Gedanken zum Tag der Handschrift

Der Tag der Handschrift ist ein jährlich stattfindender Tag, der das Schreiben mit der Hand und die Bedeutung von Handschrift in unserem täglichen Leben betont. Er findet in vielen Ländern am 23. Januar statt und wurde von der Internationalen Graphologischen Gesellschaft ins Leben gerufen, um auf die Wichtigkeit von Handschrift aufmerksam zu machen. Der Tag der Handschrift soll dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Vorteile zu schärfen und die Wertschätzung für Handschrift zu fördern.

Handschrift ist eine wichtige Fähigkeit, die die Feinmotorik, die Konzentration, die Kreativität und die persönliche Ausdrucksfähigkeit unterstützt. Handschrift hat in verschiedenen Bereichen des Lebens wichtige Anwendungen:

  • Schule: Handschrift ist in der Schule von großer Bedeutung, da Schüler viel schreiben müssen, um ihre Gedanken und Ideen festzuhalten. Eine saubere und lesbare Handschrift ist wichtig, um Notizen, Aufgaben und Hausaufgaben gut lesen und verstehen zu können. Handschrift kann auch als kreatives Mittel eingesetzt werden, um Schriftzüge und Zeichnungen zu erstellen.
  • Beruf: Handschrift hat auch im Berufsalltag wichtige Anwendungen. In vielen Berufen müssen Menschen Briefe, E-Mails, Protokolle und andere Dokumente schreiben, die oft von anderen gelesen werden müssen. Eine saubere und lesbare Handschrift ist daher wichtig, um sich professionell und kompetent zu präsentieren.
  • Alltag: Handschrift hat auch im Alltag viele Anwendungen. Menschen schreiben oft Einkaufslisten, Notizen, Erinnerungen und andere Dokumente, die sie in ihrem täglichen Leben brauchen. Eine saubere und lesbare Handschrift ist wichtig, um diese Dokumente gut lesen und verstehen zu können.

Was sagt die Bildungsforschung?

    Laut STEP 2022, einer bundesweiten Studie im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), klagen 90 % der befragten Lehrkräfte über massive Probleme beim Schreiben. Schwierigkeiten bei der Schreibstruktur, im Tempo des Handschreibens sowie bei der Leserlichkeit sind die drei Hauptprobleme, die sich nach Angaben der Lehrkräfte durch den pandemiebedingten Distanz- und Wechselunterricht nochmals verstärkt haben. Die Jungen mit Schreibschwierigkeiten sind in der Pandemie weiter zurückgefallen. [1]https://www.vbe-bw.de/meldung/step-studie-2022-deckt-defizite-beim-handschreiben-auf/

    Analog – digital

    Die große Mehrheit der Lehrkräfte nimmt an, dass das Schreiben mit der Hand mehr Vorteile für ihre Schüler*innen mit sich bringt als das Tastaturschreiben. Wissenschaftlich ist das allerdings nicht bewiesen. Beide Techniken haben ihre Vorteile. Neurowissenschaftler wissen, dass Handgeschriebenes auf mehreren Ebenen im Gehirn gespeichert wird. Es gibt Hinweise darauf, dass das Schreiben mit der Hand zu besseren Gedächtnisleistungen führt und sich positiv auf die Entwicklung feinmotorischer und kognitiver Fähigkeiten auswirkt. Kein Wunder: Beim Handschreiben sind zwölf Hirnareale aktiv, mehr als 30 Muskeln und 17 Gelenke arbeiten zusammen. Per Hand verschriftlichter Inhalt wird durch das langsamere Handschreiben stärker durchdrungen, als wenn der gleiche Inhalt mit der Tastatur getippt wird.

    Geht es hingegen um schnelles Notieren, sind geübte Maschinenschreiber im Vorteil. Insbesondere schwache Handschreiber können vom Tastaturschreiben profitieren, sagt Professor Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln. Laut des Faktenchecks “Handschrift in der Digitalisierten Welt” des Mercator-Instituts hätten Schüler*innen in Untersuchungen, die Computer und Programme zur Textverarbeitung einsetzten, längere, sprachlich richtige und inhaltlich sinnvollere Texte verfasst. Michael Becker-Mrotzek weiter:

    Auf Grundlage der bisherigen Forschungsergebnisse ergibt es keinen Sinn, das Handschreiben und Tastaturschreiben gegeneinander auszuspielen. Anstatt die Entweder-oder-Frage zu stellen, sollten Lehrkräfte besser beide Techniken fördern und fordern.

    Viele Didaktiker*innen gehen also davon aus, beides – Handschreiben ebenso wie das Schreiben in Digitalmedien – zu schulen. So auch Prof.’in Julia Knop, Inhaberin des Lehrstuhls für Fachdidaktik Deutsch an der Universität des Saarlandes. Sie erforscht digitale Lehr- und Lernprozesse im Deutschunterricht und untersucht dabei, wie Schreiben und Lesen vernetzt gefördert werden kann, analog und digital zugleich. [2]https://www.br.de/nachrichten/wissen/internationaler-tag-der-handschrift,RoJncAJ

    Eine nachhaltige Förderung der Schreibfähigkeit sorgt gemäß den Forschungsergebnissen für eine Unterstützung der Feinmototrik, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Ausdrucksfähigkeit. Darüber hinaus werden ergänzend genannt:

    • Verbesserung des Gedächtnisses: Studien haben gezeigt, dass das Schreiben mit der Hand das Gedächtnis verbessert, da es die Verbindung zwischen dem visuellen, auditiven und motorischen Gedächtnis stärkt.
    • Verbesserung der Lesefähigkeiten: Studien haben gezeigt, dass Kinder, die mit der Handschrift unterrichtet werden, besser im Lesen und Schreiben werden, als Kinder die nur am Computer unterrichtet werden.
    • Erleichterung der Emotionen: Schreiben mit der Hand kann auch dazu beitragen, Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten, da es eine intime und persönliche Art des Ausdrucks ist.
    • Erhaltung der Kultur: Schreiben mit der Hand ist auch ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und ist ein wichtiger Teil der menschlichen Geschichte.

    Tipps und Tricks

    Im zweiten Teil der STEP 2022- Studie zeigt sich zunächst, dass neun von zehn Lehrkräften, unabhängig von der Schulform, eine Förderung des Handschreibens als kontinuierliche Bildungsaufgabe über alle Klassenstufen hinweg für notwendig halten. Im Primarbereich wird dabei besonders auf individuelle Förderung gesetzt. Auch im Sekundarbereich halten die Lehrerinnen und Lehrer regelmäßiges Üben für sehr wichtig, obwohl die Lehrpläne dies nicht mehr vorsehen. Neben einem speziellen Schreibmotorik-Training sollte nach Ansicht der Lehrkräfte auch die Feinmotorik der Kinder und Jugendlichen geschult werden. [3]ebda.

