Wissenschaftler*Innen, Bildungspolitiker*Innen und den Medieneinsatz beratende Lehrkräfte fordern immer wieder eine Änderung unserer traditionellen Unterrichtskultur. Diese Forderung gibt es nicht erst seit dem in Kraft Setzen des Digitalpakts, sondern begann schon zu Zeiten der Reformpädagogik. Warum gelingt es unserem Schulsystem nicht, warum fällt es vielen Fachkonferenzen so schwer, neue Wege zu gehen? Dieser Beitrag stellt das in den hessischen Kerncurricula verankerte Lehr- Lernkonzept („Prozessmodell“) vor, das heterogenen Lerngruppen nachgewiesenermaßen gerecht wird. Es lässt sich in jeder Unterrichtseinheit bzw. -sequenz – egal, in welchem Unterrichtsfach – umsetzen. Und: Er schlägt Ergänzungen von digitalen Werkzeugen dort vor, wo sie (nicht nur mir) sinnvoll erscheinen.

Zur Einstimmung auf das Thema ein Tweet einer Kollegin, die sich kürzlich mit einer Korrektur einer Lernstandserhebung in Mathematik Jahrgang 8 herumschlagen musste. In Hessen wird dazu ein Mathematikwettbewerb durchgeführt, an dessen erste Runde jede Schülerin, jeder Schüler verpflichtend teilnehmen muss. Im Erlass heißt es u. a.: Der Mathematikwettbewerb des Landes Hessen gibt den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auf dem Gebiet der Mathematik zu vergleichen. (… Damit dient) der Wettbewerb in der ersten Runde (…als) Orientierungshilfe zum Stand des Kompetenzerwerbs in der jeweiligen Lerngruppe. (…) Die Wettbewerbsaufgaben orientieren sich an den im neuen Kerncurriculum für Hessen festgelegten Bildungsstandards und Inhaltsfeldern. Inhaltliche Schwerpunkte der Wettbewerbsaufgaben werden jeweils vor Beginn des Schuljahres, in dem der betroffene Jahrgang in die Jahrgangsstufe 7 eintritt, festgelegt und auf der vorgenannten Internetseite veröffentlicht.1

Das Ergebnis ist als Klassenarbeit zu bewerten. Und nun zum folgenden Threadausschnitt:2

 

Der gesamte Thread hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen und ich bewundere den Mut, den die Kollegin zeigt, die dahinter stehende Missstände schonungslos aufzuzeigen. Denn es kann hier keine zwei Meinungen geben: Die hier dargestellten Aufgabenstellungen gehören von jeder Schülerin, von jedem Schüler gelöst. Egal in welcher Schulform. Die Schülerinnen und Schüler wurden offensichtlich jahrelang allein gelassen mit ihren Defiziten, mit ihren Schwächen. Ist dieses Resultat ein Ergebnis unseres traditionellen Unterrichtsansatzes, ein Unterricht im „7G“ – Setting ? Laut Helmke sieht der Unterricht wie folgt aus:

Alle gleichaltrigen Schülerinnen und Schüler haben zum gleichen Zeitpunkt bei der gleichen Lehrkraft im gleichen Raum mit den gleichen Mitteln das gleiche Ziel gut zu erreichen.3.

Das Bild stammt übrigens von Maximilian Schönherr 4und karikiert den o.g. Satz.

 

Theorie

Wie könnte ein Unterricht aussehen, der das oben vorgestellte Szenario vermeiden hilft, den möglichst alle Schülerinnen und Schüler gern und erfolgreich besuchen? Wie kann ein Umgang mit heterogenen Lerngruppen gelingen, der nicht nur die Interessen der leistungsschwächeren, sondern auch leistungsstarken Schülerinnen und Schüler in den Blick nimmt? Und wie können digitale Szenarien hier Unterstützung leisten?

Das in Hessen in allen Kerncurricula verankerte Lehr- und Lernkonzept eines Prozessmodells (vgl. Bild unten) bietet möglicherweise einen Ausweg aus dem Dilemma. Eine gemeinsame Grundlage für das Prozessmodell sind Kriterien für guten Unterricht aus der Lehr- und Lernforschung, z. B. Hilbert Meyer.

