Der hessische Schulleiter Erik Grundmann hat das Teaser-Bild auf BlueSky gepostet. Es entstand im Rahmen einer Diskussion darüber, wie Schulen auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren können und müssen.[1]Prompt: a futuristic school with open learning forms. The scenes include students engaged in individual learning settings with personal AI tutors and virtual reality equipment, and teachers acting as … Continue reading Auch hier der Einstieg in das Thema hybrider Lernraum zunächst über 

Reflexionsfragen:

  • Blicken Sie auf die Corona-Zeit zurück: Welche Unterrichtssettings haben sich bewährt? Welche sollten verändert werden?
  • Wie nehmen Sie strukturelle und curriculare Veränderungen wahr, z.B. durch die Verabschiedung des Digitalpakts, die Einführung kompetenzorientierter Kern(Curricula), die Umgestaltung von Klassenräumen? Welchen Einfluss haben diese strukturellen und curricularen Reformen Ihrer Meinung nach auf die schulischen Leistungen? Wenn Sie den Einfluss als groß einschätzen: Warum? Wenn Sie den Einfluss für gering halten: Warum?

Der Schweizer Pädagoge Philippe Wampfler definiert digitale Didaktik als ein Lehr- und Lernszenario,

  • in der Schülerinnen und Schüler individuell Wissen erwerben können,
  • in dem Lernende sich mit anderen austauschen und zusammenarbeiten können und
  • das »Makerspace« ermöglicht: Im Unterricht entsteht etwas, was einen Nutzen hat.

und verbindet sie mit den drei Dimensionen digitalen Unterrichts:  Digitale Lernumgebung, Mehrperspektivität der Fachinhalte, Produkterstellung inkl. Prozessreflexion.[2]https://schulesocialmedia.com/2020/01/31/drei-dimensionen-digitalen-unterrichts

Wie stelle ich mir einen sanften Wandel in einer Schule vor, mit engagierten, innovativen Lehrkräften, die die oben genannten Aspekte der digitalen Didaktik akzeptieren? Wie sehen Szenarien aus, die ein hohes Potenzial zur Förderung von Eigenverantwortung und selbstständigem Lernen haben? Altersgerecht entwickelt, angepasst und als Ergänzung zum laufenden Unterricht verstanden. Bevor ich ein Konzept aus der Uni@School-Szene vorstelle, zunächst ein Erfahrungsbericht eines 11-jährigen Schülers:

Jonathan Heinrich Bork (12 Jahre)

Was die Kompetenzmodelle im zweiten Teil auszeichnet: Sie unterstützen auch lernstarke Schülerinnen und Schüler mit einem entsprechenden Forderangebot. Denn diese Gruppe kommt – mit Verlaub – nach unseren Schulinspektionsbeobachtungen oft zu kurz. Sicherlich sind die Aussagen des Schülers, der jetzt zu Wort kommt, nicht repräsentativ für diese Gruppe, aber sie regen doch zu einigen Überlegungen für entsprechende Bildungsangebote an. Bevor ich darauf eingehe, zunächst – wie angekündigt – einige Interviewaussagen von Jonathan Heinrich Bork, einem 12-jährigen Gymnasiasten aus Nordrhein-Westfalen:[3]https://www.lehrer-news.de/blog-posts/mehr-hybridunterricht-wie-ein-hochbegabter-sechstklassler-das-schulsystem-reformieren-will

Mit einem IQ von 145 sieht sich der hochbegabte Jonathan laut eigener Aussage nicht anders als seine Mitschüler:innen. „Ich bin (wie vermutlich auch viele andere) abgesehen von meinen schulischen Fähigkeiten ein vollkommen normaler Mensch, der deshalb auch hauptsächlich mit größtenteils normalen Leuten zu tun hat und sich in diesem Umfeld wohlfühlt.“ Im Wesentlichen glaubt Jonathan, dass ein hybrides Unterrichtsmodell die Zukunft der Bildung ist:

  • Ein Mix aus Präsenzunterricht und externen Lernorten (Maker, Universität, zu Hause) als Bildungsort für die Schüler:innen.
  • In Absprache mit den Eltern und Lehrkräften entscheiden die Kinder, welche und wie viele Stunden sie außerhalb oder in der Schule verbringen.
  • Die Kinder wählen vierteljährlich ihre Stunden aus, und wenn sich ihre Noten verschlechtern, müssen sie wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren.

„Während der Pandemie war das Homeschooling für mich eine wirkliche Erlösung, weil ich effizienter arbeiten konnte. Ich hatte in der Corona-Zeit einen Notenschnitt von 1,1. Als wir dann zum normalen Unterricht zurückgekehrt sind, war das für mich ein großes Problem. Es gab für mich einfach nicht den Sinn wieder hinzugehen, wenn ich doch von zu Hause so gut arbeiten konnte. Und das ging ja nicht nur mir so.“

Jonathan äußert sich auch zum Thema Inklusion und kritisiert den Aspekt des derzeitigen Bildungssystems, Kinder in ein und dasselbe Schema zu pressen. „Das deutsche Schulsystem ist wie ein Puzzle und die Kinder sind die Puzzleteile. Und diese Kinder, diese Puzzleteile, werden in dieses Puzzle hineingepresst – egal ob sie da hineinpassen oder nicht. Der hybride Unterricht wäre eine wirkliche Inklusion, weil jedes Puzzleteil besser passen würde. Denn so kann jedes Kind lernen, wie es für sie/ihn am besten ist.“

So viel zu Jonathan. Wer mehr über seine Gedanken wissen will: Interview beim RNDHomepage Jonathan Bork

Es ist wichtig, dass die Schulen darauf achten, nicht nur die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler zu fördern, sondern auch den Bedürfnissen der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Dies gelingt besonders gut mit den im zweiten Teil vorgestellten Kompetenzmodellen Backwards Planning, Deeper Learning und Theo/LEA.

uni@schule: Hybrides Prozessmodell (DigikoS)

Es ist wichtig, dass die Schulen einen ausgewogenen Ansatz verfolgen und sicherstellen, dass sowohl Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten als auch Schülerinnen und Schüler mit guten Lernergebnissen angemessen unterstützt werden. Ein individualisierter und differenzierter Unterrichtsansatz kann dazu beitragen, eine positive Lernumgebung für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen. In allen Phasen (siehe Rolff im zweiten Teil) müssen Überlegungen angestellt werden, wie individualisiertes Lernen organisiert werden kann.

Nicht nur Jonathan „sieht“ sie in hybriden Ansätzen. Viele innovative Lehrkräfte aus dem ehemaligen Edutwitter publizierten eine Vielzahl von Ideen und Anregungen. Auf der anderen Seite ist zu beobachten, dass viele Schulen das Rad am liebsten zurückdrehen würden. Also Unterricht mit Buch und Tafel. Die Integration digitaler Medien in den Schulunterricht steht vor der Herausforderung, Lehrkräfte zu motivieren und mögliche Vorbehalte abzubauen. Es ist wichtig, evidenzbasierte Argumente zu präsentieren, die die Vorteile dieser Technologien im pädagogischen Kontext hervorheben. In diesem Zusammenhang sind klare Richtlinien, Fortbildungen und die Betonung des pädagogischen Mehrwerts digitaler Medien von zentraler Bedeutung. Wie kann man zur Nutzung digitaler Medien motivieren? Wie sieht eine evidenzbasierte Einführung aus, die Lehrkräfte motiviert, sich weiter damit zu beschäftigen?

