Verfolgt man die aktuellen Interviews in den Print- und Onlinemedien über anstehende Schulentwicklungsthemen zeigt sich die ganze Bandbreite von Forderungen und Wünschen. Der “Lehrerpräsident” Meidinger sieht in einem RND Interview zuvörderst die Politikerinnen und Politiker in der Pflicht: Er fordert von ihnen einen Hygieneplan, Änderungen der auch online zu ermöglichenden Prüfungsmodalitäten, Gebäudesanierung (“warmes Wasser”)1. Keine Hinweise sind zu finden auf seinen eigenen Verantwortungsbereich: die Schule.

Fast gleichzeitig wird ein weiteres Interview zum Thema veröffentlicht. Die WELT befragt die GEW Vorsitzende Marlis Tepe und im Gegensatz zu Meidinger schaut sie nach innen. Hier Auszüge aus den letzten beiden Fragen und Antworten2:

WELT: Längst spricht man von Millionen abgehängten Kindern. Wie kann man ihnen helfen?

Tepe: Die Lehrkräfte und die Institute für Lehrerfortbildung werden die Sommerferien sehr stark nutzen müssen, um zu überlegen, wie man gerade die Schülerinnen und Schüler, die viel versäumt haben, zusätzlich unterstützt. Sie müssen anders mit dem Lernen umgehen. Es geht natürlich nicht, dass die Lehrkräfte im neuen Schuljahr einfach inhaltlich weitermachen, als wäre nichts gewesen. Sie müssen ihren Unterricht sehr viel stärker individualisieren und die Schülerinnen und Schüler da abholen, wo sie stehen.

Lehrkräfte brauchen Zeit für gemeinsame Fortbildung, um Konzepte für ihre Schule zu entwickeln, damit sie die digitalen Medien noch besser als Hilfsmittel für bessere Differenzierung einsetzen können.

WELT: Nun kommen die Schüler nach Monaten, in denen sie notgedrungen individuell gearbeitet haben, wieder in den Unterricht und haben alle ganz unterschiedliche Lernstände. Zeigt das nicht, dass es mit mehr Individualisierung gerade nicht geht?

Tepe: (…) Auch das Lernen mit digitalen Werkzeugen braucht die Anleitung und Motivation durch die Lehrkraft. Jetzt muss die Zeit genutzt werden, um pädagogische Konzepte zu entwickeln und die technischen Voraussetzungen zu schaffen, damit nach den Sommerferien mit einem Mix aus Präsenz- und Fernunterricht ein qualitativ hochwertiger Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler angeboten werden kann.

Konsequenzen aus Sicht der Bildungsforschung

Dem stimmt die Bildungsforscherin Prof.’ Anne Sliwka (Uni Heidelberg) in einem ZDFheute- Interview3 zu und fordert mehr formative Feedbackprozesse:

ZDFheute: Ist die Zukunft eine Kombination aus Lernen in der Schule und Zuhause?

Sliwka: Ja, das ist das Zukunftsmodell. Das bedeutet nicht, dass die Kinder Zuhause lernen werden auf Dauer. Das ist jetzt der Fall wegen Corona, aber was bleibt von dieser Zeit? Wird es tatsächlich das “blended learning” sein in dem Sinne, dass Lehrkräfte die digitalen Möglichkeiten viel stärker nutzen werden, um Kindern und Jugendlichen Erklärvideos oder Arbeitsmaterialien zur Verfügung zu stellen? (…)

ZDFheute: Was hat Schule denn aus der Corona-Zeit Positives mitgenommen?

Sliwka: Dass Feedback enorm an Bedeutung gewinnt und das ist auch eine große Chance jetzt für das Bildungssystem, denn wir könnten jetzt diesen Wandel vollziehen, der Ziffernote etwas weniger Gewicht zu geben und dem formativen Feedback, also dem verbalen Feedback, etwas mehr Gewicht zu geben.

Das haben wir ja jetzt in der digitalen Lernsituation schon gemerkt, das war für die Lehrkräfte gar nicht mehr so einfach, einfach eine schlechte Note zurückzumelden, denn was hilft die schlechte Note?

Also der Schüler, die Schülerin sitzt alleine vor dem PC und bekommt eine schlechte Note und soll sich jetzt motivieren weiter zu lernen? Das funktioniert so nicht, also um Lernen anzuleiten braucht man Feedback und zwar konstruktives Feedback, das auch Freude macht weiter zu lernen, weiter zu arbeiten.

