Buch- und Lesetipps

Im ersten Quartal diesen Jahres sind wieder eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print. Einige Publikationen sind erst jetzt im Open Access verfügbar. Gleichwohl lohnt sich ein Studium. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Schulleitung,
  • Lehrkräfte,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

 

Schule in der digitalen Welt: Fortbildung

 

Aus dem Vorwort:

Schulen sind kontinuierlich gefordert, sich weiterzuentwickeln. Dies gilt für die digitale Transformation, die Inklusion und den Ganztagsausbau. Ob schulpolitische Reformen sich positiv auf das Lernen von Schülerinnen und Schülern auswirken, hängt letztlich auch davon ab, inwiefern Lehrkräfte ihre professionellen Kompetenzen durch wirksame Fortbildungsangebote erweitern können. Als Richtschnur für die Entwicklung von Fortbildungen kann der von Professor Frank Lipowsky und Daniela Rzejak von der Universität Kassel entwickelte Leitfaden dienen, der Forschungsbefunde praxisorientiert zusammenfasst. Er richtet sich an all diejenigen, die für die Professionalisierung von Lehrkräften und Fortbildnerinnen und Fortbildnern verantwortlich sind und die selbst Fortbildungen für Lehrpersonen planen und gestalten.

 

     

    Schule in der digitalen Welt: Weiterbildung

    Aus der Ankündigung:

    Dieser Kurs richtet sich an Pädagog*innen, die in der Filmbildung oder Medienpädagogik tätig sind und ihr Wissen und ihre Kompetenz erweitern, neue Ideen ausprobieren oder einfach tolle Arbeitsmethoden kennenlernen möchten. Es werden unter anderem folgende Themen behandelt:

    • Was verstehen wir unter den Begriffen „Film“ und „Filmbildung“?
    • Warum sollten wir Filme zum Unterrichtsthema machen?
    • Was sind die wichtigsten Ziele der Filmbildung und wie werden sie erreicht?
    • Wie verbinden wir die kritische und die kreative Arbeit, und welche Methoden funktionieren?
    • Wo findet Filmbildung statt?
    • Wie evaluieren und bewerten wir die Wirkung von Filmbildung?

    Sehen Sie sich die Website in aller Ruhe an. Vielleicht kann sie den einen oder anderen Anstoß zu lebhaften Debatten und Diskussionen zwischen Ihnen und Ihren Kolleg*innen geben. Gerne möchten wir Sie auch dazu anregen, die eigenen Ideen zur Filmbildung zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

     

    Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

    Das Onlinetool PROFILehrkraft kann in der Lehrerbildung eingesetzt werden:

    • als Orientierungsrahmen für Studienberechtigte bei der Studienwahlentscheidung
    • zur Überprüfung der Berufswahl
    • als Orientierungshilfe für die zweite Phase der Lehrerbildung
    • als Orientierungshilfe für die Berufseingangsphase
    • als Hilfe bei der fortlaufenden systematischen Selbstreflexion

    … kann im Beruf in der Schule dienen:

    • zur Unterstützung der fortlaufenden systematischen Selbstreflexion
    • als Grundlage der eigenen Entwicklung z. B. bei Zielvereinbarungsgesprächen
    • zur Feststellung von Fortbildungsbedarf
    • zum Erkennen des eigenen Potenzials für weitere, auch für Leitungsaufgaben

     

    … kann für Lehrkräfte mit Personalverantwortung in der Schule dienen:

    • als Instrument zur Personalgewinnung und -entwicklung
    • als Orientierungshilfe für Einstellungs- und Einstiegsgespräche
    • als Grundlage für Personalplanung, Aufgabenverteilung und Organisationsentwicklung
    • zum Erkennen zukünftiger Führungskräfte

     

     

    Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

    Intelligenztests werden häufig im Rahmen sonderpädagogischer Begutachtungen durchgeführt. Die empirische Studie untersucht, unter welchen Arbeitsbedingungen Intelligenztests angewendet werden und welche Problematiken daraus resultieren. Ergänzt wird die Studie durch die Analyse von 248 Intelligenztests auf Auswertungsfehler. Zusammengefasst belegen die Ergebnisse vielfältige Schwierigkeiten im Umgang mit den Tests, aber auch einen unterschiedlichen Umgang in den Bundesländern. Aus den Studienergebnissen resultierende Verbesserungsvorschläge für die Praxis werden abschließend vorgestellt.

    Mit Online-Materialien!

     

    Schülerinnen und Schüler nach ihrem individuellen Potenzial zu fördern, stellt eine zentrale Aufgabe des Bildungssystems dar. Die Notwendigkeit, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler bei der Förderung zu berücksichtigen, rückte dabei in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus. Damit stellt sich für Lehrkräfte wie auch für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Frage, wie diese Förderung bestmöglich gelingen kann und welche Schwierigkeiten dabei aktuell zu bewältigen sind.

    Die Broschüre trägt den aktuellen Stand der Forschung zusammen und gibt damit einen Überblick über Befunde zur Wirksamkeit von Differenzierungsmaßnahmen für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im Regelunterricht. Des Weiteren werden Hindernisse und Unterstützungsmöglichkeiten für den Einsatz von Differenzierungsmaßnahmen aufgezeigt und die Häufigkeit der Verwendung sowie die eingeschätzte Nützlichkeit dieser Maßnahmen analysiert. Neben den Forschungsbefunden werden weitere Fördermaßnahmen vorgestellt sowie Informationsquellen und Fortbildungsmöglichkeiten zum Thema bereitgestellt. Die Broschüre richtet sich an alle mit beruflichem und persönlichem Interesse an der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler und bietet dabei Impulse aus Bildungsforschung und Bildungspraxis.

    Das digitale Zusatzmaterial können Sie hier herunterladen: Download

     

    In der PISA-Studie 2018 wurde als innovative Domäne erstmals Global Competence bei fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schülern erfasst. In dieser Zusatzerhebung werden das selbsteingeschätzte Wissen von Schülerinnen und Schülern zu Themen mit lokaler und globaler Bedeutung (z. B. Klimawandel, Armut, Pandemien) sowie ihre Einstellungen zu globalen und interkulturellen Themen in den Blick genommen. Dabei geht es beispielsweise um den respektvollen Umgang mit Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft und entsprechendem ethnischen, religiösen, sozialen oder kulturellen Hintergrund.

    Diese Broschüre stellt die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Deutschland aus der Zusatzauswertung Global Competence bei der PISA-Studie 2018 vor und betrachtet diese im internationalen Vergleich. Zusätzlich werden die Sicht der Schulleitungen und Lehrkräfte in den verschiedenen Schularten sowie die Sicht der Eltern einbezogen.

    Woran sollen wir unser Handeln orientieren? Worin besteht ein gutes und gelingendes Leben und wie können wir ein solches Leben führen? Diese und andere Fragen sind unbestritten wichtige (ethische) Fragestellungen – doch kann die Ethik auf sie befriedigend antworten? Ziel des Open Access-Lehrbuchs ist es, ein grundlegendes, historisch und methodisch reflektiertes Verständnis ethischer Probleme, Argumente und Ansätze zu vermitteln und damit zur eigenen ethischen Urteilsbildung beizutragen. In 2-farbiger Gestaltung mit Abbildungen, Definitionen und Vertiefungen sowie einem Personen- und Sachregister zur schnellen Orientierung.

     

     

    Globales Paradigma, nationale Normen und lokale Praxen. Das Handbuch Inklusion international verbindet theoretische Entwicklungslinien und vielfältige vergleichende Perspektiven der Inklusiven Bildung in ihrer globalen Verbreitung. Die Beiträge bieten einen umfassenden Zugang zu internationalen Diskursen, vergleichenden Forschungsergebnissen und ‚inspiring practices‘ aus diversen Weltregionen – Europa, Afrika, Asien und Nordamerika. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Relevanz komparativer Studien gewidmet.

    Das folgende Buch richtet sich an Hochschullehrende. Dennoch lohnt sich ein Blick in die Beiträge, helfen sie uns meines Erachtens stärkerer Schülerinnen und Schüler auf das Hochschulleben vorzubereiten. Übrigens ist im Schweizer Abitur (Matura) die Prüfung des Umgangs mit wissenschaftlichen Instrumenten enthalten. Dabei entstehen ganz außergewöhnliche Abschlussarbeiten, wie ich einmal selbst evaluieren durfte.

     

     

    • Swantje Lahm, Frank Meyhöfer, Friederike Neumann (Hg.): Schreiblehrkonzepte an Hochschulen. Fallstudien und Reflexionen zum fachspezifischen Schreibenlehren und -lernen

    In dem Sammelband werden verschiedene Schreiblehrkonzepte vorgestellt, um Studierende in das fachspezifische wissenschaftliche Schreiben einzuführen. Die Methoden, Übungen und Zugänge wurden im Qualitätspakt Lehre entwickelt und erprobt. Der Schwerpunkt liegt auf den Herausforderungen des fachspezifischen wissenschaftlichen Schreibens. Die Autorinnen und Autoren präsentieren Lehransätze und evaluieren Maßnahmen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit. Außerdem wird diskutiert, wie Lehrende für die Vermittlung fachspezifischen Schreibens vom Scholarship of Teaching and Learning (SoTL) profitieren können.

    Übrigens hat Studis- Online kürzlich einen Blogbeitrag zur Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten geschrieben. Ebenfalls eine Empfehlung wert!

     

     

    Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

    Die landesweiten Schulschließungen im vergangenen Schuljahr stellten alle am Schulleben Beteiligten vor Herausforderungen, die einmalig in der langen „Schulgeschichte“ des Landes sind. In diesem Vortrag werden Ergebnisse der CUNITAS-Studie vorgestellt, die im Juni/Juli 2020 die konkrete Umsetzung des digitalen Unterrichts an Schulen untersucht hat. Dabei wird gezeigt, dass sich in den unterschiedlichen Fächern Methoden und Tools, die eine persönliche Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, in einer höheren Unterrichtsqualität und einem höheren Lernnutzen widerspiegeln. Ein Vortrag von Prof. Dr. Richard Göllner.

     

    Mit dem Projekt „Informatische Bildung und Technik in der Grundschule“ fördert das Land Niedersachsen auf der Grundlage des Landeskonzepts „Medienbildung“ innovative Entwicklungsvorhaben in 30 Grundschulklassen. Dabei liegt der Fokus auf der Förderung grundlegender Kompetenzen der Informatik mit Hilfe des Einsatzes von Micro-Controllern wie z.B. dem Calliope Mini sowie grafischen Entwicklungsumgebungen und ggf. von Robotern. Dies soll ab der 3. Klasse spielerisch und experimentell vermittelt werden. Die Implementation der Module soll im Sachunterricht sowie in Mathematik und Deutsch erfolgen. Die Schulen verfügen seit November 2017 über einen Calliope-Klassensatz. Ziele des Projektes sind 1. die Erprobung eines didaktischen Konzeptes für die informatische Bildung und Maker Education in der Grundschule, 2. die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die breite Implementierung ab Klasse 3 sowie 3. die Erarbeitung und Verbreitung von Unterrichtsmaterialien als offene Bildungsressourcen.

