Schulentwicklung (v): Personalentwicklung

Für die professionelle Leitung einer Schule und ihre Entwicklung zu einer lernenden und selbstverantwortlichen Organisation sind Managementwissen und Führungskompetenzen erforderlich. Die Schulleitung nimmt bei der Gestaltung der Schule eine Schlüsselstellung ein. Ihre maßgeblichen Aufgaben bestehen darin,

  • Arbeitsstrukturen zu schaffen, damit die Schule den gewünschten Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen kann,
  • einen geregelten Schulbetrieb durch entsprechendes organisatorisches und administratives Handeln sicherzustellen,
  • den Personaleinsatz zu planen, das schulische Personal zu führen, es in seiner Arbeit zu unterstützen und seine professionelle Weiterentwicklung zu fördern,
  • die Beziehungen der Schule zu den Eltern, zur Schulaufsicht und zum Schulträger sowie zu weiteren Bezugsgruppen des öffentlichen Lebens zu pflegen und die Schule somit fest in ihr Umfeld einzubinden,
  • Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an der Schule zu initiieren und zu steuern.

Kompetentes Personal ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Schulqualität. Für die Personalführung und Personalentwicklung auf Schulebene ist die Schulleitung zuständig. Maßnahmen der Personalentwicklung fördern die Qualifikationen, die die Beschäftigten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben benötigen. Sie verbinden die Anforderungen der Schule mit den individuellen Entwicklungswünschen des Personals und berücksichtigen dabei die besonderen Belange der Vollzeit- wie Teilzeitbeschäftigten und der unterschiedlichen Geschlechter. Zu den Beschäftigten zählen die Schulleitung, die Lehrkräfte sowie weiteres pädagogisches und nicht pädagogisches Personal.
Die Personalentwicklung ist ein zentraler Bestandteil der Qualitätsentwicklung an der Schule und muss auf der Basis einer wertschätzenden Schulkultur planvoll aufgebaut, konsequent umgesetzt und fortlaufend weiterentwickelt werden. Der Hessische Referenzrahmen (HRS) weist dem Thema Personalführung und -entwicklung zu recht eine eigene Dimension Professionalität der Schulleitung zu.

In den letzten Jahren sind zahlreiche Bücher zum Thema Schulleitung erschienen: „Die Führung einer Schule“ (Dubs), „Professionswissen Schulleitung“ (Buchen/Rolff, Hg.), „Das Handwerkszeug für die Schulleitung“ (Buhren/Rolff/Neumann, Hg.), „Führungsaufgaben der Schulleitung“ (Buhren, Neumann), „Grundwissen Schulleitung“ (Pfundtner) und viele mehr. Schaut man in die Inhaltsverzeichnisse, weiß man um die Anhäufung der Aufgaben und die damit verbundenen Herausforderungen von Schulleitung.

Dieser Beitrag befasst sich mit ersten Überlegungen zu Konzepten und Methoden einer geeigneten Personalentwicklungsstrategie. Zunächst mit zwei unterschiedlichen Zugängen,

  • mit Fokus einer Leitbildentwicklung
  • mit dem Fokus auf Unterrichtsentwicklung (Tablets im Unterricht)

ehe ich dann einige Methoden vorstelle, die eine Umsetzung erleichtern helfen.

Let’s dive in …

Kontext (1): Leitbild

Ich habe kürzlich anlässlich der „Digitale Fortbildungsoffensive des Ministeriums für Schule und Bildung NRW für Schulleitungen und ihre Teams“ einen Input zu „Vom Leitbild über das Schulprogramm zur Personalentwicklung“ gegeben. Hier – als Slider – einen Auszug aus der Präsentation:

Kultur der Digitalität

Der Schule kommt die Aufgabe zu, junge Menschen dabei zu unterstützen, angesichts der rasanten und tiefgreifenden Veränderungsprozesse im beruflichen, im sozialen und im politischen Kontext diese Welt aktiv zu gestalten. (…) Die jungen Menschen nutzen digitale Medien schon vielfach für ihr Lernen – mal zielgerichtet, mal weniger; mal lernförderlich, mal weniger; mal im Wissen um rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. den Datenschutz, das Urheberrecht, den Jugendmedienschutz), mal ohne dieses Wissen. (…)

Wichtig ist: operationalisieren!

Mal konkret (1) ...

Erfolgreiche Arbeit im Unterricht steht für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft im Mittelpunkt.

Operationalisierungen?

Mal konkret (1) ...

Erfolgreiche Arbeit im Unterricht steht für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft im Mittelpunkt.

Das haben wir erreicht (in Auswahl):

  • alle Fachgruppen der Schule arbeiten mit internen Arbeitsplänen
  • Die Lehrerinnen und Lehrer treffen sich regelmäßig zur Reflexion ihrer unterrichtlichen Arbeit.
  • Alle Klassen formulieren zu Beginn des Schuljahres Regeln, die unbeschwertes, faires und soziales Lernen in der Klassengemeinschaft garantieren.

Das planen wir:

  • Weiterentwicklung der Evaluationskultur

Mal konkret (2) ...

Wir vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern fachliche, methodische und soziale Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, in späteren Lebenszusammenhängen zu bestehen.

Operationalisierungen?

Mal konkret (2) ...

Wir vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern fachliche, methodische und soziale Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, in späteren Lebenszusammenhängen zu bestehen.

Das haben wir erreicht (in Auswahl):

  • Mit Hilfe eines Methodencurriculums für die Jahrgänge 5-8 wird die Kompetenzentwicklung in den Bereichen „Lern- und Arbeitstechniken“, „Kommunikation“ und „Arbeiten im Team“ systematisch gefördert.
  • Unser Medienkonzept sichert die Vermittlung von Medienkompetenz für alle Schülerinnen und Schüler. Dazu sind aufsteigend ab Jahrgang 5 den einzelnen Fächern geeignete Inhalte zugeordnet und den einzelnen Fachkollegen in einer übersichtlichen Tabelle als Vermittlungshilfe bereitgestellt.

Das planen wir:

  • Stärkung der fächerübergreifenden Arbeit.
  • Ausbau der Kooperation mit außerschulischen Partnern, Alumni und Eltern

Warum brauchen Schulen Leitbilder?

Schulintern:

Das pädagogische Personal befindet sich in vielen Fällen in einer Umbruchsituation: Es findet eine starke Verjüngung des Lehrkörpers statt. Darüber hinaus bringen die Lehrkräfte bzgl. Medienumsetzungen unterschiedliche Erfahrungen ein. Mit dem Leitbild kann die Arbeit eines Kollegiums eine ganzheitliche, stimmige Ausrichtung bekommen.

Warum brauchen Schulen Leitbilder?

Schulextern:

Das Leitbild ist ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Schule und der damit verbundenen Information von Eltern und anderen interessierten Gruppen. Sie dient auch als Legitimationsfunktion: In diesem Zusammenhang wird das schulische Handeln nach außen (Betriebe, Schulaufsicht, Lokalpolitik, Öffentlichkeit) vermittelt und gerechtfertigt.

Auf meiner Plattform befindet sich eine Themenseite Vom Leitbild zum Schulprogramm mit weiteren Informationen zu einer professionellen Umsetzung.

Das digital gestützte Lehren und Lernen stellt neue Anforderungen an Lehrkräfte. Um zukunftsfähige und individuelle Lehr-Lern-Settings für die Schüler:innen zu gestalten, müssen sie die dafür notwendigen Kompetenzen erwerben. Schulleitungen als zentralen Akteuren kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, die Personalentwicklung zu gestalten. Auf Grundlage von qualitativen Dokumentenanalysen, der Auswertung aktueller Studien, Länderabfragen und Expert*inneninterviews, leiten die Autor*innen eines Impulspapiers des Forum Bildung Digitalisierung u. a. folgende zentrale  Handlungsempfehlungen ab.

  • Die digitalisierungsbezogene Personalentwicklung sollte einen integrativen und systematischen Ansatz verfolgen.
  • Damit digitale Schulentwicklung gelingt, sollten alle beteiligten Akteure stärker kooperieren und die Gestaltung des digitalen Wandels an Schulen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen, die einer umfassenden Steuerung bedarf.

Schulleitungen sind für die Einhaltung des Datenschutzes im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)  dem Land gegenüber rechenschaftspflichtig, melden Bedarfe bezüglich der Ausstattung an und entwickeln ein Medienkonzept.

Kontext (2): Lernen mit Tablets

In diesem Zusammenhang nun die Vorstellungen einer digitalisierungsbezogenen Personalentwicklung über die Befassung mit einem Unterrichts(entwicklungs)projekt: Lernen mit Tablets. Es liegt dazu ein Zwischenbericht vor. Hier – ebenfalls als Slider – Auszüge aus einer Präsentation einer der Mitautor*innen, Prof. Rau [1]https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/zelb/Veranstaltungen/Medienbildung_Digitalisierung/RauF_Schulentwicklung__260122_Teil2.pdf:

Projektkontext (1)

Das Projekt verfolgt das Ziel, Lehrer*innen der Herderschule einen sachgerechten und souveränen Umgang mit mobilen Endgeräten zu ermöglichen. Im Fokus des Teilprojektes steht die Entwicklung und Durchführung von Online-Workshops zur sachgerechten Nutzung von Tablets für Unterrichtszwecke.

