Call

Wie häufig wird gefordert, Lehramt Studierende mögen bereits in der Uniausbildung Praxisgelegenheiten angeboten bekommen. Nun allerdings mit einer veränderten Sichtweise, die einer Lehrkraft.

Eine weitere Forderung ist, Schule möge sich auf die Digitalisierung in der Schulbildung vorbereiten. Viele Universitäten und Ausbldungsbetriebe wünschen sich Schülerinnen und Schüler, die jenseits der Fachkompetenz vor allem Sozialkompetenzen mitbringen mögen.

Der PISA-Koordinator Andreas Schleicher hat in Deutschland das Modell 4 K – Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation ins Spiel gebracht. Auch er argumentiert von beruflichen Anforderungen aus, die klassische Unterrichtsfächer in den Hintergrund rücken ließen. Schleicher betont, der Umgang mit Wissen habe sich gewandelt: Inhalte würden nicht mehr gespeichert und dann von Lehrkräften an Lernende vermittelt. Vielmehr flössen sie, meint Schleicher, in Strömen unablässiger Kommunikation und Kollaboration. Die Bildungsforscherin Lisa Rosa teilt diese Sicht und benennt drei Argumente, warum das 4K-Modell zum Orientierungspunkt für die Didaktik werden sollte1:

  • Immer mehr Arbeiten werden von Maschinen übernommen.
  • Jede neue Arbeit verlangt mehr komplexes Denken, situierte selbstverantwortliche Entscheidungen und Beziehungsfähigkeit.
  • Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme sind so komplex, dass sie nur noch mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sind.

Wie kann man dieser Komplexität gerecht werden? Sicher nur mit Expertise. Und genau dazu, dem Aufbau und die Weiterentwicklung von Know- how dient das folgende Angebot.

Schulteams und Studierende lernen gemeinsam für die Digitalisierung in der Bildung

Die Medienfaktur an der Universität Oldenburg bietet im Wintersemester 20/21 Lehramt Studierenden unter dem Titel ‚Digitaler Unterricht‘ ein Seminar an, das sie mit Schulteams, bestehend aus Schulleitungen sowie Lehrkräften, zusammenbringen wird. Ziel ist zunächst, in dem innovativen Modul Lösungen für die zentralen Herausforderungen des digital-unterstützten Lernens zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem der Erwerb digitaler Kompetenzen, deren Verbindung zum Bildungsauftrag, die Psychologie multimedialen Lernens, die pädagogische Entwicklung von Blended Learning bzw. online Unterrichtseinheiten und die Einbettung pädagogischer Strategien in moderne Lernplattformen. Die Lerngemeinschaft aus Studierenden und Schul(leitungs)teams ermöglicht einen regen Austausch und wechselseitigen Abgleich vielfältiger Perspektiven, Ideen und Erfahrungen.

Das 14-wöchige Seminar setzt auf eine Balance zwischen lebendig-synchroner Kommunikation, die während des gesamten Semesters als soziales Netzwerk zugänglich ist, und asynchroner Kommunikation, wie etwa der Zugang zu online Lern- und Lehrmaterialen oder Diskussionsforen. Hierzu setzt die Medienfaktur eine eigene state-of-the-art Lernumwelt ein, deren Ideen und Strategien sich auch auf bereits eingeführte Schulimplementationen umsetzen lassen.

Ein inhaltlicher und aktuell hoch-relevanter Schwerpunkt ist die Entwicklung von Schulkonzepten, die die Lernaktivitäten in der Schule mit denen zu Hause verknüpft sieht (sog. blended learning/ hybride Verfahren). Damit das Seminar eine nachhaltige Wirkung entfalten kann, plant die Medienfaktur einen permanenten digitalen Austauschraum für die beteiligten Schulteams.

Die Entwicklerin und Leiterin des Projektes ist Joana Kompa von der Medienfaktur an der Universität Oldenburg. Das Projekt läuft im Rahmen der Lehrerprofessionalisierung unter OLE+, gefördert vom BMBF, sowie dem Projekt Innovation Plus, gefördert vom Land Niedersachsen.

Die Schulteams werden von Dr. Michael Drabe, einem externen Digitalisierungsexperten betreut. Beide kooperieren im Management des Seminars für ihre Gruppen und sorgen für eine formative Prozessbegleitung.

Das Kernanliegen des Seminars liegt in der Qualitätsentwicklung digitaler Lehre. Es geht nicht so sehr um den Übergang der ‚Gutenberg Kultur‘ in eine ‚Kultur der Digitalität‘, sondern darum, neue digital-unterstützte Lernumgebungen zu schaffen, in denen sich Lehrende wie Lernende zu aktiv-partizipierenden Lerngemeinschaften zusammenfinden. Wenn das Projekt von Lehramt Studierenden wie auch von den Schulteams als wichtige und wertvolle Aus- und Weiterbildungsressource anerkannt wird, sind im Anschluss weitere vergleichbare Bildungsangebote geplant.