Im Folgenden stelle ich Überlegungen einer Hochschulgruppe zur Entwicklung eines hybriden Prozessmodells vor.[4]vgl. https://www.wbv.de/shop/openaccess-download/I73989w065 Sie wurden im Rahmen des Projektes DigikoS entwickelt (DigikoS steht für Digitalbaukasten für kompetenzorientiertes Selbststudium). Der Begriff Selbststudium bezieht sich auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden Lernzeit und Lernort selbst bestimmen, die Lehrenden jedoch steuernde Funktionen bei der Initiierung (Person, Zeitpunkt, Typ), Gestaltung (Lernziele und -inhalte, Lernquellen, Lerntools, Lernmethoden, Lernregulation, Lernsozialform)  und Evaluation (Lernbewertung und -reflexion) des Lernprozesses ausüben können. Unter Lernaktivitäten werden hier alle Entscheidungen und Handlungen der Lernenden verstanden, die dem Erwerb von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dienen. Unter Lernort wird hier der physische Aufenthaltsort und nicht die Lernumgebung (z. B. Lernmanagementsysteme) verstanden.

Abgeleitet aus der übergeordneten Definition bezieht sich der Extremtyp des angeleiteten Selbststudiums auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden den Lernzeitpunkt und den Lernort selbst bestimmen, die Lehrenden jedoch alle Steuerungsfunktionen bei der Initiierung, Gestaltung und Bewertung des Lernprozesses ausüben. Der Extremtyp des autonomen Selbststudiums hingegen bezieht sich auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden den Lernzeitpunkt und den Lernort sowie die Initiierung, Gestaltung und Evaluation des Lernprozesses selbst bestimmen, Lehrende also keine Leitungsfunktionen ausüben.
Beide Extremtypen sind (vermutlich) empirisch nicht zu beobachten, so dass Selbststudienszenarien in der Regel sowohl angeleitete als auch autonome Anteile enthalten, wobei je nach Situation von eher angeleitetem oder eher autonomen Selbststudium gesprochen werden kann.

 

Nils Arne Brockmann, Henrik Pruisken, André Mersch: Hybrides Selbststudium – das Prozessmodell des DigikoS-Projekt. S. 72. In: Katharina Hombach, Heike Rundnagel (Hg.) Kompetenzen im digitalen Lehr- und Lernraum an Hochschulen. wbv. 2023. #OpenAccess

 

Der erste Prozessschritt ist die Initiierung des Lernprozesses, z.B. durch Lehrende oder Tutoren, die eine Lernaufgabe bereitstellen. Die Bereitstellung der Lernaufgabe löst den zweiten Prozessschritt, die Lernvorbereitung, auf Seiten der Lernenden aus. Dies ist die Phase, in der die Lernenden auf der Grundlage der Aufgabenstellung, ihrer situativen Bedingungen und ihrer motivationalen Voraussetzungen ihre Lernziele festlegen und ihre anschließenden Lernhandlungen planen. Die Lernhandlungen bilden dann auch den dritten Prozessschritt, in dem insbesondere die Anwendung von Lernstrategien und volitionalen Strategien sowie das Selbstmonitoring von Bedeutung sind. Durch die Lernhandlungen entstehen temporäre Lernergebnisse, die im Prozessmodell als Lernzwischenprodukte bezeichnet werden. Auf der Grundlage dieser Lernzwischenprodukte können Interventionen durch Lehrende und/oder Tutorinnen und Tutoren erfolgen. Diese Interventionen bilden somit den vierten Prozessschritt, der Maßnahmen des Coachings und Controllings umfasst.

Obwohl die Lernhandlungen vor der ersten Intervention beginnen müssen, sind die Prozessschritte 3 und 4 eng miteinander verknüpft, da Lernhandlungen und Interventionen iterativ ablaufen können. Nach Abschluss der Lernhandlungen erfolgt im Idealfall die Präsentation oder zumindest die Bereitstellung der Lernergebnisse bzw. des Lernergebnisses. Im vorliegenden Prozessmodell wird dies als Zwischenschritt verstanden. Dieser Zwischenschritt geht fließend in den fünften Prozessschritt, das Feedback durch Lehrende bzw. Tutorinnen und Tutoren, über, d.h. die Lernenden erhalten innerhalb dieses Prozessschrittes ein abschließendes Feedback. Dieses Feedback dient dann als wesentliche Grundlage für die Lernnachbereitung (6. Prozessschritt). Während der Lernnachbereitung reflektieren die Lernenden ihre Lernvorbereitung sowie ihr Lernhandeln und passen es gegebenenfalls für zukünftige Lerneinheiten an.

Der Leitungs- und Lernprozess kann dabei sowohl analog als auch digital erfolgen, so dass das Prozessmodell in hybriden Lernräumen angesiedelt ist. Hybride Lernräume verknüpfen virtuelle Räume mit Präsenzräumen. Die Verknüpfung kann sowohl synchron als auch asynchron erfolgen. Wie bereits bei den schulischen Kompetenzmodellen (siehe zweiter Teil) können digitale Methoden und Tools jeden der sechs Prozessschritte unterstützen, wobei sich zwei didaktische Funktionen unterscheiden lassen:

  • Erweiterung von Lern- und Leitungsprozessen
  • Ermöglichung von Lern- und Leitungsprozessen

Fazit

Unter der Fragestellung, wie Prozesse des hybriden Selbststudiums anwendungsorientiert modelliert werden können, wurde zunächst eine neue Definition entwickelt, um bestehende Konzepte des Selbststudiums weiterzuentwickeln. Die Autoren gehen von einem Kontinuum des Selbststudiums aus, das sich zwischen den Polen des angeleiteten und des autonomen Selbststudiums aufspannt. Für die Einordnung einer Lerneinheit auf diesem Kontinuum sind die Ausprägungen der Unterkategorien Initiierung, Gestaltung und Evaluation relevant. Als konstitutiv für die Einordnung eines Lernprozesses als Selbststudium haben sie die freie Wahl der Lernzeit und des Lernortes durch die Lernenden identifiziert. Alle Lernformen, bei denen diese beiden Merkmale nicht von den Lernenden selbst bestimmt werden können, werden von ihnen nicht als Selbststudium im Sinne der Definition angesehen.

Die Autoren weisen außerdem darauf hin, dass sie das Modell erstens als Grundlage nutzen, um Lehrende und Studierende für die Wahl des angemessenen Grades an Autonomie bei der Initiierung, Gestaltung und Bewertung des jeweiligen Lernprozesses zu sensibilisieren. Zum anderen bietet es eine Grundlage, um bei der Beratung zum Einsatz digitaler Medien passgenaue Lösungen vorzuschlagen, die die jeweiligen didaktischen Anforderungen unterschiedlicher Lernprozesse in inhaltlichen Lerneinheiten berücksichtigen. Im weiteren Projektverlauf wird das Modell evaluiert und mit den Erfahrungen aus der Praxis weiterentwickelt.