Was wird benötigt? Schulpädagogin Prof.’in Eickelmann fordert die Corona-Krise berücksichtigende pädagogische Konzepte4:

Grundsätzlich sollte das kommende Schuljahr unter den Bedingungen dreier möglicher Szenarien konzipiert werden:

  • Präsenzunterricht als Regelfall,
  • eine Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht sowie
  • Fernunterricht als Regelfall.

Dabei ist das Schuljahr so zu planen, dass in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen möglichst reibungslose Wechsel zwischen den Szenarien vollzogen werden können. (…) Wichtig wäre, dass das bevorzugte Szenario den Schulen rechtzeitig vorher mitgeteilt wird, um sich bezüglich der Schulorganisation und Hygienemaßnahmen entsprechend vorbereiten zu können. Ein früh vorgelegtes Konzept hätte den Vorteil, dass Schulen Unterstützungsbedarfe rechtzeitig erkennen und anschließend nachbessern können.

Schulprogramm - reloaded

Für systematische Schulentwicklung sind entsprechende schulinterne Arbeits- und Organisationsstrukturen notwendig (z. B. Steuer-, Evaluations-, Projekt- oder Arbeitsgruppen). Gut geklärte und in der Schulgemeinde transparente Strukturen sind eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Entwicklungsprozesse. Das Schulprogramm vereint die hervorgehobenen Merkmale. Gleichwohl, dieser Begriff ist leider in der Schulwelt häufig negativ konnotiert:

  • Ein Papier für die Tonne …
  • … steht im Regal und kennt keiner …
  • … schade, um die kostbare Zeit …
  • … kam von oben, mussten wir machen …

Warum will ich diesem Begriff aus den Schulgesetzen wieder Leben einhauchen? Die Antwort gibt die vorbildliche Wikipedia- Definition:

Ein Schulprogramm ist ein schriftliches Dokument, in dem eine Schule ihr Leitbild konkretisiert und mittel- bis langfristige Schwerpunkte der Qualitätsentwicklung setzt. Es wirkt als Orientierungshilfe im Prozess der Schulentwicklung und hat verbindlichen Charakter für die Schulgemeinschaft. (…) Alle an Schule Beteiligten (Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern, Schüler, externe Partner) bündeln im Rahmen der Erarbeitung des Schulprogramms ihre Kräfte und geben ihrem Handeln systematisch und transparent eine Leitlinie und Arbeitsgrundlage vor dem Hintergrund der konkreten Bedingungen an der Bildungseinrichtung. Das Schulprogramm dient neben der innerschulischen Verständigung und Teambildung auch der konkreten Ausgestaltung der Vorgaben und Freiräume, die im Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes festgelegt sind. Dabei wird Unterricht als Kern der schulischen Arbeit betrachtet5.

Vielfach wird das Schulprogramm mit dem Schulprofil verwechselt. Das Schulprofil ist das, was die Mitglieder der Schule, aber auch die Außenstehenden als das Besondere an der jeweiligen Schule wahrnehmen, z. B. MINT-Schule, Musikschule, Sportschule. Es bildet sich durch die besonderen Bedingungen an der einzelnen Schule heraus (Aktivitäten, Umfeld, Personal und Ausstattung) und führen keine Schwerpunkte der schulischen Arbeit für die nächsten ein bis drei Jahre auf. Diese werden in einem konkreten Schul(arbeits)programm festgeschrieben.

Wie kommt man nun zu einem Schulprogramm? Über einen 4- Phasenplan6:

1. Phase: Schulprogramm erarbeiten (PLAN)

Der Schweizer Erziehungswissenschaftler und Entwickler von Q2E- Strategien Norbert Landwehr schlägt vor, die Frage „Was wollen wir erreichen?“ ins Zentrum zu rücken (statt der Frage „Was müssen wir tun?“). Er stellt vier wirkungsorientierte Leitfragen:

  1. Was braucht die Lehrperson, damit sie die Stärken und Schwächen ihres Unterrichts erkennen und als Impulse für den Kreislauf der kontinuierlichen Optimierung des eigenen Handelns nutzen kann?
  2. Was braucht die Schule (Kollegium & Schulleitung), damit die schuleigenen Stärken und Schwächen erkennbar werden und als Impulse für den Kreislauf der kontinuierlichen Optimierung der institutionellen
    Qualität genutzt werden können?
  3. Was braucht die Schulleitung, um sich einen glaubwürdigen Einblick in die Qualität der individuell verantworteten Praxis (Unterrichtsqualität) und der institutionellen Qualität (Schulqualität) zu verschaffen – um Positives zu verstärken und bei Defiziten wirksam zu intervenieren?
  4. Was braucht die Schulaufsicht, um einen glaubwürdigen Einblick in die institutionelle Qualität der Schule zu erhalten und bei gravierenden Defiziten wirksam zu intervenieren?

Besonders wichtig: Die Ziele SMART definieren. Dabei meint:

  • S pezifisch: Ziele nicht vage, sondern so konkret wie möglich formulieren
  • M essbar: Ziele müssen messbar sein (Messbarkeitskriterien)
  • A ktivierend: Ziele sollen Lust auf Umsetzung machen
  • R ealistisch: Die Ziele (Aufgaben) müssen innerhalb des gesetzten Zeitrahmens umsetzbar sein
  • T erminiert: Die Ziele (Aufgaben) sind mit einem Zeitrahmen auszustatten: Was ist bis wann zu erledigen?
2. Phase: Schulprogramm(modul) umsetzen (DO)

Ein weiterer Erziehungswissenschaftler, Prof. Rolff (Uni Dortmund) hat drei Dimensionen der Schulentwicklung definiert, die für diese 2. Phase strukturbildend ist:

  1. Unterrichtsentwicklung
  2. Personalentwicklung sowie
  3. Organisationsentwicklung.

Diese drei Dimensionen gehen auf unterschiedliche Aspekte der Schulentwicklung ein, sind aber in hohem Maße miteinander verbunden. Sie sollten daher gemeinsam bedacht und in einer integrierten Form berücksichtigt werden: So braucht es für Entwicklungen im Unterricht oft vorbereitend oder begleitend Maßnahmen der Personalentwicklung (z. B. Fortbildungen, Austausch im Team) oder auch Organisationsentwicklung (z. B. Schaffung von Schulstufen-Teams). Dieser Verwobenheit der drei Dimensionen wird auch in den Arbeitsplänen Rechnung getragen, in denen Ziele und Maßnahmen für Unterrichts- und Organisationsentwicklung dargestellt und mit Maßnahmen der Personalentwicklung und Fortbildungsplanung verknüpft werden.

 

3. Phase: Schulprogramm(modul) evaluieren (CHECK)

Ohne Evaluation und Feedback ist keine systematische Qualitätsentwicklung möglich. Für diese Phase sind die folgenden vier Schritte denkbar:

  1. Welche Fragestellung soll untersucht werden? Hier ist besonders hilfreich, wenn die Ziele SMART definiert waren (s. 1. Phase)
  2. Methoden/ Instrumente auswählen und Ablauf planen
  3. Daten sammeln, aufbereiten
  4. Daten analysieren und interpretieren
4. Phase: Schulprogramm(modul) modifizieren, abschließen und nächstes Schulprogramm(modul) vorbereiten (ACT)

Leitfrage für diese Phase ist: Was nun?

Sie macht deutlich, dass nach einer Umsetzungs- und Evaluationsphase (Zwischen)Bilanz gezogen werden muss, bevor man mit einem Projekt weitermacht oder sich neue Dinge vornimmt. Und sie steht auch für die aktive Umsetzung von Veränderungsimpulsen aus der vorangegangen Evaluationsphase. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. So kann sich aus der Evaluation oft direkt ein Handlungsbedarf ergeben, dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man formativ vorgeht, das eigene Vorgehen also noch anpassen und verbessern will. Dies kann man direkt an die Evaluationsphase anschließen – wozu auch auf das nächste Schuljahr warten?
  2. Wenn sich das Entwicklungsvorhaben so gut bewährt hat, dass es Sinn macht, es weiterzuführen und sozusagen „auf Dauer“ zu setzen, dann kann man auch dies gleich beschließen (summative Entscheidung). Es verliert dann sozusagen seinen „Projektstatus“ und wird zum „Standard“ bzw. zur gängigen Praxis (=Überführung in das Schulprofil)
  3. Wenn eine Erprobung eines neuen Vorgehens in kleinerem Umfang („Pilotprojekt“) stattgefunden hat, sieht man oft relativ rasch, ob es noch weitere Probeläufe braucht (formativ) oder ob man das Projekt auch auf andere Teams, Fächer, Aktivitäten etc. ausdehnen möchte (summativ). Auch darüber kann man sich im Anschluss an die Evaluation gleich Gedanken machen und eventuell erste Aktivitäten setzen.

