Berufsorientierung im Wandel
Noch vor wenigen Jahren schienen Maßnahmen der Schulen zur Berufsorientierung (BO) relativ klar strukturiert zu sein: Praktika, Ausbildungs- und Studienmessen, Girls’ und Boys’ Day, Hochschulbesuche, Informationsveranstaltungen. Schulen wollen Jugendlichen helfen, „den passenden Beruf“ zu finden. Dahinter stand eine implizite Annahme: Die Arbeitswelt verändert sich zwar, aber Berufsbilder bleiben im Kern stabil. Doch genau diese Annahme gerät zunehmend ins Wanken. Während Schulen vielerorts noch über Prüfungsformate, Handyregeln oder KI-Verbote diskutieren, verändert sich außerhalb der Schule die Arbeitswelt in atemberaubender Geschwindigkeit. Viele bisherige Konzepte der Berufsorientierung wirken plötzlich wie Relikte aus einer stabileren Zeit.
In meinem Beitrag Schule 2026 – Ein Curriculum als Navigationssystem habe ich beschrieben, warum Schule in einer komplexen Welt zunehmend Orientierung statt bloßer Stoffvermittlung leisten muss. Wenn wir uns heute die schulische Berufsorientierung ansehen, stellen wir fest: Wir schicken Jugendliche mit analogen Kompassen auf einen Arbeitsmarkt, dessen Tätigkeitsprofile bereits massiv durch KI verändert werden.
Zwei Jugendliche auf derselben Ausbildungsmesse
- Jan (16) besucht die Ausbildungsmesse seiner Region.
Am Stand einer Versicherung erhält er Broschüren zur Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Dort liest er:
-
- Schadensabwicklung
- Vertragsprüfung
- Datenerfassung
- Kundenkommunikation
Was ihm niemand sagt: Viele dieser Routinetätigkeiten werden bereits 2026 weitgehend von KI-Systemen unterstützt oder automatisiert. Jan informiert sich über ein Berufsbild, das sich gerade fundamental verändert. Er wird auf eine Arbeitswelt vorbereitet, die es so möglicherweise bald nicht mehr gibt.
- Anisa (16) besucht dieselbe Messe.
Allerdings hat ihre Schule Berufsorientierung anders vorbereitet. Die Steuergruppe ihrer Schule hat gemeinsam mit den PoWi-Lehrkräften ein ‚Interview-Logbuch‘ entwickelt. Schülerinnen und Schüler sollen auf der Messe nicht nur Informationen sammeln, sondern Transformationsprozesse analysieren.
Anisa fragt die Personalleiterin am Versicherungsstand: „Welche KI-Assistenten nutzen Ihre Azubis bereits im ersten Lehrjahr — und welche menschlichen Fähigkeiten können durch keine KI ersetzt werden?“
Die Personalleiterin stutzt kurz. Dann antwortet sie: „Empathie im Schadensfall, wenn Kunden emotional reagieren. Und Menschen, die KI-Ergebnisse kritisch prüfen und Zusammenhänge erkennen.“
Anisa weiß nach diesem Gespräch nicht einfach mehr über einen Beruf. Sie versteht erstmals, welche Fähigkeiten in einer KI-geprägten Arbeitswelt wirklich zukunftsfähig werden.
Was uns die Berufswelt meldet
Der Blick in die wirtschaftliche Praxis zeigt, dass das Schreckgespenst „KI ersetzt den Menschen komplett“ zu kurz greift. Vielmehr verändert KI fundamental, wie wir arbeiten und welche Kompetenzen wirklich zählen. Berufe lösen sich nicht einfach auf, sie transformieren sich rasant, wie aktuelle Berichte aus der Praxis zeigen:[1]https://www.nzz.ch/gesellschaft/macht-uns-die-ki-bald-ueberfluessig-ld.10004916
- Generieren ist nicht Kreieren: Der Architekt und Professor Andri Gerber beschreibt, dass KI problemlos Baugesetze prüfen, 3-D-Modelle erstellen und repetitive Aufgaben wie Kostenberechnungen automatisieren kann. Doch er betont einen wesentlichen Unterschied: KI recycelt nur bestehendes Material, sie generiert. Echte Architektur erfordert menschliche Inspiration und das Erfassen von Atmosphäre, Licht und Wirkung – Dinge, die an den menschlichen Körper und die Erfahrung gebunden sind.