Feedbackinstrumente (2)

In den digitalen Lehrerzimmern (und vermutlich nicht nur dort) finden sich immer wieder Anfragen der Lehrkräfte zu geeigneten Onlinetools. Natürlich verändert sich der „Markt“ ständig und jede neue Anfrage liefert neue Tipps…Um nicht komplett zu versinken (und das kann schnell gehen…), sollen hier eher bewährte Systematiken vorgestellt werden, die helfen sollen zu entscheiden, ob das ins Auge gefasste Tool die notwendigen Funktionen aufweist oder eben nicht. Praxisbeiträge ergänzen die Ausführungen zu:

Dialogisches Gespräch

Die Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersucht die Wirkung dialogischen Lernens in digitalen Lehrveranstaltungen. Dabei spielen neben dem gesprochenen Wort auch Aspekte wie Stimmlage, Blickkontakt und erlebte Wertschätzung eine wichtige Rolle. Im Sommersemester 2023 wurden zwei Seminare analysiert, die synchron-hybrid durchgeführt wurden, wobei ein Teil der Studierenden vor Ort war und der andere per Computer zugeschaltet war. Die Ergebnisse zeigen, dass sich dialogische Lehre auch in diesen Settings positiv auf die Studierenden auswirkt, wobei nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch Stimmlage, Blickkontakt und Wertschätzung relevant sind. Die Studie betont, dass der Fokus auf Sprechhandlungen allein nicht ausreicht, um einen Dialog zu verstehen, und schlägt vor, kommunikative Handlungen zu berücksichtigen, die auch nonverbale Signale wie Blicke, Stimmlage und Körpersprache einschließen. Die Forscher planen, weitere Lehr-Lernsettings auf ihr Innovationspotenzial hin zu untersuchen.

Ausführliche Informationen / Quelle zur Studie:

Auch in digitalen Lehrveranstaltungen kommt es nicht nur auf das gesprochene Wort an. Aspekte wie etwa der Tonfall, der Blickkontakt und die erlebte Wertschätzung sind ebenfalls wichtig, wie eine Studie der Uni Würzburg zeigt.

Scientific literature has clarified relevant contributions from dialogic teaching to the improvement of results of university students, both in face-to-face, online and hybrid sessions. There is also scientific research published about the step ahead from speech acts to communicative acts, not only in the field of teaching but also and mainly in relation to consent. There is a lack about how this step ahead is already being a base for new modalities of dialogic teaching. The study we present in this article was made through communicative methodology including a participant observation of two synchronous-hybrid master seminars of adult education and a documental analysis of all the feedbacks written at the end of each session by all students. The results show that, in those two seminars, the dialogic teaching based on communicative acts, beyond speech acts, with a dialogue that includes the scientific evidence of social impact, generates a high valuation of all students about the learning they got, the transformations they can generate with it in educational projects and, in some cases, the transformations of themselves. 

E - Portfolio

Mit einem E-Portfolio können Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Lern- und Entwicklungsprozesse im gesamten Schulleben, in Praktika etc. dokumentieren, reflektieren und präsentieren. Die digitalen Artefakte eines E-Portfolios können z. B. Blogs, Bilder, Grafiken, Videos… sein.

Im schulischen Bereich gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler ein E-Portfolio führen zu lassen. Padlet, Instagram sind beliebt, aber datenschutzrechtlich fragwürdig. DSGVO konform dagegen sind in Lernmanagementsysteme eingebettete Blogimplementationen. Auch in Schulregie aufgesetzte WordPressinstallationen ermöglichen E-Portfolios, allerdings mit recht umfangreichen, systemtechnischen Aufwand, vor allem wegen der Rechteverwaltung und -freischaltung der Nutzerinnen und Nutzer.

Hessische Schulen erhalten über das Schulportal einen Zugang zu Mahara, einer Open Source Anwendung. Somit steht auch anderen, nicht in Hessen beheimateten Schulen dieser Weg offen, sofern der Schulträger bereit ist, eine solche Systematik anzubieten. Claudia Schmidt, Lehrerin einer beruflichen Schule, hat im Webformat eine Musteransicht Praktikum erstellt, der Schüler Sinan Erylmaz eine entsprechende Umsetzung.

Die folgende Vorlage illustriert, wie sich bewährte Konzepte aus der analogen in die digitale Welt transformieren lassen:

 

Besonders interessant wird das Führen eines Mahara gesteuerten Portfolios, wenn die Aufgaben aus dem Lernmanagementsystem Moodle kommen, auch MAHOODLE genannt. In einem Beitrag des 2. Marburger Schulforum hat die Referentin und Mitarbeiterin des Schulportals die beiden Systeme sehr treffend wie folgt gekennzeichnet:

Wer ein E-Portfolio führt, kann selbst entscheiden, wer, was, wann und wie lange sehen und Feedback geben darf. Bei formativer E-Portfolio Arbeit können Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder und Mitschülerinnen und -schüler (prozessbegleitend) Einblick in die individuellen Lernprozesse, Erfahrungen etc. der Lernenden erhalten und im Prozess Feedback geben, unterstützen etc. In diesem Sinne hat sich die Autorin des Blogbeitrags

  • Look at yourself – Ein kleiner Leitfaden zur (Selbst)Reflexion mit dem E-Portfolio

der Aufgabe gestellt, über ein E-Portfolio den Studierenden regelmäßig über deren Lern- und Professionalisierungsprozess eine Rückmeldung zu geben. So halten die Studierenden in den einzelnen Reflexionen ihre Erwartungen an die Inhalte des Seminars fest oder setzen sich persönliche Ziele, an denen sie im Rahmen des besuchten Seminars arbeiten möchten. Sie beschreiben nicht nur ihren IST-Stand bezüglich Fach-, Methoden-, Personal-, Sozial- und Selbstreflexionskompetenz vor dem besuchten Seminar, sondern erzählen ihre biografischen Geschichten und beschreiben ihre spezifischen Einstellungen, Erwartungen, Ziele und Fähigkeiten. Der Beitrag fasst die Erfahrungen zusammen, die sich auch gut in der Schulpraxis nutzen lassen.

 

Weitere Ideen:

 

Audio - Feedback mit OneNote

In dem Tweet

wird ein Korrekturformat vorgestellt, das nur digitale Medien ermöglichen können, ein Audiofeedback. In Übersetzung des Tweets hat die Lehrerin Iris Sayk eine Klassenarbeit konzipiert, die eine auf dem iPad erstellte Reportage vorsah. Die Korrektur erfolgte mit dem Pencil (wie üblich in rot) und in Ergänzung – unter Nutzung des den Schülerinnen und Schülern ausgehändigten Erwartungshorizonts –  ein von der Lehrerin eingesprochenen (Audio)Feedback. Die Schülerinnen und Schüler wurden vorab gefragt, ob sie diese Form der Bewertung wünschten. Ca. 50% gaben ihre Zustimmung. Frau Sayk setzt OneNote zur Unterrichtsorganisation ein und nutzt die Audioschnittstelle dieser Software. Als erste Rückmeldung schreibt sie im weiteren Threadverlauf:

Die Korrektur hat gar nicht viel länger gedauert, den Erwartungshorizont in Punkten musste ich für mich sowieso ausfüllen, um beim Voice-Feedback genau deutlich zu machen, was nicht richtig war. Die Korrektur fühlte sich besser, wertschätzender an …

Wer datenschutzrechtliche Probleme in der Nutzung von OneNote sieht, nutzt stattdessen das leistungsfähige Open- Source Tool Audacity. Man muss dann das erstellte Audio- File geeignet einbetten, entweder in eine Textdatei oder in einen Blogbeitrag.

Audio - Feedback mit QWIQR

Als weitere Lösung steht das kostenfreie Tool QWIQR zur Verfügung (allerdings in englischsprachiger Nutzer*innenführung).

Der Anbieter wirbt aus Lernenden Sicht mit:

  • Audiofeedback ist persönlich.
  • Es fühlt sich wirklich so an, als würde mein Lehrer mit mir reden.
  • Die Schüler antworten direkt auf das persönliche Feedback der Lehrkraft.

