Medienkonzept

Das schulische Medienkonzept schafft durch einen Austausch aller in der Schule Beteiligten eine gemeinsame Basis für die aktive Gestaltung der Lernumgebung und Unterrichtsorganisation.

Medienberatung NRW

In der Medienwissenschaft gibt es keine validen Aussagen, welche Tools, Apps in welchen Fächern sinnvoll wirken. Aus Sicht des Schulträgers ist dieser Befund sehr unbefriedigend. Denn sie wollen, dass deren Investitionen langfristig und sinnvoll wirksam werden. Wann jedoch ist eine Medienintegration in den schulischen Alltag und ihre Verankerung in einer Lernkultur für individuelle Förderung nachhaltig?

Neue Ausgangssituation: Der Digitalpakt

Mit Blick auf den Digitalpakt sind von “jetzt auf nu” alle Schulen auszustatten. Hier ist zunächst einmal der Schulträger gefragt. Er koordiniert und beantragt die Verausgabung der bereit gestellten Bundesmittel. Wenn es für die Schulen gut läuft, hat der Schulträger bereits einen Medienplan entwickelt. Er sieht eine über alle Schulen hinweg gehende Ausstattungsinitiative vor, inkl. Service und Support. Andere Schulträger befinden sich noch im Aufbau einer geeigneten Infrastruktur. Auf die Kommunen kommen enorme Herausforderungen zu. Ihre IT-Budgets erhöhen sich um ein Mehrfaches, alles muss ausschreibungsrechtlich in entsprechendem Rahmen ablaufen.

Und wie können sich die Schulen auf den Weg machen? Der Medienberater Felix Schaumburg (Wuppertal) empfiehlt in seinem Podcast (BZT 60):

  1. Sofern noch nicht geschehen, konstituiert sich in der Schule eine Arbeits- oder Steuergruppe mit dem Auftrag, einen Plan zu entwickeln, wie in fünf Jahren jeder Klassenraum mit einer Präsentationseinheit auszustatten ist.
  2. Dazu muss geklärt werden, was man unter einer Präsentationseinheit versteht:
      • Beamer/ PC – Kombination
      • Whiteboard mit Anschlussmöglichkeiten für externe Tablets/ ipads

    und vieles mehr. Hier lohnt sich eine Kontaktaufnahme mit dem Schulträger und/ oder dem örtlichen Medienzentrum mit dem Ziel, die zahlreichen Optionen vorgestellt und -geführt zu bekommen. Zudem kann mit dem Schulträger und – sofern sinnvoll – in Kooperation mit dem Medienzentrum ein weiterer Schritt vorbereitet werden:

  3. Wenn sich eine Schule bereits auf den Weg machen will, Tablett/ ipad-Klassen auszuprobieren, ist die Infrastrukturfrage (WLAN, BYOD, …) sowie die App Auswahl zu klären.

Mit Blick auf das Medienkonzept (s.u.) macht es m.E. keinen Sinn, den Einsatz der Tools ins Belieben der Lehrkräfte zu setzen. Denn: Spiralcurricularität heißt ja eben, auf etwas Bekanntes aufzusetzen, um den (Lern)Prozess weiter zu entwickeln. Hier gilt es, eine Verständigung herbei zu führen, z. B. eine Entscheidung für OneNote zulasten einer Einführung von Evernote und vice versa, eine ganz gewiss nicht triviale Fragestellung, bei den vielen unterschiedlichen Wünschen der Lehrkräfte…

Und dann?

Die Frage ist nun: Wie breiten sich Innovationen in Organisationen aus? Denn Ziel einer Innovation sollte es ja sein, dass sie möglichst viele Mitglieder einer Einrichtung erreicht und die Handlungspraxen möglichst aller positiv beeinflusst. Es werden drei Strategien vorgestellt:

  • Die Erprobung der von einer Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Apps/ Tools durch interessierte Lehrkräfte mit Hilfe des SAMR Modells.
  • Die Entwicklung eines Mediencurriculums mit dem Ziel, dieses in das Schulcurriculum einzubetten
  • Die Leitbildarbeit mit dem Ziel, über die Zukunft der Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Ausbildung nachzudenken, in der Regel über eine in der Schulkonferenz beginnenden Diskussion.

 

Erprobung

Jede Lehrkraft “probiert” sich aus. Dabei wird eine Vorlage (SAMR) genutzt, die einen späteren Austausch zuverlässig steuert bzw. ermöglicht.

Curriculum

Die über SAMR gesammelten Erfahrungen führen zu einem konstruktiven Austausch im Fachkollegium mit dem Ziel, das schuleigene Schulcurriculum weiterzuentwickeln.

