vorgestellt, die Schulen einsetzen können, um das eigene Handeln im Kontext Schule zu überprüfen und die Entwicklung begleitend zu unterstützen.

        Viele Schulen haben keine moderne digitale Infrastruktur. Damit entgehen Lehrkräften Möglichkeiten, ihren Unterricht pädagogisch noch wertvoller und angenehmer zu gestalten. Mit dem Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ stellt der Bund hierfür 5 Mrd. Euro zur Verfügung. Um davon zu profitieren, müssen Schulen ein technisch-pädagogisches Medienkonzept vorlegen. Damit nicht jede Schule das Rad neu erfinden muss, findest du hier Beispiele von  Medienkonzepten, Tipps zum Vorgehen und zusätzliche Infos. Das verkürzt den Prozess und macht ihn leichter.
          

         

        Schule in der digitalen Welt: Berufsorientierung

        Am Beispiel des Einzelhandels zeigt die Autorin in ihrer Dissertation anhand einschlägiger interdisziplinärer Forschungsbefunde, dass die heutige globale, digitale und dynamische Arbeitswelt für die Beschäftigten von Entgrenzung und Subjektivierung geprägt ist und eine gelingende berufliche Identitätsbalance daher Voraussetzung für Wohlbefinden, Gesundheit, Kundenzufriedenheit, beruflichen und ökonomischen Erfolg ist. Zudem legt sie mittels eigener empirischer Fallstudien und weiterer Befunde dar, dass die bisherige handlungsorientierte berufsschulische Unterrichtspraxis die identitätsrelevanten Handlungsproblematiken der Auszubildenden weitgehend ausblendet. Daher fordert sie einen Paradigmenwechsel von einer rein handlungstheoretischen zu einer identitätstheoretischen beruflichen Didaktik.

        Hieran anknüpfend zeigt sie auf, wie dies gelingen kann. Sie präsentiert vorhandene Konzepte zur Förderung eines individuellen Berufsethos sowie eines berufsbiographischen Profils. Darüber hinaus schlägt sie als übergeordnetes integratives Ziel ein Leitbild moderner Beruflichkeit vor, welches durch eine individuelle berufliche Professionalisierung Win-Win-Konstellationen zwischen Beschäftigten und Arbeitsgebern anstrebt. Zudem identifiziert sie didaktische Prinzipien für berufliche Curricula, mit denen die Erfüllung des diesbezüglichen Bildungsauftrags der Berufsschule gelingen kann.

        Vor dem Hintergrund der noch unzureichenden Verankerung von Fragen eines nachhaltigen Wirtschaftens in der kaufmännischen Lehrerbildung wird ein Blended Learning Konzept zur Förderung fachbezogener Kompetenzen im Nachhaltigkeitsmanagement mit Studierenden der Wirtschaftspädagogik sowie ausgebildeten Lehrkräften erprobt und evaluiert. (…)

        Die Arbeit liefert einen innovativen Ansatz zur Förderung domänenspezifischer Nachhaltigkeitskompetenzen in der kaufmännischen Lehrerbildung und lässt evidenzbasierte Aussagen über die Wirksamkeit des Interventionsprogramms zu. Aus den Ergebnissen werden Vorschläge für die Weiterentwicklung des Konzepts und dessen Einsatz in der fachdidaktischen Ausbildung kaufmännischer Lehrkräfte abgeleitet.

        Wem gelingt am Ende der allgemeinbildenden Sekundarstufe I ein nahtloser Übergang in eine vollqualifizierende Berufsausbildung, und wer beschreitet anderweitige (Bildungs-)Wege? Anhand der Startkohorte 4 des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden Übergangsmuster von Schulentlassenen der Sekundarstufe I im Längsschnitt analysiert sowie die theoretischen Entstehungsmechanismen sozialer und migrationsbezogener Bildungsungleichheiten empirisch geprüft. Hierbei fragt der Autor, in welchem Maße Ungleichheiten in den Übergangsverläufen der Jugendlichen auf herkunftsbedingte Ressourcen der Familie, primäre und sekundäre Herkunftseffekte sowie auf herkunftsspezifische Bildungserwartungen und -ansprüche des sozialen Umfeldes zurückzuführen sind. Die Befunde zeigen, dass rationale Bildungsabwägungen und soziale Bezugsgruppeneinflüsse maßgeblich den Übergangsverlauf von Jugendlichen beeinflussen, aber auch im beträchtlichen Maße zur Erklärung von Ungleichheiten beitragen. Durch das Aufdecken ungleichheitsrelevanter Mechanismen werden bestehende Theorien hinsichtlich ihres Geltungsanspruchs überprüft und verschiedene Erklärungsansätze zusammengeführt. Zugleich bieten die Befunde Anknüpfungspunkte für bildungspolitische Diskussionen über Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung sozialer und migrationsbezogener Ungleichheiten beim Übergang in Ausbildung und weiterführende berufliche Schulen.

