KI in der Schule (6): Fortbildung – Unterlagen/Material

In den letzten Monaten befassen sich zahlreiche Podcasts mit Fragen rund um KI, respektive Sprachmodelle. Nicht nur im bildungsnahen, sondern auch im journalistischen (Unterhaltungs)Kontext. So wird z. B. im Hotel Matze der BR24-Journalist Gregor Schmalzried Interview befragt, wie man sich diesem Thema nähern könne? Kurz zusammengefasst hier seine Empfehlungen:

  • Erfahrungen sammeln und ausprobieren. Wichtig sei, sich aktiv mit den LLMs auseinanderzusetzen, um ein Gefühl für deren Fähigkeiten und Grenzen zu entwickeln.
  • Einfaches Ausprobieren und Beobachten, was funktioniert.
  • Verstehen der Verzerrungen: Da KI-Modelle ähnliche Verzerrungen aufweisen, lohnt es sich, diese zu kennen und im Umgang mit den Modellen zu berücksichtigen. Das erleichtert, mit möglichen Fehlern umzugehen.
  • Authentizität bewahren: Gregor betont die Bedeutung der Authentizität in den eigenen Texten und Inhalten. Solange man authentisch bleibt, bestehe kein Grund zur Sorge, durch KI ersetzbar zu sein.
  • Nutzung für Textverbesserung: Viele nutzen KI für Textgenerierung und -verbesserung, was eine effiziente Unterstützung im Arbeitsalltag sein kann. Dabei sollte man die KI-Ergebnisse kritisch hinterfragen und anpassen.
  • Klarheit in der Zielsetzung: Bei der Nutzung von KI sollte man klare Fragestellungen und Ziele haben, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
  • Lernen durch Erfahrung: Es ist empfehlenswert, Aufgaben durch Ausprobieren zu meistern. Erfahrungen helfen, die passenden Einsatzbereiche der KI zu erkennen und effektiv zu nutzen.
  • Bewusstsein für Limitierungen: Wissen, dass LLMs noch begrenzt sind (z.B. kein echtes Verstehen, keine Weltkenntnis wie ein Mensch), hilft realistische Erwartungen zu setzen. Das Modell sollte als Werkzeug, nicht als Ersatz für menschliche Kompetenz gesehen werden.

Eine Podcastfolge von Jöran Muuß-Merholz befasst sich damit, wie Lehrende ihre eigene Fortbildung und Professionalisierung im Bereich der Digitalität gestalten.[1]https://www.joeran.de/jra143-ki/ In dem Podcast berichten sie aus verschiedenen Kontexten, wie sie ihr Lernen selbst in die Hand genommen haben:

  • Bücher und Audiobücher, MOOCs und Webinare nutzen, Podcasts hören, von den Grundlagen bis zur Gestaltung des Unterrichts.
  • Social Media nutzen und relevanten Accounts folgen, um sich über neue Entwicklungen zu informieren, um einfache Hilfen und niedrigschwellige Einstiege in neue Anwendungen zu finden.
  • KI-Tools kontinuierlich für die eigene Arbeit nutzen, um die Veränderungen und neuen Funktionen zu verfolgen.
  • Mit Schülerinnen und Schülern die Tools erobern:
    • In der Begabungsförderung, da sich neue Möglichkeiten eröffnen.
    • Gemeinsam mit KI-gestützten Charakteren interagieren (D, Fremdsprache) und Fragen stellen, um ihr Wissen zu vertiefen.
    • Anwendungen aus dem Bereich Makerspace nutzen.
  • Der Austausch mit Menschen, die KI beruflich einsetzen (z. B. Journalisten). Es hilft, den praktischen Nutzen besser zu verstehen.
Webinare/Selbstlernkurse

Ausgangspost war: Neue, kostenfreie KI-Fortbildungen des NLQ sind da! Erweitern Sie jetzt Ihre Kompetenzen.

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Zur Anmeldung und zu den ersten Selbstlernkursen: Niedersächsisches LernCenter (nicht nur für Lehrkräfte aus NDS)

Künstliche Intelligenz begegnet Jugendlichen heute in so gut wie allen Aspekten ihres Alltags – beim Scrollen durch Social Media, beim Streamen von Serien und Filmen oder beim Spielen von Online-Games. Dabei ist nicht immer transparent, wie genau KI-Systeme eingesetzt werden und welche Daten für welchen Zweck verarbeitet werden. Umso wichtiger ist es zu verstehen, was hinter KI steckt und wie genau KI-Systeme funktionieren.

Unser neuer Selbstlernkurs Künstliche Intelligenz (KI) – Verstehen, nutzen, hinterfragen bietet Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I (Klasse 7–10) einen niedrigschwelligen Einstieg in den Themenbereich. Mit interaktiven Elementen, spannenden Aufgaben und anschaulichem Bild- und Videomaterial vermittelt der Kurs Jugendlichen grundlegendes Wissen rund um Künstliche Intelligenz

Diese Webseite ermöglicht eine praktische Einführung in das Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI). Im Inhalt knüpft diese Seite an den Massive Open Online Course Elements of AI an, aber alle Übungen können auch ohne Kenntnis des MOOC bearbeitet werden.

Dieser Moodle-Kurs hilft Studierenden dabei, die Funktionsweise von KI-Anwendungen zu verstehen und Einsatzmöglichkeiten für das Sprachenlernen zu entdecken. Gleichzeitig werden sie für Grenzen und Herausforderungen sensibilisiert und so zu kritischen Nutzer:innen von KI-Systemen ausgebildet.

Das Lernangebot vermittelt niederschwellig die Grundlagen Künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht dabei neben dem Erlernen der Begriffe und Verfahren vor allem ein grundlegendes Verständnis darüber, was Künstliche Intelligenz ist, welchen Stand die aktuellen Verfahren derzeit haben und wie KI-Technologien jenseits der medialen Topoi einzuordnen sind.

Die Teilnahme ist ohne Vorkenntnisse möglich. Die Lerneinheiten sind niederschwellig gestaltet, um einer breiten Zielgruppe eine Teilnahme zu ermöglichen. Anhand von kurzen Videos mit Beispielen und Visualisierungen werden die behandelten Inhalte vermittelt. Das Lernangebot ist in 14 Wochen unterteilt und kann in einem selbstgewählten Tempo absolviert werden. Wir empfehlen eine wöchentliche Bearbeitung im Umfang von ca. 3 Stunden pro Woche, ergänzt durch ein Selbststudium

Wer KI verstehen und souverän einsetzen möchte, kommt an Daten nicht vorbei. Denn Daten sind das Fundament unserer digitalen Welt und die Grundlage aller KI-Anwendungen.

Mit den kostenlosen Onlinekursen von IBM SkillsBuild auf dem KI-Campus könnt ihr eure KI- und Datenkompetenzen in kurzer Zeit gezielt stärken.

Das Lernangebot „Einführung in die KI“ des appliedAI Institute for Europe zielt darauf ab, einer breiten Zielgruppe die wesentlichen technischen Aspekte und Funktionsweisen von KI nahe zu bringen. Anhand von Videos, Texten und praktischen Übungen wird ein allgemeines Verständnis von KI geschaffen, durch das die Teilnehmer:innen lernen, KI in ihrem privaten und beruflichen Leben einzuschätzen und sinnvoll anzuwenden. Durch den neu hinzugefügten Exkurs in die Generative KI, bekommen Teilnehmer:innen zudem die Möglichkeit sich mit diesem hoch-relevanten Teilbereich intensiver auseinanderzusetzen.

In diesem Kurs gibt es einen kurzen Ein- und Überblick zum Einsatz von KI, ChatGPT & Co in der Schule. Dabei fokussieren wir vor allem auf textbasierte Tools wie ChatGPT oder Bard und wollen sie ganz herzlich zum Ausprobieren einladen. 

Wir haben erste Ideen für Sie vorbereitet zur Umsetzung solcher Tools, zum Einsatz für die eigene Unterrichtsgestaltung oder auch zur Weitergabe an KollegInnen oder SchülerInnen.

Die Lernplattform bietet interaktive Online-Kurse für den effektiven Umgang mit generativer KI. Das Angebot steht allen offen und ist kostenlos.

In diesem Kurs erfährst du, was Künstliche Intelligenz ist, wie sie funktioniert und wo du ihr im Alltag begegnen kannst. Du lernst die Grundlagen von KI kennen, wie KI-Systeme lernen und welche Regeln und Grenzen für den Umgang mit KI wichtig sind. Außerdem erfährst du, wie du KI sinnvoll nutzen kannst – zum Beispiel beim Lernen – und welche Chancen und Herausforderungen KI für deine Zukunft mit sich bringt.

Dieser MOOC beschäftigt sich, wie der Titel bereits voraussagt, mit dem Einsatz von digitalen Medien sowohl beim Lehren als auch beim Lernen. Es geht dabei vorrangig um eine erste Einführung in den großen Themenkomplex und soll helfen, entsprechende Medienkompetenzen für den eigenen Unterricht zu erwerben.

Dabei werden neben Definitionen und Erklärungen auch Praxisbeispiele gezeigt sowie Tipps und Tricks für den Unterrichtsalltag gegeben, sodass im Anschluss ein erster eigener Einsatz möglich sein soll.

Die Inhalte richten sich vorerst speziell an Studierende des Lehramts aller Unterrichtsfächer, aber natürlich auch an im Beruf stehende Lehrer:innen sowie an alle interessierten Personen, die mehr über die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien erfahren wollen.

Kommentar im #FediLZ:

Der universelle Prompt-Generator für ChatGPT. So lassen sich zu beliebigen Themengebieten innerhalb kürzester Zeit ausführlich, lehr- und hilfreiche Antworten generieren…

Wirklich sehr beeindruckend!

Handreichungen

Künstliche Intelligenz spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Bildungsbereich. Mit dem EU AI Act gilt erstmals ein einheitlicher Rechtsrahmen für KI in der EU, der auch für Schulen verbindliche Vorgaben macht. Er verpflichtet Bildungsinstitutionen dazu, Mitarbeitende, einschließlich der Lehrkräfte, die KI-Systeme nutzen, entsprechend zu schulen und ihre KI-Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Unser KI-Wegweiser bündelt relevante Fortbildungen und Materialien für Schulleitungen, Lehräfte und Schüler:innen. Er zeigt, welche Formate sich im Sinne des EU AI Acts sinnvoll kombinieren lassen und ordnet alle Angebote den vier Kompetenzbereichen des AI Literacy Frameworks zu. So unterstützt er bei der gezielten Auswahl passender Fortbildungs- und Unterrichtsmaterialien.

Das neue klicksafe-Booklet „10 Gebote der KI-Ethik” ist eine Ergänzung zu unserer bereits erhältlichen Infokarte und regt Schüler*innen ab 12 Jahren zum Nachdenken über einen verantwortungsvollen Umgang mit KI an. Die darin enthaltenen authentischen Geschichten wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden des Fachbereichs Digitale Ethik an der Hochschule der Medien in Stuttgart erstellt. Zur Veröffentlichung des Booklets haben wir außerdem ein Interview mit Prof. Dr. Petra Grimm geführt. Sie ist Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien Stuttgart und hat mit klicksafe die Erstellung des Booklets inhaltlich begleitet

Die vorliegende Forschungssynthese „Künstliche Intelligenz (KI) in der Schule“ will mit Blick auf die schulische Praxis alle Akteurinnen und Akteure dabei unterstützen, den Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz aktiv zu begegnen. Sie bietet einen umfassenden Überblick über zentrale Aspekte in verschiedenen Handlungsfeldern und den aktuellen Stand der Forschung. Gängige Befürchtungen und Vorurteile (negative wie positive) gegenüber KI werden – so weit wie es in diesem dynamischen Feld möglich ist – einem Faktencheck unterzogen. Die Synthese leistet damit auch einen Beitrag, verbreiteten „Mythen“, Ängsten sowie überzogenen Erwartungen entgegenzuwirken.

Warum veröffentlicht die DKJS in Kooperation mit der Kanzlei Spirit Legal ein Memorandum zum Einsatz von generativer KI in der schulischen Leistungsbewertung? Wir glauben daran, dass die Gesellschaft das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen muss. Unsere Vision Jedem Kind ein Hier, ein Jetzt und eine Zukunft heißt, sich mit der Achtung von Grundrechten junger Menschen
zu befassen und diese Fragen zu bearbeiten. Um für die dringend benötigte digitale Transformation der schulischen Bildung einen Raum des Gelingens zu öffnen, braucht es auch das Anstoßen notwendiger rechtlicher Debatten.

Mit unserem neuen Trendmonitor KI in der Bildung versuchen wir nun einen Zukunftsblick auf das dynamisch wachsende Feld, in dem sich alle Akteur:innen – Schüler:innen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulträger, politische Entscheidungsträger – zurechtfinden müssen. Dieser erste Trendmonitor bietet ihnen dazu die notwendige Orientierungs-, Bewertungs- und Entscheidungsbasis.

SoekiaGPT ist ein Textgenerator speziell für den Unterricht. Mit SoekiaGPT kannst Du hinter die Kulissen schauen und damit einige Grundprinzipien von Textgeneratoren wie ChatGPT kennenlernen.

Textbasierte Sprachmodelle nutzen typischerweise eine riesige Dokumentenkollektion, z.B. Texte aus der Wikipedia, aus Büchern und Zeitschriften, aus News-Artikeln, aus Social Media Plattformen und vieles mehr. Die Dokumentenkollektion dient als Trainingsdaten und das Sprachmodell berechnet basierend aufgrund der mathematisch-statistischen Analyse zum Beispiel, welches Zeichen oder welches Wort in einem Text mit grosser Wahrscheinlichkeit als nächstes kommt und ergänzt so einen Text fortlaufend.

Um eine Aussage zu belegen oder ein Argument stark zu machen, bedarf es verlässlicher Quellen. Das gilt für den Schulaufsatz ebenso wie für die wissenschaftliche Hausarbeit und auch im Journalismus ist Quellenarbeit von großer Bedeutung. Doch die Frage, welchen Quellen man trauen kann, stellt sich mit der breiten Verfügbarkeit von Tools, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, neu. KI-Chatbots wie ChatGPT generieren passgenau zugeschnittene Wissensbestände und können so die eigene Recherche unterstützen. Problematisch wird ihre Verwendung dann, wenn die Nutzung nicht transparent gemacht wird oder Antworten unhinterfragt übernommen werden. Darüber hinaus kann KI zur bewussten Desinformation eingesetzt werden und den für eine Demokratie essenziellen offenen Meinungsaustausch mit irreführenden Bildern oder Videos manipulieren („Deepfakes“).

Forschende der Universitäten Augsburg und Potsdam haben eine Handreichung zu „KI in der Schule“ für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend verfasst.

Die vorliegende Forschungssynthese „Künstliche Intelligenz (KI) in der Schule“ will mit Blick auf die schulische Praxis alle Akteurinnen und Akteure dabei unterstützen, den Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz aktiv zu begegnen. Sie bietet einen umfassenden Überblick über zentrale Aspekte in verschiedenen Handlungsfeldern und den aktuellen Stand der Forschung. Gängige Befürchtungen und Vorurteile (negative wie positive) gegenüber KI werden – so weit wie es in diesem dynamischen Feld möglich ist – einem Faktencheck unterzogen. Die Synthese leistet damit auch einen Beitrag, verbreiteten „Mythen“, Ängsten sowie überzogenen Erwartungen entgegenzuwirken.

Dieser Leitfaden untersucht den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in schulischen Facharbeiten und adressiert damit die wachsenden Herausforderungen und Potenziale, die durch die Integration solcher Technologien in wissenschaftspropädeutische Lernprozesse entstehen. Ziel ist es, Schüler:innen methodisch fundierte Ansätze an die Hand zu geben, um KI-Tools effektiv für Themenfindung, Recherche, Textproduktion, Korrektur und Reflexion einzusetzen. Dabei wird ein praxisnaher Ansatz verfolgt, der die Förderung von Zukunftskompetenzen (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität, kritisches Denken) unterstützt und gleichzeitig die Eigenleistung und den reflektierten Umgang mit KI gewährleistet.

Die Methodik umfasst die Analyse des KI-gestützten Schreibprozesses, die Sensibilisierung für ethische und datenschutzrechtliche Aspekte sowie die Entwicklung innovativer Prüfungsformate. Der Leitfaden schlägt eine prozessbegleitende Neustrukturierung der Facharbeit vor, die Konsultationen und Verteidigungen als Bewertungselemente integriert, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu vertiefen und die Eigenleistung besser nachzuvollziehen. Der Text ist unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY) verfügbar und bietet eine Grundlage für die Weiterentwicklung schulischer Lehr- und Prüfungsformate im Zeitalter von KI.

Dieser kostenlose ChatGPT-Guide wird dich dabei unterstützen, ChatGPT in deinen Schul- und Unterrichtsalltag zu integrieren und einen guten Umgang mit KI im Unterricht zu finden.

Beim Finden der Facharbeit kann Dir KI gut helfen. Versuche einmal folgende Techniken …

KI ist geheimnisvoll, aber ergründbar. Erleben Sie im ersten Teil dieses Hefts an einem einfachen Beispiel, wie maschinelles Lernen funktioniert und aus dem Gelernten Vorhersagen entstehen. Vertiefen Sie Ihr Wissen mit einem KI-Programmierkurs in Python. Und lesen Sie, wie multimodale KIs nicht nur Text produzieren, sondern auch Bilder und Musik.

Empfehlenswert, weil auch für Nichts-Nerds leicht verständlich geschrieben.

Plakate
Artikel

… mit dieser Ausgabe wollen wir einen Beitrag zum aktuellen Diskurs über das Thema Künstliche Intelligenz im Bildungssystem leisten und den Fokus wieder stärker auf die Weiterentwicklung des Lehrens und Lernens lenken. Die Forderung nach Veränderungen der Lernkultur verstummt derzeit vor dem Hintergrund neuer Begrifflichkeiten und Modelle im Kontext von AI Literacy. Auch wissenschaftliche Fragestellungen werden trotz technologischer Weiterentwicklung nach wie vor von der Frage nach dem Mehrwert mediengestützter Lehr- und Lernszenarien bestimmt. 

    Wie kann textgenerierende KI dazu beitragen, formative Feedbackprozesse im Schulunterricht effektiver zu gestalten? KI kann Lehrkräfte entlasten und den individuellen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler durch personalisierte Rückmeldungen unterstützen.

    Handy raus, Foto machen, ChatGPT fragen – fertig ist die Bio-Klausur! Die Ober­stufen­schülerin A. Zöller (17) erlebt täglich und berichtet hier, wie Haus­aufgaben mit KI gelöst, Mit­arbeits­noten aufpoliert und sogar Klausuren bestanden werden. Die Lehrerinnen und Lehrer ahnen oft nichts.

    Millionen Schüler und Studierende schummeln mit Chat-GPT. Doch künstliche Intelligenz kann Verständnis und kritisches Denken fördern – wenn man weiß, wie.

    Generative KI durchdringt zunehmend den Lernalltag an Schulen und stellt Lehrkräfte vor fachdidaktische und pädagogische Herausforderungen. Wer praxisorientiert die Potenziale, Grenzen und Gefahren auslotet, kann das Lernen mit, über und ohne KI aktiv mitgestalten und Lernprozesse mit KI als Feedback-System, Tutor oder Sparringspartner erproben. Ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht.

    „Heute muss niemand mehr programmieren lernen. Die Programmiersprache ist menschlich.“ – Mit diesem Satz sorgte Jensen Huang, CEO von NVIDIA, auf dem World Governments Summit 2024 für Aufsehen. Die Aussage befeuert die ohnehin hitzige Debatte: Brauchen wir in einer Welt leistungsfähiger Large Language Models (LLMs) tatsächlich noch traditionelles Coding?
    Im Bildungskontext ist die Frage besonders brisant. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler experimentieren bereits mit ChatGPT & Co., um Ideen, Texte oder gar kleinen Programmcode zu generieren. Doch wo liegen die Grenzen? Und welche Kompetenzen sind erforderlich, um KI als Werkzeug – nicht als Wunderwaffe – einzusetzen?

    Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur effizienten Klausurbewertung

    Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz hat Informationen für Lehrerinnen und Lehrer zu Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Die Materialien und Methoden sollen Lehrkräfte bei der Behandlung des Themas KI im Unterricht unterstützen sowie auch allen anderen Interessierten Zusammenhänge verständlich erläutern. Die Arbeitsblätter und Anregungen für den Unterricht heben besonders die Datenschutzperspektive hervor. Sie sind kostenfrei im Internet unter youngdata.de abrufbar.

    Ziel des Lehrmaterials ist es, pädagogische Fachkräfte und ihre Schüler*innen grundlegend über Deepfake-Technologien zu informieren. Im Material wird erklärt, was Deepfakes sind, wie Deepfakes sinnvoll genutzt werden können, aber auch welche Gefahren von ihnen ausgehen. Zudem erhalten pädagogische Fachkräfte drei Projektideen für den Unterricht. In diesen Projekten setzen die Schüler*innen sich kritisch und kreativ mit dem Thema Deepfakes auseinander trainieren ihre Informationskompetenzen.

    Die Materialien lassen sich entweder in einem rund vierstündigen Workshop oder im Rahmen einer sechsstündigen Unterrichtsreihe umsetzen. Dank vielfältiger Differenzierungsmöglichkeiten können sie an unterschiedlichste Lerngruppen und Lernsettings angepasst werden.

