Neue Leitbilder braucht die Schule …

Diese Woche sind zwei Artikel über die Generation Z erschienen. Diese Generation besteht aus Jugendlichen und Heranwachsenden, die zwischen Mitte der 1990er und Mitte der 2010er Jahre geboren wurden. Sie zeichnet sich durch eine einzigartige Mentalität aus, die von verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Faktoren geprägt ist. Sie sind von Anfang an mit Technologie aufgewachsen und sind oft sehr versiert im Umgang mit Smartphones, sozialen Medien und Online-Plattformen. Positiv wird dieser Generation zugeschrieben, dass sie politisch aktiver ist und sich stärker für soziale und ökologische Belange einsetzt als frühere Generationen. So nutzen sie häufig soziale Medien, um sich zu vernetzen, Bewusstsein zu schaffen und sich für Veränderungen einzusetzen.

Welche Rolle spielt die Internetnutzung der Generation Z

Die Artikel

zeigen besorgniserregende Entwicklungen auf. Während sich der NZZ-Artikel mit den Bedenken von Jonathan Haidt über die Auswirkungen der hohen Internetnutzung auf die psychische Gesundheit und die Zukunft der jungen Generation und deren Einfluss auf die Demokratien beschäftigt, zeigt die im WELT-Artikel vorgestellte LinkedIn-Studie, dass sich viele junge Menschen dieser Generation missverstanden fühlen.

Jonathan Haidt warnt davor, dass die intensive Nutzung von Smartphones und sozialen Medien durch die Generation Z zu einer ernsthaften Bedrohung für die Demokratie werden könnte. Er betont, dass die ständige Online-Präsenz der Jugendlichen dazu führt, dass sie Schwierigkeiten haben, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und echte soziale Interaktionen zu pflegen. Dies kann langfristig die Entwicklung der exekutiven Funktionen beeinträchtigen und die Fähigkeit der jungen Menschen, sich auf komplexe Aufgaben zu fokussieren, einschränken. Haidt warnt auch davor, dass die zunehmende Immersion in soziale Medien und die mögliche zukünftige Integration von KI die Fähigkeit der jungen Generation, echte zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, weiter beeinträchtigen könnten.

Warum fühlt sich jeder Zweite der Gen Z missverstanden?

  • Rund die Hälfte der befragten Gen Z fürchten, dass andere Generationen sie verurteilen oder falsche Vorstellungen von der Einstellung ihrer Generation zur Arbeit haben.
  • Ein Viertel fühlt sich unwohl dabei, andere Generationen um Hilfe und Unterstützung zu bitten.
  • Ebenfalls ein Viertel vermeidet Gespräche mit älteren Kollegen aus Unsicherheit, wie sie auf diese zugehen sollen.

Es sei wichtig, so eine Schlussfolgerung, Maßnahmen zu ergreifen, um das Verständnis und die Kommunikation zwischen den Generationen zu verbessern.

Wie gehen wir mit diesen Ergebnissen um? Meines Erachtens muss sich die Schulgemeinschaft, insbesondere die Schulleitung, einer umfassenden Analyse der aktuellen Einflüsse auf die Bildungswelt stellen. Dabei sind das pädagogische Personal, die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern ebenso einzubeziehen wie externe Expertise, aus der Psychologie ebenso wie aus der Berufswelt. Das folgende Dialogbild kann ein guter Einstieg in die Diskussion sein, zeigt es doch die verschiedenen Facetten der Digitalisierung:

Kontext: Kultur der Digitalität

 

Nadine Emmerling, Kultusministerium Baden-Württemberg

 

 

Eine ganzheitliche Schulbildung in einer Kultur der Digitalität sollte sowohl technische als auch kritische Denkfähigkeiten fördern, um Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft vorzubereiten. Wenn man die allgegenwärtige Digitalisierung und das Bildungswesen miteinander in Bezug setzt, sind folgende Aspekte wichtig:

  • Medienkompetenz: Schülerinnen und Schüler müssen angeleitet werden, sich kritisch mit digitalen Medien auseinanderzusetzen,  einschließlich der Bewertung von Online-Inhalten auf ihre Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit (TikTok, Instagram, E-Sport). Es ist wichtig, den Schülern bewusst zu machen, wie sie ihre persönlichen Daten schützen und sich vor Online-Bedrohungen wie Phishing, Identitätsdiebstahl und Cybermobbing schützen können. Sie müssen über die Auswirkungen digitaler Technologien auf Gesellschaft, Kultur und Ethik nachdenken und lernen, verantwortungsbewusste digitale Bürger zu sein.
  • KI in der Schule: Dies beinhaltet das Verständnis grundlegender Konzepte der Informatik und des algorithmischen Denkens, um Probleme zu analysieren und systematisch zu lösen. Schülerinnen und Schüler sollten grundlegende Kenntnisse erwerben, um digitale Werkzeuge und Technologien besser zu verstehen und zu nutzen.
  • Kreativität: Schulen sollten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben, ihre kreativen Fähigkeiten durch den Einsatz digitaler Werkzeuge wie Grafikdesign und Multimedia-Produktion zu entwickeln.
  • Kollaboration und Kommunikation: Die Förderung von Fähigkeiten zur Zusammenarbeit und Kommunikation in digitalen Umgebungen ist entscheidend, da viele Arbeitsplätze und soziale Interaktionen heute online stattfinden.

Durch die Einbeziehung externer Lernorte aus der Berufswelt gelingt eine deutliche größere praxisorientierte Ausbildung. Schulen können Praxiserfahrung in Form von Unternehmensbesuchen, Gastvorträgen von Fachleuten und Kooperationen mit lokalen Unternehmen anbieten. Dadurch erhalten die Schüler Einblicke in die Arbeitswelt und können sich besser auf den Übergang vorbereiten. Da die Generation Z digital affin ist, sollten Schulen sicherstellen, dass die Schüler über die erforderlichen Technologiekompetenzen verfügen, die in der modernen Arbeitswelt benötigt werden. Dabei werden neben fachlichen Kompetenzen sog. „future Skills“ wie Kommunikation, Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeiten und Zeitmanagement vermittelt. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für den Erfolg im Berufsleben und helfen den Schülern, sich in verschiedenen Arbeitsumgebungen zurechtzufinden. Lehrkräfte können darüber hinaus agile Lehrmethoden einführen, die den Schülern helfen, relevante Fähigkeiten für die Arbeitswelt zu entwickeln. Praktika, Projektarbeit und praxisnahe Aufgaben können dabei helfen, theoretisches Wissen in praktische Fähigkeiten umzusetzen.

Impuls: Leitbildentwicklung

In einer Kultur der Digitalität benötigen Schulen neue Leitbilder, weil sich die Art und Weise, wie wir lernen und lehren, grundlegend verändert hat:

  • Die Digitalisierung kann Lernumgebungen stark verändern. Traditionelle Lehrmethoden und Materialien werden zunehmend durch digitale Werkzeuge, Ressourcen und Plattformen ergänzt oder ersetzt. Neu vereinbarte Leitbilder können die Integration von Technologie in den Lernprozess berücksichtigen und die Entwicklung digitaler Kompetenzen fördern.
  • Durch digitale Technologien (auch KI) wird individualisiertes Lernen immer mehr möglich. Schülerinnen und Schüler können ihr Lerntempo anpassen, Lehrkräfte können auf deren individuellen Bedürfnisse eingehen und verschiedene Lernwege anbieten. Neu vereinbarte Leitbilder können diese Vielfalt im Lernprozess unterstützen und das pädagogische Personal dazu ermutigen, differenzierte Unterrichtsmethoden einzusetzen.
  • In einer digitalen Kultur ist es entscheidend, den verantwortungsvollen Umgang mit Technologie durch kritisches Denken und Medienkompetenz zu fördern. Dies umfasst Aspekte wie Datenschutz, Online-Sicherheit, Cybermobbing und die Auswirkungen der digitalen Technologie auf Gesundheit und Wohlbefinden. Schülerinnen und Schüler sind zu befähigen, Informationen kritisch zu hinterfragen, relevante Inhalte zu identifizieren und ethische Standards beim Umgang mit digitalen Medien einzuhalten. Neu vereinbarte Leitbilder können diese Fähigkeiten als zentrale Bildungsziele definieren und die Entwicklung von digitalen Kompetenzen als integralen Bestandteil des Lehrplans betrachten.

Schulintern befindet sich das pädagogische Personal in vielen Fällen in einer Umbruchsituation: Es findet eine starke Verjüngung des Lehrkörpers statt. Darüber hinaus bringen die Lehrkräfte bzgl. Medienumsetzungen unterschiedliche Erfahrungen ein. Mit dem Leitbild kann die Arbeit eines Kollegiums eine ganzheitliche, stimmige Ausrichtung bekommen. Schulextern ist das Leitbild ist ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit der Schule und der damit verbundenen Information von Eltern und anderen interessierten Gruppen. Sie dient auch als Legitimationsfunktion: In diesem Zusammenhang wird das schulische Handeln nach außen (Betriebe, Schulaufsicht, Lokalpolitik, Öffentlichkeit) vermittelt und gerechtfertigt.

Die Herausforderung besteht nun darin, sich nach der Verständigung auf ein Leitbild, das in der Regel im Rahmen von Pädagogischen Tagen mit agilen Methoden entwickelt wird, auf eine Operationalisierung der daraus abgeleiteten Ziele zu verständigen, die eine Präzisierung der Maßnahmen erleichtert. Die sich anschließenden Evaluationen dienen der Überprüfung und dem Abgleich mit den zuvor definierten Zielen.

Wer mehr über Leitbildarbeit und damit zusammenhängende Schulprogrammarbeit erfahren und lesen will:

Leitbild

Rolle der Schulleitung

Unter „Digital Leadership“ versteht man die Fähigkeit von Führungskräften, digitale Technologien und Strategien effektiv zu nutzen, um ihre Teams oder Organisationen erfolgreich in einer zunehmend digitalisierten Welt zu führen. Digital Leadership beinhaltet eine Kombination aus Führungsqualitäten, technologischem Verständnis und der Fähigkeit, Veränderungen anzustoßen und anzupassen, um mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung Schritt zu halten.

Ich empfehle daher, dass Schulleitungen über ihre Führungsrolle nachdenken, z. B.

  • wie sie digitale Technologien und Strategien effektiv nutzen können, um ihre Teams oder Organisationen in einer zunehmend digitalisierten Welt erfolgreich zu führen,
  • wie sie den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung mit einer Kombination aus Führungsqualitäten, technologischem Verständnis und der Fähigkeit, Veränderungen zu initiieren und anzupassen, begegnen können,
  • wie sie Teams inspirieren und motivieren und
  • wie sie digitale Innovationen vorantreiben und an sich schnell verändernde Marktbedingungen anpassen können.
  • Wie eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und des Lernens gefördert werden kann, um den digitalen Wandel erfolgreich zu bewältigen.

Kürzlich wurden mir drei Bücher empfohlen, die bei diesen Überlegungen hilfreich sein können:

  • Frédéric Laloux: Reinventing Organizations – ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. München: Verlag Franz Vahlen, 2015
  • Wilfried Schley, Michael Schratz: Führen mit Präsenz und Empathie: Werkzeuge zur schöpferischen Neugestaltung von Schule und Unterricht. Weinheim Basel: Beltz-Verlag, 2021
  • Joana Breidenbach; Bettina Rollow: New Work needs Inner Work – ein Handbuch für Unternehmen auf dem Weg zur Selbstorganisation. 2. Auflage. München: Verlag Franz Vahlen, 2019

Schlussbemerkung

Zurück zum Interview in der NZZ: Jonathan Haidt sieht das Jahr 2012 als Wendepunkt für die psychische Gesundheit junger Menschen, da um diese Zeit ein drastischer Anstieg von Angstzuständen, Depressionen, Selbstverletzungen und Selbstmorden bei Jugendlichen beobachtet wurde. Er führt diese Veränderungen auf die weit verbreitete Nutzung von Smartphones in Verbindung mit sozialen Netzwerken zurück, die um das Jahr 2012 begann. Haidt argumentiert, dass der Übergang von einer spielenden zu einer telefonierenden Kindheit zu dieser globalen Krise der psychischen Gesundheit geführt hat, insbesondere bei Mädchen, aber auch bei Jungen.

In einem Gespräch mit einem Kollegen aus meiner Baby-Boomer-Generation wurde mir noch einmal bewusst, wie privilegiert wir waren, in einer Welt aufzuwachsen, die im Wesentlichen völlig frei von Technologie war. Ich will das Rad nicht zurückdrehen, aber ich will dazu anregen, dass die Leitbildentwicklung wieder deutlich mehr von der Interaktion zwischen Menschen bestimmt wird. Dies kann durch eine Neuverhandlung des Leitbildes gut gelingen, wie wir aus vielen Schulberatungen wissen…

Updates (April-Juni 2024):

  • Direkt in diesem Zusammenhang Erik Grundmann, hessischer Schulleiter, mit dem folgenden Blogbeitrag:

Mehr Medienbildung jetzt!

