Urheberrecht 

Veröffentlicht ein Lehrer auf der Schulhomepage einen urhebergeschützten Cartoon, muss das Land für die begangene Urheberrechtsverletzung haften. Das Land müsse für den Inhalt der Schulhomepage einstehen, wenn diese von einem bei ihr angestellten oder verbeamteten Lehrer betreut werde (Az: 11 U 153/16).

Oberlandesgericht Frankfurt

Ohne den Lehrkräften zu nahe treten zu wollen: Die schulische Praxis hat sich bisher wenig darum gekümmert, Urheberschaften geeignet auszuweisen. Vielfach ist ein recht salopper Umgang mit urheberechtlich geschützten Material zu beobachten, z.B. bei der Erstellung von Präsentationen (meist ohne Nennung der Quellen) und/ oder bei der Ablage von digitalen Dokumenten (pdf, doc/dot,…) in Passwort geschützten digitalen Lernumgebungen (moodle, lo-net2,…). Auch wenn die Schulbuchverlage bisher recht nachsichtig auf Urheberechtsverletzungen reagiert haben (z.B. mit der Bitte/ Aufforderung, sie unverzüglich zu löschen), gab es auch die eine oder andere Gerichtsverhandlung mit entsprechenden Urteilen. So zum Beispiel, als eine Lehrkraft ein Lehrbuch komplett gescannt ins Intranet gestellt hat. Der betroffene Verlag hat dann erfolgreich auf Unterlassung und auf Ersatz der entgangenen Verkaufserlöse geklagt.

Die Schulbuchverlage haben eine eigene Webseite zu diesem Themenkomplex erstellt: http://www.schulbuchkopie.de/.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Fragen. Sie unterliegen einer ständigen Revision, sei es durch gesetzgeberische Änderungen, sei es durch Gerichtsurteile. Es folgen einige hilfreiche Tipps von Anbietern, die ihre Informationen regelmäßig aktualisieren bzw. anpassen. 

Es handelt sich um keine Rechtsauskunft. 

Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet

Einen grundlegenden Überblick liefert das vom ELAN e.V. veröffentlichte Erklärvideo (gilt entsprechend für Schulen)1

Weiterführendes Material

Internet-ABC

Urheberrecht in der Schule
Was ist erlaubt, was nicht? Ein Schwerpunkt des Internet-ABC mit Fragen und Antworten zu den rechtlichen Aspekten von Text, Film, Bild und Multimedia-Inhalten im Unterricht

Internet-ABC-Urheberrecht

Übersicht Urheberrecht

Eine Handreichung des BMBF bietet Einführung und Überblick in das Thema Urheberrecht für Schulen und (angehende) Lehrkräfte. M. E. ist eine Korrektur angebracht: Es können durchaus Scans aus Schulbüchern “gezogen” werden (bis zu 15%), im Widerspruch zur BMBF- Handreichung S. 19 (0%).

Die Webseite “Lehrerfortbildung-Baden Württemberg” informiert umfassend über

  • Urheberecht
  • Checklisten
  • FAQ zum Urheberrecht
  • Links zu Urheberrecht und Unterricht
  • u.v.m.

https://lehrerfortbildung-bw.de/st_recht/urheber

https://lehrerfortbildung-bw.de/st_recht/urheber/urh/
ist aktualisiert, incl. der Präsentation zum Urheberrecht an Schulen und des neuen Gesamtvertrags zum Vervielfältigen an Schulen.

Die Checklisten
https://lehrerfortbildung-bw.de/st_recht/urheber/checkl/
sind zum Teil noch einmal angepasst worden, ebenso der Fragebogen zum Urheberrecht mit Antworten.

Rechtsfragen zur Digitalisierung in der Lehre Praxisleitfaden zum Recht bei E-Learning, OER und Open Content von irights.info

Informationen aus Niedersachsen

Infomationen aus Bayern

Video der Hochschule München, auch für Schulen anwendbar

Wakelet Grundlagen des Urheberrechts von Marc Albrecht-Hermanns Formulare für SuS, Eltern (nextcloud): https://datenschutz-schule.info/2019/07/03/nextcloud-plattform/ Link zum Test einer DSGVo Konformität: https://twitter.com/seni_bl/status/1143830386113486848

Nachahmenswert!

Open Educational Ressources  (OER)

Lehrkräfte betätigen sich täglich als Remixkünstler_innen. Für guten Unterricht kombinieren sie Materialien aus verschiedenen Quellen, sodass sie auf die jeweilige Lernsituation, das jeweilige Lernbedürfnis zugeschnitten sind. Oft geschieht dies noch mithilfe von kopierten Papiervorlagen, Schere und Kleber; im Zeitalter des Internets spielen jedoch verstärkt digitale Materialien eine Rolle. Leicht können sie dem Netz entnommen und aufbereitet werden. 