    Es kristallisiert sich bei mir in Beratungsprozessen zunehmend ein Ungleichgewicht bei der KI-Nutzung (KI hier als Synonym für Sprachmodelle) von Lehrkräften und Schüler:innen heraus. Weil Schüler:innen KI nutzen, gibt es ein großes Bedürfnis nach technischen Lösungen, wie man das herausfinden kann, denn das wäre ja Betrug, weil man die Leistung eines technischen Systems als die eigene ausgibt. Wenn Lehrkräfte hingegen KI-Systeme zum Erstellen von Feedback oder Unterrichtsvorbereitungen nutzen, dann ist das eine selbstverständliche Nutzung eines Werkzeugs zur Entlastung im zunehmend belastenderen Beruf. Weil es eben nur ein Werkzeug wie z.B. die automatische Rechtschreibkorrektur oder ein Wörterbuch ist, muss das nicht transparent gemacht werden.

    Ausgangspunkt seines Blogbeitrags war übrigens dieser Thread @🦣von Matthias Steinbrink

    Ich bin Lehrkraft im berufsbildenden Bereich und widme mich als Fortbildner, Referent und Blogger schwerpunktmäßig der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) im Schul- und Unterrichtskontext. Der Guide wird dich dabei unterstützen, ChatGPT in deinen Schul- und Unterrichtsalltag zu integrieren und einen guten Umgang mit KI im Unterricht zu finden. 

    Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten, rasant. Das stellt die Schulen vor eine zentrale Frage: Wie können Leistungen fair und zukunftsorientiert bewertet werden, wenn Hausarbeiten, Referate und selbst Abschlussarbeiten mit wenigen Klicks von einer KI erstellt werden können?

    Die Lehrer und Autoren Joscha Falck und Manuel Flick setzen sich intensiv mit dieser Frage auseinander. Anstatt KI als Bedrohung für traditionelle Leistungsnachweise zu sehen, begreifen sie die Technologie als Chance für eine längst überfällige Weiterentwicklung der Prüfungskultur. Anlass für dieses Interview ist ihr jüngst veröffentlichter Leitfaden “Prüfen & Bewerten”, welcher zeitgleich auf Joschas und Manuels Blog erschienen ist. Der Leitfaden gibt Lehrkräften und Kollegien einen kompakten Überblick und mutmachende Impulse für die Praxis.

    (Das Framework) ist durch persönliche Erfahrungen, systematisches Erproben und ständiges Weiterentwickeln entstanden.Es hat mir nicht nur selbst bei der KI-Integration im Schulalltag geholfen, sondern hat sich auch als Orientierung für zahlreiche Lehrkräfte und als hilfreiche Struktur in meinen Fortbildungen bewährt. Nachfolgend stelle ich euch das AKTIV-Framework im Detail vor. Zudem erhaltet ihr für jeden Schritt einen konkreten Einstiegspunkt, um euch dem Thema AKTIV zu nähern.

    mit Tipps zur Verwendung von #Reasoning-Modellen. Darüber hinaus stellt er einen Leitfaden zum Download zur Verfügung.

    KI-Bildgeneratoren sind im Unterricht bislang nicht sehr verbreitet – ganz im Gegensatz zu KI- Sprachmodellen wie ChatGPT. Das ist bedauerlich, sagt ein Bild doch bekanntlich mehr als tausend Worte.

    Die Integration von Chatbots in die Bildung ist ein wachsender Trend, der neue Möglichkeiten für individualisiertes Lernen und die Unterstützung von Lehrkräften bietet. Doch wie effektiv sind Chatbots wirklich, um unterschiedliche Lernerfolge zu fördern und Wissen nachhaltig zu sichern? Welche Bedingungen beeinflussen ihre Wirksamkeit, und wo liegen ihre Grenzen? Diese Fragen untersuchen Deng und Yu (2023) in ihrer Studie, „A meta-analysis and systematic review of the effect of chatbot technology use in sustainable Education”. Darin analysieren die Autoren 32 Studien mit insgesamt 2.201 Teilnehmenden. Die Ergebnisse beleuchten die Potenziale und möglichen Einschränkungen von Chatbots im Bildungskontext.

    Pokémon-Karten zum Bruchrechnen, TaskCards für den Deutschunterricht oder Rollenspiele für den Geschichtsunterricht – drei Lehrkräfte aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Schulformen berichten, wie sie die künstliche Intelligenz (KI) ChatGPT zur Vorbereitung für den Unterricht genutzt und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben.

    Zwei Jahre „nach“ ChatGPT ist Künstliche Intelligenz an vielen Stellen der Schul- und Bildungslandschaft angekommen. Das sieht man nicht nur daran, dass Lehrkräfte LLM-Chatbots für die Unterrichtsvorbereitung nutzen, sondern auch am zunehmenden Fortbildungsangebot, immer mehr schulbezogenen KI-Tools und zahlreichen Veröffentlichungen zu verschiedensten Facetten des Themas. 

    Gleichwohl soll es nicht beim Experimentieren bleiben. Die fortschreitende Entwicklung von KI macht auch eine Neuausrichtung schulischer Aufgabenformate notwendig. Dabei bietet es sich an, KI gezielt und schrittweise in Lernprozesse einzubinden und mit den Schülerinnen und Schülern aktiv im Unterricht zu nutzen (Lernen mit KI).

    Neue (KI-integrierende) Formate erfordern jedoch ein anderes Aufgabendesign, das sich an den (Zukunfts-) Kompetenzen orientiert, die für das Leben in einer von KI-geprägten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts erforderlich sind. Gerade bei Aufgaben, die zu Hause erledigt werden, ist es entscheidend, Formate zu entwickeln, die über die Abfrage von reproduzierbarem Wissen hinausgehen und nicht ohne Weiteres von KI gelöst werden können. Perspektivisch müssen KI-Aufgabenformate auch in neuen Prüfungsformaten abgebildet werden.

    In Fortbildungen werde ich immer wieder gefragt, wie man den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Aufgaben im Unterricht und in Prüfungssituationen bewerten soll. Diese Frage ist keinesfalls trivial und auch nicht leicht zu beantworten, da es bislang kaum Beispiele für eine veränderte Bewertungskultur mit KI-integrierenden Aufgaben gibt – auch wenn eine solche Weiterentwicklung der Prüfungskultur häufig gefordert wird. Zudem ist an vielen Stellen unklar, was mit Blick auf die Prüfungsbestimmungen des jeweiligen Landes möglich ist bzw.  zukünftig möglich sein wird

    Erste Schritte mit Googles KI-Assistent NotebookLM

    NotebookLM lässt sich mit Text-, Office- und Audio-Dateien, Websites und YouTube-Videos füttern. Das KI-Notizbuch beantwortet Fragen zu der Wissensbasis und destilliert neue Inhalte daraus. Das funktioniert am besten, wenn Sie seine Fähigkeiten und Einschränkungen kennen.
    Wiki

    Künstliche Intelligenz in der Schule: Unterrichtsmaterialien und innovative Ansätze für personalisiertes Lernen
    Künstliche Intelligenz in der Schule revolutioniert das Bildungswesen und bietet innovative Ansätze für den Unterricht. Der Einsatz von KI im Bildungsbereich ermöglicht personalisiertes Lernen und fördert die individuelle Entwicklung der Schüler. Mit intelligenten Lernsystemen und KI-gestützten Lernplattformen können Lehrkräfte ihre Methoden optimieren und die Lernmotivation steigern. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auch mit den Gefahren und Risiken der Künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen, um eine ethische und verantwortungsvolle Nutzung zu gewährleisten. Entdecken Sie hier, wie KI das Lernen verändert, welche Möglichkeiten sich für die Zukunft der Bildung ergeben und wie Sie Künstliche Intelligenz in Ihrem Unterricht thematisieren können.

      Diese Taskcard dient dem Austausch von Tipps, Ideen und Beispielen zu KI-Tutoren für die Schule. Wer möchte, kann Tipps und Beispiele ergänzen. Bitte nutzt dafür die Spalte „Postfach“.

      Wie können Lehrende für den Einsatz von LLMs qualifiziert werden?

      ➡️ Was müssen sie wissen?

      ➡️ Welche Kompetenzen brauchen sie?

      Ich halte ein grundlegendes Wissen über LLMs für unerlässlich und versuche in den vier Punkten das Wesentliche zu sammeln. Die Unterpunkte führen dann weiter aus. Wenn man das verstanden hat, bekommt man eine Vorstellung davon, was sinnvoll möglich ist. Die zehn Skills sollten bei Lehrpersonen tendenziell schon gut entwickelt sein.

      Grundschule

      Lea Schulz

      Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet Schulen vielfältige Möglichkeiten, Unterricht inklusiver und individueller zu gestalten. Der Begriff „Diklusion“ beschreibt die Verbindung von digitalen Medien und Inklusion, mit dem Ziel, die unterschiedlichen Lernbedürfnisse und Voraussetzungen aller Schüler:innen stärker zu berücksichtigen. Digitale Medien bieten hierbei die Chance, Lernprozesse zu personalisieren und Barrieren abzubauen, sodass Bildung für alle zugänglicher wird.

      Ein zentraler Aspekt der Diklusion ist die Förderung von Chancengleichheit. Digitale Tools ermöglichen es, Lerninhalte flexibel und auf verschiedene Niveaus angepasst bereitzustellen, individuelles Feedback zu geben und unterschiedliche Ausdrucks- sowie Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen. Gleichzeitig unterstützen sie das selbstregulierte Lernen und fördern durch kollaborative Ansätze die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schüler:innen.

      Die Verbindung von Digitalisierung und Inklusion bietet somit das Potenzial, Bildungsprozesse nachhaltiger und gerechter zu gestalten, indem sie den individuellen Lernbedürfnissen in einer zunehmend diverseren Schülerschaft gerecht wird.

      In unserem Projekt haben Studierende der Europa-Universität Flensburg verschiedene Stationsaufgaben zum Thema Künstliche Intelligenz entwickelt. An zwei Tagen konnten Grundschulkinder diese Stationen durchlaufen und spielerisch KI kennenlernen – sie wechselten dabei von einer Studierendengruppe zur nächsten und entdeckten das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Die Grundschüler:innen wurden in Gruppen von drei oder vier Kindern eingeteilt, wobei jede Gruppe ein Tablet erhielt. Auf den Tablets wurden die Ergebnisse der Stationsaufgaben festgehalten.

      Die Stationsarbeit wurde von den Studierenden in einer inklusiven Lernumgebung entwickelt, die auf vielfältige Bedürfnisse abgestimmt ist. Jede Station ist so konzipiert, dass sie in etwa 30 Minuten bearbeitet werden kann.

       

      Artikel

      Im Rahmen einer Projektwoche an der Teckschule in Dettingen haben wir Kinder der 2. – 4. Klassen innerhalb einer Doppelstunde eine eigene Künstliche Intelligenz (KI) trainieren lassen – ganz ohne Programmierkenntnisse. Möglich wurde das durch den Einsatz der kostenlosen Webanwendung Teachable Machine.

      In meinem neuen Blogbeitrag berichtet die Lehrerin Kristin van der Meer, wie sie LLM-Chatbots als Lernpartner im Unterricht der GS einsetzt.

      Im Fokus stehen lernförderliche Aufgaben, Lernstrategien und die kritische Reflexion von KI.

      Künstliche Intelligenz (KI) wird an deutschen Grundschulen noch mit großer Zurückhaltung betrachtet. Die Fragen sind verständlich: Ist die Grundschule nicht zu früh für solche Technologie? Werden unsere Kinder überfordert? Die aktuelle Handlungsempfehlung der Kultusministerkonferenz “Lehren und Lernen in der digitalen Welt” (KMK, 2023) hat eine neue Dynamik in diese Diskussion gebracht. Doch die Realität zeigt: Wir können und sollten die Integration von KI nicht aufschieben.

      Berufsorientierung

      Künstliche Intelligenz (KI) verändert Berufsbilder und Qualifikationsanforderungen rasant, was Jugendliche bei der Berufsorientierung vor neue Herausforderungen stellt. Zentral wird die Förderung von Future Skills wie Datenkompetenz, Entscheidungsfähigkeit, kritischem Denken, Kreativität und Teamfähigkeit. Neben digitalen Kompetenzen sind lebenslanges Lernen, flexible Karrieremodelle und interdisziplinäres Arbeiten entscheidend für die Zukunft.​

      Die Materialien lassen sich direkt herunterladen und in Ihrem Unterricht, Projekttag oder Seminar verwenden bzw. adaptieren. Einige Materialien sind allgemein zur Berufsorientierung + Digitalisierung ausgelegt – Sie können gezielt KI-Perspektiven ergänzen (z. B. Fragen zur Veränderung durch KI, neue Berufsfelder, Skill-Anforderungen). Prüfen Sie jeweils die Nutzungs- bzw. Lizenzbedingungen (meist kostenfrei für Schulen; manchmal nur zur Nutzung im Unterricht). Kombinieren Sie didaktisch: etwa ein Arbeitsblatt (Einzelarbeit), gefolgt von einer Gruppenaufgabe („Was verändert sich durch KI im Beruf meiner Wahl?“) oder Leitfragen („Welche Kompetenzen werden künftig wichtiger?“) + Reflexion („Was kann ich tun, um fit zu sein?”).

      Digitale Kompetenzen sind für die heutige (Arbeits-) Welt sehr wichtig. Unser gesamter Alltag ist geprägt und beeinflusst von digitalen Medien und Anwendungen. Daher müssen wir lernen, damit umzugehen und deren Einfluss zu verstehen. Mit dem Test für digitale Kompetenzen von Europass kannst du deine Fähigkeiten einschätzen. Doch was genau sind digitale Kompetenzen eigentlich und wie kann man diese trainieren?

      Im Zuge des Interreg AT-CZ Projekts JOBITY – Future Jobs in Innovation & Technology wurde die vorliegende Sammlung von Good-Practice-Methoden und Materialien für die schulische Berufsorientierung erstellt. Sie richtet sich an Lehrpersonen, die an Mittelschulen, Fachmittelschulen und polytechnischen Schulen unterrichten und die Schüler/innen beim Übergang von Schule zur beruflichen Ausbildung begleiten. Die vorgestellten Methoden umfassen auch Handouts für Schüler/ innen zur Verwendung als Kopiervorlage.

      Weitere Beispiele für Unterrichtsmaterialien

      • Die „Future Skills Box“ und die Broschüre „Zukunftsjobs“ bieten Hintergrundwissen und Aufgaben rund um digitale Kompetenzen und KI.​ Mit der preisgekrönten Future Skills Box bekommen Schulen, Berufsberatende und Lehrkräfte ein ausführliche Unterstützungspaket, um sowohl die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu fördern als auch die Berufliche Orientierung im Kontext der Digitalisierung voranzutreiben.
      • Science On Stage stellt Unterrichtseinheiten und anschauliche Beispiele zur Verfügung, in denen Jugendliche Karrierewege mit KI-Experten erkunden und die Arbeitswelt mit KI praxisnah kennenlernen können.​
      • Die DGUV bietet Materialien für den kritisch-reflexiven sowie kreativ-produktiven Umgang mit KI am Arbeitsplatz, explizit für Berufsschulen.​
      • Die Plattform „überaus“ zeigt, wie KI-basierte Chatbots und digitale Karriereberater die Berufswahl und den Bewerbungsprozess unterstützen können. Beispiele sind der „What’sMeBot“ und KI-Tools des GeGS-Programms.​
      • Lehrmaterialien wie „Arbeiten 4.0“ und das „KI-Observatorium“ regen zur Diskussion über die Zukunft der Arbeitswelt an und bieten Filme, Erklärvideos und Roadshows an.

      Unternehmen gestalten Schülerpraktika für KI-Berufe zunehmend praxisnah, kreativ und projektorientiert, um Jugendlichen konkrete Einblicke in KI-Arbeitsfelder zu ermöglichen und Future Skills zu fördern. Die wichtigsten Gestaltungselemente sind:

      Projekte wie „IT macht Schule“ unterstützen Unternehmen systematisch bei der Entwicklung und Durchführung von strukturierten, schülergerechten KI-Praktika in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften.

      Spiegel Start bietet einen Newsletter Wie wähle ich im KI-Zeitalter einen Job? an, mit u.a.:

      KI verändert die Arbeitswelt rasant. Viele junge Menschen fragen sich, welcher Job zukunftssicher ist. Zwei Ratschläge können helfen, auch ohne Glaskugel.

      Zeit-Online hat kürzlich die jährlich erscheinende Beilgae Abitr veröffentlicht:

      Diese kostenlosen Tools erleichtern die Zukunftsplanung nach dem Abi.

      Und abschließend, ganz aktuell ein Bericht über eine Berufsmesse  an einer Schule in Siegen:

      Mit einer unglaublichen Energie haben einige Kollegen meiner Schule bereits zum vierten Mal eine hauseigene Berufsmesse ins Leben gerufen. Rund drei Dutzend Firmen und Ausbilder haben die Gelegenheit genutzt, unsere Schülerinnen und Schüler auf Ideen zu bringen, was man nach der Schule alles machen könnte.

      KI Bundeswettberb

      Im Bundeswettbewerb-KI (BWKI) entstehen jedes Jahr beeindruckende Projekte, von denen einige sogar den Sprung zur Marktreife schaffen. So gewann 2024 Leonie Weiß mit ihrer intelligenten Baustellenampel die Kategorie „AI for Good“ und entwickelte ihr Konzept mithilfe neuronaler Netze stetig weiter, bis es schließlich in den Straßenverkehr integriert werden konnte. Andere Teams automatisieren die Planung von Solarenergie und setzen damit nachhaltige Innovationen in die Praxis um.

      Kürzlich wurden die Preise für das Jahr 2025 vergeben. In einem Interview mit der Redaktion c’t [2]https://www.heise.de/select/ct/2025/23/2524710520553650316 betont der BWKI-Sprecher Sören Drabesch, dass das Thema frei wählbar sei, mit der einzigen Bedingung, dass es dem Wohle der Gesellschaft dienen und einen konkreten praktischen Nutzen haben soll. Dementsprechend groß ist das Themenspektrum: von Medizin über Alltagshilfen bis zur Musik. Generative KI spiele oft eine Rolle, jedoch seien Idee, methodische Sauberkeit und Nachvollziehbarkeit entscheidender. Besonders beeindruckt waren die Juroren von Teams, die eigene Daten erhoben, alltagstaugliche Prototypen gebaut und ihre Ergebnisse reflektiert geprüft haben. Die Jury würdigt darüber hinaus das verantwortungsvolle und kreative Potenzial von KI sowie den fairen und wertschätzenden Umgang der Jugendlichen miteinander.

      2026

      Um interessierte Schülerinnen und Schüler auf den Wettbewerb und die damit verbundenen Aktivitäten vorzubereiten, nutzen Lehrkräfte am besten den KI-Kurs. Die Inhalte zielen darauf ab, praktische Kenntnisse und ein kritisches Verständnis für die Chancen und Herausforderungen von KI zu vermitteln. Der Syllabus 2025 weist als zentrale Themen

      • Grundlagen der KI und Geschichte
      • Mathematische und statistische Hintergründe
      • Maschinelles Lernen, Deep Learning und neuronale Netze
      • Anwendungen in Gesellschaft, Ethik und Nachhaltigkeit

      aus. Darüber hinaus enthält er praktische Programmieraufgaben in Python, zum Beispiel das Erstellen einfacher Algorithmen und Modelle. Projektarbeiten zeigen, wie Schülerinnen und Schüler eigene KI-Anwendungen entwickeln können.

      Anschließend können Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler effektiv auf den Kurs vorbereiten, indem sie:

      • Grundwissen vermitteln: Bereits vor Kursbeginn sollten grundlegende Konzepte wie Daten, Algorithmen und statistische Methoden erklärt werden, um eine gemeinsame Wissensbasis zu schaffen.
      • Vorkenntnisse in Python aufbauen: Ein kurzer Programmier-Workshop oder eine Einführung in Python erleichtert den Einstieg in die praktischen Aufgaben.
      • Problemlösungs- und Projektmanagementfähigkeiten fördern: Die Teams sollten befähigt werden, Projektideen systematisch zu entwickeln, Daten zu sammeln und Prototypen aufzusetzen.
      • Ethik und gesellschaftliche Auswirkungen ansprechen: Die Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit KI ist essenziell, um die Schülerinnen und Schüler für die gesellschaftliche Relevanz zu sensibilisieren.

      Im Interview betont Sören Drabesch, Sprecher des BWKI, dass bei der Vorbereitung auf den Kurs und den Wettbewerb vor allem Eigeninitiative, Kreativität und die Fähigkeit, theoretisches Wissen in praktische Lösungen umzusetzen, im Vordergrund stehen. Er empfiehlt, Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig dazu zu ermutigen, eigene Daten zu erheben, Prototypen zu entwickeln und ihre Projekte kritisch zu reflektieren.

      Schlussbemerkung

      Weitere Materialien finden Sie auf meinem Portal KI in der Schule im Bereich Diskurs und im Archiv. Sie stammen von Kolleginnen und Kollegen aus dem #FediLZ und #BlueLZ, die sie unter #LernenmitKI empfohlen haben. Sie bestätigen, welche Möglichkeiten sich durch eine Vernetzung unter den Pädagoginnen und Pädagogen ergeben, wie ich es in meinem vierten Teil beschrieben habe.

      Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung zu den beiden vorangehenden Artikeln. Der Artikel zur Vernetzung betont, dass Lehrkräfte nicht isoliert agieren sollten, sondern Lern- und Entwicklungsprozesse gemeinsam über kollegiale Netzwerke, Peer-Gruppen, regionale Kooperationen sowie Methoden wie „Lesson Study” oder „Spirals of Inquiry” gestalten sollten – gerade auch im Bereich KI. Der Artikel zur Methodik zeigt, dass es nicht nur um Tools geht, sondern um eine reflektierte methodische und didaktische Auseinandersetzung mit KI: Welche Kompetenzen benötigen Lehrkräfte? Wie verändern sich Aufgabenformate, Lernsettings, Prüfungs- und Feedbackkulturen? In diesem Beitrag stelle ich Materialien und Lernangebote vor, die Lehrkräften den Einstieg und die systematische Qualifizierung im Bereich KI ermöglichen. In Kombination ergeben die drei Artikel einen umfassenden Blick auf die Fortbildung:

      1. Materialien verfügbar machen: Es braucht konkrete, niedrigschwellige und gut aufbereitete Unterlagen und Angebote, damit Lehrkräfte beginnen können, sich mit KI auseinanderzusetzen.
      2. Vernetzung stärken: Kollegiales Lernen, Austausch, Reflexion und gemeinsame Praxisentwicklung sind entscheidend. Fortbildung wirkt nachhaltig, wenn Lehrende sich vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam Neues ausprobieren.
      3. Methodisch fundiert vorgehen: Hier werbe ich dafür, den Fokus nicht nur auf „KI einsetzen“, sondern auch auf „didaktisch sinnvoll KI-lernen und KI-lehren“ zu legen. Fortbildungen müssen also folgende Fragen stellen: Wie verändern sich Lernaufgaben durch KI? Welche neuen Rollen bekommen Lehrkräfte? Wie wird Leistung bewertet?

      Nur wenn Materialien, Vernetzung und Methodik zusammen gedacht werden, entsteht eine Fortbildungskultur, die KI nicht als technisches Add-on, sondern als elementaren Bestandteil einer zukunftsgerichteten Schul- und Unterrichtsentwicklung begreift. Die Sammlung von Unterlagen ergänzt somit die Perspektiven auf Methodik und Vernetzung, indem sie das „Handwerkszeug” bereitstellt, das in vernetzten, methodisch reflektierten Fortbildungsprozessen eingesetzt werden kann.

      … Stay tuned … 

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      KI in der Schule (5): Fortbildung – Methodik

      In den letzten Wochen habe ich mich insbesondere mit dem Umgang mit KI-Sprachmodellen auseinandergesetzt und dafür geworben, ergebnisoffen in die Diskussion einzusteigen. Prof.’in Birte Platow hat in diesem Zusammenhang in einem Interview die bildungspolitischen Ziele kurz und prägnant so zusammengefasst:[1]https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2025/08/11/ki-macht-schule-interview-mit-prof-birte-platow/

      Der schulische Umgang mit Künstlicher Intelligenz lässt sich in drei Dimensionen denken – bildlich wie drei konzentrische Kreise.

      • Im Innersten ist der kleinste Kreis: KI als Instrument. Hier geht es um den praktischen Einsatz – etwa durch Sprachmodelle, tutorielle Systeme oder Apps.
      • Der nächstgrößere Kreis ist für mich die materielle Ebene: Hier wird KI selbst zum Unterrichtsgegenstand. Das ist in jedem Unterrichtsfach möglich. Der Mathematikunterricht könnte beispielsweise zeigen, auf welchen mathematischen Grundlagen KI beruht. Der Religionsunterricht könnte die Frage beleuchten, welches Menschenbild hinter einer KI steckt. Der Deutschunterricht könnte sich damit auseinandersetzen, wie sich Sprache verändert, wenn wir Texte nicht mehr selbst schreiben.
      • Die dritte Dimension ist in meiner Wahrnehmung im schulischen Alltag am wenigsten im Blick. Sie sollte es aber sein – bei Menschen, die Schule entwickeln, in der Politik und ganz konkret vor Ort – bei Schulleitungen. Denn die dritte Dimension ist die systemische Ebene: Wie verändert sich mit KI das Lernen? Wie verändert sich die Idee von Bildung? Wie verändert sich die Idee vom Menschen? Was kommt da an weiteren Eindrücken aus der Gesellschaft, wo KI ja im Moment auch eine alles durchdringende Technologie ist?

      In meinem letzten Beitrag habe ich für eine (regionale) Vernetzung und Zusammenarbeit des pädagogischen (Fach-)Personals geworben. Mit den im Ausland (Japan, Kanada) erfolgreichen Methoden „Lesson Study” und „Spirals of Inquiry” habe ich vorgestellt, wie sich die eigene Unterrichtspraxis reflektieren lässt. Diese Methoden wurden vor Jahrzehenten entwickelt und sind natürlich unabhängig von der Einführung von Sprachmodellen im Unterricht entstanden.

      In diesem Beitrag geht es um Methoden, die eine individuell orientierte Fort- und Weiterbildung ermöglichen oder erleichtern. Sie ergeben sich aus einem mit dem pädagogischen Personal abgestimmten Fortbildungsplan. Daher widmen sich meine ersten Überlegungen zunächst der Erstellung dieses Plans.

      Fortbildungskonzept: Erste Überlegungen

      Fromman wurde zum Ende des SWK Talks [2]https://www.youtube.com/watch?v=iUxlmUxa1Jc gefragt, welche Forderungen er an ein Fortbildungskonzept hat. Im Wesentlichen schlägt er die Einführung in ein LLM vor. Zunächst allgemein, anschließend mit fachspezifischen Bezügen. In Abhängigkeit von der Schulform schließen sich dann praktische Experimente im Umgang mit den Werkzeugen der Künstlichen Intelligenz und deren Auswüchsen (Deepfakes, Fake News und vielem mehr) an. Von der KMK wie auch der Bildungsforschung wünscht er sich in naher Zukunft ein kohärentes Fortbildungscurriculum.

      Wie wird die Fortbildung geplant?

      • Im Kollegium wird der Fortbildungsbedarf erhoben (schulische Entwicklungsvorhaben, fachliche Aktualisierung, neue fächerübergreifende Kompetenzen, persönlicher Fortbildungsbedarf).
      • Es wird in einem Abstimmungsprozess entschieden, welcher Stellenwert den
        einzelnen Vorhaben zukommen soll. Entsprechende thematische und zeitliche Priorisierungen werden vorgenommen.
      • Passende Fortbildungsangebote werden gesucht und organisiert.

      und woran zeigt sich eine angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Fortbildungsbereiche? [3]ebda.

      • Es liegt ein Fortbildungsplan vor, der die Grundlage für Entscheidungen ist.
      • Er lässt Prioritäten erkennen, die auf die Schwerpunkte des Schulprogrammsverweisen.
      • Schulspezifisch relevante Handlungsfelder sind berücksichtigt.

      In meinem ersten Beitrag habe ich im Rahmen der datengestützten Schulentwicklung ein Verfahren vorgestellt, mit dem sich der Einsatz von Sprachmodellen im Unterricht vorbereiten lässt. Doch wie lässt sich der Nutzen gemeinsamer LLM-Fortbildungen für Lehrkräfte messen?

      Bildungsforschung

      Ko-Kognition

      In seiner fünften Folge setzt sich der Podcast „Kompass KI“ mit der MIT-Studie über die Nutzung generativer KI im Bildungskontext auseinander.[4]https://www.podcast.de/episode/694488905/folge-5-verdummung-durch-ki Zur Erinnerung: In der Studie wird untersucht, wie sich die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT auf die kognitiven Prozesse beim Schreiben von Essays auswirkt. Dazu wurden drei Gruppen von Studierenden beobachtet: eine mit ausschließlicher KI-Nutzung, eine mit klassischen Suchmaschinen und eine ohne Hilfsmittel. Die Hirnaktivität wurde mittels EEG gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei ausschließlicher KI-Nutzung die kognitive Aktivität (z. B. Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Gedächtnisabruf) deutlich reduziert ist. Die Forschenden interpretieren dies als „kognitives Offloading“, also die Auslagerung von Denkprozessen an die KI. Die Studie liefert jedoch keine Hinweise auf langfristige kognitive Schäden oder „Verdummung“ durch KI. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Ergebnisse nicht überinterpretiert werden dürfen und keine Aussagen über langfristige Effekte oder strukturelle Veränderungen im Gehirn zulassen.

      Kritisch gesehen wird die mediale Rezeption der Studie: Die Ergebnisse wurden oft als Beleg für eine angebliche kognitive Verblödung durch KI interpretiert, obwohl die Studie selbst keine solchen Schlussfolgerungen zieht. Dabei werden die methodischen Limitationen (kleine Stichprobe, spezifische Population, kurze Beobachtungsdauer) häufig ignoriert. Die Podcast-Moderatoren betonen, dass KI-Tools Denkprozesse verbessern können, wenn sie erst nach eigener kognitiver Auseinandersetzung eingesetzt werden. Eine unreflektierte und zu frühe Nutzung kann jedoch tiefes und nachhaltiges Lernen untergraben.

      In eine ähnliche Richtung zielt ein Beitrag von Ulf Ehlers, dem wissenschaftlichen Direktor von NextEducation. [5]https://www.linkedin.com/pulse/von-der-nutzung-zur-ko-kognition-warum-ki-neue-ist-ulf-daniel-vrmwe/ Er fordert, dass KI nicht nur als Werkzeug zur Informationsbeschaffung, sondern als aktiven kognitiven Partner zu verstehen, der Lernprozesse verändert und neue Methoden der Zusammenarbeit ermöglicht. Der Beitrag bezieht sich auf die Hochschullehre, lässt sich aber auch auf das Schulsystem übertragen: Lernende und Lehrkräfte nutzen KI, um Ideen zu entwickeln, Aufgaben zu reflektieren und gemeinsam Wissen zu konstruieren. Dies fördert einen kooperativen, dialogischen Zugang zu Wissen anstelle einer reinen Konsumhaltung. Laut Ehlers müsse die Nutzung von KI immer einhergehen mit der Vermittlung von Future Skills: metaanalytisches Urteilsvermögen, kritische Bewertung und die Fähigkeit, algorithmische Entscheidungen zu hinterfragen. Konkret:

      • KI als Werkzeug im Sinne von „Ko-Kognition“: Schülerinnen und Schüler erstellen gemeinsam mit KI eine Mindmap, entwerfen Erklärtexte oder reflektieren unter Anleitung die Antworten der KI.
      • KI-gestützte Projekte fördern: Schülerinnen und Schüler entwickeln gemeinsam mit KI kreative Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme oder naturwissenschaftliche Fragestellungen.
      • Es werden „KI-Labors“ im Unterricht geschaffen, in denen Arbeitsgruppen KI-Ergebnisse verifizieren, verbessern und kritisch diskutieren.

      Der Ansatz kann durch fächerübergreifende und -verbindende Projekte sowie gezielte Aufgaben zur Diskussion von Chancen und Risiken von KI vertieft werden. Ein Beispiel hierfür ist die (Über)Prüfung von KI-generierten Daten. Der Fokus sollte auf einer bewussten Auseinandersetzung und partizipativen Nutzung liegen, anstatt KI nur anzuwenden – so wird sie zum „Mit-Denker“ und Mitgestalter im Lernprozess.

      Vier-Ebenen-Modell

      Lipowsky und Rzejak empfehlen ein Vier-Ebenen-Modell, um eine umfassende Bewertung der Wirkung zu ermöglichen. Dieses Modell ist allgemein gehalten und bezieht sich nicht auf bestimmte Fortbildungsinhalte: [6]https://madipedia.de/wiki/Wirksamkeit_von_Lehrerfortbildungen

      1. Zufriedenheit und Akzeptanz: Erfassung der Einschätzung der Lehrkräfte zur Nützlichkeit und Relevanz der Fortbildung, zum Beispiel durch Feedbackbögen, Umfragen oder kurze Interviews nach Abschluss der Einheit.
      2. Kompetenzzuwachs: Erhebung des wahrgenommenen oder messbaren Kompetenzgewinns, üblicherweise per Vorher-Nachher-Befragung zu Wissen, Fähigkeiten und Selbstwirksamkeit im Umgang mit LLM-Tools im Unterricht.
      3. Transfer in den Unterricht: Beobachtung oder Befragung, inwiefern Fortbildungsinhalte den Unterricht und das pädagogische Handeln tatsächlich beeinflussen und ob neue Methoden oder Tools regelmäßig genutzt werden.
      4. Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler: Optional und langfristiger ist eine Analyse, ob gezielte Fortbildungen zu einer messbaren Verbesserung von Lernerfolgen oder zur aktiven Nutzung von LLM-Angeboten durch Schüler*innen führen.

      Für eine gelungene Schulentwicklung ist darüber hinaus die Dokumentation von Veränderungen auf Organisationsebene wünschenswert, etwa in Form von Anregungen zu Innovation, Verbesserung der Zusammenarbeit oder Entwicklung einer gemeinsamen Haltung. Als konkrete Instrumente und Methoden bieten sich hierfür an:

      • Feedbackbögen (analog/digital) unmittelbar nach der Fortbildung
      • Online-Selbstchecks zur Kompetenzentwicklung
      • Hospitationen und Reflexionsgespräche mit Kolleginnen und Kollegen
      • Dokumentation der konkreten Anwendungen im Unterricht (z. B. Projektberichte)
      • Entwicklung und Vergleich von Schulentwicklungszielen vor und nach der Fortbildungsreihe

      Dadurch wird deutlich, welche Faktoren eine Fortbildung tatsächlich wirksam machen und wie kontinuierliche Verbesserungen zielgerichtet umgesetzt werden können.

      4A-Modell

      Prof. Weßels plädiert für eine verbindliche Auseinandersetzung mit dem Thema, auch im Rahmen der schulischen Ausbildung, und empfiehlt zunächst die Umsetzung von 4A.

        • Aufklären: Fortbildungsveranstaltung organisieren oder besuchen
        • Ausprobieren: Allein und/oder mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich
        • Akzeptieren: Wer denkt: „Auch dieser Kelch geht an mir vorüber“, dem sei gesagt: Dieser definitiv nicht. Die bisherigen Entwicklungen sind unumkehrbar und werden sich rasant fortsetzen.
        • Aktiv: Das eigene Erleben, das Mitdiskutieren, das Einflussnehmen auf die Entwicklungen sorgen für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema.

      In ihren Präsentationen wird immer wieder deutlich, dass eine Validierung der Ergebnisse erst durch den persönlichen Austausch ermöglicht wird.

      Im Folgenden stelle ich zwei Methoden vor, die sich dafür eignen: die Doppeldeckermethode und das Barcamp.

      Doppeldeckermethode

      Die Doppeldeckermethode ist kein einzelnes Verfahren in der Fortbildung von Lehrkräften, sondern ein übergeordnetes pädagogisches Prinzip, bei dem Lehr- und Lernprozesse doppelt stattfinden. Das bedeutet konkret, dass im Kurs genau das passiert, worum es inhaltlich geht: Die Lehrkräfte erleben und reflektieren die Lerninhalte sowohl theoretisch als auch praktisch und in ihrem eigenen Handeln. So werden theoretische Inhalte im Rahmen der Fortbildung ganz konkret gelehrt, erlebt und verknüpft. Dadurch entsteht ein „doppelter Blick“ auf die Inhalte aus der Perspektive der Lehrenden und Lernenden zugleich.

      Das Prinzip zielt darauf ab, dass Lehrkräfte das Wissen und Handeln, das sie weitergeben, selbst authentisch vorleben. Es begünstigt die Reflexion der eigenen Handlungen und unterstützt den nachhaltigen Kompetenzaufbau mit dem Ziel, den Inhalt weiterzuvermitteln. In der Praxis bedeutet dies oft einen Wechsel zwischen dem Darstellen von Wissen und dem gleichzeitigen Erleben dessen im Unterrichtsgeschehen, gefolgt von gemeinsamer Reflexion.

       

      Ich möchte das einmal skizzieren. So ist es nach einer datengestützten Erhebung im Kollegium entstanden. Das vereinbarte Ziel lautet, dass die Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler dazu anregen möchten, über den Einsatz von Sprachmodellen im Unterricht nachzudenken. Zunächst fachspezifisch. Mit dem/der Fortbildungsbeauftragten haben wir uns dieses Modul überlegt:

      1. Einstieg und Sensibilisierung
        Einführung ins Thema „LLMs und KI-Tools“ im Rahmen der Fachkonferenz.
        Offener Austausch über Vorerfahrungen, Erwartungen und mögliche Bedenken gegenüber KI und LLMs.
        Didaktischer Doppeldecker: Lehrkräfte erleben selbst, wie glaubwürdig KI-Fehler wirken, und reflektieren zugleich, wie Schülerinnen und Schüler solche Situationen einschätzen könnten.
      2. Eigene Erfahrung sammeln (Lehrerebene)
        Praktisches Ausprobieren ausgewählter KI-Tools durch die Lehrkräfte. Jede/r erstellt z.B. einen Text, lässt ihn von einem LLM verbessern/generieren und achtet bewusst auf Reaktionen, Verzerrungen, Authentizität und mögliche Fehlerquellen.
        Diskussion: Was hat mich überrascht? Wo lagen Stärken und Schwächen? Wo war Anpassungsbedarf?
        Didaktischer Doppeldecker:Lehrkräfte erforschen aktiv die Fehlermechanismen und entwickeln parallel didaktische Schutzstrategien (kritisches Prüfen, Quellenbewusstsein).
      3. Reflexion und Ableitung für die Unterrichtsgestaltung
        Gemeinsame Reflexion: Welche Erfahrungen sind für die Schülerperspektive relevant?
        Sammlung von Ideen, wie Transfer für Schüler aussehen könnte: Welche Aufgaben eignen sich? Wie viel Anleitung brauchen die Schüler? Wo sind Reflexionsphasen nötig?
        Meta-Reflexion:Wie können Schülerinnen und Schüler lernen, KI als Hilfsmittel und nicht als Wahrheitsquelle zu begreifen?
      4. Planung zur Umsetzung auf Schülerebene
        Entwicklung von Unterrichtskonzepten, die analog zur eigenen Lehrerfahrung gestaltet werden (z.B. “Erst ausprobieren, dann reflektieren”).
        Auswahl geeigneter Aufgabenstellungen, die Schüler genauso wie die Lehrkräfte anregen, die Funktionen und Grenzen der Tools selbst zu erleben.
        Überlegungen zu begleitenden Reflexionsformaten (z.B. Feedbackrunde, Lerntagebuch), vgl. Ergebnis aus Barcamp @Edunautica)
        Fehler-Portfolio, in dem Schülerinnen und Schüler eigene KI-Erfahrungen dokumentieren („Was war richtig, was falsch?“).
      5. Austausch und Weiterentwicklung
        Präsentation und Diskussion der Konzeptentwürfe in der Fachkonferenz: Was spricht dafür, was sind potenzielle Stolpersteine?
        Gemeinsame Weiterentwicklung und Abstimmung im Team.
        Dokumentation der Konzepte und geplanter Reflexionsmethoden für die weitere schulweite Verbreitung und Evaluation.
      6. Implementierung im Unterricht und Evaluation
        Durchführung der erarbeiteten Unterrichtsmodule in der Praxis.
        Sammlung von Rückmeldungen aus Unterricht und von den Schülerinnen und Schülern.
        Nachbereitendes Treffen in der Fachkonferenz zur Anpassung und Verbesserung der Konzepte nach den ersten Erfahrungen.

      Diese Struktur stellt sicher, dass das pädagogische Personal auf Grundlage der eigenen Auseinandersetzung mit KI-Tools tragfähige, reflektierte und authentische Lernsettings für Schülerinnen und Schüler entwickeln. In diesen Settings werden die Chancen und Risiken von LLMs erfahrbar gemacht.

      Ergänzung:
      Im aktuellen KI-Podcast von BR24 wurde das Thema „Wann macht KI Fehler – und wann wir?“ mit den folgenden Schwerpunkten behandelt:

      • Die vier Arten von KI-Fehlern (ab 3:20)
      • Wie verhindere ich KI-Fehler? (ab 16:00)

      behandelt. Dieser Podcast kann gut als Begleitmaterial dienen, oder? Hier könnte er beispielsweise dazu dienen, einen schulweiten „KI-Kompetenzrahmen“ um den Baustein Fehleranalyse und Quellenkritik zu ergänzen.

      Welche weiteren Fortbildungsformate bieten sich (noch) an? Bei vergleichbaren Fragestellungen wird sehr häufig das folgende Format genutzt:

      Barcamp

      Die Dokumente stehen als PDF bzw. Indesign-Datei und als bearbeitbares Dokument in Google Drive zur Verfügung. In Google Drive kann über den Menupunkt „Datei“ eine Kopie angelegt oder eine docx- oder odt-Version heruntergeladen geladen werden.

        Teil einer typischen Einführung in die Methode Barcamp sind Regeln für die Ausgestaltung des Formats. Diese Regeln haben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Fassungen für solche Richtlinien, die sich in einzelnen Punkten unterscheiden. Es gibt weder ein offizielles Regelwerk, noch eine „Barcamp-Polizei“, die vor Ort die Einhaltung bewacht. Im Folgenden ist unsere Version „10 Goldene Regeln“ vorgestellt,
        die sich in unserer Praxis gut bewährt haben. 

        Ein Barcamp geht von morgens bis abends, jede Session dauert 45 Minuten, und alle Sessions müssen zu Beginn vorgestellt werden. Oder? Es geht auch anders. Es ist gerade eine große Stärke des Barcamp-Formats, dass es flexibel angepasst werden kann. Wir zeigen die wichtigsten Stellschrauben für Barcamps und Online-Barcamps. Dazu gibt es Tabellen mit Muster-Zeitstrukturen zum Download.