Projektkontext (2)

Auf Basis dieses handlungs- und erfahrungsorientierten Ansatzes sollen Lehrer*innen perspektivisch in die Lage versetzt werden, Tablets sachgerecht für eigene Unterrichtszwecke verwenden zu können. Mit der Durchführung des Teilprojektes soll ein Beitrag im Entwicklungsfeld „Personalentwicklung“ geleistet werden.

Projektkontext (3)

Die folgenden Teilziele werden verfolgt:

  • Die entwickelten Online-Workshops bieten die Möglichkeit, die vorhandenen Tablets kennenzulernen und erproben zu können.
  • Die Lehrer*innen fühlen sich in der Lage, die vorhandenen Tablets für eigene Unterrichtszwecke sachgerecht verwenden zu können.
  • Es werden Erkenntnisse über die spezifischen Herausforderungen und Chancen für Lehrer*innen im Umgang mit Tablets an der Herderschule gewonnen.

App-AG

Im Austausch mit der Schulleitung und interessierten Lehrpersonen wurde für die nächsten Schritte die Zielstellung formuliert, interessante Apps aus der Perspektive der Spracheilpädagogik in den Blick zu nehmen und hinsichtlich ihrer Potenziale für die Herderschule zu prüfen. Diese Zielstellung wird derzeit im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Herderschule bearbeitet, welche auf Basis eines modifizierten Bewertungsschemas nach Reber (2020) die Eignung von Apps zur Sprachförderung für die Lerngruppen
der Herderschule in Form von App-Steckbriefen bewertet.

Zwischenergebnis (1)

Ein zentrales Ergebnis war die Entwicklung und Durchführung eines Online-Workshops zum Thema „Lehren und Lernen mit Tablets. Eine Einführung für die Grundstufe“. Neben grundsätzlichen Fragen zur Bildung in einer digital geprägten Welt wurden mit dem Workshop-Konzept drei exemplarische Szenarien zum Lehren und Lernen mit Tablets vorgestellt und deren Umsetzung mit den Grundfunktionen
erläutert:

(1.) Online-Umfragen zur Erweiterung von Interaktionsmöglichkeiten,

(2.) Erstellung von Podcasts für mündliche Darstellungsformen sowie

(3.) Erstellung von E-Books für visuelle Darstellungsformen.

Zwischenergebnis (2)

In Hands-On-Phasen hatten die Lehrkräfte im Rahmen des Online-Workshops die Möglichkeit, eigenständig eigene oder ausgeliehene Tablets unter Begleitung zu erproben. Das freiwillige Weiterbildungsangebot wurde an zwei Terminen im April 2020 durchgeführt und von 14 Lehrkräften der Herderschule besucht.

Über das Workshopangebot hinaus wurden den Lehrkräften die Foliensätze sowie
weiterführende Unterstützungshilfe über die Plattform Lo-Net bereitgestellt, welche von der Herderschule anschließend verwendet wird.

Die Autor*innen berichten darüber hinaus, dass ein aus wissenschaftlicher Perspektive interessantes und zugleich aus praxisorientierter Perspektive der Umgang mit Fragen zum Datenschutz ein sehr herausforderndes Thema war. Sie heben in ihrem Zwischenbericht hervor, dass verschiedene Aktivitäten angedacht sind, um eine Sensibilität für und Kenntnisse über dieses komplexe Themenfeld zu entwickeln. So stellt die „App-AG“ Materialien zum Thema Datenschutz im Kontext der Schule bereit, organisiert verschiedene Arbeitstreffen zum Thema Datenschutz in einer digital geprägten Welt und berücksichtigt Fragen zum Datenschutz bei der Bewertung von Apps.

Instrumente und Methoden

Die beiden Fokusse„Leitbild“ und „Lernen mit Tablets“ erfordern unterschiedliche Maßnahmen einer Personalentwicklung. Sie sind auf die jeweiligen Entwicklungsziele einer Schule abzustimmen. Das Projekt „CoMMIT Kooperation an Schulen, Innovation im Team“ gibt Auskunft darüber, wie Schulleitungen der erfolgreichen Schulpreisträger das angehen. Die Wissenschaftler*innen beschreiben kommt u. a. ein Ergebnis, dass vor allem die Personalentwicklungsmaßnahmen erfolgsversprechend seien, die die Kooperation im Kollegium stärken und damit auch die qualitätsvolle Entwicklung ihrer Schule unterstützen.[2]https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/commit-studie-personalentwicklung-wie-schulleitungen-die-kooperation-im-kollegium-staerken-koennen/

Instrumente der Personalentwicklung dienen zum einen der persönlichen Entwicklung der Lehrkräfte und der Schulleitungen und zum anderen der Entwicklung von Teamkompetenzen. Personalentwicklung braucht Ziele (s. o.: Leitbild, Lernen mit Tablets). Es geht um langfristiges Planen, Ermitteln von Kompetenzen und das Angebot spezifischer Entwicklungsmöglichkeiten entlang des Schulentwicklungsplanes. Zu vermeiden sind Ansammlung von Einzelmaßnahmen.

In der Praxis hat sich eine Gesamtorganisation im P(lan) – D(o) – C(heck) – A(ct) – Setting sehr bewährt. Je nach Phase unterstützen unterschiedliche Instrumente die erfolgreiche Umsetzung.

Bezüglich individueller Personalentwicklung sind das ...
  • Beratung
  • Coaching/Supervision
  • Mitarbeiter*innengespräch
  • Führungskräfte-Feedback
  • Zielvereinbarung
  • individuelle (interne und externe) Fortbildung
  • Mentoring
  • Laufbahnberatung
  • Selbst- und Fremdevaluation
  • Entwicklungsportfolio für Lehrpersonen

sowie Übernahme von Funktionen, wie z. B. Steuergruppenleitung, Lerndesigner/in, Koordination Qualitätssicherung u. v. m.

    Bezüglich teamorienitierte Personalentwicklung sind das ...
    • kollegiale Hospitation
    • kollegiales Unterrichtscoaching
    • Teamteaching
    • Pädagogischer Tag
    • SCHILF
    • Kollegiales Team-Coaching
    • Kollegiale Fallberatung (im Flussdiagramm, als Sketchnote)
    • Weiterbildung im Team
    • Vernetzungs- & Koordinationsaktivitäten in der Region mit z. B. Kultureinrichtungen, anderen Schulen

    sowie Wissensmanagement mit einem systematischen Austausch von Wissen. Im Netz habe ich dazu sog. „5 Minuten für …“ gefunden:

        Schulleitung kann durch Schaffen von förderlichen schulischen Rahmenbedingungen und geschickter Stundenplanorganisation den Informationsfluss, die Kommunikation und Kooperation im Lehrerkollegium unterstützen. Andererseits kann sie durch die persönliche Teilnahme an diversen Aktivitäten und das Überblicken der Tätigkeiten maßgeblich zum wirkungsvollen Gelingen einzelner oder mehrerer Maßnahmen beitragen.

          Und dann ist ja da noch eine Methode aus dem Unternehmensbereich, die zunehmend auch unser Schul- und Bildungssystem erreicht:

           

           

          Schlussbemerkungen

          Kompetentes Personal ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Qualität von Schule und Lehr-Lernprozessen. Die Schulleitung nutzt darum vorhandene Spielräume bei der Personalauswahl und -führung bestmöglich. Im Rahmen der Personalentwicklung sorgt sie für die Würdigung und die Berücksichtigung der vorhandenen Kompetenzen. Die Beschäftigten sind für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben zielgerichtet qualifiziert. Dies gilt auch für die Schulleitung selbst. Daneben sorgt die Schulleitung dafür, dass die notwendige Expertise an der Schule vorhanden und strukturell so verankert ist, dass der Weggang einzelner Lehrkräfte oder anderer pädagogischer Fachkräfte sich möglichst nicht als qualitätsmindernd auswirkt.

          Die Aussagen hat der Hessische Referenzrahmen (HRS) in der Dimension III.3.1 [3]https://hrs.bildung.hessen.de/online/wp-content/uploads/sites/29/2021/05/HRS_Fuenfte-Fassung_2021-04.pdfoperationalisiert und eignet sich m. E. gut als Checkliste.

          Für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema empfehle ich

          und natürlich ein Blick in die umfangreiche einschlägige Literatur.