     

     

    Kultur der Digitalität: Berufsbildung

     

    Auch Schüler:innen mit Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung (ESE) können den Übergang von der Schule ins Berufsleben meistern. Der Band stellt die wissenschaftliche Evaluation eines erfolgreichen Förderschulprojektes aus Gütersloh vor.

    Im Projekt wurden Bausteine zur schulischen Berufsorientierung, Mentoringkonzepte sowie ein Case-Management eingesetzt. Nach der Einführung in Projekt und Forschungs-stand skizzieren die Autoren und Autorinnen Methodik, Vorgehen sowie Ergebnisse der wissenschaftlichen Projektevaluation des Lehrstuhls Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg. Forschungsdesiderata und Impulse zur Weiterentwicklung des Themas bilden den Abschluss des Bandes.

    Das Projekt wurde von der Hermann-Hesse-Schule (Gütersloh), der Universität Würzburg, dem Kreis Gütersloh sowie mit inhaltlicher und finanzieller Unterstützung der Reinhard-Mohn-Stiftung umgesetzt.

     

    Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die Aus- und Fortbildung in den elektro-, informations-, metall- und fahrzeugtechnischen Berufen? Der Einsatz digitaler Technik führt hier zu starken Veränderungen der Tätigkeiten und Arbeitsabläufe. Gleichzeitig sind die Beschäftigten dieser Berufe durch die Verwendung und Herstellung digital innovativer Produkte im besonderen Maße Mitgestaltende dieser Veränderungen.

    Der vorliegende Sammelband ist in drei Teile gegliedert. Im Abschnitt zur ressourcenfokussierten Facharbeit geht es um die Gestaltung nachhaltiger Produktions-, Service- und Reparaturprozesse: Wie kann digitale Technik genutzt werden, um ressourcenschonend und -effizient zu arbeiten? Unter dem Stichwort “Smartes Lernen” diskutieren die Autorinnen und Autoren das Gelingen der didaktischen Transformation und neue Unterrichtsmethoden für gewerblich-technische Schulen. Im Weiterem beschäftigt sich der Band mit der Informatik als Querschnittsdisziplin sämtlicher Digitalisierungsprozesse: Wie kann informatische Bildung in der beruflichen Aus- und Fortbildung gestaltet werden, obwohl Informatik kein verbindliches Schulfach ist?

     

    Berufliche Förderung in Zeiten von Digitalisierung und Berufsbildung 4.0 war ein Schwerpunktthema der Hochschultage Berufliche Bildung 2019 in Siegen. Die Beiträge des Sammelbandes geben einen Überblick über die diskutierten Konzepte und Handlungsansätze. 

    Der erste Teil befasst sich mit Fragen zum digitalen Kompetenzerwerb in verschiedenen Arbeitsdomänen, von den Auswirkungen der Digitalisierung auf industrieller Arbeit und Landwirtschaft bis zur Entwicklung von Medienkompetenz als Aufgabe der Berufsbildung. Im zweiten Teil stehen Fragen zur beruflichen Förderung in Zeiten der Digitalisierung im Mittelpunkt. Themen sind u.a. Lernortkooperationen, digitale Transformation in der Ausbildungsvorbereitung an Berufskollegs sowie Benachteiligtenförderung in digitalen Kontexten.

    Anlässlich des Ausscheidens des Universitätsprofessors und Ingenieurpädagogen Klaus Jenewein aus dem universitären Regelbetrieb reflektieren und bilanzieren langjährige wissenschaftliche Weggefährt:innen und Schüler:innen wichtige Entwicklungen in der Berufsbildungswissenschaft, beruflichen Ausbildung und Bildungspolitik. Ihre Texte zur Ingenieurpädagogik, Lehrkräftebildung und betrieblichen Praxis knüpfen an die Arbeiten von Klaus Jenewein an und stellen darüber hinaus eigene Forschungsergebnisse vor. 

    Die Themenfelder des Bandes umfassen aus unterschiedlichen disziplinären und interdisziplinären Perspektiven die Berufsausbildung und Berufliche Bildung in gewerblich-technischen Domänen, Ausbildung und Professionalisierung von Berufsschullehrkräften und Lehrerbildung, Berufliche Schulen und berufsschulisches Lernen, (Fach-)Didaktik und betriebliches Lehren und Lernen. Dabei werden die regionalen Bezüge von Klaus Jenewein ebenso sichtbar wie seine Nähe zur Modellversuchsforschung, zu Ansätzen responsiver Begleitforschung, zur Wissenschaft-Praxis-Kommunikation und zum Design-Based-Research.

     

    Kultur der Digitalität: Nun als Open Access freigegeben

    Dieses Buch beschreibt Ergebnisse, Erfahrungen und erprobte Unterrichtskonzepte aus dem Pilotprojekt „Mobiles Lernen in Hessen – MOLE“, das die Hessische Lehrkräfteakademie in Kooperation mit studiumdigitale, der zentralen eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität Frankfurt im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums in den Jahren 2013 bis 2016 durchgeführt hat. Ziel des Projektes war es herauszufinden, welchen Einfluss der Einsatz von Tabletcomputern in der Grund­- und Unterstufe auf das Lernen und die Entwicklung der Medienkompetenz der Lernenden hat. Dabei konnten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Unterrichtskonzepte zielführend sind und damit eine positive Auswirkung auf das individuelle sowie das gemeinsame Lernen haben. Ebenso wurde deutlich, unter welchen Rahmenbedingungen die erfolgreiche Einbindung von Tablets in den Unterricht gelingen kann.

    Die Bruchrechnung gilt als schwieriger Teilbereich der mathematischen Grundbildung. Insbesondere die Entwicklung eines Bruchzahlbegriffs zu Beginn der Sekundarstufe kann für Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Problemen verbunden sein. Vor dem Hintergrund lernpsychologischer Theorien erscheint hier der Einsatz interaktiver Lernumgebungen vielversprechend. Auch Ergebnisse empirischer Studien lassen vermuten, dass Kinder vom Lernen mit multimedialen Inhalten gerade im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht profitieren können. Im Forschungsprojekt ALICE:Bruchrechnen wurde eine empirische Studie im Kontext des Anfangsunterrichts der Bruchrechnung durchgeführt. Dazu wurde ein interaktives Lehrbuch für Tablet-PCs entwickelt, das mit Bildern und Animationen arbeitet und Schülerinnen und Schüler zum Ausprobieren einlädt.

    Diese Broschüre fasst den Beitrag des Projektes zur Digitalisierung des Mathematikunterrichts zusammen. Insgesamt lassen die aufgezeigten Erkenntnisse den Schluss zu, dass der Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte eine gewinnbringende Ergänzung zu traditionellen Schulbüchern und papierbasierten Lernumgebungen darstellt.

    Diese Ausgabe des Journals der Schreibberatung widmet sich dem Thema „Peer-Learning in Writing – von- und miteinander akademisch schreiben lernen“ und beleuchtet sehr unterschiedliche Aspekte. Direkt im ersten Beitrag widmen sich Anke Beyer und Anne von Gunten der Form der Rückmeldung, die im universitären Kontext häufig kritisch zu betrachten ist, da sie von Dozierenden bei Hausarbeiten häufig zu generell und damit zu wenig gewinnbringend für die Angesprochenen verwendet wird: der schriftlichen Textrückmeldung. Der Begriff ist noch sehr unscharf definiert und wird häufig entweder als Feedback oder als Beurteilung verstanden, selten als eine Kombination. Die Autorinnen versuchen, diese Lücke zu schließen, indem sie die Textkommentarprozesse von sechs Studierenden in unterschiedlichen Situationen analysieren: im Peerfeedback im Studium, in der Schreibberatung, in Review-Verfahren im wissenschaftlichen Kontext sowie in der schriftlichen Textrückmeldung in der Schule.

    (…) Caroline Scherer, Nadja Sennewald, Christiane Golombeck und Katrin B. Klingsieck stellen eine Studie der Universität Frankfurt am Main vor, für die 825 Studierende der Geisteswissenschaften zu den Themen eigene Schreibkompetenz und Selbstwirksamkeit zur Selbstregulation des akademischen Schreibens befragt wurden. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es einen starken Widerspruch zwischen der (eher positiven) Selbsteinschätzung der Studierenden und der (eher negativen) Kompetenzeinschätzungen der Studierenden durch die Lehrenden gab. Die Studie belegt deutlich, dass die immer noch herrschende stiefmütterliche Behandlung von Lehr- und Lernbarkeit des Schreibens an deutschen Universitäten zu schlechteren Leistungen aufseiten der Studierenden und negativen Gefühlen aufseiten der Lehrenden führt.

    Das abschließende Interview mit Maike Wiethoff und Gabriela Ruhmann über die Entwicklung des Schreibzentrums der Universität Bochum macht noch einmal deutlich, wie wichtig und vielfältig die Arbeit der Schreiblehre und Schreibberatung ist. Wiethoff und Ruhmann ist es gelungen, viel Verständnisarbeit zu leisten, was auch dazu führte, dass das Bochumer Schreibzentrum mittlerweile eine zentrale Stellung innerhalb der Universität eingenommen hat. Es besteht ein breites Angebot an fachübergreifenden und fachlichen Schreiblehr- und -lernszenarien, bei denen die Peerberatung ebenfalls eine wichtige Stellung einnimmt. Voneinander und miteinander lernen sind die zentralen Dinge für die Schreiblehre, die im Idealfall in allen Situationen stattfinden und erhalten werden.

     

     

    Bildung in der digitalen Welt

    • Vodafone Stiftung Deutschland gGmbH (Hg.): chancen denken – Impulse für eine offene und mutige Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

    Wie durch eine Lupe hat uns die Coronakrise in den vergangenen zwölf Monaten Missstände und Ungleichheiten unserer Gesellschaft im vollen Ausmaß sichtbar gemacht. Dazu gehört auch und vor allem der Bildungsbereich: die mangelnde Digitalisierung der Schulen oder fehlende digitale Kompetenzen der Lehrkräfte, aber auch der wachsende “digital gap” in Familien. Wieder einmal hängt Bildung – effektives Homeschooling und Distanzlernen – viel zu stark von der sozioökonomischen Herkunft der Schüler:innen ab. Die Krise ist aber auch ein Test für die Demokratie und Beteiligung im öffentlichen Raum. Desinformation in den Online- und sozialen Medien untergräbt in einigen Bevölkerungsteilen das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse und damit auch in die Politik, die bemüht ist, evidenzbasiert zu handeln.