        Wie können Lehrkräfte die Berufsorientierung und -wahl in gewerblich-technischen Berufen strukturieren und begleiten? Darüber informieren die Beiträge des Tagungsbandes der Arbeitsgemeinschaft Gewerblich-Technische Wissenschaften und ihre Didaktiken (gtw).

        Die Themen reichen von der Berufsorientierungsphase in allgemeinbildenden Schulen bis zu Entscheidung für ein technisches Berufsfeld. Ein weiterer Schwerpunkt ist die aktuelle Situation der Lehrerbildung für das Lehramt an beruflichen Schulen und Möglichkeiten der Lehrkräftegewinnung. Die Bestandsaufnahme internationaler Entwicklungen in der Konzeption der Berufsbildung runden den Band ab.

         

         

        Bildung in der digitalen Welt

        Die Corona-Pandemie hat das deutsche Bildungssystem vor Herausforderungen gestellt. Es wurde offensichtlich, dass besonders die Infrastruktur Defizite aufweist, wie z. B. die mangelhafte Digitalisierung unserer Schulen. Mit Blick auf die kommenden Monate und den Rest der Dekade ist noch vieles zu leisten. Was brauchen wir für unsere Zukunftsfähigkeit als Gesellschaft? Auf welche Kompetenzen kommt es beim digitalen Lernen an? Welche Formen des Lernens sind künftig wichtig? Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat das Diskussionspapier “Die Schule von morgen gestalten – ein Diskussionspapier zum Digitalen Lernen” herausgebracht. Es skizziert den Status quo und zeigt auf, auf was es bei digitaler Bildung jetzt ankommt. 

        Aus dem Vorwort:

        Schulleitungen sind seit Beginn der Pandemie ununterbrochen als Krisenmanagerinnen und -manager im Einsatz. Die Anforderungen an sie wechseln seit März letzten Jahres im Wochentakt. Und oft genug wurden sie vor Ort für Dinge verantwortlich gemacht, die sie nicht einmal im Ansatz beeinflussen konnten. Der rechtlich abgesicherte Einfluss von Schulleitungen ist längst nicht so groß, wie viele denken. Es ist an der Zeit, dies zu ändern und die Leitungsaufgaben mit echten Verantwortungen und Zuständigkeiten zu hinterlegen. (…)

        Um die Reformbedürftigkeit der Fortbildung und Professionalisierung von Schulleitungen wissen im Grunde alle Bundesländer. Notwendig ist ein Perspektivwechsel: weg vom Feldherrenhügel eines Ministeriums, das den Schulleitungen sagt, was und wie sie sich fortzubilden haben, hin zu einem an den Bedarfen orientierten Angebot. Wenn die Länder bereit wären, diesen Perspektivwechsel nachzuvollziehen, würden sich die Angebote für Fortbildung stark verändern und es würde gleichzeitig deren Akzeptanz steigern. (…)

        Als Kernbeitrag dieses Magazins finden Sie (…) einen Überblick über die Professionalisierungsstrukturen für schulische Führungskräfte in ausgesuchten internationalen Ländern. Prof. Dr. Pierre Tulowitzki von der PH Nordwestschweiz hat mit seinen Kolleginnen eine entsprechende Expertise verfasst, die wir Ihnen in Kurzform mit diesem Heft präsentieren.

         

        Zu guter Letzt …

        Weiterhin empfehle ich einen Blick in die beiden im Hochschulbereich angesiedelten Publikationen. Sie enthalten viele transferfähige  Anregungen für das pädagogische Personal von Schulen …

        Wer sich von der englischen Sprache nicht abschrecken lässt, hier zwei sehr empfehlenswerte Veröffentlichungen:

          Und schließlich, wer zurückliegende Ausgaben nachlesen möchte:

          Ich halte die Augen weiterhin offen …

           Stay tuned 

           Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

           

          Buch- und Lesetipps (2. Quartal 2021)

          Bevor sich nun mein Blog in die Sommerpause verabschiedet, gibt es einiges an Lesefutter. Denn auch in diesem zweiten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

          • Schulleitung,
          • Lehrkräfte,
          • Hochschullehrende und last but not least:
          • Bildungspolitiker*innen.

           

          Schule in der digitalen Welt: Broschüren

          Wenn auch für den Lehrplan in Baden-Württemberg vorgesehen, kann es dennoch als Vorlage für alle Grundschulen Deutschlands (und darüberhinaus) dienen. Denn: Die Vorlage kann wegen der CC0-Lizenz komplett verändert werden. Vor allem die kindgerechten Bilder laden zur einer Mehrfachverwetung ein. Das Landesmedienzentum schreibt:

          (…)

          Dieses Medienheft begleitet Kinder beim Erwerb der Kompetenzen, die für einen altersgemäßen verantwortungsvollen Umgang mit Medien angemessen sind. Es bietet einen differenzierten Einblick in die verschiedenen Kompetenzbereiche und hilft Ihren Kindern dabei, den eigenen Lernerfolg in einzelnen Lernschritten wahrzunehmen und zu dokumentieren.