          …  Stay tuned …

          Bildnachweis: Gerd Altmann @pixabay

           

          @Digitalisierung in Schule

          Kürzlich, ein Lehrkräfte(LiV)-Ausbilder in einem Webinar: „Es ist wichtig, dass die Bildungsforschung nicht nur Ergebnisse präsentiert, sondern sich auch um Praxisbeispiele kümmert.“ Ich habe kürzlich Deeper Learning von Prof.’in Sliwka und Jun.-Prof.’in Britta Klopsch mit genau dieser Intention vorgestellt. Heute geht es um ein Buch, das ebenfalls Theorie und Praxis miteinander verbindet. Letzteres hinterlegt als Online-Anhang. Dazu später mehr … 

          Und das sagen die Herausgeber*innen …[1]https://www.waxmann.com/?eID=texte&pdf=4469Einleitung.pdf&typ=zusatztext

          Spätestens mit dem gesellschaftlichen Wandel zur postmodernen arbeitsteiligen Wissensgesellschaft und mit der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung digitaler Formate ist Digitalisierung aus dem individuellen, organisationalen und gesellschaftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. (…) Dies führt aus Perspektive des Systems Schule u. a. zu den folgenden Fragen: Wie lässt sich das Phänomen Digitalisierung (begrifflich) fassen und weiter ausdifferenzieren? Wie bedingen sich schulische und (gesamt-)gesellschaftliche Digitalisierungsprozesse? Und wie reagiert erziehungswissenschaftliche Forschung auf Chancen und Herausforderungen schulischer Digitalisierung?

          (…)

          (Die Beiträge sollen) exemplarische Aspekte der wesentlichen Dimensionen digitalisierungsbezogener Schulentwicklung thematisieren (Organisations-, Unterrichts-, Kooperations-, Technologie- und Personalentwicklung), punktuell einen Einblick in die Vielzahl der Digitalisierungen (Prozesse, Effekte) auf verschiedenen schulgestalterischen Ebenen bieten und das Zusammenspiel der verschiedenen Digitalisierungen zwischen Generalisierung und Präzisierung einerseits sowie in ihrem gesellschaftlichen Kontext andererseits zeigen.

          (…)

          Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu den theoretischen und empirischen Grundlagen von Digitalisierungen kommentieren daher Fokusbeiträge (verfasst von Expert*innen anderer Fachdisziplinen sowie von aktiven Lehrkräften) Digitalisierungen in Schulen auch aus praxisnaher Perspektive. Ergänzt wird der Band um einen Online-Anhang mit digitalem Praxismaterial, auf das in einzelnen Beiträgen verwiesen wird. Ein entsprechender Hinweis auf den Link zum Anhang (https://www.waxmann.com/buch4469) findet sich jeweils oberhalb der betreffenden Beiträge. Darüber hinaus bieten Hinweise auf weiterführende Beiträge im Band am Ende jedes Artikels Orientierung

          (…)

          Versteht man Digitalisierung im Sinne einer vierten gesamtgesellschaftlichen Revolution, so liegen nachhaltige schulische Digitalisierungsprozesse nicht nur in der Verantwortung singulärer Akteur*innen. Wir hoffen, dass die Beiträge dieses Bandes in ihrer Verortung zwischen Systematisierung und Partikularisierung einerseits und zwischen schulbezogenen Digitalisierungen und gesellschaftsbezogenen Digitalisierungen andererseits exemplarische Einblicke in diesbezüglich genutzte wie ungenutzte Potenziale geben können. Zugleich zeigt sich mit Blick auf aktuelle technologische (Weiter-)Entwicklungen, wie schwierig es für schulische Digitalisierungen ist, mit der Akzeleration gesellschaftlicher Digitalisierungen Schritt zu halten, etwa hinsichtlich der Folgen und Implikationen des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI). Somit gilt es nicht nur, den erziehungswissenschaftlichen Fachdiskurs diesbezüglich voranzutreiben und die Innovationspotenziale, die den einzelnen Digitalisierungsphänomenen inhärent sind, produktiv zu nutzen, sondern auch Bildungsinstitutionen auf zukünftige, noch nicht vorhersehbare technologische Entwicklungen vorzubereiten.

          … verbunden mit der folgenden Übersicht über die verlinkten digitalen Angebote:

           

          • R. Fehrmann: Digitale Kompetenz für das Leben in einer digitalisierten Welt – Eine begriffstheoretische Fundierung und multidimensionale Konzeptualisierung, konkretisiert an der unterrichtspraktischen Produktion von Erklärvideos.
            • – Leitfaden für die Erstellung von Erklärvideos
            • – Handreichungen und Checklisten verschiedener Anbieter für die Videoproduktion
          • L. Furmanek: Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden Zeitgemäße Bildung zur Förderung digitaler Kompetenz.
            • – Digitale Pinnwände: Padlet, Taskcards, Trello
          • D. May, S. Grosser & R. Fehrmann: Coding und Robotik als Elemente einer zukunftsorientierten digitalen BildungWie der Einsatz von Lernrobotern im Unterricht dazu beitragen kann, ein Verständnis für die Funktionsweise und ein Bewusstsein für die Wirkung von Algorithmen anzuregen.
            • – Einführungsvideo zur Nutzung des Lernroboters Ozobot
            • – Einführungs-E-Book zur Ozobot-Nutzung
            • – Unterrichtsmaterial der Universität Münster
            • – Beispiel-Video zum Thema „Märchen”
            • – Handreichungen zum Themengebiet „Making / Maker Education”
          • T. Lindström & U. Schweckendiek: Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels.
            • – Handreichung „Medienkonzeptionelle Arbeit an Schulen
          • F. Seever & P. Schacher: Potenziale zum Erwerb von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen durch den Einsatz digitaler Medien im Geschichtsunterricht.
            • – Digitale Sammlung der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek
            • – Digitale Sammlung des Münchener Digitalisierungszentrums
            • – Segu Geschichte – Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht
            • – Etherpad / ZumPad
            • – WDR History App
            • – @eva.stories Instagram-Kanal
          • Janßen: Digitalisierung nutzen Grundlagen zur schulischen Förderung des Gründergeists.
            • – Konzeptpapier „Anregungen zur unterrichtlichen Nutzung des Business Models Canvas unter Einbezug digitaler Tools”.

          So viel aus Sicht der Herausgeber*innen. Eigentlich verbietet sich ein Hervorheben der Beiträge. Gleichwohl lässt sich anhand der eigenen Perspektive überprüfen, ob tatsächlich Theorie und Praxis in geeignetem Maße abgebildet wurde. Was also hat mich selbst interessiert und angesprochen?

          • Die Theorie „Computional Thinking als Methodik des Problemlösens“ mit der Praxis „…konkreter Lernsetting mithilfe von Lernrobortern“
          • Die Theorie „Schulentwicklung und Unterrichtspraxis unter Bedingungen des digitalen Wandels“ mit den Praxisschwerpunkten „Kerngeschäft: Unterrichtsentwicklung“ und „Eine gemeinsame Aufgabe! Kooperationsentwicklung”
          • Die Theorie „Die Rolle der Schule für medienbezogene Sozialisations- und Bildungsprozesse der heranwachsenden Generation in Zeiten des digitalen Wandels“ mit den Ausführungen zur „Schule als Sozialinstanz im digitalen Wandel“ und „Medienbildung und Medienerziehung aus medienpädagogischer Perspektive“
          • Die Theorie „Schulisches Lernen mit digitalen Pinnwänden“ mit den Zielperspektiven
            • – Vermittlung von Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien
            • – Nutzung digitaler Medien zur Verbesserung des fachlichen Lernens
            • – Entwicklung und Umsetzung neuer Formen des Unterrichtens mit digitalen Medien sowie
            • – Förderung des Medienkompetenzerwerbs und des Erwerbs ,digitaler’ Kompetenz als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe.
          • Die Theorie „Schulleitungsfortbildung in einer digital durchdrungenen Gesellschaft“ mit dem „explorativen Blick auf Angebote und Inhalte“

          dargestellt und verbunden zu sehen.

            Zum letzten Spiegelpunkt habe ich übrigens kürzlich einen Tweet ergänzt:

            Wer sich für Schul- und Unterrichtsentwicklung interessiert, wird in diesem Buch eine Vielzahl von Anregungen finden, nicht zuletzt auch durch den oben vorgestellten Online-Anhang. Darüber hinaus gefällt mir, dass die Autor*innen neben einer umfangreichen Literaturliste auf vertiefende Beiträge innerhalb dieser Publikation verwiesen haben. Auch, weil es für noch mehr Unterfütterung der Theorieansätze mit Praxisbeispielen und hier und da für einen Perspektivwechsel sorgt …

            … Stay tuned …

            Schulentwicklung (iv): Zusammenarbeit

            In vielen Schulen hängen/liegen Listen aus, in denen Lehrkräfte ihre Wünsche für das nächste Schuljahr eintragen können. Meiner Ansicht nach eine gute Gelegenheit, sich mit Kolleg*innen zu verbünden und dies im Feld „Bemerkungen“ kenntlich zu machen. Denn: Wie ich anhand einiger Forschungsergebnisse zeigen werde, sorgt eine Zusammenarbeit innerhalb des pädagogischen Personals für Motivation und höhere Zufriedenheit im Berufsleben. Nur: Woher die Zeit dafür nehmen? Dazu die o.g. Listen und gleich mehr …

            Aus der Bildungsforschung

            In meiner langjährigen eigenen und später beratenden Schulentwicklungspraxis hat sich für mich das Arbeiten in kleineren Teams als das wesentliche Merkmal erfolgreicher schulinterner Unterrichtsarbeit herauskristallisiert. Bisher von mir eher anekdotisch begründet, gibt es nun auch die eine oder andere wissenschaftliche Aussage dazu. Es lohnt sich immer wieder, Ergebnisse aus der Bildungsforschung genauer anzuschauen. Mag sein, dass das manches Mal etwas mühsam ist, weil es mit viel Text verbunden ist. Es gehört nun einmal zum Selbstverständnis einer Wissenschaftlerin, eines Wissenschaftlers, eines Forschungsteams die Schlussfolgerungen sorgfältig zu begründen.