Programmablauf, Inhalte und Ziele

Digitaler Unterricht, Programm 

Woche 1

Einführung in die digitale Lernumgebung und die Lerngemeinschaft:

Selbstvorstellung im Forum (Verwendung des Medieneditors), Installation der Programme für mobilen Zugang zur Lernumgebung, Gilly Salmons 5-Stufen Modell

 

Woche 2

Einführung in das kooperative Arbeiten mit digitalen Medien, die Verwendung von synchronen und asynchronen Kommunikationsmöglichkeiten, Semi-strukturierte Diskussion: Meine Motivation(en) und Positionierung in der digitalen Bildung

 

Woche 3

Bildungsauftrag und digitale Kompetenzen: eine Übersicht zu maßgebenden Kompetenzrahmenmodellen und ihre kritische Bewertung. Selbsttest (Wie digital kompetent bin ich?) mit dem europäischen Selbst-Evaluations Tool zu DigCompEdu. Diskussion zur Umsetzung digitaler Kompetenzen in die Praxis sowie deren Bezug zum Bildungsauftrag

 

Woche 4

Einführung in die Psychologie multimedialen Lernens in Theorie und Praxis: Übungen zur Kombination visueller Materialien mit Text, die Erstellung einfacher Grafiken und Gestaltungsprinzipien (Grundlagen A)

 

Woche 5

Einführung in motivationale Aspekte multimedialen Lernens: Übungen zur Lernaktivierung, dem Erstellen interaktiver Skripte und der Gestaltung motivierender Lernbedingungen (Grundlagen A)

 

Woche 6

Die Sequenzierung von Lernaktivitäten im Hinblick auf das Constructive Alignment: die Angleichung von Lernzielen, Lernaktivitäten und Leistungsbewertungen für summative und formative Evaluierungen (Grundlagen B)

 

Woche 7

Anwendung: Kooperative Recherche zur Festlegung von Lernzielen an einem selbst gewählten Fallbeispiel, (Grundlagen B)

 

Woche 8

Die Sequenzierung von Lernaktivitäten im ABC Workshop Format: die Planung von Unterrichtseinheiten für online und Blended Learning Unterrichtseinheiten, (Grundlagen B)

 

Woche 9

Die kunterbunte Welt der Learning Apps und OER (Open Educational Resources): Gelingensbedingungen, Kritik und Möglichkeiten der kooperativen Erstellung von Lehr und Lernmaterialien, (Grundlagen C)

 

Woche 10
Woche 11

Hacking It! Die Umsetzung pädagogischer Strategien des ABC Workshops in ein Lernmanagementsystem (LMS), Gruppenprojekt zu verschiedensten LMS, (Grundlagen D)

 

Woche 12
Woche 13 Offene, kreative und reflektierende Medienproduktion zum Semester. Diskussion zur Zukunft von Schulen und Hochschulen, neuen Berufsbildern in der digitalen Bildung und pädagogischen Wandel
Woche 14

 

In dem Modul ‚Digitaler Unterricht‘ der Medienfaktur werden im Wintersemester 2020/21 in den folgenden Bereichen Kompetenzen erworben:

  • Die Grundlagen zur Entwicklung online-basierter Lerngemeinschaften
  • Die Vermittlung von Bildungsauftrag und digitalen Kompetenzen unter besonderer Berücksichtigung der Strategie der Kultusministerkonferenz ‚Bildung in der digitalen Welt‘ und des europäischen Kompetenzrahmenmodells DigCompEdu (European Framework for the Digital Competence of Educators)
  • Die Anwendung und Evaluation von Lernapplikationen sowie Open Educational Resources (OER)
  • Eine Einführung in die Lernpsychologie multimedialen Lernens in Theorie und Praxis
  • Die Entwicklung pädagogischer Strategien in digital-unterstützten Unterrichtsformaten
  • Die Übersetzung pädagogischer Strategien in Lernmanagement Systeme (LMS)

Schulleiter*innen erwerben grundlegende Kompetenzen

  • im kooperativen Arbeiten mit digitalen Medien,
  • in der Umsetzung des Bildungsauftrags mithilfe digitaler Medien.,
  • Sie bekommen einen umfassenden Überblick zu den institutionellen Gelingensbedingungen zur Planung digital-unterstützten Unterrichts,
  • der Ermittlung von Trainingsbedarf,
  • dem Management digitaler Lehr und Lernmaterialien,
  • der Bedeutung von Lernplattformen für Schulen sowie
  • Kriterien und Prozesse zu deren Anschaffung.

Lehrer*innen erwerben grundlegende Kompetenzen

  • zur Gestaltung digitaler Lehr und Lernmaterialien,
  • zur Förderung digitaler Lerngemeinschaften,
  • zur systematischen und pädagogisch-informierten Entwicklung digital-unterstützter Unterrichtformate und
  • deren Umsetzung in moderne Lernmanagementsysteme.
Weiterführende Informationen (Start, Projektseite)

Offizieller Start des Programmes: 19. Oktober 2020
Ende des Programmes: 31.März 2021
Dauer: 14 Wochen
Form: Online mit zwei wöchentlichen Videokonferenzen (montags und freitags)

Projektseite mit weiteren Detailinformationen.

Die Veranstaltung wird zertifiziert vom Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ). Es fallen keine Teilnahmegebühren an.

Wie bewirbt man sich als Schulteam?

Folgende Kriterien bitten wir zu beachten:

  • Schulform: Alle Schulen aus Sek I & II sowie dem tertiären Bildungsbereich sind eingeladen. Das Seminar richtet sich nicht an Grundschulen.
  • Technische Infrastruktur: Vernetzte und internetfähige Klassenräume und/ oder WLAN in der Schule, eine bestehende oder unmittelbar geplante Schulplattform (LMS). Dabei gibt es keine präferierte Lösung: Moodle, lo-net2, ilias, HPI-cloud, Nextcloud oder vergleichbare Open Source oder kommerzielle Lösungen wie itslearning, iServ. Alle sind uns willkommen.
  • Funktion und Lehramt: Die Schulteams bestehen aus drei Personen, einer davon muss Mitglied einer Schulleitung sein. Eine der beiden weiteren Lehrkräfte ist vorzugsweise Mitglied einer Steuergruppe. Bei den Lehrkräften sollten sowohl MINT als auch sprachlich-musische und andere Fächer repräsentiert sein. Da es um die Umsetzung für alle Fächer geht, ist eine didaktische Vielfalt explizit erwünscht.