        Einsatzszenarien

        Weitere Formate

        Als ergänzende Möglichkeiten für eine Lehrkräfte- und Schulleitungenfort- und weiterbildung bieten sich an (in Kurzform):

        • Spezialisierte Online-Kurse und Workshops
          Plattformen mit Kursen speziell für Bildungskontexte (z.B. Basics zu KI, KI-Tools im Unterricht, KI-Ethik).
          Oft auch hybride Formate mit Präsenzworkshops.
          Beispiele: Fortbildungen über Landesinstitute
        • Netzwerke und Social Media
          Aktive Nutzung von Instagram, LinkedIn, BlueLZ, FediLZ und anderen Netzwerken zum informellen Lernen.
          Folgen von Accounts und Gruppen, die Best Practices, neue Tools und niedrigschwellige Anwendungen vorstellen.
          Besonders beliebt: Tipps zu Tools wie Copilot, MidJourney etc., oft mit kurzen, leicht umsetzbaren Tutorials.
        • Peer-to-Peer-Lernen
          Austausch in Kollegien, Makerspaces, mit Schüler*innen (vom „Learning by Doing“ profitieren).
          Experten (aus Schule, Hochschule, Start-ups) im Gespräch befragen, um praktische und alltagstaugliche Anwendungsideen zu bekommen.
        • Experimente und Projekte im Unterricht
          Eigene, praktischen Erfahrungen mit KI-Tools sammeln – gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern
          Zum Beispiel: KI-basierte Chats mit literarischen Figuren, kreative Aufgaben, mit Bildern oder Musik-Generatoren arbeiten.
        • Fachliteratur und Studien
          Lesestoff: Bücher, Studien („Big Data“), Blogbeiträge, Fachartikel und aktuelle Berichte.
          Für die Vertiefung: Audiobooks und Podcasts, die praxisnah Einblick geben und Diskurse vertiefen.
        • Podcasts und Audiomedien
          Regelmäßige Podcast-Folgen mit Experteninterviews, praxisnahen Tipps und Erfahrungsberichten sowie ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen.
        • Interdisziplinäre Kurse und Projekte
          Teilnahme an Kursen, die didaktische und technologische Expertise kombinieren
          Fokus auf den Transfer von Technik in die Unterrichtspraxis.
        • Selbstgesteuertes Lernen
          Offene Haltung: Tägliches Ausprobieren, Testen neuer Features, konsequente Recherche zu aktuellen KI-Entwicklungen und Trends.
        • Ethische und reflexive Diskursforen
          Beteiligung an digitalen oder analogen Diskussionsrunden über gesellschaftliche, ethische und medienpädagogische Herausforderungen rund um KI.

        Eine Kombination aus formellen und informellen Lernformaten führt zu dem größten Lernerfolg. Besonders niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten (Social Media, Podcasts, Austausch mit Schülerinnen und Schülern, Experimente) können Berührungsängste abbauen, während vertiefende Fortbildungen und Fachdiskurse nachhaltiges Wissen und Reflexion fördern. Es lohnt sich, ein persönliches Fortbildungskonzept zu entwickeln, das kontinuierliches Lernen, Praxisbezug und kritische Reflexion umfasst. Und: Wenn man die eigenen Fortbildungswege innerhalb des Kollegiums teilt und gemeinsam entdeckt, ermöglicht das einen Kompetenzgewinn und mehr Sicherheit rund um KI in der Schule.

        Schlussbemerkung

        In meinem Band 4 habe ich eine anlässlich der Einführung des Kerncurriculums in Hessen entwickelte Fortbildungsinitiative aufgegriffen und fortgeschrieben. Die inhaltliche Ausrichtung meiner Fortbildungsmodule orientiert sich an Merkmalen der Tiefenstruktur von Unterricht, greift relevante Kernpraktiken von Lehrkräften auf und stellt Methoden vor, die der Digitalität gerecht werden. Abschließend führe ich in unterschiedliche Mindsets zum fächerübergreifenden Projektunterricht ein. Diese regen zu einer Zusammenarbeit sowohl unter den Lehrkräften als auch unter den Schülerinnen und Schülern an. Der Praxisband soll vor allem denen Unterstützung bieten, die eine Übersicht über mögliche Fragestellungen rund um eine moderne Schule in der digitalen Welt haben wollen. Stichworte sind hier: Constructive Alignment, Prüfungskultur, Design Thinking, Deeper Learning und vieles mehr.

        Das Buch ist während der Corona-Zeit entstanden, also vor der aktuellen KI-Entwicklung. Und doch lassen sich die Inhalte gut übertragen. Wichtig ist dabei eine reflexive, transparente und partizipative Praxis, die gesellschaftliche, pädagogische und technische Perspektiven integriert. Wenn Schulleitungen und Kollegien die Einführung von KI-Tools als lernendes System gestalten, kann aus anfänglicher Skepsis konstruktive Gestaltungskompetenz entstehen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Bildungsauftrag im digitalen Zeitalter zu erfüllen.

        Der nächste Beitrag stellt eine Reihe von Materialien vor, die im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen entstanden sind.

        … Stay tuned …

        Bildnachweis:

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        KI in der Schule (4): Fortbildung – Vernetzung

        Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz stellt Schulen weltweit vor neue Herausforderungen – und Chancen. Länder wie Finnland und Estland zeigen eindrucksvoll, wie gezielte Fortbildungsinitiativen und kollegiale Netzwerke Lehrkräfte befähigen, KI nicht nur zu verstehen, sondern auch verantwortungsvoll und kreativ im Unterricht einzusetzen. In Finnland etwa vernetzen sich Lehrkräfte über Hochschulprojekte und offene Lernplattformen wie „Elements of AI“, um gemeinsam Materialien zu entwickeln und ethische Fragen zu diskutieren. Estland setzt auf regionale Kompetenzzentren, in denen Lehrkräfte praxisnah geschult und langfristig begleitet werden.

        Durch Teamarbeit entstehen effizientere und passgenauere Unterrichtskonzepte, die auf den vielfältigen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler sowie den jeweiligen Fächeranforderungen basieren. Der kollektive Austausch erhöht die Motivation, neue Technologien aktiv zu nutzen, weil Lehrkräfte sich gegenseitig ermutigen und bei Herausforderungen unterstützen können. Kooperative Fortbildungen und kollegiale Fallberatungen wirken hierbei besonders motivierend. Gemeinsames Reflektieren ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz von KI im Unterricht und fördert innovative Ideen.

        Dieser Artikel plädiert für eine stärkere regionale Vernetzung von Lehrkräften als Motor für digital gestützte Schulentwicklung. Denn die Zukunft der Bildung wird nicht allein durch Technologie gestaltet – sondern durch Menschen, die bereit sind, voneinander zu lernen.

        Bildungsforschung

        SiNUS-Projekt

        Es ist lange her, dass ich am SINUS-Projekt beteiligt war. Zur Erinnerung: SiNUS (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) war ein Modellversuchsprogramm für die Sekundarstufe I im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Es wurde infolge der Third International Mathematics and Science Study (TIMSS) 1994/96 von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) initiiert. Ziel des Programms war es, die Effizienz des Unterrichts zu steigern. Mit einigen hundert Lehrerinnen und Lehrern wurde das bundesweite Fortbildungsprogramm gestartet, das leider 2007 wieder beendet wurde.[1]SINUS (Bildung) – Wikipedia Der Abschlussbericht [2]Wayback Machine betont die Bedeutung von konkreten Unterrichtsvorhaben, die Lehrkräfte gemeinsam entwickeln und reflektieren. Darüber hinaus hebt der Bericht die Wirksamkeit von Lehrerkooperationen hervor. Diese habe eine nachhaltige Veränderung der Unterrichtspraxis gefördert und schulübergreifende Arbeitsgruppen sowie regionale Fortbildungsstrukturen ermöglicht. Durch die systematische, auch wissenschaftliche Begleitung durch Landeskoordinatoren und die länderübergreifende Materialentwicklung gelang ein bundesweiter Transfer.

        Ich war selbst Teil der „SiNUS-Bewegung“. In dieser langjährigen eigenen und später beratenden Schulentwicklungspraxis hat sich für mich die Arbeit in kleinen Teams als das wesentliche Merkmal erfolgreicher schulinterner Unterrichtsarbeit herauskristallisiert. Im Einzelnen:

        • Ich kann im Kollegium Wissen und Erfahrungen austauschen und davon lernen. Dies kann dazu beitragen, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und den Schülerinnen und Schülern ein breiteres Spektrum an Lernmöglichkeiten zu bieten.
        • Ich kann Ressourcen wie Unterrichtsmaterialien und Technologien austauschen und dazu beitragen, dass diese besser bekannt und effektiver genutzt werden.
        • Zusammenarbeit hilft bei der Unterrichtsplanung: Es können Unterrichtspläne entwickelt werden, die aufeinander abgestimmt sind und unterschiedliche Lernstile und Interessen berücksichtigen.
        • Zusammenarbeit kann helfen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu ermutigen. Dies kann dazu beitragen, Stress und Burnout zu reduzieren und das Wohlbefinden der Lehrkräfte zu verbessern. Eine Methode, die ich mehrfach als erfolgreich erlebt habe, ist die kollegiale Fallberatung.
        • Zusammenarbeit kann dazu beitragen, Lehr- und Lernkonzepte zu reflektieren, um besser auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können und ihnen die bestmöglichen Lernmöglichkeiten zu bieten.

        Wenn sich Lehrkräfte lokal zusammenschließen, Erfahrungen teilen und gemeinsam neue Lernwege erproben, entsteht ein dynamisches Lernökosystem, das weit über einzelne Fortbildungstage hinauswirkt. In den letzten Jahren wurden nur wenige vergleichbare SiNUS-Projekte initiiert, über die ich im Folgenden berichte: [3]https://www.digitalstadt-darmstadt.de/projekte/modellschulen/, https://www.unser-bad-driburg.de/news/news-aus-der-region/pm-bezirksregierung-barcamp-in-detmold, https://quamath.de/

         

        LuPe², Darmstädter Modellschulen und QuaMath

        Was zeichnet die Projekte LuPe², Darmstädter Modellschulen und QuaMath aus? Zwar unterscheiden sich das Projekt LuPe² und das Programm QuaMath in ihrer fachlichen Ausrichtung – LuPe² ist schulformübergreifend und thematisch breit gefächert, QuaMath fokussiert sich auf den Mathematikunterricht –, sie teilen jedoch bemerkenswerte konzeptionelle Gemeinsamkeiten. Zunächst sind sie alle wissenschaftlich begleitet, wie auch das Darmstädter Projekt. Sie alle setzen auf gemeinsame Vernetzungsprinzipien. Lehrkräfte gestalten aktiv mit, es finden sich kollaborative Formate mit zentral organisiertem Austausch, Peer-Feedback und Reflexion. Mit der Transferorientierung sollen die gewonnenen Erkenntnisse über die beteiligten Schulen hinaus wirken.

        Der persönliche Austausch schafft eine soziale Dynamik, die individuelle Lernangebote meist nicht bieten können. Dabei entstehen spontane Ideen und direkte Rückmeldungen, wodurch sich ein Zugehörigkeitsgefühl zum Kollegium entwickelt. Dies fördert die Akzeptanz und den nachhaltigen Einsatz von digitalen Medien erheblich.

        Insgesamt zeigt die Evidenz, dass eine kollegiale Vernetzung auch im Kontext von KI die Kompetenzen der Lehrkräfte deutlich verbessert, die Innovationskraft stärkt und das schulische Lernen insgesamt bereichert. Das gemeinsame Lernen schafft eine Kultur des kontinuierlichen Austauschs, die für die nachhaltige Integration von KI im Bildungswesen essenziell ist.

        Kollegiale Evaluation von Unterricht

        Ein lernendes Schulsystem lebt von der Zusammenarbeit. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen und wachsender Heterogenität in den Klassenzimmern wird deutlich: Die Qualität des Unterrichts steigt, wenn Lehrkräfte nicht isoliert arbeiten, sondern gemeinsam reflektieren und ihre Praxis weiterentwickeln. Kooperative Professionalität bedeutet, den Blick für das große Ganze zu schärfen und die Stärken eines Teams zu nutzen, um Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern.

        Doch wie lässt sich eine solche Kultur der Zusammenarbeit konkret gestalten? Die Antwort liegt in der Nutzung effektiver Instrumente, die Lehrkräfte dabei unterstützen, die Perspektive der Lernenden einzunehmen und gemeinsam an Unterrichts- und Schulentwicklung zu arbeiten. Lesson Study, Spirals of Inquiry, Unterrichtshospitationen und Rating-Konferenzen sind nur einige Beispiele für Ansätze, die eine datenbasierte, dialogorientierte und mehrperspektivische Arbeit fördern.

        Im Folgenden zeige ich, wie diese Methoden dazu beitragen können, die individuelle und kollektive Wirksamkeit von Lehrkräften zu stärken, neue Handlungsmuster zu etablieren und die Qualität von Unterricht und Lernprozessen nachhaltig zu verbessern. Dabei geht es um mehr als die technische Anwendung einzelner Werkzeuge: Es geht darum, gemeinsam eine neue, zukunftsgerichtete Schul(system)kultur zu schaffen, die alle Beteiligten – Lehrkräfte, Lernende und Führungskräfte – aktiv einbindet.

        Lesson Study

        Lesson Study stammt ursprünglich aus Japan und ist dort seit über einem Jahrhundert fest im Schulsystem verankert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden Forschende aus aller Welt auf die Methode und ihr Potenzial aufmerksam. Dies ist vor allem auf die Ergebnisse der ersten TIMSS-Studie (Trends in International Mathematics and Science Study, 1995) zurückzuführen, in denen japanische Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik überdurchschnittlich gut abschnitten. Diese Ergebnisse wurden unter anderem auf eine kontinuierliche und gemeinsame Unterrichtsentwicklung zurückgeführt, die in Japan üblich ist.

        Lesson Study ist eine Form der kooperativen Unterrichtsentwicklung, bei der ein Team aus ca. drei bis sechs Lehrpersonen vier zentrale Phasen durchläuft. Damit lebt Lesson Study vom kollegialen Austausch und der Kooperation von Lehrpersonen und bietet so einen Rahmen für die gemeinsame Bewältigung von Herausforderungen und die stetige Weiterentwicklung der eigenen Praxis. Besonders dann, wenn Lesson Study nachhaltig in die Strukturen des Schulalltags integriert wird, kann ein Kollegium durch Lesson Study langfristige Ziele der Schulentwicklung gemeinsam verfolgen und im Unterricht umsetzen.

        Drei Links dazu:

        Bericht über einen konkreten Einsatz in einem gleichnamigen Projekt:

        Unterricht weiterzuentwickeln gelingt am besten gemeinsam, auf der Basis konkreter Beobachtungen von Lernprozessen. Genau hier setzt Lesson Study an. Als Teilnehmer eines Lesson-Study-Projekts in Bayern durfte ich gemeinsam mit drei Kollegen aus dem Fach BwR (Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen) diesen Ansatz praktisch erproben. Im Mittelpunkt stand eine Hospitation zum Stundenthema Umsatzsteuer bzw. Prozentrechnung, bei der wir den Einsatz digitaler Tools, konkret H5P, systematisch untersucht haben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse waren überraschend tiefgehend und gewinnbringend.

        Spirals of Inquiry

        „Spirals of Inquiry” ist ein innovativer Ansatz zur Verbesserung des Lernens und Lehrens in Schulen. Entwickelt von den Forscherinnen Judy Halbert und Linda Kaser, basiert es auf einem zyklischen Prozess, der Lehrer dazu ermutigt, sich mit den Herausforderungen ihrer Schüler auseinanderzusetzen und darauf basierend Maßnahmen zu ergreifen. Die Methode stellt das Lernen und die Bedürfnisse der Schüler in den Mittelpunkt, die Lehrkräfte arbeiten gemeinsam und teilen ihre Erkenntnisse.

        Der Prozess umfasst sechs Hauptschritte:[4]The spiral of inquiry / Evidence-based leadership / Pedagogy and assessment / Home – Educational Leaders

        1. Scanning: Beobachtung und Analyse der aktuellen Situation der Lernenden.
        2. Focusing: Identifizierung der Bereiche, in denen gezielte Maßnahmen den größten Unterschied machen können.
        3. Developing a Hunch: Entwicklung von Hypothesen darüber, wie die aktuelle Situation entstanden ist und wie sie verbessert werden kann.
        4. New Learning: Erlernen neuer Methoden und Ansätze, die auf die identifizierten Bedürfnisse der Lernenden abgestimmt sind.
        5. Taking Action: Umsetzung der neuen Ansätze im Unterricht.
        6. Checking: Überprüfung, ob die ergriffenen Maßnahmen den gewünschten Unterschied gemacht haben, und gegebenenfalls erneutes Durchlaufen des Zyklus

        Entscheidungen basieren auf systematischen Beobachtungen und Erhebungen. Die Phasen werden wiederholt, um kontinuierliche Verbesserung sicherzustellen. Die Spiralen lassen sich an unterschiedliche Kontexte und Schulen anpassen. „Spirals of Inquiry“ ist ein vornehmlich in Kanada eingesetztes wirkungsvolles Instrument, um datenbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung zu fördern. Es verbindet Reflexion, Innovation und gezielte Praxis, um nachhaltige Verbesserungen im Bildungssystem zu erreichen. 

        Ratingkonferenz

        Die Ratingkonferenz ist ein datengestütztes Evaluationsverfahren, bei welchem die qualitativen und quantitativen Aspekte der Evaluation und deren Vorzüge miteinander verbunden werden. Das Verfahren basiert im Wesentlichen auf zwei sich ergänzenden Prozesselementen:

        • der individuellen Einschätzung (dem «Rating») von vorgegebenen Aussagen zum jeweiligen Evaluationsthema / -gegenstand (quantitatives/geschlossenes Element),
        • der unmittelbar anschließenden, gemeinsam mit den Befragten vorgenommenen Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten (qualitatives/offenes Element).

        Die Aussagen (Items), die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn der Ratingkonferenz zur individuellen Einschätzung vorgelegt werden, bilden die Basis des Verfahrens: Hier entstehen die Daten, auf die im Verlauf des diskursiven Auseinander-setzungsprozesses Bezug genommen wird. Ein idealer Umfang liegt bei etwa einem Dutzend Items. Auf keinen Fall sollte das Ratinginstrument mehr als zwanzig Items umfassen, denn zu viele Items bringen die Gefahr einer zu oberflächlichen qualitativen Interpretation mit sich. Die Items sollten so ausgewählt beziehungsweise formuliert sein, dass sie die wichtigsten Aspekte ansprechen, zu denen die Erfahrungen und Meinungen der Schülerinnen und Schüler gefragt sind. Für die Formulierung der Items sind grundsätzlich dieselben Hinweise zu beachten, die für die Gestaltung von  Fragebogen gelten: Es braucht einfache, gut verständliche, präzise, neutrale (nicht suggestive) und eindimensionale Formulierungen. Für die Einschätzung der Items sollte eine mindestens vierstufige Skala vorgegeben werden – beispielsweise mit der folgenden Abstufung: 1 = trifft nicht zu; 2 = trifft teilweise zu; 3 = trifft überwiegend zu; 4 = trifft vollständig zu-

        Entnommen aus:
        Lehrevaluation als Anstoss zur Unterrichtsentwicklung, der Beitrag von Norbert Landwehr

        Aus meiner Berufspraxis hier ein Beispiel aus einer externen Evaluation zum Ganztagsangebot einer Schule. Unter anderem wurde die Ratingkonferenz als Methode gewählt, um qualitativ mit Eltern und Lehrkräften ins Gespräch zu kommen. Hier die beiden Ablaufprogramme:

        Unterrichtshospitation

         

        In der Lehrerfort­bildung geht es ja oft darum, die alten Muster zu verändern. Zeit­gemäße Pädagogik ist ganz anders, als es die Lehr­kräfte noch vor 30 Jahren gelernt haben. Wie gelingt es, die erfahrenen Lehr­kräfte dafür zu öffnen? Prof.’in Stern (ETH Zürich):[5]https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/forschung-warum-erwachsene-beim-lernen-auf-die-bremse-treten/

        Jeder, der in der Lehrer­fortbildung gearbeitet hat, kennt diese zwei Sätze: „Das mach ich doch schon lange so“ und „Mit meiner Klasse geht das nicht“. Die erfahrenen Lehr­kräfte wollen in der Regel an ihrem erprobten Modell festhalten. Das ist eine ziemlich normale Reaktion. Ein Umdenken erreicht man meist dann, wenn ein Kollege oder eine Kollegin in der eigenen Klasse vormacht, dass ein anderer Unterricht tatsächlich besser funktioniert. Wenn man sich den Unterricht vor Ort genau ansieht und dann ganz konkret aufzeigt, wo man zum Beispiel Aufgaben­stellungen optimieren kann, dann nehmen das auch die erfahrenen Lehrkräfte gern an. Das passiert in der Schweiz viel über Unterrichtsbeobachtung. Ich selbst sitze als Mitglied einer Schul­kommission oft in der Klasse und schaue mir die Kinder genau an. Ich würde mir nicht zutrauen, besser zu unterrichten. Die Expertise dafür liegt klar bei der Lehr­kraft. Aber ich kann die einzelnen Kinder besser im Blick haben. Anschließend kann ich der Lehrerin oder dem Lehrer zurück­melden, welche Aufgaben­stellung gut funktioniert oder bei welchem Kind man vielleicht eine veränderte Aufgaben­stellung ausprobieren sollte. Wichtig ist es, den Verständnis­prozess bei den Kindern immer wieder zu überprüfen und den Unterricht anzupassen.

        Lehrkräfte geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Planungen zur gegenseitigen Bereicherung weiter. Sie stärken damit die Verständigung und den Austausch. Gemeinsame Lehrprozessplanungen leisten einen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsqualität und entlasten die einzelnen Lehrkräfte, etwa durch Verabredung einer kollegialen Hospitation.