Aus Lehrkraft Sicht werden folgende Vorteile angeführt:

  • Reduziert die Arbeitsbelastung.
  • Effektiver, da man schneller spricht als schreibt.
  • Jeder Schüler erhält detailliertes persönliches Feedback in kürzerer Zeit als bei der traditionellen schriftlichen Bewertung.

Wie arbeitet die Software?

  • An die zu kommentierende Stelle markiert (klebt) die Lehrkraft einen sog. QWIQR Sticker.
  • Die Lehrkraft scannt den QR Code auf dem Sticker und spricht ihren Kommentar auf.
  • Die Software zeichnet das Feedback auf und speichert es unter dem zugehörigen Link ab.
  • Die Arbeit mit den Stickern wird zurückgegeben und die Schülerinnen und Schüler können nun ihrerseits den Code einscannen und den Kommentar der Lehrkraft abhören.

Zum Abschluss dieses Abschnitts noch diese drei Links:

Video - Feedback

Das Videofeedback ist sicher ein Modell der Zukunft, erst recht für die Feedbackkultur in unseren Schulen. Die skandinavischen Länder gelten, nicht nur seit den PISA- Zeiten zur Jahrtausendwende zu den Vorreitern neuer Lehr- und Lernkonzeptionen. Das im Folgenden dargestellte Modell einer videobasierten Feedbackgabe wird von einer norwegischen Universitätsprofessorin in Form eines mit ihr geführten Interviews vorgestellt [5]https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/videofeedback-in-der-lehre-ilka-nagel-im-videointerview. Auch wenn die Universitätslehre im Vordergrund steht, ist gleichwohl eine Übertragung in die schulischen Klassenräume denkbar. Man kann es ja einmal ausprobieren …

Was ist Videofeedback?

Durch Videofeedback wird den Lehrenden ermöglicht, einen wichtigen Punkt im Lernprozess der Studierenden zu erfüllen: gutes Feedback zu geben. Das ist einfach umzusetzen. Das von den Studierenden eingereichte Dokument wird auf dem Desktop des Computers geöffnet und dann wird die Aktivität des Desktops gefilmt sowie die Feedback gebende Person – in einem kleinen Fenster in der Ecke des Desktops. Dadurch begleiten die Studierenden quasi den Lese- und Korrekturprozess, was es ermöglicht, direkt zu erkennen auf welchen Bereich, Abschnitt oder Satz sich die Dozierenden mit ihren Kommentaren beziehen. Vor allen Dingen wird ein viel detaillierteres Feedback gegeben, da wesentlich mehr gesagt wird, als geschrieben wird. Wenn ich zwei Minuten spreche, dann entspricht das ungefähr 400 Worten. Die würde natürlich niemand als Kommentar schreiben.

Die Studierenden erhalten also nicht nur eine Anmerkung wie: “Hier ist es gerade schwammig”, sondern es wird sich intensiver mit dem Text beschäftigt und der Kommentar ausführlicher gestaltet, wobei auch Themen aus den Seminaren oder der Vorlesung mit aufgegriffen werden können. Eben dieses deutliche und detaillierte Feedback und den persönlichen Anteil schätzen die Studierenden sehr, da sie sehen, dass sich die Lehrenden wirklich mit ihrem ganzen Dokument auseinandergesetzt haben. Nach Aussage der Studierenden haben sie das Gefühl, dass die Beziehung zu den Lehrenden durch das Videofeedback intensiver und persönlicher wird, was ebenfalls ein wichtiger Punkt für den Lernprozess ist – eine gute Beziehung zu den Lehrenden.

Welche Hürden gibt es bei der Nutzung von Videofeedback?

Zunächst gibt es die Schwelle, es einfach mal zu machen. Die technischen Schritte passend zu der vorhandenen Infrastruktur an den unterschiedlichen Hochschulen müssen genau überlegt werden. Welche Lernplattform hat man? Muss also ein Link zu dem Video gepostet werden, oder kann die ganze Videodatei auf der Plattform hochgeladen werden?

Dann muss man sich darüber Gedanken machen, wie der Ablauf des Videofeedbacks gestaltet werden soll. Möchte ich das Dokument erst lesen und bereits Kommentare oder Markierungen einfügen, oder starte ich einfach spontan? Das ist sicherlich von Typ zu Typ und von Fach zu Fach unterschiedlich, aber diese Schritte sollten zumindest verinnerlicht werden.

Eine weitere Schwelle wäre, dass man sich selbst auf dem Bildschirm sieht und auch hört. Da muss man natürlich erst einmal drüber kommen, aber sobald das geschehen ist, funktioniert es super. Die Studierenden wissen es sehr zu schätzen und im Endeffekt geht es dann doch schneller als bei den herkömmlichen Methoden. Auf jeden Fall, wenn man nicht in die Falle tritt den Anspruch zu haben, dass das Feedback perfekt sein soll. Es besteht immer die Möglichkeit, das Feedback zu bearbeiten um es zu verbessern. Damit darf man gar nicht erst anfangen.

Was fällt Ihnen in Gesprächen mit Dozierenden auf?

Die meisten wissen zunächst nicht, wovon ich spreche. Wenn ich es dann erkläre, sieht man so richtig, wie der Groschen fällt und sie sich denken: “Warum eigentlich nicht?” An sich ist Videofeedback nichts neues und auch nichts besonderes. Es ist auch nicht mit einem unglaublichen technischen Aufwand verbunden. Lediglich ein Laptop und ein Screencast-Programm genügen. Dann legt man einfach los.

Welche Tools können für Videofeedback genutzt werden?

Es gibt diverse Gratisprogramme oder aber auch Bezahlversionen, je nach dem welche Möglichkeiten man hat. Screencast-0-Matic wäre ein Programm, das es sowohl gratis, als auch in einer Bezahlversion gibt. Bei Letzterer verfügt man im Nachhinein über mehr Bearbeitungsmöglichkeiten der Videos. Das Programm ist empfehlenswert, da es äußerst einfach zu Handhaben ist und auf allen Betriebssystemen funktioniert. Falls man über die Ressourcen verfügt, teurere Programm zu kaufen, dann wäre Camtasia Studio sehr gut, da es auch für Flipped Classroom Filme verwendet werden könnte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Videofeedback?

Ich hatte ja bereits die technischen Schritte erwähnt, welche eine Schwelle für die Lehrenden sein könnten, Videofeedback zu geben. Daher wünsche ich mir, dass in den unterschiedlichen Lernplattformen bei der Kommentarfunktion direkt ein kleiner Button fürs Videofeedback etabliert wird. So könnte man direkt über die Plattform einen Screencast starten, der dann auch direkt gesondert den Studierenden zugeteilt wird. Das würde vieles einfacher machen.

Im einem sogenannten HFD-Hangout am 25. Oktober 2018 hat Ilka Nagel (Østfold University College, Norwegen) einen Einblick in das Thema “Videofeedback” gegeben. Das Hangout wurde moderiert von Christian Friedrich.