Leitbild

Schule will sich den Herausforderungen an eine eneu Berufswelt stellen, ermittelt via OpenSpace/ Worldcafe-Verfahren eine Vison Schule 2030 und beginnt damit die Schulentwicklungsarbeit.

 

Weiterführendes Material

 

Working out loud – Auf dem Weg zum Medienkonzept
(…) Wir wollten es also nochmal wissen, Schulleitung und Medienkonzept-Team. Aber vor allem ich wollte es wissen: kann ich meine Kollegen auch ins Boot holen wie ein paar Kollegen auf Fortbildungen? Denn wenn man Bildung nicht im Ganzen oder zumindest an der eigenen Schule auf den Weg bringen kann, welchen Wert hat es dann im kleinen elitären Kreis? Ein Schulleitungmitglied einer Realschule berichtet in einem Blogbeitrag…

Das schulische Medienkonzept – eine Planungshilfe

Das Medienzentrum Bielefeld hat ein 7-seitiges Dokument entwickelt, das kurz und knapp den Weg zum Medienkonzept darstellt. (…)  Ausgangspunkt ist der Unterricht, dessen Qualität mit dem Einsatz von Medien gesteigert werden kann. Zentral ist die Frage, was die Schüler/innen lernen sollen und welcher pädagogischer Mehrwert dadurch erreicht wird. Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen zwei Perspektiven: Lernen MIT Medien und Lernen ÜBER Medien…

Best practice: Tabletklasse im Gymnasium Harsewinkel

Im Gymnasium Harsewinkel besitzen seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 alle Schüler/innen der Jahrgangsstufe sieben ein Tablet. Eine eineinhalbjährige Vorbereitungszeit liegt hinter den Lehrkräften, die die Geräte nun in ihren Unterricht einbinden. Wie startet man ein solches Unterfangen und was sollte man dabei beachten? David Tepaße, stellvertretender Schulleiter und federführende Leitung des Projekts, berichtet im Audio-Interview von seinen Erfahrungen.

Beispiel eines Mediencurriculums Klasse 1 – 10 der Berliner Nelson Mandela Schule 

Drei Schulen netzwerken…
Wir, drei Schulen der Gemeinde Hatten (GS Kirchhatten, GS Sandkrug & Waldschule) haben uns auf den Weg gemacht, gemeinsam ein Strategiepapier zu entwickeln, in dem die gemeinsame Arbeit im Bereich NEUE MEDIEN vereinbart wurde. Sich gegenseitig zu unterstützen, fortzubilden, Übergänge zu vereinfachen, voneinander zu lernen, eine Einheit zu bilden, … dies sind die Bereiche, die wir uns von dieser Zusammenarbeit versprechen.

Bildung in der digitalen Welt – Medienintegration als Schulentwicklungsprozess in regionalen Schulnetzwerken gestalten

2012 bildete den Startpunkt eines EU-finanzierten Projekts, in dem das Learning Lab mehrere Schulen am Niederrhein in Deutschland und naheliegenden Schulen aus den Niederlanden zusammenbrachte. In gegenseitigen Besuchen wurden verschiedene Wege der Einführung digital-gestützten Unterrichts thematisiert und diskutiert. Auf der Grundlage dieser ersten Erfahrungen hat das Learning Lab (Duisburg-Essen) das Konzept der “regionalen Schulnetzwerke” als Werkzeug der Medienintegration als Schulentwicklung mit Schulträgern erarbeitet. Dieses Konzept ist mittlerweile in einer Reihe von Schulnetzwerken – mit allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs – erprobt und verfeinert worden. Es erweist sich als ein Vorgehen, um den digitalen Wandel jenseits vereinfachender Ausstattungskonzepte nachhaltig in Schulen voranzubringen: gemeinsam mit verschiedenen beteiligten Akteuren, auf pädagogische Ziele von Schule bezogen und unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen einer Einrichtung.

Meine Schule auf dem Weg zum Medienkonzept? Präsentation Martin Fugmann (Schulleiter am Evangelisch Stiftischen Gymnasium, Gütersloh) auf dem Forum Schulleitung November 2018

Erfahrungen bei der Einführung einer Schulcloud, Rückblick eines Schulleiters

Webinar “So erstellen Sie einen Medienentwicklungsplan” (Netzwerk Digitale Bildung)

Wakelt zum Thema Schulentwicklungsstrategien von Ines Bieler

Sehr umfassendes FAQ Gymnasium Norf

Handreichungen, Anleitungen, Konzepte, z. B.