Interessierte Schulleitungen beschreiben bitte unter Berücksichtigung der o.g. Kriterien ihre Motivation einer Teilnahme in Form eines Textes, aus dem auch hervorgeht, wie eine Nachhaltigkeit sicher gestellt wird, wie es also – nach Abschluss der Aus- und Weiterbildung – weitergeht.

Die Bewerbung muss (noch) keine personenbezogene Daten enthalten. Die Abfrage dieser Daten übernimmt nach Auswahl der Schulteams das Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ), auch um eine zertifizierte Teilnahmebestätigung zu gewährleisten.

Dieses Dokument mailen Sie bitte bis spätestens 10. Oktober 2020 an: E-Mail

 

 

 

Blick in die Zukunft: das Jahr 2030

 

Es gibt eine Reihe von Forschungsberichten, die Unternehmen, Mittelständler und Kleinbetriebe danach befragt haben, welche Berufe und welche Kompetenzen (Skills) man in der Zukunft von den Schülerinnen und Schülern erwarten muss. Auskunft gibt ganz aktuell eine Übersetzung des OECD Learning Compass 2030, der soeben unter dem Titel OECD Lernkompass 2030 veröffentlicht wurde. Aus ihr stammt auch die folgende Übersicht2:

 

Andreas Schleicher in seinem Vorwort3:

Bei der Arbeit, zu Hause und in der Gemeinschaft werden Menschen ein tiefgehendes Verständnis dafür benötigen, wie andere denken, ob z. B. als Wissenschaftler oder als Künstler, und wie andere in verschiedenen Kulturen und Traditionen leben. Welche Aufgaben und Arbeiten auch immer Maschinen von Menschen übernehmen mögen, die Anforderungen an unser Wissen und unsere Fähigkeiten, einen sinnvollen Beitrag zum sozialen und bürgerlichen Leben zu leisten, werden weiter steigen. (…)

 

Das führt uns zu der schwierigsten Frage in der Bildung – der Werteorientierung von Bildungsprozessen. Werte waren schon immer von zentraler Bedeutung für die Bildung, aber es ist an der Zeit, dass sie von impliziten Bestrebungen zu expliziten Bildungszielen und -praktiken werden. Das kann die Entwicklung von situationsbedingten Wertesystemen – d.h. „Ich tue, was immer eine Situation mir erlaubt“ – hin zu nachhaltigen Wertesystemen unterstützen, die Vertrauen und soziale Bindungen stärken. Die Chance von Bildung ist es, für und mit den Menschen ein solides Fundament für das Handeln und ein verantwortungsvolles Miteinander zu entwickeln.

 

Die Quintessenz ist, dass wir, wenn wir der technologischen Entwicklung voraus sein wollen, die Qualitäten finden und verfeinern müssen, die einzigartig für uns Menschen sind. Dieses Vermögen gilt es zu entwickeln, damit sich unsere Fähigkeiten und die unserer Computer ergänzen können und nicht miteinander konkurrieren.

Der Blog “unterricht digital” hat eine Projektseite Impuls 2020 – Schule 2030 eingerichtet. Hier kommen eine Reihe von Didakterinnen und Didaktikern zu Wort, die einen Blick in Zukunft werfen. Viele der angesprochnenen Themen werden im Modul aufgegriffen bzw. vertieft.

Aus dieser Reihe stammt auch das folgende Statement von Ines Bieler, einer Hochschuldidakterin aus Halle- Wittenberg:

Bildung ist für mich immer verbunden mit Neugier, Wissbegierde und Kreativität. Bildung muss auf einem soliden Fundament aus Wissen, Können und kompetentem Handeln stehen, darf aber nicht verharren, sondern muss in allen Beteiligten, egal ob Lernende oder Lehrende, den Drang zur Weiterentwicklung, zum lebenslangen Lernen entfachen. Ich freue mich, verschiedene Netzwerke aufzubauen oder mich an ihnen zu beteiligen – immer auf der Suche nach Input und Austausch.4

das Frau Kompas und meine uneingeschränkte Zustimmung findet und für uns Leitmotiv bei der Betreuung der beteiligten Lehramts Studierenden und Schulteams ist.

… Stay tuned …

Bildnachweis: Photo by Headway on Unsplash

Buch- und Lesetipps aus dem Twitternetzwerk

Abseits der Pandemie sind in den Sommerferien eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich intensiv mit dem Thema Lernkultur unter verschiedenen Gesichtspunkten auseinandersetzen. Besonders bemerkenswert: Mehr und mehr wird unter Open Access publiziert. Sicher auch ein Verdienst der BMBF Administration, Fördergelder (aka Steuergelder) nur dann zu bewilligen, wenn die Materialien auch kostenfrei online gestellt werden.