          So sehen auch Eltern zu Hause, was Ihr Kind bereits gut kann und worauf es noch besonders achten sollte.

          Bleiben Sie  auch als Eltern mit Ihrem Kind im Gespräch über Medien – es lohnt sich!

          Der MINT Zirkel ist die Plattform zum fächerverbindenden Unterricht und für Projekte mit Bezug zur Berufs- und Lebenswelt. Die Lehrerzeitung stellt Lehrkräften Unterrichtsbeispiele mit Praxisbezug vor und öffnet den Blick für neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Zudem bietet der MINT-Markt aktuelle Informationen zu Veranstaltungen, Lehrmitteln, Publikationen und Projekten. Die Lehrerzeitung erscheint vier Mal im Jahr.

          Man kann kostenpflichtig eine Printversion und kostenfrei die digitale Version beziehen.

           

          Unter dem Motto “Das Plus für Schulen” stellt die Juniausgabe des Magazins „Austausch bildet“ das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ in den Mittelpunkt. Die Beiträge zeigen, wie allgemeinbildende Schulen und die frühkindliche Bildung von der neuen Programmgeneration Erasmus+ bis 2027 profitieren können und welche Erfahrungen Schulen und Kitas mit dem Austausch in Europa sammeln. In Interviews und Berichten geht es außerdem um die digitale Praxis im internationalen Schulaustausch, die diesjährigen „ErasmusDays“ und die Erfahrung von Studierenden im FSA-Programm.

           

          Ich denke, so wie Alessa Rhode und Xalteva Gonzales es beschreiben, ging es vielen Lehrkräften in den Schulen:

          Und dann kam Corona und plötzlich ist Begegnung in Präsenz eine Gefahr und in großen Gruppen erstmal nicht mehr möglich. In der Bildungsarbeit beim ICJA waren wir zu dem Zeitpunkt weder digital affin noch besonders fit. Unsere Schwerpunkte lagen in anderen Bereichen. Und doch erschien die einzige Alternative der digitale Raum… In den ersten Wochen haben verschiedene Kolleg*innen in Panik wild zu dem Thema gegoogelt, dann wurde das Ganze koordiniert, Bedarfe abgefragt und erste digitale Seminartools ausprobiert.

          Wir haben im Rahmen des Projekts „Digitale Strategien für Globales Lernen“ (…) Workshops zur Qualifizierung besucht, uns auf Konferenzen ausgetauscht und Erkenntnisse in der Praxis erprobt. Unsere Erkenntisse, Lernerfolge und Praxiserfahrungen sind in diesem Leitfaden zusammengefasst. Er ist also keine wissenschaftliche Expert*innenstudie zu digitalem Lernen, sondern eine Erfahrungssammlung vom Sprung in die digitale Seminararbeit im Bereich Globales Lernen. Wir hoffen, dass er anderen beim Springen und Durchführen von Bildungsarbeit im Digitalen eine Hilfestellung oder Inspiration sein kann.

          Der Medienpädagogik Praxisblog hat das Buch rezensiert und kommt abschließend zu folgendem Fazit1:

          Der Globital Leitfaden überzeugt mit Übersichtlichkeit und einer einwandfreien Strukturierung. Zu fast allen Themen gibt es schöne Beispiele in Form von Bildern, die gerade für Einsteiger*innen eine Veranschaulichung sein können. Für jemanden, der noch nie mit Online-Tools gearbeitet hat, kann es durchaus sehr hilfreich sein, durch solche Visualisierungen ein paar Inspirationen zu gewinnen. Insgesamt ist der Leitfaden durch zahlreiche, liebevoll gestaltete Grafiken sehr ansprechend gestaltet. Was den Leitfaden auch empfehlenswert macht: Es ist für jeden etwas dabei! Viele Abschnitte können von Leuten mit vielen Vorerfahrungen im Bereich der digitalen Seminargestaltung übersprungen werden, aber einige Dinge sind sicher auch neu. Wenn es nicht die Themenblöcke zu verschiedenen technischen Grundlagen sind, dann sind es vielleicht die Themenblöcke zum Umgang mit sensiblen Themen in einem digitalen Seminarkontext, die vielleicht sogar dazu führen, auch das eigene Handeln zu reflektieren. 

           

          Digitale Bildung bedeutet, dass Kinder nicht nur lernen, ein einzelnes Programmsystem zu bedienen, sondern nachhaltig in die Lage versetzt werden, mit digitaler Technik mündig, ganzheitlich und kompetent umzugehen.
          Politiker.innen, kommunale Entscheidungsträger.innen und Schulleitungen sind aufgefordert, die digitale Bildung in den Schulen voranzutreiben. Dies bleibt leider viel zu oft an einzelnen Lehrkräften oder Eltern hängen und kann nicht die Lösung sein. Es geht nicht darum, Digitalisierung als Allheilmittel einzusetzen. Digitalisierung bedeutet nicht, dass Lehrkräfte und Inhalte ersetzt werden. Aber Digitalisierung ist mehr als der Einsatz von Hardware und Software. Wer gute digitale Bildung will, setzt auf Medienkompetenz, Partizipation und lebenslanges Lernen mit geeigneten digitalen Werkzeugen. Dafür muss die Politik attraktive Bedingungen schaffen und fördern.