        Kollegiale Unterrichtshospitationen mit anschließendem Feedback gelten als sehr wirksame Methode, den eigenen Unterricht zu reflektieren und zur Professionalisierung der Lehrkräfte beizutragen. Laut Kempfert & Ludwig bringen sie folgende Vorteile:[6]Kempfert, G./Ludwig, M.: Kollegiale Unterrichtsbesuche. Besser unterrichten durch Kollegen-Feedback. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2. Aufl. 2010. S. 24

        • Der Unterricht wird gemeinsam untersucht, erforscht, reflektiert und verbessert.
        • Die Beobachtungsschwerpunkte werden von den Lehrkräften ausgehandelt, sie orientieren sich an pädagogischen Werten.
        • Ein Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern kommt in Gang, der nicht nur die Qualität ihrer Arbeit verbessern, sondern auch die kollegiale Beziehung vertiefen und den Teamgedanken fördern kann.
        • Beobachtungen sind Grundlage des kollegialen Gesprächs: Es wird nicht nur über Unterricht geredet – wie in der Supervision – sondern das Gespräch orientiert sich an Beobachtungsdaten.
        • Die Lehrperson kann ihre Eigenperspektive mit einer Fremdperspektive vergleichen und bekommt die Chance, blinde Flecken in ihrer Arbeit zu entdecken.
        • Neuerungen werden im Unterricht umgesetzt, systematisch erprobt und reflektiert
          Lehrpersonen entwickeln ihre eigene Professionalität wie auch ihre eigene Didaktik weiter.

        Für ein Selbststudium hier einige Empfehlungen:

        • HOSPITATION UND FEEDBACK, Material zur Anregung von Schulentwicklung vom Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik
        • Reichelt/Wenge: Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben. Das Buch bietet Leitfäden und Checklisten zu unterschiedlichen Unterrichtssituationen an, aus Sicht der Ausbildung (1. und 2. Phase) und Lehrerpraxis (3. Phase). Für einen wirksamen Unterricht sind maßgeblich Tiefenstrukturen in den Blick zu nehmen. Aktuelle Forschungsergebnisse finden sich in:
        • Kognitiv aktivieren. Das Pädagogikheft wartet mit vielen Beispielen aus der Unterrichtspraxis auf. Vieles davon sollte Thema bei einer Unterrichtshospitation sein.
        • Eine Taskcard, die gegenseitige Besuche der Kolleg*innen untereinander vorbereiten hilft (von Margarete Giessmann, @margaretegiessmann@bildung.social)

        Und hier noch ein Gastbeitrag von Prof. G. Buhren: Gute Schule dank positiver Feedbackkultur

        Sollte die Schulleitung im Unterricht des Kollegiums hospitieren? Ja! Denn von einer positiven Feedbackkultur zwischen Leitung und Kollegium profitieren alle. Dafür ist Transparenz nötig – und Gegenseitigkeit.

        Schlussbemerkung

        “Spirals of Inquiry” als auch “Lesson Study” sind Ansätze zur Verbesserung des Unterrichts durch kollaborative und reflektierende Praktiken. Sie unterscheiden sich in ihrem Fokus und ihrer Methodik. Beide Ansätze fördern die Zusammenarbeit und das professionelle Wachstum von Lehrkräften, “Spirals of Inquiry” legt mehr Wert auf einen kontinuierlichen, datengetriebenen Verbesserungsprozess,  “Lesson Study” konzentriert sich stärker auf die detaillierte Analyse einzelner Unterrichtsstunden.[7]https://content-select.com/de/portal/media/view/624be842-efcc-4739-9f93-2554b0dd2d03 Ratingkonferenzen wie auch Unterrichtshospitationen eignen sich sowohl für einen individuellen wie kooperativen Einsatz. 

        Abschließend folgen noch diese beiden Artikel, die ebenfalls für eine Zusammenarbeit auf Schulebene werben.

        Lehrkräfte sehen sich immer komplexer werdenden Aufgaben gegenüber und sind gleichzeitig einer strukturellen Vereinzelung ausgesetzt. Doch niemand kann im Alleingang die schulischen Herausforderungen unserer Zeit stemmen oder Innovationen nachhaltig umsetzen. Teamstrukturen können in Schulen eine dynamische Lernumgebung schaffen, die allen am Schulleben Beteiligten zugutekommt.

        Nicht nur dieser Artikel ist zu empfehlen. Er war nur (leider) der einzige im OpenAccess-Format.

        In diesem Blogbeitrag möchten wir eine Lanze brechen für die ko-konstruktive Planung von Unterricht: Sie ergibt mehr als die Summe ihrer Teile und bereichert im besten Fall die Lernenden (und uns), weil sie zu mehr Unterrichtsqualität führt. Mit diesen Gedanken haben wir uns vor einigen Jahren auf den Weg gemacht, im Rahmen der Lehrkräfteausbildung Unterrichtshospitationen im Co-Planning-Verfahren zu bestreiten. Wie wir das machen (oder gemacht haben in Iris’ Fall), davon berichten wir hier.

        Im nächsten Artikel stelle ich weitere Fortbildungsformate vor, die zur Zusammenarbeit einladen und die gesamte Schulentwicklung fördern.

        … Stay tuned …

        Bildnachweis:

        Image by Jamillah Knowles & Reset.Tech Australia / © https://au.reset.tech/ / Better Images of AI / Detail from Connected People / CC-BY 4.0

        Evaluation (2): Big Data

        Im ersten Beitrag wurde deutlich, dass vor allem im Ausland, z.B. in den Niederlanden und den USA, bereits umfangreiche Erfahrungen mit Evaluationen und Monitoringsystemen vorliegen. In diesem Zusammenhang wird häufig von „Big Data“ gesprochen. „Big Data“ wird in vielen Bereichen eingesetzt, um Muster und Trends zu erkennen, Vorhersagen zu treffen und Prozesse zu optimieren. „Big Data“ bezieht sich auf extrem große und komplexe Datensätze, die mit herkömmlichen Datenverarbeitungsmethoden nicht effizient verarbeitet werden können. Diese Datenmengen entstehen durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Social Media. Im Bildungsbereich bezieht sich „Big Data“ auf die Sammlung, Analyse und Nutzung großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen, um den Bildungsprozess zu verbessern. Auf diese Weise kann die Qualität von Bildungsprogrammen und -einrichtungen kontinuierlich überwacht und verbessert werden. Durch die Analyse von Leistungsdaten, Feedback und anderen relevanten Informationen können Bildungseinrichtungen Schwachstellen identifizieren und gezielte Verbesserungsmaßnahmen ergreifen.

        In Europa bietet vor allem die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) wertvolle Einblicke in die Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler. So untersucht die International Computer and Information Literacy Study (ICILS) 2023 im internationalen Vergleich die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe. Die Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS) 2024 erfasst die mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundkompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der 4. Jahrgangsstufe. In Deutschland haben vor allem gemeinnützige Bildungsinstitute Monitoring- und Evaluationsstrategien entwickelt. Das Deutsche Schulbarometer 2024 der Robert-Bosch-Stiftung beispielsweise ist eine repräsentative Befragung, die die aktuelle Situation an Schulen in Deutschland untersucht. Es erfasst Beobachtungen und Einschätzungen von Lehrern, Schülern und Eltern zu verschiedenen Aspekten des Schullebens und der Unterrichtsqualität. Das Sinus-Institut ist mit zwei Studien vertreten:

        • Die SINUS-Jugendstudie 2024 widmet sich in ihrer mittlerweile 5. Ausgabe den folgenden Themen: Umgang mit politischen Krisen, soziale Ungleichheit und Diskriminierung, Engagement und Partizipation, Lernort Schule, psychische Gesundheit, Sinnsuche und Spiritualität in sozialen Medien, Umgang mit Fake News, Geschlechtsidentität und Rollenerwartungen sowie Sport und Bewegung.
        • Die SINUS-Studie „Was motiviert zum MINT-Lernen?“ wurde im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung durchgeführt. Ziel der Studie war es, Faktoren zu identifizieren, die die Lernmotivation von 10- bis 16-jährigen Kindern und Jugendlichen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern fördern. Die Studie untersucht, wie sich Einstellungen zu MINT-Fächern entwickeln und welche Bedingungen die Begeisterung für diese Fächer steigern können, um langfristig auch das Interesse an MINT-Berufen zu wecken.

        Studien, inkl. Quellen und Reaktionen

        TIMMS 2023

        TIMMS Grundschule

        Die Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS) ist eine international vergleichende Schulleistungsuntersuchung, die langfristige Entwicklungen in den Bildungssystemen untersucht. Dabei werden die Kompetenzen von Schüler:innen am Ende der 4. Klasse in den Unterrichtsfächern Mathematik und Sachunterricht sowie Informationen zu ihrem Lern- und Lebensumfeld durch die Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen ermittelt.

        TIMSS wird seit 1995 alle vier Jahre von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) durchgeführt. Hier am Arbeitsbereich Evaluation von Bildungssystemen an der Universität Hamburg wird die Studie wissenschaftlich geleitet und der Berichtsband für Deutschland erstellt.

        Experten beklagen, dass Lehrer eine gewisse Grundskepsis gegenüber neuen Methoden hätten. Stattdessen verließen sie sich auf ihr „Bauchgefühl“ – doch das lässt sich ändern. Ein Kommentar.

        Die Matheleistungen von Grundschulkindern haben sich seit 2007 weder verschlechtert noch verbessert. In naturwissenschaftlichen Fächern sieht das aber anders aus.

        Etwa jeder vierte Viertklässler in Deutschland hat nur rudimentäre Kenntnisse in Mathematik, zeigt die neue Timss-Studie. Insgesamt erkennt Knut Schwippert, Studienleiter in Deutschland, dennoch eine »starke Leistung«.

         

        ICILS 2023

        ICILS 2023

        Die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Achtklässlerinnen und Achtklässlern in Deutschland liegen trotz eines Rückgangs weiterhin über dem internationalen Mittelwert. Bemerkenswert verbessert hat sich die technische Ausstattung der Schulen in den letzten zehn Jahren. Auch die Lehrkräfte nutzen deutlich häufiger als früher digitale Medien. Hier zeigt der DigitalPakt Schule von Bund und Ländern positive Effekte.

        Allerdings erreicht nur ein geringer Anteil der Jugendlichen die Leistungsspitze und gut vierzig Prozent verfügen lediglich über Grundkenntnisse. Die Kompetenzen variieren stark nach besuchter Schulform und es zeigen sich deutliche Unterschiede bezogen auf die soziale Herkunft sowie den Zuwanderungs- beziehungsweise Sprachhintergrund.

        Die heute veröffentlichte Studie „International Computer and Information Literacy Study“, ICILS 2023 untersucht seit 2013 alle fünf Jahre zum dritten Mal die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich.

        Deutsche Achtklässler haben sich laut der aktuellen ICIL-Studie in ihren digitalen Kompetenzen seit 2013 deutlich verschlechtert. Wie können Schulen reagieren? Darüber spricht Studienleiterin Prof. Dr. Birgit Eickelmann im Interview.

        Ergänzungen/Kommentare/Interviews:

        Das nationale Forschungszentrum der Studie ICILS 2023 liegt, wie schon für ICILS 2018, an der Universität Paderborn unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Birgit Eickelmann (National Research Coordinator). 

        Die digitale Ausstattung deutscher Schulen hat sich deutlich verbessert. Aber vor allem benachteiligte Jugendliche können schlecht mit digitalen Informationen umgehen.

        Bund und Länder haben Milliarden in Tablets, Laptops und WLAN an Schulen investiert. Dennoch bewegen sich viele Jugendliche unsicherer denn je durch die digitale Welt. Woran das liegen könnte und was daraus folgt.

        Lernen in der digitalen Welt

        Lernen in der digitalen Welt

        Künstliche Intelligenz wird an Schulen eine zunehmende Rolle spielen, so viel ist sicher, denn schon jetzt ist sie nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Wie häufig und wofür Lehrkräfte und Jugendliche in Deutschland KI bereits nutzen, haben in diesem Jahr zwei Studien ermittelt. Und was weiß die Forschung eigentlich darüber, ob KI tatsächlich das Lernen fördern kann?

        Neue Deutsch-Aufgaben entwickeln, Elternbriefe verfassen, ganze Unterrichtsstunden planen – viele Lehrerinnen und Lehrer nutzen Künstliche Intelligenz für schulische Zwecke. So haben bereits 51 Prozent Erfahrungen etwa mit Anwendungen wie ChatGPT, SchulKI, FieteAI in schulischem Kontext gesammelt: 28 Prozent werden dies auch künftig tun, 23 Prozent haben entsprechende Tools zwar schon für den Unterricht ausprobiert, wollen sie aber nicht wieder nutzen. Auch darüber hinaus ist das Interesse der Lehrenden an KI groß: So haben weitere 28 Prozent KI für den Unterricht noch nicht ausprobiert, wollen dies aber bald tun. 7 Prozent haben KI bislang nur für private Zwecke genutzt. Lediglich jede zehnte Lehrkraft (11 Prozent) schließt den KI-Einsatz kategorisch aus. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 502 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. 

        Zur Studie

        Der Einsatz digitaler Technologien ist an deutschen Schulen längst keine Ausnahme mehr. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 502 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II zeigt, dass mehr als zwei Drittel der Pädagog*innen digitale Lernplattformen im Unterricht einsetzen.

        Eine neue Pilotstudie der Vodafone Stiftung Deutschland in Zusammenarbeit mit der OECD zeigt, wie digitale Technologien das Lernen von Schüler:innen in deutschen Schulen beeinflussen und fördern können – vorausgesetzt, sie werden gezielt und kompetent eingesetzt. Basierend auf den PISA-2025-Prototypen zum „Lernen in der digitalen Welt“ (LDW), wurden wichtige Erkenntnisse über das Lernverhalten von Schüler:innen mit Informations- und Kommunikationstechnologien in deutschen Schulen gewonnen. Das Ziel von LDW ist es, die Fähigkeiten der Schüler:innen beim Computational Thinking und die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen mit digitalen Werkzeugen zu erfassen. Die insgesamt sechs Prototyp-Einheiten enthalten interaktive, 30-minütige Aufgaben, bei denen die Schüler:innen lernen, ein digitales Werkzeug zu verwenden, um Programmier- und naturwissenschaftliche Probleme zu lösen.

        SINUS-Studie „Was motiviert zum MINT-Lernen?“

        Die SINUS-Studie „Was motiviert zum MINT-Lernen?“ wurde von SINUS im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung durchgeführt. Ziel der Untersuchung war es, Faktoren zu identifizieren, die die Motivation von 10- bis 16-jährigen Kindern und Jugendlichen zum Lernen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern fördern. Die Studie untersucht, wie sich Einstellungen zu MINT-Fächern entwickeln und welche Bedingungen die Begeisterung für diese Fächer steigern können, um langfristig auch Interesse an MINT-Berufen zu wecken.

        TIMMS Grundschule

        Studien

        In Deutschland entscheidet wie in kaum einem anderen vergleichbaren Land die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Zu diesem Ergebnis kommen zahlreiche Studien. Nun hat die Wübben Stiftung Bildung mit „Woher und Wohin 2024“ eine Expertise veröffentlicht, in der die zentralen Befunde zahlreicher Schulleistungsstudien mit Fokus auf die herkunftsbedingten Unterschiede dargestellt werden.

        Das Besondere an dieser Expertise ist, dass sie die Erkenntnisse zu dem Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg deutlich umfassender bündelt als bisher erschienene Publikationen in Deutschland. So werden darin verschiedene Schulleistungsstudien – von PISA, TIMSS und IGLU über ICILS und ICCS bis hin zum IQB-Bildungstrend – sowie Daten aus dem nationalen Bildungsbericht und dem NEPS-Panel berücksichtigt und die jeweiligen Ergebnisse auch im Zeitverlauf betrachtet. Dabei nimmt sie verschiedene Kompetenz­bereiche in den Blick: Lesen, Mathematik, Naturwissen­schaften, computer- und informationsbe­zogene Kompetenzen und politisches Wissen. Mit der Erstellung der Expertise hat die Wübben Stiftung Bildung ein Wissenschaftlerteam der Universität Osnabrück, der Universität Duisburg-Essen, der Ruhr-Universität-Bochum und der TU Dortmund beauftragt.

        Lesen, Rechnen, Politik, Biologie: Wie gut Kinder in der Schule sind, hängt auch von ihrem Umfeld ab. Laut einer neuen Studie ist das in Deutschland mehr als in anderen Ländern der Fall. Manche hinken bis zu vier Jahre hinter ihren Klassenkameraden her.

        Auch nach 25 Jahren kontinuierlicher Forschung zur Mediennutzung von Jugendlichen ist das Interesse an diesem Thema weiter ungebrochen. Angesichts der dynamischen Entwicklung neuer Medienangebote und Technologien treten immer wieder neue Aspekte auf, deren Relevanz für Jugendliche einer Überprüfung bedarf. Eine Frage ist hierbei stets, welche Plattformen Jugendliche zurzeit im Alltag verwenden und welche Angebote und Funktionen in ihrer Gunst ganz oben stehen. Weitere Themen sind sicher die Bedeutung von KI im Leben von jungen Menschen und wie diese mit dem enormen Medienangebot umgehen

        • Bosch-Stiftung

        Wie ist die aktuelle Situation an Schulen in Deutschland? Vor welchen Herausforderungen stehen Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche? Mit repräsentativen Umfragen befragen wir Menschen, die Schule täglich mitgestalten und erleben.

        Das neue Schulbarometer zeigt: Das Hauptproblem der Lehrkräfte ist das Verhalten der Schüler. Besonders junge Lehrer leiden darunter. Hier berichtet einer von ihnen.

        Demokratie und KI, gesellschaftspolitisch sind sie derzeit besonders wichtig. Das Deutsche Schulbarometer zeigt, dass Lehrkräfte in beiden Bereichen schlecht aufgestellt sind. Sorgen machen sie sich über andere Dinge.

        Jugendliche blicken optimistischer in die Zukunft als noch 2019? Ja, zeigt die Shell Jugendstudie, und selbst die Autoren sind überrascht. Das sei schon “ein Knaller”.

        Die SINUS-Studie „Was motiviert zum MINT-Lernen?“ wurde von SINUS im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung durchgeführt. Ziel der Untersuchung war es, Faktoren zu identifizieren, die die Motivation von 10- bis 16-jährigen Kindern und Jugendlichen zum Lernen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern fördern. Die Studie untersucht, wie sich Einstellungen zu MINT-Fächern entwickeln und welche Bedingungen die Begeisterung für diese Fächer steigern können, um langfristig auch Interesse an MINT-Berufen zu wecken.

        Das SINUS-Institut hat im Auftrag der Telekom Stiftung eine Studie mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren aus allen sozialen Schichten zu den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) durchgeführt. Die SINUS-Studie zeigt, dass viele Schüler:innen MINT-Fächer als weniger alltagsrelevant und zu theoretisch empfinden, was ihre Motivation für diese Fächer senkt. 

        Die berufliche Orientierung stellt einen entscheidenden Schritt im Leben junger Menschen dar. Insbesondere in einer komplexen und sich verändernden Welt sind Lehrkräfte und Bildungsakteure gefragt, Jugendliche auf diesem Weg gezielt zu unterstützen. Die SINUS-Jugendstudie 2024 bietet wertvolle Einblicke in die Lebenswelten von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland und zeigt, welche Faktoren die berufliche Orientierung besonders beeinflussen – unter anderem bei Jugendlichen aus prekären Familienverhältnissen, auf welche hier ein besonderes Augenmerk gelegt werden soll. Dabei werden wir in diesem Artikel die wichtigsten Erkenntnisse der SINUS-Jugendstudie 2024 zusammenfassen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zur beruflichen Orientierung geben.

        Folgerung I: Schulentwicklung

        Die Ergebnisse aus den vielen Studien des Jahres 2024 (s.o.) weisen auf Veränderungsbedarfe in der Schulentwicklung hin, z. B. die SINUS-Jugendstudie zitierend:

        • Nur die Hälfte der Jugendlichen fühlt sich in der Schule wohl. Sie berichten zum Beispiel, dass es kaum Mitbestimmungsmöglichkeiten gibt.
        • Lernende fühlen sich in der Schule nicht ernst genommen und bekommen wenig Mitspracherecht zugesprochen.
        • Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler berichten in den Interviews von Diskriminierungserfahrungen in der Schule, während außerhalb der Schule nur zwei von zehn ähnliche Erfahrungen machen. Hilfe suchen sich die Jugendlichen selten innerhalb der Schule, stattdessen dienen Freunde und Familie als Rettungsanker, obwohl die Unterstützungsangebote der Schulen durchaus als hilfreich bewertet werden.
        • Strategisches Schwänzen scheint eine weit verbreitete Antwort der Jugendlichen zu sein, um effizienter zu lernen, und Fernbleiben aus psychosozialen Gründen, z.B. Mobbing.
        • Die Jugendlichen wünschen sich ein stärkeres Engagement der Lehrkräfte. Häufig haben sie das Gefühl, dass die Lehrkräfte den digitalen Möglichkeiten nicht aufgeschlossen genug gegenüberstehen.
        • Die Mehrheit der Schüler beklagt eine mangelnde Vorbereitung auf die digitalen Anforderungen der Arbeitswelt.

        oder

        • aus dem MINT-Nachwuchsbarometer:
          • Die mathematischen Leistungen bei der Gruppe der 15-Jährigen zwischen 2012 und 2022 um 39 Punkte abgenommen. Das entspricht einem Kompetenzrückstand von einem Schuljahr.
          • Der Anteil der besonders leistungsschwachen Jugendlichen ist in diesem Zeitraum von 17 Prozent auf 29 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Leistungsstarken halbiert und umfasst 2022 knapp 9 Prozent.
        • aus der Bertelsmann-Studie (Ausbildungsbaromter):
          • Junge Menschen mit hoher Schulbildung vermissen bei der Berufsorientierung und der Suche nach einem Ausbildungsplatz häufiger Unterstützung als Gleichaltrige mit niedriger oder mittlerer Schulbildung. So äußerten 41 Prozent der Befragten mit Abitur, die auf Ausbildungssuche sind oder waren, dass sie sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz mehr Unterstützung wünschen oder gewünscht hätten.
          • Obwohl sich Hauptschüler:innen besser über Ausbildungsmöglichkeiten informiert fühlen als die gleichaltrigen Befragten auf dem Gymnasium, bewerten sie ihre Chancen am Ausbildungsmarkt deutlich pessimistischer als diejenigen mit höherer Schulbildung.