Zentrale Elemente der Prozessgestaltung gehen zurück auf den sogenannten „Förderkreislauf“ aus dem Projekt „Beurteilen und Fördern“ des Schweizer Kantons Zug, Projektleiter Fritz Zaugg. Das Schaubild stellt, wie die Spirale andeutet, einen Lehr-Lernzyklus dar, der in eine Folge von Lehr-Lernzyklen eingebunden ist, die insgesamt einen langfristigen Kompetenzerwerb ermöglichen sollen.

 

 

Im Zentrum des Prozessmodells stehen Lernende und Lehrende, die in fünf Handlungsfeldern aktiv sind und Verantwortung übernehmen. Die Aktivitäten

  • Lernen vorbereiten und initiieren
  • Lernwege eröffnen und gestalten
  • Orientierung geben und erhalten
  • Kompetenzen stärken und erweitern
  • Lernen bilanzieren und reflektieren

sind als Spirale dargestellt und zielen darauf ab, Lehrenden und Lernenden – bezogen auf einen an Kompetenzen orientierten Unterricht – ein Handlungsgerüst zur Verfügung zu stellen. Bei der Zusammenstellung der Unterrichtseinheiten ist darauf zu achten, dass in besonderem Maße

  • zu Beginn eines Lernprozesses Lernzusammenhänge begreifbar gemacht werden,
  • Zieltransparenz hergestellt wird,
  • offene und komplexe Lernaufgaben bereitgestellt werden, um differenzierte Zugänge und unterschiedliche Lernwege zu ermöglichen und um Kommunikationsanlässe zu schaffen.

und Praxis:

Zwei – völlig unterschiedliche – didaktische Umsetzungen dieser Spirale zeigen die Chancen, die in einem solchen Prozessmodell liegen. Die Erste setzt ein sog. Backwardsplanning Verfahren um, die Zweite nutzt einen E-Portfolio-Ansatz.

Umsetzung 1: Mathematikunterricht im Backwards Planning Verfahren

Mein persönlicher und damit lehrkraftspezifischer Zugang zum Prozessmodell ist dem des Backwards Planning5 angelehnt. Ich habe von im Aufgabenfeld Sprache, Geisteswissenschaften verorteten Fachkolleginnen und -kollegen bestätigt bekommen, dass ein vergleichbares Setting auch in deren Fachunterricht denkbar sei.

Plan
  • Zunächst konzipiere ich die Klassenarbeit / Klausur mithilfe differenzierter Aufgaben („Outputmodell“).
    • Die Aufgabenauswahl orientiert sich an dem gewünschten Kompetenzerwerb, ausgerichtet an den inhaltlichen Setzungen des Kern- und Fachcurriculums.
    • Sie enthalten Aufgaben zu den drei Anforderungsbereichen Reproduzieren, Zusammenhänge herstellen und Verallgemeinern und Reflektieren6.
  • Zu Beginn der Unterrichtseinheit wird den Schülerinnen und Schülern das zu fördernde Kompetenzspektrum mit dessen inhaltlicher Einbettung vorgestellt. Ihnen wird darüber hinaus mitgeteilt, welche Kompetenzen aus zurückliegenden Lerneinheiten für die erfolgreiche Klassenarbeit-/ Klausurbearbeitung benötigt werden. Insbesondere stelle ich den Anforderungsbereich I (Reproduzieren) vor, der – erfolgreiche Bearbeitung vorausgesetzt – zu einer ausreichenden Leistungsnote führt.
  • Ich lade anschließend die Schülerinnen und Schüler ein mir zurückzumelden, was ihnen aus den zurückliegenden Lerneinheiten nicht mehr erinnerlich ist. Sie können darüber hinaus Aspekte/Interessen benennen, die sie mit dem Thema verbinden. Insbesondere leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler fühlen sich hier angesprochen. In der Regel setze ich für das Vermitteln und Einsammeln der Informationen Mindmaps, Advance Organizer sowie vergleichbare Verfahren kollaborativer Arbeiten ein.
Do

Anschließend beginne ich das Unterrichtsthema zügig zu entwickeln. Der Frontalunterricht ist ein von mir häufig eingesetzte Sozialform, auch mit dem Nebeneffekt, Zeit für die individuellen Lernphasen zu gewinnen. Hier kommen dann auch flipped classroom Konzepte zum Einsatz. Die Aufgabenauswahl orientiert sich an der Rückmeldung der Schülerinnen und Schüler aus der Einleitungsphase, fördert die fachliche wie überfachliche Kompetenzentwicklung und bietet bereits hier erste Lerngelegenheiten auf unterschiedlichen Niveaus.