Die Hygienebedingungen ließen einen Besuch der (Uni-)Bibliotheken in den letzten Monaten nur eingeschränkt zu. Schön, dass zunehmend das Netzwerk Twitter genutzt wird, um auf Publikationen aufmerksam zu machen. In meiner Schlussbemerkung stelle ich daher einige Blogartikel vor, die sich mit dem Nutzungspotenzial von Twitter beschäftigen. Doch der Reihe nach: zunächst einige 

Nachträge zu hybride Lernsettings

Bevor ich auf die kuratierten Literaturlisten komme, noch einige Ergänzungen zu meinem letzten Beitrag, Hybride Lernsettings – wie führe ich die ein:

  • Zum Thema Lernsetting:
    • Axel Krommer (@mediendidaktik_) hat ein Erklärvideo zur sogenannten didaktischen Schieberegel erstellt. Damit der Kontext deutlich wird, hier der Link zu seinem dazugehörigen Blogbeitrag, der das Video eingebettet enthält.
    • Seit 2008 veröffentlicht das mmb Institut (@mmb_institut) regelmäßig eine Übersicht über die verschiedenen digitalen Lernformen und Lernwerkzeuge unter dem Titel „Vielfalt der Lernformen“. Sie dient einer groben Einordnung der unterschiedlichen E-Learning-Tools nach dem Grad des Selbstlernens vs. kollaborativen Lernens und nach dem Grad ihrer Lernorganisation (formell/informell). Über die Jahre hinweg zeigt die Übersicht auch, welche Lernformen neu hinzugekommen sind und wie sich ihre Funktionen verändern. Das Institut stellt in einem Blogbeitrag eine aktualisierte Variante vor.
    • Eine empfehlenswerte Übersicht gebende Materialsammlung von Unterrichtsideen, Apps & Tools kommt aus Sachsen-Anhalt (@MBSachsenAnhalt)Digitale Medien und Werkzeuge nutzen – Aus der Praxis für die Praxis
    • Auch Niedersachsen bietet eine Themenseite an: Werkzeuge und Methoden
  • Zum Thema Fortbildung:
    • Die Plattform WirLernenOnline (@wirlernenonline) hat Materialien und Erläuterungen zur einfachen Gestaltung einer Mikrofortbildung bereitgestellt, mit dem Ziel
      • praktisch ausprobieren,
      • voneinander und miteinander lernen,
      • freie Bildung verbreiten.
    • Weitere Konzepte zu Mikrofortbildungsveranstaltungen: Jan Vedder (@vedducation): Unterrichtsentwicklung im eigenen Kollegium und Forum Bildung (@ForumBilDig): Praxisleitfaden
  • Zum Thema Prüfungsformate
    • Björn Nölte (@Noelte030) hat in einem Newsletter neben sieben Vorschlägen einer Differenzierten Leistungsbewertung noch eine Reihe weiterer Materialien identifiziert bzw. vorgestellt.

Kuratierte Liste, Teil 1: E-Book

Das linke E-Book stammt von der Firma Apple. Natürlich sind die dort vorgestellten Tools auf der Apple (iPad)- Welt zu Hause. Dennoch lassen sich die Ideen auch in der Android und/ oder Win10 und/ oder Chrome Szene umsetzen, nur eben mit anderen Tools. Gleichwohl sind die im Buch beschriebenen Ideen sicher inspirierend für den einen oder anderen Projekt(wochen)ansatz.

Die rechte Broschüre stammt vom BMBF und stellt in verständlicher Form Nutzungsrechte bei der Erstellung von Materialien im und für den Unterricht vor. Sie ist auf die aktuelle Rechtssprechung abgestimmt und stellt keinen Bezug zu möglichen Verträgen her. So erlaubt eine Vereinbarung zwischen KMK und Schulbuchverlage durchaus eine auf 15 % begrenzte Digitalisierung von Schulbuchseiten. Der Vertrag kann auslaufen und dann gelten wieder die Bestimmungen aus dem Urhebergesetz (0 %).

Und noch ein E-Book: Nachtrag aus der OER-Szene

OER scheint sich – auch ohne BMBF Unterstützung – zu lohnen, wie Nele Hirsch (@eBildungslabor) in einem Tweet berichtet:

Toll, dass der Verlag sich auf dieses Experiment eingelassen hat. Wer Näheres zu dem Buch wissen will: Hier geht es zu einer Buchrezension und hier zu einer von Herbert Hertramp (@_DigitalWriter_) erstellten PDF-Datei.

Kuratierte Liste, Teil 2: Buchempfehlungen

Ich bin mal wieder in der Hochschulszene unterwegs gewesen.

In diesem Sammelband werden Perspektiven aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Bildungsbereichen zum Themenbereich „Digitale Grundbildung“ zusammengeführt. Zum Aufwachsen in der mediatisierten Gesellschaft werden aktuelle Aspekte der Sozialisationsforschung und der Entwicklungspsychologie vorgestellt. Für die Schule werden die Rolle der informatischen Bildung und der Medienbildung aus erziehungswissenschaftlicher, schulpädagogischer und fachdidaktischer Perspektive diskutiert und aktuelle Konzepte präsentiert. Neue Formen und Inhalte der außerschulischen Medienarbeit mit Kindern werden vorgestellt und es wird den Konsequenzen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und außerschulischen Pädagoginnen und Pädagogen nachgegangen.1

Der Sammelband mag an die Grundschulszene gerichtet sein, gleichwohl lohnt sich auch für die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen ein Blick. Besonders beeindruckend der Teil IV mit den vielen praktischen Hinweisen. Schon toll, was digitale Bildung im Infomatik- und Sportunterricht möglich macht, sofern man regelmäßige Reflexionsphasen über das Für und Wider einbaut, wie die Autorinnen und Autoren an vielen Stellen deutlich machen.