 … Stay tuned …

Disclaimer: Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet.

Bildnachweise:

Titelbild: EpicTop10.com @Flickr CC BY 2.0

Kultur der Digitalität: Aus: Drabe, M. (2020): Schulentwicklung und Medienkonzept. Ein Praxisheft für Schulleitungen und Steuergruppen. Schule in der digitalen Welt. Augsburg: Auer. S. 12

LernMIT.de alive 🥳

In jüngster Zeit werden immer wieder Stimmen laut, die sich gegen den Einsatz digitaler Technik in Schule und Unterricht aussprechen. Pädagog:innen (und auch Eltern) tun sich nach wie vor schwer damit. Zu mächtig scheint der im deutschen Schulsystem traditionell verankerte analoge Präsenzunterricht (überwiegender Einsatz von Schulbüchern). Dem möchte ich mit der heutigen Freischaltung meiner LernMIT-Plattform etwas entgegensetzen.

Das Bildungssystem hat sich in den letzten 100 Jahren kaum verändert. Die heutigen Lehr- und Lernarrangements sind oft wenig individualisiert und Eltern mit höherem Einkommen investieren immer mehr Zeit und Geld in die schulische Ausbildung ihrer Kinder.

 

Warum LernMIT?

  • Zukunftsweisende Lernmethoden: LernMIT kombiniert bewährte Lernansätze mit modernen Technologien, um eine dynamische und effektive Lernumgebung zu schaffen.
  • Fokus auf alle Bildungsakteure: Von der Schulleitung über die Lehrkräfte bis hin zu Eltern und Schülern – LernMIT wurde mit Blick auf die gesamte Bildungsgemeinschaft entwickelt.

 

Was erwartet Sie bei LernMIT?

  • Praxisorientierte Ressourcen, die den Lehrplan bereichern und den Schülern ein tieferes Verständnis vermitteln.
  • Innovative Unterrichtsressourcen, die den Unterricht interaktiver und engagierter gestalten.
  • Evidenzbasiertes Lernen, um Lehr- und Lernprozesse zu optimieren und die bestmöglichen Ergebnisse für Schülerinnen und Schüler zu erzielen.

Woher kommen die Inhalte?

 

In den letzten Monaten habe ich insbesondere die Beiträge von #FediLZ, #FediCampus, #BlueLZ und #BlueCampus verfolgt und in zahlreichen Blogbeiträgen vorgestellt. So ist auch das folgende Portfolio entstanden:

LernMIT-Portfolio

Ende letzten Jahres habe ich mit dem Aufbau eines LernMIT-Portfolios begonnen. Zunächst mit

  • einer Einführung und einigen zusammenfassenden Informationen zu #LernenmitKI

—> LernMIT (1) – Einführung

  • Ausgehend von Aussagen aus der Bildungsforschung und der Beschreibung des Constructive Alignment Modells habe ich im Teil 2 erprobte schulische Lehr-Lernkonzepte vorgestellt:

—> LernMIT (2) – Kompetenzmodelle

  • Im dritten Teil geht es um die Förderung unserer stärkeren Schülerinnen und Schüler, wobei zunächst Jonathan mit seinen Vorstellungen von einem ihn fördernden Unterricht zu Wort kommt. Anschließend stelle ich ein hybrides Prozessmodell und geeignete Feedback- und Evaluationsverfahren vor.

—> LernMIT (3) – Hybrider Lernraum

  • Der vorletzte Teil befasst sich mit der leitbildorientierten Schulentwicklung, der damit verbundenen Schulprogrammarbeit und deren Evaluation.

—> LernMIT (4) – Schulentwicklung

  • Der letzte Teil schließlich widmet sich der Fort- und Weiterbildung. Mit vielen Praxisbeispielen und Literaturhinweisen für vernetztes und individuelles Lernen.

—> LernMIT (5) – Fortbildung

In diesen und den folgenden Beiträgen wird die Bedeutung digitaler Kompetenzen, flexibler Curricula und neuer Lerninhalte sowie die Notwendigkeit individualisierter Lernangebote deutlich: Die Schülerinnen und Schüler erwerben durch flexible Prüfungsansätze und individualisierte Curricula erfolgreich zukunftsrelevante Inhalte und Kompetenzen.

Schlussbemerkung

Die Beiträge aus den entsprechenden digitalen Lehrer:innenräumen zeigen vielfältige Varianten von Transformationsprozessen. Meine Berufspraxis bestätigt immer wieder: Datengestützt und evidenzbasiert ist man auf dem richtigen Weg. Übrigens hat die Wübben-Stiftung gerade ein Magazinheft zu diesem Thema herausgegeben. Im Mittelpunkt steht das kanadische Bildungssystem:

(…) Die Wübben Stiftung Bildung war Anfang Oktober 2023 zu Besuch in der kanadischen Provinz Alberta, in der Champions League. Schon mit der ersten Schule, die wir dort besucht haben, hat sich uns folgender Satz eingeprägt: „Hope is not a strategy.“ Hier wird die Wirksamkeit anhand von Daten ständig überprüft, um zu schauen, ob sich die Schülerinnen und Schüler richtig entwickeln.

„Durch den Einsatz von Diagnostik und Datenanalysen können Ungleichheiten im Bildungssystem präzise identifiziert und überwunden werden.“

„So können pädagogische Strategien dicht auf die Bedürfnisse und Potenziale der einzelnen Schülerinnen und Schüler zugeschnitten werden.“

Ich habe Mitte der 90er Jahre in Kanada hospitiert… Ich war und bin sehr beeindruckt von dem Verständnis, wie ein Bildungssystem entwickelt werden muss. Das Bildungssystem ist übrigens wie in Deutschland föderal aufgebaut. Die (in der Regel gut ausgestatteten) Schulen arbeiten nach dem Gesamtschulprinzip…

Ich lade Sie nun herzlich ein, LernMIT zu entdecken und sich gegebenfalls mit eigenen Beiträgen aktiv zu beteiligen. Besuchen Sie die Plattform und entdecken Sie, wie Sie gemeinsam mit der Schulgemeinschaft die Zukunft des Lernens gestalten können. Wenn Sie Verbesserungsvorschläge oder eigene Beiträge haben, zögern Sie nicht, mich per E-Mail zu kontaktieren.

… stay tuned …

LernMIT: Spitzer reloaded

Lang, lang ist’s her: 2019 habe ich einen ersten Beitrag zu Spitzer geschrieben. Auslöser war die Ankündigung von Bildungsministerin Johanna Wanka, fünf Milliarden Euro für einen „Digitalpakt“ zwischen Bund und Ländern zur Verfügung zu stellen. Spitzer damals: Der Einsatz digitaler Medien werde zur Verdummung der Schülerinnen und Schüler sowie zu einer Bildungskatastrophe führen.

Nun hat Spitzer nachgelegt. Die Journalistin Eva Wolfangel setzt sich in einem lesenswerten ZEIT- Artikel intensiv mit Spitzers Thesen auseinander. Zur Vorbereitung habe sie Spitzers neues Buch über künstliche Intelligenz gelesen, schreibt sie. Und:

Das Erstaunliche: Es ist kein kulturpessimistischer Abgesang, sondern eine differenzierte und obendrein ausführliche Darstellung der Geschichte der künstlichen Intelligenz bis hin zu den aktuellen Herausforderungen. Das Buch liegt vor uns auf dem Tisch, ich deute darauf: Wieso geht das Thema so differenziert und ausgeruht, aber das Thema Digitalisierung und Bildung nicht? “Weil es um das Wohl der Kinder geht”, sagt Manfred Spitzer.

um anschließend im Gespräch mit ihm die kontroversen Ansichten des Hirnforschers zur Digitalisierung zu beleuchten. Spitzer, so Wolfangel, warne vor den negativen Auswirkungen von Handys, Tablets und der Digitalisierung im Allgemeinen. Er behaupte, diese Technologien könnten Menschen dement, fettleibig, depressiv, süchtig und blind machen. Spitzer würde von einigen als populär angesehen, während andere seine Ansichten als Panikmache und unseriös betrachteten. Er werde als polternder Kulturpessimist beschrieben, der Korrelationen mit Kausalität verwechsle und sich eher wie ein Aktivist als wie ein seriöser Wissenschaftler verhalte. Sein Ruf als Kulturpessimist habe dazu geführt, dass viele Menschen seinen Ideen skeptisch gegenüberstünden.

Eva Wolfangel beschreibt ihre eigene Skepsis gegenüber Spitzer und seinen Thesen. Sie erwähnt, dass Spitzer sich verteidigt, wenn er von Journalisten zur Rede gestellt wird, und dass er oft als jemand dargestellt wird, der Ängste ausnutzt, um Geld zu verdienen. Dennoch gibt Spitzer Quellen für seine Behauptungen an, darunter internationale Studien und einen eigenen Aufsatz. Die Autorin wirft die Frage auf, ob trotz Spitzers umstrittenem Ruf an seinen Thesen etwas dran sein könnte. Sie beleuchtet auch die Diskrepanz zwischen Spitzers Ansichten und denen anderer Experten, die ebenfalls negative Auswirkungen der Digitalisierung auf Aufmerksamkeitsspanne und Produktivität sehen, aber differenziertere Ansätze verfolgen.

Und genau darum geht es mir im Folgenden: Ich frage wie Eva Wolfangel, ob es nicht möglich ist, die Digitalisierung in der Bildung so zu gestalten, dass negative Folgen vermieden werden? Dass Bildung sogar davon profitiert? Dazu stelle ich einige aktuelle Posts (BlueSky)/Tröts(Mastodon) vor. Ich kann zwar nicht immer Evidenz liefern (was Spitzer zu Recht fordert), in diesen Fällen zumindest auf gute Erfahrungen verweisen …

Fangen wir mit unseren Jüngsten an:

    Grundschule

    richtet sich in erster Linie an das pädagogische Personal von Grundschulen. Inhalte wie z.B.

      • Warum sind Wolken weiß?
      • Wie entstehen Schallwellen?
      • Warum funkeln Sterne?

    bringen nicht nur Lehrkräfte in Erklärungsnot. Kindgerechte Antworten liefert die o. g. Website. Eine Reihe von Experimenten wird vorgeschlagen, um naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen. Die Links sind in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) entstanden. Zum Thema Schall gibt es beispielsweise zwei Videos, verschiedene Arbeitsblätter und Experimente. Die Lehrerinformation enthält zudem didaktisch-methodische Überlegungen: Neben einer Kurzbeschreibung schlüsselt das PDF-Dokument die geförderten Lernkompetenzen auf und gibt Hinweise auf empfohlene Vorkenntnisse.

      • Institut Weiterbildung und Beratung (Pädagogische Hochschule FHNW): minibooks

      minibooks sind Bücher mit maximal acht Seiten in den Formaten DIN A4 oder DIN A3. Das Beste: minibooks können alle schreiben, die eine Idee zu einer Geschichte haben. Einfach und online werden so Gedanken zu kleinen Büchern. Die minibooks werden online geschrieben, formatiert und auf Wunsch veröffentlicht. Sie können aber auch ausgedruckt und mit Hilfe unserer Anleitung zu einem Buch gefaltet werden.

      Zum Verfassen und Vervielfältigen deines minibooks brauchst du eine Idee, einen Internetzugang, einen Drucker und eine Schere. So einfach, so besonders ist dein minibook

      Tutoring ist laut Forschung eine der wirksamsten Methoden zur Leseförderung überhaupt. Deshalb haben wir ein wissenschaftlich fundiertes Tutoring-Programm zur spielerischen Leseförderung von Grundschulkindern in Kleingruppen entwickelt. Es beruht auf einer digitalen Plattform und ermöglicht auch Tutor:innen ohne langjährige Qualifikation eine wirksame Förderung gerade von benachteiligten Kindern.

      Die Arbeit von Tutoring for All beruht auf neuesten Ergebnissen der Bildungsforschung. Wir kombinieren wissenschaftlich fundierte, nachweislich effektive Fördermethoden wie Scaffolding und kooperatives Lernen mit positiv evaluierten Lesefördermethoden. Auch die Wirksamkeit unseres Programms wird mit wissenschaftlich anerkannten Testverfahren überprüft.