Und auch hier zum Abschluss drei Praxisbeiträge:

 

Abschließend noch diese zehn am häufigsten genannten Kriterien guten digitalen text- und videobasierten Feedbacks im Vergleich:

 

aus: Annika Brück-Hübner: Was kennzeichnet gutes digitales Feedback? Eine empirische Studie zu den Gelingensbedingungen digitaler Feedbackprozesse in der Hochschullehre aus Studierendenperspektive. In: Katharina Hombach, Heike Rundnagel (Hg.) Kompetenzen im digitalen Lehr- und Lernraum an Hochschulen. wbv. 2023. S. 115. #OpenAccess

Diskussion

Entscheidend für das Gelingen der Lehr-Lernprozesse ist, dass die Aktivitäten der Lehrenden und Lernenden immer wieder im Dialog aufeinander abgestimmt werden und so ein gegenseitiges Verständnis für das jeweilige Handeln entsteht. Wie die Forschung zeigt, liegt in wechselseitigem Lernen voneinander ein Schlüssel für erfolgreichen Unterricht. Die Handlungsfelder in den Prozessmodellen geben Orientierung für die Gestaltung von Lehr-Lernprozessen. Beispielsweise ist es für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler sehr förderlich, wenn Lehrpersonen regelmäßig Informationen zur Lernentwicklung der Lernenden und Rückmeldungen zur Unterrichtsgestaltung einholen, diese für das weitere Vorgehen nutzen und ihrerseits Feedback an die Lernenden geben. Das Handlungsfeld „Orientierung geben und erhalten“ beschreibt z. B. keine „Etappe“ oder keine „Station“ des Lehr-Lernzyklus, sondern eine grundsätzliche Aufgabe, deren Bewältigung auf der Basis einer entsprechenden Haltung von Lehrenden und Lernenden und der notwendigen Kompetenzen gelingen kann.

Nach dem Ende des Distanzunterrichts infolge der Corona-bedingten Schulschließungen hat die Digitalisierung der Schulen an Schwung verloren. Die fehlende finanzielle Unterstützung in kleineren Kommunen und das Auslaufen des “Pakt Digitale Schule” sind Gründe dafür. Dennoch haben viele Schulen digitale Elemente beibehalten, wie Videokonferenzen (z. B. Elterabende und -sprechstunden, Gesamtkonferenzen, …) und Lernmanagementsysteme. Einige Schulen setzen digitale Endgeräte dauerhaft im Unterricht ein.

Die Fortsetzung hybrider Lernstrukturen in Schulen bietet mehrere potenzielle Vorteile und passt sich den sich ständig verändernden Bildungsanforderungen an. Hier sind einige Gründe, warum die Integration hybrider Lernmodelle sinnvoll sein könnte (im Dialog mit ChatGPT entstanden):

  1. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Hybride Lernstrukturen ermöglichen es Schulen, flexibler auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Pandemien oder andere Notfälle. Durch die Kombination von Präsenzunterricht und Online-Lernen können Schulen nahtlos zwischen verschiedenen Modalitäten wechseln.
  2. Individuelle Lernwege: Hybride Modelle ermöglichen es Schülern, ihren eigenen Lernweg zu wählen und ihr Tempo zu steuern. Online-Ressourcen und Lernplattformen bieten die Möglichkeit für differenziertes Lernen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler gerecht zu werden.
  3. Ressourcennutzung optimieren: Hybride Modelle ermöglichen es Schulen, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen. Der Einsatz digitaler Technologien kann den Bedarf an physischen Ressourcen verringern und gleichzeitig den Zugang zu Bildung verbessern.
  4. Vorbereitung auf die Zukunft: Die Integration von Online-Lernen und digitalen Kompetenzen in den Schulunterricht bereitet die Schüler besser auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor, in der digitale Fähigkeiten immer wichtiger werden.
  5. Eltern- und Schülerbeteiligung fördern: Hybride Modelle können die Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess fördern, da Online-Plattformen es einfacher machen, den Fortschritt der Schüler zu verfolgen und mit Lehrern zu kommunizieren.
  6. Erweiterung des Lehrangebots: Durch die Integration von Online-Ressourcen können Schulen ihr Lehrangebot erweitern und den Schülern Zugang zu Fachkenntnissen und Kursen bieten, die möglicherweise nicht lokal verfügbar sind.
  7. Effiziente Nutzung von Lehrerzeit: Lehrer können in hybriden Modellen ihre Zeit effizienter nutzen, indem sie bestimmte Inhalte online bereitstellen und im Klassenzimmer verstärkt auf interaktive Lehrmethoden und individuelle Unterstützung setzen.
  8. Unterstützung unterschiedlicher Lernstile: Hybride Lernmodelle ermöglichen es Schulen, verschiedene Lernstile zu unterstützen, da sie sowohl traditionelle als auch digitale Lehrmethoden kombinieren können.

Der Erfolg hybrider Lernmodelle hängt von einer klaren Strategie, einer angemessenen Infrastruktur und der kontinuierlichen Schulung von Lehrern und Schülern ab. Dazu jetzt mehr …

Evaluationsinstrumente (1)

Die Wichtigkeit der Evaluation technologiegestützten Unterrichts: Gemeinsam den Bildungsweg gestalten

In der heutigen dynamischen Bildungslandschaft spielen Technologien eine zunehmend bedeutende Rolle in unseren Klassenzimmern. Digitale Werkzeuge und Anwendungen versprechen, den Unterricht zu bereichern, Lernprozesse zu optimieren und Schüler auf die Anforderungen einer digitalen Welt vorzubereiten. Doch in dem Streben nach Innovation und Fortschritt ist es entscheidend, nicht nur auf die Implementierung von Technologie zu setzen, sondern auch deren Effektivität regelmäßig zu evaluieren.

Die Evaluation technologiegestützten Unterrichts ist kein reiner bürokratischer Schritt, sondern vielmehr eine notwendige Reflexion über die Art und Weise, wie wir lehren und lernen. In diesem Zusammenhang ist es von essenzieller Bedeutung, dass Lehrkräfte, als unmittelbare Akteure im Bildungsprozess, sich aktiv an der Evaluierung beteiligen. Diese Einbindung ermöglicht nicht nur die Anpassung von Technologien an die spezifischen Bedürfnisse einzelner Klassen und Schüler, sondern schafft auch Raum für eine kollektive und bereichernde Diskussion über die Zukunft des Unterrichts.

Warum sollten wir evaluieren?

Die rasante Entwicklung von Bildungstechnologien hat zweifellos positive Veränderungen in unseren Klassenzimmern bewirkt. Interaktive Whiteboards, Lernplattformen und digitale Ressourcen bieten neue Wege des Lernens und fördern die Engagementmöglichkeiten für Schüler. Doch die Integration von Technologie allein garantiert nicht automatisch einen verbesserten Lernerfolg. Es bedarf einer kontinuierlichen Überprüfung, um sicherzustellen, dass die eingesetzten Technologien nicht nur effektiv sind, sondern auch den pädagogischen Zielen gerecht werden.

Die Evaluation technologiegestützten Unterrichts ermöglicht es, die Wirksamkeit der implementierten Technologien zu prüfen. Sind die Lernziele klar definiert und werden sie durch den Einsatz von Technologie erreicht? Welche Auswirkungen hat die Technologie auf die Motivation und das Engagement der Schüler? Diese Fragen dienen als Leitfaden für eine kritische Analyse, die über bloße Technologieintegration hinausgeht und den Fokus auf den tatsächlichen Lernerfolg legt.

Anpassung an die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden

Die Einführung von Technologie im Unterricht sollte nicht nur auf technologischen Trends basieren, sondern auch auf den tatsächlichen Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden. Die Evaluation ermöglicht es, festzustellen, welche Technologien am besten zu den pädagogischen Zielen der Lehrkräfte passen und wie sie am effektivsten in den Unterricht integriert werden können.