            Vom letztgenannten Autor liegt ein Foliensatz vor, der sich gut für eine zusammenfassende Darstellung eignet.

            Fortbildungsideen aus der Praxis (I)

            In den Studien werden Strategien aufgezeigt, wie man die Zusammenarbeit von Lehrkräften befördern kann. Es gibt zum Beispiel „Fitnessrunden“, „Sternstunden“ und „Dessert-Stunden“:

            • In „Fitnessrunden“ haben Lehrerinnen und Lehrer regelmäßig zu einem festen Termin über eigene Themen berichtet, die sie kennengelernt haben und über die sie andere Lehrkräfte informieren wollten.
            • Im Konzept der „Sternstunden“ ging es darum, über gelungene Unterrichtsstunden zu berichten. Beides sind keine verordneten Formate, sondern informelle Angebote, die durch Initiative einzelner Personen entstanden sind, aber zur Professionalisierung des gesamten Kollegiums beitragen.
            • Das Fobi-Dessert am Mittag bietet einen Rahmen, in dem Lehrkräfte voneinander lernen und in kurzen Einheiten digitale Unterrichtsideen besprechen und ausprobieren können. Der zeitliche Rahmen ist bewusst inhaltlich und zeitlich überschaubar gehalten. Die Kolleginnen und Kollegen werden bei Durchführung oder Teilnahme an einem FoBi-Dessert ab 14:30 Uhr vom Unterricht freigestellt.[1]https://www.forumbd.de/publikationen/impulspapier-personalentwicklung-und-die-rolle-von-schulleitungen/, S. 8

            Oder Peer- Learning

            • mit einer kollegialen Auswertung der #wowdw (Wow der Woche) aus dem Edutwitter
            • im Digi-Büro der Waldschule Hatten
            • begleitet von pädagogischen IT-Beauftragten, wie an dänischen Schulen. Dabei handelt es sich um mehrere Lehrkräfte innerhalb des Kollegiums, die besondere Qualifizierungen im Bereich der Mediendidaktik mitbringen. Im Rahmen von Unterrichtshospitationen und verpflichtenden Workshops gibt die spezialisierte Lehrkraft ihr Wissen an andere Kolleg*innen weiter. Auch bei Fragen in Sachen Unterrichtsgestaltung können sich Kolleg*innen an diese Person wenden.

            Fortbildungsideen aus der Praxis (II)

            Nun komme ich noch einmal zurück zu der Wunschliste bezüglich eines Einsatzes im nächsten Schuljahr. Zwei Anregungen dazu:

            Klassenübergreifendes Arbeiten im Jahrgang 5

            Ich habe einmal eine Integrierte Gesamtschule in ihrem Schulentwicklungsprozess begleitet:

            Die Schule hat(te) es nicht leicht, denn die Eltern der Stadt wünschen sich vor allem eine Einschulung ins Gymnasium. Diese weiterführende Schule musste sich also etwas einfallen lassen, um Akzeptanz sowohl bei den Schüler*innen als auch bei den Eltern zu finden. Das Kollegium versteht sich als Teamschule. In der Gesamtkonferenz wurde dann ein Pilot beschlossen, der vor allem dazu dienen sollte, den Kindern einen willkommenen Einstieg zu ermöglichen. Gleichzeitig sollte sehr früh damit begonnen werden, die Selbstständigkeit der Lernenden zu fördern. Die Gesamtkonferenz beschloss einen Projektunterricht, dessen Themen sich an den Fachcurricula der Fächer Gesellschaftslehre (GL), Naturwissenschaften (NaWi) und ästhetische Bildung orientieren sollten. Die Lehrkräfte der weiteren Fächer (hier Deutsch und Mathematik) wurden in Abhängigkeit der zu vermittelnden Methoden geeignet eingebunden.[2]Drabe, M. (2022): Das Fortbildungskonzept zur modernen Schule. Schule in der digitalen Welt. Augsburg: Auer.

            Durch das „Zusammenlegen“ der drei Fächer sind dann tatsächlich die Stunden für die Teamarbeit entstanden. Sicher waren anfangs einige Nachmittagskonferenzen nötig, um alles vorzubereiten. Denn Ziel war es ja, die Schülerinnen und Schüler in ihre Selbstverantwortung zu entlassen. Später jedoch wurde zunehmend diese Unterrichtszeit genutzt, um sich intern abzustimmen und weiterzuentwickeln. Mit dem nützlichen Nebeneffekt, dass das am Projekt beteiligte Team die Zeitressource bekam, über die sie gemeinsam über guten Unterricht nachdenken konnte und zu Verständigungen kamen, das eine oder andere auszuprobieren …..

            20%-Regel

            Sie knüpft an meine soeben geschilderten Erfahrungen im Jahrgang 5 an. Warum nicht mit einer (mehreren) Kolleg*innen mit einem Hauptfach (Deutsch, Mathematik, Fremdsprache) die Einführung einer 20% Regel vereinbaren?! Verbunden mit der Einführung einer Art Frei-Day: Schülerinnen und Schüler wählen sich ein Thema eigener Wahl aus, über das sie in den nächsten (z. B.) drei Monaten arbeiten wollen. Entweder allein oder mit anderen Schüler*innen. Die Unterrichtszeit wird über die Stundentafel der beteiligten Lehrkräfte gefunden.

            Ein Beispiel:

            Zwei Kolleg*inne mit je vier Unterrichtsstunden/Woche „verbünden“ sich. In der Regel wird der Unterricht in Hauptfächern in Doppelstunden organisiert (wenn noch nicht, dann ist das eine gute Gelegenheit, es nun zu tun). Die Stundenplanung wird gebeten, die Doppelstunden an einem Wochentag hintereinanderzulegen. Macht vier Stunden für den „Frei-Day“. 14-täglich durchgeführt haben nun die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, sich mit ihrem gewählten Thema zu beschäftigen. Zu Beginn wird SCRUM-ähnlich die bisherige Arbeit bilanziert und der Vormittag strukturiert. Nun können die Lernenden in ihre Selbstständigkeit entlassen werden und die beteiligten Lehrkräfte ziehen sich für eigene Unterrichtsfragestellungen zurück. Ja, genau: Hier kommt sie also, die Zeitscheibe für eine Reflexion über das eigene Tun, in Zusammenarbeit mit einer Kollegin/ mit einem Kollegen. Am Ende des gemeinsamen Vormittags werden die Schüler*innen wieder zusammengezogen und mit ihnen der Tag bilanziert. Verbunden mit einer Verständigung, was sich die Schüler*innen für die nächsten 14 Tage vornehmen. Wie übrigens die beiden Lehrkräfte: Auch sie haben sich zuvor auf eine (Haus)Aufgabe verständigt …

            Leitbild-, Schulcurriculum-, Medienkonzeptarbeit

            Deutlich umfassender und damit schulweit fallen Zusammenarbeitsprozesse aus, wenn sie (z. B.) über Leitbildarbeit und Schulcurriculumarbeit angelegt sind. Oder über eine umfassende Medienkonzeptarbeit, wie bei dem Schulpreisträger IGS Lengede (2021) https://www.forumbd.de/publikationen/impulspapier-personalentwicklung-und-die-rolle-von-schulleitungen/, S. 25))