      Maria arbeitet mit differenzierten Pinnwänden bzw. unterschiedlichen Berechtigungen. Darüber hinaus erstellt sie Karten mit einer Sprachaufnahme. Kolleginnen und Kollegen ergänzen:

        • Allein die Möglichkeit, durch Berechtigungen die Inhalte auf das “Nötigste” zu reduzieren. Ob Wochenplan oder einzelne Spalten. Der Besitzer sieht immer alles und ein QR-Code genügt, um gezielt Inhalte freizugeben. Dabei bleibt der QR auch bei Änderungen immer gleich. DAS überzeugt oft. (@dersteh)
        • Das kann ich bestätigen. Die Möglichkeiten sind so vielfältig. Es ist mittlerweile für mich im Rahmen der Individualisierung im Unterricht fast unverzichtbar. (@mertinsulrike)
        • Gerade die Berechtigungen möchte ich nicht mehr missen. Das eröffnet so viele Möglichkeiten. Ich organisiere inzwischen einen Großteil meiner Unterrichtsinhalte über #TaskCards. Die Eltern schätzen es auch, weil erkrankte Schülerinnen und Schüler so unkompliziert Zugriff auf die Inhalte haben. (@aanisah-archer)

      Weiterhin schreibt sie:

          • Hier mal ein Beispiel aus dem 1. Schuljahr. Auf der Buchstabenpinnwand schalte ich jede Woche die Spalte mit dem neuen Buchstaben frei. Die Pinnwand ist Teil der Buchstabenwerkstatt. Die SuS holen ein iPad, scannen QR, bearbeiten die H5Ps und LearningApps, können sich die Schreibrichtung anschauen.
          • Hier ein Beispiel aus Klasse 3. Die SuS sollten sich zu einem Lied neue Strophen ausdenken. Jede Gruppe nur Schreibberechtigung für die eigene Spalte. Lied und Playback standen auf der Pinnwand zur Verfügung. Sie haben die Strophen in die Spalten geschrieben und jeweils ein Audio dazu eingesungen.
          • Noch etwas aus Klasse 1: Die SuS sollten zu Hause Rechengeschichten fotografieren und auf die TaskCard laden. In der Schule haben sie anschließend ihre Rechengeschichten mit Plättchen nachgelegt, fotografiert und zu der jeweiligen Karte hinzugefügt.

      @dersteh hat zu TC – arbeiten mit Berechtigungen ein Tutorial erstellt.

        Sek. I / II

        #MathematikEDU

        Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Rolle KI-Sprachassistenten wie ChatGPT als Ergänzung zu traditionellen Werkzeugen wie Taschenrechnern, Tabellenkalkulationsprogrammen, dynamischer Geometriesoftware und Computeralgebrasystemen im Mathematikunterricht spielen können. Der Fokus liegt dabei auf dem Austausch und der Reflexion über den Einsatz von KI-Assistenten in der Mathematik mit dem Ziel, neue Impulse für die Gestaltung von Mathematikunterricht zu setzen.

        @birgitlachner: Gestern interessantes Kolloquium an der @rptu_transfer Kaiserslautern zum Thema “Funktionales Denken zielgerichtet förderm – Der Beitrag von Grundvorstellungen und digitalen Lernumgebungen”. Was vorgestellt wurde, war für mich nicht überraschend, nur eine erneute Bestätigung. Interessant fand ich die Reaktion der anwesenden Mathematiker aus der Uni, die sich wunderten, dass die Ideen, die vorgestellt wurden, nicht so in der Schule verbreitet sind.

        Das Kolloquium stellte die Frage: Warum ist das so und wie können die Erfahrungen/Ideen verbreitet werden? Die Präsenationsfolien enthalten eine Reihe von weiteren Literaturhinweisen.

        Animiertes Erklärvideo, interaktives Quiz oder Virtual-Reality-Umgebung? Digitale Medien im Unterricht effektiv einzusetzen, will gelernt sein! Teilnehmerin Franziska Siegrist erzählt, warum sie sich für den CAS-Lehrgang entschieden hat, und was sie bereits gelernt hat. Ein Video zu produzieren, zum Beispiel.

        #PhysikEDU

        Lange Zeit scheiterten Wissenschaftler immer wieder daran, den bekannten Halbleitermaterialien blaues Licht zu entlocken. Der Durchbruch gelang erst 1992, als Akasaki, Amano und Nakamura durch Zufall bei der Untersuchung eines Galliumnitrid-Kristalls unter einem Elektronenmikroskop blaues Licht entdeckten. [1] … Continue reading

        #InformatikEDU

        Der digitale Escape-Room “The Mystery of Crypto-Castle” wurde entwickelt, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, auf “spielerische” Art und Weise verschiedene Codierungs- und Verschlüsselungsaspekte kennen zu lernen, auf welche dann im weiteren Unterrichtsverlauf Bezug genommen, respektive eine Vertiefung vorgenommen werden kann. Der Escape-Room deckt weite Teile der Lehrplaninhalte der Thematik “Codierung und Verschlüsselung” in der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums ab. 

        Der Escape-Room “The Mystery of Crypto-Castle” kann ohne Anmeldung oder Registrierung in den gängigen Browsern genutzt werden.

        Ich habe einen spielerischen Zugang zur Kryptologie erstellt:  Die Schülerinnen und Schüler müssen mit Hilfe digitaler Hinweise mehrere (analoge) Nachrichten entschlüsseln, um jeweils zum nächsten Hinweis zu gelangen. Im finalen Rätsel gibt es den Code für ein Zahlenschloss am “Spionenkoffer”.

        Grundlage sind Stationen aus dem “Spioncamp” der Uni Wuppertal – die auch verlinkt sind. 

        #Ökonomische Bildung

        Im Escape Game zu den ökonomischen Grundannahmen begeben sich die Spielenden an Bord eines Raumschiffs. In der Rolle der Raumschiffcrew sind sie auf geheimer Supercell-Mission und müssen eine besonders wertvolle Fracht schnell und sicher auf die Erde bringen.

        Auf ihrer abenteuerlichen Reise durch den Weltraum entschlüsseln sie Rätsel unter Zeitdruck und sammeln nebenbei Erfahrungen, die sie später mit den ökonomischen Grundannahmen wie Knappheit, dem ökonomischen Prinzip oder Opportunitätskosten verbinden lernen. Die Spielerfahrungen können in der zugehörigen Unterrichtseinheit nachbesprochen und vertieft werden.

        Mit dem Teach Economy Wirtschaftsquiz können Sie das Wissen Ihrer Klassen testen. Der Spielanreiz ist groß. Denn Ihre Schülerinnen und Schüler sammeln nicht nur Punkte für sich selbst, sondern treten in Teams gegeneinander an. Spannend wird es am Ende noch einmal bei der Punktevergabe. Denn der geschickte Einsatz einer Bonusmünze kann das Ergebnis kurz vor dem Ende noch vollkommen verändern. Auch Schülerinnen und Schüler ohne Handy können über den „Huckepack-Modus“ mitspielen.

        Als Lehrkraft können Sie das vorgefertigte Fragenset zu jeder Unterrichtseinheit nutzen oder aber Ihr eigenes Quiz zusammenstellen. Dabei wählen Sie aus einem umfangreichen, redaktionell geprüften Fragenpool mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Das Quiz kann im Unterricht vielfältig eingesetzt werden. Nutzen Sie die Fragen, um das Vorwissen Ihrer Klasse zu testen, den Lernstand zu ermitteln und Wissenslücken zu identifizieren oder setzen Sie das Quiz zur Auflockerung in Ihrem Unterricht ein.

        Der Fragenpool wird sukzessive erweitert. Zurzeit stehen Ihnen die Fragen zu den Themenbereichen Grundannahmen ökonomischen Denkens, soziale Marktwirtschaft und Wirtschaftspolitik zur Verfügung. 

         

        #ReligionEDU

        Schon älter, ja, aber es passt gut in diese Liste. Und: Nicht nur für den Konfirmandenunterricht geeignet, denke ich:

        Während der Corona-Pandemie gab und gibt es viele Einschränkungen, die auch die Konfi-Arbeit stark beeinträchtigt haben. Dafür wurden globale Zusammenhänge umso deutlicher und damit auch die Bedeutung von Globalem Lernen in der Arbeit mit Konfirmanden und Konfirmandinnen. Vielleicht auch aus diesem Grund war die Pandemie Ideentreiberin für zahlreiche neue und alternative Lernangebote, die vorwiegend online stattfinden. Escape Games sind ein Bereich, in dem vor allem rund um globale Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, neue Angebote geschaffen wurden. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige spannende Escape Games vorstellen, die in der Konfi-Arbeit – nicht nur in Zeiten von Corona – gespielt werden können.

        #LernenmitKI

        Mit der Plattform To-Teach können Lehrkräfte mithilfe von künstlicher Intelligenz personalisierte Unterrichtsmaterialien und Übungsaufgaben erstellen, die ideal auf die Interessen und Bedürfnisse ihrer Schüler*innen zugeschnitten sind.

          uni@schule

          Zugegeben, es liest sich wie eine Werbebroschüre des BMBF. Und doch lohnt sich ein Blick in dieses digitale Dokument, denn sie verweist auf zahlreiche Forschungsprojekte, die sich mit einer „Schule in der digitalen Welt“ beschäftigen.

          Auf eine Webseite will ich besonders hinweisen:

          Es zeigte sich, dass digitale Kompetenzen in fünf Teilbereichen von Schulentwicklung gefördert werden können: 1. Organisationsentwicklung, 2. Unterrichtsentwicklung, 3. Personalentwicklung, 4. Kooperationsentwicklung und 5. Technologieentwicklung.  Schulen können selbst also einen maßgeblichen Beitrag leisten, um Chancengerechtigkeit im Kontext der Digitalisierung auf allen der fünf Ebenen der Schulentwicklung zu fördern. Für eine nachhaltige Wirksamkeit sollten darüber hinaus die Schulträger die digitalisierungsbezogene Schulentwicklung unterstützend begleiten. Sie sind hauptverantwortlich, in den Schulen eine lernförderliche IT-Ausstattung bereitzustellen. Und können auch darüber hinaus Hilfestellungen leisten: Zum Beispiel, indem sie Orientierungsdokumente bereitstellen, die die Schulen dabei unterstützen Medienkonzepte und Leitbilder zu entwickeln.

          Zwei Handlungsempfehlungen – Open Access veröffentlicht – sind das Ergebnis:

          Wie können moderne Lernmethoden den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden?  Der Half-Flip Classroom verbindet Selbstlernphasen mit strukturierter Präsenzlehre.

          Hybride Lehre hat sich während der Corona-Pandemie nicht nur als eine sinnvolle (Not-)Lösung etabliert, sondern bietet darüber hinaus viel Potential. So ist es möglich, mittels hybrider Szenarien die Internationalisierung von verschiedenen Studiengängen nachhaltig zu gestalten. Das DAAD-Förderprogramm „Internationale Programme Digital“ („IP Digital“) förderte im Zeitraum 2020 bis 2022 insgesamt 19 Digitalisierungsprojekte, die sich mit genau dieser Herausforderung beschäftigten. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche wertvollen Erfahrungen die Autor:innen aus dem zweijährigen Förderprogramm ziehen

          Dazu passt auch dieser englischsprachige Beitrag:

            • Sally Clemenson, Ellen Johnson (Minnesota State University, Mankato):

          Connectedness in the asynchronous online environment can be difficult to establish. Faculty can make a difference by creating opportunities to engage in transformational educational experiences in the online discussion board.

          Wie könnte das Lehren und Lernen im „Klassenzimmer der Zukunft” aussehen? Welche digitalen Technologien sollten dort zur Unterstützung des Lernens eingesetzt werden und welche Technologien sind weniger empfehlenswert? Welcher Preis ist mit dem Einsatz innovativer Bildungstechnologien verbunden und lohnt es sich, diesen Preis zu akzeptieren?

          Dies sind Fragen, die nicht nur Bildungsforscher*innen umtreiben, sondern die für das gesamte Bildungssystem von höchster Relevanz sind. Sie zu beantworten und Möglichkeiten für einen sinnvollen Einsatz digitaler Technologien im Klassenzimmer aufzuzeigen, ist Ziel des FUTURE INNOVATION SPACE, der aktuell am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen entsteht.

           

          Schlussbemerkung

          Innovative Schul- und Lernkonzepte in Verbindung mit Bildungstechnologien können Lösungen für langjährige Herausforderungen im Bildungsbereich bieten. Die Bildungsministerien sollten eine führende Rolle bei der Entwicklung der Schule der Zukunft einnehmen, indem sie den multilateralen Wissensaustausch unterstützen und Anreize sowie finanzielle Mittel für die zukunftsorientierte Ausrichtung von Schulen bereitstellen. Offenheit für Neues, Veränderungsbereitschaft und konstruktiver Austausch zwischen allen Beteiligten. Die Schulpolitik ist gefordert, Experimentierräume zu schaffen, die eine Anpassung an sich verändernde Lebens- und Arbeitswelten ermöglichen, einschließlich Datenschutzkonzepten und finanzieller Ressourcen für Bildungstechnologien. Fortbildungen, Workshops und Netzwerktreffen für Lehrkräfte und Schulleitungen sollen gefördert werden.

          Nächste Woche, kurz vor Beginn der Didacta, ist es soweit: Ich stelle die Plattform lernMIT online. Vieles aus dem Portfolio ist schon drin. Neues kommt hinzu. Ich lade Sie herzlich ein, LernMIT zu entdecken und sich aktiv mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Und ich werbe gerne dafür:

          Samstag, 24.02.2024, 14.00 – 14:45 Uhr, Forum didacta aktuell, Halle 8, Stand A040 – B041

           

          Ich freue mich, Jonathan zu unterstützen (siehe LernMIT (3) – Hybrider Lernraum). Und natürlich freue ich mich auf das ein oder andere Treffen mit User:innen aus meinen sozialen Netzwerken!