Die Dynamik von Klassenzimmern ist vielfältig, und verschiedene Schüler haben unterschiedliche Bedürfnisse. Eine standardisierte Herangehensweise an die Technologieintegration könnte diese Vielfalt übersehen. Die Evaluation eröffnet die Möglichkeit, Technologien an die spezifischen Anforderungen einzelner Klassen oder Schüler anzupassen. Auf diese Weise kann der Unterricht personalisiert werden, um sicherzustellen, dass alle Schüler die bestmöglichen Lernchancen erhalten.

Die Stimmen der Lehrkräfte sind hier von unschätzbarem Wert. Ihre praktische Erfahrung ermöglicht es, Schwachstellen in der Implementierung zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Lehrer sind die Experten im Klassenzimmer, und ihre aktive Teilnahme an der Evaluation gewährleistet eine realitätsnahe und praxisorientierte Perspektive, die über theoretische Überlegungen hinausgeht.

Feedback für kontinuierliche Verbesserungen

Ein wichtiger Aspekt der Evaluation ist die Sammlung von Feedback. Dieses Feedback kann nicht nur von Schülern, sondern auch von Lehrkräften selbst kommen. Die Meinungen und Anregungen derjenigen, die täglich im Klassenzimmer agieren, sind von unschätzbarem Wert für die Verbesserung des technologiegestützten Unterrichts.

Die Schaffung eines offenen Feedback-Mechanismus fördert eine Kultur der Zusammenarbeit und kontinuierlichen Verbesserung. Lehrkräfte können ihre Erfahrungen teilen, bewährte Praktiken austauschen und gemeinsam nach Lösungen für Herausforderungen suchen. Die Evaluation wird somit zu einem kollektiven Lernprozess, der die Professionalität der gesamten Lehrergemeinschaft stärkt.

Eine didaktische Methode kann medial in unterschiedlichen Varianten umgesetzt werden. Methoden- und Medienentscheidungen sind klar abzugrenzen, weil für beide Entscheidungen andere didaktische Kriterien gelten.

Prof. Kerres

Medienwissenschaftler, Uni Duisburg-Essen

Das oben genannte Zitat stammt aus seinem Buch Didaktik. Lernangebote gestalten und wirbt dafür, das didaktische Design auf Ermöglichung von Lernerfahrungen und Entwicklung von Kompetenzen auszurichten. Ganz so wie im Constructive Alignment-Modell (vgl. Teil 2) angelegt.

Gemäß dieses Modells empfiehlt sich bei der Planung einer Unterrichtsreihe zunächst die Lernziele festzulegen: Was sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende können, welche Kompetenzen sollen sie entwickeln? Ein weiterer Aspekt betrifft das Prüfungsformat: Wie kann ein Test gestaltet sein, in der die Lerngruppe zeigen kann, dass die intendierten Lernziel tatsächlich erreicht wurden? Hierbei kann es einerseits um die Wiedergabe von Wissen gehen, oder aber um die Anwendung von Praxis oder vielleicht um die Beurteilung bestimmter Theorien. Geht es also zum Beispiel darum, dass Schülerinnen und Schüler lernen sollen, Fake News zu identifizieren, kann man Schülerinnen und Schüler auffordern, selbst ein Fake News zu erstellen, Kriterien zu recherchieren, wie man Fake News erkennen kann,  u. v. m. Schließlich steht die Frage nach den adäquaten Methoden an, der Lerngruppe Theorie und Praxis zu vermitteln. 

Kerres verweist in seinem Rahmenmodell u. a. auf Paul Heimann, der 1962 das Berliner Modell zur Unterrichtsplanung [1] entwickelt hat. Heimann unterschied zum einen die Inhalte und Ziele des Unterrichts sowie zum anderen die didaktische Methode und Medien. Kerres wählt in seinem Buch als Beispiel einer Unterrichtsstunde „Luther und die Reformation“ und fragt wie im Constructive Alignment-Modell zunächst nach den Lernzielen [2]:

Welches Lehrziel verfolge ich mit diesem Thema? Wird angestrebt, wichtige Daten der Kirchengeschichte zu vermitteln, soll die Bedeutung der Reformation für die gesellschaftliche Entwicklung in der frühen Neuzeit verstanden werden, oder geht es um die Frage, was die Reformation für mich persönlich bedeuten kann? Ein Lehrinhalt kann sich auf ganz unterschiedliche Lehrziele beziehen und umgekehrt.

Kerres betrachtet die Methoden- und Medienentscheidungen als unabhängige Entscheidungsfelder [3]:

Wenn ich mich für einen Unterrichtsvortrag als Methode entscheide, kann ich dies medial in unterschiedlicher Weise umsetzen z. B. in einem Präsenzformat oder als Videokonferenz. Ich kann den Vortrag aber auch aufnehmen und im Internet als Aufzeichnung oder auf einem Datenträger zur Verfügung stellen. Der „Vortrag“ bezieht sich auf eine Methodenentscheidung, die Bereitstellung im Internet oder per Datenträger ist dagegen eine Medienentscheidung.

Insofern, so Kerres weiter, verweist z. B. die „Durchführung einer Videokonferenz“ auch nicht auf eine didaktische Methode, sondern auf eine Medienwahl. Auch ein „Online-Kurs“ ist keine didaktische Methode, sondern einfach eine mediengestützte Variante zur Durchführung eines kursförmig angelegten Lernangebotes.

Wie nun über die inhaltliche Entscheidung zur didaktischen Planung? Es gibt eine Reihe von Modellen, die einen (SAMR) niederschwelliger, andere (DDD) kaum ohne externe Unterstützung umsetzbar. Kerres schlägt übrigens das ADDIE- Modell[6]https://de.wikipedia.org/wiki/ADDIE-Instruktionsdesign-Modell vor.

uni@schule: SAMR - ADDIE - DDD

Das SAMR Modell kann der einzelnen Schule, aber auch der einzelnen Lehrkraft als Skala dienen, um den eigenen Einsatz digitaler Medien zu reflektieren und beurteilen zu können, ob durch diesen Einsatz eine Veränderung der Unterrichtspraxis erreicht wurde. Dabei muss es nicht zwangsläufig Ziel sein, immer die höchste Ausprägungsstufe (Redefinition) zu erreichen. Zu fragen ist immer, auf welcher Ebene das gewählte Lernszenario angesiedelt wäre und ob damit die Potenziale digitaler Medien in der gegebenen Lernsituation ausgeschöpft werden.

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Das ADDIE-Modell ist ein instruktives Designmodell, das oft für die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien verwendet wird. Der Begriff “ADDIE” steht für die fünf Hauptphasen des Modells: Analyse, Design, Entwicklung, Implementierung und Evaluation. In Bezug auf die Analyse des Medienseinsatzes in Schulen bezieht sich die Analysephase auf die systematische Untersuchung der Bildungsbedürfnisse, Lernziele, Zielgruppen und der verfügbaren Ressourcen. 

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“Digitales didaktisches Design” bezieht sich auf die Gestaltung von Lernumgebungen, Lehrmaterialien oder Bildungsprozessen unter Berücksichtigung digitaler Technologien. Das digitale didaktische Design zielt darauf ab, die Vorteile digitaler Technologien zu nutzen, um Lehr- und Lernprozesse effektiver, interaktiver und ansprechender zu gestalten. Dies kann die Integration von interaktiven Multimedia-Elementen, Online-Kollaborationstools, Gamification oder adaptiven Lernpfaden umfassen. Der Fokus liegt darauf, die Lernziele zu erreichen und die Lernenden dabei zu unterstützen, das Wissen auf eine effiziente und nachhaltige Weise zu erwerben. Es bezieht sich auch darauf, wie Lehrerinnen und Lehrer digitale Werkzeuge in ihre pädagogische Praxis integrieren können, um den Bildungserfolg zu fördern.