    Aus diesem Grund hat die Vodafone Stiftung Ende 2020 den Dialog mit ihrem Beirat und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gesucht. Entstanden sind dabei viele spannende Denkanstöße, die in der Publikation „Chancen denken“ zusammengefasst wurden. Die Beiträge werfen einen geschärften Blick auf die Spannungen, Ungleichheiten und Missstände, die durch die Pandemie in den Bereichen Bildung und politische Teilhabe verstärkt wurden. Lassen nachvollziehen, welche Veränderungen die Krise katalysiert hat. Heben hervor, welche Chancen und neuen Handlungsräume sich aus diesen Veränderungsprozessen abzeichnen und ergeben können. Und zeigen auf, wie Verantwortliche in Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft diese Chancen so unterstützen können, dass daraus nachhaltige, positive gesellschaftliche Veränderungen Fuss fassen können.

    Mit Denkanstößen von Hannes Ametsreiter, Julius de Gruyter, Udo Di Fabio,Birgit Eickelmann, Thomas Gegenhuber, Verena Knoblauch, Ricarda Lang,Kai Lanz, Andreas Lebert, Johanna Mair, Moritz Müller-Wirth, Quang Paasch,Verena Pausder, Eva Schulz, Christian Stöcker und Monika Wulf-Mathies

    Aus dem Vorwort:

    Ein gutes Bildungsangebot bereitstellen zu können, erfordert die gemeinschaftliche Anstrengung verschiedenster Akteure: der Schulen mit allen an der Schulgemeinschaft beteiligten Personen, der Schulträger, der Schulaufsicht und speziell im Kontext von Digitalisierung auch der Medienbildungszentren, der Medienberater:innen, der IT-Abteilungen in der Kommunalverwaltung, von Bildungsbüros, Fortbildungseinrichtungen, weiteren Beratungs- und Unterstützungszentren und vielen weiteren mehr.

    Ziel (dieser Broschüre) ist es, Ihnen als Vertreter:innen von Schulen, Schulträgern und weiteren Bildungsakteuren Materialien und Leitlinien an die Hand zu geben, die Sie dazu befähigen, Ihre Prozesse im Rahmen des digitalen Wandels vor Ort selbstbestimmt und angepasst an die eigenen und regionalen Bedürfnisse gestalten zu können.

    • TU Graz: TELucatio

    TELucation ist eine Neuschöpfung, welche sich aus den Wörtern TEL (technology enhanced learning) und education zusammensetzt. Die OE Lehr- und Lerntechnologien der TU Graz hat im Jahre 2019 eine Sammelmappe mit Themen aus dem TELucation-Bereich veröffentlicht. Bei der TELucation-Sammelmappe handelt es sich um ein analoges Kompendium, welches Unterstützung zur Virtualisierung der Lehre bietet. Sie umfasst:

    • Didaktik: Beiträge zu didaktischen Einsatzszenarien von Tools bzw. Systemen oder Tipps zu Blended-Learning-Konzepten
    • Hochschule: Beiträge zu Regularien im Bereich virtuelle Lehre oder allgemeine Services
    • TeachCenter: Beiträge zum Einsatz des Lernmanagementsystems an der TU Graz (unser „TeachCenter“ basiert auf Moodle)
    • Tools: Beiträge zu „Wie funktioniert…?“
    • Video und Animation: Beiträge zur Videoproduktion an der TU Graz

    Die TU Graz will sowohl digital als auch analog Wissen zu Themen rund um technologiegestütztes Lehren und Lernen regelmäßig veröffentlichen und zum Nachlesen bereitstellen. Für alle externen Nutzer*innen der Sammelmappe werden die Beiträge als Downloads angeboten.

     

    Das wars für heute. Wer die alten Ausgaben nachlesen möchte:

    Ich halte die Augen weiterhin offen …

     Stay tuned 

     Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

     

    Tutorials, E-Books und Broschüren

    Nach meinen Buch- und Lesetipps im September und Ende Dezember sind eine Reihe weiterer Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

    • Schulleitung,
    • Lehrkräfte,
    • Hochschullehrende und last but not least:
    • BildungspolitikerInnen.

    Der Blogpost wird zweiteilig ausfallen. Dieser erste Teil stellt Tutorials, E-Books und Broschüren für einen praxisnahen Einsatz im Unterricht vor.

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Tutorial

     

    • Franziska Stahl: Buchtrailer – Eine Anleitung zur kindgerechten Buchrezension

    Das E-Book stammt von Franziska Stahl (@stahlfranz) und lädt Grundschulschüler*innen dazu ein, via eines Buchtrailers ein Buch vorzustellen, mit allen Tipps & Tricks. Tolle und motivierende Umsetzung.

    Die „Sprache“ und Anmutung des Buchs ist sicher eher etwas für den Primarbereich, die Ideen jedoch auch für Lehrkräfte aus weiterführenden Schulen sehr geeignet.

     

    In diesem Buch möchte ich meine Ideen und Anregungen für hybrides und selbstgesteuertes Lernen, umgesetzt mit Moodle™, vorstellen und mit konkreten praxisnahen Beispielen veranschaulichen. Im Kapitel 9 stelle ich weitere Ideen für die Zusammenarbeit im Kollegium vor. Auch zeige ich, was man sonst noch alles mit Moodle™ machen kann. Dabei ist mir das Konzept des selbstgesteuerten Lernens sehr wichtig.

    Die Ideen eignen sich natürlich auch für Logineo NRW LMS oder andere auf Moodle™ basierende Lernmanagementsysteme. Da ich selbst in Nordrhein-Westfalen arbeite, werde ich versuchen, mich an einigen Stellen auf Logineo NRW LMS zu beziehen.

     

    Ich habe dieses Buch für Menschen geschrieben, die mit BigBlueButton als Werkzeug Konferenzen, Lehrveranstaltungen, Seminare und Besprechungen leiten oder dabei unterstützen.

    Als Teilnehmer an solchen Veranstaltungen wird Ihnen das Buch helfen, die Möglichkeiten und Abläufe in dieser Online-Umgebung besser zu verstehen und optimal für sich zu nutzen.

    Update 22.04.2021: Selbstlernmaterial zu Kollaborationstools von Nele Hirsch

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: E-Book

    In einer Zusammenarbeit mit der Abteilung Bildung und Vermittlung des Deutschen Historischen Museums entstanden in einer mehrmonatigen Zusammenarbeit vier E-Books mit interaktiven Arbeitsblättern, welche für den Unterricht, aber auch für das Distanzlernen herangezogen werden können. Es geht vornehmlich um die Rolle der Frauen in der modernen Geschichte. Daher auch der Titel: Herstory.

    Die E-Books setzen sich in jeweils einem separaten Band kritisch mit einem Thema der Frauen- und Geschlechtergeschichte auseinander und stellen darüber hinaus immer einen Bezug zur Gegenwart her. Band 1 thematisiert hierbei die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert und geht speziell auf das Thema „Crossdressing“ ein, während in Band 2 die Frau in der Weimarer Republik sowie das Wahlrecht der Frauen im Mittelpunkt steht. Darüber hinaus wird die Frage erörtert, inwiefern Frauen sich als Politikerinnen in der heutigen Gesellschaft etabliert haben. Abschließen tut die Reihe mit dem Band über die Frauenbewegung der Nachkriegszeit. Hierbei wird sowohl die DDR als auch die BRD beleuchtet und das Thema der sexuellen Selbstbestimmung der Frau in den Vordergrund gerückt. Darüber hinaus findet aber auch die Einführung der Anti-Baby-Pille sowie die Diskussion um dieses Verhütungsmittel in der heutigen Gesellschaft ihren Platz im E-Book.

    Ready für das 21. Jahrhundert? So fragen die Herausgeber und mit ihnen 34 weitere ExpertInnen. Das im Rahmen eines agilen Book Sprints mit 34 ExpertInnen entwickelte „Agilität und Bildung“ gibt einen Überblick, warum und wie Agilität in der Bildung funktioniert.

    Die Herausgeber im Vorwort:

    Wir leben in einer wilden Zeit und das wird auch so bleiben: „the new normal“. Zeit für eine Bildung mit Raum für Abenteuer: Praxisstark. Theorieklar. Kollaborativ. Leidenschaftlich. Beim dem Lesen des Buches direkt loslegen und agile Methoden in der Praxis einsetzen!

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Broschüren

    Die Broschüre „Meet – join – connect! Digitale Tools für die Praxis Internationaler Jugendarbeit“ dient als Orientierungshilfe bei der Konzeption, Durchführung und Nachbereitung von digitalen internationalen Jugendprojekten. Anhand von Empfehlungen und Praxisbeiträgen zeigt der Leitfaden, wie ein sinnvoller Einsatz digitaler Tools bei einer Online-Begegnung aussehen kann.

    Der Medienpädagogik – Praxisblog hat sich die Broschüre näher angeschaut und schreibt1:

    Der Leitfaden mit dem Namen „Meet – join – connect!“ konzentriert sich, so steht es im Untertitel, auf „Digitale Tools für die Praxis Internationaler Jugendarbeit“. (…) So erschien schon im Jahr 2013 ein Leitfaden zu Social Media, der nun komplett überarbeitet und im Dezember 2020 neu veröffentlicht wurde. (…)

    Die Publikation erstreckt sich über 64 DIN-A4-Seiten und ist somit weit mehr als nur eine Broschüre, sondern ein gut recherchierter und detailliert ausgearbeiteter Überblick über digitale Tools für den pädagogischen Alltag. Es ist eine Art Standardwerk, das in keinem medienpädagogischen Bücherregal fehlen sollte – egal, ob in gedruckter oder digitaler Form.

    Ob Schulferien oder vorübergehende Schulschließungen – auf dieser Seite haben wir Experimente und wissenschaftliche Angebote zusammengestellt, die Kinder und Jugendliche ganz einfach zu Hause nutzen können. In Videos, Comics und Broschüren erklären wir komplexe Zusammenhänge und zeigen Nachwuchswissenschaftlern, wie sie ihr Zuhause kurzerhand zum Forschungslabor machen können.

    Darüber hinaus ist kürzlich eine neue Broschüre “Experimente für zu Hause” erschienen. Sie bietet kleinen und großen Forscherinnen und Forschern viele spannende und faszinierende Versuche zum Experimentieren.