           

          … stay tuned …

           

          Update 20.02.24:

          Im Nachhinein erhielt ich einen Link zu diesem Blogbeitrag (mit zahlreichen Kommentaren):

          Bei diesem Artikel handelt es sich ausschließlich um meine persönliche Meinung und Einordnung des Buches “Digitale Demenz – wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen”.

          Bildnachweis: Prof. Strasser, Keynote@zukunftsschulen-nrw, 2019

          Eva Wolfangel: @wikimedia, CC BY-SA 4.0 DEED

          Large Language Models

          ChatGPT im Klassenzimmer? „Man kann schon in der Grundschule dafür sensibilisieren“, sagt der Informatiker Stefan Seegerer in einem Interview mit dem Tagesspiegel [1]https://www.tagesspiegel.de/wissen/chatgtp-macht-schule-wir-mussen-aufpassen-die-internationale-entwicklung-nicht-zu-verschlafen-11134681.html. Er greift damit die sehr lebhafte Diskussion um den Einsatz von Large Language Models (LLM) in der Schule auf. Anlass ist nicht zuletzt eine Veröffentlichung der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission, die kürzlich im Auftrag der KMK ein Impulspapier zum Einsatz von LLM bei der Textproduktion und -recherche, beim adaptiven Lernen, beim individuellen Feedback und bei der Erstellung von Lernmaterialien vorgelegt hat.

          In einem SWK-Talk haben zwei Mitglieder der Kommission die notwendigen Voraussetzungen für den kompetenten Einsatz von LLM herausgearbeitet und anschließend diskutiert. Es geht um technologiebezogenes Wissen und Reflexion, um Quellenbewertung, -prüfung und -reflexion, um inhaltliches Wissen und Prompt-Tuning, um Selbstregulationskompetenzen und um mediendidaktische Kompetenzen bei Lehrenden.

          In diesem Beitrag gehe ich zunächst auf das Impulspapier und die Diskussion im Talk ein. Anschließend greife ich einige Schlussfolgerungen auf und konkretisiere sie mit einigen Vorschlägen.

          Impulspapier der SWK

          Die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) hat ein Impulspapier zur Implementierung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Schule vorgelegt. Kommissionsmitglied Ulrike Kress erläutert in einem Interview die wichtigsten Punkte:

          Mit der Veröffentlichung von ChatGPT vor circa einem Jahr ist eine sprachbasierte künstliche Intelligenz (KI), die fertige Texte produziert, für jeden und jede nutzbar. Erste Daten zeigen, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte ChatGPT verwenden. Mit ChatGPT ist KI schlagartig in der Schulrealität angekommen und in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt – und das ist gut so, denn KI wird Teil unserer Gesellschaft sein und sie erfordert, dass das Bildungssystem sich darauf vorbereitet. Deswegen hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) entschieden, ein Impulspapier zum Thema „Large Language Models und ihre Potenziale im Bildungssystem“ zu veröffentlichen.

          Darüber hinaus stellten im Rahmen eines SWK Talk Spezial (Youtube-  und/oder Podcast (Spotify)) die Vorsitzenden der SWK Prof. Dr. Olaf Köller (IPN) und Prof.’in Dr. Ulrike Cress (IWM) den Prozess und die Ergebnisse näher vor und diskutierten anschließend mit Christine Streichert-Clivot, Präsidentin der Kultusministerkonferenz 2024 und Bildungsministerin des Saarlandes, sowie Björn Frommann, Lehrer und Fortbildner aus Berlin, den Umgang mit dem Papier. Köller/Cress erläutern in dieser Online-Veranstaltung die folgenden Schlussfolgerungen:

          • Systematischen Erprobung bei offener Fehlerkultur, zunächst auf Promptebene konzentrieren
          • Domänenspezifische (fachspezifische) Tools entwickeln
          • LLM ab (späterer) Sekundarstufe einsetzen
          • Prüfungskultur verändern
          • Nutzungspotenzial für formative Feedbackverfahren erkennen und nutzen
          • Rahmenbedingungen schaffen
          • LLM in Lernplattformen integrieren und Commons-Lösungen entwickeln (bzgl. Ethik, Datenschutz. Keine Informationsmonopole zulassen)

          Grundschule?

          Dabei wird auch auf die rege Beteiligung im Chat eingegangen. Vor allem die Festlegung „8. Klasse“ wird heftig kritisiert und von Herrn Köller relativiert, indem er auf die (noch) nicht nachgewiesene Evidenz eines erfolgreichen Einsatzes von LLM im Kontext der Förderung von Lese- und Schreibkompetenz verweist und gleichzeitig feststellt, dass je nach Zusammensetzung der Lerngruppe der Einsatz von Apps und Tools auch schon vor der 8. Klasse sinnvoll sein kann. Frau Streichert-Clivot ergänzt, dass im Saarland der flächendeckende Einsatz von Endgeräten ab der 3. Klasse wissenschaftlich begleitet wird und entsprechende Schlussfolgerungen aus diesem Forschungsprojekt gezogen werden können.

          Im Rahmen meiner Schulberatungen kam ich häufig mit dem pädagogischen Personal der Grundschulen ins Gespräch. Sie sahen vor allem im Sachunterricht eine Möglichkeit und Notwendigkeit, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Aus meiner Sicht kann der Einsatz von KI in der Grundschule dazu beitragen, die Technikkompetenz von Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu fördern. Kürzlich habe ich in den sozialen Medien über ein Experiment berichtet, auf das mich ein Podacst im Deutschlandfunk (DLF) aufmerksam gemacht hat:

          War gerade im Garten und habe mal Flora Incognita und BirdNet ausprobiert. Irre, was da geht. Wollt ihr die Natur besser kennenlernen, dann probiert das mal aus.

          Auch toll die Idee, BirdNet auf dem #Raspberry Pi laufen zu lassen. Zeichnet das Gezwitscher vom Morgen auf und erstellt eine Übersicht über die Besucher. Geht, weil die App im #OpenSource vorliegt…Was für schulische Möglichkeiten in der Grund- wie Sekundarstufe.

          Die Rückmeldungen bestätigen die Aussage von Stefan Seegerer (Didaktik der Informatik, Berlin) [2]https://www.tagesspiegel.de/wissen/chatgtp-macht-schule-wir-mussen-aufpassen-die-internationale-entwicklung-nicht-zu-verschlafen-11134681.html: Man kann die SchülerInnen schon in der Grundschule für das Thema sensibilisieren. Nicht unbedingt für die Nutzung von LLMs, aber doch für die Grundideen künstlicher Intelligenz. Also: Wie lernt ein Computer eigentlich? Wie entsteht eine Antwort von solch einem System? Damit schaffen wir die Basis für den künftigen Einsatz dieser Werkzeuge – und auch für künftiges Lernen über diese Themen. Gleichzeitig begeistern wir SchülerInnen dafür, in diesem Feld selbst tätig zu werden, also eigene Ideen und Lösungen zu entwickeln.

          Zurück zum SWK-Talk, fasse ich die Ausführungen der beiden Mitdiskutanten wie folgt zusammen:

          Christine Streichert-Clivot (KMK-Präsidentin, KuMi'in Saarland); Handreichungen der Länder

            Streicher-Clivot im Talk:

            • Erarbeitung einer Handlungsempfehlung auf der Grundlage dieser Expertise.
            • Empfehlungen zur Unterstützung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Bildung entwickeln
            • Verankerung von Werkzeugen in den Lehrplänen unter Berücksichtigung von Medienkompetenzrahmen
            • Informatikunterricht ausweiten
            • Fortbildungskonzept phasenübergreifend entwickeln (Ausbildung an der Universität (1. Phase) mit Referendariat (2. Phase) und Lehrerprofessionalisierung (3. Phase) verknüpfen)
            • Nachhaltigkeit (Fortsetzung des Digitalpakts) und Lehrmittelfreiheit sicherstellen (Sozialgesetzgebung anpassen)

            und verweist im übrigen auf die von mir im Einzelnen recherchierten Leitfäden der Länder (Änderungen und Ergänzungen bitte per Kontaktformular mitteilen).

            Bernd Frommann (Fortbildner, Berlin)

            Frommann:

            • Lehrkräfte müssen sich selbst weiterbilden
            • Mit LLM ermöglicht
              • auf Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler einzugehen
              • kollaboratives Lernen zu fördern
              • Feedbacks und individuelle Unterstützung
            • Durch die Integration von Instrumenten können Schulen mit einem hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache eine unterstützende und inklusive Lernumgebung schaffen, die den individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht wird und ihre Lernerfahrungen bereichert:
              • Sprachförderung
              • Individualisierte Lernförderung
              • Förderung von Diversität und Inklusion
              • Förderung der Medienkomp

            Fortbildung: Grundlagen

            Fromman wurde zum Ende des SWK Talks gefragt, welche Forderungen er an ein Fortbildungskonzept hat. Im Wesentlichen schlägt er die Einführung in ein LLM vor. Zunächst allgemein, anschließend mit fachspezifischen Bezügen. In Abhängigkeit von der Schulform schließen sich dann praktische Experimente im Umgang mit den Werkzeugen der Künstlichen Intelligenz und deren Auswüchsen (Deepfakes, Fake News und vielem mehr) an. Von der KMK wie auch der Bildungsforschung wünscht er sich in naher Zukunft ein kohärentes Fortbildungscurriculum.

            Forschungsergebnisse zeigen, dass Kooperation beim pädagogischen Personal Motivation und Berufszufriedenheit steigert. In meiner langjährigen eigenen und später beratenden Schulentwicklungspraxis hat sich für mich die Arbeit in kleinen Teams als das wesentliche Merkmal erfolgreicher schulinterner Unterrichtsarbeit herauskristallisiert. Zusammenfassend werbe ich hier noch einmal für die Zusammenarbeit im (Fach-)Kollegium:

            • Ich kann im Kollegium Wissen und Erfahrungen austauschen und davon lernen. Dies kann dazu beitragen, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und den Schülerinnen und Schülern ein breiteres Spektrum an Lernmöglichkeiten zu bieten.
            • Ich kann Ressourcen wie Unterrichtsmaterialien und Technologien austauschen und dazu beitragen, dass diese besser bekannt und effektiver genutzt werden.
            • Zusammenarbeit hilft bei der Unterrichtsplanung: Es können Unterrichtspläne entwickelt werden, die aufeinander abgestimmt sind und unterschiedliche Lernstile und Interessen berücksichtigen.
            • Zusammenarbeit kann helfen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermutigen. Dies kann dazu beitragen, Stress und Burnout zu reduzieren und das Wohlbefinden der Lehrkräfte zu verbessern. Eine Methode, die ich mehrfach als erfolgreich erlebt habe, ist die kollegiale Fallberatung.
            • Zusammenarbeit kann dazu beitragen, Lehr- und Lernkonzepte zu reflektieren, um besser auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können und ihnen die bestmöglichen Lernmöglichkeiten zu bieten.

            Für diesen Basisartikel habe ich eine Auswahl nach Inhalt und Format getroffen. Die entsprechenden ausführlichen Themenseiten finden Sie unter den Links.

            Fortbildung: Konkret

            Für einen ersten Einstieg in das Thema, auch um einen gleichen Kenntnisstand bei allen Beteiligten zu erreichen, empfehle ich zwei Videobeiträge aus der Praxis. Obwohl aus dem universitären Umfeld kommend, plädiert Prof.’in Weßels für eine verbindliche Auseinandersetzung mit dem Thema auch im Rahmen der schulischen Ausbildung und empfiehlt zunächst die Umsetzung von 4A:

            • Aufklären: Fortbildungsveranstaltung organisieren oder besuchen
            • Ausprobieren: Allein und/oder mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich
            • Akzeptieren: Wer denkt: „Auch dieser Kelch geht an mir vorüber“, dem sei gesagt: Dieser definitiv nicht. Die bisherigen Entwicklungen sind unumkehrbar und werden sich rasant fortsetzen.
            • Aktiv: Das eigene Erleben, das Mitdiskutieren, das Einflussnehmen auf die Entwicklungen sorgen für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema.

            Prof.’in Weßels gab kürzlich zum Auftakt eines Themenspecials einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen im Bereich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz: Welche Themen sind zentral und welche Veränderungen haben sich bereits ergeben?