Wichtig ist in allen Fällen, dass es eine bewusste, möglichst datenbasierte Entscheidung gibt, bestimmte Maßnahmen zu setzen. Auch eine kreative Phase zur Entwicklung von Handlungsalternativen (Fall 1) oder der Planung einer etwaigen Einführung in der ganzen Schule (Fälle 2 und 3) kann dem noch vorausgehen.

Werkzeuge aus Digitalien

Im Folgenden werden für drei Bereiche, die bei der Schulprogrammarbeit eine zentrale Rolle einnehmen, geeignete Instrumentarien ausgewiesen.

  • Beim Projektmanagement handelt es sich um ein Handbuch, das neben strategischen Überlegungen eine Reihe von Printvorlagen enthält. Wer sich noch intensiver einlesen möchte, dem empfehle ich meine gleichnamige Themenseite mit zahlreichen Literaturtipps am Ende der Ausführungen.
  • Die Slideshow Feedback weist eine Reihe von Tools aus, die neben einer Kurzbeschreibung Vor- und Nachteile ausweist sowie Handlingshinweise gibt. Auch hier habe ich eine Themenseite mit ergänzenden Informationen entwickelt, auch zum Zwecke einer schulinternen Fortbildung.
  • Die Slideshow Evaluation ist aus einer in unserer Abteilung durchgeführten Softwareanalyse entstanden. Dabei haben wir ein Pflichtenheft aufgestellt und die Tools intern von Zweierteams evaluieren lassen. In Ergänzung dazu haben wir die Anbieter um eine Eigeneinschätzung gebeten. Am Ende stand IQESonline als kostenpflichtiges Produkt und LimeSurvey als „kostenfreies“ Produkt auf den ersten Plätzen. Die unten stehende Übersicht ist nicht vollständig, sie dient einer Vorauswahl. Für SCHILF- Überlegungen stehen Materialien und weitergehende Informationen auf der gleichnamigen Themenseite zur Verfügung.

bittefeedback

Mit BitteFeedback.de kann man einfach und unkompliziert Feedback geben oder erfragen. Wenn man eine Umfrage erstellt hat, erhält man auf der letzten Seite (nach Eingabe der gewünschten Fragen) sowohl den Link zum Teilen mit den TN, als auch den Link, unter dem dann später die Ergebnisse abrufbar sein werden. Diesen Link muss man sich abspeichern, um später auf die Ergebnisse zugreifen zu können. Man kann selbst entscheiden, mit wem man den Link teilen möchte.
  • Einfache Benutzerführung.
  • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
  • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 
  • Es gibt lediglich zwei Antwortformate: Bewertung durch bis zu fünf Sternen, Eingabe von Text. Für viele Feedbackfragestellungen reichen diese Formate in der Regel.
  • Nur im Webinterface aufrufbar.
  • Alle Eintragungen werden nach 14 Tagen gelöscht. Nähere Informationen findest Du im Impressum und den Hinweisen zum Datenschutz
  • Mentimeter

    Mit dem in der Schulwelt sehr verbreiteten,  webbasierten Tool Mentimeter lassen sich schnell anonyme Umfragen erstellen. Mit ihm lassen sich ohne viel Aufwand Einzel- und Multiple Choice- Fragen erstellen. Außerdem sind freie Antwortformate in Textform möglich. Die Auswertung gestaltet sich in diesem Fall als Wortwolke.

    • Fragen lassen sich schnell generieren
    • Viele unterschiedliche Fragetypen: Neben Multiple Choice, offenen Fragen, auch Bewertung auf einer Skala (100 Punkte, die entsprechend der Anzahl der Items diese Obergrenze rechnerisch berücksichtigt!)
    • Videoeinbettung (allerdings nur in Google Chrome)
    • Keine Begrenzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
    • sehr einfach in der Bedienung
    • Vorlagen helfen bei der Erstellung des Feedbacks 
    • keine App notwendig, da im Browser nutzbar 
    • kostenlose Standard-Version, die sehr viele Funktionalitäten aufweist
    • Englischsprachige Benutzerführung
    • Es können in der kostenfreien Variante nur maximal zwei Fragen gestellt werden.