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Zusammenfassung

In einer Zeit des Wandels und der digitalen Transformation ist die Evaluation technologiegestützten Unterrichts von zentraler Bedeutung. Sie ermöglicht es, den Fokus nicht nur auf die Implementierung von Technologie zu legen, sondern auch auf deren tatsächliche Auswirkungen auf den Lernprozess. Lehrkräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle, da ihre Erfahrungen, Perspektiven und praktischen Einblicke den Erfolg der Evaluation maßgeblich beeinflussen.

Die Einbindung von Lehrkräften in den Evaluationsprozess ist nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Ihr Fachwissen, ihre Beobachtungen und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit schaffen die Grundlage für eine umfassende und praxisnahe Analyse. Die Evaluation sollte daher nicht als bürokratischer Schritt, sondern vielmehr als Einladung zur aktiven Mitgestaltung des Bildungswegs verstanden werden.

Die Wahl der Evaluationsinstrumente hängt stark von den spezifischen Zielen und dem Kontext der technologiegestützten Unterrichtssituation ab. Die oben vorgestellten Evaluationsinstrumente unterscheiden sich deutlich in ihrer Aussagekraft und im Zeitaufwand: SAMR ist eher niederschwellig und aufgrund der fehlenden Standardisierung in seiner Aussagekraft von individuellen Interpretationen abhängig. Dennoch ermöglicht es erste Gesprächsanlässe innerhalb des pädagogischen Personals.  ADDIE ist sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung und Auswertung deutlich aufwändiger und sollte auch aus Ressourcengründen in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden. DDD hingegen ist schulweit angelegt und sollte mit externer Unterstützung organisiert werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Bausteine aus den Verfahren zu mischen und in Fragen bzw. Beobachtungsaufträgen für Ratingkonferenzen und  Unterrichtshospitationen zu verwenden. Damit reduziert man das zu untersuchende Unterrichts(teil)setting auf wenige Fragenstellungen. Insbesondere die Beobachtungsfragen in dem Abschnitt >>Konzept in der Praxis<< bieten hier eine reiche Auswahl an Items.

 

Ratingkonferenz

Die Ratingkonferenz ist ein datengestütztes Evaluationsverfahren, bei welchem die qualitativen und quantitativen Aspekte der Evaluation und deren Vorzüge miteinander verbunden werden. Das Verfahren basiert im Wesentlichen auf zwei sich ergänzenden Prozesselementen:

  • der individuellen Einschätzung (dem «Rating») von vorgegebenen Aussagen zum jeweiligen Evaluationsthema / -gegenstand (quantitatives/geschlossenes Element),
  • der unmittelbar anschließenden, gemeinsam mit den Befragten vorgenommenen Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten (qualitatives/offenes Element).

Die Aussagen (Items), die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn der Ratingkonferenz zur individuellen Einschätzung vorgelegt werden, bilden die Basis des Verfahrens: Hier entstehen die Daten, auf die im Verlauf des diskursiven Auseinander-setzungsprozesses Bezug genommen wird. Ein idealer Umfang liegt bei etwa einem Dutzend Items. Auf keinen Fall sollte das Ratinginstrument mehr als zwanzig Items umfassen, denn zu viele Items bringen die Gefahr einer zu oberflächlichen qualitativen Interpretation mit sich. Die Items sollten so ausgewählt beziehungsweise formuliert sein, dass sie die wichtigsten Aspekte ansprechen, zu denen die Erfahrungen und Meinungen der Schülerinnen und Schüler gefragt sind. Für die Formulierung der Items sind grundsätzlich dieselben Hinweise zu beachten, die für die Gestaltung von  Fragebogen gelten: Es braucht einfache, gut verständliche, präzise, neutrale (nicht suggestive) und eindimensionale Formulierungen. Für die Einschätzung der Items sollte eine mindestens vierstufige Skala vorgegeben werden – beispielsweise mit der folgenden Abstufung: 1 = trifft nicht zu; 2 = trifft teilweise zu; 3 = trifft überwiegend zu; 4 = trifft vollständig zu-

Entnommen aus:
Lehrevaluation als Anstoss zur Unterrichtsentwicklung, der Beitrag von Norbert Landwehr

Aus meiner Berufspraxis hier ein Beispiel aus einer externen Evaluation zum Ganztagsangebot einer Schule. Unter anderem wurde die Ratingkonferenz als Methode gewählt, um qualitativ mit Eltern und Lehrkräften ins Gespräch zu kommen. Hier die beiden Ablaufprogramme:

Unterrichtshospitation

 

In der Lehrerfort­bildung geht es ja oft darum, die alten Muster zu verändern. Zeit­gemäße Pädagogik ist ganz anders, als es die Lehr­kräfte noch vor 30 Jahren gelernt haben. Wie gelingt es, die erfahrenen Lehr­kräfte dafür zu öffnen? Prof.’in Stern (ETH Zürich):[7]https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/forschung-warum-erwachsene-beim-lernen-auf-die-bremse-treten/

Jeder, der in der Lehrer­fortbildung gearbeitet hat, kennt diese zwei Sätze: „Das mach ich doch schon lange so“ und „Mit meiner Klasse geht das nicht“. Die erfahrenen Lehr­kräfte wollen in der Regel an ihrem erprobten Modell festhalten. Das ist eine ziemlich normale Reaktion. Ein Umdenken erreicht man meist dann, wenn ein Kollege oder eine Kollegin in der eigenen Klasse vormacht, dass ein anderer Unterricht tatsächlich besser funktioniert. Wenn man sich den Unterricht vor Ort genau ansieht und dann ganz konkret aufzeigt, wo man zum Beispiel Aufgaben­stellungen optimieren kann, dann nehmen das auch die erfahrenen Lehrkräfte gern an. Das passiert in der Schweiz viel über Unterrichtsbeobachtung. Ich selbst sitze als Mitglied einer Schul­kommission oft in der Klasse und schaue mir die Kinder genau an. Ich würde mir nicht zutrauen, besser zu unterrichten. Die Expertise dafür liegt klar bei der Lehr­kraft. Aber ich kann die einzelnen Kinder besser im Blick haben. Anschließend kann ich der Lehrerin oder dem Lehrer zurück­melden, welche Aufgaben­stellung gut funktioniert oder bei welchem Kind man vielleicht eine veränderte Aufgaben­stellung ausprobieren sollte. Wichtig ist es, den Verständnis­prozess bei den Kindern immer wieder zu überprüfen und den Unterricht anzupassen.

Lehrkräfte geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Planungen zur gegenseitigen Bereicherung weiter. Sie stärken damit die Verständigung und den Austausch. Gemeinsame Lehrprozessplanungen leisten einen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsqualität und entlasten die einzelnen Lehrkräfte, etwa durch Verabredung einer kollegialen Hospitation.