    Es gibt zahlreiche evidenzbasierte und erfahrungsbasierte Tipps und Tricks, die die Handschrift verbessern helfen (Zusammenstellung mit Unterstützung von ChatGPT 😉):

    • Übung: Das Schreiben regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg ist der beste Weg, um die Handschrift zu verbessern. Man kann zum Beispiel täglich ein paar Minuten Zeit dafür einplanen, um zu üben.
    • Stifthaltung: Eine gute Stifthaltung ist wichtig, um eine saubere und lesbare Handschrift zu erreichen. Der Stift sollte zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden, wobei die Finger leicht gekrümmt sind.
    • Papierausrichtung: Eine richtige Papierausrichtung ist wichtig, um eine saubere Handschrift zu erreichen. Das Papier sollte waagrecht auf dem Tisch liegen und der Schreibende sollte sich in eine bequeme Position setzen.
    • Schriftgröße: Eine angemessene Schriftgröße ist wichtig für eine saubere Handschrift. Es ist wichtig, die Schriftgröße auf das Papier und den Platz zu passen.
    • Druck: Ein angemessener Druck ist wichtig für eine saubere Handschrift. Es ist wichtig, nicht zu fest und nicht zu locker auf das Papier zu drücken.
    • Schriftarten: Es gibt viele Schriftarten, die sich für eine saubere Handschrift eignen. Es ist wichtig, eine Schriftart zu wählen, die einem gefällt und mit der man gut umgehen kann.
    • Grafologie: Eine grafologische Analyse der Handschrift ist ein gutes Mittel, um die Handschrift zu verbessern.
    • Kurse: Es gibt Kurse, die speziell darauf abzielen, die Handschrift zu verbessern. Diese Kurse können helfen die Handschrift zu verbessern, indem sie spezielle Techniken und Übungen vermitteln.

    Schlussbemerkung

    Der heutige Tag der Handschrift ist ein Grund, ihre Handschrift zu feiern. Er könnte Sie und/ oder Ihre Schüler*innen dazu ermutigen, über die Vorteile des Schreibens mit der Hand nachzudenken und sich Zeit zu nehmen, ihre Handschrift zu verbessern und zu nutzen. Er könnte Lehrende und Lernende dazu aufrufen, die Handschrift als kreatives Mittel zu nutzen, um Schriftzüge und Zeichnungen zu erstellen oder als Mittel um Emotionen auszudrücken. Er könnte beide Gruppe dazu motivieren, die Handschrift weiterhin im täglichen Leben zu nutzen, um Gedanken und Ideen festzuhalten, um Kreativität und Ausdrucksfähigkeit zu fördern. Ganz so, wie der Verband Bildungs und Erziehung (NRW) in seinem Tweet zum Tag der Handschrift formuliert:

     

    Stay tuned

    Bildnachweis: zapCulture (Steven Weirather) @pixabay

    References

    References
    1 https://www.vbe-bw.de/meldung/step-studie-2022-deckt-defizite-beim-handschreiben-auf/
    2 https://www.br.de/nachrichten/wissen/internationaler-tag-der-handschrift,RoJncAJ
    3 ebda.

    Podcasts – Update & Buchrezension

    Heute gibt es mal wieder was auf die Ohren. Es geht um das Thema „Podcast(ing)“ 🎤. Ich habe bereits im Mai diesen Jahres viele Beispiele aus dem schulischen Umfeld vorgestellt. In dem heutigen Beitrag geht es erneut darum, wie man im schulischen Kontext

    • Podcasts nutzen kann,
    • wie man sie erstellt und
    • welche Produktionen sich lohnen, einmal reinzuhören.

    Neben aus der digitalen Welt recherchierten Empfehlungen stelle ich zunächst ein Buch vor, das einen Kompass (an)bietet und damit für eine Orientierung in diesem technologischen Dschungel sorgt. Aus dieser Publikation stammt ein Statement, das den Wert eines Podcasts wunderbar auf den Punkt bringt. Es kommt von Nele Heise, einer freien Hörfunkmitarbeiterin [1]In: Brigitte Hagedorn: Podcasting. mitp. Frechen. 2022, S. 12:

    Weil ich weiß, was es heißen kann, selbstbestimmt zu senden, in einem unabhängigen Umfeld, und auch die Rahmenbedingungen mit aushandeln zu können. Darin sehe ich eine der wichtigsten Funktionen von Podcasting: Es bietet einen Zugang zum öffentlichen Diskurs und ein Gefäß für gesellschaftliche Debatten, Meinungsbildung, Austausch. Und zwar eines, in dem nicht nur Reichweite zählt, sondern in dem Inhalte verhandelt werden, die in den gängigen Medien nicht bzw. kaum abgebildet werden. 

    Buchrezension

    Dieses Buch liegt bereits in der 3. Auflage vor. Damit stellt die Autorin sicher, dass es auf den aktuellen Stand gebracht ist. Auch wenn sie zurecht empfiehlt, immer auch zu schauen, ob Sie ein für Sie passenderes Angebot finden oder ob es bereits etwas Neues gibt. Der Verlag stellt das Buch so vor:

    In diesem Buch lernen Sie Schritt für Schritt alles, was Sie brauchen, um Ihren eigenen Podcast zu produzieren und auf Plattformen wie Spotify, Google Podcasts und iTunes/Apple Podcasts zu veröffentlichen. Dazu benötigen Sie kein technisches Vorwissen oder teures Equipment.

    Von den Grundlagen des Podcastings über die Konzeption und die Auswahl des Equipments bis hin zur Aufnahme bekommen Sie leicht verständliche Anleitungen und praktische Tipps an die Hand. Eine Einführung in das kostenlose Audioschnittprogramm Audacity® hilft Ihnen bei der Bearbeitung Ihrer Aufnahmen. Sie erfahren ebenfalls, wie Sie Ihren Podcast perfekt auf Ihre Zielgruppe abstimmen und wie Sie Ihre Inhalte mit verschiedenen Beitragsformen wie Interviews noch abwechslungsreicher gestalten.

    Darüber hinaus zeigt Ihnen die Autorin ausführlich, wie Sie Ihren Podcast veröffentlichen, möglichst viele Hörerinnen und Hörer erreichen sowie rechtliche Stolpersteine umgehen.

    Damit ist dieses Buch der ideale Begleiter auf Ihrem Weg in die Welt des Podcastings.

    Alles stimmt. Es bietet vor allem durch die gewählte Strukturierung einen Kompass, mit dem eine Orientierung für eine geplante Umsetzung gelingt. Was nicht hervorgehoben wird, mich aber als Lehrkraft besonders angesprochen hat, war Hilles Podcastkonzept (Kapitel 2). Es dient Schulen als Anleitung, wie Radio-AGs aufgebaut werden können; mit Podcasts, die aus dem Schulalltag berichten und dem Ziel, sich als Schule über diese Produktionen ein Profil zu geben. Und Audioexperimente durchführen, die Schülerinnen und Schüler Medienkompetenz vermitteln helfen.