 

  • Reinhard Bauer, Jörg Hafer, Sandra Hofhues, Mandy Schiefner-Rohs, Anne Thillosen, Benno Volk, Klaus Wannemacher (Hrsg.): Vom E-Learning zur Digitalisierung

Der Begriff „Digitalisierung“ ist in aller Munde und häufig werden vor allem Anforderungen formuliert, die „digitale Transformation“ in allen Bereichen der Gesellschaft mitzugestalten. In diesem Zusammenhang wird insbesondere von Hochschulen als Forschungs- und Bildungsinstitutionen erwartet, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

Der Begriff „Digitalisierung“ erscheint einerseits als Heilsversprechen, andererseits ruft er auch Skepsis und Ängste hervor. Zugleich fällt auf, dass „Digitalisierung“ selten konkret definiert wird – vielmehr wird meist unhinterfragt vorausgesetzt, es gäbe einen Konsens, was im jeweiligen Kontext damit gemeint ist. Daher erscheint es besonders interessant, einschlägige Narrative im Zusammenhang mit dem Digitalisierungsbegriff offenzulegen und zu diskutieren sowie aus einer wissenschaftlichen und praktischen Sicht kritisch zu hinterfragen.

Im Band werden deswegen die Mythen und öffentlichen Vorstellungen rund um Medien und E-Learning in den Blick genommen. Hochschule bietet dazu den wesentlichen Referenzrahmen. Darüber hinaus wird nach Realitäten und Perspektiven in diesem unbestimmten Feld gesucht. In Zusammenhang mit dem Band hat die Fachgesellschaft GMW ganz unterschiedliche Personen und Akteure direkt sowie in einem Call dazu eingeladen, sich an der Diskussion um den Status quo im Bereich der Nutzung und Bedeutung von Medien in der Wissenschaft zu beteiligen. Dieser Band bildet damit sowohl den aktuellen Stand der Diskussion als auch ihre fachlich-inhaltlichen, methodischen und konzeptionellen Facetten ab.2

 

Der Titel des vor Ihnen liegenden Buches reibt sich. Er nervt! So beginnt der Autor sein Vorwort. Und weiter: Zumindest aus bildungswissenschaflicher Sicht ist die Beschäftigung mit dem Thema Future Skills zunächst ein Paradoxon. Skills, eigentlich also Fähigkeiten und Kompetenzen, sind schon per se auf die Bewältigung zukünftiger Herausforderung gerichtet. Wieso also solch einen Zukunftsbegriff noch mal mit dem Zusatz „Future“ imprägnieren? (…) Derzeit entstehen überall auf der Welt Future Skill Initiativen, auf die im Buch noch im Detail eingegangen wird. Sektorale, für Schulen oder Hochschulen, nationale (bspw. Future Skills Canada) und internationale, etwa von der OECD, der EU oder dem World Economic Forum. Alles Ansätze, die sich damit auseinandersetzen, die gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen für Arbeit, Bildung und Leben zu reflektieren und wichtige Future Skills zu analysieren. Viele dieser Konzepte setzen Schwerpunkte dabei auf die Frage, welche Fähigkeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer digitalisierten Welt brauchen.(…)

Das Buch erarbeitet ein Modell, welches beschreibt, welche Strukturen und Wandlungsprozesse Future Skills zugrunde liegen und arbeitet drei Grundkomponenten heraus, die für die Handlungsfähigkeit in zukünftig hoch emergenten Kontexten eine wichtige Rolle spielen. Das so entstehende Triple Helix-Modell ist in der Lage, die für Future Skills wichtigen Bereiche abzubilden und ist insofern erklärungsmächtiger, als die bislang zu diesem Thema vorgelegten einfachen Listen.
„Future Skills – Zukunft des Lernens – Zukunft der Hochschulen“ ist das erste Buch zum Thema Future Skills, ist zugleich die erste empirische Arbeit bildungswissenschaflicher Ausrichtung zum Thema und umfasst nicht nur die Frage nach Future Skills für den Arbeitsmarkt, sondern auch nach Future Skills für grundsätzliche Handlungsfähigkeit.

Das Buch eignet sich meines Erachtens auch als Anregung/ Blaupause für Veränderungen unseres Schulsystems unterrichtlich wie organisatorisch. Besonders angetan bin ich von dem Kapitel A.3 Future Skills (= Kompetenzen) für die Welt von morgen und  C3.2 Vier Szenarien für die Hochschule der Zukunft. Hier war ich mehrfach versucht, Hochschule mit Schule zu ersetzen. Das Buch kann sich vor allem dann als Hilfe erweisen, wenn eine Schule eine Leitbildentwicklung vorbereitet. Das Buch ist Teil des Projekts NextSkills Initiative, das sich nicht nur auf die Kompetenzen bezieht, die Studierende in der zukünftigen Arbeitswelt brauchen werden. Es geht auch darum, wie sich die Hochschulen an den stetigen Wandel anpassen müssen.

 

Für die Vorbereitung von zukünftigen Lehrkräften auf das Unterrichten mit digitalen Medien sind Lehrende in Lehramtsstudiengängen und Mentorinnen und Mentoren in Schulen von großer Bedeutung. Wer wissen möchte, was die internationale Forschung zu diesen Akteuren herausgefunden hat, sollte einen Blick in ein soeben erschienenes Review werfen: Neben Kompetenzen werden die Bedeutung individueller Einflussfaktoren und die institutionelle Unterstützung von Lehrerausbildenden im Kontext der Digitalisierung thematisiert. Folgende Themenschwerpunkte werden behandelt:

  • Reviews zur Bildung im digitalen Wandel: Eine Einführung in Kontext und Methodik
  • Digitalisierung in der frühen Bildung – Der Umgang mit digitalen Medien im Spannungsfeld zwischen Schutzraum und Schlüsselkompetenz
  • Unterrichtspraktiken, Erfahrungen und Einstellungen von Lehrpersonen zu digitalen Medien in der Schule
  • Lehrerausbildende als Akteure für die Digitalisierung in der Lehrerbildung: Ein Review
  • Digitale Medien in der Berufsbildung – Eine Herausforderung für Lehrkräfte und Ausbildungspersonal?
  • Die Implikationen der Digitalisierung für das Lehrpersonal in der Erwachsenen- und Weiterbildung – Ein Review ausgewählter empirischer Ergebnisse und weiterer theoriebildender Literatur

Für das Review wurden nach einer systematischen Literaturrecherche 15 Studien ausgewählt und zusammengefasst.