Kollegiale Unterrichtshospitationen mit anschließendem Feedback gelten als sehr wirksame Methode, den eigenen Unterricht zu reflektieren und zur Professionalisierung der Lehrkräfte beizutragen. Laut Kempfert & Ludwig bringen sie folgende Vorteile:[8]Kempfert, G./Ludwig, M.: Kollegiale Unterrichtsbesuche. Besser unterrichten durch Kollegen-Feedback. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2. Aufl. 2010. S. 24

  • Der Unterricht wird gemeinsam untersucht, erforscht, reflektiert und verbessert.
  • Die Beobachtungsschwerpunkte werden von den Lehrkräften ausgehandelt, sie orientieren sich an pädagogischen Werten.
  • Ein Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern kommt in Gang, der nicht nur die Qualität ihrer Arbeit verbessern, sondern auch die kollegiale Beziehung vertiefen und den Teamgedanken fördern kann.
  • Beobachtungen sind Grundlage des kollegialen Gesprächs: Es wird nicht nur über Unterricht geredet – wie in der Supervision – sondern das Gespräch orientiert sich an Beobachtungsdaten.
  • Die Lehrperson kann ihre Eigenperspektive mit einer Fremdperspektive vergleichen und bekommt die Chance, blinde Flecken in ihrer Arbeit zu entdecken.
  • Neuerungen werden im Unterricht umgesetzt, systematisch erprobt und reflektiert
    Lehrpersonen entwickeln ihre eigene Professionalität wie auch ihre eigene Didaktik weiter.

Für ein Selbststudium hier einige Empfehlungen:

  • HOSPITATION UND FEEDBACK, Material zur Anregung von Schulentwicklung vom Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik
  • Reichelt/Wenge: Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben. Das Buch bietet Leitfäden und Checklisten zu unterschiedlichen Unterrichtssituationen an, aus Sicht der Ausbildung (1. und 2. Phase) und Lehrerpraxis (3. Phase). Für einen wirksamen Unterricht sind maßgeblich Tiefenstrukturen in den Blick zu nehmen. Aktuelle Forschungsergebnisse finden sich in:
  • Kognitiv aktivieren. Das Pädagogikheft wartet mit vielen Beispielen aus der Unterrichtspraxis auf. Vieles davon sollte Thema bei einer Unterrichtshospitation sein.
  • Eine Taskcard, die gegenseitige Besuche der Kolleg*innen untereinander vorbereiten hilft (von Margarete Giessmann, @margaretegiessmann@bildung.social)

Und hier noch ein Gastbeitrag von Prof. G. Buhren: Gute Schule dank positiver Feedbackkultur

Sollte die Schulleitung im Unterricht des Kollegiums hospitieren? Ja! Denn von einer positiven Feedbackkultur zwischen Leitung und Kollegium profitieren alle. Dafür ist Transparenz nötig – und Gegenseitigkeit.

Zusammenfassung und Ausblick

Sie haben zunächst Jonathan und seine Forderung nach einem hybriden Lernraum kennen gelernt. Die Bildungsforschung beginnt gerade, die ersten Erfahrungen auszuwerten. Auch und gerade bezüglich eines Einsatzes von KI-gestütztem Instrumentarium. So heißt es in der Zusammenfassung von „Schule und KI – Ein praxisorientierter Leitfaden“: Die Entstehung eines KI-gestützten Instrumentariums für einen zunehmend hybriden Unterrichtsbetrieb, in dem die Arbeit der Lehrkräfte in wesentlichen Teilen technologisch unterstützt wird, ist heute deutlich absehbar. Zwar ist auch in diesem Bereich Vieles noch im Entwicklungs- und Versuchsstadium, aber die Richtung ist klar. Auch bei ausreichendem gut qualifiziertem Lehrpersonal sind die Unterstützungsleistungen KI-gestützter Assistenzsysteme, intelligenter Lernplattformen und Tutoren erheblich. Genau diese Entlastungseffekte können dazu beitragen, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer intensiver um Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bedarf kümmern können. [9]https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/Leitfaden-Schule-und-KI.pdf

Die Pflicht und die Forderung, die eingesetzten Instrumente zu evaluieren, sei es ein didaktisches Modell oder eine App, ist in allen Bereichen anerkannt. Die Analyse und Bewertung sollte immer im Team, im pädagogischen Personal erfolgen. Zu Beginn habe ich eine Reflexionsfrage gestellt. Ich modifiziere sie nun wie folgt

Reflexionsfragen:

  • Ihnen wurde ein hybrider Lernraum vorgestellt. Welche Anpassungsmöglichkeiten sehen Sie für Ihren Fachunterricht?
  • Welches der Evaluationsmodelle kommt für Sie, für Ihre Kolleginnen und Kollegen – auch im Hinblick auf eine Kooperationsbereitschaft untereinander – in Frage?
  • Verändern digitale internetfähige Technologien das Lehren und Lernen in Schule (und Hochschule)? Wenn ja: Inwiefern? Können Sie hierfür Beispiele nennen?

Viele werden einerseits (hoffentlich) denken: Ja, kompetenzorientiert zu unterrichten und dabei hybride Lernräume zuzulassen sind Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des eigenen und des schulischen Unterrichts. Andererseits werden sich viele fragen: Wie umsetzen? Angesichts der aktuellen Ressourcenproblematik?

Schulentwicklung ist Aufgabe der Schulleitung und muss vom Kollegium gestaltet und getragen werden, um wirksam zu sein. Ein systematisches und methodengestütztes Vorgehen hilft, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren und Entwicklungsvorhaben über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu verfolgen. Methoden der Schulentwicklung dienen dabei der Transparenz der Prozesse und ermöglichen die Beteiligung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Betrieben. Und genau darum, um Schulentwicklung im digitalen Zeitalter, geht es im nächsten Teil …

… stay tuned …

 Update (17.02.2024): 

Was passiert, wenn Schüler:innen selbst entscheiden können, welche Fächer sie zu Hause und welche sie in der Schule lernen? Der zwölfjährige Jonathan Bork geht selbst noch zur Schule und fordert die bundesweite Einführung eines hybriden Schulsystems. change hat mit ihm über seine Idee gesprochen

 

Disclaimer: Einzelne Abschnitte dieses Textes wurden mit der Unterstützung von ChatGPT geschrieben

Wenn Sie einen fragegeleiteten Gedankenaustausch wünschen: Ich biete zum Jahreswechsel einen digitalen Gedankenaustausch an. Melden Sie sich gerne schon jetzt per E-Mail an.

 

Bildnachweis: Eric Grundmann @BlueSky

References

References
1 Prompt: a futuristic school with open learning forms. The scenes include students engaged in individual learning settings with personal AI tutors and virtual reality equipment, and teachers acting as learning facilitators. The interior is modern with open architecture, and everyone is visibly happy and enjoying the learning process.
2 https://schulesocialmedia.com/2020/01/31/drei-dimensionen-digitalen-unterrichts
3 https://www.lehrer-news.de/blog-posts/mehr-hybridunterricht-wie-ein-hochbegabter-sechstklassler-das-schulsystem-reformieren-will
4 vgl. https://www.wbv.de/shop/openaccess-download/I73989w065
5 https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/videofeedback-in-der-lehre-ilka-nagel-im-videointerview
6 https://de.wikipedia.org/wiki/ADDIE-Instruktionsdesign-Modell
7 https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/forschung-warum-erwachsene-beim-lernen-auf-die-bremse-treten/
8 Kempfert, G./Ludwig, M.: Kollegiale Unterrichtsbesuche. Besser unterrichten durch Kollegen-Feedback. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2. Aufl. 2010. S. 24
9 https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/Leitfaden-Schule-und-KI.pdf