- Kontext schlägt Wahrscheinlichkeit: Die Simultan-Dolmetscherin Paula-Jane Martin berichtet, dass KI-Systeme zwar rasant aufholen, aber rein statistisch über Wahrscheinlichkeiten arbeiten, nicht mit Logik oder Kontext. Sobald Menschen sich verhaspeln, husten oder Dialekt sprechen, produziert die KI oft absurden Unsinn: So wurde in einer Übersetzung aus der Abkürzung für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) plötzlich das französische Wort für „Berg“ („Der Berg muss sparen“), aus „Cancer“ (Krebs) wurde ein „Konzert“ und aus „It depends“ der Politiker „Mike Pence“.
Die Konsequenz für Schulen ist gravierend: Berufsorientierung darf Jugendliche nicht länger nur dabei unterstützen, bestehende Berufsbilder kennenzulernen. Sie muss ihnen helfen, Transformationsprozesse zu verstehen.
Gleichzeitig gewinnen andere Fähigkeiten an Bedeutung: Kontextverständnis, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, Urteilskraft, kritisches Denken, Empathie, interdisziplinäres Denken, ethische Reflexion.
Big Data: AI-Econ Lab, Bundesagentur für Arbeit, GovAI
Die Bilder sind Ausschnitte aus einem sehr lesenswerten Artikel der ZEIT-Online-Redaktion. Meine Folgerungen:
- Berufe, die stark repetitive und sich wiederholende Aufgaben beinhalten, sind am stärksten von Veränderungen durch KI betroffen. Dazu zählen insbesondere Tätigkeiten in der Sachbearbeitung, wie etwa im Steuerwesen (z.B. Bearbeitung von Steueranträgen) oder allgemein Büroarbeiten. Diese Tätigkeiten könnten sich stark verändern oder sogar wegfallen, da KI solche Aufgaben automatisieren kann. Auf der anderen Seite gibt es Berufe, bei denen KI weniger Einfluss hat, beispielsweise Tätigkeiten mit direktem menschlichem Kontakt wie Gärtner oder Friseur, bei denen kreative und soziale Aspekte im Vordergrund stehen.
- Die Vorstellung, dass Berufsbilder stabil bleiben und sich nur langsam entwickeln, ist längst überholt. KI verändert grundlegend, wie und welche Tätigkeiten ausgeführt werden. Viele Routinetätigkeiten werden automatisiert, andere transformieren sich stark. Jugendliche werden mit den aktuellen Curricula auf eine Arbeitswelt vorbereitet, die so bald möglicherweise nicht mehr existiert (siehe u. a. die Hinweise zu den Berufsfeldern Mathematik, Informatik). Damit müssen Schulen ihre Berufsorientierung grundsätzlich neu denken und stärker auf die Dynamik der Veränderung eingehen.
- Die Geschichte technologischer Revolutionen zeigt: Gesellschaftlicher Fortschritt erfolgt durch politische Aushandlungsprozesse und Reformen, die technischen Wohlstand breiter verteilen. Bildungsangebote müssen Jugendliche befähigen, technologische Entwicklungen nicht nur passiv zu erleben, sondern aktiv mitzugestalten und gesellschaftlich wirksame Entscheidungen zu treffen.