    Die Hauptintention der vorliegenden Handreichung besteht darin, den Fokus auf zentrale Schlüsselstellen zu richten, um das Auftreten von Rechenschwierigkeiten weniger wahrscheinlich werden zu lassen.

    Toni hat 12 + 3 + 4 statt 12 + 34 gerechnet, also nicht berücksichtigt, dass die 3 an der Zehnerstelle steht. Es könnte durchaus sein, dass Toni im Unterricht nicht genügend Lerngelegenheiten erhalten hat, um ein gesichertes Stellenwertverständnis aufbauen zu können. In diesem Fall wäre der Unterricht dann für Tonis Schwierigkeiten mitverantwortlich.

    Positiv formuliert: Ein Unterricht, in dem die potenziellen stofflichen Hürden bei der Planung, Durchführung sowie Auswertung des Unterrichts angemessen berücksichtigt werden, kann die Wahrscheinlichkeit deutlich senken, dass Schülerinnen und Schüler Rechenschwierigkeiten entwickeln (…). Vollständig verhindern können werden Lehrpersonen sie allerdings vermutlich nicht. Bei der Umsetzung eines solchen Unterrichts soll Sie die vorliegende Handreichung unterstützen, die wichtiges Hintergrundwissen zu zentralen Inhalten des arithmetischen Anfangsunterrichts darstellt (Was sollte man wissen?) und durch konkrete Anregungen.

    Die Handreichung wurde im Projekt PIKAS von einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund und Grundschullehrkräften aus Nordrhein-Westfalen entwickelt.

     

    So viel für heute. Es sind in den letzten beiden Monaten noch eine ganze Reihe weiterer E-Books mit Schwerpunkt Fort- und Weiterbildung sowie zur Berufsorientierung veröffentlicht worden. Dazu im März mehr …

    Stay tuned 

     

    Titelbild: coyot @pixabay

    Buch- und Lesetipps

    Nach meinem gleichnamigen Beitrag im September sind eine Reihe weiterer Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

    • Schulleitung,
    • Lehrkräfte,
    • Hochschullehrende und last but not least:
    • Bildungspolitiker*innen.

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: E-Book

     

    Das linke E-Book stammt von Axel Krommer, Martin Lindner, Dejan Mihajlović, Jöran Muuß-Merholz, Philippe Wampfler mit Beiträgen von Lisa Rosa und Kathrin Passig. Es ist seit Oktober kostenfrei verfügbar.

    Die Autoren gehören zur Spitze der Vordenker in Deutschland, wie zeitgemäße Bildung aussehen kann. Kurzweilig und nah an der Praxis können sie perfekt aufzeigen, warum Digitalisierung nicht ‘Fluch’ oder ‘Segen’ ist, sondern ein Paradigmenwechsel, auf den man gut pragmatisch reagieren kann. Ein wichtiger Wegweiser zu einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit und unverzichtbar für alle, die sich für Bildung oder für Menschen interessieren. Marina Weisband, Autorin und Expertin für digitale Bildung und Beteiligung

    Das rechte E-Book kommt von der OECD und liegt seit Kurzem in Übersetzung von Jöran Muuß-Merholz vor:

    Wie sollen wir unsere Kinder auf morgen vorbereiten? Welches Wissen werden sie brauchen in einer Welt, die angesichts der rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre weniger vorhersehbar denn je ist? Mit dem „Lernkompass 2030“ (engl.: „Learning Compass 2030“) will die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Antworten auf diese Fragen geben. Das Rahmenkonzept, das von den Mitgliedsstaaten gemeinschaftlich erarbeitet und im Mai 2019 in Vancouver vorgestellt wurde, fasst die Kompetenzen zusammen, die junge Menschen für eine erfolgreiche Entwicklung benötigen. Im Zentrum steht der Gedanke, dass Schülerinnen und Schüler mehr Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Durch die Stärkung ihrer Handlungskompetenz werden sie befähigt, ihr eigenes Leben und die Welt um sie herum positiv zu beeinflussen.

     

    Routenplaner Digitale Bildung

    Für Lehrende an Schulen und Hochschulen, Studierende und andere an Transformationsprozessen in der Bildung Interessierte.

    OECD Lernkompass 2030

    Wie sollen wir unsere Kinder auf morgen vorbereiten? Welches Wissen werden sie brauchen in einer Welt, die angesichts der rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre weniger vorhersehbar denn je ist?

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Forschungsstand

     

    Dieser Sammelband bündelt über 70 Beiträge zum Themenbereich „Bildung, Schule, Digitalisierung“. Ein zentrales Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu den vielfältigen Aspekten, Perspektiven und Fragen zur Digitalisierung im Kontext schulischer Bildung und Lehrer*innenbildung abzubilden und kritisch zu reflektieren. Thematisiert werden programmatische Vorstellungen zu Digitalisierung und Digitalität, Medienkonzepte und Einsatzszenarien digitaler Medien sowie Fragen ihrer Wirksamkeit. Versammelt sind empirische Originalarbeiten zum Einsatz digitaler Medien, Beispiele guter Praxis, Beschreibungen geplanter Studien sowie theoretische Beiträge zum Themenbereich.

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Externe Evaluation

     

    • Birgit Eickelmann, Wilfried Bos, Julia Gerick, Frank Goldhammer, Heike Schaumburg, Knut Schwippert, Martin Senkbeil, Jan Vahrenhold (Hrsg.):  ICILS 2018 #Deutschland

    Mit der IEA-Studie ICILS 2018 (International Computer and Information Literacy Study) werden zum zweiten Mal nach 2013 computer- und informationsbezogene Kompetenzen von Achtklässlerinnen und Achtklässlern im internationalen Vergleich gemessen. Die Studie liefert damit ein aktuelles Bild über den Stand der digitalen Bildung in Deutschland. In diesem Band werden zudem erstmals empirisch basiert Aussagen zu Entwicklungen über einen mehrjährigen Zeitraum präsentiert. Ebenfalls erstmalig werden im Rahmen eines internationalen Zusatzmoduls Befunde zum Kompetenzbereich ‚Computational Thinking‘ vorgelegt, der das Lösen von Problemen und den kompetenten Umgang mit algorithmischen Strukturen anspricht.

    Über die detaillierte Erfassung der Rahmenbedingungen auf Schul-, Lehrer- und Schülerebene sowie aus der Perspektive der Schulleitungen und der IT-Koordinatorinnen und -Koordinatoren ergibt sich ein Gesamtbild über technologische und pädagogische Entwicklungen in Deutschland im internationalen Vergleich. Ergebnisse zu zentralen Hintergrundmerkmalen der Schülerinnen und Schüler sowie zu Schulformunterschieden ergänzen die Befunde. Der Band liefert so Informationen zur (Weiter-)Entwicklung von Schule und Unterricht sowie zur Lehrerprofessionalisierung im Kontext digitaler Transformationsprozesse.

     

    Durch die über eine Stichprobenerweiterung ermöglichte Teilnahme an ICILS 2018 (International Computer and Information Literacy Study) als sogenannter Benchmark-Teilnehmer werden erstmals für Nordrhein-Westfalen im nationalen und internationalen Vergleich die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen sowie Kompetenzen im Bereich ‚Computational Thinking‘ von Achtklässlerinnen und Achtklässlern untersucht. Diese Publikation stellt erste Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen zu den vorgenannten Kompetenzbereichen dar, differenziert hier vertiefend nach Schulformen und individuellen Schülermerkmalen. Weiterhin werden erste Analysen zu den Rahmenbedingungen des Kompetenzerwerbes für Nordrhein-Westfalen im nationalen und internationalen Vergleich zur Verfügung gestellt. Dazu gehören als schulische Voraussetzungen Befunde zur IT-Ausstattung sowie zum technischen und pädagogischen IT-Support. Weitere Schwerpunkte der hier vorgelegten ersten Ergebnisse von ICILS 2018-NRW liegen auf Befunden zu schulischen Prozessen wie den Erwartungen der Schulleitungen, den Einschätzungen der Lehrkräfte sowie Befunde zur Teilnahme an Lehrerfortbildungen. Ferner werden Ergebnisse zur schulischen Nutzung digitaler Medien durch verschiedene Akteure vorgestellt. Die Broschüre wendet sich im Kontext aktueller Digitalisierungsprozesse an eine an der Entwicklung von Schule und Unterricht interessierte Leserschaft in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.

     

    • Birgit Eickelmann, Kerstin Drossel: DIGITALES POTENZIAL – Erfolgreiche Förderung digitaler Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern an nicht-gymnasialen Schulen der Sekundarstufe I

    Die neue Studie „Digitales Potenzial“ von Prof. Dr. Birgit Eickelmann und PD Dr. Kerstin Drossel (Universität Paderborn) im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland untersucht nicht-gymnasiale Schulen, deren Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich hohe Digitalkompetenzen aufweisen – sogenannte digitale Optimalschulen. Anhand ICILS-2018-Daten analysiert die Studie Erfolgsfaktoren digitaler Optimalschulen und zeigt auf, welche Aspekte andere nicht-gymnasiale Schulen für eine bessere Förderung von Digitalkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler aufgreifen können.

    Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

    • Bei digitalen Optimalschulen gehen technische Ausstattung, Fortbildungen des Kollegiums sowie der reflektierte didaktische Einsatz digitaler Medien im Unterricht Hand in Hand.
    • Technisch sind diese Schulen nicht umfangreicher ausgestattet als andere Schulen, aber die Ausstattungskonzepte scheinen besser auf die pädagogischen Bedarfe zu passen und werden durch Lehrkräfte effektiver und vielfältiger genutzt.
    • Lehrkräfte an den digitalen Optimalschulen entwickeln ihre Fähigkeiten für den Einsatz von digitalen Technologien zudem besonders intensiv und mit einer fachlichen Fokussierung gezielt weiter. (…) Der direkte Bezug der Weiterbildung zum (Fach-)Unterricht ist hier ein wichtiger Erfolgsfaktor.

     

    In Ergänzung dazu mag die Leserschaft noch eine weitere Veröffentlichung interessieren:

    Die Autorinnen schreiben einleitend:

    (…) Im Kern stand dabei die Frage, wie die Modellschulen ‚Lernen mit digitalen Medien‘ in Schleswig-Holstein Schule und Lernen (um)gestaltet haben und was aus ihren bisherigen Erfahrungen daraus für die zukünftige schulische Arbeit gelernt werden kann. Betrachtet wird, welche Entwicklungen in der bisherigen Pandemiezeit die Modellschulen als besonderes Gelungen beschreiben, welche Herausforderungen sich stellten, welche Unterstützungsstrukturen in den Schulen eine besondere Rolle spielten, wie Kooperationen genutzt werden konnten und vor allem die Frage nach den Lessons Learnt: Was hat die eigene Schule in der bisherigen Pandemiezeit gelernt, welche Erfahrungen können für die schulische Arbeit über die Pandemiezeit hinaus in einen zukünftigen Regelbetrieb übernommen werden und was können andere Schulen aus den Erfahrungen der Modellschulen in der bisherigen Pandemiezeit lernen?