Check

Anhand von Selbsteinschätzungsbögen (SEB) sowie weiterer formativer Lernkontrollen erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren aktuellen Könnensstand zu überprüfen. Die Checklisten werden von mir nicht bewertet. Nur so ist gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler ehrlich zu sich selbst sind.

Act (1)

Ein dem SEB  sowie den aus der Plan-Phase (s. o.) eingesammelten Rückmeldung der SuS  gerecht werdender Aufgabenkatalog gibt der Lerngruppe den notwendigen Spielraum einer individualisierten Passung: In dieser Phase soll nun gesichert, geübt, vertieft bzw. vernetzt werden. Diese Unterrichtssequenz nimmt die größte Zeitressource in meinem Unterrichtssetting in Anspruch (abhängig vom Thema: zwischen 1,5 und 3 Wochen).

Act (2)

Nach der Klausur wird das Ergebnis in zwei Richtungen ausgewertet.

  • Aus Lernersicht: Inwieweit haben sich die Schülerinnen und Schüler richtig eingeschätzt und die Übungsphase optimal genutzt? Wie wollen sie in naher Zukunft die festgestellten Mängel und Lücken schließen?
  • Aus Lehrkraftsicht: Inwieweit wurde der Kompetenzerwerb erreicht? Wie kann die Lehrkraft die Lerngruppe bei deren individuellem Lückenschluss unterstützen? Wie kann für die Nachhaltigkeit nach Abschluss der Unterrichtseinheit gesorgt werden?

Um noch einmal auf das einleitende Mathematikergebnis (vgl. Tweets, s. o.) zurückzukommen: Die Bilanzierungs- und Reflexionsphase der Unterrichtseinheiten zu (z. B.) Bruch- und Prozentrechnung sorgt für ein frühzeitiges Erkennen der Schwächen und Stärken. Vier- bis sechswöchige Förder- und Forderpläne gewährleisten eine weitere Betreuung und Nachevaluation. Unabhängig davon sind Themen Prozent-, Bruch- und allgemeine Kopfrechenübungen immer im laufenden Unterricht einzupflegen. Wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen mache ich das mit sog. Quickies (5-10 Minuten) zu Beginn einer Unterrichts(doppel)stunde. Für so etwas finde ich immer eine kleine Zeitscheibe.

Und wie passen nun digitale Werkzeuge dazu?

Meine eigene App-/ Toolsammlung ist völlig unspektakulär und beschränkt sich im Wesentlichen auf:

  • OneNote, mein digitales Ordnersystem mit Beschreibungen der Lerneinheiten, inkl. Aufgabensammlung. Als Beispiel die Transformation der (analogen) Englisch- und Physikunterlagen nach Digitalien:7

Zur Themen- und Aufgabengestaltung nutze ich

  • Grafik-,
  • Präsentations- und
  • Textverarbeitungprogramme.

Zur individuellen Unterstützung der Schülerinnen und Schüler nutze ich eine digitale Lernumgebung in Form von wtkedu.de (lo-net2.de). Schülerinnen- und schülerindividuell hinterlege ich

  • Aufgabenblätter, z. B. im Nachgang zur Auswertung der SEB
  • Unterlagen zur Unterstützung der Förder- und Forderplanvereinbarung
  • Lernpfade, die Schülerinnen und Schüler einen individuellen Lernprozess ermöglichen (Ist eher etwas für stärkere Lerngruppen)
  • Blogs zur Protokollierung des individuellen Lernprozesses
  • Wiki als Organisationselement für die Abiturvorbereitung

Fachspezifische Apps setze ich bedarfsorientiert ein, hier Geogebra. Das Tool ersetzt im Wesentlichen den Taschenrechner.