            Die IGS Lengede hat sich bereits vor einigen Jahren auf den Weg gemacht hat, die schulische digitale Lern- und Arbeitsumgebung weiterzuentwickeln. Mit dem Fokus auf Digital Literacy und die Verbesserung von Lehr- und Lernprozessen wurden zeitgleich die Schulverwaltung und das schulische Management optimiert. Der digitale Werkzeugkasten wird seit den Schulschließungen 2020 nicht nur für die pädagogische Arbeit, sondern auch für schuladministrative Aufgaben und Austausch genutzt. Vor allem über eine Cloudlösung mit ihren diversen Apps ist die Organisation und das kollaborative Arbeiten der Gremien im geschützten digitalen Raum datenschutzkonform möglich. Die Vermittlung und Entwicklung digitaler Kompetenzen der Lehrkräfte wird immer im Zusammenhang mit der veränderten Unterrichtspraxis gesehen. Die ausführliche Dokumentation für diesen Auswahl- und Implementierungsprozess findet sich hier: Link.
            Im schulischen Digitalisierungsmodell wird der Zusammenhang der verschiedenen Handlungsebenen deutlich: Das Lernen erfolgt in enger pädagogischer Begleitung und mit technisch-digitaler Unterstützung. Auf der Ebene der Steuerung findet sich die Prozessgestaltung, welche die Personalentwicklung, Fortbildung und Kooperation der Lehrkräfte beinhaltet. Die Schule hat sich der Aufgabe der Digitalisierung mit einem ganzheitlichen Ansatz gestellt und gute Wege für die Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse gefunden. Im Ergebnis existiert an der IGS Lengede eine integrierte digitale Lern- und Arbeitsumgebung, die über ein zentrales Nutzer:innenmanagement verfügt, das Doppeleingaben erübrigt, mit einem flexiblen Rollenmanagement arbeitet und auch für den Bereich der Personalverwaltung und -entwicklung nutzbar ist. Aus motivationaler Sicht war und ist die Entlastung von Lehrkräften und der Gewinn an Zeit für die pädagogische Arbeit ein zentrales Element des schulischen Konzepts. So ist in den „10 Thesen zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht“ der Schule explizit dokumentiert: „(5) […] die Vorbereitungszeit für Lehrkräfte effektiver verläuft; (6) […] die Lehrkraft mehr Zeit für die Lernbegleitung der Schüler hat; (10) […] kollaboratives Arbeiten (Zusammenarbeit) gefördert wird“. Das zentrale Tool der kollaborativen Arbeit auch im Sinne der Personalentwicklung ist das (kommerzielle) Lernmanagementsystem.

            Oder, wenn Schulentwicklungsprozesse in Bildungsnetzwerken organisiert sind[3]https://www.forumbd.de/publikationen/impulspapier-personalentwicklung-und-die-rolle-von-schulleitungen/, S. 9:

            Durch die Einrichtung der Bildungsnetzwerke fördern die Kommunalen Spitzenverbände und das Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen die systematische Zusammenarbeit aller Bildungsakteure vor Ort. Das Grundprinzip auf der Website des Bildungsportals NRW lautet: „Bestehende Zuständigkeiten bleiben bestehen. Verbindliche, auf Konsens ausgerichtete Kommunikations- und Kooperationsstrukturen stärken die staatlichkommunale Verantwortungsgemeinschaft vor Ort.“
            Lokale Bildungsbüros ermöglichen den direkten und institutionellen Austausch u. a. von Schulen, Schulträgern und Schulaufsichten. Oftmals ist die Digitalisierung Schwerpunktthema vor Ort, in Einzelfällen wurde eine gemeinsame „Charta Digitalisierung in der Bildung“ aufgelegt (siehe beispielsweise hier).

            Methoden

            Fehlen noch Methoden und Werkzeuge. Auch dazu gibt es eine Reihe von Publikationen aus der Hochschulszene (Lehrkräfteausbildung), die sich gut für eine Adaption in unsere Schulwelt eignen:

            Oder: Via Auswertung von Unterrichtsaufzeichnungen

            • UnterrichtOnline.org der LMU München, das Unterrichtsaufzeichnungen für Forschung und Lehre bereitstellt – mit der Möglichkeit, pro Unterrichtsvideo Zeitmarken und Kommentare zu setzen, zu exportieren und im eigenen Nutzerkonto zu speichern [4]Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung, S. 113 ff
            • QUA-LiS NRW Schulentwicklung, auf der Unterrichtsvideos zum Englischunterricht von der zweiten bis fünften Jahrgangsstufe bereitgestellt sind.
            • Die Toolbox Lehrerbildung der TU München beinhaltet videobasierte Lernmodule zur vernetzten Förderung fachlicher, fachdidaktischer und pädagogisch-psychologischer Kompetenzen an Beispielen aus dem MINT-Unterricht  [5]Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung, S. 125 ff
            • CLIPSS (CLassroom management In Primary and Secondary Schools) der Universität Duisburg-Essen legt den Schwerpunkt auf inszenierte (staged) Videos zur Klassenführung in der Grund- und weiterführenden Schule.[6]Lehren und Forschen mit Videos in der Lehrkräftebildung, S. 57 ff

             

            Zu guter Letzt …

            Eine Kollegin hat kürzlich zu einer Abstimmung aufgerufen:

            Das Ergebnis ist – zumindest für mich – nicht überraschend und sollte uns Lehrkräfte darüber nachdenken lassen, wie wir unsere in der Bubble gesammelte Expertise in unsere Schule, in unsere Gesamtkonferenz bringen können …

             … Stay tuned

             Titelbild: John Schnobrich @unplash

             

            Deeper Learning – Eine Buchvorstellung

            Ich habe Deeper Learning auf der #KonfBD19 kennengelernt und auf schule digital vorgestellt. Nun hat die seinerzeitige Referentin Prof.’in Anne Sliwka mit ihrer Koautorin Jun.-Prof.’in Britta Klopsch nachgelegt und ein Buch veröffentlicht.

            Zunächst eine kurze Einordnung: Deeper Learning beschreibt eine Pädagogik, in der Lernende sich tief greifend mit Wissen auseinandersetzen und selbst Wissen generieren, indem sie es sowohl über instruktiv gesteuerte Prozesse der Aneignung als auch über selbstregulierte Prozesse der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation verarbeiten. Nach einer Definition der Hewlett Foundation (2013) ist ein Deeper Learning immer dann gegeben, wenn die folgenden sechs Kriterien erfüllt sind[1]https://hewlett.org/wp-content/uploads/2016/08/Deeper_Learning_Defined__April_2013.pdf:

            1. Aneignung anspruchsvoller fachlicher Inhalte
            2. Entwicklung von Fähigkeiten zum kritischen Denken und Problemlösen
            3. Entwicklung der Fähigkeit zum kooperativen Arbeiten
            4. Einübung wirksamer Formen der mündlichen und schriftlichen Kommunikation
            5. Aneignung von Lernstrategien
            6. Entwicklung einer wissenschaftsorientierten Haltung

            Deeper Learning kann als eine „4K Skill-Implementierung” aufgefasst werden, einer Aneignung von Wissen einerseits und der vier Kompetenzen Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität andererseits. Das vielversprechende Unterrichtsmodell versteht sich als Prozess von Instruktion, Ko- Konstruktion und Präsentation.

            Buchvorstellung

            Der Beltz-Verlag stellt das Buch so vor:

            Deeper Learning beschreibt eine innovative Pädagogik, durch die Schülerinnen und Schüler im Kontext der Digitalisierung von passiven Wissensempfängern zu aktiven Gestaltern ihres Lernens werden. Das Buch erklärt die lerntheoretischen Hintergründe des Deeper Learning durch anschauliche Texte, Grafiken und Beispiele. Ein für den deutschen Kulturraum entwickeltes Modell von Deeper Learning knüpft an die bestehende Schulpraxis an und denkt diese konsequent mit den Möglichkeiten und Chancen des 21. Jahrhunderts weiter: Nach einer ersten Phase der Wissensaneignung auf unterschiedlichen Kanälen arbeiten Schülerinnen und Schüler in einer zweiten Phase ko-konstruktiv und ko-kreativ, um dann in der dritten Phase authentische Leistungen zu zeigen, die nicht nur im Klassenzimmer sichtbar werden, sondern darüber hinaus die Lebenswelt mitgestalten. So entwickeln die Lernenden nicht nur Agency, sondern auch die 21st Century Skills Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität.

            Die beiden Autorinnen führen theoretisch, praktisch und vor allem evidenzbasiert in das im nordamerikanischen Sprachraum etablierte Lehr- Lernkonzept ein. So berichten sie über erste empirische Befunde zu Deeper Learning, die auf positive Effekte bezüglich folgender Kompetenzen hinweisen:

            • kognitive Kompetenzen, wie das Beherrschen von akademischem Wissen und komplexen Problemlosestrategien
            • interpersonelle Kompetenzen, wie die Fähigkeit zu kooperieren und zu kommunizieren
            • intrapersonelle Kompetenzen in den Bereichen akademisches Selbstkonzept, Lernmotivation, Durchhaltevermögen und Lernstrategien

            Was das Buch darüber hinaus auszeichnet, ist die Einordnung von Deeper Learning als Blaupause von gutem Unterricht. Vor allem die Hinweise und Tipps zur kognitiven Aktivierung bereiten den Boden für eine ins Auge gefasste Implementierung des Modells. Die beiden Autorinnen empfehlen u. a.:

            Zweierlei kann den Einstieg ins Deeper Learning dabei deutlich erleichtern. Zunächst sollten Lehrkräfte dazu bereit sein, zusammenzuarbeiten, um sich gemeinsam der Aufgabe zu stellen, anspruchsvolle Lernprozesse, deren Ausgang nicht bis ins letzte Detail geplant werden kann, zu ermöglichen. Die gemeinsame Arbeit kann dazu führen, schon in der Vorbereitung kreativ Ideen zu entwickeln, auf die einzelne Lehrkräfte allein gar nicht gekommen wären. Dieser Prozess lässt zu, dass unterschiedliche Lehrkräfte ihre persönlichen Stärken und Interessen in einen gemeinsamen Gestaltungsprozess einbringen. Es gilt dabei, die Schülerinnen und Schüler und ihre Interessen, Bedürfnisse und Potenziale in den Blick zu nehmen. Wie kann ein Lernen gelingen, bei dem sie engagiert sind, eigene Zugänge zum Wissen der Welt entdecken und das Potenzial, das in ihnen steckt, ausschöpfen?

            und warten mit umfangreichen Tipps und Praxisbeispielen zu:

            • Mathematik Klasse 10: »Exponentialfunktionen«
            • Englisch Klasse 8: »Australien«
            • MINT-Fächer Klasse 9: »Klimawandel«
            • Gesellschaftswissenschaften, Sprachen, Mathematik Klasse 11: »Soziale Ungleichheit – sozialer Zusammenhalt«

            auf. Die Roadmap im Abschlusskapitel sorgt für Orientierung und eine gelungene Übersicht für interessierte Schul- und Unterrichtsentwickler*innen einer Schule. Fortbilder*innen erhalten eine sehr gute Unterstützung, ihre Veranstaltungen um vielfältige Einblicke in das Modell zu bereichern.