     

     

    Kultur der Digitalität: Lehrerkräfteaus-, -fort und -weiterbildung

     

    Für die Vorbereitung von zukünftigen Lehrkräften auf das Unterrichten mit digitalen Medien sind Lehrende in Lehramtsstudiengängen und Mentorinnen und Mentoren in Schulen von großer Bedeutung. Wer wissen möchte, was die internationale Forschung zu diesen Akteuren herausgefunden hat, sollte einen Blick in ein soeben erschienenes Review werfen: Neben Kompetenzen werden die Bedeutung individueller Einflussfaktoren und die institutionelle Unterstützung von Lehrerausbildenden im Kontext der Digitalisierung thematisiert. Folgende Themenschwerpunkte werden behandelt:

    • Reviews zur Bildung im digitalen Wandel: Eine Einführung in Kontext und Methodik
    • Digitalisierung in der frühen Bildung – Der Umgang mit digitalen Medien im Spannungsfeld zwischen Schutzraum und Schlüsselkompetenz
    • Unterrichtspraktiken, Erfahrungen und Einstellungen von Lehrpersonen zu digitalen Medien in der Schule
    • Lehrerausbildende als Akteure für die Digitalisierung in der Lehrerbildung: Ein Review
    • Digitale Medien in der Berufsbildung – Eine Herausforderung für Lehrkräfte und Ausbildungspersonal?
    • Die Implikationen der Digitalisierung für das Lehrpersonal in der Erwachsenen- und Weiterbildung – Ein Review ausgewählter empirischer Ergebnisse und weiterer theoriebildender Literatur

    Für das Review wurden nach einer systematischen Literaturrecherche 15 Studien ausgewählt und zusammengefasst.

     

    Was mich an diesem Band besonders beeindruckt hat, ist die fächerübergreifende Konzeption bzw. Anlage sowie die Darstellung der „Best Practices“ 

    Die vorliegende Buchpublikation geht zurück auf einen interdisziplinären Workshop, der von den Herausgeber*innen am 25. und 26. Februar 2019 im „Kokskohlenbunker“ des Ruhr Museums auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein in Essen organisiert wurde. Die Veranstaltung brachte 55 Vertreter*innen aus Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften und Zentren für Lehrerbildung aus bundesdeutschen Hochschulen zusammen, um über digitale Innovationen und Kompetenzen in Lehramtsstudiengängen zu diskutieren. Die Grundlage für die Veranstaltung bildeten Konzepte und Erfahrungen aus 47 Lehrprojekten der Beteiligten, die im Vorfeld der Veranstaltung von den Teilnehmenden als Diskussionsgrundlage dokumentiert und allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt wurden. Eine Besonderheit des Workshops bestand darin, dass keine Vorträge gehalten wurden, sondern dass ausgehend von den dokumentierten Lehr-Lern-Innovationen in mehreren moderierten Gruppenphasen mit wechselnden Beteiligtenkonstellationen fächerübergreifend Themen gemeinsamen Interesses identifziert und konkretisiert wurden. Die intensiven Gruppenphasen mündeten in die gemeinsame Konzeption der vorliegenden Buchpublikation, in der einerseits Best Practices aus unterschiedlichen Fächern für Interessierte anderer Fächer aufbereitet und dargestellt sowie fächerübergreifende Querschnittsthemen adressiert werden sollten, die aus dem während der Veranstaltung geführten Dialog entwickelt wurden.

    Die Lehrkräftefortbildung führte lange bildungspolitisch ein Schattendasein, ist zuletzt aber angesichts der zum Teil unzureichenden Qualifizierung der Lehrkräfte für die Nutzung digitaler Technologien in den Fokus von Bildungspolitik und Öffentlichkeit gerückt. Das Netzwerk Bildung der Friedrich- Ebert-Stiftung spricht Empfehlungen für eine grundlegende Reform der Lehrkräftefortbildung aus.

    Sie richten sich an Schul- und Wissenschaftspolitik, Schulverwaltungen und Träger von Fortbildungsangeboten. Im Fokus stehen eine stärkere Verbindlichkeit, die systematische Ermittlung von Bedarfen, die Festlegung von Qualitätsstandards der Fortbildung, eine bessere Qualifizierung der Fortbildner_innen sowie die Verzahnung von Lehrkräfteaus- und -fortbildung.

     

     

    Bildung in der digitalen Welt

     

    Aus dem Vorwort: Es sind nicht wenige, die sich Gedanken machen, welche Zukunft eine so nützliche und so wirkungsvolle menschliche Erfindung wie das Lesen von Büchern noch hat, seit Computer und Internet in alle Bereiche des Lebens vordringen, auch in die der Bücher und des Lesens. Das Lesen von gedruckten Büchern scheint altmodisch zu sein. Ein Unbehagen in der Lesekultur beschleicht uns daher nicht von ungefähr, als wäre alles längst nur noch eine Frage der Zeit, wann das Lesen nicht mehr als ein Nischendasein führen werde. Diese Entwicklung beklagen viele. Doch dieses Buch ist kein Buch der Klage. Davon gibt es mehr als genug, deren populärste Exemplare ich wiederholt hier bespreche. Es ist vielmehr ein Sachstandsbericht mit einer hohen Sympathie für das neue Lesen. (…) Gerade die digitale Welt braucht das Innehalten, Nachdenken und Abwägen der Argumente. Dazu lädt dieses Buch ein. (…) Einem solchen Thema hätte ich wohl nicht so viel Zeit zugewendet, wenn ich nicht drei Kinder hätte, die mir täglich vor Augen führen, warum Erziehung notwendig ist, auch wenn das Ergebnis dann ein ganz anderes ist, als es sich Professoren ausdenken mögen. Elisabeth, Nathan und Alban ist diese Abhandlung gewidmet.

    Ein Tweet von Axel Krommer (@mediendidaktik_) empfiehlt das Buch auch als Unterstützung im adäquaten Umgang mit Kritikern: 1:

    Das Buch “Lesen im digitalen Zeitalter”, mit dem man in jedem Lehrerzimmer die bewahrpädagogischen Nörgler, die vom Ende des Buches und des Lesens sprechen, in die argumentativen Schranken weisen kann.

     

    SINUS ist ein „Produkt“ des PISA-Schocks aus der Jahrtausendwende. Mit der Einführung der Bildungsstandards haben sich renommierte Fachdidaktiker die Frage gestellt, wie der Mathematikunterricht neu gestaltet werden kann. SINUS war als länderübergreifendes Angebot des IPTS in Kiel gedacht, das durch die Vernetzung vieler Lehrkräfte aus den Landesinstitutionen eine Neuausrichtung des Mathematikunterrichts initiieren sollte. Das gelang vor allem durch Aufgaben, die nach Problemlösungen und Modellierung fragten.

    Mit dieser Veröffentlichung wird ein darüber hinaus gehendes Ziel verfolgt:

    Mit dem vorliegenden Band werden praxiserprobte Materialien und Ergebnisse vorgestellt, die in der sechsten Phase des SINUS-Projekts entwickelt wurden. Die einzelnen Projektbeiträge unterstützen Kolleginnen und Kollegen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen und informatisch-technischen Fächern bei der Planung und Gestaltung eines Unterrichts, der die Heterogenität der Lernenden in den Blick nimmt und individuelle Lernprozesse ermöglicht.
    Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einem handlungsorientierten und zugleich kognitiv aktivierenden Unterricht, der Lernchancen auf unterschiedlichen Niveaustufen eröffnet – gemeinsame Zielrichtung aller Teilprojekte ist ein am Verstehen orientierter differenzierender Unterricht.

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Dissertationen

     

    In seiner Dissertation entwickelt, erprobt und evaluiert der Autor ein wissenschaftliches Fortbildungskonzept für Berufsschullehrende zum Unterrichtsthema nachhaltiges Handeln im Beruf. Um die Leitidee der Nachhaltigkeit in der Berufsbildung strukturell zu verankern, brauchen Lehrkräfte konkrete Weiterbildungsangebote und praktischen Input für ihre Schulpraxis. Auf Basis von zwei eigenen Studien ermittelt der Autor zunächst die professionelle Kompetenz der Berufsschullehrenden im Bereich Nachhaltigkeit, um daraus Ansatzpunkte für Lehr- und Lernarrangements abzuleiten. Anschließend entwirft er ein Fortbildungskonzept, das er in einer dreistufigen begleitenden Evaluation testet und weiterentwickelt.

    Der #relichat ist der wöchentlich stattfindende Twitter-Chat zur Religionspädagogik. (…) Von 2017 bis zum Sommer 2020 fanden 89 #relichats statt, an denen sich etwa 220 Personen aus dem deutschsprachigen Raum aktiv beteiligt haben. Die vorliegende Dissertation untersucht das Projekt #relichat hermeneutisch und evaluiert die Erfahrungen der Teilnehmer*innen am #relichat als informelles Fortbildungsformat. (…)

    Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen:

    • Lernen in und mit dem #relichat ist konstruktivistisches, informelles, selbstorganisiertes und selbstverantwortliches Lernen.
    • Es kann als Fortbildung bezeichnet werden, insofern es eine Weiterentwicklung der eigenen religionspädagogischen Praxis bewirken kann.
    • Eine besondere Rolle spielen die sozialen Beziehungen in der Community of Practice. Das Medium Twitter gibt die Rahmenbedingungen der Kommunikation vor.
    • Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt #relichat ist davon auszugehen, dass es in Zukunft verstärkt Formen des informellen Lernens in Communities of Practice geben wird, die sich die Möglichkeiten sozialer Kommunikation in digitalen Medien zunutze machen werden. Das gilt für lebenslanges Lernen grundsätzlich, aber auch für Pädagog*innenfortbildung.
    • Vernetzung wird als Ressource für Weiterbildung noch bedeutsamer werden. Es werden in Zukunft Dialog und Kommunikation vermehrt in der Öffentlichkeit stattfinden, hierarchische Strukturen werden dadurch ihre gesellschaftliche Legitimation zunehmend verlieren.