Darüber hinaus sind Edubreakouts eine tolle Möglichkeit, halbjährlich zu überprüfen, inwieweit meine Lerngruppe die Kompetenzerwartungen bestätigen kann. Durch die Wiederholung der Themen des letzten halben Jahres kommt als Nebeneffekt der Nachhaltigkeitsaspekt zum Tragen. Und: Ich vergewissere mich erneut, ob und in welcher Qualität und Quantität mein geplantes Kompetenz- und Inhaltsspektrum vermittelt wurde.  Schauen Sie sich einmal das Video Gefangen im Haus der Mathematik an, das Phil Stangl vorschaltet, um die Schülerinnen und Schüler in den Escape-Room zu schicken. Das ist doch sehr spektakulär, oder?

Schließlich MatheCityMap, eine tolle Idee Mathematik außerhalb der Schulmauern zu erkunden. In einer Wettbewerbswürdigung heißt es: Formeln lösen, Vektoren bestimmen, Einmaleins pauken – dies alles gehört zum Matheunterricht dazu. Und ist für so manchen eine echte Qual. Was aber, wenn die Aufgaben per Smartphone gestellt und im Team gelöst werden – und dann noch an der frischen Luft? Die App MathCityMap (MCM) schickt Schüler in ihrer Stadt auf mathematische Wanderpfade. Für die Kinder und Jugendlichen heißt das: Raus aus dem Klassenzimmer, per App den Weg finden, Aufgaben an verschiedenen Orten lösen, die einen Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit haben, direktes Feedback erhalten und – wenn nötig – digitale Hilfen nutzen. So macht Mathe Spaß und wird richtig lebensnah. Wer will, entwickelt eigene Aufgaben für das MCM-Portal und seine EU-weite Community.8 Ein Video stellt die Idee sehr anschaulich vor.

 

Umsetzung 2: Deutschunterricht im E-Portfolio - Format

Mit einem E-Portfolio können Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Lern- und Entwicklungsprozesse im gesamten Schulleben, in Praktika etc. dokumentieren, reflektieren und präsentieren. Die digitalen Artefakte eines E-Portfolios können z. B. Blogs, Bilder, Grafiken, Videos … sein. Werner Stangl hat ein übersichtliches Arbeitsblatt mit entsprechenden Kurzinformationen zusammengestellt.

Wer ein E-Portfolio führt, kann selbst entscheiden wer, was, wann und wie lange sehen und Feedback geben darf. Bei formativer E-Portfolio Arbeit können Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder und Mitschülerinnen und -schüler (prozessbegeleitend) Einblick in die individuellen Lernprozesse, Erfahrungen etc. der Lernenden erhalten und im Prozess Feedback geben, unterstützen etc.

Und das nutzt Antje Koenen9:

Plan 

Zielbestimmung und Planung erforderlicher Maßnahmen für ein Produkt. Dazu nutzt sie eine sog. “Lernjob”-Vorlage und setzt auf unterschiedliche Sozialformen: Interviews führen, Zeitungsartikel analysieren, Kurzgeschichte schreiben, szenische Darstellung, Talkshow, Poster, Rollenspiel u. v. m. Entwickelt und benötigt werden Kompetenzen u. a. in den Bereichen Film, Blog, Cartoon, Audioaufnahmen, Erklärvideo.

Do: Durchführung/ Erstellung eines Produkt inkl. regelmäßige Reflexion.

Check: Be- bzw. Auswertung des Produkts 

Act: Erneute Überarbeitung der Zielbestimmung/ Planung/Durchführung. Evtl. Veränderungen –> neue Planungsphase

Und wie passen nun digitale Werkzeuge dazu?

Die Lehrerin setzt den Einsatz digitaler Werkzeuge voraus: Moodle als digitale Lernumgebung, Padlets als kollaboratives Werkzeug. Vor allem in der Oberstufe fordert sie von den Schülerinnen und Schüler die Nutzung dieser Lehr- und Lernform ein. Anfangs – so berichtet sie – ist ein zögerlicher Umgang zu beobachten, der sich im Laufe der gemeinsamen Zusammenarbeit zunehmend auflöst.

Im Ergebnis können die Schülerinnen und Schüler am Ende jeder Unterrichtseinheit

  • Lernprodukte u.a. mit Hilfe digitaler Tools erstellen,
  • den Prozess planen, dokumentieren und reflektieren,
  • Planung, Produkt und Evaluation in eine Ansicht (Website) einbinden,
  • Feedback bekommen und
  • sich neue Ziele setzen.