            Eine klare Leseempfehlung für diejenigen Pädagog*innen, die einen innovativen Unterrichtsansatz näher kennenlernen wollen und darüber hinaus eine Anleitung für erste Schritte einer konkreten Umsetzung erhalten.

            Stay tuned

            Schulentwicklung (iii): Fortbildungskonzept

            Kürzlich haben Schulleitungen gemäß einer Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (Umfrage unter 1100 Schulleitungen sowie 50 ergänzende ausführliche Telefonate) Strukturänderungen gefordert. So heißt es u. a.[1]https://www.spiegel.de/panorama/bildung/deutschlands-schulleitungen-halten-stundenplaene-fuer-nicht-mehr-zeitgemaess-a-1f0f63f0-445d-4d57-8bd6-ff9a9d07fece :

            Die große Mehrheit der Schulleiterinnen und Schulleiter ist sich darin einig, dass die Bundesrepublik eine »neue Kultur des Lernens« braucht.

            (…)

            82 Prozent der Schulleitungen sprechen sich dafür aus, die Stundenpläne mit dem althergebrachten Fächerkanon umzukrempeln. Dieser sei »nicht mehr zeitgemäß«, sondern bedürfe einer grundlegenden Überarbeitung. Knapp die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass der Fachunterricht thematisch stärker vernetzt wird. Etwa ein Viertel würde einen insgesamt fächerübergreifenden Unterricht bevorzugen. 

            (…)

            93 Prozent wünschen sich außerdem, dass im Unterricht mehr Lebenskompetenzen vermittelt werden, um Kinder und Jugendliche besser auf das Erwachsensein und die Arbeitswelt vorzubereiten.

            Klaus Hurrelmann wird dort zitiert mit: „Wer hätte das gedacht? Die Mehrheit der deutschen Schulleiterinnen und Schulleiter sind Reformer. Sie leugnen nicht, dass es in deutschen Schulen immer noch verkrustete Strukturen gibt, die tief im Alltag verankert sind. Aber genau diese wollen sie überwinden.“

            Die o. g. Studie der FiBS Forschungsinstituts findet man übrigens hier in einer Kurz- und Langfassung.

            Nicht selten höre und lese ich in den letzten Monaten, man wolle so schnell wie möglich wieder den „alten Zustand“ herstellen. Das ist – auch mit Blick auf die oben genannten Ergebnisse der Schulleitungsumfrage –  keine Option. Gleichwohl benötigt es in den Schulen eine ausführliche Diskussion über die gesammelten Erfahrungen. Und das – die damit verbundene Auseinandersetzung innerhalb des pädagogischen Personals unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler, unter Einbeziehung der Eltern – ist die wahre Herausforderung …

            Hier zwei Tweets, die zukünftige Diskussionsverläufe erahnen lassen:

            Schule 5.0

             

            Ich habe mich mit „meinem“ Verlag auf einen weiteren Band 4 verständigt. Eben weil sich während der letzten beiden Pandemiejahren Fragestellungen rund um eine Schule in der Kultur der Digitalität und den damit verbundenen Fortbildungsformaten in den Vordergrund geschoben haben. Viele Praxisbeispiele stammen von Lehrkräften, die in den sozialen Medien „unterwegs“ sind. Zuweilen überfordern diese Innovatoren die Schulgemeinde. Und doch: Es lohnt, sich mit den Gedanken dieser medienaffinen Lehrenden auseinanderzusetzen. Ich versuche mit dieser Publikation niederschwellig zu agieren. Immer Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Personals im Blick. Der eine oder andere Gedanke mag zunächst abwegig erscheinen. Möglicherweise erschließt sich nach einer Erprobung ein Sinn? Darum soll es gehen: Ausprobieren, Experimentieren. Allein oder vernetzt mit anderen Lehrkräften. Fehler machen erlaubt! Es geht um

            • Neue Lehr- und Lernformate im Unterricht
            • Vernetztes Lernen in der Schule
            • Technologie als Chance – ohne die Risiken zu ignorieren

            Der neue Praxisband ist während der Pandemie entstanden. Er nimmt die Diskussionen in den sozialen Netzwerken auf und soll als Printmedium vor allem denen Unterstützung bieten, die eine Übersicht über mögliche Fragestellungen rund um eine moderne Schule in der digitalen Welt haben wollen. Stichworte sind hier: Constructive Alignment, Prüfungskultur, Design Thinking, Deeper Learning, u. v. m. Ich stelle dabei Ergebnisse aus der Bildungsforschung vor. Ich habe vielfach den Weg einer “direkten Zitierung” gewählt, zum einen, um Verfälschungen zu vermeiden, zum anderen, um eine unmittelbare (eigene) Auseinandersetzung zu ermöglichen. Ich bin den zahlreichen Wissenschaftler*innen sehr dankbar, dass sie ihre Freigabe zu diesem Ansatz gegeben haben!

            In diesem Zusammenhang ist eine diese Veröffentlichung begleitende neue Plattform Schule 5.0 mit den Themenseiten zu

            entstanden.

            Und, wann immer es im EduTwitter-Netzwerk Tipps und Hinweise zur Praxis, zu erfolgreichen Fortbildungsformaten gibt, werden sie im Magazin veröffentlicht.

            Schlussbemerkung

            Die Bände 1-3 sind vor dem Coronaausbruch entstanden. Sie zeigen Wege auf, wie man als individuelle Lehrkraft und als Schulgemeinde digitale Medien geeignet integrieren kann. Im Band 1 spreche ich das pädagogische Personal mit Aussagen für einen guten Unterricht – analog und digital – an. Der Band 2 ist eher an Schulleitungen und Steuergruppen adressiert, mit Überlegungen zur Entwicklung eines Medienkonzepts, das dann nach einer Evaluation in das Leitbild, Schulprogramm und Schulcurriculum aufgenommen wird. Der Band 3 greift Aspekte aus den ersten beiden Bänden auf, angereichert und erweitert mit Praxisbeispielen, repräsentiert durch die Stichworte Learningmanagementsysteme (LMS), E-Portfolio, Maker u. v. m.

            Diese drei Bände werden begleitet durch die Plattform schule digital. Der Band 4 stellt konkrete Ideen für eine Transformation hin zu einer Schule in einer Kultur der Digitalität vor, verbunden mit der Plattform schule 5.0.

            Jede Schule wird individuell ihren eigenen Weg finden und gehen. Ich werde auch in Zukunft gute Praxis veröffentlichen, gerne auch durch Ihre Mithilfe in Form von Hinweisen oder eigenen Praxisbeiträgen. Nutzen Sie dazu gerne das Kontaktformular.

            … Stay tuned …

            Schulentwicklung (ii): Professionalisierung (Teil 2)

            Letzte Woche hatte ich einen ergänzenden Artikel angekündigt. Bevor ich darauf eingehe, noch dieses: Susanne Posselt, eine Lehrkraft aus Baden-Württemberg, hat in einem Retweet zu meinem letztwöchigen ersten Teil geschrieben:[1]https://twitter.com/susanneposselt/status/1487112039629787149

            Am Ende landet man auch bei der Professionalisierung der Lehrkräfte bei der Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan: Auch Lehrer:innen möchten sich als kompetent und autonom wahrnehmen können und dabei sozial eingebunden sein. Dabei helfen tragfähige Teamstrukturen.

            Ich gebe zu, ich kannte die Theorie bis dato nicht. Also recherchiert (vgl. Wikipedia-Eintrag) und darüber auf diesen Stop-Motion-Film gestoßen:

             

             

             

             

            Dieser Kurzfilm bietet eine Blaupause an, mit der wir Lehrkräfte unsere Lehrkonzepte überprüfen können. Darüber hinaus verweist der Filmautor darauf, Schulentwicklung vor allem als eine Unterrichtsentwicklungsmaßnahme zu begreifen. Ganz so, wie sich kürzlich die Kultusministerkonferenz (KMK) zur „digitalisierungsbezogener Schulentwicklung“ geäußert hat:[2]https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2021/2021_12_09-Lehren-und-Lernen-Digi.pdf , S. 16/17

            Lehren und Lehre in der digitalen Welt ist als kontinuierlicher Schulentwicklungsprozess anzusehen, den es auf Schulebene mit dem Fokus auf Unterrichtsentwicklung auszugestalten gilt und für den die Systemebene Unterstützungsstrukturen bereitstellen muss, die auch die Unterschiedlichkeiten der schulischen Entwicklungsstände berücksichtigen.

