In meinem letzten Beitrag habe ich zwei hybrid angelegte Unterrichtsideen vorgestellt, die Lernmanagementsysteme voraussetzen (Webweaver/ lo-net2, Moodle/ Mahara). Im Netz finden sich eine Vielzahl weiterer Ideen. Hier einige Blitzlichter aus den einschlägigen Twitterblasen, die in der vorliegenden Schriftform teilweise kryptisch anmuten:

Viele dieser medienaffinen Lehrkräfte nutzen ihre Chance, probieren und diskutieren in den sozialen Netzwerken neue Lehr- und Lernwege. In vielen Threadverläufen wird erkennbar, wie unterschiedlich gedacht und gearbeitet wird. Wie nun einen Zugang auch für die Lehrkräfte schaffen, die gerade am Beginn ihrer Unterrichtserfahrung im Umgang mit den Werkzeugen aus Digitalien stehen? Denn auch die weniger in Digitalien agierenden Pädagogen waren von heute auf morgen gezwungen, ihren Unterricht zu überdenken. Vielen fühlten sich nicht wohl bei dem Gedanken, vorgefertigte Inhalte online zu vermitteln, ohne auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. Sie wollen zurecht sicherzustellen, dass ihre authentischen Unterrichtsstile intakt bleiben.

Ich greife die in vielen Schulen und Lerngruppen etablierte analoge Unterrichtspraxis auf, die sich im Wesentlichen auf die Vermittlung der im Kollegium verabredeten Curriculuminhalte konzentriert. In einer hybriden Ausprägung (Erweiterung) steht nun die Nutzung von Videokonferenzsystemen im Vordergrund. Es werden niederschwellige Tools und Wege vorgestellt, wie man diese zum Einsatz bringen kann. Dabei habe ich mich einmal “grenzüberschreitend” im Universitätsbereich (Phase 1) umgeschaut. Denn auch die Hochschulprofessorinnen und -professoren mussten über Nacht ihre Didaktik umstellen, nicht zuletzt durch die Entscheidung der Hochschulpräsidien, das gesamte Sommer- und vermutlich auch das kommende Wintersemester komplett online abzuwickeln. Quasi als Fernuniversität also. Bezüglich einer Transformation passiert da eine ganze Menge. Der Beitrag stellt Forschungsergebnisse vor und soll Mut machen, das eine oder andere in der Uni lernerfolgreich getestete Setting auszuprobieren.

Vorüberlegungen

Welche (datenschutzkonforme) Plattform kommt infrage? Eigentlich nur zwei: Jitsi und Big Blue Button. Der Beitrag Videokonferenzen – eine Plattform auswählen gibt Auskunft und begründet die begrenzte Auswahl.

Eine weitere Frage ist: Welche Voraussetzungen bringen die sogenannten Digital Natives, die Schülerinnen und Schüler eigentlich mit?

Sie sind vertraut mit

  • TikTok,
  • Snapchat,
  • Insta,
  • Jodel

und vielem mehr. Sie sind nicht vertraut mit

  • Selbstorganisation
  • Technik: keyboard shortcuts, Videokonferenzen
  • Netiquette zu Videokonferenzen

Schülerinnen und Schüler sind in Digitalien alberner, unreifer unterwegs, als man denkt. Erfahrene Lehrkräfte aus dem Twitterlehrerzimmer haben zum Thema Sketchnotes entwickelt:

Nun zu den Forschungsergebnissen aus der Hochschuldidaktik1:

Erfahrungen aus der Hochschuldidaktik

Synchron: DOs and DON'Ts

Videoqualität spielt eine eher untergeordnete Rolle, Teilnehmerinnen und Teilnehmer akzeptieren durchaus Übertragungsbrüche, aber nicht akzeptiert werden Abstriche bei der Audioqualität. D. h. zu Beginn einer Konferenz sollte den Schülerinnen und Schülern mitgeteilt werden, dass sie sich sofort melden sollen, wenn man nicht gut verstanden wird.

Weitere Erfolgsfaktoren:

  • Klare Anweisungen
  • Lernwirksamkeit ist im Livesetting höher, umso mehr, je mehr Interaktionen (Quizze, FAQ, Spiele) eingebaut werden
  • regelmäßige Beteiligung ermöglichen
  • unterschiedliches Schwierigkeitsniveau
Synchron: Audio Response Systemen (ARS)

Sogenannte Audience Response Systeme (ARS) bzw. Classroom Response System (CRS) erlauben das Stellen von Fragen an alle Lernenden gleichzeitig. Bei diesen Systemen stehen Echtzeit-Kommunikation und Interaktivität im Mittelpunkt der Anwendung. Bei webbasierten Systemen können Lehrkräfte in ihrem Account auf einfache Art und Weise die Fragen vorbereiten, editieren und die Ergebnisse anzeigen lassen. Während des Unterrichts haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit Laptop, Smartphone oder Tablet die von den Lehrkräften gestellten Fragen auf einer durch sie bekannt gegebenen URL (in der Regel wird automatisch ein QR-Code generiert) anonym zu beantworten. Zum Beantworten der Fragen ist kein Log-in notwendig. Die Resultate werden ohne Zeitverzug und grafisch aufbereitet im Browser angezeigt und können so nach Abschluss der Beantwortungszeit den Schülerinnen und Schüler präsentiert und durch die Lehrkraft (oder beiden) kommentiert werden.