 

Schlussbemerkung

 

Viele werden sich vermutlich jetzt fragen: Wie kann man das überhaupt angehen? Zwei Antworten dazu: Nicht alles ist neu. Die Vermittlung von Unterrichtsinhalten gehört zu unserer täglichen Schulpraxis.  Neu ist vermutlich

  • die zu Beginn sicherzustellende Zieltransparenz,
  • der konsequente Einsatz formativer Feedbackverfahren (Selbsteinschätzungsbögen, Checklisten, LK-SuS Gespräche) sowie
  • die abschließende Reflexion nach der Klassenarbeit, Klausur, verbunden mit der Entwicklung von Förder- und Forderplänen.

Man ist gut beraten, dass alles nicht auf einmal zu machen. Ich habe z. B. mit Zieltransparenz und formativen Feedbackverfahren begonnen. Und: Ich habe mir Mitstreiter*innen gesucht, um nicht alles allein stemmen zu müssen.

Das Fachkollegium wird benötigt, wenn es um eine flächendeckende Umsetzung geht und vor allem um die Verabschiedung von Maßnahmen, wenn es z. B. um Förder- und Forderpläne geht. Für die Kollegin des Tweets wie auch für die betroffenen Schülerinnen und Schüler kommt jetzt eine Menge Arbeit zu, denn es gilt Einiges aufzuholen. Immerhin hat eine Lernstandserhebung dafür gesorgt, dass die Schwächen entdeckt wurden. Unterstützung aus Digitalien kann möglicherweise die App Anton geben. Sie ist in der Primarstufe sehr beliebt und die Anbieter haben ihr Angebot nicht nur auf Sekundarstufe 1 ausgeweitet, sondern neben Deutsch auch das Fach Mathematik berücksichtigt. Vieles aus dem Lehrplan findet sich hier wieder: Bruchrechnung und Winkel im Klassenangebot 6, Prozente – Zinsen im Jahrgang 7. Man wird sich anfangs dazu setzen müssen. Zum einen, um zu verstehen, wie die SuS das Kalkül (falsch) anwenden. Zum anderen, um die SuS im Umgang mit dem Tool zu begleiten. Die Tipps sind – so meine Vermutung – nicht immer für die SuS verständlich genug geraten.

Die Fachschaft muss darüber hinaus nachdenken, wie man diese Befunde auch ohne Fremdevaluation erhalten kann, z. B. durch regelmäßie schulinterne Lernstandserhebungen am Ende jeden Schuljahres, am besten gleich klassenübergreifend. Und: Wie man gegensteuert?!

Wer sich intensiver mit den Konzepten auseinandersetzen will: Informationen zum Prozessmodell und zum e-Portfolio-Ansatz und zum Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht (hier auch mit einer Auseinanderstezung rund um das Thema Bruchrechnung)

Bruchrechnen – Bruchzahlen & Bruchteile greifen & begreifen, ein neuartiges Lehr- und Lernbuch zum Selbstlernen und zur Benutzung im Schulunterricht (TU München)

Eine andere Idee stammt von Jan Vedder: Das Matheboard – Individuelle Lernen mit digitalen Medien. Der dort vorgestellte Plan „Brüche, Dezimalbrüche, Prozent“ setzt allerdings den Zugriff auf die Onlineplattform bettermarks.de voraus.

Ich freue mich, wenn dieser Beitrag die Transformation von analog zu digital erleichtert. In diesem Sinne: Gutes Gelingen beim Vermehren der gewonnenen Einsichten …

 

Footnotes

  1. https://mathematik-wettbewerb.bildung.hessen.de/pages/erlass.xml
  2. https://twitter.com/PiNoara/status/1214568167692853249
  3. Helmke, A. (2013): Individualisierung: Hintergrund, Missverständnisse, Perspektiven. In: Pädagogik 65(2), 34–37.
  4. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frontalunterricht mit Augen.jpg), „Frontalunterricht mit Augen“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode)
  5. http://info.itslearning.net/rs/itslearning/images/itslearning-schuelerzentrierter-unterricht.pdf, S.8 ff
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsstandards_Mathematik
  7. http://onenote-fuer-lehrer.de/ordnung-logik-onenote/
  8. https://land-der-ideen.de/wettbewerbe/ausgezeichnete-orte-im-land-der-ideen/preistraeger-2019/math-city-map
  9. vgl. die Slides at: http://slides.com/taifun/deck-3-5#/