Vielfach werden im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklungen Vorschläge und Ideen umgesetzt, ohne sich – formativ – im Prozess selbst wie summativ zum Abschluss zu vergewissern, ob es “etwas gebracht” hat. Eine etablierte Qualitätskultur hat nachweislich vielen Schulleitungen und Steuergruppen geholfen, nicht nur den Überblick zu behalten, sondern auch den Evaluationsprozess an den eingangs formulierten Zielsetzungen auszurichten. Daher wird diesem Thema ein eigener Block gewidmet…

 

 

Qualitätsmanagement

Schulentwicklung geht von der Einzelschule als Einheit zielgerichteter, systematischer und reflexiver Gestaltung aus, wobei Unterrichtsentwicklung, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung im Systemzusammenhang gesehen werden und die Entwicklung von Einzelschulen mit der Entwicklung des gesamten Schulsystems gekoppelt ist.

Prof. em. H.G. Rolff

Erziehungswissenschaftler

Zunächst einmal: Aus meinen Schulinspektionszeiten weiß ich natürlich, dass die im folgenden näher vorgestellten Begriffe Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Evaluation nicht gerade positiv besetzt sind. Sehr häufig wird von Lehrkräften bei entsprechenden Empfehlungen darauf hingewiesen, dass Schule kein Wirtschaftsunternehmen sei. In der klassischen, d.h. betriebswirtschaftlichen, Aktiva und Passiva gegenüber stellenden Form stimmt das ganz sicher. Mit Blick auf Kommunikation mit Sachaufwandsträger (Infrastruktur), Schulaufsicht, Personalmanagement und (pädagogische) Leistungsbilanz kommen jedoch Faktoren ins Spiel, die durchaus mit der „freien Wirtschaft“ vergleichbar sind und in den Unternehmen mit entsprechenden Managementmethoden begleitet werden. Um die Einordnung der dort eingesetzten  – und auch für ein Schulmanagement – relevanten und bewährten Instrumente soll es gehen…

Die Entwicklung von Schulen gehört zu den Aufgaben der Schulleitung und muss vom Kollegium gestaltet und getragen werden, damit sie wirksam werden kann. Ein systematisches und methodengestütztes Vorgehen hilft dabei, den roten Faden nicht aus dem Auge zu verlieren und Entwicklungsvorhaben über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu verfolgen. Methoden der Schulentwicklung dienen dabei der Transparenz der Prozesse und ermöglichen eine Beteiligung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Betrieben. Dafür haben sich verschiedene Methoden eines sogenannten Qualitätsmanagement (QM) etabliert.

Nutzen von Qualitätsmanagement (QM)

Warum Schulentwicklung und warum so aufwändig (Steuergruppe, Dokumentation, Evaluation…)?

Nach Rolff helfen folgende Aussagen für eine erste Einordnung:

  • Schulentwicklung wird verstanden als Einheit von Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung
  • Kernbereich von Schulentwicklung ist der Unterricht, den es im Hinblick auf die zu gestaltenden Lernprozesse, Lernergebnisse und Erziehung vorrangig weiterzuentwickeln gilt.
  • Partizipation aller an Schule Beteiligter ist ein wesentliches Moment, um Schulentwicklung wirksam gestalten zu können. Entsprechende Prozesse sind zu initiieren.
  • Professionelles Leitungshandeln ist erforderlich, um den Gesamtprozess von Schulentwicklung zielgerichtet voranzutreiben.
  • Schulentwicklung braucht Kontinuität, Zeit, Engagement und ein hohes Maß an Selbstständigkeit von Schule.
  • Weniger ist mehr. Es ist besser, sich nicht zu viel zuzumuten. Kleine Erfolge sind oft mit wenig Aufwand erreichbar und stärken das Selbstbewusstsein für weitere Unternehmungen.
  • Weiterentwicklung bedeutet immer auch, sich mit Widerständen auseinander zu setzen. Bedenken, Einwände und Ängste sollten ernst genommen werden.
  • Schulentwicklung strebt die Steigerung der Effektivität der schulischen Arbeit und die Erhöhung der Arbeitszufriedenheit aller an Schule Beteiligten an.
  • Wirksame Unterstützungssysteme – wie z. B. Schulberatung – sind eine entscheidende Voraussetzung, um den Prozess der pädagogischen Schulentwicklung effektiv zu gestalten.

Im Folgenden werden nun einige Strategien und dazugehörige Instrumente vorgestellt:

PDCA

Wie können nun Schulen ihre Qualität unter den jeweils gegebenen Rahmenbedingungen kontinuierlich sichern und weiterentwickeln? Wie kommen sie zu richtigen Entscheidungen? Wie finden sie heraus, ob sie das, was sie tun, gut machen?