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

     

    Die Digitalisierung findet in Zeiten der Corona-Pandemie rasant Eingang in die schulische Bildung. Wie können wir diesen Wandel hin zu digitalem Lernen gestalten? Den Schulleitungen kommt bei dieser digitalen Transformation eine besondere Rolle zu, aber auch Lehrkräften, Eltern, Schüler/innen, Politik und Zivilgesellschaft können den Wandel hin zu zeitgemäßem Lernen voranbringen. Gemeinsam wollen wir unsere Schulen zu starken öffentlichen Orten des Lernens und der Teilhabe entwickeln.

    Wir machen deshalb die Inhalte der 8. Berliner Schulleitungstagung erstmals für alle frei zugänglich, die an frischen Impulsen zu Bildung für die digitale Welt interessiert sind!

     

    Aus der Praxis für die Praxis – in der Werkstatt schulentwicklung.digital 2018/19 haben Schulleitungen und Lehrkräfte aus 26 Schulen bundesweit ihre Praxiserfahrungen für gute Schule in der digitalen Welt zusammengetragen. Im Mittelpunkt standen konkrete Entwicklungsschritte für die Digitalisierung an Schulen, vom kollaborativen Arbeiten im Klassenzimmer bis hin zum digital gestützten Stationenlernen. Der Austausch zeigte deutlich: Ein gelungener Schulentwicklungsprozess scheitert nicht an technischen Herausforderungen. Vielmehr sind Haltungsfragen aufseiten der Lehrkräfte und die Unterstützung durch Schulleitungen entscheidend.

    Die Ergebnisse der Werkstatt stehen hier vollständig unter der CC BY 4.0-Lizenz zur Verfügung. 

     

    •  Forum Bildung Digitalisierung: PLAN BD

    Schulleitungen nehmen für das Gelingen des digitalen Wandels an Schulen eine Schlüsselrolle ein. Um ihrer Leadership-Rolle gerecht gerecht zu werden, benötigen sie ausreichend Qualifizierung und Unterstützungsangebote und müssen gute Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie ihre Schule erfolgreich durch die digitale Transformation führen können. Die zweite Ausgabe von Plan BD widmet sich unter dem Themenschwerpunkt Leadership den veränderten Anforderungen an die Rolle von Schulleitungen in der digitalen Welt. Die Beiträge bieten neue Perspektiven auf die Rolle, Aufgaben und Kompetenzen von Schulleitungen in der digitalen Welt und setzen Impulse für die Gestaltung geeigneter Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen.

     

    (…) Das Netzwerk Digitale Bildung gibt in diesem Buch Orientierung und liefert wichtiges Rüstzeug, um Digitale Bildung in den Schulen zu gestalten. Beschrieben werden, welche Voraussetzung zur finanziellen Förderung geschaffen werden müssen, wie ein pädagogisches Konzept in einen nachhaltigen Medienentwicklungsplan eingearbeitet wird und welche Technik und Infrastruktur auf dem Weg zu einem zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen wichtig sind. Expertinnen und Experten verschaffen den Entscheidungsträgern in Schulbehörden, Schulleitungen, Pädagogen und IT- Beauftragten an Schulen sowie IT-Verantwortlichen in Städten, Gemeinden und Kommunen einen Überblick zu den relevanten Themen und Fragestellungen. Sie teilen ihre Erfahrung und geben Tipps, welche Chancen Digitale Bildung bietet.

    Die online Ressource ist auch als E- Book erhältlich. Schade, dass man dafür als „Preis“ umfangreich eigene Daten angeben muss. Für mich persönlich geht das zu weit, weil man jederzeit von Industrie und Förderern kontaktiert werden kann. Gleichwohl gibt es inhaltlich wenig auszusetzen. Daher habe ich diese Ressource als online Tipp aufgenommen.

     

    Das Trendence Institut befragt im Schülerbarometer jährlich bundesweit repräsentativ über 20.000 Schüler*innen nach ihren Berufsplänen, Werten und Karrierepräferenzen. Ein Anlass für die Broschüre ist eine Aussage, die bestätigt, dass (die Eltern) bei der beruflichen Entscheidungsfindung eine extrem wichtige Rolle (spielen): 63% der Schüler*innen sagen, dass ihnen die Eltern bei der Berufs- und Studienwahl geholfen haben; deutlich mehr als Freunde, Lehrer*innen oder Berufsberater*innen.  (…) Die Broschüre richtet sich an alle, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit in die Berufliche Orientierung eingebunden sind und Eltern ins Boot holen wollen, wie z. B. Lehrkräfte, Berater*innen der Agentur für Arbeit und anderer Organisationen, wie auch Verantwortliche in Unternehmen. Viele werden dabei in einer Doppelrolle sein und können zugleich auf eigene Erfahrungen als Elternteil zurückgreifen.

    Die Publikation

    • beschreibt  im Teil 1 grundlegende Informationen zum Gesamtprozess der Berufs- und Studienwahl sowie zu aktuellen Studienergebnissen,
    • bietet im Teil 2 Checklisten zu vielen Themenbereichen an, die bei Fragen zur Berufsorientierung eine zentrale Rolle spielen und
    • hält im Teil 3 konkrete Praxisbeispiele bereit.

     

    Ein schlimmes Jahr neigt sich dem Ende zu. Leider gibt es nicht wirklich gute Prognosen für die nahe Zukunft. Mit diesem Lesefutter versuche ich dennoch Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, Euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, Motivierendes und Anspornendes in den Übergang zu geben.  Die Erfahrungen in den Twitternetzwerken stimmen mich zuversichtlich. Sie ersetzen – zumindest übergangsweise –  unsere persönlichen Treffen vor Ort. Emotional, sozial und eben auch pädagogisch. Ich wünsche uns auch im kommenden Jahr viele tolle Ideen und motivierende Beiträge. Dafür:

    Alles Gute für das Jahr 2021 und vor allem: Bleiben Sie gesund!

     

    Stay tuned 

     

    Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

    2020-21: sarajulhaq786 @pixabay

    Transformation analog – digital: Scrum

    Agiles Arbeiten mit Scrum, das ist in vielen Unternehmen die Antwort auf die digitale Transformation. Die beiden Bonner Lehrerinnen Uta Eichborn (@utaeichborn) und Petra Walenciak haben sich in ihren Ausbildungsbetrieben umgehört. Sie wollten etwas über deren Nutzung von digitalen Medien erfahren und über eine Integration in den eigenen Unterricht nachdenken. In einem Vortrag auf re:Publica 2019 stellen sie ein fächerübergreifendes Rahmenwerk vor, das selbstgesteuertes und selbstorganisiertes Lernen in den Mittelpunkt stellt und so die Schülerinnen und Schüler auf das Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt vorbereitet.

    Das war 2019!

    Nun gibt es Neues zu vermelden: In einem Book- Sprint haben Tom Mittelbach (@MittelbachTom) und 17 weitere Autor*innen ein gleichnamiges Buch für die Schule geschrieben. Tom schreibt in seinem Vorwort u. a.:

    • Im Team zu denken und zu handeln war und ist eines meiner zentralen Anliegen und erklärtes Ziel in jedem Unterricht, sei es in den Naturwissenschaften, im Sport oder in Ethik. Die sogenannten Scrum- Werte Engagement, Fokus, Offenheit, Respekt und Mut sind Werte, die ich für alle Schüler*innen für sehr wertvoll erachte.
    • Ich setze die Methode im Unterricht ein und bin davon begeistert, wie gut man es mit Scrum schafft, Leitplanken für die Lernenden zu setzen und zugleich einen höchstmöglichen kreativen Freiraum zu schaffen.
    • Dieses E-Book möchte dir den Einsatz von Scrum im Unterricht aus unterschiedlichen Blickwinkeln bekannt machen, Antworten auf mögliche Fragen geben und Praxisbeispiele aufzeigen.

    Das E-Book liegt in einer Windows-Variante und in einer Apple-Variante vor und steht als OER Material (CC-BY-SA 4.0) zur Verfügung. Darüber hinaus wird zurzeit eine Printversion vorbereitet.

    Tim Kantereit (@Herr_Ka_Punkt) Herausgeber eines weiteren im Book- Sprint entstandenen E-Books Hybrid- Unterricht 101, hat im Rahmen eines Podcasts mit Tom über das Buch und Scrum in der Schule gesprochen.

    Scrum in die Schule

    Tim Kantereit im Gespräch mit Tom Mittelbach

    Update (18.10.2020): Unterrichtsbeispiel “Klasse 5 Thema: Wirbeltiere – Hund / Katze / Maulwurf / Fledermaus” von Heike Hiller / Josef-Schmitt-Realschule Lauda

    Buch- und Lesetipps aus dem Twitternetzwerk

    Abseits der Pandemie sind in den Sommerferien eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich intensiv mit dem Thema Lernkultur unter verschiedenen Gesichtspunkten auseinandersetzen. Besonders bemerkenswert: Mehr und mehr wird unter Open Access publiziert. Sicher auch ein Verdienst der BMBF Administration, Fördergelder (aka Steuergelder) nur dann zu bewilligen, wenn die Materialien auch kostenfrei online gestellt werden.

    Die Hygienebedingungen ließen einen Besuch der (Uni-)Bibliotheken in den letzten Monaten nur eingeschränkt zu. Schön, dass zunehmend das Netzwerk Twitter genutzt wird, um auf Publikationen aufmerksam zu machen. In meiner Schlussbemerkung stelle ich daher einige Blogartikel vor, die sich mit dem Nutzungspotenzial von Twitter beschäftigen. Doch der Reihe nach: zunächst einige 

    Nachträge zu hybride Lernsettings

    Bevor ich auf die kuratierten Literaturlisten komme, noch einige Ergänzungen zu meinem letzten Beitrag, Hybride Lernsettings – wie führe ich die ein:

    • Zum Thema Lernsetting:
      • Axel Krommer (@mediendidaktik_) hat ein Erklärvideo zur sogenannten didaktischen Schieberegel erstellt. Damit der Kontext deutlich wird, hier der Link zu seinem dazugehörigen Blogbeitrag, der das Video eingebettet enthält.
      • Seit 2008 veröffentlicht das mmb Institut (@mmb_institut) regelmäßig eine Übersicht über die verschiedenen digitalen Lernformen und Lernwerkzeuge unter dem Titel „Vielfalt der Lernformen“. Sie dient einer groben Einordnung der unterschiedlichen E-Learning-Tools nach dem Grad des Selbstlernens vs. kollaborativen Lernens und nach dem Grad ihrer Lernorganisation (formell/informell). Über die Jahre hinweg zeigt die Übersicht auch, welche Lernformen neu hinzugekommen sind und wie sich ihre Funktionen verändern. Das Institut stellt in einem Blogbeitrag eine aktualisierte Variante vor.
      • Eine empfehlenswerte Übersicht gebende Materialsammlung von Unterrichtsideen, Apps & Tools kommt aus Sachsen-Anhalt (@MBSachsenAnhalt)Digitale Medien und Werkzeuge nutzen – Aus der Praxis für die Praxis
      • Auch Niedersachsen bietet eine Themenseite an: Werkzeuge und Methoden
    • Zum Thema Fortbildung:
      • Die Plattform WirLernenOnline (@wirlernenonline) hat Materialien und Erläuterungen zur einfachen Gestaltung einer Mikrofortbildung bereitgestellt, mit dem Ziel
        • praktisch ausprobieren,
        • voneinander und miteinander lernen,
        • freie Bildung verbreiten.
      • Weitere Konzepte zu Mikrofortbildungsveranstaltungen: Jan Vedder (@vedducation): Unterrichtsentwicklung im eigenen Kollegium und Forum Bildung (@ForumBilDig): Praxisleitfaden
    • Zum Thema Prüfungsformate
      • Björn Nölte (@Noelte030) hat in einem Newsletter neben sieben Vorschlägen einer Differenzierten Leistungsbewertung noch eine Reihe weiterer Materialien identifiziert bzw. vorgestellt.