 

 

Kuratierte Liste, Teil 3: Dissertationen

 

Robin Schmidt (@_robinschmidt): ICT-Professionalisierung und ICT-Beliefs

Unter dem Untertitel Professionalisierung angehender Lehrpersonen in der digitalen Transformation und ihre berufsbezogenen Überzeugungen über digitale Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) geht es um die leitenden Überzeugungen zur digitalen Zukunft der Schule der nächsten Generation Lehrpersonen. Und wie Lehrpersonenbildung sich daher verändern müsste. Seine wichtigsten Ergebnisse:

  • ICT-Beliefs angehender Lehrpersonen spiegeln nicht die lebensweltliche Diversität und Ubiquität von ICT. ICT erscheint weiterhin als etwas Neues, das in der Schule ‘Einzug halten’ wird.
  • ICT-Beliefs angehender Lehrpersonen sind sehr differenziert und werden mit vielfältigen pädagogischen und gesellschaftlichen Argumenten zum Ausdruck gebracht. Beliefs-Bashing ist nicht angebracht.
  • Wenn man nicht nur nach spontanen Meinungen fragt, sondern zusammen entwerfen lässt, dann wird über Tools, Unterricht mit ICT, pädagogische Innovationen durch ICT u. künftige Formen der Anwesenheit gesprochen u. pädagogisch, ökonomisch, gesellschaftlich u. politisch argumentiert.
  • Angehende Lehrpersonen sind durchaus überzeugt, dass ICT den Unterricht verändern kann – in vier Formen:
    • Instrumentelles Verständnis von ICT
    • funktionales Verständnis von ICT
    • komplementierendes Verständnis von ICT
    • substituierendes Verständnis von ICT
  • Angehende Lehrpersonen sind überzeugt, auch im Zuge der digitalen Transformation selbst die zentralen Akteure bei der Gestaltung von Lerngelegenheiten zu sein.

Peter Arnold: Digitalisierung und Lehrkräftefortbildung

Der Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule bringt neue Möglichkeiten des Lernens, Lehrens und Arbeitens mit sich. Dies fordert Lehrkräften in Hinsicht auf den schnelllebigen, digitalen Wandel ein fortwährendes Lernen in der Berufswelt ab. Ausgehend von Theorien und Erkenntnissen rund um das Lernen und Lehren mit digitalen und interaktiven Medien nähert sich dieses Werk empirisch dem Ziel, bestehende Formen der Fortbildung von Lehrkräften bedarfsgerecht um die Vermittlung konzeptioneller, didaktischer und praktischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen und interaktiven Medien zu erweitern. Hierzu werden Fortbildungsformate analysiert und in Bezug auf ihre Zielorientierung, Virtualisierung und Interaktion verortet. Eine konkrete Fallstudie “Interaktive Medien in der Schule” zeigt den gleichnamigen phasenübergreifenden Zertifikatskurs für (bereits) Lehrende und (noch) Studierende des Lehramts. Die Evaluationsergebnisse und die im Kurs aufgetretenen Herausforderungen führten zu einem breit angelegten verallgemeinernden empirischen Design zur Exploration und Analyse von Gelingensbedingungen von Fortbildungsveranstaltungen und -strukturen für Lehrkräfte. Das Werk präsentiert neben empirisch gesicherten Gelingensbedingungen der Lehrkräftefortbildung zum Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule ein Modell zur Verortung von Fortbildungsveranstaltungen (MoVe-FoBi). Spezielle und allgemeine Handlungsempfehlungen zeigen dabei Wege zum (Re-)Design erfolgversprechender und progressiver Lehrkräftefortbildung.3

 

 

Karl Peböck: #relichat – informelles Lernen mit Twitter

Der #relichat ist der wöchentlich stattfindende Twitter-Chat zur Religionspädagogik. (…) Von 2017 bis zum Sommer 2020 fanden 89 #relichats statt, an denen sich etwa 220 Personen aus dem deutschsprachigen Raum aktiv beteiligt haben. Die vorliegende Dissertation untersucht das Projekt #relichat hermeneutisch und evaluiert die Erfahrungen der Teilnehmer*innen am #relichat als informelles Fortbildungsformat. (…)

Als Ergebnis lässt sich zusammenfassen:

  • Lernen in und mit dem #relichat ist konstruktivistisches, informelles, selbstorganisiertes und selbstverantwortliches Lernen.
  • Es kann als Fortbildung bezeichnet werden, insofern es eine Weiterentwicklung der eigenen religionspädagogischen Praxis bewirken kann.
  • Eine besondere Rolle spielen die sozialen Beziehungen in der Community of Practice. Das Medium Twitter gibt die Rahmenbedingungen der Kommunikation vor.
  • Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt #relichat ist davon auszugehen, dass es in Zukunft verstärkt Formen des informellen Lernens in Communities of Practice geben wird, die sich die Möglichkeiten sozialer Kommunikation in digitalen Medien zunutze machen werden. Das gilt für lebenslanges Lernen grundsätzlich, aber auch für Pädagog*innenfortbildung.
  • Vernetzung wird als Ressource für Weiterbildung noch bedeutsamer werden. Es werden in Zukunft Dialog und Kommunikation vermehrt in der Öffentlichkeit stattfinden, hierarchische Strukturen werden dadurch ihre gesellschaftliche Legitimation zunehmend verlieren.