- Die klassische Berufsorientierung, die auf festen Berufsbildern und Orientierung an gestern basiert, wird durch KI-gestützte Veränderungen immer untauglicher. Schulen müssen Berufsorientierung zu einer Transformationsbildung weiterentwickeln, die Jugendlichen hilft, die Prozesse des Wandels zu verstehen, ihre eigene Rolle darin zu erkennen und Anpassungsfähigkeit zu entwickeln. Dies erfordert eine strategische Verankerung im Curriculum und systematischen Aufbau von Zukunftskompetenzen.
Big Data: Umfrage der Barmer Krankenkasse
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr: „Welchen Beruf willst du später einmal ausüben?“ Sondern vielmehr: „Wie bleibst du in einer Welt permanenten Wandels handlungsfähig?“ Besonders bemerkenswert ist dabei: Die Jugendlichen selbst sind vielerorts längst weiter als die schulischen Debatten. Eine aktuelle Jugendstudie zeigt:[2]https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/mensch/gesundheit-2030/gesunde-digitale-gesellschaft/jugendliche-einstellungen-kuenstliche-intelligenz-1249346
- 83 % der Jugendlichen geben an, erklären zu können, was Künstliche Intelligenz ist.
- 48 % nutzen KI bereits regelmäßig oder täglich.
- 75 % interessieren sich aktiv für Informationen zum Thema KI.
Allerdings zeigt die Barmer-Studie auch eine soziale Kluft: Während 89 % der formal Hochgebildeten und 91 % der Jugendlichen aus dem ökologisch-postmodernen Milieu genau wissen, was KI ist, sinkt dieser Wert bei formal Niedriggebildeten auf 66 % und im prekären Milieu auf 63 %. 18 % der formal geringer gebildeten Jugendlichen haben noch nie eine KI genutzt. Zudem fühlen sich im prekären Milieu nur 54 % gut zum Thema informiert, und das Interesse an Informationen über KI liegt dort bei mageren 42 % (gegenüber 82 % bei den technikaffinen „Expeditiven“).
Folgerungen
Das bedeutet: Für Jugendliche ist KI längst keine Zukunftstechnologie mehr. Sie ist Alltag. Genau hier entsteht eine neue Bildungsfrage: Wer keine reflektierte KI-Kompetenz entwickelt, verliert künftig nicht nur technologisch den Anschluss, sondern möglicherweise auch beruflich. Anstatt Jugendliche in der Schule mit Täuschungsdebatten, Verboten und technischen Detaildiskussionen zu belasten, sollte man sich eigentlich die folgende Frage stellen: Welche Kompetenzen brauchen Jugendliche, um sich in einer von KI geprägten Gesellschaft orientieren zu können?
Junge Menschen sollten frühzeitig verstehen, wie KI ihren Wunschberuf beeinflussen wird. Sie können sich im Internet über verschiedene Berufe informieren und Beratungsangebote, wie die der Arbeitsagentur, in Anspruch nehmen. Diese bieten einen guten Überblick über die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt. Arbeitsmarktexperten raten dazu, den technologischen Wandel als Chance zu ergreifen, um in der neuen Arbeitswelt besser zurechtzukommen.
Schule kann und muss ihren Beitrag leisten. Es reicht nicht mehr aus, Berufsorientierung als einzelne Maßnahme zu organisieren. Es geht nicht nur um zusätzliche Praktika oder modernere Informationsveranstaltungen. Es geht um eine strategische Frage der Schulentwicklung. Schulleitungen und Steuergruppen sehen sich zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert:
- Welche Zukunftskompetenzen sollen systematisch aufgebaut werden?
- Wo tauchen diese Kompetenzen im Curriculum auf?
- Wie trainieren Schülerinnen und Schüler kritisches Prüfen von KI-Ergebnissen?
- Wie fördern wir Kontextkompetenz und Reflexionsfähigkeit?
- Wie verhindern wir neue digitale Bildungsungleichheiten?
- Wie verändern sich unsere Konzepte von Berufsorientierung?