          In der Basisversion (digital) enthält das Bildungspaket wichtige Informationen und Basistexte:

          Digitale Bildung – 10 Leitlinien, um Schule frei und ganzheitlich zu gestalten (10 Leitlinien) (S.5)
          Freie Software an Schulen (S. 14)
          Geeignete Schulsoftware (Auswahl) (S. 17)
          Übersicht datenschutzfreundlicher Anwendungen (S. 21)
          Übersicht mit hilfreichen Infos, Links und Materialien

          Aus dem Editorial:

          (…) Wäre es nicht toll, wenn Schulen mehr einem Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt gleichen würden als einer preußischen Kaserne oder in seiner Bauweise einem Krankenhaus? Ist das nicht eine wünschenswerte Vision: Von der Dino- zur Raketenschule, in der die jungen Menschen regelmäßig gefragt werden, was sie wirklich interessiert? (…) Weil die Dinos zu träge und wenig anpassungsfähig waren, reichte ein Kometeneinschlag für ihr Aussterben. (…) Corona hat uns getroffen – wie ein Komet, der aus dem Nichts kam.

          Agile Schulen gab es auch schon vor Corona, ihre Zahl langsam, aber stetig steigend. Die agilen Schulen haben sich auch vor der Pandemie nicht als Wissensfabriken, sondern als Orte der Begegnung und des Begreifens verstanden:

          Die Universitätsschule Dresden (S. 28) ist ein solcher Ort. Dort verzichtet man auf kollektive Schulferien zugunsten von individuellem Urlaub, weil Lernen zwar co-kreativ stattfindet, im Kern aber als selbstorganisierter Prozess verstanden wird.

          Und da die Raketenschulen neue Formen der Leistungsbewertung und des Feedbacks benötigen, forscht man dazu auch an der TU Dortmund (S. 6).

          Der derzeitige Distanz- und Hybridunterricht erweitert dabei in den Raketenschulen das didaktische Portfolio und ist mehr als eine Notlösung – Impulse dazu geben

          Dr. Wanda Klee: Impulse für das Lernen auf Distanz (S. 10),

          Dr. Patrick Bronner: Digitaler (Fern-) Unterricht – Wirkungsvoll, kompetenzorientiert und personalisiert (S. 18) oder

          die Montag Stiftung: lernlog – selbstorganisiertes Lernen fördern und digital begleiten (S. 26).

          Weiterhin liefern die Studierenden der Hochschule der Medien Stuttgart mit ihren Semesterarbeiten zum Thema „Wie kann das Lernen in Schulen in Zukunft gestaltet werden?“ (S.32)

           

           

          Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

           

           

          Innerhalb der Gruppe „Jugendliche“ gibt es große Unterschiede in Nachrichteninteresse und Nutzungsverhalten, fand die o.g. Studie heraus. Erstmals schlüsselt eine Studie derart präzise und differenziert auf, wie junge Menschen innerhalb der Altersgruppen der Jugendlichen (14-17 Jahre) und der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) mit Nachrichten umgehen. #UseTheNews wurde initiiert von dpa und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien und durchgeführt vom Leibniz-Institut für Medienforschung. Die Ergebnisse wurden am 28. April 2021 beim Mediendialog Hamburg vorgestellt und diskutiert.
           
          Deutlich wird, dass es wenig Sinn macht, alle jungen Menschen über einen Kamm zu scheren. Denn auch, wenn Viele häufig Social Media nutzen, so muss das nicht automatisch bedeuten, dass sie nicht an Nachrichten interessiert sind. Denn einige lesen zusätzlich eine Tageszeitung oder nutzen Nachrichten-Websites. Manche haben großes Interesse an Informationen über private Interessensgebiete, andere verlangt es nach Nachrichten über die Welt oder zum Klimaschutz. Je nach Kombination von Nachrichteninteresse, der Dauer der Nutzung entsprechender Angebot und der Relevanz, die journalistische Angebote für junge Menschen haben, lassen sich innerhalb einer Alters- und Bildungsgruppe vier verschiedene Nachrichtentypen unterscheiden.