    Auch das Kapitel 4 (Inhalt und Aufnahme) bietet zahlreiche Tipps, worauf Lerngruppen achten sollten. Es geht um Gestaltung und vor allem: Welche Sprache sich besonders eignet. Hier ein Auszug [2]ebda., S. 73:

    Texte, die nicht gelesen, sondern vorgelesen werden, müssen anders geschrieben werden, weil ein Leser den Inhalt anders aufnimmt als ein Hörer: Lesen wir einen Text, bestimmen wir selbst das Lesetempo, wir können Sätze noch mal lesen, im Text zurückblättern, Zusammenhänge zurückverfolgen. Das können Hörer alles nicht. Radio zum Beispiel ist ein lineares Medium, welches unaufhaltsam abläuft. Stoppen wir es, verlieren wir den Anschluss.
    Den Hörerinnen und Hörern fehlt außerdem die visuelle Orientierung, die die Leser durch das Layout, durch Satzzeichen, Absätze, Fotos und vieles mehr angeboten bekommen. Wenn die Hörer dem Inhalt eines Hörbeitrages nicht mehr folgen können, steigen sie aus. Lauschen Sie einem Hörbuch oder einem Podcast, können Sie im Prinzip »zurückspulen«, den Beitrag noch mal hören – aber mal ehrlich, wie oft macht man
    das? Und ist es nicht schöner, alles in einem Guss aufzunehmen und dabei auch auf Anhieb zu verstehen?
    Daher gilt beim Schreiben fürs Hören: Jeder Satz soll so geschrieben sein, dass man ihn auf Anhieb versteht!

    Und dann folgen Tipps zur Nutzung von Verben, Satzbau, Adverbien und Konjunktionen, Textaufbau u.v.m. Weil kurz und knackig gehalten, eignen sie sich zudem für den Aufbau einer Checkliste.

    Fazit: Das Buch hilft sicher für eine erste Orientierung. Es ist gut strukturiert. Antworten auf eigene Fragestellungen lassen sich schnell recherchieren. Darüber hinaus gefällt mir der feuilletonistische Ansatz mit den Interviews von zehn Fachfrauen und Fachmänner, die der Autorin zu den unterschiedlichen Themen jeweils drei Fragen beantworten. Diese Beiträge bereichern den Text um interessante Perspektiven und machen deutlich, wie umfangreich und vielschichtig das Thema »Podcasting« ist.

    Tipps aus der Edutwitter- Szene

    Herbert Hertramph (@_DigitalWriter_) hat kürzlich in einem Workshop des LMZ Stuttgart einige Tipps zur Technik gegeben, die ich in diesem Beitrag gerne weitergebe. Der Erste betrifft die Abschirmung von Außengeräuschen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass nichts lästiger und störender ist, wenn die Akustik nicht stimmt. Im Workshop hat er einen Tweet von Albrecht Hermanns (@lbrechthermanns) empfohlen …

    und schreibt selbst im weiteren Threadverlauf:

    Ich würde sie selbst bauen – bei Amazon kosten 1 m x 0,5 m ca 11 Euro. Dann einfach in einen Karton. Oder, wenn man die Teile nur ab und zu benötigt, mit Klammern befestigen – dann sind sie nach dem Abbau schön flach.

    Weitere seiner Tipps befassten sich mit Mics und Zubehör (Screenshots aus seinem Vortrag):

    Und hier noch einige Hinweise aus der #Edutwitterszene, die mich in der Zwischenzeit erreicht haben:

    Die immer wieder gestellte Frage nach interessanten Podcasts wurde seinerzeit von den Bildungspunks (@bildungspunks) aufgegriffen. Mittlerweile liegt auch hier ein Update vor:

    Edu-Podcast – was hört ihr so?

    Und wer eine Liste sucht, mit der sie/er via Web-Feed/RSS-Feed einen Podcast abonnieren möchte, kann diese von Herbert Hertramph erstellte opml-Datei nutzen.

    Schlussbemerkung

    Das LMZ Baden Württemberg, genauer das Stadtmedienzentrum Stuttgart, hat eine Liste zusammengestellt, die sehr beeindruckend zeigt, inwieweit Podcasts mittlerweile im Unterricht Eingang gefunden haben.

    Und wer einen Blick in die Uniszene werfen möchte: Podcasts in der Lehre – Schritte auf der Spielwiese multimedialer Bildung

    Last but not least lohnt sich ein Blick in die Rundfunkszene. Ich selbst habe in meiner aktiven Schulzeit sehr vom Hessischen Rundfunk profitiert. Ein Redaktionsteam ist in die Schule gekommen und hat uns angeleitet, die Schulrundfunkidee vor Ort umzusetzen. Daraus ist ein Blog entstanden, der leider nicht mehr gepflegt wird.

    Aktuell hat der NDR zu einem Wettbewerb aufgerufen:

    Auch wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, lohnt sich ein regelmäßiger Besuch der dazu gehörigen Webseite, weil über Fortschritt und Auszeichnung berichtet wird.

      … Stay tuned …

      P.S. Hier noch ein kleines Audio-Glossar

      Bildnachweis: florantevaldez @Pixabay

      References

      References
      1 In: Brigitte Hagedorn: Podcasting. mitp. Frechen. 2022, S. 12
      2 ebda., S. 73

      Mathalaxie – DiA:GO – Python trifft Pythagoras

      Wie im letzten Beitrag angekündigt, werde ich immer mal wieder über Entwicklungen in der Mathematikdidaktik berichten. Schön, dass es aktuell so viel über neue Erkenntnisse zu berichten gibt. Darum soll es hier gehen. Und auch um Tipps, wie man vor allem stärkeren Schüler*innen gerecht werden kann. Denn auch diese Gruppe hat ein Recht auf Förderung, oder?

      Dazu ganz zu Beginn eine didaktische Idee, der ich letzte Woche begegnet bin: Die Seminarmethode [1]https://www.cultofpedagogy.com/classroom-seminars/.

      Grundsätzlich sind Seminare Kleingruppenunterricht. Meehan erläutert in einem Podcast, dass sie die Bezeichnung Seminar ganz bewusst gewählt habe, eben weil die Kinder es lieben. Die Seminare dauern sieben bis zehn Minuten, wobei jedes Seminar ein kleines, fokussiertes Thema abdeckt. Sie werden in Zeiten angeboten, in denen die Lernenden selbstständig an Aufgaben arbeiten. Während einer Unterrichtsstunde (45-60 Minuten) bietet Meehan normalerweise ein oder zwei Seminare an. Grundsätzlich kann dieses Format in allen Fächern angeboten werden: Das können beliebige Lernziele sein, die die Einheit verfolgt. Es können Aufgaben sein, die sich aus Rückmeldungen der Lernenden ergeben. Idealerweise, so Meehan, werden Seminare für Gruppen von vier bis fünf Schüler*innen angeboten. Wenn sich mehr für ein Seminar anmelden, werden zwei separate Sitzungen angeboten. Oder, wenn viele Lernenden Interesse an einem Thema zeigen, entwickelt sie einen Organisationsrahmen gleich für die ganze Klasse.

      Viele Didakter*innen machen sich Gedanken, wie sie das Mathe-ist-doof Image auflösen können. Wie man Schüler*innen für die Mathematik begeistern kann. Darum wird es nun im Folgenden gehen. Die erste Anregung habe ich einer Sendung des SWR2 entnommen [2] … Continue reading:

      Mathalaxie

      Die Ungarin Marta Vitalis stellte sich schon früh die Frage: Wie sollte man Mathematik vermitteln, sodass es Kindern Spaß macht, ganz ohne Angst? Ihre Antwort: Verpackt in einer Abenteuergeschichte.