Jöran Muuß-Merholz

Autor, Blogger

OER wird häufig in einem Atemzug dann genannt, wenn es darum geht, kostenfreie Materialien im Unterricht zu finden bzw. einzusetzen. Auch in den Veröffentlichungen rund um den Digitalpakt finden sich Forderungen nach “OER-Materialien”. Gemeint ist hier die Bereitstellung von Geldern aus öffentlicher Hand zur Produktion von Apps, Tools (z.B. digitale Lernumgebungen) sowie Unterrichtsmaterialien. Das dabei verfolgte Ziel ist, Effizienz dadurch zu ermöglichen, das Rad nur einmal neu zu erfinden und Verbesserungen “im Prozess” zu gestatten. Zwei Bemerkungen vorweg:

  1. Es ist nicht ganz einfach mit den OER Regularien klar zu kommen, wenn man sie 1-1 umsetzen will, zumal die bisherige (Un)Kultur in unseren Klassenräume in einem eher  saloppen Umgang mit Fremdmaterial besteht (Kopieren, Nutzung ohne Hinweise auf Urheberschaft). Wer das bisher so macht, wird die Lizenzierungsregeln als extrem lästig empfinden werden.
  2. Wir bereits in der analogen Welt gilt auch hier: Es bedeutet (nicht unerheblichen) Arbeitsaufwand, die Materialien den eigenen Bedüfnissen und Anforderungen anzupassen. 
  3. Mit der Nutzung und Änderung von OER Material verbindet sich automatisch die Verpflichtung, diese modifizierten Medien – sei es in Schriftform oder in digitaler Form – unter der gleichen Lizenz zu veröffentlichen. 

Gleichwohl bietet sich mit der Einführung von OER Materialien die Chance, den Unterricht urheberrechtlich “sauber” zu organisieren. Daher auch hier eine kleine Zusammenstellung von Informationen rund um das Thema OER… 

Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet

Quellen für OER – von Sandra Schön und Martin Ebner im Rahmen eines iMOOX

Weiterführendes Material

Tipps & Tricks

Nele Hirsch hat ein Kompendium erstellt:  OFFENE INHALTE UND TOOLS – GERADE ANGESICHTS DER CORONA-KRISE

Umgang mit cc-Lizenzen leicht gemacht: Drei gute Antworten von Jöran Muuß-Merholz

ein Tipp zum Downgrade von cc – by nach cc0

Kleiner Twitter-Crashkurs (als Thread) von Matthias Andrasch

Eine gelungene und übersichtliche Grafik findet sich hier.

Eine Eselsbrücke zur korrekten Verwendung von offen lizenzierten Werken: In der Praxis ist das Verwenden von Material unter einer freien Lizenz gar nicht so einfach, denn die Tücke liegt im Detail: Was muss in die Lizenzangabe? Wie ist der Urheber zu nennen und was ist sonst zu beachten? Wenn man die Vorgaben nicht einhält, ist die Lizenz nicht gültig – und inzwischen gibt es deswegen erste Abmahnungen. Die hier vorgestellte TULLU-Regel hilft dabei, freies Bildungsmaterial korrekt weiterzuverwenden.

Copyright- Kennzeichner

Die virtuelle PH in Österreich bietet einen sog. Schummelzettel an.

Ein Lehrer (Marc Albrecht Hermanns) hat eine kleine Anleitung z. Hd. der SuS geschrieben:

– als PDF: bit.ly/2ZTmG8e – als Pages: bit.ly/2ZDSPVU – als DOC: bit.ly/2ZVUFwG

Wie man eine eigene OER-Suchmaschine erstellen kann, beantwortet Nele Hirsch in einem Screencast

Selbstlernkurse (MOOC, eLecture)

 

Ausführlicher ist ein Selbstlernkurs (MOOC) der Akademie für Lehrerfortbildung (AfL, Dillingen) mit dem Thema: Wie erstellt und publiziert man OER? Dieser Kurs ist der dritte Teil einer Reihe, die dafür Hilfe geben möchte. Er befasst sich mit dem Erstellen und Publizieren (Teilen).

Moodle-Kurs der Ruhr Uni Bochum

weitere MOOCS dazu

https://open-educational-resources.de/do-it-yourself-oer-einfuehrungen-zum-selbstlernen/

eLecture Open Educational Resources: How to? Do’s & Dont’s! von Elke Höfler

Material
Links und weiterführende Literatur

Footnotes

  1. https://www.elan-ev.de/themen_p60.php