Der Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagements und die regelmäßige Anwendung eines Qualitätskreislaufs (PDCA-Zyklus) sind hierfür wesentliche Steuerungsinstrumente.

Projektmanagement

Die Arbeit mit und in Projekten ist in Schulen gängige Praxis. Seit jeher führen engagierte Lehrkräfte im Schulalltag, insbesondere im Unterricht, Projekte durch. Projekte sind von zentraler Bedeutung für die Schulentwicklung.

Systematisches Projektmanagement dient dazu, Entwicklungsvorhaben in der Schule zielorientiert durchzuführen und zu koordinieren. Dabei umfasst es zwei Aspekte: Leitlinie des schulischen Projektmanagements ist, das Engagement der Lehrkräfte in Projekten zu unterstützen und deren Ergebnisse nachhaltig in der Schule zu verankern.

Selbstevaluation

Früher nahmen die einzelnen Lehrerinnen und Lehrer die Verantwortung für eine hohe Schul- und Unterrichtsqualität vorwiegend individuell wahr. Mit der schulinternen Evaluation ist die Zielsetzung verbunden, dass die einzelnen Schulen schrittweise auch gemeinsame Formen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung aufbauen und diese im Schulbetrieb fest verankern.

Die Schule als pädagogische Einheit (“Lernende Schule”) wie auch einzelne Unterrichtsteams können Evaluationen nutzen, um die Wirkungen der gemeinsamen Arbeit auf die Schülerinnen und Schüler, auf die Lehr- und Betreuungspersonen sowie auf die Schule und nach außen einzuschätzen und zu beurteilen.

 

Weiterführendes Material

 

  • Praxisleitfaden Medienkompetenz – Bildung in der digitalen Welt für Primarstufe und Sek. I (Hrsg.: Hessisches Kultusministerium)
    Der Praxisleitfaden versteht sich als Unterstützungsinstrument für Lehrerinnen und Lehrer und alle Personen, die an der Schule tätig sind. Er soll dazu anleiten, im Unterricht aller Fächer in der Primar- und Sekundarstufe I neben fachlichen Kompetenzen im Rahmen der Unterrichtsentwicklung auch Medienkompetenzen im Fachunterricht zu fördern. Dazu werden im auch praktische Hinweise für die Unterrichtsgestaltung durch konkrete Unterrichtsbeispiele gegeben. (…) Die Unterrichtsbeispiele können weiterentwickelt und an die jeweilige Unterrichtssituation angepasst werden. Ergänzend wird ein Raster zur Verfügung gestellt, das dazu verwendet werden kann, analog zu den Unterrichtsbeispielen eigene Unterrichtsideen zu entwickeln, zu verwirklichen, zu dokumentieren und dem Kollegium zugänglich zu machen.
    Bericht einer hessischen Schule (Herborn)

  • Medienkonzeptionelle Arbeit an Schulen

    Um die notwendigen Schulentwicklungsprozesse nachhaltig und zielführend planen zu können, sind klare Absprachen und eine transparente Dokumentation unabdingbar. In der neuen Handreichung „Medienkonzeptionelle Arbeit an Schulen“ geben wir konkrete Empfehlungen, wie die Aufgaben Schritt für Schritt bewältigt werden können. Zu den Themenbereichen Fachentwicklungsplanung, Ausstattungsplanung, Fortbildungsplanung und Einführung der Musterlösung Grundschule liefern wir jeweils eine kurze Beschreibung der notwendigen Arbeitsabläufe und jeweils einen vorgefertigten Arbeitsplan, der schulindividuell angepasst werden kann

 

Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien

Das Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien ist frei zugänglich verfügbar (siehe Lizenzierung). 116 Autor/innen, über 80 Gutachter/innen sowie viele weitere Personen haben es möglich gemacht, das Themenfeld umfassend darzulegen. Im August 2013 wurde im Rahmen eines Buchsprints das Buch vollständig überarbeitet und ergänzt. Der gesamte Ablauf ist auf der Projekthomepage L3T 2.0 dargestellt. Mit Hilfe von 268 Mitwirkenden ist es gelungen, 59 Kapitel als freie Bildungsressource zur Verfügung zu stellen. A

uch wenn die Veröffentlichung im Zeitraum 2011 – 2013 entstand, hat es an Aktualität nicht verloren. Im Gegenteil, die publizierenden Autorinnen und Autoren sind nach wie vor im e-learning Bereich “unterwegs”.

Q2E-Modell, Nordwestschweizer (Landwehr-Steiner) Konzept in sechs Broschüren

Blogbeitrag: Schulentwicklung durch Change-Management I: Digitalisierung in der Schule