           

          • Fridrun Freise, Mirjam Schubert, Lukas Musumeci, Mascha Jacoby (Hg.): Writing Spaces

          Ich bin nicht sicher, ob sich die Erfahrungen, Ergebnisse in der Schulwelt nutzen lassen. Vielelicht als Berufsvorbereitung in Universität und Ausbildungsbetrieben? Im Teaser des Verlags heißt es:

          Der Sammelband fasst die Beiträge der Tagung “Writing Spaces” in Hamburg zusammen. Schreiben an Universitäten findet in unterschiedlichen Räumen und Verortungen statt. Raum als Konzept und Methode lässt sich auf die Schreibwissenschaft und Schreibdidaktik anwenden. Unterschiedliche Schreibräume werden in den Beiträgen untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt: disziplinär und transdisziplinär, physisch und virtuell sowie institutionalisiert und frei organisiert.

          Die Autorinnen und Autoren nutzen das Raumkonzept, um gelingende Schreibzentrumsarbeit und didaktische Konzepte vorzustellen und zu diskutieren. Daraus ergeben sich neue Perspektiven und Forderungen für die Ausgestaltung von Schreibzentren und schreibdidaktischer Arbeit.

           

          • Brigitte Berendt, Andreas Fleischmann, Niclas Schaper, Birgit Szczyrba, Matthias Wiemer, Johannes Wildt (Hrsg.): Neues Handbuch Hochschullehre mit (u.a.)

          Seit gut 20 Jahren haben (Hochschul)Praktiker*innen für Praktiker*innen ihre Konzepte und Erfahrungen aufgeschrieben und damit ihr Handlungswissen und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht, zur Diskussion gestellt und damit zur Nachahmung sowie Weiterentwicklung angeregt. Mit ihrer Expertise haben sich dabei auch viele Hochschuldidaktiker*innen und Angehörige anderer Berufsgruppen, deren Aufgabe es ist, zur Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre beizutragen, eingebracht.

          Mit dieser Jubiläumsausgabe, einerseits eine Standortbestimmung nach 100 Ausgaben, andererseits ein Ausblick auf (mindestens!) 100 weitere, hoffen wir, anregende Impulse zu vermitteln und gerade auch Neueinsteiger*innen einen Überblick über den Stand und die Perspektiven der Hochschullehre (und des „Neuen Handbuchs Hochschullehre“) zu geben. Daher ist diese Ausgabe auch noch in einer weiteren Hinsicht eine besondere: Hier, auf www.duz-open.de, der Open-Access-Plattform des DUZ Medienhauses, steht die digitale Fassung zum kostenfreien Download bereit.

          Für Schulen halte ich u.a. die beiden folgenden Beiträge für lesenswert:

          – Überlegungen zur didaktischen Gestaltung von Präsenz- und Onlinelehre im Beitrag „Hochschullehre im digitalen Wandel“ (ab S. 23)

          – Kompetenzorientiertes Prüfen. Grundlagen, präsenz- und onlinegestützte Formate, Bewertung und Rückmeldung kompetenzorientierter Prüfungsleistungen (ab S. 95)

           

           

          Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

          Die vbw Studie wurde vom Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München erstellt. In der Studie werden der aktuelle Stand und Entwicklungstendenzen der digitalen Bildung an den Grundschulen und weiterführenden Schulen in Bayern vor und während der Corona-Pandemie untersucht. Im Fokus stehen dabei der digital gestützte Unterricht und seine Voraussetzungen.

          Handlungsempfehlungen

          Digitale Medien müssen selbstverständlicher Bestandteil des Unterrichts sein, die Qualität der digitalen Bildung deutlich verbessert und die Medienkompetenz und digitale Souveränität der Lehrkräfte und Schüler*innen ausgebaut werden. Auf Basis der Studienergebnisse werden zwölf Handlungsempfehlungen abgeleitet. Darunter:

          Eine robuste und flächendeckende digitale Grundausstattung der Schulen mit Endgeräten und digitaler Infrastruktur ist für einen anspruchsvollen Einsatz digitaler Medien auch im Präsenzunterricht vonnöten; dementsprechend sollte ihr weiterer Ausbau forciert und ihre Nachhaltigkeit sowie Weiterentwicklung gesichert werden.

          Die Qualifizierung der Lehrkräfte für ihre Aufgaben in einer digitalen Schule sollte über alle Phasen der Lehrerbildung hinweg noch systematischer verankert werden. Ansätze dazu sind in der ersten Phase des Lehramtsstudiums bereits vollzogen, jetzt geht es darum, den entsprechenden Akteuren der Lehrerbildung an den Universitäten die dazu notwendigen Ressourcen nachhaltig bereitzustellen. Die Verankerung der digitalen Bildung in der zweiten Phase der Lehrerbildung (Referendariat) sollte sich auch in der entsprechenden Prüfungsordnung (LPO II) als einem maßgeblichen Instrument der Output-Steuerung niederschlagen.

          Im digitalen Unterricht können sich soziale Benachteiligungen aufgrund der medien-technischen Ausstattung der Schüler*innen sowie ihrer Lernsituation zuhause einstellen und verschärfen; diese Benachteiligungen müssen gezielt ausgeglichen werden.