    Oncoo

    Oncoo ist ein digitaler Werkzeugkasten zur Strukturierung von einigen Methoden im Unterricht. Unterstützt werden bisher eine digitale Kartenabfrage, ein Helfersystem, ein Lerntempoduett, Placemat sowie eine Zielscheibe zur Meinungsumfrage.

    • Die meisten Tools sind auch auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schüler: Nach der Auswahl eines Werkzeuges wird ein einmaliger Code erstellt, der die Anwender entsprechend zuordnet.
    • Nutzungsstatistik und Feedbacksystem
    • Keine Apps für iOS, Android

    Classroomscreen

    ExitPoll ist ein digitales Werkzeug, um ein schnelles Feedback zu einer zentralen Frage zu erhalten. Zum einen können SuS zu Beginn der Stunde auf die Frage vorbereitet werden (summative Abfrage) oder während es Unterrichtsprozesses, um eine ganz schnelle Einschätzung zu erhalten (formative Abfrage).

    • Das Tools ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schülerinnen und Schüler.
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Nur quantitative Rückmeldung. Für eine qualitative Einschätzung benötigt es ein anschließendes Gespräch im Plenum. Vielfach wird der ExitPoll am Ende der Stunde durchgeführt. Dann kann der Abstand zur nächsten Unterrichtsstunde möglicherweise zu groß geworden sein. 

    Edkimo

    Edkimo ist eine digitale Kommunikationsplattform, die Feedback, Partizipation und Evaluation im Lernprozess ermöglicht. Mit Edkimo können Lehrkräfte, Schulen und Bildungseinrichtungen mühelos ein konstruktives und anonymes Feedback der Lerngruppe und des Kollegiums einholen, auswerten und besprechen. Diese Rückmeldungen fließen unmittelbar in Partizipations- und Evaluationsprozesse ein und können direkt für die Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt werden, so die Einführung des Anbieters

    • Das Tool ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Apps für iOS, Android
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Entwickler / Gründer ist Lehrer an einer Berliner Schule.
    • Nur für einige Bundesländer kostenfrei.

    Linzer Diagnosebogen zur Klassenführung (LDK)

    Der Linzer Fragebogen zu Klassenführung” (LDK) ist ein Fragebogen zum Führungshandeln von Lehrkräften. Er ist aus Forschungen zur Klassenführung und aus praktischen Erfahrungen in der Lehrerbildung hervorgegangen. Der LDK ist für Lehramtsstudierende und Lehrer/innen gedacht, die sich Klarheit über ihr pädagogisches Handeln sowie dessen Rahmenbedingungen und Auswirkungen verschaffen möchten, um ihr Handeln weiter zu entwickeln. Der LDK eignet sich auch als Forschungsinstrument.

    • Der Dienst ist kostenlos.
    • Kein eigener Webserver nötig.
    • zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
    • viele Fragenbogenitems stehen zur Verfügung
    • ausgereiftes und bewährtes Evaluationstool
    • Die Auswahl der Fragen ist nicht veränderbar.
    • Es können keine eigene Fragen gestellt werden.

    SEP-Klassik

    Das klassische Selbstevaluationsportal (SEP-Klassik) bietet Lehrkräften, dem Leitungspersonal an Schulen sowie Haupt- und Fachseminarleitungen die Möglichkeit, Instrumente zur Selbstevaluation online zu nutzen und dadurch schnell und unkompliziert eine Rückmeldung zu zahlreichen Facetten des eigenen Handeln zu erfahren. Berlin und Brandeburg erhalten Unterstützung durch das das Institut für Schulqualität (ISQ).
    • Der Dienst ist kostenlos.
    • Kein eigener Webserver nötig.
    • zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
    • viele Fragenbogenitems stehen zur Verfügung
    • ausgereiftes und bewährtes Evaluationstool
    • keine Apps verfügbar