      Das Spiel “Mathalaxie” verpackt Grundschul-Mathematik in eine Abenteuerreise in den Weltraum. Die Idee: Die Kinder wollen ein Alien besuchen. An zehn Stationen bereiten sie sich auf die abenteuerliche Reise vor und lösen jede Menge Aufgaben: Sie bauen einen Roboter und ein Raumschiff, berechnen Flugrouten, basteln, zeichnen, schrauben. Dass viele Aufgaben mit Mathematik zu tun haben, merken sie nicht. Das sei der große Unterschied zum Unterricht, sagt Marta Vitalis. Denn hier haben sie bei jeder Aufgabe ein klares Ziel vor Augen.

      Aus der Forschung weiß man mittlerweile, dass gerade Kinder im angeleiteten Spiel genauso gut lernen wie im traditionellen Unterricht. Bei “Mathalaxie” arbeiten sie außerdem in Gruppen, sind emotional dabei und motiviert – auch das sind Faktoren, die dem Lernen guttun. Sie erleben eine rundum positive Mathe-Erfahrung. Momentan arbeiten Marta Vitalis und zwei Kollegen an “Mastory”, einem Algebra-Kurs für die 8. und 9. Klasse an Highschools in den USA.

      Der nächste Vorschlag stammt von einer Forschungsgruppe in Tübingen. Sie haben sich überlegt, wie digitale Medien den Matheunterricht unterstützen können. Herausgekommen sind aktuell drei Lernumgebungen [3]https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/40440/1/BzMU21_PLICHT_AdaptiverUnterricht.pdf:

      Adaptives Unterrichtskonzept

      Was ist das überhaupt, eine adaptive Lernumgebung?

      Adaptiv gestaltete Lernräume bieten gerade in heterogenen Lerngruppen besondere Potenziale Unterrichtsprozesse so zu realisieren, dass die aktuellen Unterrichtsinhalte und -methoden an die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst sind. Zentrale Bestandteile adaptiven Unterrichts ist die Adaption auf Makro- (z. B. Gruppendifferenzierung nach Leistungsniveau) und Mikroebene (z. B. individuelle Unterstützungsmaßnamen), als auch die formative Diagnose. Eine regelmäßige Diagnostik ist Voraussetzung, um die Lernmaterialien und das Unterrichtsgeschehen fortwährend sowohl auf Makro- als auch auf Mikroebene anzupassen. Formative Diagnose als auch angepasste Adaptionen werden als wichtige Methoden angesehen, um das individuelle Lernen der SchülerInnen gezielt zu fördern, wie auch ihre metakognitiven Selbsteinschätzungen zu unterstützen, welche eine zentrale Rolle im Lernprozess spielen. Digitale Medien dienen hierbei als didaktische Werkzeuge, um diese Unterrichtsprozesse zu realisieren. Sie können sowohl auf Mikroebene für instruktionale Unterstützungsmaßnahmen wie z. B. computergestütztes Feedback als auch auf der Makroebene zur Organisation und Bereitstellung von differenziertem Unterrichtsmaterial eingesetzt werden. Zudem können Audience Response Systeme oder Online-Quizze für eine formative Diagnose mit unmittelbarer Ergebnisauswertung verwendet werden (vgl. hierzu meine Themenseite).

      Das Projekt DiA:GO (Digitale Medien im adaptiven Unterricht der gymnasialen Oberstufe der Gemeinschaftsschule) ist ein Kooperationsprojekt der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Gemeinschaftsschule West Tübingen, welches auf die Etablierung eines didaktisch sinnvollen Einsatzes digitaler Medien im adaptiven Unterricht abzielt. Im bisherigen Projektzeitraum wurden drei Unterrichtseinheiten für das Fach Mathematik in der Sekundarstufe II entwickelt, durchgeführt und evaluiert (mit Klick auf das Bild kommt man zu den Materialien):

       

      Die Ergebnisse zeigten einen Leistungszuwachs der Schülerinnen und Schüler (große Effekte). Die Schülerinnen und Schüler bewerteten die Unterrichtseinheiten über die Durchführungsphase hinweg gleichbleibend als hoch adaptiv, kognitiv aktivierend und motivierend. In ihrem Fazit schreiben die drei Forscher*innen:

      Die Unterrichtseinheiten zeigen einen tragfähigen Ansatz auf, um digitale Medien für die Orchestrierung adaptiver Unterrichtsinhalte bereitzustellen, da sowohl die Lernleistungen als auch Selbstregulationsprozesse innerhalb der Unterrichtseinheit gefördert wurden.

      Abschließend und einen Bogen zur eingangs vorgestellten Seminaridee spannend gehe ich auf ein Buch ein, das den stärkeren Lernenden der Sekundarstufe I und II zusätzliche Impulse geben kann:

      Python trifft Pythagoras

      Auch wenn Computerbeweise bei einigen Mathematiker*innen umstritten sein mögen, sind sie heute nicht mehr wegzudenken. Bedeutende mathematische Beweise, die durch interaktive Theorembeweiser überprüft wurden, sind der Beweis des Vier-Farben-Satzes durch Georges Gonthier [4]https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/40440/1/BzMU21_PLICHT_AdaptiverUnterricht.pdf sowie der formalisierte Beweis der Keplerschen Vermutung durch das Flyspeck-Projekt. [5]https://arxiv.org/abs/1501.02155. Vielfach werden Computer gerne eingesetzt, um Aussagen zu falsifizieren. Denn dann braucht man sich ja erst gar nicht auf die Suche begeben. 

      Was liegt näher, als bereits frühzeitig die (starken) Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, sich in dieses Thema einzuarbeiten?  Die Fähigkeiten, die benötigt werden, um guten, logisch kohärenten Code zu schreiben, ähneln stark dem Wissen, das unsere Lernenden auch zur Lösung mathematischer Probleme brauchen. Sie erfahren nicht nur, wie Probleme elegant mit (hier) Python modelliert werden und welche wissenschaftlichen Zusatzmodule ihnen viel Arbeit abnehmen, sondern sie bauen auch selbst Algorithmen nach und verstehen durch diesen konkreten Ansatz mathematische Zusammenhänge, die sonst abstrakt und kompliziert blieben.

      Zunächst wird man im Buch mit der Python-Programmierung vertraut gemacht. Es werden in einem kurzen Python-Kurs wichtige Datentypen und Programmierkonstrukte vermittelt. Und als ein erstes Kennzeichen späterer Erfahrungen im Informatikunterricht: Man lernt Bibliotheken zu nutzen; mit Informationen über NumPy, Matplotlib, SymPy und SciPy.

      Im Buch werden Themen angesprochen, die im Seminarsetting (s. o.) von der Lehrkraft angesprochen werden können, um sie dann von den Schüler*innen weiterbearbeiten zu lassen. Viele im Mathematikstudium wichtige Fragestellungen kommen im Unterricht kaum noch vor. Im Buch schon, wie z. B. der Begriff der Stetigkeit (nicht streng wissenschaftlich versteht sich, aber doch noch hinreichend formalisiert), Differenzialgleichungen, Ausgleichsrechnungen, Fraktale, Implementierung von RSA-Algorithmen und vieles mehr. Somit werden vor allem Schüler*innen aus der gymnasialen Oberstufe angesprochen, insbesondere diejenigen, die Informatik belegt haben.