Es gibt in der Unterrichtsforschung (noch) keine Aussagen über eine statistische Evidenz. Allerdings lassen Forschungsergebnisse aus der Hochschullehre vermuten, dass sich mit dem Einsatz von ARS/CRS eine Qualitätssteigerung erreichen lässt2:

  • ARS erhöhen Teilnahme, Aufmerksamkeit und Engagement und führen kurzfristig zu besserer Lernleistung.
  • ARS kontrollieren Wissen und steigern fachbezogenes Selbstvertrauen. Es finden sich kaum negative Effekte.
  • Aktive und passive Studierende haben gleichermaßen positive Einstellungen zu ARS, allerdings nur bei Freiwilligkeit und ohne Benotung.
  • ARS erfordern gründliche Einarbeitung in Technik wie auch Fragenkonstruktion. Zudem ist hinreichend Zeit einzuplanen. Moderationsfrage klären!

Konkret:

  • Wortwolken sind eine gute Wahl für Einschätzungen aus dem Auditorium, z. B. (answergarden.ch)
  • Vorteil von Systemen wie Sli.do: Man kann das System noch offen halten für Nachfragen. Lehrkräfte können ggfs. nachsteuern.
  • Multiple Choice Systeme helfen bei der Überprüfung von Verständnis.
  • Ergebnisse von Schülerinnen und Schüler dokumentieren lassen (E-Portfolio, Blog, Wiki). Auch hier gilt: Technik, Spielregeln, Arbeitsziele klar kommunizieren.
  • Breakout Rooms, Subspaces bilden. Bei der Einführung eines Videokonferenzsystems darauf achten, dass der Lehrkraft aus dem Raum heraus ein Handzeichen gegeben werden kann.
Synchron: Fragen und Antworten (Live Q&A)

Audience Response Systeme eigenen sich auch für die Umkehrung, also das Stellen von Fragen der Schülerinnen und Schüler an die Lehrkraft. Diese Systematik kommt häufig zum Einsatz, wenn die Lehrkraft (oder die Referentin, der Referent) bei einem Frontalvortrag, bei einer Präsentation vermeiden möchte, unterbrochen zu werden. Häufig beobachtet man z. B. bei Webinaren, dass der Präsentierende dauerend auf den Chat schaut, um Fragen “abzufischen”. Das schafft nachweisbar große Unruhe auf beiden Seiten.

Während des Vortrags haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, anonym mit Laptop, Smartphone oder Tablet Fragen auf einer durch die Lehrkraft bekannt gegebenen URL (in der Regel wird automatisch ein QR-Code generiert) einzugeben. Anonym vor allem deswegen, um auch sogenannten “dumme” Fragen zuzulassen. Denn diese erweisen sich häufig plötzlich gar nicht mehr als so dumm. Zuhörerinnen und Zuhörer können die Frage ebenfalls lesen und mit einem Like nach oben “spülen”, d. h. dem Vortragenden beim Aufruf der URL als prioritär zu beantwortende Frage ausweisen. Es erweist sich als Vorteil, wenn der Vortragende, die Lehrkraft eine Moderation bestimmt (kann auch ein Schüler, eine Schülerin sein), zum einen, um die Fragen zu sichten, zum anderen, um sie freizugeben. Manche machen sich einen Jux daraus, posten rechtsradikale Statements u. v. m. und schaffen somit Unruhe im Raum. Gleichwohl sollte die Moderation diese Vorfälle publik machen, auch wenn man wegen der Anonymität kaum auf die Urheber direkt zu gehen kann.

Vorteil von solchen Systemen wie z. B. Sli.do, frag.jetzt, tweedback, strawpoll, flinga: Man kann das System noch offen halten für Nachfragen. Lehrkräfte können ggfs. nachsteuern.

Synchron/ asynchron: Multiple Choice Fragen

Multiple Choice oder deutsch Mehrfachauswahl, auch Antwort-Wahl-Verfahren, ist eine in Prüfungen, Tests, Klausuren und Umfragen verwendete Fragetechnik, bei der zu einer Frage mehrere vorformulierte Antworten zur Auswahl stehen. Dabei ist es zu beachten, dass multiple choice im Englischen strikt eine gültige Antwort aus mehreren bedeutet, was im Deutschen Single Choice entspricht, während mehrere gültige Antwortmöglichkeiten im Englischen als multiple response bezeichnet wird. Es handelt sich um eine „erzwungene Wahl“ im Unterschied zum freien Antwortformat. Die Fragen bezeichnet man auch als geschlossene Fragen im Gegensatz zu offenen Fragen, bei denen der Proband eine freie Antwort eintragen muss. In einzelnen Tests oder Befragungen ist auch eine Kombination beider Fragetypen üblich3.