            Als zweiten Beitrag empfehle ich den Input Übernimmt jetzt die KI? Auswirkungen der KI auf Medien und Gesellschaft von Gregor Schmalzried (freier Tech-Journalist (BR, brand eins), Berater), der bei den Augsburger Mediengesprächen fünf sogenannten KI-Keynotes (Themen)

            • Chance für die Einzekämpfer
            • R.I.P. neuer Berufswunsch: Promptengineering
            • Alles wächst zusammen
            • Software spricht
            • Nichts ist mehr echt (Deepfakes)

            Die KI-Expertin Prof. Dr. Doris Weßels (FH Kiel) gibt einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen im Bereich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre: Welche Themen sind zentral und welche Veränderungen hat es bereits gegeben? (YT ab ca. 6:00)

            Beim im Video als „custom ChatGPT“ (aka Lernbot) vorgestellten Tool handelt es sich um Poe

             

            Die diesjährgen Augsburger Mediengespräche, die von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in Zusammenarbeit mit den Augsburger Hörfunk- und Fernsehsendern und der Stadt Augsburg am 6. November zum neunzehnten Mal veranstaltet werden, beschäftigen sich mit den Auswirkungen, die Künstliche Intelligenz und ihre Anwendungen auf Gesellschaft, Medien, Bildung und auch auf unsere Wirtschaft haben.

            Gregor Schmalzried tritt ab 22:10 auf

             

            Inhalte: Anleitungen, Vertiefungen, ...

                    Hier eine Zusammenstellung von Einstiegslinks:

                    In diesem Kurs zum KI-Textgenerator ChatGPT lernst du die Anwendung des Tools und erfährst Einsatzmöglichkeiten für die Schule.

                    Kostenfreier Kurs (man muss sich allerdings einschreiben/anmelden).

                     

                    Für eine Vertiefung eignen sich:

                    Seit Dezember 2022 beschäftige ich mich intensiv mit ChatGPT und KI im Bildungsbereich, erkunde Chancen und Herausforderungen. Diese intensive Auseinandersetzung hat mich zu einigen spannenden Erkenntnissen geführt. Diese Erfahrungen und mein Wissen habe ich in Gamechanger KI: Effektivität im Lehrberuf gebündelt. Mein Ziel ist es, zu zeigen, wie man KI-Technologien effektiv in den Schul- und Unterrichtsalltag integrieren kann. Dieser Leitfaden beleuchtet meine Top 30 der Anwendungsbereiche von KI mit besonderem Fokus auf Zeitersparnis und Effizienzsteigerung im Lehrberuf und gibt dir praktische Tipps für den erfolgreichen Einsatz von KI im Unterricht.

                    Längst hat es sich in vielen Klassenzimmern auf der ganzen Welt herumgesprochen: ChatGPT erledigt komplexe Hausaufgaben im sprachlichen Bereich im Handumdrehen. Doch KI soll nicht die Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler ersetzen. Handlungskompetenzen und methodisches Arbeiten sind weiterhin wichtige Fähigkeiten, die in der Schule erlernt werden sollen. So reicht es eben nicht aus, dem Bot ein Hausarbeitsthema stumpf zu übergeben, die Antwort kritiklos zu übernehmen und formal geschönt abzugeben. Prompts müssen geschickt erstellt und die ausgespuckten Ergebnisse kritisch hinterfragt werden, auch von den Schüler*innen.

                        Verfahren zur Manipulation von medialen Identitäten existieren bereits seit vielen Jahren. So ist es allgemein bekannt, dass Bilder durch vielfältige Methoden manipuliert werden können. Lange Zeit war es sehr aufwändig, dynamische Medien, wie Videos oder Audiomitschnitte qualitativ hochwertig zu manipulieren. Durch Methoden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ist dies heute jedoch deutlich einfacher und Fälschungen können mit vergleichsweise wenig Aufwand und Expertise in einer hohen Qualität erstellt werden. Aufgrund der Nutzung von tiefen neuronalen Netzen (englisch: deep neural networks), werden solche Verfahren umgangssprachlich als „Deepfakes“ bezeichnet.

                        Methoden zur Manipulation medialer Identitäten können somit im Wesentlichen in die drei Medienformen Video/ Bild, Audio und Text untergliedert werden. Die folgenden Ausführungen zeigen, welche Angriffsmethoden es nach dem aktuellen Stand der Technik gibt, welche Daten für einen erfolgreichen Angriff benötigt werden und welcher Aufwand für die Erstellung von Fälschungen mithilfe von Deepfake-Verfahren notwendig ist.

                        Es hat mit dem Papst im Daunenmantel angefangen… und in nur wenigen Monaten haben sich KI-generierte Fakes wie ein Lauffeuer im Internet ausgebreitet. Falsche (oder vermeintlich falsche?) Harry Styles-Songs spielen dabei genauso eine Rolle wie falsche Kriegsfotos. Kann man heutzutage noch irgendwelchen Inhalten im Netz vertrauen — und was passiert, wenn die KI noch besser wird?

                        Künstliche Intelligenz-Systeme – Segen oder Fluch?
                        KI-Systeme erleben gerade einen explosionsartigen Aufstieg. Mit dem Auftauchen von ChatGPT & Co. sehen engagierte Fachkräfte neue Möglichkeiten aber auch die Bedenken und Risiken werden breit diskutiert. Nutzen Sie unser interaktives Lern-Modul um sich zu informieren und um Chancen und Risiken besser einschätzen zu können.

                         

                        Darüber hinaus bieten die Beiträge

                        Mit diesem Linkvorschlag verfolge ich die Idee der Vernetzung der drei Phasen, denn folgende Fragen betreffen nicht nur Studierende und ihre Lehrenden:

                        Viele Lehrende fragen sich wie sie in ihren Unterrichtseinheiten KI sinnvoll einsetzen können und inwieweit sie das Thema mit ihren Studierenden thematisieren sollen. In Bezug auf die Lehre gibt es verschiedene Ebenen, welche von KI-Technologien beeinflusst werden. Es geht nicht nur darum, dass Studierende KI-Technologien womöglich für die Abfassung schriftlicher Arbeiten verwenden (hierzu mehr im Tool Künstliche Intelligenz (KI) und Leistungsnachweise), sondern auch darum, wie Studierenden ein sinnvoller Umgang mit KI-Technologien gelehrt werden kann. Nicht jede*r Studierende kann die Möglichkeiten und Risiken einer Verwendung von KI vollends abschätzen. Lehrenden kommt hier eine wichtige Rolle zu, denn sie können Studierende für relevante Themen rund um KI sensibilisieren, Beispiele der sinnvollen Nutzung aufzeigen und sie im Umgang mit den Technologien im wissenschaftlichen Arbeiten begleiten. Es ist sinnvoll die Lernziele der eigenen Lehrveranstaltung mit Bezug auf KI-Technologien zu erweitern sowie KI-Technologien in Lehr- und Lernsettings zu integrieren. Nicht zuletzt kann KI auch für die Lehrpersonen selbst einen Mehrwert in der Lehre darstellen, indem KI die Erstellung von Lernmaterialien vereinfacht und den Lehrpersonen somit mehr Zeit geben kann, sich auf die Begleitung des Lernprozesses von Studierenden zu konzentrieren.

                         

                        “KI für Lehrkräfte” ist ein Lehrbuch und OER-Projekt, das in fünf verschiedenen Sprachen und unter CC BY Lizenz verbreitet wird, so dass alle es offen nutzen und auch weiter gestalten können.

                        weiterführende Einblicke und Ideen in Nutzungspotenziale von LLMs.

                         

                        Und hier ein Thread auf Bluesky, der die Nutzung einiger Kolleginnen und Kollegen zeigt …

                         

                         

                        Format(e) I: Unterschiedliche Mikrofortbildungen

                         

                        Micro Learning: Dabei werden kompakte Lernbausteine, auch Learning Nuggets genannt, in ca. fünf Minuten selbstständig bearbeitet. Dabei kann es sich beispielsweise um ein kleines Lernspiel, einen kurzen Fachtext oder ein Quiz zur Selbsteinschätzung handeln. Ein „Learn more“-Button am Ende des Nuggets führt den Nutzer zu weiteren thematisch passenden Lernangeboten.

                        Pausen-Lernen: Die Lehrerinnen und Lehrer geben ihr Wissen in einer kurzen Pause weiter. Die Themen werden auf der schulinternen Lernplattform zur Verfügung gestellt. Interessierte melden sich auf freiwilliger Basis an. Ein Vortrag dauert maximal 15 Minuten und sollte möglichst lebendig und ohne Fachjargon sein. Danach stehen fünf Minuten für Fragen zur Verfügung. Anschließend können bilaterale Gespräche zur Vertiefung geführt werden.

                        Interne Schul-Talks: Hier stellen Lehrkräfte ihre Unterrichtsprojekte in Anlehnung an das Ted-Talk-Format vor, z.B. einmal wöchentlich im Kollegium oder einmal monatlich vor der gesamten Schule. Die Themenvorschläge für solche Lernveranstaltungen werden auf der schulinternen Lernplattform vorgestellt. Per Abstimmung wird entschieden, welche davon auf breites Interesse stoßen und somit auf die Bühne kommen.

                        WOL-Gruppen: Dabei handelt es sich um selbstorganisierte Working-out-Loud-Lerngruppen von ca. fünf Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Sie treffen sich zwölf Wochen lang einmal wöchentlich für eine Stunde digital und/oder analog, um an individuellen Entwicklungsaufgaben zu arbeiten und gemeinsam selbst gesteckte Lernziele zu erreichen.

                        Reverse Mentoring: Reverse Mentoring ist die Umkehrung des klassischen Mentoring. Der jüngere Lehrer coacht den erfahreneren Kollegen in den Bereichen, in denen der Jüngere besser ist als der Ältere. Ziel ist es, die digitale Kompetenz in der Schule insgesamt zu erhöhen, pädagogische Prozesse und Strukturen zu modernisieren und ältere Lehrkräfte und das Schulleitungsteam für die Bedürfnisse der jüngeren Generation zu sensibilisieren. Es ist ein hervorragendes Instrument für die Entwicklung einer lernenden Schule.

                        Smart Learning: Hier wird mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) gelernt. Bei Augmented Reality (AR) werden Informationen in eine Datenbrille eingeblendet. Bei Virtual Reality (VR) taucht man vollständig in eine virtuelle Realität ein (Immersion). Digitale Lernassistenten verknüpfen Wissen aus der digitalen Welt mit der aktuellen Lernsituation einer Person und stellen personalisierte Lernangebote zusammen. Digitale Gesprächspartner (Chatbots) ermöglichen interaktives Lernen. Schließlich können Avatare, also virtuelle Stellvertreter, in die Tiefen des Internets geschickt werden, um nach Wissen zu suchen.

                        Peer-to-Peer-Lernen: Lehrkräfte (Peers = Gleichrangige, Gleichgestellte) wissen meist viel besser als Vorgesetzte fernab des Geschehens, welche Lerninhalte für ihre Kollegen hilfreich sein können und was alle gemeinsam weiterbringt. So werden auf schulinternen P2P-Lernplattformen geeignete Lerninhalte in Eigenregie kuratiert. Diese Plattformen sind für alle Lehrkräfte zugänglich. Sie verfügen über Like- und Kommentarfunktionen und fördern so die Interaktion und Vernetzung. [3]In Anpassung an https://www.weiterbildungsmarkt.net/magazin/future-learning-selbstgesteuertes-lernen-ist-fortan-ein-muss/

                        Format II: Barcamp

                        Vom Barcamp-Guru Jöran Muuß-Merholz(@joeranDE)

                        Die Dokumente stehen als PDF bzw. Indesign-Datei und als bearbeitbares Dokument in Google Drive zur Verfügung. In Google Drive kann über den Menupunkt „Datei“ eine Kopie angelegt oder eine docx- oder odt-Version heruntergeladen geladen werden.

                        Teil einer typischen Einführung in die Methode Barcamp sind Regeln für die Ausgestaltung des Formats. Diese Regeln haben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Fassungen für solche Richtlinien, die sich in einzelnen Punkten unterscheiden. Es gibt weder ein offizielles Regelwerk, noch eine „Barcamp-Polizei“, die vor Ort die Einhaltung bewacht. Im Folgenden ist unsere Version „10 Goldene Regeln“ vorgestellt,
                        die sich in unserer Praxis gut bewährt haben. 

                        Ein Barcamp geht von morgens bis abends, jede Session dauert 45 Minuten, und alle Sessions müssen zu Beginn vorgestellt werden. Oder? Es geht auch anders. Es ist gerade eine große Stärke des Barcamp-Formats, dass es flexibel angepasst werden kann. Wir zeigen die wichtigsten Stellschrauben für Barcamps und Online-Barcamps. Dazu gibt es Tabellen mit Muster-Zeitstrukturen zum Download.

                        Ein Gespräch mit Björn Nölte und Hendrik Haverkamp über Barcamps von und mit Schüler*innen – als Abitur- oder Prüfungsvorbereitung und in Coronazeiten auch komplett online.

                        Einsatzszenarien

                        Formatives und summatives Feedback

                        Ein weiterer Fortbildungsschwerpunkt sollte der Einsatz von formativen und summativen Feedbackverfahren sein. Auch hier kann – wie die SWK bestätigt – ein LLM unterstützend wirken. Der Anbieter von fiete.ai bewirbt das Tool aus Sicht der Lehrer:innen so:

                        • Fiete entlastet dich, indem er allen Schüler:innen ein individuelles Feedback zu ihren Texten und Aufgaben gibt – und zwar nach deinen Vorgaben und Kriterien.
                        • Die Ergebniszusammenschau zeigt dir, welche Kompetenzen deine Schüler:innen bereits beherrschen und wo sie zukünftig Unterstützung benötigen. So hast du mehr Zeit für die wichtigen Dinge: den persönlichen Kontakt und die gezielte Förderung deiner Klasse.
                        • Fiete hilft dir, deine Ressourcen besser einzuteilen und unterstützt dich im Unterrichtsalltag.