      In der Sekundarstufe I bieten sich zumindest der Python-Kurs und erste Übungen an, dem Buch (Sieb des Eratostenes) oder aus dem täglichen Unterrichtsgeschehen entnehmend. Iterationsverfahren gibt es ja genügend: z. B. das Heronverfahren zur Berechnung der Quadratwurzel einer (positiven) Zahl oder das Näherungsverfahren von Archimedes zur Bestimmung der Zahl π. Oder man bedient sich der Rückmeldungen der Schüler*innen, wenn sie selbst auf eine Idee, auf eine Anwendung stoßen und umsetzen wollen. Via eines Seminarformats (s.o.) …

      Zu jedem der im Buch angesprochenen Themen findet man im Downloadbereich Codebeispiele sowie Übungen mit kommentierten Lösungen. So können Lehrende wie Lernende alle Beispiele komfortabel ausprobieren, die beschriebenen Lösungswege nachvollziehen und auf eigene Probleme anwenden.

      Fazit: Ein Buch, das den laufenden Unterricht ergänzen kann. Ein Buch, das eine erste Kontakaufnahme mit Python ermöglicht; einer Programmiersprache, die dank ihrer Syntax und Lesbarkeit leicht zu erlernen ist und sich sehr vielseitig einsetzen lässt. Besonders zu empfehlen für fächerübergreifende Ansätze, indem man z. B. den Begriff des Algorithmus innermathematisch einführt und anschließend im MINT-Spektrum nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten sucht.

      Schlussbemerkungen

      Wer meinen Beiträgen folgt, weiß um meine Affinität zur evidenzbasierten Bildungsforschung. Auch, weil vor allem die Mathematikdidakter*innen in ihren Beiträgen immer mit Ideen aufwarten, wie man in der Praxis mit den Ergebnissen umgehen kann, wie man z. B. der Inhomogenität in unseren Lerngruppen gerecht werden kann. Und: Weil die Ergebnisse helfen, Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht besser einzuordnen. Nicht frustriert zu sein, wenn [6]https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&buchnr=4257, S. 23 ff

      Differenzierungsmaßnahmen nicht immer für alle Schülergruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus gleich wirksam sind und Merkmale der Schule (z. B. durchschnittlicher sozioökonomischer Status oder Leistung der Schülerinnen und Schüler) entscheidend sein können.

      (…)

      (Gleichwohl zeigt) die Forschungssynthese mit ihrer vergleichenden Untersuchung von Differenzierungsmaßnahmen auf internationaler Ebene: Es ist Erfolg versprechend, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zu eröffnen, sich im Regelunterricht in ihrer je eigenen Geschwindigkeit und entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten Wissen anzueignen und Fähigkeiten zu erlernen. Hierbei sollte jedoch folgender Grundsatz beachtet werden, welcher auch von einer Lehrkraft mit viel Erfahrung im Bereich Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler genannt wurde:

      „Es ist ja auch nicht jeder Schüler für jede Maßnahme geeignet. Also, da muss man dann schon immer individuell gucken, was passt.“

      Abschließend will ich gerne aus dem zitierten Themenheft die abschließenden Reflexionsfragen (S. 25) empfehlen, eben weil die empirischen Befunde an den jeweiligen Kontext angepasst werden müssen.

      … Stay tuned …

      Bildnachweis: Gert Altmann @pixabay

      Wenn Schule auf Ideen bringt

      Haben Sie schon einmal ein Buch in der Hand gehabt, das Ihnen mehrere Cover anbietet? Oder besser noch: Sie einlädt, ein eigenes Cover zu kreieren? Und da fällt schon DAS Stichwort für die Kennzeichnung dieses außergewöhnlichen und – das sei gleich vorweg geschrieben – empfehlenswerten Buches: Kreativität.

      Außergewöhnlich nicht nur wegen der Cover (dazu am Ende noch mehr). Außergewöhnlich auch wegen der Autor*innen. Sie kommen aus der Kreativitätsszene, weltweit. Die Stuttgarter Agentur Sommer + Sommer hat sich beginnend vor rund zehn Jahren intensiv mit der Frage auseinandergesetzt: Wie bringt man Kreativität ins Bildungsystem? Dazu haben Leonard Sommer und die Berlin School of Creative Leadership mehr als 100 Kreative und Vordenker in 35 Ländern befragt. Das Ziel: Inspirationen für neue Rahmenbedingungen an Schulen im 21. Jahrhundert zu liefern. Dazu gehört das Projekt “Classroom Think Tank“. Sommer: Mit dem Projekt ‘Classroom Think Tank’ wollen wir interessante Inspirationen von Persönlichkeiten aus der Kreativwirtschaft sammeln und überprüfen, wie sie auch in der Schule zum Einsatz kommen könnten.

      In einem Workshop wurden Ideen gesucht, die Lernumgebungen schaffen, in der Kreativität gedeihen kann; Wege aufzeigen, die angeborene Neugier aller Lernenden in Lerneifer umsetzen und sie zum Entdecken einladen helfen. Wie eine neue Lehrkultur und ein neues Lehrerbild dazu beitragen können, waren ebenfalls Gegenstand des Workshops. Es wurden mehrere Gruppen gebildet, in denen eine Vielzahl von Ideenansätzen diskutiert wurden. Die Zusammenfassungen deuten die Zielrichtungen der publizierten Impulse an: [1]WENN SCHULE AUF IDEEN BRINGT, S. 42 ff. https://www.wenn-schule-auf-ideen-bringt.de/

      Gruppe 1: Perspektive Lehrende

      Wir sind uns alle einig: Solange ein Kind noch Kind sein darf, ist es kreativ. Sobald es aber das System durchlaufen hat, wird es weniger kreativ sein. Wir sollten also auf uns selbst hören: Jeder von uns hat ein Kind in sich, und wir sollten die Möglichkeit schaffen, auf diese innere Kinderstimme zu hören. Lasst uns albern sein, lasst uns auf dem Spielplatz spielen, lasst uns malen wie Kinder – und zwar regelmäßig. Es wird hoffentlich dazu beitragen, das Kind in uns zum Leuchten zu bringen – selbst dann, wenn wir erwachsen geworden sind.

      Wir haben diskutiert, wie Kreativität in Schulen gefördert werden kann. Zufälligerweise sind alle Mitstreiter in dieser Gruppe Lehrer. Einer der Aspekte ist sicher, dass es in der Schule klare Beschränkungen durch den Lehrplan gibt; man folgt dann eben den Standards. Das ist unserer Meinung nach das Hauptproblem: Es macht Schule weniger kreativ. Unsere Lösung für kreativere Schulen sind kontinuierliche Coachings für Lehrer, die in einem kreativen Umfeld außerhalb der Schule durchgeführt werden – in einer Kreativ-Agentur, einer Plattenfirma, einer Medienproduktion usw. So könnten sich Lehrer mitunter als Teil der Kreativbranche fühlen und dies regelmäßig immer wieder erleben.“

      Gruppe 2: Kritisches Denken

      Unsere Gruppe hat zwei wichtige Punkte herausgearbeitet. Einer davon ist, dass es in der Schule zwar darum geht, eine Lösung für ein Problem zu finden, aber es wird nie gelehrt, das Problem richtig zu verstehen. Deshalb sollte schon für die jüngeren Jahrgänge in den Lehrplan mit aufgenommen werden, dass Kinder das Problem selbst finden und die kreative Fähigkeit der Problemdefinition entwickeln: Schüler(*innen) müssen lernen, wie ein Problem nach der Identifizierung auf verschiedene Weise kreativ gelöst werden kann. Es könnte also Teil des Lehrplans werden, dass es nicht für jedes Problem eine Standardlösung gibt, sondern dass man ein Problem auf verschiedenste Arten lösen kann.