Berufsorientierung wird damit zunehmend zu:
- Zukunftsorientierung
- Transformationsbildung
- Orientierungskompetenz
Wenn Schule Jugendlichen künftig Orientierung in einer instabilen Welt geben will, reicht es nicht mehr aus, einzelne Maßnahmen zur Berufsorientierung anzubieten.
Entscheidend wird vielmehr die Frage sein, wie Schulen Orientierungskompetenz systematisch in ihrem Curriculum verankern.
Denn Zukunftskompetenzen entstehen nicht zufällig:
- kritisches Denken,
- Kontextverständnis,
- reflektierter KI-Einsatz,
- Kommunikationsfähigkeit,
- Umgang mit Unsicherheit,
- ethische Urteilsfähigkeit.
Sie müssen über Jahre hinweg aufgebaut, in unterschiedlichen Fächern aufgegriffen und miteinander vernetzt werden.
Genau darin liegt möglicherweise die zentrale Aufgabe zukünftiger Schulentwicklung: Nicht nur Wissen zu organisieren, sondern Jugendlichen ein tragfähiges Navigationssystem für eine Welt permanenter Veränderungen bereitzustellen. Berufsorientierung wäre dann nicht länger ein zusätzlicher Baustein im Schuljahr.
Schlussbemerkung
Vielleicht liegt die größte Gefahr derzeit nicht darin, dass Jugendliche KI nutzen.
Sondern darin, dass Schulen ihnen kein tragfähiges Navigationssystem für eine Welt im Wandel anbieten.
Oder:
Berufsorientierung war lange die Vorbereitung auf bekannte Berufe.
Heute wird sie zunehmend zur Vorbereitung auf unbekannte Veränderungen.
Oder:
Schulen müssen Jugendlichen heute nicht nur Wege zeigen.
Sie müssen ihnen helfen, sich neu orientieren zu können, wenn sich die Wege verändern.
Und, ganz aktuell kürzlich in meiner Tageszeitung entdeckt:
Steig ein in deine berufliche Zukunft!
Entdecke spannende Unternehmen auf der mobilen Jobmesse, knüpfe wertvolle Kontakte und finde deinen Traum-Ausbildungsplatz – direkt bei dir vor Ort.
… Stay tuned …
Bildnachweis:
ChatGPT 5.x mit dem Prompt: Mir kommt gerade die Idee nach einer Visualisierung der Gegenüberstellung Traditionelle BO (Berufstitel, Routinetätigkeiten, analoge Präsentation) versus Zukunftsorientierte BO (Future Skills, KI-Symbiose, Kontextkompetenz). Wie könnte ich das machen?
Quellen
Hintergrund, Analysen
ARD
- Presseclub: Die KI-Revolution: Was wird aus unseren Jobs?
ZDF
Viele wissen nach der Schule nicht, wie es weitergehen soll: Studium, Ausbildung oder erst mal etwas ganz anderes? Private Berufsberatungen können gegen Geld helfen, aber lohnt sich das?
BR24
- KI-Podcast: Schafft KI eine ewige Unterschicht?
Im Silicon Valley macht ein neues Schlagwort die Runde: Permanent Underclass. Eine ewige Unterschicht, in der demnächst alle landen, die ihr Geld mit Arbeit verdienen. Wie ernst sollten wir das nehmen?
NZZ
- Janique Weder: «Das Motivationsschreiben ist tot»: Ein HR-Experte verrät, wie Sie sich in Zeiten von KI richtig bewerben
Wer heute eine Bewerbung schreibt, nutzt meist KI – und wird dann von einem Algorithmus ausgesiebt. Ex-UBS-Personalchef Gery Bruederlin über Fehler und Absurditäten im modernen Recruiting.
WELT
In der Generation Z wachsen die Sorgen um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb verliert das Studium als Königsweg zum Wohlstand deutlich an Beliebtheit. Eine Studie offenbart eine grundlegende Kehrtwende.