                        und aus Sicht der Schülerinnen und Schüler so:

                        • Fiete ist der persönliche Lernbegleiter deiner Schüler:innen. Er gibt ihnen geduldig Rückmeldung zu Texten und Aufgaben. Außerdem macht Fiete passgenaue Verbesserungsvorschläge. So weiß jeder stets, was er oder sie schon beherrscht und wo noch Steigerungspotenzial besteht.
                        • Fortschrittsbalken machen den Leistungsstand deiner Klasse sichtbar und zeigen den Schüler:innen die nächsten Schritte beim Lernen und Überarbeiten.
                        • Die Schüler:innen nutzen Fietes Feedback, um ihre Texte zu verbessern. Fiete hilft den Kindern und Jugendlichen, zu zeigen, was wirklich in ihnen steckt.

                        Immer wieder berichten Lehrkräfte in Blogs über ihre Erfahrungen. Hier eine Auswahl:

                        Plagiat-Checker

                        Viele Schülerinnen und Schüler arbeiten mit ChatGPT. Nicht alle geben dies offen zu und deklarieren ihre Arbeit als eigene Leistung. Viele Lehrende fordern und verlangen eine Plagiatskontrolle. In der Tat ist es schwierig, Plagiate vollständig zu verhindern oder aufzudecken. Derzeit gibt es keine zuverlässige und damit rechtssichere Technologie, die garantieren kann, dass kein Plagiat vorliegt. Selbst hochentwickelte Plagiatserkennungssoftware hat ihre Grenzen und kann nicht immer alle Arten von Plagiaten erkennen.

                        Nur Ihr Wissen um die individuelle Leistungsfähigkeit Ihrer Schülerinnen und Schüler lässt Vermutungen zu, die dann im anschließenden persönlichen Gespräch geklärt werden können. Durch offene Kommunikation und klare Erwartungen können Lehrende und Lernende gemeinsam einen respektvollen Umgang mit akademischer Integrität fördern. So lässt sich zum Beispiel ein Quellennachweis erweitern: Nicht nur auf Literatur, sondern auch auf LLM-Niveau. Wie auch immer Sie den Beleg einfordern wollen, via Textausweis, via Prompting, via … sollten den Schülerinnen und Schülern gleichzeitig die ethischen Aspekte des Lernens und der Arbeitserstellung vermittelt werden, einschließlich der Bedeutung der Anerkennung der Quellen und der Originalarbeit. Es könnte auch hilfreich sein, klare Richtlinien für die Verwendung von KI-Tools wie ChatGPT im Unterricht zu erstellen. 

                        Darüber hinaus könnten Lehrkräfte den Unterricht so gestalten, dass sie kritisches Denken, Problemlösung und Kreativität fördern – Fähigkeiten, die KI derzeit nicht nachbilden kann. Dies könnte dazu beitragen, die Abhängigkeit von KI-Werkzeugen zu verringern und gleichzeitig wertvolle Fähigkeiten zu fördern. Alternative Bewertungsmethoden, die schwerer zu kopieren sind, können ebenfalls in Betracht gezogen werden. Mündliche Prüfungen, Gruppenarbeiten, Projekte und andere kreative Aufgaben können dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit von Plagiaten zu verringern.

                        Letztendlich ist die Frage der Kennzeichnung von KI-generierten Texten eine komplexe und noch offene Frage, die weiterer Forschung und Diskussion bedarf. Es ist auch eine ethische Frage, da sie die Themen Urheberschaft, Verantwortung und Transparenz berührt. Aktuell ist es eher ratsam, auf die Sensibilisierung von Lehrenden wie Lernenden für die Bedeutung von akademischer Integrität zu setzen und den Dialog darüber zu fördern. Technologische Lösungen können unterstützend wirken, aber die Bewusstseinsbildung und der ethische Umgang mit KI-Generierung sind entscheidende Aspekte.

                        Disclaimer: Dieser Abschnitt wurde mit der Unterstützung von ChatGPT geschrieben. Mein Prompts lauteten:

                        Viele Schüler arbeiten mit dir zusammen. Nicht alle geben das offen zu und deklarieren deine Ergebnisse als ihre eigenen. Viele Lehrer fragen mich nach einem Plagiatscheck. Ich antworte: “Vergiss es. Das ist technisch nicht möglich.” Stimmt das? Und ist mein Rat “Sucht das Gespräch mit euren Schülern” die einzige Alternative?

                        Einige Wissenschaftler fordern ein sogenanntes Wasserzeichen. Bei Bildern kann ich das nachvollziehen. Aber wie kann man Texte kennzeichnen, wenn man sie selbst erstellt hat?

                        Und sonst ...

                        Schulverwaltung

                        In der Kommission nicht weiter ausgeführt, aber mit Potenzial ist der Einsatz eines LLM in der Verwaltungsarbeit. So können Arbeitsprozesse digitalisiert werden, um z.B. Korrekturzeiten zu verkürzen. Neuere Veröffentlichungen erkennen unleserliche Handschriften relativ zuverlässig. In Verbindung mit Korrekturvorgaben für Arbeiten des Anforderungsbereichs I führt dies zu einer nicht unerheblichen Zeitersparnis. Darüber hinaus kann LLM zur Professionalisierung des Formularwesens eingesetzt werden. Nicht nur bei der Erstellung des Formulars, sondern auch bei der anschließenden Bearbeitung der Rückläufe. Schließlich können Routineaufgaben wie Eltern- und Schulverwaltungsbriefe, E-Mail-Korrespondenz an KI-Maschinen abgegeben werden. Alles keine Zukunftsmusik, sondern schon heute möglich!

                         

                        Organisation der Unterrichtsmaterialien

                        Nach meiner Tätigkeit bei Schulen ans Netz kehrte ich 2004 in den Schuldienst zurück. Die ersten Tätigkeiten und Aktionen bezogen sich auf neue Unterrichtssettings und damit auf den Umgang mit meinen meist papiergebundenen Arbeitsunterlagen. Diese habe ich zunächst digitalisiert. Jede Lehrkraft verfügt über zahlreiche Schul- und Fachbücher, Materialien, Arbeitsblätter, Klassenarbeiten und Klausuren in digitaler Form. Eine weitere und neue Möglichkeit, wie ich mir den Umgang mit Unterrichtsmaterialien vorstelle, liegt in der Zukunft. Warum nicht einen persönlichen CustomGPT-Bot damit trainieren? Technisch möglich, aber urheberrechtlich in dieser Breite nicht zulässig, denn Fach- und Schulbücher sind in der Regel geschützt. Auch Arbeitsblätter verwenden oft urheberrechtlich geschütztes Material. Die LLM-Anbieter verwenden diese Daten, um ihre Bots zu trainieren. Dies steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und ist somit legal. Daher kommt für diese Implementierung nur ein lokales Tool, am besten Open Source, in Frage. Im oben empfohlenen Video zeigt Doris Weßels mit POE bereits das enorme Potential, das hinter dieser Idee steckt. Sie verwendet in diesem Tool übrigens nur selbst erstellte Dokumente.

                         

                        Save the Date

                        Vor gut einem Jahr wurde mit der Software Version GPT-3 erstmals ein KI-Sprachmodell frei zugänglich. Innerhalb von fünf Tagen registrierten sich weltweit eine Million Nutzer, um mit Hilfe von ChatGPT Texte zu verfassen. Natürlich fand das Programm schnell Eingang in Schule und Studium – mit gravierenden Auswirkungen auf das Lernen und Lehren. Während die einen in ChatGPT eine Bedrohung sehen, die das selbständige Denken einschränkt, sprechen andere von der Chance, das kritische Denken vor allem in der Hochschulbildung wiederzubeleben. Wir diskutieren mit Expertinnen und Experten – darunter der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg – über Möglichkeiten und Risiken.

                        Sonntag, 11. Februar 2024, 20:00 bis 22:00 Uhr

                        Frau Christine Streichert-Clivot – hier in der Rolle der Kultusministerin des Saarlandes – hat im SWK-Talk (s.o.) auf den 5. Digitalen Bildungstag aufmerksam gemacht und lädt interessierte Pädagoginnen und Pädagogen herzlich zu dieser Veranstaltung ein, die sowohl online als auch offline durchgeführt wird. Sie steht unter dem Motto „Einsatz künstlicher Intelligenz“. Organisiert wird die Veranstaltung vom Bildungscampus, einer Fortbildungseinrichtung, die die zweite und dritte Phase der Lehrerbildung verbindet und damit Impulse für die erste Phase geben soll.

                        Donnerstag, 21. März 2024, ganztägig.

                         

                        Und zum Schluss ein praktischer Tipp von Boris, der in einem Graphen die Anzahl der Beiträge mit dem Hashtag #FediLZ pro Tag darstellt.

                         

                        Vermutlich fragen auch Sie sich, wie er die Bildbeschreibung hinbekommen hat? Seine Antwort:

                        Ich teste gerade ChatGPT in Version 4. Bild hochgeladen, um Bildbeschreibung gebeten. Nicht ganz perfekt (musste das Anfangsdatum korrigieren). Aber sonst war das recht ordentlich.

                         

                         … Stay tuned …

                        Bildbeschreibung: Alexandra Koch, ergänzt um Teaser zum Beitrag

                        References

                        References
                        1 https://www.tagesspiegel.de/wissen/chatgtp-macht-schule-wir-mussen-aufpassen-die-internationale-entwicklung-nicht-zu-verschlafen-11134681.html
                        2 https://www.tagesspiegel.de/wissen/chatgtp-macht-schule-wir-mussen-aufpassen-die-internationale-entwicklung-nicht-zu-verschlafen-11134681.html
                        3 In Anpassung an https://www.weiterbildungsmarkt.net/magazin/future-learning-selbstgesteuertes-lernen-ist-fortan-ein-muss/

                        LernMIT: Podcast

                        Dem Podcast-Hype kann man sich kaum entziehen, oder? Diese Technologie wird vor allem privat genutzt, beim Autofahren, beim Joggen etc. Und immer öfter auch im Unterricht. Manch einer wird es kaum glauben: Auch zu Zeiten von Schulen ans Netz war das ein Thema. Unter dem Titel Internetr@dio war Rudolf Arnold (Valckenburgschule, Ulm) ein wahrer Innovator in der Umsetzung, wie jeder hier nachlesen[1]Quelle: Michael Drabe, Detlev Garbe (Hg.): Schulen ans Netz: Berichte aus der Praxis. Login-Verlag. Berlin. 2000 kann …

                        Was ist eigentlich ein Podcast [2]https://www.ohrenblicke.de/hilfe/was-ist-ein-podcast?

                        Der Begriff Podcast setzt sich zusammen aus Pod von iPod (MP3-Player von Apple) und Cast von Broadcast (Rundfunk). Bei manchen Erklärungen steht das „Pod“ auch für die Abkürzung „play on demand“. Auch wenn wohl fast jeder das Wort „Podcast“ schon einmal gehört hat und spätestens seit dem „Coronavirus-Update“ mit dem Virologen Christian Drosten Podcasting zum Massenmedium geworden ist, gibt es immer noch Unwissenheit und Missverständnisse in Bezug auf dieses Medium.

                        Die Integration von Podcasts in den Schulunterricht kann eine innovative und ansprechende Möglichkeit sein, um den Lernprozess zu bereichern. Im …

                        … Deutschunterricht bieten Podcasts Literaturkritiken, Autoreninterviews oder Hintergrundinformationen zu literarischen Werken

                        … Fremdsprachenunterricht eignen sich Podcasts, um Hörverständnis zu fördern.

                        … Geschichtsunterricht können mit historischen Podcasts bestimmte Ereignisse oder Epochen vertieft werden.

                        … PoWi – SoWi Unterricht liefern Podcasts Gesprächsanlässe, um aktuelle Ereignisse oder politische Analysen zu diskutieren.

                        … Mathematikunterricht sind Podcasts denkbar, die mathematische Konzepte erklären und Anwendungen in der realen Welt zeigen.

                        … Kunst- und Musikunterricht können Podcasts eingesetzt werden, die sich mit Kunst, Musik, Film oder anderen kulturellen Themen befassen.

                        Darüber hinaus können im Rahmen der Berufsorientierung Podcasts von Fachleuten in verschiedenen Berufsfeldern verwendet werden, um den Schülern Einblicke in mögliche Karrierewege zu geben.

                        Diese Beispiele verdeutlichen, wie vielfältig der Einsatz von Podcasts im Unterricht sein kann. Insbesondere können Schülerinnen und Schüler durch Podcasts aktiviert und zum Handeln eingeladen werden, indem sie …

                        … Podcasts zu bestimmten historischen Figuren erstellen oder in Form von Nachrichtensendungen aus vergangenen Zeiten berichten.