      Gruppe 3: Fehlerkultur, Projektarbeit

      Die erste Idee, die wie hatten, war: ,Warum führen wir nicht eine Belohnung für Fehler ein, um Kinder zu ermutigen, Fehler zu machen oder weiterhin demgegenüber offen zu sein?’. Als Kreative haben wir gelernt, dass Fehler zu machen etwas ist, das – anders als richtige Antworten zu belohnen – unserer Kreativ- und Innovationsindustrie wirklich hilft. Ergänzend haben wir folgende Frage diskutiert: ,Wie wäre es, wenn die Klassen nicht nach dem Alter der Schüler, sondern nach dem Entwicklungsstand bestimmter Fähigkeiten eingeteilt würden?’. Sie würden zwar in Klassen mit unterschiedlichen Altern eingeteilt, aber es wäre fördernder.

      Außerdem haben wir über Co-Kreation gesprochen. Warum sollten Kinder nicht gemeinsam an Projekten arbeiten, auf die sie wirklich Lust haben, und sich dazu zusammenschließen? Wir sollten dabei den Kindern mehr Zeit geben. Zudem könnten wir kreative Köpfe aus der Musik- und Filmindustrie usw. in die Klassenzimmer einladen. Unserer Meinung nach wäre es interessant, Diskussionen und Interaktionen zwischen Kindern zu fördern, so dass der Lehrer mehr zum Moderator wird, anstatt zum Frontal-Sprecher.

      Die letzte Idee war, dass wir einen Weg finden sollten, den Lehrern mehr Zeit zu geben, um ein besseres individuelles Profil der Kinder zu erstellen und zu verstehen, worin sie wirklich gut sind.

      Gruppe 4: Elterneinbindung

      Im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang ist es wichtig, dass Kreativität auch zu Hause in den Mittelpunkt gestellt wird. Eltern von heute verbringen oft die meiste Zeit mit den eigenen Kindern. Unserer Meinung nach sind daher nicht nur die Lehrer dafür verantwortlich – auch die Eltern sollten lernen, wie sie eine kreative Umgebung im Zuhause schaffen können. Wir müssen einen Weg finden, der die Eltern einbezieht. Nur so können wir sicherstellen, dass das, was in der Schule angestoßen wurde, auch zu Hause weitergeführt wird.

      Gruppe 5: Notengebung

      Hallo, wir haben in unserer Gruppe Leute aus Weißrussland, Dänemark, Deutschland und Schweden. Und worüber haben wir in unserer Gruppe gesprochen? Das Problem der Zensuren. Wenn wir schon Noten haben, dann sollten sie für Kreativität, Teamarbeit, Fehler machen, Fragen stellen usw. vergeben werden. Damit jeder schon in jungen Jahren kreativ sein kann – und dafür belohnt wird. Ich denke, man sollte dies daher in die Notengebung einfließen lassen. Wovon wir es auch hatten: Misserfolge feiern, sie belohnen. Wir würden uns mehr Aufgaben wünschen, die nicht nur eine einzige richtige Antwort kennen. Man würde in der Schule demnach in Workshops arbeiten und beim gemeinsamen Lernen erkennen, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, um ein Problem zu lösen.

      Alle Lehrer müssten in puncto Kreativität stets auf den neuesten Stand gebracht werden. Und ich denke, man sollte hier Methoden von Unternehmen der Kreativbranche in den Unterricht übernehmen.

      Gruppe 6: Game based learning

      Unser Team kommt aus Deutschland, Guatemala, Rumänien und den USA. Wir waren der Meinung, dass spielerisches Lernen ein großartiger Weg wäre, um die Kreativität im Klassenzimmer zu fördern und das Lernen der Zukunft zu verbessern – sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite. Wie wir alle wissen, hat sich das Alter der Gamer mittlerweile schon auf bis zu 60 Jahre erhöht, und es gibt genauso viele Frauen wie Männer darunter. Wir glauben, dass die Schaffung neuer spielebasierter Bildungsinhalte die Kinder ähnlich fesseln wird wie Computer Games. Wir denken, dass diese Art des Lernens den Schülern auch helfen würde, belastbarer zu sein, weil sie keine Angst vor Fehlern oder Misserfolgen produziert. Wer spielt, wird es weiter versuchen, bis er den nächsten Level erreicht. Es geht um Durchhaltevermögen, darum, wie sehr Du bereit bist, es weiter zu versuchen und nicht aufzugeben. Ich denke, das ist eine Sache, die einem Spiel generell zugrunde liegt. Wer verliert, kommt zurück und versucht es wieder und wieder, bis er die nächste Stufe erreicht hat. Was haltet ihr davon, wenn wir den Lehrern Spiele beibringen und den Schülern die Möglichkeit geben würden, kreativ zu sein und ihre eigenen Spiele zu entwickeln? Letztlich wird das Lernen so zu einer Gruppenarbeit und der Schüler lernt, dass Probleme in einer realen Welt oft nur als Team lösbar sind.

      Wir haben zudem darüber diskutiert, führende Persönlichkeiten aus der Kreativ- oder Spieleindustrie in Schulen einzuladen, damit sie ihre Herangehensweisen mit den Schülern teilen und ihnen so die Möglichkeit geben, von ihnen zu lernen. Durch die Nutzung von Videokonferenzen wäre dies auch problemlos skalierbar.

      Mit den gesammelten Visionen will Sommer gemeinsam mit der Werbebranche für einen „Wandel des maroden Bildungssystems“ sorgen und „die Unterdrückung von Kreativität im Schulunterricht stoppen“. Sommer & Expert*innen blicken dabei über den Branchentellerrand. „Unsere Schulen sind nicht darauf vorbereitet, die nächste Generation heranzubilden. Das kreative Potenzial jedes Einzelnen zu entwickeln wird immer wichtiger. Kreativität ist wesentlicher Wertschöpfungsfaktor innerhalb der neuen Wirtschaftsformen des Innovationszeitalters“.