            Apropos, die KMK-Veröffentlichung sagt auch etwas zur aktuellen Diskussion rund um die Prüfungskultur aus:

            Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Lern- und Arbeitskultur und einer sich weiterentwickelnden Aufgabenkultur (vgl. Kapitel Lernen in der digitalen Welt – Potenziale) wird auch der Bereich der in schulischer Verantwortung stehenden Prüfungskultur einschließlich seiner Formate und Bewertungsweisen – unter Beachtung der konstruktiven Verknüpfung (Constructive Alignment) von Lern- und Prüfungskultur – weiterzuentwickeln sein. Dabei stehen die Entwicklung von Prüfungsformaten, die die Kompetenzen in der digitalen Welt überprüfen, sowie die Nutzung der erweiterten digitalen Möglichkeiten im Fokus. Im Wandel des Lehrens und Lernens in der digitalen Welt sind – ausgehend von klassischen handschriftlichen Klassenarbeiten und Klausuren – unter Nutzung digitaler Medien und Werkzeuge etablierte Prüfungsformate anzupassen sowie neue Prüfungsformate zu entwickeln.

            Frau Dr. Tanja Reinlein (Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen) hat auf dem nebenstehend ausgewiesenen Barcamp einige ergänzende Hinweise der KMK zu einer zeitgemäßen Prüfungskultur gegeben. Zunächst hob sie „für das Lernen, Leben und Arbeiten in einer zunehmend digitalisierten Welt“ u. a. folgende übergreifende Kompetenzen als besonders bedeutsam hervor:

            • kreative Lösungen finden können,
            • gelingend kommunizieren können,
            • kompetent handeln können,
            • kritisch denken können sowie
            • zusammenarbeiten können.

            Verbunden mit der Anregung, die eigene Unterrichtsarbeit immer in dem Dreischritt

            Veränderungen der Arbeits- und Lernkultur –> Veränderung der Aufgabenkultur –> zeitgemäße Prüfungskultur

             zu denken und verbunden mit dem Denkanstoß, diesen Prozess

            kritisch zu begleiten, vorzudenken, anzutreiben, Themen in den Blick zu nehmen, Entwicklungen voranzutreiben, Duftmarken zu setzen, zu diskutieren, Verständigungsprozesse in Gang zu setzen, beispielgebende Lernaufgaben zu kreieren, Diskussionsangebote und Austauschformate anzubieten und last but not least Unterstützungsmaterialien zu entwickeln.

            Übrigens: ein wirklich sympathischer und die mehr als 600 Teilnehmer*Innen ermutigender Input, der die sich anschließenden Sessions sicher motiviert haben dürfte, auf den bereits eingeschlagenen Wegen weiter zu machen!

            So, nun zu den angekündigten Materialien, ein wenig vorsortiert, nicht immer trennscharf. Wer den Tweets/ Threads aus Edutwitter folgen will: einfach das Twitter-Icon anklicken …

             

            Arbeitslehre

            • Infohefte für die 9. Jgst. zum LehrplanPLUS – Metall, Papierwerkstoffe, Plastische Massen (BY)

              • Die bisherigen Arbeitshefte der Jahrgangsstufe 9 wurden komplett überarbeitet und die Gliederung in den neuen Infoheften entspricht dem LehrplanPLUS im Fach Werken. So decken die Hefte für die Lernbereiche Metall, Papierwerkstoffe und Plastische Massen alle prüfungsrelevanten Inhalte zu den Kompetenzen des Profilfaches ab.
                Um Wissen zu vernetzen, werden wichtige Hintergründe und Zusammenhänge ggf. auch vertieft erläutert. Für die Erhebung von Leistungsnachweisen gilt grundsätzlich der LehrplanPLUS. Besonderer Wert wurde auf eine schülerfreundliche Gestaltung und reiche Illustration der Inhalte zu den Kompetenzen gelegt. Mit den Infoheften kann im Unterricht gearbeitet werden, sie eignen sich aber auch zum Nachholen, Wiederholen und Lernen zu Hause. Das Arbeiten damit stellt sicher, dass die Schülerin/der Schüler in umfangreicher Form Kenntnis über alle lehrplan- bzw. prüfungsrelevanten Inhalte erwirbt. Es empfiehlt sich, zusätzlich zu den vorliegenden Infoheften, die umfassenden kompetenzorientierten, illustrierenden Aufgaben und Materialien zum LehrplanPLUS sowie das Prüfungsarchiv mebis für den Unterricht zu nutzen.

            Kunst

            • PANDEMISCHE KUNST – 40 Ideen-Sprints für deine kreative Achterbahnfahrt zuhause
              • Auf den Folien findest du 40 ungewöhnliche Ideen aus dem Kunstunterricht, um während der Pandemie zu Hause kreativ zu bleiben. Die Aufgaben dauern in der Regel zwischen 15 und 20 Minuten – oder eben so lang, wie du dich damit beschäftigen willst. Wenn du deine eigenen Ideen einbringen willst, darfst du das gerne tun.
                Und das Beste: Alle Materialien hast du bestimmt schon daheim und kannst direkt loslegen

            MINT

            • DLR School Lab
              • Auf diesen Seiten finden Lehrkräfte unsere Lernmodule, die sich zur Weitergabe an Schülerinnen und Schüler eignen. Jedes Lernmodul behandelt ein eigenes Thema, das Bezug zu Unterrichtsinhalten in MINT-Fächern hat. Die Seiten sind multimedial konzipiert und enthalten spannenden Lesestoff sowie Videos, interaktive Grafiken und auch Anregungen für ganz einfache Mitmach-Experimente. Neben dem Bezug zum Unterricht stellen die Texte immer aktuelle Forschungsarbeiten vor, die damit in Zusammenhang stehen. So wird den Schüler*innen nicht nur Basiswissen als Einstieg in das entsprechende Thema vermittelt, sondern auch der Anwendungsbezug verdeutlicht – einfach, um von Anfang an verständlich zu machen, wozu das erworbene Wissen dienen kann. Die einzelnen Seiten können sowohl zur Lektüre im Homeschooling oder Hybridunterricht eingesetzt werden als auch Lehrkräften selbst als Quelle für Anregungen zum Präsenzunterricht dienen. Sie sind für die unteren Jahrgänge weiterführender Schulen gedacht und werden nach und nach um weitere Themen ergänzt.
            • Sara Egger u. a.: Berti die Rotbuche – Eine fächerübergreifende Projektwoche für die Mittelstufe
              • Für unzählige Tiere und Pflanzen ist der Wald ein unersetzlicher Lebensraum und für uns Menschen ein wichtiger Erholungsort. Der Wald leistet aber noch viel mehr. In diesem E-Book sollen Schüler*innen der Mittelstufe im Rahmen einer interdisziplinären Projektwoche erleben, welche Funktionen der Wald hat und warum es wichtig ist, den Wald zu erhalten.
            • Hopp Foundation: Kostenloses Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte von Grundschule bis Sekundarstufe I
              • Neben der Unterstützung bei der Anschaffung von Sachmitteln an Schulen sowie unserem Workshop-Angebot möchten wir Lehrkräften Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen. Diese haben wir gemeinsam mit Lehrer:innen und Medienpädagog:innen entwickelt. Neben Unterrichtskonzepten für unterschiedliche Jahrgangsstufen und Fächer, Handbüchern und Ideen für Warm-Up-Spiele, Icebreaker oder Teambildung finden Sie hier eine Sammlung von Erklärvideos und Links, mit Materialien zu interessanten Themen aus den Bereichen Informatik, Medienbildung und neue Lehr-/Lernformate, die Sie bei der Vorbereitung und Durchführung Ihres Unterrichts unterstützen können.
            •  Unterrichtsideen und Links zum Thema Boden (CH)
              • Sie möchten das Thema Boden ins Klassenzimmer bringen? Die Links zeigen Ihnen dazu spannende Unterlagen mit vielen Unterrichtsideen für alle Altersstufen. Unsere Empfehlungen sind jeweils mit einem ☆ gekennzeichnet. Zusätzlich dazu sind die Dokumente, welche sich besonders gut als Einführung ins Thema Boden eignen, mit einem  markiert.