           

             

            Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

            Das Thema Datenschutz an Schulen ist durch die Corona-Pandemie deutlicher denn je in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Vor allem der pandemiebedingte Fernunterricht und die damit einhergehende Nutzung digitaler Anwendungen wie Lernplattformen und Lernapps führt unweigerlich zu zahlreichen datenschutzrechtlichen Fragen und Herausforderungen für Schulleitungen und Lehrkräfte: Welche Software darf wie genutzt werden? Welche Endgeräte können eingesetzt werden und was muss bei der Einrichtung beachtet werden? Welche Einverständniserklärungen der Eltern müssen wofür vorliegen? (…)

            Im Auftrag des Forum Bildung Digitalisierung hat der Think Tank iRights.Lab Impulse zur Entlastung und Unterstützung von Schulen in Datenschutz-Fragen erarbeitet. Das Impulspapier „Datenschutz und digitale Schule“ stellt die aktuelle Ausgangslage sowie datenschutzrechtlichen Herausforderungen dar, skizziert mögliche Lösungsansätze und gibt Empfehlungen, wie Schulen im Bereich des Datenschutzes entlastet, aber auch als zukunftsfähige Bildungseinrichtungen in einer Kultur der Digitalität gestärkt werden können.

             

             

            Schule in der digitalen Welt: Berufsorientierung

            •  Bundesagentur für Arbeit, SchuleWirtschaft Deutschland: Handicap … na und? Berufs- und Studienorientierung inklusiv gestalten. Ein Leitfaden

            Aus dem Vorwort:

            Berufs- und Studienorientierung ist für alle Jugendlichen eine wichtige Vorbereitung, damit der individuelle Übergang von der Schule in den Beruf gut gelingt. Der vorliegende Leitfaden will dazu beitragen, dass dieser Übergang erfolgreich gestaltet werden kann. Die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention eröffnet allen Kindern und Jugendlichen das Recht auf gemeinsame Bildung – unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben oder nicht. Berufsorientierung ist ein entscheidender Bestandteil dieses Bildungsanspruchs.
            Entwickelt aus der Praxis für die Praxis ist dieser Leitfaden kein Handbuch zum Umgang mit jungen Menschen mit Behinderung: Vielmehr will er allen Beteiligten Mut machen, junge Menschen mit und ohne Handicap auf ihrem Weg in das Berufsleben zu unterstützen und sie zu begleiten. Handlungsleitend ist dabei die Grundidee, allen Jugendlichen in gleicher Qualität eine stärkenorientierte, auf den individuellen Unterstützungsbedarf des Einzelnen ausgerichtete Berufsorientierung anzubieten. Dieser Anspruch ist hoch und trifft alle Partner am Übergang von der Schule in den Beruf. Es entlastet zu wissen, dass bei jedem Einzelfall immer auch die Expertise von Fachleuten hinzugezogen werden kann und zum Teil sogar in Anspruch genommen werden muss, um eine gezielte, individuelle und damit erfolgreiche Gestaltung inklusiver berufl icher Orientierung zu erreichen.
            (…) Einfache Rezepte gibt es dabei nicht, aber es gibt gute Praxisbeispiele, Tipps, Checklisten sowie hilfreiche Weblinks, Arbeitshilfen und Materialien zur inklusiven Berufsorientierung. (…) Dabei haben wir uns auf den Übergang in Ausbildung und Arbeit konzentriert. Alle Beispiele lassen sich jedoch auch auf den Sekundarbereich II übertragen. Ausgewählte Beiträge sollen Sie zum Nachahmen und Weiterentwickeln anregen.

             

             

            Bildung in der digitalen Welt

            Die Corona-Pandemie beschleunigte im Jahr 2020 die digitale Transformation unseres Bildungssystems ungemein. Gemeinsam mussten alle Akteure im Bildungssystem mit beeindruckender Schnelligkeit an neuen und innovativen Lösungen arbeiten, um die Schulen gut durch diese Zeit zu bringen. In der dritten Ausgabe von Plan BD laden wir dazu ein, über die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie zu reflektieren und Visionen und Ideen für die Zukunft zu entwickeln. In vier Dossiers widmen sich die Beiträge den zentralen Themen, die unser Bildungssystem derzeit umtreibt: Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe, Inklusion und Lehrkräftebildung. Dabei entstanden ist ein inspirierender, facettenreicher und multiperspektivischer Blick auf die digitale Transformation des Bildungssystems – auch für die Zeit nach der Pandemie.