    Grafstat

    Grafstat ist eines der ältesten im Schulbereich bekannten Befragungsprogramme. Es wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung. Für Bildungseinrichtungen ist es kostenlos. Die Bedieneroberfläche verdeutlicht noch die Herkunft, sie folgt nicht dem Windows-Standard mit aufklappbaren Menüs. Die einzelnen Aktionen werden durch Klick auf die Buttons aufgerufen. An diese Bedienung muss man sich erst gewöhnen, jedoch findet man sich nach der Eingewöhnungszeit oder nach einer kurzen Anleitung durch einen Kundigen in den Grundfunktionen schnell zurecht.
    • Der Dienst ist kostenlos.
    • Kein eigener Webserver nötig.
    • zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
    • Druckvorlage kann aus dem Programm schnell erzeugt werden (falls Internet ausfällt bzw. nicht vorhanden)
    • wegen HTML – Seitenstruktur vielfältige Möglichkeiten, den Seitenaufbau selbst zu gestalten
    • Daten können durch Gruppieren verdichtet und durch Filter eingeschränkt werden. Unterschiedliche Diagramme können selbständig gestaltet werden.
    • Es stehen keine vorgefertigten Fragebogen zur Verfügung.
    • Auswertung: Wenig intutiver Ablauf beim Abruf der Daten
    • Benutzeroberfläche nicht mehr zeitgemäß
    • keine Apps verfügbar
  • Informationsseite des Anbieters, Handbuch des Anbieters (aus 2008)
  • Youtube Channel des Anbieters
  • Video-Tutorial von Herrn Lockermann
  • Anleitung desLF-Portals (Baden Württemberg)
  • Einsatzbeschreibung von Grafstat im Rahmen einer Selbstevaluation (Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW): Grafstat Hinweise in den grün hinterlegten Textboxen
  • Limesurvey

    LimeSurvey™ ist eine Software, mit deren Hilfe Web-Umfragen durchgeführt werden können. In einigen Ländern (Baden Württemberg, Sachsen) und Städten (München) werden die Erstellung von Web-Umfragen dadurch erleichtert, dass die Software auf eigenen Servern gemäß DSGVO datenschutzkonform läuft. Schulseitig werden zur Nutzung von LimeSurvey™ folgendes benötigt:

    • einen Computer (z. B. Windows-PC, Mac oder Tablet) mit Internetanschluss
    • einen beliebigen, modernen Web-Browser
    • eine E-Mail-Adresse, um über eine E-Mail eine Einladung zugestellt zu bekommen.
    • Die Software ist kostenfrei (Open Source)
    • Community unterstützt zeitnah
    • zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
    • Export für individuelle Aufbereitung der daten
    • Ergebnisabruf direkt möglich
    • Import externer Fragebögen (sofern im LS-Format)
    • Benutzerführung gewöhnungsbedürftig
    • Update häufig nötig und umständlich (kompletter Upload per ftp-Server). Sehr nützliches Tool “comfortupdate” ist kostenpflichtig und recht teuer (100€ / Jahr).
    • Unterstützung der Landesinstitute nur auf das Notwendigste beschränkt (Einrichtung der Schule), (in der Regel) kein Support bei individuellen Fragestellungen
  • Onlineumfragen erstellen – eine Anleitung des Medienzentrums München(pdf von Dr. Christian Lorenz), eine Anleitung für Fortgeschrittene vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE)
  • Tutorial zum Anlegen einer neuen Umfrage
  • Tutorial zum Anlegen einer neuen Fragengruppe
  • Kostenpflichtige Tools

    • ist in manchen Ländern kostenfrei,
    • verfügt über übersichtliche Einführungen/Handbücher zum Einsatz von Feedback- und Evaluationsverfahren,
    • Anbieter (Gründer) ist Lehrer in Berlin.

    -> Zum Anbieter

    Das Tool ist sehr zu empfehlen, da es wissenschaftlich begründet ist und technischen Support anbietet. Darüber hinaus besticht der Onlineauftritt mit

    • einer Bibliothek (z. B. Auszüge aus  PÄDAGOGIK – Publikationen, © Verlagsgruppe Beltz, Hans-Günter Rolff (Hrsg.): Handbuch Unterrichtsentwicklung. © Beltz Verlag u.v.m.)
    • Praxisberichten aus Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
    • einem in SElbstpublikationen deutlich wahrnehmbaren pädagogischen Verständnis, die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt des Lehrkräftehandels zu setzen

    -> Zum Anbieter

    Das Tool ist sehr zu empfehlen, da es wissenschaftlich begründet ist und technischen Support anbietet. Die Kosten sind im Vergleich zu den beiden anderen hier vorgestellten Wettbewerbern deutlich niedriger. Es ist keine Verschlüsselung (https) implementiert.

