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Big Data: Professionelle Zusammenarbeit
Die aktuelle Diskussion um Smartphone-Verbote, Medienkompetenzförderung und Künstliche Intelligenz in der Schule fällt nicht zufällig in eine Phase wachsender Verunsicherung. Sie trifft auf ein Schulsystem, das unter Fachkräftemangel leidet, steigende Anforderungen...
Rückblick 2025 (2): Von der Analyse zum Handeln
Das Big Picture 2026+ - ein analytischer Impuls aus der Praxis Schule steht vor einem Wendepunkt.Nicht, weil es an Technik fehlt, sondern weil digitale, gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen das bisherige Verständnis von Lernen, Leistung und Steuerung...
Rückblick 2025 (1): Von Daten zur Analyse
Wie Kanada, Estland und andere Länder Schule neu denkenWas internationale Schulsysteme Deutschland über Daten, KI und Reformmut lehren Der Rückblick auf das Bildungsjahr 2025 zeichnet ein ernüchterndes Bild: Leistungsabfälle in Lesen, Mathematik und...
KI in der Schule (5): Fortbildung – Methodik
In den letzten Wochen habe ich mich insbesondere mit dem Umgang mit KI-Sprachmodellen auseinandergesetzt und dafür geworben, ergebnisoffen in die Diskussion einzusteigen. Prof.'in Birte Platow hat in diesem Zusammenhang in einem Interview die bildungspolitischen Ziele...
KI in der Schule (4): Fortbildung – Vernetzung
Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz stellt Schulen weltweit vor neue Herausforderungen – und Chancen. Länder wie Finnland und Estland zeigen eindrucksvoll, wie gezielte Fortbildungsinitiativen und kollegiale Netzwerke Lehrkräfte befähigen, KI nicht nur zu...
KI in der Schule (3): Q-Kultur
Der Begriff „Q-Kultur” im schulischen Kontext bezeichnet die Qualitätskultur einer Schule, also die Art und Weise, wie Qualität dort verstanden, gelebt und gestaltet wird. Das Konzept stammt aus dem europäischen Projekt Q-KULT (Qualitätskultur) und verbindet...
Theorie + Praxis
Die Entwicklung von Schulen gehört zu den Aufgaben der Schulleitung und muss vom Kollegium gestaltet und getragen werden, damit sie wirksam werden kann. Ein systematisches und methodengestütztes Vorgehen hilft dabei, den roten Faden nicht aus dem Auge zu verlieren und Entwicklungsvorhaben über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu verfolgen. Methoden der Schulentwicklung dienen dabei der Transparenz der Prozesse und ermöglichen eine Beteiligung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Betrieben.
Nach Rolff helfen folgende Aussagen für eine erste Einordnung:
- Schulentwicklung wird verstanden als Einheit von Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung
- Kernbereich von Schulentwicklung ist der Unterricht, den es im Hinblick auf die zu gestaltenden Lernprozesse, Lernergebnisse und Erziehung vorrangig weiterzuentwickeln gilt.
- Partizipation aller an Schule Beteiligter ist ein wesentliches Moment, um Schulentwicklung wirksam gestalten zu können. Entsprechende Prozesse sind zu initiieren.
- Professionelles Leitungshandeln ist erforderlich, um den Gesamtprozess von Schulentwicklung zielgerichtet voranzutreiben.
- Schulentwicklung braucht Kontinuität, Zeit, Engagement und ein hohes Maß an Selbstständigkeit von Schule.
- Weniger ist mehr. Es ist besser, sich nicht zu viel zuzumuten. Kleine Erfolge sind oft mit wenig Aufwand erreichbar und stärken das Selbstbewusstsein für weitere Unternehmungen.
- Weiterentwicklung bedeutet immer auch, sich mit Widerständen auseinanderzusetzen. Bedenken, Einwände und Ängste sollten ernst genommen werden.
- Schulentwicklung strebt die Steigerung der Effektivität der schulischen Arbeit und die Erhöhung der Arbeitszufriedenheit aller an Schule Beteiligten an.
- Wirksame Unterstützungssysteme – wie z. B. Schulberatung – sind eine entscheidende Voraussetzung, um den Prozess der pädagogischen Schulentwicklung effektiv zu gestalten.
Schulprogrammarbeit als Strategie der Schulentwicklung
Unter dieser Überschrift hat Prof. Jürgens ein Resümee nach rund 20 Jahren gezogen1:
Präzise sagen zu wollen, was die Vorteile und was noch zu behebende Defizite sind, fällt nicht ganz leicht angesichts einer unübersichtlichen, lückenhaften Forschungslage und teilweise bestehender unterschiedlicher Positionen zum Umgang und Einsatz eines Schulprogramms. Dennoch lassen sich einige bedeutsame Erkenntnisse positiv hervorheben.
Schulprogramme und Schulprogrammarbeit
- sind Verfahren zur eigenverantwortlichen und selbstregulierten Nutzung erweiterter Gestaltungs- und Handlungsräume für eine systematische, pädagogisch begründete Schulentwicklung.
- fordern Lehrkräfte auf, die gemeinsame Weiterentwicklung der Schule als Chance zu verstehen, indem eigene Routinen und subjektive »Wahrheiten« kritisch hinterfragt und mit neuen wissenschaftlichen Theorieansätzen konfrontiert werden. Persönliche Widerstände sind aus diesem Blickwinkel als etappenkonstruktiven Umgangs mit Unsicherheit und Diffusität zu interpretieren.