             

            Zu guter Letzt …

            Abschließend noch ein Thread, der (Lese)Tipps zum Thema #Achtsamkeit ausweist, einem Aspekt mit ganz sicher hoher Relevanz für den Beginn des kommenden Schuljahres (einfach auf das Twittericon klicken):

             

            Mit diesem Blogbeitrag verabschiede ich mich in die Sommerferien. Ich wünsche allen Bildungs- und Schulengagierten zunächst einmal Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

            Wer zurückliegende Ausgaben nachlesen möchte:

            Ich halte die Augen weiterhin offen …

             Stay tuned 

             Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

             

            Digitale Bildungsformate: Tools im Praxiseinsatz

            Der sehr umtriebige Visual Ink Publishing Verlag mit seinem Inhaber Benjamin Wolba hat wieder „zugeschlagen“: Christian Pfliegel hat eine OER Publikation verfasst, die über digitale Bildungsformate informiert. Eigentlich für die Organisation von Online Veranstaltungen gedacht, eignet sie sich genauso gut als Kompendium für den täglichen Unterrichtseinsatz, synchron wie asynchron. Doch der Reihe nach:

            Gastbeitrag: Ein Praxisbericht

            Mit dem Praxisbericht EINE SCHÜLERZEITUNGSREDAKTION – GEHT ONLINE geht es los. Miriam Zöllich stellt im Rahmen eines Gastbeitrags ein Projekt vor, das allein es sich lohnt nachzulesen:

            Im Auftrag der Hanns-Seidel-Stiftung konzipierte ich gemeinsam mit meiner Co-Referentin Christina Metallinos ein Online-Coaching für Schülerzeitungsredaktionen, das mit der innfloh-Redaktion des Ruperti-Gymnasiums in Mühldorf am Inn erstmalig erprobt wurde. Teilgenommen haben 15 Schülerinnen und Schüler zwischen der fünften und der zwölften Klasse, also zwischen elf und 18 Jahren. Einige von ihnen waren neu im Team und hatten auch wenig Vorwissen, was journalistisches Arbeiten angeht. Die Herausforderungen an uns als Seminarleiterinnen waren also

            • der unterschiedlichen Altersstruktur gerecht zu werden und das Coaching auch für jüngere Kinder abwechslungsreich zu gestalten
            • den unterschiedlichen Kenntnisstand zu berücksichtigen und
            • ein dynamisches und produktives Arbeiten in einem noch jungen Team anzuregen.

            Ähnlich wie bei den Präsenzseminaren wollten wir den Schüler:innen ermöglichen, die Arbeit einer Redaktion möglichst authentisch zu erleben. Damit die Nachwuchsjournalist:innen am Ende des dreitägigen Seminars auch ein Ergebnis ihrer Arbeit sehen, haben wir gemeinsam einen Blog als Online-Magazin erstellt und mit Artikeln und Informationen befüllt. Zum Einsatz kamen außerdem Miro-Boards und Zoom-Konferenzen als digitale Tools, die an den journalistischen Redaktionsalltag angelehnt sind beziehungsweise auch tatsächlich derzeit von vielen Redaktionen aufgrund der Corona-Pandemie in der Praxis genutzt werden.

            (…)

            Fazit:

            Binnen dreier Tage haben die Kinder und Jugendlichen dem Blog mit mehr als 30 Artikeln Leben eingehaucht. Das Online-Magazin ist zu einem greifbaren Produkt der gemeinsamen Arbeit in der Schülerzeitungsredaktion gewachsen. WordPress als kollaboratives Tool ist zwar im Grunde sehr vielschichtig und mit einem gewissen Arbeitsaufwand für die Seminarleitung im Vorfeld verbunden, kann aber mit den entsprechenden Einstellungen für die Teilnehmer:innen des Seminars ohne große Vorkenntnisse genutzt werden. Ein besonderer Vorteil ist, dass auf dieser Plattform gleichzeitig alle nötigen Informationen und Lerninhalte zur Verfügung gestellt werden können. Präsentationen, Handouts, Mitschnitte, Übungen oder Links müssen also nicht per E-Mail verschickt werden, sondern sind jederzeit online abrufbar. In diesem Beispiel wurde WordPress zwar für ein Zeitungsseminar verwendet, doch das Tool lässt sich in vielen Seminaren und Coachings einsetzen, in denen gemeinsam Inhalte erstellt werden. Neben dem praktischen Nutzen hat die Erstellung eines Blogs auch einen motivierenden Effekt für die Teilnehmer:innen: das Gefühl, tatsächlich etwas erschaffen zu haben.

            Handbuch

            Mit diesem Bericht werden nun vom Autor Christian Pfliegel die Weichen für die Darstellung sinnvoller Bausteine gelegt: von Werkzeugen zur Videobearbeitung, über Videokonferenztools (Wonder, Zoom), Präsentations (Canva)- und Interaktionstools (H5P) bis hin zu Hinweisen im Umgang mit OER Material. Alles wird praxisnah durch Tipps und Links beschrieben.

            Und, auch das immer wieder in den sozialen Netzwerken angefragt: Welche Hardware eignet sich eigentlich? Von Ton, über Licht, Kamera bis hin zu Greenscreen, alles bekommt seinen Raum.