    Kuratierte Liste, Teil 1: E-Book

    Das linke E-Book stammt von der Firma Apple. Natürlich sind die dort vorgestellten Tools auf der Apple (iPad)- Welt zu Hause. Dennoch lassen sich die Ideen auch in der Android und/ oder Win10 und/ oder Chrome Szene umsetzen, nur eben mit anderen Tools. Gleichwohl sind die im Buch beschriebenen Ideen sicher inspirierend für den einen oder anderen Projekt(wochen)ansatz.

    Die rechte Broschüre stammt vom BMBF und stellt in verständlicher Form Nutzungsrechte bei der Erstellung von Materialien im und für den Unterricht vor. Sie ist auf die aktuelle Rechtssprechung abgestimmt und stellt keinen Bezug zu möglichen Verträgen her. So erlaubt eine Vereinbarung zwischen KMK und Schulbuchverlage durchaus eine auf 15 % begrenzte Digitalisierung von Schulbuchseiten. Der Vertrag kann auslaufen und dann gelten wieder die Bestimmungen aus dem Urhebergesetz (0 %).

    Und noch ein E-Book: Nachtrag aus der OER-Szene

    OER scheint sich – auch ohne BMBF Unterstützung – zu lohnen, wie Nele Hirsch (@eBildungslabor) in einem Tweet berichtet:

    Toll, dass der Verlag sich auf dieses Experiment eingelassen hat. Wer Näheres zu dem Buch wissen will: Hier geht es zu einer Buchrezension und hier zu einer von Herbert Hertramp (@_DigitalWriter_) erstellten PDF-Datei.

    Kuratierte Liste, Teil 2: Buchempfehlungen

    Ich bin mal wieder in der Hochschulszene unterwegs gewesen.

    In diesem Sammelband werden Perspektiven aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Bildungsbereichen zum Themenbereich „Digitale Grundbildung“ zusammengeführt. Zum Aufwachsen in der mediatisierten Gesellschaft werden aktuelle Aspekte der Sozialisationsforschung und der Entwicklungspsychologie vorgestellt. Für die Schule werden die Rolle der informatischen Bildung und der Medienbildung aus erziehungswissenschaftlicher, schulpädagogischer und fachdidaktischer Perspektive diskutiert und aktuelle Konzepte präsentiert. Neue Formen und Inhalte der außerschulischen Medienarbeit mit Kindern werden vorgestellt und es wird den Konsequenzen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und außerschulischen Pädagoginnen und Pädagogen nachgegangen.1

    Der Sammelband mag an die Grundschulszene gerichtet sein, gleichwohl lohnt sich auch für die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen ein Blick. Besonders beeindruckend der Teil IV mit den vielen praktischen Hinweisen. Schon toll, was digitale Bildung im Infomatik- und Sportunterricht möglich macht, sofern man regelmäßige Reflexionsphasen über das Für und Wider einbaut, wie die Autorinnen und Autoren an vielen Stellen deutlich machen.

     

    • Reinhard Bauer, Jörg Hafer, Sandra Hofhues, Mandy Schiefner-Rohs, Anne Thillosen, Benno Volk, Klaus Wannemacher (Hrsg.): Vom E-Learning zur Digitalisierung

    Der Begriff „Digitalisierung“ ist in aller Munde und häufig werden vor allem Anforderungen formuliert, die „digitale Transformation“ in allen Bereichen der Gesellschaft mitzugestalten. In diesem Zusammenhang wird insbesondere von Hochschulen als Forschungs- und Bildungsinstitutionen erwartet, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

    Der Begriff „Digitalisierung“ erscheint einerseits als Heilsversprechen, andererseits ruft er auch Skepsis und Ängste hervor. Zugleich fällt auf, dass „Digitalisierung“ selten konkret definiert wird – vielmehr wird meist unhinterfragt vorausgesetzt, es gäbe einen Konsens, was im jeweiligen Kontext damit gemeint ist. Daher erscheint es besonders interessant, einschlägige Narrative im Zusammenhang mit dem Digitalisierungsbegriff offenzulegen und zu diskutieren sowie aus einer wissenschaftlichen und praktischen Sicht kritisch zu hinterfragen.

    Im Band werden deswegen die Mythen und öffentlichen Vorstellungen rund um Medien und E-Learning in den Blick genommen. Hochschule bietet dazu den wesentlichen Referenzrahmen. Darüber hinaus wird nach Realitäten und Perspektiven in diesem unbestimmten Feld gesucht. In Zusammenhang mit dem Band hat die Fachgesellschaft GMW ganz unterschiedliche Personen und Akteure direkt sowie in einem Call dazu eingeladen, sich an der Diskussion um den Status quo im Bereich der Nutzung und Bedeutung von Medien in der Wissenschaft zu beteiligen. Dieser Band bildet damit sowohl den aktuellen Stand der Diskussion als auch ihre fachlich-inhaltlichen, methodischen und konzeptionellen Facetten ab.2

     

    Der Titel des vor Ihnen liegenden Buches reibt sich. Er nervt! So beginnt der Autor sein Vorwort. Und weiter: Zumindest aus bildungswissenschaflicher Sicht ist die Beschäftigung mit dem Thema Future Skills zunächst ein Paradoxon. Skills, eigentlich also Fähigkeiten und Kompetenzen, sind schon per se auf die Bewältigung zukünftiger Herausforderung gerichtet. Wieso also solch einen Zukunftsbegriff noch mal mit dem Zusatz „Future“ imprägnieren? (…) Derzeit entstehen überall auf der Welt Future Skill Initiativen, auf die im Buch noch im Detail eingegangen wird. Sektorale, für Schulen oder Hochschulen, nationale (bspw. Future Skills Canada) und internationale, etwa von der OECD, der EU oder dem World Economic Forum. Alles Ansätze, die sich damit auseinandersetzen, die gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen für Arbeit, Bildung und Leben zu reflektieren und wichtige Future Skills zu analysieren. Viele dieser Konzepte setzen Schwerpunkte dabei auf die Frage, welche Fähigkeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer digitalisierten Welt brauchen.(…)

    Das Buch erarbeitet ein Modell, welches beschreibt, welche Strukturen und Wandlungsprozesse Future Skills zugrunde liegen und arbeitet drei Grundkomponenten heraus, die für die Handlungsfähigkeit in zukünftig hoch emergenten Kontexten eine wichtige Rolle spielen. Das so entstehende Triple Helix-Modell ist in der Lage, die für Future Skills wichtigen Bereiche abzubilden und ist insofern erklärungsmächtiger, als die bislang zu diesem Thema vorgelegten einfachen Listen.
    „Future Skills – Zukunft des Lernens – Zukunft der Hochschulen“ ist das erste Buch zum Thema Future Skills, ist zugleich die erste empirische Arbeit bildungswissenschaflicher Ausrichtung zum Thema und umfasst nicht nur die Frage nach Future Skills für den Arbeitsmarkt, sondern auch nach Future Skills für grundsätzliche Handlungsfähigkeit.

    Das Buch eignet sich meines Erachtens auch als Anregung/ Blaupause für Veränderungen unseres Schulsystems unterrichtlich wie organisatorisch. Besonders angetan bin ich von dem Kapitel A.3 Future Skills (= Kompetenzen) für die Welt von morgen und  C3.2 Vier Szenarien für die Hochschule der Zukunft. Hier war ich mehrfach versucht, Hochschule mit Schule zu ersetzen. Das Buch kann sich vor allem dann als Hilfe erweisen, wenn eine Schule eine Leitbildentwicklung vorbereitet. Das Buch ist Teil des Projekts NextSkills Initiative, das sich nicht nur auf die Kompetenzen bezieht, die Studierende in der zukünftigen Arbeitswelt brauchen werden. Es geht auch darum, wie sich die Hochschulen an den stetigen Wandel anpassen müssen.

     

    Für die Vorbereitung von zukünftigen Lehrkräften auf das Unterrichten mit digitalen Medien sind Lehrende in Lehramtsstudiengängen und Mentorinnen und Mentoren in Schulen von großer Bedeutung. Wer wissen möchte, was die internationale Forschung zu diesen Akteuren herausgefunden hat, sollte einen Blick in ein soeben erschienenes Review werfen: Neben Kompetenzen werden die Bedeutung individueller Einflussfaktoren und die institutionelle Unterstützung von Lehrerausbildenden im Kontext der Digitalisierung thematisiert. Folgende Themenschwerpunkte werden behandelt:

    • Reviews zur Bildung im digitalen Wandel: Eine Einführung in Kontext und Methodik
    • Digitalisierung in der frühen Bildung – Der Umgang mit digitalen Medien im Spannungsfeld zwischen Schutzraum und Schlüsselkompetenz
    • Unterrichtspraktiken, Erfahrungen und Einstellungen von Lehrpersonen zu digitalen Medien in der Schule
    • Lehrerausbildende als Akteure für die Digitalisierung in der Lehrerbildung: Ein Review
    • Digitale Medien in der Berufsbildung – Eine Herausforderung für Lehrkräfte und Ausbildungspersonal?
    • Die Implikationen der Digitalisierung für das Lehrpersonal in der Erwachsenen- und Weiterbildung – Ein Review ausgewählter empirischer Ergebnisse und weiterer theoriebildender Literatur

    Für das Review wurden nach einer systematischen Literaturrecherche 15 Studien ausgewählt und zusammengefasst.