    -> Zum Anbieter

    Weitere Empfehlungen aus #twitterlehrerzimmer (ohne eigene Testerfahrungen)

    Schlussbemerkungen

     

    Patrick Bronner (Aus- und Fortbildner, MINT-Lehrer in einem Freiburger Gymnasium) in einem Tweet: 

    Heute hat sich an der Schule die AG “Fernunterricht 2.0” getroffen. Zunächst wurden die Erfahrungen der letzten Wochen reflektiert. Damit wird ein einheitliches Konzept mit Verbindlichkeiten & päd. Freiheiten für eine evtl. 2. Corona-Welle erarbeitet. 

    Vorbildlich, wie ich finde. Jede Schule muss sich aktuell Gedanken machen, wie es mit/ ohne Corona weitergeht. Gütersloh (Tönnies & Co.) und die Entwicklungen in Israel (Inzwischen sind etwa 200 von 5000 Schulen im Land wieder geschlossen, weil sich dort Hotspots gebildet hatten7) haben gezeigt, wie schnell Schulen eines Kreises in einen Lockdown versetzt werden können. Jede Schule ist verpflichtet für solche Fälle einen Plan B in der Tasche zu haben. Vielleicht hilft dieser Artikel mit neun Tipps, in Kombination mit einer Übersicht Digitalisierung und Schule?!

    Vielleicht fördert der Umgang mit den zeitweisen Schulschließungen noch etwas zutage: Die Diskussion über

    und vieles mehr. Das geht nur mit Planung und Einverständnis der Schulgemeinde. Eine digitale Transformation kann sinnvollerweise durch eine geeignete Schulentwicklung initiiert werden. Auch hier steht für interne Diskussionen eine Themenseite bereit. Da man schnell die Übersicht verlieren kann, empfehle ich die aufgebauten Unterstützungssysteme der Länder, wie z. B. in Hessen mit der Einrichtung eines Schulberatungssystems. Ich durfte lange Zeit als Teil dieses Systems Schulen unterstützen. Nicht zuletzt aus diesen Erfahrungen sind die Beiträge der letzten Monate und natürlich die für den analogen Zugang erstellten Praxisbände entstanden.

    In den letzten Wochen gab es eine Vielzahl von online organisierten Austauschformaten (Barcamps, Hackathons, mobile.schule). Es ist nun an der Zeit, zu konsolidieren und schulindividuell nach Lösungen im Umgang mit möglicherweise bevorstehenden Schulschließungen zu suchen. Die Lösungen, die Vorschläge müssen eine belastbare Zustimmung innerhalb der Schulgemeinde finden. Das ist gewiss nicht einfach und angesichts der bevorstehenden Sommerferien eine Herausforderung. Gleichwohl, die Schulgemeinde erwartet belastbare Planungen, die unterschiedliche Szenarien berücksichtigen.

    Dazu wünsche ich den Verantwortlichen vor Ort eine erfolgreiche Arbeit in und außerhalb der Schulmauern!

    Bleiben Sie gesund.

     

    Titelbild, PM: Bild von Pete Linforth @pixabay

    Feedback Gerd Altmann

    Evaluation: Andreas Breitling

    Footnotes

    1. https://www.rnd.de/politik/lehrerprasident-zu-schulen-und-corona-superspreader-risiko-ist-hoch-NSWTCTUBAJGU5C6W5GIVZJUF7Q.html
    2. https://www.welt.de/politik/deutschland/article209375327/GEW-Vorsitzende-Lehrer-werden-richtiggehend-gebasht.html
    3. https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-homeschooling-interview-100.html
    4. https://www.uni-paderborn.de/nachricht/94006/
    5. https://de.wikipedia.org/wiki/Schulprogramm
    6. http://www.sqa.at/course/index.php?categoryid=5
    7. https://www.spiegel.de/politik/ausland/corona-in-israel-die-zweite-welle-rollt-an-a-625b5acf-8223-4aa7-ae18-e0af93d71ec4