            Sport

            • Fit für Lernen und Leben
              • Im Bereich Online-Kurs haben Sie die Möglichkeit, zu jedem Kapitel über den Reiter SEHEN einen Kurzfilm mit einer komprimierten Darstellung der Zusammenhänge anzuschauen. Vertiefen können Sie Ihr Wissen durch einen Klick auf LESEN, wo Sie ausführlichere Hintergrundinformationen erhalten. Um festzustellen, wie viele Informationen Ihr Gehirn gespeichert hat, können Sie im anschließenden Quiz unter TESTEN Fragen zum Thema beantworten. Eine ständig wachsende Sammlung von ÜBUNGEN UND SPIELEN für Ihren Unterricht mit Auswahlkriterien nach Altersgruppen, Einsatzmöglichkeiten und Trainingsarten sowie Anregungen zu REGELN UND RITUALEN erhalten Sie unter ÜBUNGEN, SPIELE, REGELN, RITUALE.
            • Distanzunterricht im Fach Sport
              • Wie lässt sich ein solch hybrider Unterricht im Fach Sport umsetzen? Theorieinhalte, die inhaltlich und räumlich neben der Sportpraxis stehen, entsprechen ebenso wenig dem Charakter des Sportunterrichts wie das bloße Offerieren von Bewegungsangeboten. Ziel dieser Handreichung ist es, Hilfestellungen/Ideen für Lehrkräfte für eine hybride Unterrichtsstruktur zu geben, die eine sinnvolle Verknüpfung von Praxis und Theorie im Sinne unseres Bewegungsfaches ermöglichen und die den Erfordernissen eines asynchronen Lernens entsprechen. In der Handreichung finden sich nur Beispiele der Bewegungsfelder/Sportbereiche bzw. sportmotorische Handlungssituationen, die aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen möglich sind und die den versicherungstechnischen Aspekten entsprechen.

            Methodik

            • Einstieg in ein Lernen durch Engagement-Projekt (Starter-Kit)

              • Lernen durch Engagement (LdE) neu in einer Klasse einzuführen kann aufregend sein, aber auch einige Herausforderungen mit sich bringen. Um dabei eine Unterstützung zu bieten und den Einstieg zu erleichtern, haben wir das Starter-Kit entwickelt.

                Das Starter-Kit beinhaltet konkrete Unterrichtsmaterialien, die dazu dienen, die erste Phase eines LdE-Projektes gut zu gestalten. Die Materialien wurden für Lehrkräfte entwickelt, die mit dem Lehr- und Lernkonzept Lernen durch Engagement bereits vertraut sind und dieses praktisch umsetzen möchten.

            • Gestufte Lernhilfen mit QR-Codes
              • Erstelle QR-Codes zur Binnendifferenzierung, die auf einem deiner Arbeitsblätter eingefügt und dann mit dem Smartphone des Schülers gescannt werden.
            • Datenschutz geht zur Schule: Lehrerhandbuch in Neuauflage

              • Besonders junge Menschen nutzen das Internet heute wie selbstverständlich. Neben dem Elternhaus ist auch der Unterricht wichtiger Impulsgeber für erforderliche Kenntnisse und der Vermeidung von Risiken im Netz.Wie die Schüler*innen den sensiblen Umgang mit ihren persönlichen Daten erlernen können, das beschreibt das Lehrerhandbuch – ein gemeinsames Projekt der Initiativen „Datenschutz geht zur Schule“, klicksafe und dem Förderpartner DATEV-Stiftung Zukunft. Mithilfe der nunmehr 5., vollständig überarbeiteten Auflage können Lehrer*innen aus dem knapp 230 starken Handbuch selbstständig Einzelaspekte des Datenschutzes in ihrem Unterricht einsetzen. Die überwiegende Zahl der pädagogisch aufbereiteten Inhalte stellt die EU-Initiative klicksafe zur Verfügung, die in aktueller Neuauflage erstmalig selbst entwickelte Checklisten ergänzt hat. Das Lehrerhandbuch ist dazu gedacht, auf Materialien zur Vor- und Nachbereitung rund um den sensiblen Umgang mit persönlichen Daten zurückgreifen zu können und Denkanstöße zu geben. „Das Bewusstsein über ein Mindestmaß an Anforderungen bei der Nutzung personenbezogener Daten gehört zu den Grundkenntnissen, welche die Schule auch vermitteln sollte. Solange hier noch Defizite erkennbar sind, muss die Gesellschaft ihren Beitrag leisten, um jungen Menschen die Basis für selbstbestimmte Entscheidungen mitzugeben“, appelliert Rudi Kramer, Sprecher der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“. „Die Aktualisierung rechtlicher Anforderungen macht eine regelmäßige Neuauflage notwendig. Wir sind dankbar, diese Aktualisierungen gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern umsetzen zu können.“

            Ausbildungsberufe

            Mit Beginn des Schuljahres 2021/22 wurden die novellierten und neu strukturierten Lehrplanrichtlinien für den Ausbildungsberuf Maler/-in und Lackierer/-in in Kraft gesetzt. Die hier zum Download bereitgestellte Umsetzungshilfe soll Lehrkräfte, die in diesem Ausbildungsberuf unterrichten, durch illustrierende Beispiele bei der Vermittlung von fachlichen Inhalten der lernfeldstrukturierten Lehrplanrichtlinien unterstützen und damit den Erwerb beruflicher Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern.

             

            Lernarchive

            • Selbstlernkurse (BW)
              • Für alle Lehrer/-innen, die unmittelbar mit einer Fortbildung beginnen möchten, eignen sich unsere Selbstlernkurse zu technischen und medienpädagogischen Themen. In diesen können Sie sich online eigenständig neues Wissen aneignen. Lehrkräfte in Baden-Württemberg haben im Anschluss an einen Selbstlernkurs die Möglichkeit, in einem gesonderten Testbereich einen Zertifikatsabschluss für den jeweiligen Kurs zu erwerben. Diese Möglichkeit ist optional. Mithilfe der kostenfreien Selbstlernkurse können Sie Ihr Wissen zeit- und ortsunabhängig erweitern. Über einen Weblink gelangen Sie in einen Moodle-Kursraum und können direkt mit dem von Ihnen gewählten Kurs starten. Anhand von Erklärvideos und spielerischen Tests lernen Sie, wie Sie digitale Medien im Unterricht einsetzen, präsentieren und für Ihre Schüler/-innen erstellen können. Die Selbstlernkurse sind offen zugänglich: Eine Registrierung auf Moodle ist nicht notwendig.

            • mebis – Infoportal (BY)
              • Das mebis Infoportal bündelt Anregungen und Informationen zu den Themenbereichen Medienerziehung und Mediendidaktik. Neben den Maßnahmen und Projekten des Staatsministeriums und seiner Partner, etwa des Bayerischen Rundfunks oder der Stiftung Medienpädagogik mit dem „Medienführerschein Bayern“, sind dort unter anderem Materialien, Termine und Ansprechpartner zu finden. Zudem kann über dieses Teilangebot mit den 171 Beraterinnen und Beratern digitale Bildung (BdB) direkt Kontakt aufgenommen werden.

             

             

            Eine Publikation zum Thema Diklusion

            Transformation analog – digital: Inklusion

             

             

             

            Tipps aus der Edu®Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016-Szene

             

            MINT

            Medienkompetenz

            iPad

            ... und sonst

            Schlussbemerkung

            Dieser Beitrag bietet eine Vielzahl von Anregungen bei der Transformation analog-digital. Aus Lehrkraftsicht, individuell wie vernetzt. Apropos: hier ein „brand new“ Tipp:

            Ziel ist, innovative Lehrkräfte zu vernetzen und in einen Austausch zu bringen. Aktuell haben die Macher*innen ein Lerntagebuch zum kostenfreien Download bereitgestellt:

             

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            Unterrichtsentwicklung ist Teil der Schulentwicklung und damit von der Schulleitung zu initiieren und zu moderieren. Die KMK will die digitale Transformation von Schule als gesamtgesellschaftliche Aufgabe hoch priorisiert wissen und für eine gelingende und nachhaltige Schulentwicklung in einer Kultur der Digitalität sorgen. Mit (u. a.) folgenden Maßnahmen:[3]https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2021/2021_12_09-Lehren-und-Lernen-Digi.pdf , S. 19/20

            • Der Schulentwicklungsprozess ist in Richtung eines sich ändernden Lernverständnisses (selbstverantwortlich, selbstorganisiert, kollaborativ, Feedbackkultur) zu initiieren und zu gestalten.
            • Jede Schule sollte die digitalisierungsbezogene Schulentwicklung umfassend mit den Dimensionen Unterrichts-, Organisations-, Personal-, Kooperations- und Technologieentwicklung angehen und vor dem Hintergrund der eigenen pädagogischen Zielsetzungen gewinnbringend und zukunftsorientiert miteinander verknüpfen.
            • Schulinterne digitalisierungsbezogene Steuerungsstrukturen und Konzepte für digital gestützte Bildung sowie entsprechende Unterstützungssysteme auf Systemebene werden aufeinander abgestimmt und kontinuierlich weiterentwickelt.
            • In der beruflichen Bildung werden digitale Technologien zur Weiterentwicklung des Zusammenwirkens der Lernorte und der besseren Verknüpfung berufsschulischen, betrieblichen und überbetrieblichen Lernens genutzt.

              Genügend Futter für weitere Beiträge …

              Stay tuned