        Ergänzend und mit Blick auf die Angebote zur Berufsorientierung sollten uns auch die alarmierenden Zahlen der Studienabbrecher aufrütteln: Beinahe ein Drittel aller Studierenden brechen ihr Studium nach dem ersten Semester schon wieder ab. Es gibt zu wenig Anreize, ein Studium bis zum Abschluss durchzuhalten.

        Die Ergebnisse der Studien lassen sich gut in eine schulweite Befragung integrieren, da in den Leitbildern bzw. Leitsätzen in der Regel die Auseinandersetzung mit den kritisch gestellten Merkmalen beschrieben ist. Eine Überprüfung dessen, was die Schule tun will, bietet sich daher an. Und zwar über ein datengestütztes Verfahren, vgl. z. B. das im ersten Beitrag vorgestellte Verfahren Data Team Intervention oder das folgende Verfahren aus der Schweiz, mit dem wir Schulberater sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

        9- Schritt Methode

         
        Gute Evaluationen folgen transparenten Schritten, die Vertrauen und Verlässlichkeit für die Beteiligten schaffen. Wer eine Evaluation plant und durchführt, kann sich an den neun bewährten Schritten orientieren, wie sie in Schulen des Schweizer Kantons Zug vermittelt werden.

        Kleine Schritte und verschiedene Zugänge sind möglich, der Einsatz auch einfacher Evaluationsformen ist realistisch: Mit all dem kann eine tragfähige Evaluationskultur in der Schule längerfristig aufgebaut werden.

        Sie fragen sich sicher, ob es bereits ausgearbeitete Fragebögen gibt. Wenn man sich auf die oben genannten Studien bezieht, meines Erachtens nicht. Und doch gibt es diesen (Aus)Weg:

        Ich habe kürzlich das Buch „Künstliche Intelligenz und wissenschaftliches Arbeiten“ rezensiert. Die Autoren greifen mit Brainstorming und quantitativen Verfahren (z.B. Fragebogenentwicklung) Aspekte auf, die auch für die Schulentwicklung relevant sind. Da sie verständlicherweise sehr stark auf die duale Ausbildung der Studierenden ausgerichtet sind, muss ein eigener schulischer Transfer geleistet werden. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Promptstruktur von der Ideengenerierung über das Evaluationsdesign mit der Fragebogenanalyse und der Datenanalyse mit der Auswertung der Fragebogenergebnisse bis hin zur Berichterstellung.

        Ich habe das einmal konkret durchgespielt:

        Ideengenerierung

        Prompt: Wie kannst Du Schulleitungen bei der Ideengenerierung unterstützen?

        Schulleitungen bei der Ideengenerierung für Schulentwicklung zu unterstützen, ist ein zentraler Bestandteil, um innovative und nachhaltige Bildungsprozesse zu fördern. Hier sind einige Ansätze, wie ich helfen kann:

        1. Moderation von Brainstorming-Sitzungen:

        • Strukturierte Brainstorming-Methoden: Unterstützung bei der Anwendung von Methoden wie „Design Thinking“, „Mind Mapping“ oder „6-3-5-Methode“, um kreative Ideen zu generieren.
        • Problemzentriertes Arbeiten: Fokus auf spezifische Herausforderungen der Schule, um gezielt Lösungen zu entwickeln.
        • Virtuelle Workshops: Organisation und Moderation von Online-Workshops, die flexible Teilnahme und den Austausch innovativer Ideen ermöglichen.

        2. Best-Practice-Beispiele und Fallstudien:

        • Bereitstellung von Fallstudien: Analyse erfolgreicher Schulentwicklungsprojekte und deren Übertragbarkeit auf die eigene Schule.
        • Inspirierende Beispiele: Vorstellung innovativer Schulkonzepte aus verschiedenen Ländern oder Regionen.
        • Trendforschung: Information über aktuelle Trends in der Bildungsforschung und deren potenzielle Anwendung in der eigenen Schule.

        3.  Technologiegestützte Tools:

        • Digitale Plattformen für Zusammenarbeit: Empfehlungen für Tools wie Miro, Trello oder Padlet, um Ideensammlungen und Zusammenarbeit zu erleichtern.
        • Umfrage-Tools: Einsatz von Umfragen zur Sammlung von Ideen und Feedback von Lehrkräften, Eltern und Schülern.

        4.  Schulinterne Analyse und Reflexion:

        • Stärken-Schwächen-Analyse (SWOT): Unterstützung bei der Durchführung einer SWOT-Analyse, um Potenziale und Herausforderungen der Schule zu identifizieren.
        • Feedback-Runden: Strukturierte Rückmeldungen von Lehrkräften und Schülern einholen, um neue Impulse für die Schulentwicklung zu setzen.

        5. Entwicklung einer Innovationskultur:

        • Förderung einer offenen Fehlerkultur: Ermutigung der Schulleitung, ein Umfeld zu schaffen, in dem Experimentieren und Lernen aus Fehlern gefördert wird.
        • Netzwerkbildung: Aufbau und Pflege von Netzwerken mit anderen Schulen, Bildungseinrichtungen und externen Experten, um sich regelmäßig über neue Ideen und Ansätze auszutauschen.

        6. Strategische Planung und Implementierung:

        • Zielorientierte Planung: Unterstützung bei der Formulierung konkreter Ziele und Meilensteine für die Schulentwicklung.
        • Ressourcenmanagement: Beratung zur optimalen Nutzung vorhandener Ressourcen (zeitlich, personell, materiell), um innovative Projekte erfolgreich umzusetzen.
        • Monitoring und Evaluierung: Unterstützung bei der Entwicklung von Indikatoren zur regelmäßigen Überprüfung des Fortschritts und zur Anpassung der Strategien.

        7. Schüler- und Lehrerbeteiligung:

        • Partizipative Methoden: Einbeziehung von Schülern und Lehrern in den Ideengenerierungsprozess durch Workshops, Umfragen und kreative Projekte.
        • Projektbasierte Lernansätze: Förderung von Schülerprojekten, die als Pilotprojekte für größere Schulentwicklungsinitiativen dienen können.

        8. Langfristige Vision und Leitbildentwicklung:

        • Visioning-Workshops: Unterstützung bei der Entwicklung einer langfristigen Vision für die Schule, die als Leitfaden für alle Schulentwicklungsmaßnahmen dient.
        • Leitbild-Erarbeitung: Moderation des Prozesses zur Entwicklung oder Überarbeitung des schulischen Leitbildes, um die Identität und die Werte der Schule klar zu definieren.

        Diese Ansätze können Schulleitungen dabei helfen, innovative Ideen zu entwickeln und sie effektiv in die Schulentwicklungsprozesse zu integrieren.

        Evaluation Leitbildarbeit

        Prompt: Ich will unsere Leitbildarbeit evaluieren. Wie mache das am besten?

        Die Evaluation der Leitbildarbeit ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass das Leitbild nicht nur auf dem Papier existiert, sondern tatsächlich in der Schulpraxis verankert ist und seine Wirkung entfaltet. Hier ist ein systematischer Ansatz, wie du diese Evaluation am besten durchführen kannst:

        1. Ziele der Evaluation definieren

        • Klarheit über den Zweck: Bestimmen, ob die Evaluation das Ziel hat, den Prozess der Leitbilderstellung zu bewerten, die Bekanntheit und Akzeptanz des Leitbilds zu prüfen oder die Auswirkungen des Leitbilds auf das schulische Handeln zu analysieren.
        • Konkrete Fragestellungen formulieren: Beispiele: „Inwieweit wird das Leitbild im Schulalltag gelebt?“ oder „Welche Elemente des Leitbilds sind den Beteiligten besonders wichtig?“

        2. Beteiligte Gruppen identifizieren

        • Breite Einbeziehung: Um eine umfassende Perspektive zu gewinnen, sollten Lehrkräfte, Schüler, Eltern und eventuell auch außerschulische Partner einbezogen werden.
        • Repräsentative Stichprobe: Auswahl von Vertretern aus allen Gruppen, um eine aussagekräftige Evaluation zu gewährleisten.

        3. Methoden der Datenerhebung auswählen

        • Umfragen/Fragebögen: Entwicklung von Fragebögen, die sowohl quantitative (Skalenfragen) als auch qualitative (offene Fragen) Elemente enthalten. Dies kann Online oder in Papierform geschehen.
        • Interviews: Durchführung von Einzelinterviews oder Gruppendiskussionen, um tiefere Einblicke zu gewinnen. Besonders nützlich für qualitative Rückmeldungen.
        • Fokusgruppen: Gruppeninterviews mit Vertretern verschiedener Gruppen (z.B. Lehrkräfte, Schüler) zur Diskussion über die Wirksamkeit und Relevanz des Leitbilds.
        • Beobachtung: Systematische Beobachtung von Schulveranstaltungen, Unterricht und Alltagssituationen, um zu sehen, wie das Leitbild praktisch umgesetzt wird.

        4. Indikatoren und Kriterien festlegen

        • Leitbild in der Praxis: Indikatoren könnten z.B. sein, wie oft und in welchem Kontext das Leitbild erwähnt wird, ob es in Entscheidungsprozesse einfließt, oder wie es in der Schulordnung und im Unterricht umgesetzt wird.
        • Akzeptanz und Identifikation: Kriterien könnten sein, inwieweit sich die Schulangehörigen mit dem Leitbild identifizieren und es als relevant empfinden.
        • Bekanntheitsgrad: Messen, wie gut das Leitbild unter den Schülern, Lehrern und Eltern bekannt ist.

        5. Datenauswertung und Interpretation

        • Quantitative Auswertung: Statistische Analyse von Umfragedaten, um Trends und Muster zu identifizieren.
        • Qualitative Analyse: Auswertung von Interviews und offenen Fragen durch Kategorisierung und Identifikation von Schlüsselthemen.
        • Vergleichende Analyse: Vergleich der Ergebnisse zwischen verschiedenen Gruppen (z.B. Schüler vs. Lehrkräfte) und zwischen der aktuellen Praxis und den ursprünglichen Zielen des Leitbilds.

        6. Ergebnisse zusammenfassen und Rückmeldungen einholen

        • Bericht erstellen: Erstellen eines Berichts, der die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst, Stärken und Schwächen aufzeigt und mögliche Handlungsfelder identifiziert.
        • Rückmeldungsschleifen einbauen: Präsentation der Ergebnisse an das Kollegium, die Schulgemeinschaft und ggf. den Schulträger, um Rückmeldungen und weitere Impulse zu sammeln.

        7. Maßnahmen ableiten und umsetzen

        • Handlungsplan entwickeln: Auf Basis der Evaluationsergebnisse konkrete Maßnahmen planen, um das Leitbild weiter zu verankern oder zu überarbeiten.
        • Kontinuierliche Überprüfung: Festlegung von Zeitpunkten für eine erneute Evaluation, um den Fortschritt zu überwachen und das Leitbild lebendig zu halten.

        8. Kommunikation und Transparenz

        • Offene Kommunikation: Sicherstellen, dass die Ergebnisse und daraus abgeleiteten Maßnahmen transparent an alle Beteiligten kommuniziert werden, um Akzeptanz und Engagement zu fördern.

        Dieser strukturierte Ansatz hilft dabei, die Leitbildarbeit nicht nur zu bewerten, sondern auch weiterzuentwickeln, sodass das Leitbild ein integraler Bestandteil des Schullebens bleibt.

        Schul- und Unterrichtskultur I

        Prompt:

        Konkretisiere bitte Deine Fragen „Inwieweit wird das Leitbild im Schulalltag gelebt?“ oder „Welche Elemente des Leitbilds sind den Beteiligten besonders wichtig?“. Sie sind mir zu allgemein. Ich will wissen, ob die >>Schulkultur<< und der >>Unterricht<< vom Leitbild profitiert hat. Stelle mir bitte zu beiden Aspekten je zehn Fragen zusammen, mit der Antwortmöglichkeit 1: “trifft gar nicht zu” 2: “trifft kaum zu” 3: “trifft häufig zu” 4: “trifft vollständig zu”

         

        Hier sind jeweils zehn Fragen zu den Aspekten Schulkultur und Unterricht, die gezielt darauf abzielen, den Einfluss des Leitbilds auf diese beiden Bereiche zu evaluieren. Die Antwortmöglichkeiten für jede Frage sind: 1: “trifft gar nicht zu”, 2: “trifft kaum zu”, 3: “trifft häufig zu”, 4: “trifft vollständig zu”.

        Fragen zur Schulkultur:

        1. Fördert das Leitbild das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Schulgemeinschaft?
        2. Spiegelt sich das Leitbild in der täglichen Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern wider?
        3. Wird das Leitbild bei schulischen Veranstaltungen und Aktivitäten sichtbar gelebt?
        4. Ermutigt das Leitbild zu einem respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander?
        5. Beinhalten Schulregeln und Verhaltensrichtlinien Prinzipien aus dem Leitbild?
        6. Nehmen die Schüler das Leitbild als Orientierung für ihr Verhalten im Schulalltag wahr?
        7. Wird das Leitbild in Entscheidungsprozessen der Schulgemeinschaft (z.B. Konferenzen, Gremien) berücksichtigt?
        8. Fördert das Leitbild die Identifikation der Schüler und Lehrkräfte mit der Schule?
        9. Erleben Eltern das Leitbild als grundlegend für die schulische Zusammenarbeit?
        10. Trägt das Leitbild zu einem positiven Schulklima bei, in dem sich alle wohlfühlen?

        Fragen zum Unterricht:

        1. Wird das Leitbild bei der Planung und Gestaltung des Unterrichts bewusst berücksichtigt?
        2. Werden die Werte und Prinzipien des Leitbilds im Unterrichtsalltag vermittelt?
        3. Ist das Leitbild in der Wahl und Anwendung von Unterrichtsmethoden erkennbar?
        4. Fördert das Leitbild den respektvollen Umgang zwischen Schülern im Unterricht?
        5. Ermutigt das Leitbild zu einer aktiven und verantwortungsvollen Teilnahme der Schüler am Unterricht?
        6. Findet das Leitbild Eingang in die Inhalte und Themen des Unterrichts?
        7. Tragen Lehrkräfte das Leitbild durch ihr Verhalten und ihre Unterrichtsführung sichtbar mit?
        8. Ist das Leitbild im Umgang mit Leistungsanforderungen und Feedback an Schüler präsent?
        9. Orientieren sich Projekte und Gruppenarbeiten an den Grundsätzen des Leitbilds?
        10. Stärkt das Leitbild den Lernprozess und die persönliche Entwicklung der Schüler im Unterricht?

        Diese Fragen helfen dabei, ein klares Bild davon zu bekommen, wie stark das Leitbild in der Schulkultur und im Unterricht verankert ist und ob es positive Veränderungen in diesen Bereichen bewirkt hat.

        Schul- und Unterrichtskultur II

        Prompt:

        Konkretisiere bitte Deine Fragen „Inwieweit wird das Leitbild im Schulalltag gelebt?“ oder „Welche Elemente des Leitbilds sind den Beteiligten besonders wichtig?“. Sie sind mir zu allgemein. Ich will wissen, ob die >>Schulkultur<< und der >>Unterricht<< vom Leitbild profitiert hat. Stelle mir bitte zu beiden Aspekten je zehn Fragen zusammen, mit der Antwortmöglichkeit 1: “trifft gar nicht zu” 2: “trifft kaum zu” 3: “trifft häufig zu” 4: “trifft vollständig zu”

        (Dieser Prompt wurde zweifach beantwortet)

        Hier sind jeweils zehn konkrete Fragen, die du für die Evaluation der Auswirkungen des Leitbilds auf die Schulkultur und den Unterricht verwenden kannst. Jede Frage kann mit den Antwortmöglichkeiten „1: trifft gar nicht zu“, „2: trifft kaum zu“, „3: trifft häufig zu“, „4: trifft vollständig zu“ beantwortet werden.

        Fragen zur Schulkultur

        1. Das Leitbild ist in unserem Schulalltag präsent und wird von den meisten Mitgliedern der Schulgemeinschaft aktiv gelebt.
        2. Schulveranstaltungen (z.B. Schulfeste, Projektwochen) spiegeln die Werte und Ziele des Leitbilds wider.
        3. Das Leitbild fördert ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft.
        4. Entscheidungen der Schulleitung und des Kollegiums orientieren sich am Leitbild.
        5. Die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern sind durch das Leitbild verbessert worden.
        6. Das Leitbild unterstützt die Integration und Wertschätzung von Diversität innerhalb der Schulgemeinschaft.
        7. Konflikte innerhalb der Schulgemeinschaft werden in Übereinstimmung mit den Prinzipien des Leitbilds gelöst.
        8. Das Leitbild wird in offiziellen Schulkommunikationen (z.B. Elternbriefe, Website) regelmäßig thematisiert.
        9. Schüler und Eltern identifizieren sich mit den im Leitbild formulierten Werten und Zielen.
        10. Das Leitbild trägt zur positiven Außenwahrnehmung unserer Schule bei.

        Fragen zum Unterricht

        1. Die im Leitbild formulierten Werte und Ziele finden regelmäßig Eingang in den Unterrichtsalltag.
        2. Lehrkräfte beziehen sich in ihrem Unterrichtsverhalten und ihrer Unterrichtsplanung auf das Leitbild.
        3. Das Leitbild hat dazu beigetragen, dass der Unterricht schülerzentrierter und partizipativer gestaltet wird.
        4. Die Vermittlung von sozialen und ethischen Werten, wie sie im Leitbild festgehalten sind, ist ein fester Bestandteil des Unterrichts.
        5. Der Unterricht fördert die Eigenverantwortung der Schüler im Sinne des Leitbilds.
        6. Die Vielfalt der Unterrichtsmethoden hat sich im Einklang mit dem Leitbild weiterentwickelt.
        7. Das Leitbild hat dazu beigetragen, dass fachübergreifende Themen und Projekte stärker in den Unterricht integriert werden.
        8. Die Leistungsbewertung und Rückmeldung an Schüler orientieren sich an den Maßstäben des Leitbilds.
        9. Das Leitbild hat das Lernen und den Umgang mit Fehlern im Unterricht positiv beeinflusst.
        10. Der Unterricht fördert das Gemeinschaftsgefühl und die Teamarbeit unter den Schülern entsprechend den Zielen des Leitbilds.

        Diese Fragen sind darauf ausgelegt, konkrete Rückmeldungen darüber zu erhalten, wie stark das Leitbild im Schulleben verankert ist und ob es positive Auswirkungen auf die Schulkultur und den Unterricht hat.

        Dialog

        Prompt:

        Du fragst: Welche Reaktion bevorzugst du? Meine Einschätzung: Tatsächlich ein Mix aus beiden Reaktionen. Mir ist durch die Zusammenstellung auch klar geworden, dass ich besser eine Präambel voranstellen sollte, z.B. Wir wollten mit unserem Leitbild die Selbstständigkeit unserer Schüler befördern helfen. Dann kann ich Deine Fragen aufnehmen.

        Das ist eine sehr gute Idee, eine Präambel voranzustellen, um den Kontext und die Zielsetzung eures Leitbilds zu verdeutlichen. Diese Einleitung hilft den Befragten, die Fragen im richtigen Licht zu sehen und die beabsichtigten Wirkungen des Leitbilds im Schulalltag und Unterricht besser nachzuvollziehen. Hier ist ein Beispiel, wie du die Präambel formulieren und die Fragen entsprechend anpassen könntest:

         

        Präambel: „Mit unserem Leitbild haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Selbstständigkeit unserer Schüler zu fördern und eine positive, respektvolle Schulkultur zu schaffen. Wir möchten nun evaluieren, inwieweit diese Ziele erreicht wurden und wie gut das Leitbild in der Schulkultur und im Unterricht verankert ist.“

        Fragen zur Schulkultur:

        1. Wird durch das Leitbild die Selbstständigkeit der Schüler in schulischen Aktivitäten gefördert?
        2. Ermutigt das Leitbild Schüler, eigenverantwortlich und respektvoll im Schulalltag zu handeln?
        3. Trägt das Leitbild dazu bei, dass Schüler Konflikte eigenständig und fair lösen?
        4. Fördert das Leitbild eine Kultur des gegenseitigen Respekts und der Unterstützung innerhalb der Schulgemeinschaft?
        5. Erkennen die Schüler das Leitbild als Leitfaden für ihr Verhalten im schulischen Umfeld?
        6. Spiegelt sich das Leitbild in der täglichen Kommunikation und dem Umgang miteinander in der Schule wider?
        7. Unterstützt das Leitbild Schüler dabei, Verantwortung für schulische Projekte und Aufgaben zu übernehmen?
        8. Wird durch das Leitbild die Partizipation der Schüler an schulischen Entscheidungsprozessen gestärkt?
        9. Hilft das Leitbild dabei, eine offene und wertschätzende Atmosphäre in der Schule zu schaffen?
        10. Fördert das Leitbild die Bereitschaft der Schüler, aktiv zur Schulgemeinschaft beizutragen?