                        … Diskussionen über bestimmte Bücher führen und ihre Meinungen in Podcasts ausdrücken.

                        … eigene Podcasts zu politischen Themen erstellen, um ihre Standpunkte auszudrücken.

                        … Podcasts erstellen, in denen sie mathematische Probleme lösen und ihre Denkprozesse erklären.

                        … Podcasts erstellen, in denen sie über ihre künstlerischen Vorlieben sprechen oder eigene Werke vorstellen.

                        … Podcasts erstellen, in denen sie über ihre beruflichen Ziele und Ambitionen sprechen.

                        … eigene Forschungsprojekte erstellen und ihre Ergebnisse in Podcast-Form präsentieren.

                        Für einen ersten Eindruck unterrichtlicher Einsatzszenarien, hier einige Praxisbeiträge aus dem (ehemaligen) Edutwitter:

                        Musik (Klasse 13)

                        Constantin Müller (@herr_muellerHH), Deutsch und Musiklehrer in Hamburg:

                        Mein Musikkurs 13 schreibt gerade eine Klausur (Podcast-Analyse): Sie schreiben am PC, hören den Podcast bei Spotify und benutzen einen gemeinsam erstellten Analyseleitfaden. Aufregend. Ich habe das ganze Projekt (ohne Schülerergebnisse auf diesem Padlet zugänglich gemacht. Klont und nutzt es gerne.

                        Podcasting im FS- Unterricht

                         
                        Kompetenzvermittlung at its best:

                        In dieser Unterrichtsreihe sollen Partnerklassen eigene französische Podcasts erstellen und sich darin mündlich über für sie relevante Themen austauschen. Damit werden Hör- und Sprachkompetenzen sowie der Umgang mit zielsprachigen Dokumenten nachhaltig gefördert. Die Arbeit mit Podcasts steigert die Motivation nicht nur aufgrund der Einbindung der digitalen Medien in den Unterricht. Felix G. Lund (@LundLundfelix)

                        Game Based Podcast

                        Game Based ist ein Podcast der sich mit dem Thema Gaming in Verbindung mit pädagogischen und sozialen Aspekten befasst. Die redaktionelle Arbeit wird durch Medienpädagog*innen der ComputerSpielSchule Stuttgart durchgeführt. Angelehnt an Themen, die auf der “Games im Unterricht”-Plattform der LFK behandelt werden, befasst sich der Podcast mit der kulturellen Bedeutung von Videospielen insbesondere den Potenzialen von Games für die Bildung.

                        Ungewöhnliche Perspektiven

                        Themen unserer Zeit: Rund um den 3D-Druck, Weinverkostung für Studierende, “Grünes” Geld und Studienmotivation.

                        Die Seminargruppen stellen nicht nur ihre Ergebnisse vor – auch die ausführlichen Dokumentationen Ihrer Vorgehensweise sind als während des Semesters als Download verfügbar.

                        Anleitung

                        Hier sind einige Schritte und Überlegungen, die Ihnen helfen können, Podcasts erfolgreich in den Schulunterricht zu integrieren:

                        Vorstart

                        • Lehrplanintegration:
                          • Integrieren Sie die Podcasts in bestehende Lehrpläne und Unterrichtseinheiten.
                          • Überlegen Sie, wie Podcasts den Lehrstoff vertiefen oder ergänzen können.
                        • Zielsetzungen festlegen:
                          • Definieren Sie klare Lernziele für den Einsatz von Podcasts im Unterricht.
                          • Überlegen Sie, welche Kompetenzen (z.B. Hörverständnis, kritisches Denken) durch Podcasts gefördert werden sollen.
                        • Forschung und Auswahl:
                          • Recherchieren Sie nach relevanten Podcasts, die thematisch zu Ihrem Unterricht passen.
                          • Achten Sie darauf, dass die Podcasts altersgerecht und schulisch angemessen sind.
                        • Technische Vorbereitung:
                          • Stellen Sie sicher, dass die technische Infrastruktur für den Einsatz von Podcasts vorhanden ist (z.B. Zugang zu Computern, Kopfhörern).
                          • Erklären Sie den Schülern, wie sie auf die Podcasts zugreifen können.

                        Durchführung

                        • Podcast-Formate variieren:
                          • Nutzen Sie verschiedene Formate wie Interviews, Reportagen, Diskussionen, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu halten.
                        • Vor- und Nachbereitung:
                          • Geben Sie den Schülern klare Anweisungen für die Vor- und Nachbereitung der Podcasts.
                          • Fassen Sie die wichtigsten Punkte zusammen und führen Sie Diskussionen nach dem Hören durch.
                        • Aktive Beteiligung:
                          • Ermutigen Sie die Schüler, eigene Podcasts zu erstellen oder an Diskussionen teilzunehmen.
                          • Verwenden Sie Begleitmaterialien, um das Verständnis zu fördern.

                        Hindernisse und Lösungen

                        • Technische Herausforderungen:
                          • Problemlösungshilfen für technische Probleme bereithalten.
                          • Sicherstellen, dass Schüler Zugang zu den erforderlichen Geräten haben.
                        • Zeitmanagement:
                          • Integrieren Sie Podcasts in den Unterrichtsplan, ohne den Lehrplan zu überladen.
                          • Wählen Sie kurze Podcasts oder bestimmte Abschnitte aus, um die Zeit zu optimieren.
                        • Datenschutz:
                          • Achten Sie auf Datenschutzrichtlinien, wenn Sie Podcasts im Unterricht verwenden.
                          • Informieren Sie die Schüler über den verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Informationen.
                        • Schülerinteresse aufrechterhalten:
                          • Wählen Sie abwechslungsreiche Podcasts aus, um die Schüler zu begeistern.
                          • Bieten Sie Raum für Diskussionen und Feedback, um das Engagement zu fördern.

                        Die Integration von Podcasts erfordert eine sorgfältige Planung und Umsetzung, aber sie kann eine wertvolle Ressource für den Unterricht sein und das Lernen auf eine neue Ebene heben.

                        Anleitungen, Vertiefungen, ...

                        Und wer jetzt Lust bekommen hat, im Unterricht, für die Schule einen eigenen Podcast zu gestalten, hier eine Zusammenstellung von Einstiegslinks:

                        Für eine Vertiefung eignen sich:

                             

                            Darüber hinaus bieten die Beiträge

                            weiterführende Einblicke und Ideen in Nutzungspotenziale von Podcasts.

                             

                            Save the date

                            Die Entwicklung meiner Plattform LernMIT schreitet voran. Diese – und die bisherigen Beiträge in meinem Portfolio – sind die Stichworte für LernMIT. Die Abkürzung steht nicht nur für Lernen mit Technologie, sondern auch für evidenzbasierte Ansätze, inspiriert durch das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT).

                            Warum LernMIT?

                            • Zukunftsweisende Lernmethoden: LernMIT kombiniert bewährte Lernansätze mit modernen Technologien, um eine dynamische und effektive Lernumgebung zu schaffen.
                            • Fokus auf alle Bildungsakteure: Von der Schulleitung über die Lehrkräfte bis hin zu Eltern und Schülern – LernMIT wurde mit Blick auf die gesamte Bildungsgemeinschaft entwickelt.

                            Was erwartet Sie bei LernMIT?

                            • Praxisorientierte Ressourcen, die den Lehrplan bereichern und den Schülern ein tieferes Verständnis vermitteln.
                            • Innovative Unterrichtsressourcen, die den Unterricht interaktiver und engagierter gestalten.
                            • Evidenzbasiertes Lernen, um Lehr- und Lernprozesse zu optimieren und die bestmöglichen Ergebnisse für Schülerinnen und Schüler zu erzielen.

                            Ich werde die Plattform zeitnah zur Didacta freischalten und sie unter dem Titel

                            „Warum hybride Bildung Chancengleichheit und Inklusion fördert“

                            Samstag, 24.02.2024, 14.00 – 14:45 Uhr, Forum didacta aktuell, Halle 8, Stand A040 – B041

                            näher erläutern.

                            Ich freue mich, Jonathan (vgl. LernMIT (3) – Hybrider Lernraum) persönlich kennenzulernen und zu unterstützen. Und ich freue mich auf das eine oder andere Treffen mit User:innen aus meinen sozialen Netzwerken!

                            … stay tuned …

                            References

                            References
                            1 Quelle: Michael Drabe, Detlev Garbe (Hg.): Schulen ans Netz: Berichte aus der Praxis. Login-Verlag. Berlin. 2000
                            2 https://www.ohrenblicke.de/hilfe/was-ist-ein-podcast

                            Didaktik in einer Kultur der Digitalität

                            Spätestens mit den Lockdowns und dem damit verbundenen Blended Learning (aka Hybrid Learning) taucht in den sozialen Medien immer wieder die Wortkombination Kultur der Digitalität auf. Felix Stalder war einer der ersten Kultur- und Medienwissenschaftler, der dazu publizierte. Fragt man ChatGPT nach „seinem“ Verständnis von Kultur der Digitalität, erhält man als Antwort

                            (…) Sie bezieht sich auf die vielfältigen kulturellen, sozialen und mentalen Veränderungen, die durch die fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz digitaler Technologien in verschiedenen Lebensbereichen entstehen. Dieser Begriff umfasst eine breite Palette von Phänomenen, die mit der digitalen Transformation unserer Gesellschaft verbunden sind. Die Kultur der Digitalität betrifft nicht nur technologische Aspekte, sondern auch die Art und Weise, wie Menschen miteinander interagieren, Informationen konsumieren, Wissen teilen, ihre Identitäten ausdrücken und kulturelle Inhalte schaffen. Hier sind einige Schlüsselaspekte, die unter die Kultur der Digitalität fallen könnten:

                            1. Digitale Kommunikation: Die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, hat sich durch soziale Medien, Messaging-Apps und andere digitale Plattformen grundlegend verändert. Dies wirkt sich auf soziale Interaktionen, Beziehungen und den Austausch von Informationen aus.
                            2. Digitale Identität: Die Digitalisierung beeinflusst die Konzeption und Darstellung von Identitäten. Menschen gestalten ihre Identitäten nicht nur offline, sondern auch online durch soziale Medienprofile, Blogs, und andere digitale Plattformen.
                            3. Informationszugang und -verarbeitung: Durch das Internet haben Menschen Zugang zu einer enormen Menge an Informationen. Dies wirkt sich darauf aus, wie Wissen erworben, geteilt und verbreitet wird.
                            4. Kulturelle Produktion und Konsum: Digitale Technologien ermöglichen es Menschen, kulturelle Inhalte wie Musik, Filme, Kunst und Literatur zu produzieren und zu konsumieren. Plattformen wie YouTube, Spotify, Netflix und digitale Kunstgalerien haben die Art und Weise, wie Kultur geschaffen und konsumiert wird, verändert.
                            5. Digitalisierung in Bildung und Arbeit: Der Einsatz digitaler Technologien hat Auswirkungen auf Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätze. E-Learning, Remote-Arbeit und digitale Kollaborationstools sind Beispiele für Veränderungen in diesen Bereichen.

                            Die Kultur der Digitalität ist dynamisch und ständig im Wandel. Sie reflektiert die Wechselwirkung zwischen Menschen und digitalen Technologien und prägt somit maßgeblich unsere moderne Gesellschaft.

                            Schule in der digitalen Welt

                            Diese Überschrift, die auch meine Praxisbände begleitet, stammt in leichter Abwandlung aus den Überlegungen der Kultusministerkonferenz (KMK) zum Medienkompetenzrahmen. In den Bildungskommissionen der Länder sind – wie in föderalen Strukturen üblich – zahlreiche Umsetzungen (ab. S. 24) entstanden, die für unterschiedliche Ansätze stehen. Allen gemeinsam ist der Anspruch, Schlussfolgerungen für die Arbeit vor Ort zu ziehen. Zahlreiche Veröffentlichungen verweisen auf folgende Zusammenhänge:

                            VUCA - Welt: volatil, ungewiss, komplex und mehrdeutig

                            Olaf-Axel Burow leitet seine Vorträge in der Regel mit diesem Bild ein [1]ehemalige Quelle

                            und führt aus, dass in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung sich die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen zusehends verändern, während das Organisationsmodell von Schule und schulischem Lernen seit etwa 200 Jahren – zumindest in seiner Grundstruktur – gleich geblieben ist.

                            Unser Bildungssystem wurde für eine andere Gesellschaft entwickelt. Fließband, für alle zur gleichen Zeit das Gleiche, schwerpunktmäßig nach Fächern sortiert. Im Zeitalter mobilen Lernens, in dem Information und Wissen zeit- und ortsunabhängig vorhanden sind, verliert dieses Schulmodell aber seine Daseinsberechtigung. Man braucht völlig andere Anforderungen an Lehren und Lernen, um die “Generation Selfie” für die Zukunft fit zu machen. Wissenvermittlung reicht nicht mehr.