- können ein von gegenseitigem Vertrauen getragenes innerschulisches Reformklima schaffen, indem Konsens und Kooperation an die Stelle von latenten Gruppeninteressen und heimlichen individuellen Partialinteressen treten.
- führen zur Selbstverständigung über realistische und relevante Entwicklungsschritte (Leitbild, pädagogische Grundorientierung, Stärken-Schwäche-Analyse, Lernkultur etc.) innerschulischer Selbststeuerung.
- ermöglichen es der Einzelschule, evaluationsbasierte Rechenschaftslegung als Gemeinschaftsaufgabe zu verantworten.
Zur Verbesserung der Schulprogrammpraxis empfiehlt Jürgens abschließend drei Maßnahmen:
Verbindliche Qualitätsstandards
Neben der Klärung und Vereinbarung externer Vorgaben zu den Kernelementen und Handlungsfeldern eines Schulprogramms bedarf es in der Schulprogrammarbeit unbedingt der Einhaltung eines logischen und widerspruchsfreien Argumentationszusammenhangs: Welche Qualität müssen die Merkmale und deren Verknüpfung aufweisen, um die ihm zugeschriebenen Aufgaben und Funktionen erfüllen zu können? Welche Argumentationsketten muss ein Schulprogramm in welcher Konsistenz aufweisen, um die Verknüpfung zwischen Leitbild, pädagogischer Konzeptstruktur, Ist-Analyse, operationalisierten Zielhorizont und Maßnahmesystem zu gewährleisten?
Theoriearbeit
Schulprogrammarbeit ist (auch) Theoriearbeit. Ohne eine intensive Auseinandersetzung mit wissenschaftlichem Wissen bleiben Schulprogramme »theoretisch« unbestimmt und unterliegen der Gefahr zum Vehikel ideologisch gefärbter Alltagsüberzeugungen zu werden.
Gesamtzusammenhang im Qualitätsmanagement
Schulprogrammarbeit sollte Bestandteil eines umfassenden Schulmanagements sein. Einerseits wird damit der Gesamtzusammenhang zwischen internen und externen Steuerungsmaßnahmen auf den verschiedenen systemischen Ebenen gesichert, andererseits wird die Verbindung zwischen konkreten und methodisch sorgfältigen Evaluationen und dem vereinbarten Maßnahmenkatalog der Schulentwicklung hergestellt. Man darf davon ausgehen, dass Schulprogrammarbeit als Steuerungsinstrument mit hoher Verbindlichkeit die Selbsterneuerung der Einzelschule maßgeblich gestalten kann; sie bedarf aber der Begleitung durch ein funktionierendes Qualitäts- und Schulmanagement.
Erfolgreiche Modelle
Vom Leitbild zum Schulprogramm
Im Sinne einer systematischen Schulentwicklung ist es wünschenswert, wenn bei einem Entwicklungsvorhaben der gesamte Zyklus mit seinen Phasen durchlaufen wird. Wenn neue schulische Entwicklungsvorhaben identifiziert werden sollen, empfiehlt sich eine breit angelegte Bestandsaufnahme auf der Basis von an der Schule vorhandenen Daten und vorliegenden Dokumenten (z. B. Ergebnisse interner Evaluationen, Schulinspektionsbericht, Teamprotokolle, Feedbackbögen zum Unterricht, Konzepte, Schulprogramm). Im Vordergrund stehen dabei die Fragestellungen „Wo stehen wir?“ und „Wo ergibt sich Handlungsbedarf?“. Aus der Auswertung der Ergebnisse der Bestandsaufnahme werden in einem nächsten Schritt Entwicklungsschwerpunkte entwickelt und priorisiert (vgl. Phase „Datenbewertung und Entwicklungsschwerpunkte“ im Qualitätszyklus).
P D C A – Zyklus
Wie können nun Schulen ihre Qualität unter den jeweils gegebenen Rahmenbedingungen kontinuierlich sichern und weiterentwickeln? Wie kommen sie zu richtigen Entscheidungen? Wie finden sie heraus, ob sie das, was sie tun, gut machen?
Der Aufbau eines systematischen Qualitätsmanagements und die regelmäßige Anwendung eines Qualitätskreislaufs (PDCA-Zyklus) sind hierfür wesentliche Steuerungsinstrumente.
Weiterführendes Material
Willkommen zur ExpeditionBD! – Die Reise zur digitalen Schulentwicklung, Forum Bildung Digitalisierung
Eine Reise zur digitalen Schulentwicklung? Im neuen Erklärfilm stellen wir die #ExpeditionBD vor – unser Unterstützungsangebot & Materialpool für Schulen, Schulträger & weitere Akteure in der Bildungsregion.
Gute Schule – Handreichung zur Erarbeitung eines Schulprogramms Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Landesinstitut für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.), 2006
Materialien zum Projektmanagement, Unterlagen aus der Abteilung Personalentwicklung (ehemals Amt für Lehrerbildung, Hessen)
Karteikarten zur Vorbereitung von Schulentwicklungsprozessen, PH Zürich, in Umsetzung der fünf Dimensionen nach Renate Schulz zander
Leadership im Digital Age – Eine Taskcards
BlendEDU Goal Setting: Visual Map with One Goal Vorlage (von Catlin Tucker, englischsprachig im google-doc-Format)
Leitbildarbeit im Kontext eines 4K- Ansatzes
Q2E-Modell, Nordwestschweizer (Landwehr-Steiner) Konzept in sechs Broschüren
Blogbeitrag: Schulentwicklung durch Change-Management I: Digitalisierung in der Schule