            So auch theoretische Grundlagen. Einleitend mit Hinweisen zum digitalen Lernen. Neu dürfte für viele das von Pfliegel entwickelte ADDIE- Modell sein. Hinter dem Akronym verbirgt sich ein Design- Modell aus:

            • Analyse: Vor Beginn der eigentlichen Konzeption ist zu ermitteln, welchen Zweck oder Bedarf das Projekt erfüllen soll und wer die Adressat:innen sind. Didaktische Mängel in Lehrveranstaltungen sind häufig auf defizitäre Analysen der Zielgruppe zurückzuführen. –
            • Design: In dieser Phase werden die Lehrziele bereits so verbindlich formuliert, dass diese später sehr konkret überprüft werden können.
            • Develop: In diesem Schritt werden die Inhalte und Medien produziert und die benötigte Plattform wird angelegt. 
            • Implementierung: Die entwickelten Inhalte, Materialien und Medien werden in konkreten Bildungskontexten eingesetzt bzw. eingeführt und etabliert. Dieser Schritt ist die eigentliche Durchführung des Projekts.
            • Evaluation: Ein wichtiger Schritt ist die abschließende Evaluation des Projekts. Diese dient zum einen dazu, Probleme in der praktischen Umsetzung zu identifizieren und zum anderen der Messung, ob die Lehrziele, die in der Konzeptionsphase festgelegt wurden, überhaupt erreicht sind.

            Eine Besonderheit des ADDIE-Modells sei, so der Autor, dass nach jedem Entwicklungsschritt eine Evaluation erfolgt, die dann in die weitere Konzeption einfließt.  ?

            Pfliegel setzt sich abschließend mit gängigen Kommunikationsmodellen auseinander. Auch wenn der Autor eingangs beschreibt, dass er sich auf theoretische Ansätze konzentrieren würde, hätte ich dem Band eine praxisnähere Auseinandersetzung mit diesem sehr wichtigen Thema gewünscht. Vielleicht eine Anregung für eine spätere Auflage?

            Das sehr empfehlenswerte Buch kann über den Verlag in einer kostenfreien E-Book- Variante und in einer Printversion bezogen werden.

            Bildnachweis: @pixabay, in einer Bearbeitung durch Daniela Denk und Julian Lendler.

             

             

             

            Themenhefte: Deutsch – Raspi – Coding – iPad

            In meinem heutigen Blogpost möchte ich mit Tobias Hübner eine Lehrkraft vorstellen, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Geisteswissenschaften und Technik näher zusammenzubringen. Die ZEIT Online Redaktion schreibt weiter1:

            Im Rahmen eines Förderprojekts für begabte Schüler hat Deutschlehrer Hübner schon mit eine KI trainiert, zu erkennen, ob eine menschliche Hand Schere, Stein oder Papier zeigt. Im Deutschunterricht bespricht er Narrative aus Computerspielen. Eines seiner neuesten Projekte ist eine Unterrichtsreihe zum Roman Zero des österreichischen Schriftstellers Marc Elsberg. In dem Krimi geht es unter anderem um Netzaktivisten, Datenschutz und Hacker. Diese nutzen immer wieder einen Minicomputer namens Raspberry Pi, den es auch in Wirklichkeit gibt. Hübners Schüler*innen lesen immer ein Kapitel des Romans und lösen dann dazu passende Aufgaben, manche davon mit einem solchen Raspberry Pi. Mal sollen sie per Tabellenkalkulation Daten über ihr Social-Media-Verhalten analysieren, mal in Python einen eigenen Chatbot programmieren. (Übrigens gibt es dazu auch ein Lehrer*innenheft. Einfach eine Mail an den Autor.)

             

            Neben klassischen Deutschunterrichtthemen wie sprachliche Mittel, Inhaltsangaben und Textanalyse thematisiert er anhand der Lektüre unter anderem Open-Source-Software, Verschlüsselungsmechanismen und Heideggers Position zu Technologie. „Meine Idee ist es, (…) Informatik zu verbinden mit gesellschaftlichen Fragen, mit Kunst und Literatur und dadurch den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, was das alles mit ihrem Leben zu tun hat, das ist auch die große Chance des Medienkompetenzrahmens.

            Das ist doch eine gute Gelegenheit, ein fächerübergreifendes Unterrichtsangebot zu gestalten (Deutsch – Informatik/ Physik), oder?

            Update (4.11.2021): Die ARD Mediathek bietet bis zum 03.02.2022 die gleichnamige Romanverfilmung an.  

            Weiterhin bietet er in seiner Schule eine Computer AG an, an der offensichtlich Jung und Alt Gefallen finden, wie ein Fernsehbeitrag im ZDF Morgenmagazin zeigt. Tobias Hübner erstellt – auch mit Unterstützung seiner Schüler*innen – regelmäßig sogenannte Themenhefte, mal für Nerds und Freaks, mal – s. o. mit Bezug zu den Geisteswissenschaften. Eine Übersichtsseite fasst seine Themenheftsammlung zusammen.

            Die Hefte sind in allen gängigen Formaten zu Verfügung: pdf, pages und doc abrufbar. Änderungen, Ergänzungen stehen unter der OER Lizenz CC BY SA.

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