Schlussbemerkung

In den letzten Wochen wurden in Blog- und Zeitungsbeiträgen die Twitternetzwerke #twlz, #twitterlz, #twitterlehrerzimmer, #edupnx vorgestellt. Hier eine kleine Auswahl:

Das Deutsche Schulportal (@schulportal) hat ein Interview mit Christian Fischer (@FischerTubingen, Uni Tübingen) geführt, der sich mit der Frage: Wie Weiterbildung über Twitter gelingt beschäftigt hat. Dazu wurden Lehrkräfte in Twitter-Communitys befragt und ihre Tweets ausgewertet. Im Interview mit dem Schulportal erläutert Christian Fischer, der Leiter der Studie, wie Weiterbildung über Twitter und andere soziale Netzwerke funktioniert, welche Vorteile diese Medien gegenüber analogen Formaten haben können und wie sich der Austausch auf Twitter durch die Corona-Krise verändert hat, so Annette Kuhn in ihrer Einführung zum Interview.

Die Twitternetzwerke sind übrigens nicht nur über Hashtags erreichbar. Man kann sich die Tweets aus #twlz, #twitterlz und #twitterlehrerzimmer auch via @Bot_TwLehrerZ in die Timeline spülen lassen.

Wie aus den Ausführungen deutlich wird, kann man das Netzwerk durchaus sehr produktiv nutzen. Es gibt auch immer mal wieder “Störungen”, wie die Lehrerin und Medienberaterin Verena Knoblauch aus Nürnberg in einem Tweet sehr treffend kommentiert:

Man sollte sich hiervon nicht abschrecken lassen. Das Positive überwiegt eindeutig!

Das wär’s nun an Lesefutter für kühle Herbst- und Wintertage. Ich hoffe, dass für jede(n) etwas dabei ist. Stay tuned

 

Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

Hybride Lernsettings – wie führe ich die ein? (Teil 2)

Im ersten Teil habe ich einen virtuellen Ausflug in die USA unternommen, Tipps und Links der nordamerikanischen  Bildungsexpertin Melanie Kitchen vorgestellt und einen Folgebeitrag mit Vorschlägen aus dem deutschsprachigen Raum angekündigt. Denn auch bei uns sind in den Sommerferien eine Reihe von E-Veröffentlichungen entstanden, die es sich lohnen, vorgestellt zu werden. Es geht um

  • methodische Überlegungen,
  • begleitende  Fortbildungsangebote,
  • PlanBs,
  • neue Prüfungsformate und
  • Förderangebote.

Neues vom BookSprint

Vor den Sommerferien habe ich bereits über das Buch Hybrid-Unterricht 101 berichtet: Über Twitter haben sich 33 engagierte Lehrerinnen und Lehrer zusammengetan und ein E-Book rund um die Vermischung von Analog- und Digitalunterricht verfasst. Das Buch wird offensichtlich sehr gut angenommen, wie das erfolgreiche Crowdfunding und Berichte in Tageszeitungen (hier am Beispiel der Berliner Zeitung) zeigen. Bei der Überarbeitung (Fehlerkorrektur, Abbildungsverzeichnis) ist nun auch eine Printversion entstanden. Hybrid-Unterricht 101 ist jetzt offiziell als Softcover Edition erschienen. Man kann sie im Buchladen unter der ISBN 978-3-96784-003-2 bestellen oder online erwerben/ downloaden.

Transformation analog – digital am Beispiel bewährter Methoden 

Die folgenden drei Quellen nehmen eine Reihe erfolgreicher Methoden aus der analogen Welt in den Blick und stellen Wege einer auch digitalen Nutzung vor: 

Neues aus der FoBi- Szene

Keine Frage: Ohne Fortbildung geht nichts voran. Es gibt einige zentrale Angebote, die Fortbildungsbeauftragte der Schulen ggfs. für sogenannte Mikrofortbildungen nutzen können. Oder, man nutzt sie eben individuell, wie z. B. die erste Option:

  • Die virtuelle PH bietet ein MOOC zum Distance Learning an. Der Vorteil ist sicher, dass man als Lehrkraft nicht nur die vielfältigen Facetten des Themas kennenlernt, sondern auch an sich selbst erfährt, wie es später Schülerinnen und Schüler bei der Bereitstellung eigener Kurs gehen wird (sog. Doppeldeckerprinzip der Pädagogik).
  • Das IQ.SH bietet in den nächsten Wochen eine Reihe interessanter Referenten und unterschiedlicher Themen an. Diese Veranstaltungen sind terminlich festgelegt. Wünschenswert ist sicher auch eine spätere Abrufbarkeit, damit man sie ggfs. in Mikrofortbildungen einbauen kann.
  • Empfehlenswert sind darüber hinaus die thematisch sehr unterschiedlich ausgerichteten Kurse zur Medienproduktion des Multimediakontor Hamburg.
  • Und schließlich noch ein Angebot der Humboldt-Universität mit einem Videotutorial zum Einsatz und Produktion von Videos im (Online-)Unterricht.

PlanB: Blaupause, Vorschläge aus Kultusbehörden und neue Prüfungsformate

Wenn man die letzten zwei Monate die Berichte in den Print- und Onlinemedien Revue passieren lässt, hat man den Eindruck, die schulische Bildung dreht sich nur noch um Abstand, Hygiene, Alltagsmasken (AHA). Einige wenige Länder haben in ihrem “PlanB” auch Optionen aufgenommen, wie im Falle einer (auch teilweise) stattfindenden Verlagerung des Unterrichts nach Hause verfahren werden soll, sog. Blended Learning (aka hybride) Verfahren. Eine gute Vorlage, die quasi als Blaupause dienen kann, kommt von der Friedrich- Ebert- Stiftung.