      Mit dem o. g. Buch  liegen die Ergebnisse des “Classroom Think Tank” vor. Es handelt sich um eine Ideensammlung, wie die Schule von morgen besser auf die Schüler*innen eingehen und sie auf die Herausforderungen vorbereiten können. Das deuten die folgenden Zitate der Workshopteilenhmer*innen an [2]https://www.wuv.de/Archiv/Keine-Angst,-keine-Noten-Kreative-planen-die-Schule-von-morgen:

         

        • Ich würde mehr Leerzeiten in den Stundenplan einbauen. Dann bliebe Zeit für Spielen, Denken und Langeweile.
        • Wir müssen die Uhren loswerden. Einige Kinder sind eher fertig, die könnten doch dann gleich in die nächste Schulstunde gehen. Andere brauchen mehr Zeit, die müssen wir doch nicht unter Druck setzen, damit sie rechtzeitig fertig werden. Die Schulklassen brauchen mehr zeitliche Flexibilität, um der Kreativität Raum zu geben.
        • Lehrer sollten die Rolle von ‘Talent Coaches’ übernehmen und Vermittler in einer Kultur kreativen Lernens werden.
        • Anstatt Fakten und Theorien in die Köpfe der Schüler zu stopfen, sollten Lehrer sie herausfordern, kreative Lösungen für tatsächliche Probleme zu finden, Kinder kreativ anregen. Eigentlich müsste es wie in Agenturen sein: Da bedeutet kreative Stimulation, die Mitarbeiter mit abseitigem Denken und unkonventionellen Denkern zu konfrontieren – so sollte das auch in Schulen ablaufen.
        • Entwickelt ein “Change Framework”, ein Strategiemodell zur Förderung des kreativen Denkens an weiterführenden Schulen. Dieses stützt sich auf fünf Säulen, die mit Ideen von Kreativen aus der ganzen Welt gefüllt sind: Organisationsdesign, Lernkultur, Lehrerkompetenzen, Lehrmethoden und Bewertungssystem. Stellt euch eine Schule vor, an der kein Abschluss von Lehrern vergeben wird. Stellt euch Schüler vor, die sich selbst bewerten und begründen müssen, warum sie sich mit einem Abschluss belohnen …
        • Entwickelt ein “Lern-Ressourcen-Modell”. Es dient der Organisation der Schule der Zukunft: Die Schulstunden werden konsequent strukturiert, und zwar in 50 Prozent zur reinen Wissensvermittlung, 30 Prozent für konkrete Projektarbeit und 20 Prozent für die Förderung individueller Talente. Das eine Kind will tanzen, das andere malen, das dritte interessiert sich für Technik. Sie alle sollen sich in diesen Bereichen verwirklichen dürfen und individuell gefördert werden. Speziell bei diesem Ansatz könnten die Ganztagsschulen eine wichtige Rolle übernehmen und den Kindern auf der Suche nach ihren Vorlieben freie Wahl lassen.

         

        Eine Bewertung einzelner Beiträge verbietet sich. Manche Ideen werden den Kommentar auslösen: WOW. Andere: Das geht gar nicht. Haben wir noch nie so gemacht. Und doch: Im Hessischen Referenzrahmen Schulqualität wird ausdrücklich auf externe Kooperationspartner*innen verwiesen. So heißt es in der Dimension Schulkultur [3]https://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/recht/hrs-hessischer-referenzrahmen-schulqualitat.pdf:

        Ein erweitertes Angebot ermöglicht ein kulturell anregendes Schulleben. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern und / oder externen Fachleuten werden zusätzliche
        Angebote für Schülerinnen und Schüler zusammengestellt.
         
        Um Kompetenzen aufzubauen, sind konkrete Anwendungs- und Handlungssituationen im Lehr- Lernprozess vorgesehen. Die Themen und Inhalte werden für die Schülerinnen und Schüler authentisch, interessant, relevant sowie mehrperspektivisch gestaltet und ermöglichen den Transfer auf andere Sachverhalte. Vielfache Zugänge werden für die Anwendung genutzt (zum Beispiel visuelle, auditive, ästhetische, motorische, haptische).
         
        Außerschulische Lernorte werden verlässlich als anwendungsorientierte, authentische Lernkontexte in den Regelunterricht integriert (zum Beispiel Betriebe, historische Gebäude, Museen, Biotope). Die regelmäßige Einbindung externer Expertinnen und Experten ist im Lehr-Lernprozess verankert.

        Mit den Werbetreibenden erschließt sich eine Expertise, die einen völlig neuen Blick auf Unterrichtsszenarien ermöglichen kann, mit Impulsen, die dem 4K-Modell (Kollaboration, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikation) zugeordnet werden können. So auch die AR-Coveridee, die im Ergebnis unterschiedlichste Titelseiten liefert. Hier eine Auswahl:

        Sie können sich selbst beteiligen und Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Buch und weitere Informationen finden sich hier: Wenn Schule auf Ideen bringt

        Das Buch unterliegt keiner Buchpreisbindung, daher auch die unterschiedlichen Kostenansätze. Ich habe die Rezension anhand des E-Books vorgenommen. Haptisch und reflektierend hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle die Sonderedition gewünscht, kann man hier schneller hin und her Blättern und hat man vermutlich auch einen besseren Ein- und Überblick.

        Update (2.12.22): Sketchnote eines Auftritts des Autors im Rahmen einer Fortbildung

        … Stay tuned …

        Bildnachweis: Ausschnitt aus Titelbild der Sonderedition

        References

        References
        1 WENN SCHULE AUF IDEEN BRINGT, S. 42 ff. https://www.wenn-schule-auf-ideen-bringt.de/
        2 https://www.wuv.de/Archiv/Keine-Angst,-keine-Noten-Kreative-planen-die-Schule-von-morgen
        3 https://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/recht/hrs-hessischer-referenzrahmen-schulqualitat.pdf

        Quizapps im Unterricht

        Quizze finden zunehmend Eingang in den Unterricht. Teilweise werden die aus Fernsehsendungen bekannten Formate wie z. B. Wer wird Millionär, BUZZ übernommen und digitalisiert bzw. in verschiedenen Lernmanagmentsystemen (LMS) abgebildet. 

        Quizze können in unterschiedlichen Phasen von Lehr- und Lernszenarien integriert werden. Sie können genutzt werden, um die Lernausgangslage der Lernenden zu erheben oder während einer Unterrichtseinheit, -sequenz eine formative Rückmeldung auf das Erreichte geben. Sie können zu Beginn einer Unterrichtsstunde/-einheit ein Brainstorming einleiten. Und sie können abschließend die vermittelten Kompetenzen und Inhalte der jeweiligen Lerneinheit überprüfen bzw. reflektieren.

        Eine Lehrkraft (@akuemu) kürzlich im Edutwitter:

        Ich kann aus der Praxis nur sagen: Schüler*innen lieben Kahoot-Quizze zur Abwechslung im Unterricht. Es steigert die Motivation auch nach drei Jahren Einsatz immer noch. Grad zum Ein-oder Ausstieg. Keine Lehrkraft, die ich kenne, nutzt Kahoot als einziges digitales Element. Meine Schüler*innen bitten mich (ohne, dass ich ihnen die Idee in den Kopf gepflanzt hätte) darum, in Übungsphasen selbst Kahoot zu erstellen. Und als Mathelehrerin bin ich begeistert, wie sie absichtlich typische Schülerfehler einbauen und damit das Thema für sich reflektieren und auch ihr Mitschüler*innen auf Gefahrenquellen trainieren. Wir besprechen Kahoots dann auch im Nachhinein mit Lösungsweg etc. 