                            so Burow in einem Zeitungsbeitrag. Und weiter:

                            Er skizzierte in seinem Buch sieben Trends, “die die Schule revolutionieren”. Und dazu gehöre zuallererst, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. “Wir müssen herausfinden, was Maschinen besser können und was Menschen. “Zweitens gehe es um die Veränderung der Lehrerrolle (hin zum Lernberater oder Coach). Dazu bedürfe es auch alternativer Raumgestaltungen (“Lernlandschaften”). Weitere Punkte seien Vernetzung, Gesundheitsorientierung, Demokratisierung und Glücksorientierung. “Die Schule der Zukunft ist eine Kulturschule, die analog und digital kreativ verbindet” und die vor allem Lebenskompetenz vermittelt. Denn, so Burow: “Schule ist mehr als Unterricht.” [2]https://www.donaukurier.de/nachrichten/kultur/Schule-ist-mehr-als-Unterricht;art598,4239658

                             

                            Dagstuhl - Erklärung

                            Unter diesem Begriff haben Medienwissenschaftler und Informatiker im Rahmen einer Veranstaltung versucht, „Digitale Bildung“ zu definieren. Die Erklärung weist drei Perspektiven aus[3]http://blog.doebe.li/Blog/DagstuhlDreieck:

                            Technologische Perspektive: Wie funktioniert das?
                            Die technologische Perspektive hinterfragt und bewertet die Funktionsweise der Systeme, die die digitale vernetzte Welt ausmachen. Sie gibt Antworten auf die Frage nach den Wirkprinzipien von Systemen, auf Fragen nach deren Erweiterungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Sie erklärt verschiedene Phänomene mit immer wiederkehrenden Konzepten. Dabei werden grundlegende Problemlösestrategien und -methoden vermittelt. Sie schafft damit die technologischen Grundlagen und Hintergrundwissen für die Mitgestaltung der digitalen vernetzten Welt.

                            Gesellschaftlich-kulturelle Perspektive: Wie wirkt das?
                            Die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive untersucht die Wechselwirkungen der digitalen vernetzten Welt mit Individuen und der Gesellschaft. Sie geht z. B. den Fragen nach: Wie wirken digitale Medien auf Individuen und die Gesellschaft, wie kann man Informationen beurteilen, eigene Standpunkte entwickeln und Einfluss auf gesellschaftliche und technologische Entwicklungen nehmen? Wie können Gesellschaft und Individuen digitale Kultur und Kultivierung mitgestalten?

                            Anwendungsbezogene Perspektive: Wie nutze ich das?
                            Die anwendungsbezogene Perspektive fokussiert auf die zielgerichtete Auswahl von Systemen und deren effektive und effiziente Nutzung zur Umsetzung individueller und kooperativer Vorhaben. Sie geht Fragen nach, wie und warum Werkzeuge ausgewählt und genutzt werden. Dies erfordert eine Orientierung hinsichtlich der vorhandenen Möglichkeiten und Funktionsumfänge gängiger Werkzeuge in der jeweiligen Anwendungsdomäne und deren sichere Handhabung.

                             

                            4 K - Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation

                            Das Modell wurde von einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation entwickelt, in der sich Wirtschaftsvertreter, Bildungsfachleute und am Gesetzgebungsprozess Beteiligte für die Bildung in einem digitalen Kontext einsetzen. Die Organisation hat ein „Framework for 21st Century Learning“ veröffentlicht, welches das 4K-Modell beinhaltet und davon ausgeht, dass diese 4K in Arbeitsumgebungen des 21. Jahrhunderts besonderes Gewicht erhalten. Die Orientierung an den 4K wurde in den USA von vielen Schulen in ihre Leitbilder übernommen, weil diese vier überfachlichen Kompetenzen eine Zielformulierung unabhängig von fachbezogenem Lernen ermöglichen.

                            In Deutschland ist das Modell durch den PISA-Koordinator Andreas Schleicher bekannt gemacht geworden. Auch er argumentiert von beruflichen Anforderungen aus, die klassische Unterrichtsfächer in den Hintergrund rücken ließen. Schleicher betont, der Umgang mit Wissen habe sich gewandelt: Inhalte würden nicht mehr gespeichert und dann von Lehrkräften an Lernende vermittelt. Vielmehr flössen sie, meint Schleicher, in Strömen unablässiger Kommunikation und Kollaboration. Die Bildungsforscherin Lisa Rosa teilt diese Sicht und benennt drei Argumente, warum das 4K-Modell zum Orientierungspunkt für die Didaktik werden sollte:

                            • Immer mehr Arbeiten werden von Maschinen übernommen.
                            • Jede neue Arbeit verlangt mehr komplexes Denken, situierte selbstverantwortliche Entscheidungen und Beziehungsfähigkeit.
                            • Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme sind so komplex, dass sie nur noch mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sind.

                            Rosa bettet die 4K in eine umfassende Modellierung des Lernens ein und weist so darauf hin, dass es sich dabei nicht um eine Lernmethode handelt. Die 4K könnten nicht getrennt werden, sondern beziehen sich stets aufeinander: Es ist keine wirksame Kommunikation ohne Kreativität, Kollaboration und kritisches Denken möglich [4]https://de.wikipedia.org/wiki/4K-Modell_des_Lernens.

                            Buchrezension

                            Gerhard Brandhofer und Christian Wiesner setzen sich als Herausgeber des gleichnamigen Buches mit Überlegungen zu einer wirkmächtigen Mediendidaktik für eine zukunftsorientierte Pädagogik auseinander. Ungewöhnlich: Dazu haben sie den beitragenden Autorinnen und Autoren, vornehmlich aus der Hochschullandschaft, zunächst ein „grundlegenedes Modell“ zur Diskussion gestellt. Dieses Modell stellt sich der „Tatsache, dass der digitale Wandel in unserer Gesellschaft unumkehrbar ist (und) unterstreicht die Notwendigkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit digitalen Technologien in der Schule“. Sie kritisieren, dass bei der Bewertung des Einsatzes digitaler Medien häufig ausschließlich das Argument des Lernerfolgs herangezogen werde. Dies werde den Umbrüchen, die sich aus dem Leitmedienwandel ergeben, nicht gerecht, fordern Kriterien für eine wirkungsvolle Mediendidaktik und fragen, wie diese legitimiert werden kann.
                            Dieser Sammelband, so der Anspruch soll „ein Beitrag dazu sein, Lehrkräfte und Pädagog*innen bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht zu unterstützen und neue Chancen für eine zukunftsorientierte Pädagogik zu nutzen. Wir wollen zur Reflexion bisheriger Ansätze anregen und neue Möglichkeiten aufzeigen, wie das Digitale zu einer besseren schulischen Bildung beitragen kann.“

                            Für mich ist der lernorientierte Ansatz in den folgenden vier Phänomenen des Lernens inspirierend:

                            • Behavioristisches Lernen versucht, durch Aneignung, Übung und Vermittlung eine gewisse Sicherheit und Stabilität des Handelns zu gewährleisten und durch Verstärkung und Bekräftigung möglichst dauerhaftes, regelorientiertes Wissen zu fördern. Im Mittelpunkt stehen wiederholbare Lernergebnisse, erlerntes und überdauerndes Verhalten, Abbau von unerwünschtem Wissen und Verhalten sowie vorhersagbares Lernen durch übende Aneignung und das Lernergebnis als Lernleistung. Lernen wird verstanden als Instruktion und Novation.
                            • Kognitivistisch-analytisches Lernen stellt die Bedeutungsgenerierung und Begriffsfindung sowie die kognitive (Informations-)Verarbeitung, die Qualität des Wissenstransfers, die reflexive Klärung und Planung und die (kognitivistische) Motivation und das Vorwissen in den Mittelpunkt, so dass die Problemlösefähigkeit und damit aus der Informationsverarbeitung die Lerneffizienz, die Lerneffektivität und damit der Lernerfolg das Wesentliche darstellen. Lernen wird vom fragenden Lehren und den möglichen intellektuellen Leistungen des Individuums her verstanden.
                            • Kognitivistisch-analytisches Lernen rückt die Bedeutungsgenerierung und Begriffsfindung wie auch die kognitive (Informations-)Verarbeitung, die Qualität des Transfers von Wissen, die reflexive Klärung sowie das Planen und die (kognitivistische) Motivation und das Vorwissen in den Mittelpunkt, wodurch das Lösen- Können von Problemen und so aus der Informationsverarbeitung heraus die Lerneffizienz, -effektivität und somit der Lernerfolg das Wesentliche darstellen. Lernen wird vom fragenden Lehren und den möglichen intellektuellen Leistungen her aus dem Individuum-Sein verstanden. Ein anderer und umfassenderer Ansatz stellt das
                            • das erfahrungsorientierte Lernen dar, das immer ein resonantes, prosoziales und gemeinsames Lernen und lernseitiges Miteinander-Sein bedeutet und nur auf der Basis von Vorerfahrungen erfolgen kann. Lernen bedeutet hier ein Heranführen an sich selbst, eine Förderung der aktiven Wahrnehmungstätigkeit und die Hinzunahme der fühlenden Innensicht im Sinne des menschlichen Lernens von Geburt an. Beim
                            • transformativen Lernen oder Umlernen und Umwenden geht es auf einer darunter liegenden Ebene um die jeweilige Veränderung der eher dauerhaften, konservierenden Muster des instrumentellen, kognitiven, konstruktivistischen und erfahrungsorientierten Lernens als Gemengelage und jeweilige Lernkultur.

                            Den Autorinnen und Autoren wurde im Vorfeld ein einführender Artikel zur Mediendidaktik zur Verfügung gestellt, der als Ausgangspunkt für die eigenen Beiträge diente:[5]https://klinkhardt.de/verlagsprogramm/2603.html , S. 7/8

                            • Helmut Niegemann zeigt auf, welche Technologien bereits heute im Unterricht eingesetzt werden können und welche Potenziale diese bieten.
                            • Annette Schulze sowie Marco Kalz beleuchten das Thema Mobiles Lernen im Zeitalter der Mobilität und Postdigitalität.
                            • Josef Buchner zeigt auf, wie Augmented und Virtual Reality das Lernen beeinflussen können.
                            • Karin Tengler untersucht die Relevanz programmierbarer Roboter im Kontext informatischer Bildung in der Primarstufe.
                            • Elke Höfler stellt verschiedene Methoden vor und ordnet diese dem SAMR-Modell zu.
                            • Uta Hauck-Thum beschäftigt sich mit digitalen Medien und der Gestaltung selbstbestimmter Lernprozesse.
                            • Sonja Gabriel beschäftigt sich mit Digital Game-Based Learning und Gamification.
                            • Bernhard Standl betrachtet das Thema Computational Thinking näher.
                            • Fares Kayali, Elisabeth Anna Guenther und Barbara Göbl beschäftigten sich mit der Frage, wie digitale Medien im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können.
                            • Martin Ebner beschäftigt sich mit Learning-Analytics-Applikationen als Werkzeug für Lernende und Lehrende.
                            • Christine Trültzsch-Wijnen beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten der Medienpädagogik, insbesondere auf Rezeptions- und Nutzungsverhalten, Mediensozialisation, Medienkompetenz und internationale vergleichende Medienpädagogik ein.
                            • Peter Groißböck beschäftigt sich mit theoretischen Grundlagen und Modellen der Schulentwicklung.
                            • Michael Kerres beschäftigt sich schließlich mit dem Forschungsansatz der Educational Design Research (EDR).

                            Durch die sehr unterschiedlichen Schwerpunkte der Bildungsforscher*innen ist ein facettenreiches und anregendes Buch entstanden, das ich an dieser Stelle gerne empfehlen möchte. Durch die Beiträge werden Lehrkräfte und Pädagog*innen bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht unterstützt und erhalten Impulse für eine zukunftsorientierte Pädagogik. Der Sammelband lädt dazu ein, bisherige Ansätze zu reflektieren und zeigt neue Möglichkeiten auf, wie das Digitale zu einer besseren schulischen Bildung beitragen kann.

                            Schlussbemerkung

                            Die Anpassung des Bildungssystems an die digitale Kultur stellt sicher, dass Schülerinnen und Schüler die für die moderne Welt erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse entwickeln können. Der Sammelband zeigt eine Vielzahl möglicher Ansätze auf: Von der Förderung von Kreativität und kritischem Denken bis hin zu flexiblen Lernumgebungen in Kombination mit interdisziplinären Ansätzen. Darüber hinaus werden Computerkenntnisse und Programmierfähigkeiten immer wichtiger. Das Bildungssystem muss Möglichkeiten bieten, Schülerinnen und Schüler mit den Grundkonzepten der Informatik und des Programmierens vertraut zu machen.

                            Die Anpassung des Bildungssystems erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl Lehrpläne als auch Lehrmethoden umfasst. Die Bildungseinrichtungen müssen sich flexibel und kontinuierlich an die sich verändernden Anforderungen der digitalen Kultur anpassen.

                             

                            … Stay tuned …

                             

                            Bildnachweis: Ausschnitt aus Buchcover