        Fragen zum Unterricht:

        1. Unterstützt das Leitbild die Schüler darin, selbstständig im Unterricht zu arbeiten und zu lernen?
        2. Ermutigt das Leitbild die Schüler, Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen?
        3. Spiegelt sich die Förderung der Selbstständigkeit im Unterrichtsverhalten der Schüler wider?
        4. Wird das Leitbild bei der Planung und Umsetzung von Unterrichtseinheiten zur Förderung der Selbstständigkeit berücksichtigt?
        5. Trägt das Leitbild dazu bei, dass Schüler im Unterricht eigeninitiativ und kritisch denken?
        6. Ermutigt das Leitbild die Lehrer, Unterrichtsmethoden einzusetzen, die die Selbstständigkeit der Schüler fördern?
        7. Stärkt das Leitbild die Fähigkeit der Schüler, eigenverantwortlich Gruppenarbeiten zu organisieren und durchzuführen?
        8. Wird im Unterricht darauf geachtet, dass Schüler die Gelegenheit haben, selbstständig Lösungen zu erarbeiten?
        9. Trägt das Leitbild dazu bei, dass Schüler auch außerhalb des Unterrichts eigenständig weiterlernen?
        10. Wird das Leitbild als Orientierung genutzt, um den Schülern konstruktives Feedback zu ihrem selbstständigen Arbeiten zu geben?

        Durch diese präzise Verbindung der Fragen mit dem übergeordneten Ziel der Selbstständigkeitsförderung kannst du klare Rückmeldungen dazu erhalten, inwieweit das Leitbild seine beabsichtigte Wirkung entfaltet hat.

        Fragenbogen zu GenZ

        In jüngster Zeit wurden mehrere Studien veröffentlicht. Die JIM-Studie hebt beispielsweise hervor, dass Jugendliche zunehmend Videos auf Plattformen wie YouTube als Lernmethode nutzen, wobei 42 % der befragten Schüler Videos als ihre bevorzugte Lernmethode ansehen. Gründe dafür sind die ständige Verfügbarkeit und die Möglichkeit, komplexe Inhalte visuell ansprechend aufzubereiten. Allerdings fehlt es an digitaler Infrastruktur und Medienkompetenz an deutschen Schulen, um Schüler auf den Umgang mit Online-Informationen vorzubereiten.

        Wichtige Erkenntnisse:

        • Digitale Lernmethoden werden kaum in den Unterricht integriert, obwohl Videos bei den Schülern beliebt sind.
        • Persönliche Empfehlungen (von Freunden oder Lehrern) spielen eine zentrale Rolle bei der Auswahl von Lernvideos.
        • Ein großes Problem ist, dass Videoplattformen wie YouTube auf Klicks und Verweildauer ausgelegt sind und keinen Bildungsauftrag haben, was die Gefahr von Verzerrungen und Fehlinformationen erhöht.
        • Schulen sollten mehr Wert auf Medienkompetenz legen, damit Jugendliche Informationen kritisch bewerten können.
        • Lehrer müssen ausgebildet werden, um digitale Werkzeuge sinnvoll in den Unterricht zu integrieren und die Medienkompetenz der Schüler zu fördern.

        Die Corona-Pandemie hat den Bedarf an digitalem Unterricht und Medienkompetenz nochmals verdeutlicht. Ein Mix aus analogen und digitalen Methoden wird empfohlen, um Wissenslücken zu schließen und zukünftigen Schulschließungen vorzubeugen.[1]https://www.iwd.de/artikel/lernen-mit-youtube-474148/

         

        Prompt:

        Jugendliche verbringen viel Zeit online. Dies beeinflusst auch die Art und Weise, wie sie lernen und sich über politische und wirtschaftliche Entwicklungen informieren. Viele nutzen das Internet, um Hausaufgaben zu erledigen, Hausarbeiten zu schreiben oder Inhalte aus dem Schulunterricht zu verstehen und zu vertiefen. Im Rahmen der Leitbildentwicklung ist das zu berücksichtigen. Ich möchte die Jugendlichen einer Schule befragen lassen. Dabei möchte ich detailiertere Fragen zu “Was erwarte ich als Schüler im Rahmen der Berufsorientierung”, zu “Wie ich in der Schule und zu Hause am liebsten lerne” und zu “Wie ich mir hybride Lehr- und Lernstrukturen vorstellen kann”. Stelle mir bitte zu den drei Aspekten je zehn Fragen zusammen, mit der Antwortmöglichkeit 1: “trifft gar nicht zu” 2: “trifft kaum zu” 3: “trifft häufig zu” 4: “trifft vollständig zu”

         

        Hier sind je zehn Fragen zu den drei Aspekten „Berufsorientierung“, „Lernpräferenzen“ und „Hybride Lehr- und Lernstrukturen“. Die Antwortmöglichkeiten für jede Frage sind: **1: “trifft gar nicht zu”, 2: “trifft kaum zu”, 3: “trifft häufig zu”, 4: “trifft vollständig zu”**.

        Fragen zur Berufsorientierung:

        1. Ich erwarte, dass die Schule mir konkrete Informationen über verschiedene Berufsfelder bietet.
        2. Ich wünsche mir Praktikumsmöglichkeiten, um verschiedene Berufe besser kennenzulernen.
        3. Ich erwarte von der Schule Unterstützung bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und -unterlagen.
        4. Mir ist es wichtig, dass die Schule mich über Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Schulzeit informiert.
        5. Ich wünsche mir mehr Einblicke in Berufe, die ich online oder digital ausüben kann.
        6. Ich erwarte, dass die Schule mich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Studium aktiv unterstützt.
        7. Ich finde es wichtig, dass die Schule Kontakte zu Unternehmen und Berufsschulen vermittelt.
        8. Ich wünsche mir individuelle Beratungsgespräche, um meine Berufswahl zu klären.
        9. Ich erwarte, dass die Schule mir hilft, meine Stärken und Schwächen in Bezug auf die Berufswahl zu erkennen.
        10. Mir ist es wichtig, dass die Schule mir zeigt, wie ich digitale Werkzeuge zur Berufsorientierung nutzen kann.

         Fragen zu Lernpräferenzen:

        1.  Ich lerne am liebsten, wenn ich die Inhalte selbstständig erarbeiten kann.
        2. Ich nutze gerne Online-Ressourcen, um Themen aus dem Unterricht besser zu verstehen.
        3. Ich bevorzuge es, in der Schule an Projekten zu arbeiten, die praxisnah und realitätsbezogen sind.
        4. Ich lerne zu Hause am liebsten mit Videos oder interaktiven Lernplattformen.
        5. Ich finde es hilfreich, wenn ich meine Lernzeiten und -methoden selbst bestimmen kann.
        6. Ich arbeite gerne in Gruppen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.
        7. Ich finde es wichtig, dass ich in der Schule und zu Hause Zugang zu digitalen Lernmaterialien habe.
        8. Ich lerne am effektivsten, wenn ich praktische Beispiele und Anwendungen sehe.
        9. Ich bevorzuge es, wenn Lehrkräfte individuelle Lernwege und -methoden unterstützen.
        10. Ich nutze gerne Online-Foren oder Chats, um mich mit anderen Schülern über den Lernstoff auszutauschen.

         Fragen zu hybriden Lehr- und Lernstrukturen:

        1. Ich kann mir vorstellen, dass ein Mix aus Präsenzunterricht und Online-Lernen meinen Lernfortschritt verbessert.
        2. Ich finde es gut, wenn ich im Online-Unterricht auf Lernmaterialien zugreifen kann, die ich jederzeit wiederholen kann.
        3. Ich wünsche mir, dass digitale Tools wie interaktive Whiteboards im Unterricht eingesetzt werden.
        4. Ich kann mir vorstellen, dass ich durch hybride Lernangebote flexibler und selbstständiger lernen kann.
        5. Ich finde es wichtig, dass ich im Online-Unterricht regelmäßig Feedback von den Lehrkräften erhalte.
        6. Ich wünsche mir, dass ich auch von zu Hause aus auf alle Unterrichtsmaterialien zugreifen kann.
        7. Ich kann mir vorstellen, dass ich durch Online-Lernangebote besser auf Prüfungen vorbereitet werde.
        8. Ich finde es sinnvoll, wenn ich in Online-Phasen Lernaufgaben in meinem eigenen Tempo bearbeiten kann.
        9. Ich wünsche mir, dass im Hybridunterricht sowohl individuelle als auch gemeinsame Lernaktivitäten stattfinden.
        10. Ich finde es wichtig, dass hybride Lernstrukturen gut organisiert und für alle verständlich sind.

        Diese Fragen helfen dabei, ein detailliertes Bild der Erwartungen und Bedürfnisse der Schüler in Bezug auf Berufsorientierung, Lernpräferenzen und hybride Lehr- und Lernstrukturen zu gewinnen.

         

        Eine weitere Möglichkeit bieten die Schul-Tools des IBBW zum Startchancen-Programm zur Erfassung der Ausgangssituation der Schule. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und Wohlbefinden an der Schule verbessert werden können. Einen Überblick zur Bestandsaufnahme bietet der Leitfaden, für Priorisierungen bieten sich ergänzende Checklisten an.

        Folgerung II: Fortbildung

        Lang, lang ist es her, meine Beteiligung am SiNUS-Projekt. Zur Erinnerung: SINUS (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) war ein Modellversuchsprogramm für die Sekundarstufe I im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, das infolge der Third International Mathematics and Science Study (TIMSS) 1994/96 von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) initiiert wurde. Ziel des Programms war, die Effizienz des Unterrichts zu steigern.

        Die ZEIT schrieb seinerzeit: „Das groß angelegte Programm beweist, dass auch hierzulande möglich ist, was viele den vermeintlich unbeweglichen Deutschen nicht zutrauen: die schnelle Reaktion auf Missstände an Schulen; eine Reform des Unterrichts, des Kerngeschäfts der Lehranstalten; die Mobilisierung der viel gescholtenen Lehrerschaft für Veränderungen – und das alles gar in Zusammenarbeit von Bund und Ländern (Die Zeit, 20/2003)“. Und ein Jahr später: „Realitätsbezogene Aufgaben statt schematischen Rechnens, individuelles Lernen statt Formelpauken im Gleichschritt: Für einen solchen reformierten Mathematikunterricht steht die Abkürzung SINUS (Steigerung der Effizienz des mathematischnaturwissenschaftlichen Unterrichts). Mit einigen hundert Lehrern ist das bundesweite Fortbildungsprogramm gestartet, nach dem Pisa-Schock verzehnfachte sich die Zahl. SINUS zeigt, wie man Unterricht erfolgreich verändert (Die Zeit, 50/2004)“.

        Und dies bestätigt diese Grafik, allerdings bestätigt sie auch, was passiert, wenn man die Maßnahmen einstellt:

        Die Grafik zeigt einen geradezu dramatischen Rückgang der Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler seit 2012. Ich schreibe – nicht evidenzbasiert – unserer Arbeit in SiNUS (eBook als Open Access verfügbar) und KUMN eine Mitursache für die Verbesserung zwischen 2003 – 2012 zu. 

        Immerhin gibt es nun einen neuen Impuls: Das Programm »QuaMath« verbindet bundesländerübergreifend Forschung und Praxis zur Stärkung der mathematischen Bildung in allen Schulstufen von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II in praxisnaher Zusammenarbeit. Die inhaltliche und didaktische Qualität des Unterrichts und die Frage, wie diese gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren in den Fortbildungssystemen der Länder durchgängig umgesetzt werden kann, stehen dabei im Mittelpunkt. Wie bei SiNUS ist QuaMath auf die langfristige Unterrichtsentwicklung in Schulteams ausgerichtet. Dabei arbeiten Lehrkräfte in schulinternen, fachbezogen arbeitenden professionellen Lerngemeinschaften (hier: Schulteams) zusammen und werden von qualifizierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fortgebildet sowie begleitet. Die Fortbildungen finden in Schulnetzwerken im jeweiligen Bundesland statt und ermöglichen einen regelmäßigen fachbezogenen Austausch mit anderen Schulen. Hier ein von den Projektentwicklern produziertes „Einladungs”-Video:

        Für weitere Information zum QuaMath-Angebot: Unterrichts- und Fortbildungs-Qualität in Mathematik entwickeln

        Vergleichbare bundesweite Fortbildungsprogramme für andere Fächer bzw. Themenschwerpunkte gibt es meines Wissens nicht. Ansprechpartner für entsprechende Anfragen sind die jeweiligen Landes(fortbildungs)institute, die regelmäßig Informations- und Fortbildungsangebote zu zentralen Fragestellungen anbieten. Schulinterne Fortbildungen sind eher selten und wurden – von Seiten der Länder bzw. Schulämter –  in der Regel von uns als Schulberater „bedient“. Über diese Erfahrungen und Formate werde ich in einem der folgenden Beiträge berichten.

        Ausblick

        Im nächsten Blogbeitrag werde ich den Blick auf schulinterne Evaluationen (Smart Data) vertiefen und (unterstützende) Tools vorstellen, die auch länderübergreifend zur Verfügung stehen. Außerdem werde ich auf Lernstandserhebungen eingehen, ein Angebot, das in den sozialen Medien sehr unterschiedlich und kritisch bewertet wird.

         

        Bildnachweis:

        Titelbild: Anton Grabolle / Better Images of AI / Classification Cupboard / CC-BY 4.0

           

          Rückblick (4): KI als Wendepunkt in der Bildung?

          Die Digitalisierung und Mediatisierung führen in allen Bereichen unserer Lebens- und Arbeitswelt zu entscheidenden Veränderungen. Diese gehen über einen rein technischen Fortschritt hinaus und führen zu einem breit angelegten kulturellen und gesellschaftlichen Wandel, der sich auf das schulische Lehren und Lernen und auf die Bewältigung und Gestaltung von Lebens- bzw. Arbeitsprozessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auswirkt.

          In der Kultur der Digitalität müssen Bildungsprozesse auch solche Herausforderungen in den Blick nehmen, die sich aus dieser selbst sowie altersspezifisch und konkret aus den medialen Lebenswelten der Lernenden ergeben. Digital gestützte Lehr-Lern-Prozesse müssen daher unter anderem jene Kompetenzen fördern, die den Lernenden eine mündige, souveräne und aktive Teilhabe an der digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt ermöglichen, ganz so, wie das folgende Video zeigt:

          In Bezug auf die MINT-Fächer ist die Frage nach der Unterrichtsmethode von Interesse. Laut MINT-Bildungsbarometer [1]https://www.joachim-herz-stiftung.de/fileadmin/user_upload/MINT_Nachwuchsbarometer_2024.pdf werden Jugendliche beim kollaborativen problemorientierten Lernen mit sehr realitätsnahen Problemstellungen konfrontiert, z.B. mit der Frage, wie Offshore-Windparks so gebaut werden können, dass sie die Meeresflora und -fauna möglichst wenig stören. Die Aufgaben sind immer so komplex, dass sie nur mit dem Wissen und Können der Mitschülerinnen und Mitschüler sowie mit Hilfe weiterer Quellen in der vorgegebenen Zeit bearbeitet werden können. Die Lehrerinnen und Lehrer haben nur eine unterstützende Funktion. Die Begleitforschung zeigt: Mit der Methode des kollaborativen problemorientierten Lernens können doppelt so große Lernfortschritte erzielt werden wie in einem Jahr Mathematikunterricht in der Sekundarstufe I.

          Um mehr Menschen für einen MINT-Beruf zu gewinnen, empfiehlt das MINT Nachwuchsbarometer KI-gestützte Beratungssysteme, die Jugendliche bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz unterstützen. Ähnlich hilfreich könnten KI-Systeme an Hochschulen sein, um die hohe Abbrecherquote in den MINT-Fächern zu senken. 

          KI in der Schule

          Nach der Veröffentlichung von ChatGPT (OpenAI) habe ich die Plattform KI in der Schule entwickelt und im April 2023 online gestellt. Nicht nur für den MINT-Bereich. Auch um darauf aufmerksam zu machen, dass KI eben nicht nur – aber auch – aus LLM & Co. besteht, wie ich in …/about hinterlegt habe:

          Für ein erstes Kennenlernen empfehle ich zwei Zugänge. Links die Startseite der Plattform mit Informationen zur Geschichte und zu aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz. Rechts der Ticker mit Informationen rund um ChatGPT & Co, insbesondere auch mit Weiterbildungsangeboten in Form von Webinaren, Blogbeiträgen und/oder Kursen.

          Schlussbemerkung

          All diese ermutigenden Beispiele bestätigen Anja Wagner, Anbieterin KI-Power für Frauen 45+.[2]https://ki-campus.org/courses/kipowerfuerfrauenab45 in ihrem eindringlichen Plädoyer dafür, dass wir uns mit KI auseinandersetzen müssen:

          Künstliche Intelligenz ist die aktuelle Basisinnovation, die unsere Volkswirtschaft grundlegend verändern wird – sowohl zum Guten als auch zum Schlechten. Die Marktkräfte werden KI in alle gesellschaftlichen Bereiche reintreiben, keine Branche wird davon ausgenommen sein. Es wird nicht möglich sein, zu sagen: ‚Ich gehe dahin, wo ich keine Berührungspunkte damit habe’. Ja, KI ist eine autoritäre, machtvolle Technologie. Aber wir haben in meinen Augen keine andere Wahl, als sie mitzugestalten. Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen und nicht nur passiv zuzusehen, wie sich diese Technologie in allen Lebensbereichen ausbreitet. Frauen müssen in die KI-Entwicklung einsteigen, um sie aktiv mitzugestalten.

          Den Kultusministerien wird in den sozialen Medien oft unterstellt, sie setzten auf KI, um den Lehrermangel auszugleichen. Das mag sein. Und doch halte ich es mit Sven Schütt, CEO der IU International University, der vor allem auf den Unterschied aufmerksam macht: Wir Pädagogen werden für die menschliche Bindung gebraucht, die durch nichts zu ersetzen ist:[3]https://www.welt.de/debatte/kommentare/article254836570/ChatGPT-und-Co-Wenn-wir-KI-klug-einsetzen-machen-wir-Bildung-gerechter.html

          Wir stehen am Beginn eines goldenen Zeitalters des Lernens. Doch wie bei jedem neuen Werkzeug liegt es an uns, wie wir es nutzen. Wenn wir KI klug und verantwortungsvoll einsetzen, können wir Bildung gerechter machen und zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen. Stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt und entfalten wir das Potenzial jedes Einzelnen. (…) Das verändert auch die Rolle der Lehrenden. Statt nur Wissen zu vermitteln, werden sie zu Mentoren und Wegbegleitern, die echte Beziehungen zu den Lernenden aufbauen. In Zeiten, in denen Informationen jederzeit verfügbar sind, ist es die menschliche Verbindung, die den Unterschied macht – eine Facette, die keine Technologie ersetzen kann.

          Auf uns wartet die schnellste und tiefgreifendste Umwälzung, die die Menschheit je erlebt hat. Die Entwicklung von allgemeiner KI wird unser Leben, unser Arbeiten und unsere Gesellschaft in fundamentaler Form verändern. Zugleich können wir uns alle auf diesen Prozess viel besser vorbereiten, denn die Zukunft der Bildung ist voller neuer Möglichkeiten und Chancen. Es erfordert aber von allen, die Bildung gestalten, Mut, Offenheit und den Willen zur Veränderung. In dieser Welt wird „Growth Mindset“ – die Freude am Neuen und Unbekannten, die Bereitschaft zu lernen und sich weiterzuentwickeln – zur wichtigsten Kompetenz.

          Das war’s für dieses Jahr 2024. Es gibt noch viel zu tun. Vor allem mit Blick auf die vielen Studien des letzten halben Jahres, die mir vor allem eines gezeigt haben: Wenn ich sie und die vielen Kommentare lese, frage ich mich immer wieder: Woran liegt es, dass wir kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem haben? Mit diesem Beitrag möchte ich zumindest einige Gedanken im Kontext von KI beisteuern. Ich hoffe, Sie profitieren davon.

          Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, wünsche ich mit dem folgenden Lied, einer Weihnachtskomposition, die mit einem Google AI-Tool erstellt wurde …

          Alles Gute für die bevorstehende Weihnachts- und Neujahrszeit!

           

          Experimentieren Sie ruhig ein wenig mit den vier Lautsprechern …

           … stay tuned …

          Nach dem Schuljahr: Blick aufs Neue!

          Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und bietet Gelegenheit, auf die vergangenen Monate zurückzublicken und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Die letzten Wochen waren geprägt von Aussagen der Bildungsforscher:innen zu unserem Bildungssystem (Bildungsbericht 2024, Kreatives Denken PISA 2022). Darüber hinaus verunsichern Aussagen zur Generation Z. Diese jungen Menschen gehören einer Generation an, die vollständig in einer digital vernetzten Welt aufwächst, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt.

          Es ist an der Zeit, dass Schulleitungen gemeinsam mit dem Kollegium darüber nachdenken, wie unser Schulsystem weiterentwickelt werden kann, um den Anforderungen dieser Generation gerecht zu werden. Ein offener Dialog über Werte und Ziele ist dabei von zentraler Bedeutung, um eine Schule zu schaffen, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schüler*innen stärkt.