     

     

    Kuratierte Liste, Teil 3: Dissertationen

     

    Robin Schmidt (@_robinschmidt): ICT-Professionalisierung und ICT-Beliefs

    Unter dem Untertitel Professionalisierung angehender Lehrpersonen in der digitalen Transformation und ihre berufsbezogenen Überzeugungen über digitale Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) geht es um die leitenden Überzeugungen zur digitalen Zukunft der Schule der nächsten Generation Lehrpersonen. Und wie Lehrpersonenbildung sich daher verändern müsste. Seine wichtigsten Ergebnisse:

    • ICT-Beliefs angehender Lehrpersonen spiegeln nicht die lebensweltliche Diversität und Ubiquität von ICT. ICT erscheint weiterhin als etwas Neues, das in der Schule ‘Einzug halten’ wird.
    • ICT-Beliefs angehender Lehrpersonen sind sehr differenziert und werden mit vielfältigen pädagogischen und gesellschaftlichen Argumenten zum Ausdruck gebracht. Beliefs-Bashing ist nicht angebracht.
    • Wenn man nicht nur nach spontanen Meinungen fragt, sondern zusammen entwerfen lässt, dann wird über Tools, Unterricht mit ICT, pädagogische Innovationen durch ICT u. künftige Formen der Anwesenheit gesprochen u. pädagogisch, ökonomisch, gesellschaftlich u. politisch argumentiert.
    • Angehende Lehrpersonen sind durchaus überzeugt, dass ICT den Unterricht verändern kann – in vier Formen:
      • Instrumentelles Verständnis von ICT
      • funktionales Verständnis von ICT
      • komplementierendes Verständnis von ICT
      • substituierendes Verständnis von ICT
    • Angehende Lehrpersonen sind überzeugt, auch im Zuge der digitalen Transformation selbst die zentralen Akteure bei der Gestaltung von Lerngelegenheiten zu sein.

    Peter Arnold: Digitalisierung und Lehrkräftefortbildung

    Der Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule bringt neue Möglichkeiten des Lernens, Lehrens und Arbeitens mit sich. Dies fordert Lehrkräften in Hinsicht auf den schnelllebigen, digitalen Wandel ein fortwährendes Lernen in der Berufswelt ab. Ausgehend von Theorien und Erkenntnissen rund um das Lernen und Lehren mit digitalen und interaktiven Medien nähert sich dieses Werk empirisch dem Ziel, bestehende Formen der Fortbildung von Lehrkräften bedarfsgerecht um die Vermittlung konzeptioneller, didaktischer und praktischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen und interaktiven Medien zu erweitern. Hierzu werden Fortbildungsformate analysiert und in Bezug auf ihre Zielorientierung, Virtualisierung und Interaktion verortet. Eine konkrete Fallstudie “Interaktive Medien in der Schule” zeigt den gleichnamigen phasenübergreifenden Zertifikatskurs für (bereits) Lehrende und (noch) Studierende des Lehramts. Die Evaluationsergebnisse und die im Kurs aufgetretenen Herausforderungen führten zu einem breit angelegten verallgemeinernden empirischen Design zur Exploration und Analyse von Gelingensbedingungen von Fortbildungsveranstaltungen und -strukturen für Lehrkräfte. Das Werk präsentiert neben empirisch gesicherten Gelingensbedingungen der Lehrkräftefortbildung zum Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule ein Modell zur Verortung von Fortbildungsveranstaltungen (MoVe-FoBi). Spezielle und allgemeine Handlungsempfehlungen zeigen dabei Wege zum (Re-)Design erfolgversprechender und progressiver Lehrkräftefortbildung.3

     

     

    Karl Peböck: #relichat – informelles Lernen mit Twitter

    Der #relichat ist der wöchentlich stattfindende Twitter-Chat zur Religionspädagogik. (…) Von 2017 bis zum Sommer 2020 fanden 89 #relichats statt, an denen sich etwa 220 Personen aus dem deutschsprachigen Raum aktiv beteiligt haben. Die vorliegende Dissertation untersucht das Projekt #relichat hermeneutisch und evaluiert die Erfahrungen der Teilnehmer*innen am #relichat als informelles Fortbildungsformat. (…)

    Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen:

    • Lernen in und mit dem #relichat ist konstruktivistisches, informelles, selbstorganisiertes und selbstverantwortliches Lernen.
    • Es kann als Fortbildung bezeichnet werden, insofern es eine Weiterentwicklung der eigenen religionspädagogischen Praxis bewirken kann.
    • Eine besondere Rolle spielen die sozialen Beziehungen in der Community of Practice. Das Medium Twitter gibt die Rahmenbedingungen der Kommunikation vor.
    • Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt #relichat ist davon auszugehen, dass es in Zukunft verstärkt Formen des informellen Lernens in Communities of Practice geben wird, die sich die Möglichkeiten sozialer Kommunikation in digitalen Medien zunutze machen werden. Das gilt für lebenslanges Lernen grundsätzlich, aber auch für Pädagog*innenfortbildung.
    • Vernetzung wird als Ressource für Weiterbildung noch bedeutsamer werden. Es werden in Zukunft Dialog und Kommunikation vermehrt in der Öffentlichkeit stattfinden, hierarchische Strukturen werden dadurch ihre gesellschaftliche Legitimation zunehmend verlieren.

    Schlussbemerkung

    In den letzten Wochen wurden in Blog- und Zeitungsbeiträgen die Twitternetzwerke #twlz, #twitterlz, #twitterlehrerzimmer, #edupnx vorgestellt. Hier eine kleine Auswahl:

    Das Deutsche Schulportal (@schulportal) hat ein Interview mit Christian Fischer (@FischerTubingen, Uni Tübingen) geführt, der sich mit der Frage: Wie Weiterbildung über Twitter gelingt beschäftigt hat. Dazu wurden Lehrkräfte in Twitter-Communitys befragt und ihre Tweets ausgewertet. Im Interview mit dem Schulportal erläutert Christian Fischer, der Leiter der Studie, wie Weiterbildung über Twitter und andere soziale Netzwerke funktioniert, welche Vorteile diese Medien gegenüber analogen Formaten haben können und wie sich der Austausch auf Twitter durch die Corona-Krise verändert hat, so Annette Kuhn in ihrer Einführung zum Interview.

    Die Twitternetzwerke sind übrigens nicht nur über Hashtags erreichbar. Man kann sich die Tweets aus #twlz, #twitterlz und #twitterlehrerzimmer auch via @Bot_TwLehrerZ in die Timeline spülen lassen.

    Wie aus den Ausführungen deutlich wird, kann man das Netzwerk durchaus sehr produktiv nutzen. Es gibt auch immer mal wieder “Störungen”, wie die Lehrerin und Medienberaterin Verena Knoblauch aus Nürnberg in einem Tweet sehr treffend kommentiert:

    Man sollte sich hiervon nicht abschrecken lassen. Das Positive überwiegt eindeutig!

    Das wär’s nun an Lesefutter für kühle Herbst- und Wintertage. Ich hoffe, dass für jede(n) etwas dabei ist. Stay tuned

     

    Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

    Blended Learning – Ein Leitfaden

    Tim Kantereit, Lehrer und Seminarleiter (Ausbilder von angehenden Lehrkräften) aus Bremen, hatte nach Ausbruch der Pandemie die Idee, einen Leitfaden zu entwickeln, der den Präsenzunterricht in der Schule in Kombination mit online gestützten Lehr- und Lernkonzepten beschreibt (sogenannte blended learning Ansätze).

    So reifte in mir die Idee, dazu ein Buch zu schreiben. (…) Seit März ist das Netz und Twitter voll von großartigen Ideen, wie man auf Distanz Unterricht gestalten kann, wie sich Videokonferenzen methodisch gestalten lassen oder welche Tools sich für welche Zwecke anbieten. Ich wollte daher diese Multiperspektivität im Buch abbilden, (eingebracht von) Personen, die in einzelnen Bereichen der Leitwerte eine viel größere Expertise haben als ich. (…)

    Ich sammelte zunächst Fragen und Eindrücke zur Situation „Corona und Schule“ über eine MentimeterUmfrage:

     

    Diese Fragen sollten als Impulse dienen, die einzelnen Kapitel inhaltlich auszufüllen. Es fanden sich 33 bemerkenswerte Persönlichkeiten aus dem #twitterlehrerzimmer und #fl_seminar auf Twitter und im #Instalehrerzimmer, die sich als Autorinnen und Autoren für dieses Gemeinschaftswerk zusammengeschlossen haben.

    (…) Das Buch ist nicht linear aufgebaut. Du kannst also im Inhaltsverzeichnis und/oder im Buch stöbern und die für dich interessanten Artikel lesen. Manchmal gibt es zu einem Thema mehrere Artikel, die die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigen. Wie es für digitale Arbeit typisch ist, findest auch immer wieder Verlinkungen und Beiträge digitaler Art, wie z. B. Videos, Blogs und Podcasts. Es gibt auch Downloadmaterial, das du für deinen Unterricht nutzen kannst. Das Buch ist also ein Ausgangspunkt, die digitale Welt zu ergründen und eine Einladung sich in bestimmte Themen vertieft einzuarbeiten.

    Als Ausbildungs- und Seminarleiter hatte er eher die angehenden Lehrkräfte im Blick. Durch die von ihm dann gewählte Autorinnen- und Autorensuche ist nun eine Handreichung für alle entstanden, also auch für ausgebildete Lehrkräfte, Schulleitung, Elternteil, Studentinnen  und Studenten.

    Ich selbst habe mich mit dem Beitrag „4.2 Hybrides Lernen – Blended Learning: Blaupausen an diesem Leitfaden beteiligt. Das vorgestellte Modell hat Eingang in sämtliche Kerncurricula des Landes Hessen gefunden und hat sich – zumindest analog – vielfach und in unterschiedlichen Umsetzungen bewährt. Meine Ausführungen beschäftigen sich vornehmlich mit der Adaption im blended learning Setting. Wie Tim hoffe auch ich, dass mein Input zum Nachdenken und vor allem Tun anregt.

    Das eBook liegt in einer Windows-Variante und in einer Apple-Variante vor und steht als OER Material (CC-BY-SA 4.0) zur Verfügung. Darüber hinaus wird zurzeit eine Printversion vorbereitet.

     

     

    Mit diesem Blogbeitrag verabschiede auch ich mich in die Sommerferien. Ich wünsche allen Bildungs- und Schulengagierten zunächst einmal Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

     

    Das Schuljahr 2020/21 wird – so ist zu befürchten – so beginnen, wie das letzte geendet hat. Der oben vorgestellte Leitfaden möge die Wiederaufnahme erleichtern helfen.

     

    Titelbild: Little Girl taking online classes, verändert mit Effects Art. URL: https://www.canva.com/media/MAD865IKO8A

    Sommerferien: Ulrike Mai @pixabay