- Hendrikje Rudnick: 10 der gefragtesten Jobs der Zukunft – und was man dafür können muss
In den kommenden Jahren werden weltweit Millionen neue Jobs entstehen. Doch welche Tätigkeiten sind in Zukunft gefragt? Arbeitsmarktexperten haben Berufe identifiziert, die schon bald gefragt sein könnten. WELT stellt zehn Tätigkeiten vor – und sagt, was man für sie können muss.
ZEIT
- David Gutensohn, Dana Hajek: Wie Berufsanfänger am Arbeitsmarkt bestehen können
Junge Menschen sind gerade besonders oft arbeitslos. Entscheidend dabei: die Berufswahl. Daten zeigen, wo der Einstieg schwer geworden ist – und wo die Chancen gut sind.
- Dana Hajek, Simon Langemann und Benja Zehr: Wie ersetzbar ist Ihr Job durch KI?
KI wird manche Jobs teilweise oder sogar völlig automatisieren. Neue Daten für 400 Berufe zeigen: Betroffen sind Menschen, die lange studiert haben und viel verdienen.
Blogbeiträge
- David Ger: Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft
David Ger, Department Director – AI Solution, stellt im Folgenden einen Workshop vor, den er einem Informatik-Leistungskurs anbietet.
Über 40 Prozent der CEOs weltweit wollen Junior-Stellen streichen. Der Arbeitsmarkt kippt zulasten der Jüngsten, da KI-Systeme Einstiegsaufgaben übernehmen.
Angebote für Schulen und Jugendliche
Schulleitungen und Steuergruppen müssen dieses Rad nicht komplett neu erfinden. Der Markt – sowohl der staatliche als auch der private – reagiert zunehmend auf den Transformationsbedarf der Berufsorientierung. Wer das schuleigene Navigationssystem neu programmieren will, kann auf verschiedene Unterstützungssysteme zurückgreifen:
- Die modernisierte Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit: Die Arbeitsagenturen haben ihre Beratung vor dem Erwerbsleben stark angepasst. Tools wie das kostenfreie Selbsterkundungstool „Check-U“ fokussieren sich zunehmend auf Kompetenzprofile statt auf starre Berufsbilder. Schulen können die Berufsberater gezielt anfordern, um in den Klassen nicht über Jobs von gestern, sondern über die veränderten Anforderungsprofile von morgen zu sprechen.
- Landesmedienzentren und Qualitätsinstitute: Die staatlichen Unterstützungssysteme der Bundesländer bieten mittlerweile praxiserprobte Raster und Curriculums-Bausteine an. Hier finden Steuergruppen Leitfäden, wie das kritische Prüfen von KI-Ergebnissen oder der Erwerb von “Future Skills” direkt in Fächer wie Wirtschaft/Politik, Deutsch oder Informatik integriert werden kann.
- Innovative EdTechs und Diagnose-Apps: Start-ups wie Aivy bieten beispielsweise spielerische, App-basierte Potenzialanalysen an. Statt Standard-Fragebögen testen Jugendliche dort ihre echten Kompetenzen (wie logisches Denken, Frustrationstoleranz oder Problemlösefähigkeit) und erhalten ein Profil, das zeigt, in welchen KI-resistenten Bereichen ihre Stärken liegen.
- Externe Orientierungsworkshops: Anbieter wie „Mein mutiger Weg“ kommen mit Seminaren direkt in die Schulen (oft finanzierbar über Fördervereine oder Budgettöpfe zur Berufsorientierung). Ihr Fokus liegt explizit auf Persönlichkeitsentwicklung, Stärkenfindung und dem Umgang mit der紀 Unsicherheit einer volatilen Arbeitswelt – genau das, was Messen oft nicht leisten können.