          Viele Lehrer*innen in #BlueLZ und #FediLZ waren irritiert über Berichte aus den Bildungsministerien Schwedens und Dänemarks, die eine Rückkehr zum verstärkten Einsatz von Büchern forderten. Im April dieses Jahres habe ich – auch anlässlich der didacta24 – die Initiative LernMIT gestartet, die unterstreichen soll, dass moderne, zukunftsorientierte Bildungstechnologien die digitalen Kompetenzen unserer Schüler*innen eher befördern als verhindern helfen.

          Zum Schulstart im Sommer/ Herbst stehen organisatorische und pädagogische Aufgaben an. Eine strukturierte und gut durchdachte Planung ist unerlässlich, um einen reibungslosen Übergang in das neue Schuljahr zu gewährleisten. Auch darauf gehe ich im Rahmen dieses Beitrags ein.

          GenZ: SINUS Studie 2024

          In der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Studie heißt es u. a.:[1]https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/549130/wie-ticken-jugendliche-sinus-jugendstudie-2024/

          Das Besondere der Studienreihe ist die systematische Erforschung der soziokulturellen Vielfalt, die die Jugend kennzeichnet. Die Leitfragen der Studienreihe sind: Wie leben und erleben Jugendliche ihren Alltag? An welchen Werten orientieren sie sich? Welche Lebensentwürfe und -stile verfolgen sie? Wie optimistisch blicken sie in die Zukunft? Alle vier Jahre werden zudem neue Themen behandelt. 2024 waren dies: Umgang mit politischen Krisen, soziale Ungleichheit und Diskriminierung, Engagement und Beteiligung, Lernort Schule, Social Media, Fake News, Sinnsuche und Mental Health, Geschlechtsidentität und Rollenerwartungen, Sport und Bewegung. Jugendstudien können Frühindikatoren des gesellschaftlichen Wandels sein.

          Die vorliegende Arbeit zeigt, dass Teenager in Zeiten multipler Krisen von vielem verunsichert und genervt sind, jedoch ihren Optimismus nicht verloren haben. Und sie lassen uns wissen, was sich alles ändern muss. Darin liegt die Bedeutung dieser Studie: Sie hat das Potenzial, zu (politischen) Maßnahmen, Programmen und Praktiken zu inspirieren, die den Bedarfen der heute jungen Menschen entsprechen. Es gibt viel von dieser Generation zu lernen. Die U-18-Studie lädt zur Reflexion ein, was es heißt, heute jung zu sein.

          Die fettgedruckten Sätze zeigen, worum es mir geht: Mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu vereinbaren, wie eine sinnvolle Unterstützung aussehen kann!

          Im Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Medien habe ich mich kürzlich bereits mit diesem Thema beschäftigt. Ich verweise daher auf die Ausführungen in diesem Artikel, einschließlich vieler weiterer Quellen zum Thema:

          Neue Leitbilder braucht die Schule …

           

          GenZ und Berufsorientierung

          Ein weiterer Schwerpunkt ist die Berufsorientierung. Die Generation Z hat spezifische Erwartungen und Ansprüche an ihre berufliche Zukunft. Es ist wichtig, ihnen eine fundierte und praxisnahe Orientierung zu bieten, die ihnen hilft, ihre Fähigkeiten und Interessen zu entdecken und zu entwickeln. Dazu gehört, dass verstärkt Kooperationen mit Unternehmen und Institutionen aufgebaut, Praktika und Projekttage organisiert und die Schüler*innen bei der Planung ihrer beruflichen Laufbahn unterstützt werden.

          Die Generation Z zeigt Interesse an verschiedenen Branchen:[2]https://wachstumsmagazin.de/so-haeufig-wechselt-die-generation-z-ihre-berufe/

          • Technologie: Sie sind daran interessiert, in Unternehmen zu arbeiten, die an der Spitze des technologischen Fortschritts stehen und innovative Lösungen entwickeln
          • Kreativbranche: Eine weitere beliebte Branche für die Generation Z ist die Kreativbranche. Sie sind kreativ und haben ein starkes Interesse an Kunst, Design und Medien
          • Lebensmittel, Getränke, Kosmetik & Reisen: Die Generation Z hat auch Einfluss auf die Segmente Lebensmittel, Getränke, Kosmetik und Reisenn

          Es gibt verschiedene Plattformen und Apps, die speziell zur Berufsorientierung für junge Menschen entwickelt wurden. Hier sind einige davon:

          • future.self – Dein Kompass: Diese App bietet viele Tools, um deine (berufliche) Zukunft zu gestalten. Sie hilft dir dabei, berufliche Wege zu entdecken, die auf deine Fähigkeiten und Interessen zugeschnitten sind1.
          • DEEP! – Berufs- und Studienorientierung: DEEP! ist eine App, die Schritt für Schritt an berufliche Orientierung heranführt. Mit DEEP kannst man Stärken und Interessen erkunden, um klare Wege für Ausbildung oder Studium zu finden.
          • planet-beruf  ist ein Angebot der Agentur für Arbeit und informiert über alle Themen rund um Berufswahl, Bewerbung und Ausbildung. Die Arbeitsagentur bietet auch die kostenlose App AzubiWelt an, die Videos, Bilder und Steckbriefe zu Ausbildungsberufen enthält.
          • Diese Tools können jungen Menschen dabei helfen, ihre beruflichen Interessen und Fähigkeiten zu erkunden und eine fundierte Entscheidung über ihre zukünftige Karriere zu treffen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit dieser Tools von der individuellen Nutzung und dem Engagement des Benutzers abhängt. Konkreter:

          Und hier noch einige aktuelle Streams und Artikel, die Entwicklungen und Berufe vorstellen:

          Schon für junge Menschen am Ende der Schulzeit bestimmt künstliche Intelligenz maßgeblich die Berufswahl. Auch mit ihnen geht Catherine Vogel der Frage nach, ob Künstliche Intelligenz im Job eher Helferin oder unmittelbare Konkurrentin sein wird – oder sogar schon ist. In den Kölner Ford-Werken prüft eine KI, ob in neuen Elektroautos alle Verbindungen richtig montiert sind. Und auch im Kuhstall ist KI schon im Einsatz: In Bad Sassendorf überwachen Kameras in einem Stall der Zukunft rund um die Uhr, ob es den Tieren gut geht – auch, damit der Landwirt mal Pause machen kann.

          Wie wird Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern? Diese Frage beschäftigt auch den Berufsberater Christian Brinkmeier und seine Klientinnen und Klienten. Brinkmeier erkennt auch große Chancen in der revolutionären Technologie.

          Mit einem Interview (Christian Brinkmeier, Teamleiter Berufsberatung (Agentur für Arbeit, Düsseldorf)

          Künstliche Intelligenz (KI) verändert keineswegs nur erwartbare Bereiche wie Forschung, Büro oder Medizin – auch das Handwerk verändert sich.

          Alle reden über künstliche Intelligenz, Fachleute sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Welche Fächer man belegen muss, um neue Technologien mitzuentwickeln – und welche Fähigkeiten es dazu braucht.

          Bis 2030 sind in den USA und Europa Millionen Jobwechsel aufgrund der rasanten Entwicklungen der künstlichen Intelligenz notwendig, zeigt eine Studie von McKinsey. Vor allem im Verwaltungsbereich komme es zu großen Veränderungen.

          KI wird vor allem die Arbeit im Tech-Bereich verändern. Doch was müssen Programmierer und KI-Manager künftig können? Wie viel verdienen Sie? Warum lohnt ein Schritt in die USA besonders? Ein Insider erklärt, welche KI-Jobs entstehen – und wie viel Gehalt Sie verlangen sollten.

          Der anhaltende Trend zu mobilen oder webbasierten Spielen beschert der deutschen Games-Industrie erhebliche Wachstumschancen. Game Design ist ein Studienrichtung mit enorm hohem Zukunftspotenzial und guten Perspektiven für Absolventen.

          Wie mit der GenZ ins Gespräch kommen?

          Wie Sie wissen, habe ich als Schulberater und externer Evaluator viele Jahre die Trommel für die Partizipationsstrukturen der Schülerinnen und Schüler gerührt. Grundlage unserer Arbeit war und ist der Hessische Referenzrahmen Schulqualität:[3]https://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/recht/hrs-hessischer-referenzrahmen-schulqualitat.pdf, S. 42

          Die Schule eröffnet allen Schülerinnen und Schülern Lerngelegenheiten, um die erforderlichen Kompetenzen und Verhaltensweisen zur aktiven Teilhabe an der demokratischen Gesellschaft zu erwerben. Die Beteiligung bezieht sich auch auf die Gestaltung der Schule und der Lehr-Lernprozesse. Zur Förderung der Verantwortungsübernahme und der demokratischen Handlungskompetenz werden an der Schule demokratische Werte vermittelt und gelebt. Dazu werden geeignete Strukturen geschaffen und genutzt.

          Dies setzt natürlich die Bereitschaft der Jugendlichen voraus, sich auf ein Verfahren einzulassen. Welche Methoden haben sich bewährt? 

          Wenn man systemisch vorgehen will, bieten sich zwei Verfahren an:

          • Evaluation, ein Verfahren, das sich vor allem in Schulentwicklungsprozessen bewährt hat.
          • Feedback, eine Methode, die vor allem in der Unterrichtsentwicklung und damit in Lerngruppen eingesetzt wird.

          Sie benötigen allerdings einiges an Vorbereitungszeit. Möglicherweise kann vor Ort professionelle Beratung eingeholt werden? Länderübergreifend findet sich ggsf. auch das eine oder andere Angebot, so dieses hier:

          Wann haben Sie das letzte Mal Feedback gegeben? Oder hilfreiches Feedback erhalten?

          Feedbackgespräche finden im (schulischen) Alltag in ganz unterschiedlichen Settings statt und stellen einen wesentlichen Bestandteil der professionellen Kommunikation dar. Dennoch zeigt die Forschung, dass Feedback häufig seine potenziell förderliche Wirkung nicht entfaltet. Das ZSL hat in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Michaela Köller von der Universität Kiel eine Broschüre erstellt, wie Feedbackgespräche zwischen Lehrkräften wirksam und motivierend gestaltet werden können. Fünf Impulse fassen die Kernelemente erfolgreichen Feedbacks zusammen – wissenschaftlich fundiert und praxisnah.

          Im Online-Vortrag werden die Inhalte der Broschüre vorgestellt und die fünf Kernelemente erfolgreichen Feedbacks anhand von Beispielen und konkreten Handlungstipps erläutert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit der Autorin in den Austausch zur gehen.

          27.06.2024, 16 Uhr bis 17 Uhr

          LernMIT

          Wie bereits eingangs erwähnt, werden in  letzter Zeit immer wieder Stimmen laut, die sich gegen den Einsatz digitaler Technik in Schule und Unterricht aussprechen. Mit der Freischaltung meiner LernMIT-Plattform möchte ich zu einer differenzierten Sichtweise beitragen.

          Warum LernMIT?

          • Zukunftsweisende Lernmethoden: LernMIT kombiniert bewährte Lernansätze mit modernen Technologien, um eine dynamische und effektive Lernumgebung zu schaffen.
          • Fokus auf alle Bildungsakteure: Von der Schulleitung über die Lehrkräfte bis hin zu Eltern und Schülern – LernMIT wurde mit Blick auf die gesamte Bildungsgemeinschaft entwickelt.

           

          Was erwartet Sie bei LernMIT?

          • Praxisorientierte Ressourcen, die den Lehrplan bereichern und den Schülern ein tieferes Verständnis vermitteln.
          • Innovative Unterrichtsressourcen, die den Unterricht interaktiver und engagierter gestalten.
          • Evidenzbasiertes Lernen, um Lehr- und Lernprozesse zu optimieren und die bestmöglichen Ergebnisse für Schülerinnen und Schüler zu erzielen.

          Woher kommen die Inhalte?

          So ist auch das folgende Portfolio entstanden. Zunächst mit

          • einer Einführung und einigen zusammenfassenden Informationen zu #LernenmitKI

          —> LernMIT (1) – Einführung

          • Ausgehend von Aussagen aus der Bildungsforschung und der Beschreibung des Constructive Alignment Modells habe ich im Teil 2 erprobte schulische Lehr-Lernkonzepte vorgestellt:

          —> LernMIT (2) – Kompetenzmodelle

          • Im dritten Teil geht es um die Förderung unserer stärkeren Schülerinnen und Schüler, wobei zunächst Jonathan mit seinen Vorstellungen von einem ihn fördernden Unterricht zu Wort kommt. Anschließend stelle ich ein hybrides Prozessmodell und geeignete Feedback- und Evaluationsverfahren vor.

          —> LernMIT (3) – Hybrider Lernraum

          • Der vorletzte Teil befasst sich mit der leitbildorientierten Schulentwicklung, der damit verbundenen Schulprogrammarbeit und deren Evaluation.

          —> LernMIT (4) – Schulentwicklung

          • Der letzte Teil schließlich widmet sich der Fort- und Weiterbildung. Mit vielen Praxisbeispielen und Literaturhinweisen für vernetztes und individuelles Lernen.

          —> LernMIT (5) – Fortbildung

          In diesen Beiträgen wird die Bedeutung digitaler Kompetenzen, flexibler Curricula und neuer Lerninhalte sowie die Notwendigkeit individualisierter Lernangebote deutlich: Die Schülerinnen und Schüler erwerben durch flexible Prüfungsansätze und individualisierte Curricula erfolgreich zukunftsrelevante Inhalte und Kompetenzen.

          Schulstart

          Zu Beginn eines Schuljahres gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, die vom pädagogischen Personal zu beachten sind, um einen reibungslosen und erfolgreichen Start zu gewährleisten. Neben organisatorischen Aufgaben sind auch pädagogische Aufgaben zu berücksichtigen. Im Folgenden konzentriere ich mich auf Aspekte der Medienkompetenzförderung durch

          • Teilnahme an schulinternen Fortbildungen, um sich auf neue pädagogische Methoden und Technologien vorzubereiten.
          • Gemeinsame Workshops mit dem Kollegium zur Weiterentwicklung der Unterrichtspraxis.

          Im Hinblick auf die Generation Z und deren Medienkompetenzvermittlung liegt mir der kritische Umgang mit TikTok am Herzen. Dazu verweise ich auf einen Beitrag, den ich immer wieder aktualisiere:

          Wer oder was ist TIKTOK?

           

          Bezüglich LernMIT geht es mir vornehmlich um

          • IT-Ausstattung und Infrastruktur
            • Überprüfung und Wartung der technischen Ausstattung (Computer, Tablets, interaktive Tafeln).
            • Sicherstellen, dass alle Lehrkräfte Zugang zu notwendigen digitalen Plattformen und Tools haben.
          • Digitale Kompetenzen
            • Schulungen für Lehrkräfte zur Nutzung neuer Software und digitaler Lehrmethoden.
            • Einführung in Datenschutz und Datensicherheit im digitalen Unterricht.

          Wer neu zur Schule stößt oder eine Auffrischung benötigt, der/ dem hilft am besten ein sogenannter „Onboarding Prozess“. Im Rahmen eines von mir begleiteten uni-ol@schule – Projekts haben wir das 5-Stufen-Modell benutzt.  Dabei hat ein Schulteam diese eindrucksvolle Anleitung zum Kennenlernen der digitalen Kommunikations- und Lernplattform entwickelt. Zur Nachahmung auch für andere Onlinesysteme empfohlen!

          Die Kontaktaufnahme mit der Lerngruppe umfasst zunächst eine Abstimmung der Lehrkräfte auf Klassenebene. Dies meint insbesondere die Verständigung auf einzusetzende Tools. Meine Empfehlung ist hier: Weniger ist mehr!

          Zum Beispiel kann man sich auf Klassenebene auf Funktionalitäten

          verständigen.

          Und dann ist ja da noch die …

          Unterrichtsorganisation

          Ziel sollte sein, dass der Lehrer und die Lehrerin in der Lage sind, Lernräume zu gestalten, die analog, digital und auch hybrid funktionieren. Die umfängliches Lernen ermöglichen. Und die in digitalen Formaten Beziehungserfahrungen zulassen und nicht nur das Stellen von Aufgaben und das Abfragen von Ergebnissen. Dabei lohnen die im Video dargestellten Strukturen und Merkmale einer ausgeprägten Unterrichtsqualität in den Blick zu nehmen:

           

           

           

           

           

           

          Digitalisierung prägt Kultur und Gesellschaft, damit auch unser Schulsystem. Wir müssen uns lösen von einer getrennten Betrachtung eines analogen und/oder digitalen Unterrichts. Es gilt wirksame hybride Lehr- und Lernformen zu entwickeln. Online wie offline, in Präsenz- wie auch Onlinephasen bewähren sich sogenannte Blaupausen. Sie sorgen für einen schulintern abgestimmten Unterrichtsstandard in der Schule oder zu Hause. Je mehr sie eingeübt werden, desto leichter fällt der Wechsel zwischen den Phasen. Man kann sich die Blaupausen in unterschiedlichen Formaten vorstellen:

           

          • Prozessmodell: Schülerinnen und Schüler erhalten ein in Phasen organisiertes Unterrichtsangebot:
            • Lernen vorbereiten und initiieren
            • Lernwege eröffnen und gestalten
            • Orientierung geben und erhalten
            • Kompetenzen stärken und erweitern
            • Lernen bilanzieren und reflektieren
          • Deeper Learning: Auch dieses Unterrichtsmodell ist in Phasen gegliedert:
            • Instruktionsphase: Zunächst gibt es einen geballten Input, in der Regel durch die Lehrkraft orchestriert (Videos, eigener Vortrag, Textbausteine,…). Diese erste Phase dient dem Aufbau kognitiver Strukturen.
            • Ko-Konstruktion/ Ko-Kreation: Die zweite Phase wird dann von Schülerteams organisiert. Diese Gruppen setzen sich – in Kenntnis des Inputs aus der vorangegangenen Phase – individuelle Lernziele. Die Lehrkraft nimmt hier lediglich eine moderierende Funktion wahr. Schülerinnen und Schüler erleben in diesem Entscheidungsprozess ihre eigene Kompetenzen, eine hohe Autonomie und eine emotionale Zugehörigkeit. Alles Bausteine, die zu einer hohen intrinsischen Motivation führen. In Kanada wird dieser Abschnitt “Voice and Choice” genannt, eine gelungene Kennzeichnung, wie ich finde…
            • Präsentation: Auch hier entscheiden die Schülerinnen und Schüler in der Regel selbst über das Format einer Ergebnispräsentation.
            • Lernpfad: Ein Lernpfad ist eine Unterrichtseinheit mit einzelnen Lernschritten, die die Lernenden im eigenen Tempo selbstständig bearbeiten. Die Lernenden bearbeiten die Lernschritte in der vorgegebenen Reihenfolge, dokumentieren ihren Lernzuwachs nach jedem Schritt und können am Schluss auf vergleichbare Ergebnisse zurückgreifen. Implementationen weisen in der Regel einen abgestimmten Unterrichts- und Aufgabenplan mit wichtigen Daten und Zeiten auf, der immer wiederkehrend einem festen Format folgt, etwa: Thema, Beschreibung, Ziele, Ergebnisse, Lehr- und Lernaktivitäten, Reflexion. Beispiele:
            • Projektwochen: Ideen und Materialien

              Im Dossier des Deutschen Bildungsservers finden Sie Anregungen und Inspirationen für die Planung von Projektwochen und Projekttagen in der Grundschule und in der Sekundarstufe I und II.

              Besonders für gemeinsame Aktionen in den letzten Schulwochen vor den Sommerferien an Gymnasien bietet es vielfältige Ideen für pädagogisch wertvolle Schulprojekte mit den Schwerpunkten Umwelt, Nachhaltigkeit, Zukunft und MINT.

              Umfassende Materialien und Konzepte unterstützen Sie bei der Umsetzung dieser Inhalte. So wird sichergestellt, dass Projekttage spannend und nachhaltig gestaltet werden und die Neugier Ihrer Schülerinnen und Schüler für diese Themen geweckt wird.

            Bleibt noch eine den Herausforderungen gerecht werdende Stundenplanorganisation. Auch hier gibt es ein Blogbeitrag, gerne zur Nachahmung empfohlen:

             

             

            Schlussbemerkung

            Das Deutsche Schulportal hat einige Koluminstinnen und Kolumnisten nach deren Meinung bezüglich der Herausforderungen gefragt:

             

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            Andreas Schleicher (OECD)

            Das Bildungssystem in Deutschland sei zu sehr den Idealen der Nachkriegszeit verhaftet und müsse sich den neuen Realitäten anpassen. „Viele Schüler nehmen Schule und die Lerninhalte nicht mehr als etwas wahr, was sie im Leben brauchen können“, sagt Schleicher. „Die deutschen Schulen haben häufig den Anschluss an die Lebenswirklichkeit und die Arbeitswelt verloren und unterrichten die Vergangenheit und nicht die Zukunft.“

            In: Tobias Kaiser (DIE WELT): Arbeit ohne Abitur oder Ausbildung – Die neue Realität unter deutschen Schulabgängern)

            In einigen Bundesländern beginnen heute die wohlverdienten Sommerferien. Mit diesem – zugegebenermaßen sehr umfangreichen – Blogeintrag wünsche ich Ihnen, liebe Blog-Leserinnen und -Leser, liebe Bildungs- und Schulengagierte, für die bevorstehende unterrichtsfreie Zeit angemessene Abwechslung und Entspannung. Und danach natürlich einen erfolgreichen Start ins neue Schuljahr!

            Anfang nächsten Monats werde ich noch die bereits bekannten Zusammenfassungen zu „KI in der Schule“ und „Buch- und Lesetipps (2. Quartal 2024)“ posten und mich bzw. meine Blogs in die Sommerferien verabschieden.

            Update

            Bis Anfang September also …

            … Stay tuned …

            Bildnachweis: StockSnap @pixabay