        Ausgangspunkt war die Kritik von Axel Krommer am Artikel Mit interaktiver Quiz-App einen Text erschließen – Am Beispiel des Dramas Die Räuber von Friedrich Schiller. Dort heißt es einleitend [1]https://www.friedrich-verlag.de/deutsch/film-medien/mit-interaktiver-quiz-app-einen-text-erschliessen-11377#cta-box:

        Digitale interaktive Quiz für den Deutschunterricht gibt es mittlerweile in großer Zahl. Dabei werden in der Regel auf spielerische Weise Kompetenzen in Bereichen wie Orthografie und Grammatik gesichert. Häufig ist es so, dass die Quiz zum Üben und Festigen bereits erarbeiteter Inhalte eingesetzt werden, aber nicht darüber hinaus gehen. (…) Das vorliegende Unterrichtsmodell (…) zeigt, wie durch den Einsatz einer Quiz-App ein Drama erschlossen und auf diese Weise eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Gelesenen erreicht werden kann. Die Lernenden haben die Aufgabe, ein eigenes Quiz zu den einzelnen Akten des Dramas Die Räuber von Friedrich Schiller zu erstellen. (…) Bei der Erstellung eines Quiz können Verstehensdimensionen mithilfe unterschiedlicher Aufgabenformate (geschlossene Aufgaben (richtig/falsch), Multiple-Choice-Aufgaben, halb offene, offene Aufgaben), die in Quiz bereitgestellt werden, berücksichtigt werden.

        Im weiteren Threadverlauf wird auf eine Forschungsarbeit verwiesen. Als wichtigste Erkenntnisse gelten [2]Alf Inge Wang, Rabail Tahir: The effect of using Kahoot! for learning – A literature review:

        • Kahoot! hat eine positive Wirkung auf die Lernleistung, die Dynamik im Klassenzimmer, die Einstellung und die Angst der Schüler.
        • Zu den größten Herausforderungen gehören technische Probleme, die Anzeige von Fragen und Antworten, Zeitstress, Angst vor dem Verlieren und die Schwierigkeit, den Rückstand aufzuholen.

        Für konkrete Beispiele lohnt z. B.:

        Kurz und knapp fasst Jaana Stiller in einem Tweet die Nutzung von Kahoot so zusammen:

         

        Selbsterfahrung

        Ich selbst baue Quizze immer gerne in Lernpfade ein. Sie ermöglichen den Schüler*innen eine Selbstkontrolle und mir eine Rückmeldung, inwieweit das Thema verstanden bzw. das Unterrichtsziel erreicht wurde. Darüber hinaus ermöglicht mir die Ergebnisauswertung ein Redesign des Lernpfads. Häufig mit Unterstützung meiner Schüler*innen: Ihre Erläuterungen, warum sie zu dem (falschen) Ergebnis gekommen sind, lassen mich immer darüber nachdenken, wie ich den Input anderes gestalten oder den Aufbau des Lernpfads anders organisieren kann, z. B. durch Ergänzungen eines weiteren Erklärteils, Übungsteils, …

        Darüber hinaus empfehle ich Quizformate, die gruppenbezogen durchgeführt werden. Der dadurch entstehende Wettkampfcharakter kann – muss aber nicht (!) – zu weiterer Motivation beitragen. Die Gruppenzusammensetzung habe ich aus Zeit- und Organisationsgründen per Abzählen (1-2-3-4, 1-2-3-4, …) organisiert, ganz so wie in meinem Sportunterricht. Soll ja ein Spiel bleiben. Das hat zum einen das soziale Lernen gefördert und zum anderen bei einigen Schüler*innen dazu geführt, sich nochmals mit dem Thema zu beschäftigen. Sie wollten beim nächsten Mal zu den Gewinner*innen gehören …

         

        Themenseite mit Forschungsstand & Praxistipps

        Der o. g. Kahoot-Thread hat mich dazu angeregt, den aktuellen Forschungsstand zu recherchieren. Meine neue Themenseite befasst sich u. a. mit dieser Analyse. Viel ist es nicht, was ich berichten kann. Und doch wird sich der Besuch lohnen: Wegen der vielen Praxisbeiträge der Kolleg*innen aus dem Edutwitter …

        … Stay tuned …

        Unterrichtsentwicklung: Apps & Tools

        Mit der Aktualisierung meiner Feedback- und Evaluationsseite heute das Update einer weiteren Themenseite. Anlass waren und sind Tweets und Tröts, die die neuesten Apps & Tools vorstellen. Bei meinen Fortbildungen werde ich immer wieder gefragt, wie ich eigentlich die Übersicht behalten würde und was sich aus meiner Sicht lohne auszuprobieren. Offen gestanden tue ich mich schwer mit Empfehlungen. Hängt es doch vom Kontext und von den technischen Voraussetzungen ab. Ganz allgemein empfehle ich:

        • Learning Management System (LMS)
        • Mindmap
        • Grafiktool
        • Messenger
        • Videokonferenz
        • „Schwarzes Brett“, z. B. Taskcards

        In meiner Aktualisierung der Themenseite Apps & Tools schlage ich einen Weg vor, der digitale Werkzeuge über das Analyze-Design-Develop-Implement-Evaluate (ADDIE)-Modell integrieren hilft. Eine Besonderheit des ADDIE-Modells ist die letzte Phase: die summative Evaluation des Lernerfolges bzw. des Lernangebotes. Sie gelingt individuell und in Kooperation mit den Kolleg*innen der eigenen Schule und können in weitere Unterrichtsentwicklungsüberlegungen einfließen. Zur Reflexion und Evaluation eignen sich u. a. die drei folgenden Methoden, denen ich ebenfalls eigene Themenseiten gewidmet habe:

        Die letzte Option wird in der Edutwitterszene kritisch eingeschätzt. Unter Weiterführendes Material habe ich in der SAMR-Themenseite einige Artikel mit eher ablehnenden Aussagen zu diesem Konzept aufgeführt. Ich selbst schätze es wegen seiner Einfachheit und der Chance, mit Kolleg*innen auf niederschwelligem Level ins Gespräch zu kommen. Das Modell dient zur Reflexion und ist keine Aufforderung, unbedingt die vierte Stufe erreichen zu müssen. Und doch eröffnen gerade die letzten beiden Stufen Gesprächsanlässe, sich auf neue Prüfungsformate zu verständigen.

        Zurück zur Themenseite Apps & Tools. Die Darstellung bewährter Praxis von Lehrkräften für Lehrkräfte habe ich beibehalten. Viele Tipps aus der Edutwitterszene habe ich aufgegriffen und eingearbeitet. Apropos: Für ein erstes (umfangreiches) Kennenlernen ist bei dieser Gelegenheit eine eigene Themenseite für das #Edutwitter entstanden.

        Ich hoffe, dass meine Hinweise noch mehr dazu einladen, das eine oder andere auszuprobieren und einzusetzen. Und noch eine letzte Anregung: Wann immer ich neue Apps & Tools eingesetzt habe, habe ich mich zunächst gefragt ob es meine Schüler*innen und mich selbst unterstützt. Anschließend organisierte ich einen 

        • Testlauf mit zwei-drei Kolleg*innen und/oder mit meiner Homepage-AG („Versuchskaninchen“, haben die immer gerne gemacht), ehe ich dann
        • die Anwendung meiner Lerngruppe mit einem „leichten“ Beispiel vorgestellt habe.

        Eine anschließende Evaluation lud meine Lerngruppe ein, über das Unterrichtsgeschehen zu reflektieren. Immer mit entsprechenden Rückmeldungen, wie das digitale Werkzeug noch sinnvoller genutzt werden konnte … 

        … Stay tuned …

         Bildnachweis: StartupStockPhotos from Pixabay