- Gemeinnützige Stiftungen: Institutionen mit Programmen wie „Zukunftsbauer“ oder der Stifterverband bieten exzellente, geförderte Materialien und Wettbewerbe an, z. B. Berufswahlpass bzw. Berufswahlapp, Sprungbrett Online. Sie bringen Schulen mit zukunftsorientierten Unternehmen zusammen, um genau jene „Interview-Logbücher“ oder „Design-Thinking-Messen“ zu realisieren, die Anisa in meinem Beispiel genutzt hat.
Themenportale
- bbw-Gruppe: BERUFSORIENTIERUNG UND -VORBEREITUNG
Bereits im Kindergarten und in der Schule werden die Weichen für ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben gestellt. Mit vielfältigen Berufsorientierungsangeboten stärken wir junge Menschen und unterstützen sie beim Übergang von der Schule in den Beruf.
- Deutsches Schulportal, Alexandra Mankarios
Berufsorientierung muss angesichts der sich rasant verändernden Arbeitswelt neue Wege gehen. Berufliche Schulen sind nah dran an diesen Veränderungen und haben oft Konzepte entwickelt, von denen auch allgemeinbildende Schulen lernen können. Wie bekommen Jugendliche einen besseren Überblick über Berufsfelder? Und wie erwerben sie Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kreativität und Selbstorganisation, die im Berufsleben wichtig sind? Das zeigen drei Ideen von beruflichen Schulen aus dem Preisträgernetzwerk des Deutschen Schulpreises
Die Gemeinschaftsschule in der Taus in Baden-Württemberg hat für die Berufsorientierung ein besonderes Konzept, um der Arbeitswelt von morgen gerecht zu werden. Dreh- und Angelpunkt ist die „Talent Company“. Etliche Berufseinstiege der Schülerinnen und Schüler nehmen hier ihren Anfang. Doch die Vorbereitung auf das Berufsleben an der Startchancen-Schule zielt nicht nur auf die Berufswahl.
Ob Mathematik, Deutsch, Geografie, Physik, Chemie oder Kunst: Ausgerichtet an den Lehr- und Bildungsplänen der allgemeinbildenden Schulen bietet das Portal alltagsnahe, lebensweltorientierte und didaktisch fundierte Unterrichtsmaterialien, die die Themenvielfalt des Handwerks integrieren. Von Nachhaltigkeit und Klimaschutz über Digitalisierung bis hin zu innovativen Technologien – mit unserem Angebot zeigen wir, dass das Handwerk spannend, modern und überall in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler steckt. Sofort einsetzbar im Fachunterricht, ohne, dass Lehrkräfte den verpflichtenden Lehrplan verlassen müssen! So begeistern wir Lernende von der Grundschule bis zur Abiturvorbereitung für gesellschaftsrelevante Themen und gleichzeitig für die Vielfältigkeit des Handwerks.
Ein wichtiger Schritt für junge Erwachsene ist die Berufsorientierung. “Was möchte ich nach der Schule machen?” Diese Frage ist für viele Schüler:innen schwierig zu beantworten. Hinzu kommt, dass sich die Arbeitswelt durch technologische Innovationen wie z.B. Künstliche Intelligenz in einem starken Wandel befindet.
“Wie finde ich den passenden Beruf für mich?” – Diese Frage stellen sich wahrscheinlich die meisten eurer Schüler:innen.
Damit ihr sie bestmöglich auf diesem Weg unterstützen könnt, stellen wir euch in diesem Artikel 10 spannende Ideen zur Berufsorientierung vor.
Spoiler Alert: Während Berufsmessen und Praktika gute Möglichkeiten sind, gibt es noch viele andere Wege, den Traumberuf zu entdecken.
References
| ↑1 | https://www.nzz.ch/gesellschaft/macht-uns-die-ki-bald-ueberfluessig-ld.10004916 |
|---|---|
| ↑2 | https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/mensch/gesundheit-2030/gesunde-digitale-gesellschaft/jugendliche-einstellungen-kuenstliche-intelligenz-1249346 |

