Drei Veröffentlichungen aus Kultusbehörden lohnen mehr als nur ein Blick:

auch mit der Option, von anderen Ländern zu lernen, wenn das eigene Ministerium erweiterte Aussagen schuldig geblieben ist.

Und schließlich, häufig nachgefragt: Wie sehen geeignete Prüfungsformate aus? Ricarda Dreier, Axel Krommer, Björn Nölte und Oliver Schmitz stellen eine Reihe von zeitgemäßen Prüfungsformaten für den Distanzunterricht vor.

Förderprogramme der Länder

Vielfach wird seitens der Schulleitungen bemängelt, dass bei ihnen noch nichts angekommen sei. Das Netzwerk Digitale Bildung hat sich in den Ländern einmal umgehört, wie sich dort die jeweiligen Bestimmungen gestalten. Dort heißt es u. a.: Der Nachholbedarf bei der Digitalisierung von Schulunterricht ist groß. Vielerorts muss in Infrastruktur und Ausstattung investiert werden, um einen zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen gewährleisten zu können. Dafür stehen Fördermittel aus unterschiedlichen Quellen zur Verfügung. Neben den Fördermitteln aus dem DigitalPakt Schule gibt es in den einzelnen Bundesländern zahlreiche weitere Möglichkeiten für Schulen und Schulträger, Zuschüsse für die Anschaffung von digitaler Technik zu beantragen. Diese haben wir hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) für Sie zusammengestellt.

In Ergänzung dazu noch abschließend dieses Interview einer Agentur mit dem Geschäftsführer eines Herstellers von Netzwerk- und Security-Lösungen: Eine gelungene Digitalisierung der Bildung. Die Einschätzungen fassen recht gut zusammen, vor welchen Herausforderungen Schulleitungen und Schulträger (Kommunen) stehen.

Vielleicht hilft dem einen oder anderen auch dieser Thread zum Thema Inventarliste:

Schlussbemerkung

Schulen werden unterschiedlich agieren (müssen): Zu verschieden die Bedingungen vor Ort. Für die viele o.g. Vorschläge gilt:

Lehrende müssen viele Fragen, auf die es weder allgemeine noch zeitlich beständige Antworten gibt, selbst, also in ihrer eigenen Praxis, lösen – unterstützt durch digitale Medien1.

Bestechend, wie ich meine, eine Strategie der Schulen von @FrauKers und @CarolineTreier, die ein sogenanntes “soft-closing” durchgeführt haben: Ihre Schulen haben nach einer kurzen Vorbereitungszeit – und ohne Coronazwang – die Tore geschlossen und den Schülerinnen und Schülern ein digitales Lernangebot angeboten, mit vielen kleinen Hybriden bzw. Mixes aus Distanzunterricht und Präsenz.

Bildnachweis:

Titelbild Luisella Planeta Leoni @pixabay

Coverbild E-Book: Little Girl taking online classes, verändert mit Effects Art. URL: https://www.canva.com/media/MAD865IKO8A

Update 18.09.2020:

Nachträge zu hybride Lernsettings

  • Zum Thema Lernsetting:
    • Axel Krommer (@mediendidaktik_) hat ein Erklärvideo zur sogenannten didaktischen Schieberegel erstellt. Damit der Kontext deutlich wird, hier der Link zu seinem dazugehörigen Blogbeitrag, der das Video eingebettet enthält.
    • Seit 2008 veröffentlicht das mmb Institut (@mmb_institut) regelmäßig eine Übersicht über die verschiedenen digitalen Lernformen und Lernwerkzeuge unter dem Titel „Vielfalt der Lernformen“. Sie dient einer groben Einordnung der unterschiedlichen E-Learning-Tools nach dem Grad des Selbstlernens vs. kollaborativen Lernens und nach dem Grad ihrer Lernorganisation (formell/informell). Über die Jahre hinweg zeigt die Übersicht auch, welche Lernformen neu hinzugekommen sind und wie sich ihre Funktionen verändern. Das Institut stellt in einem Blogbeitrag eine aktualisierte Variante vor.
    • Eine empfehlenswerte Übersicht gebende Materialsammlung von Unterrichtsideen, Apps & Tools kommt aus Sachsen-Anhalt (@MBSachsenAnhalt)Digitale Medien und Werkzeuge nutzen – Aus der Praxis für die Praxis
    • Auch Niedersachsen bietet eine Themenseite an: Werkzeuge und Methoden
    • Zum Thema Videokonferenzen: Broschüre zum Unterrichten mit Videokonferenzsystemen, Übersichtsseite/ Regeln eines bayerischen Beratungsnetzwerks
  • Zum Thema Fortbildung:
    • Die Plattform WirLernenOnline (@wirlernenonline) hat Materialien und Erläuterungen zur einfachen Gestaltung einer Mikrofortbildung bereitgestellt, mit dem Ziel
      • praktisch ausprobieren,
      • voneinander und miteinander lernen,
      • freie Bildung verbreiten.
    • Weitere Konzepte zu Mikrofortbildungsveranstaltungen: Jan Vedder (@vedducation): Unterrichtsentwicklung im eigenen Kollegium und Forum Bildung (@ForumBilDig): Praxisleitfaden
  • Zum Thema Prüfungsformate
    • Björn Nölte (@Noelte030) hat in einem Newsletter neben sieben Vorschlägen einer Differenzierten Leistungsbewertung noch eine Reihe weiterer Materialien identifiziert bzw. vorgestellt.