Hier einige Tipps zur Fragenkonstruktion:

  • Fragen sollten so formuliert werden, dass man sich die Antwort
    • bereits aus der Frage erschlossen werden kann, man also ohne die Antwortoptionen auskommen kann (meist bei MINT- Fächern). Oder:
    • die Antwort alle Informationen enthält, um die Frage beantworten zu können
  • Vermeidung von “Cue-Words”. Das sind ungewollte Lösungshinweise (Nie, immer,…), die meist auf Antworten hinweisen, die falsch sind
  • Antwortalternativen
    • sollten gleich lang sein (also Vermeidung von sehr kurzen und sehr langen Antwortitems)
    • gleich plausibel sein
    • nicht zu ähnlich, z. B. Wortwiederholungen
    • an unterschiedlichen Positionen liegen
    • wenig Negationen aufweisen (z. B. doppelte Negation)
  • Vier oder mehr Antwortalternativen, um die Wahrscheinlichkeit, die richtige Antwort per Zufall auszuwählen niedrig zu halten

Literaturhinweis: Hochschulübergreifender Leitfaden für den kreativen Teil bei der Erstellung anwendungsorientierter Prüfungsfragen, Verein Forum Neue Medien, Graz (2013)

Asynchron: Peer Assessment

Als Peer Assessment (engl. assessment „Beurteilung“) wird eine Methode bezeichnet, bei der Peers (= Personen, die die gleiche Rolle in einem bestimmten Kontext haben, wie beispielsweise Schüler einer Klasse), das Produkt eines Lernenden evaluieren. Falkichov (1986) beschreibt das Peer Assessment als eine Methode, bei der Peers reflektierte Kritik an dem Produkt eines anderen Lernenden üben und diesem Feedback zu vorher definierten Kriterien zur Verfügung stellen. Dabei kann das Ziel die abschließende Bewertung eines Endproduktes sein – summatives Peer-Feedback – beispielsweise die Endnote für ein Referat. Das Ziel kann aber auch die Verbesserung des Ergebnisses durch Einflussnahme während der Produkterstellung bzw. während des Lernens sein – formatives Feedback – beispielsweise Feedback zum ersten Entwurf eines Referats. Peer Assessments mit formativem Peer-Feedback können aufgrund ihres iterativen Charakters als Lernmethode angesehen werden.

Das Peer Assessment Verfahren wird je nach Variation dem Feld des kooperativen oder kollaborativen Lernens zugeordnet, wobei Peer Assessment eine globale Bezeichnung ist. Es gibt je nach Forschungsbereich und Themenfeld (siehe Variationen) auch weitere Begriffe für Peer Assessment Verfahren, wie beispielsweise „Peer response“, „Peer editing“ & „Peer evaluation“.4

Ich selbst habe im Informatikunterricht gute Erfahrungen mit sogenannten Peer Review Verfahren gemacht. Schülerinnen und Schüler haben in zufälligen Konstellationen die Umsetzung von Arbeitsaufträgen evaluiert. Mir wurde auf Nachfrage immer wieder zurückgemeldet, dass sie zum einen von den Lösungen anderer profitiert hätten, zum anderen aber auch die genaue Analyse des eigenen Codes geschätzt hätten. Schülerinnen und Schüler sind stets fair in der Beurteilungs(=Noten)rückmeldung. Meine Aufgabe war die Prozessevaluation: Die Lernenden bekamen von mir eine Rückmeldung über den gesamten Arbeitsprozess (Haltung, Unterstützung der Lerngruppe, Fairness beim Peer Review). Dabei habe ich dann exemplarisch den einen oder anderen Code angeschaut. Ich habe mich fast ausnahmslos dem Meinungsbild der Evaluatorinnen und Evaluatoren angeschlossen.

Forschungsergebnisse, kurz zusammen gefasst:

  • Peer Grading funktioniert dann, wenn Haus- bzw. Rollenregeln eingehalten werden und klar ist, was genau bewertet werden soll
  • Student Generated Content:
    • Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich meist mehr auf Darstellung/ Aussehen, weniger auf Inhalt/ Konzept
    • Erfolgreiche Formate:
Asynchrone Methode: Wiki

Ein Wiki (hawaiisch für „schnell“) ist eine Website, deren Inhalte von den Besuchern nicht nur gelesen, sondern auch direkt im Webbrowser bearbeitet und geändert werden könnenDas Ziel ist häufig, Erfahrung und Wissen gemeinschaftlich zu sammeln und in für die Zielgruppe verständlicher Form zu dokumentieren. Die Autoren erarbeiten hierzu gemeinschaftlich Texte, die ggf. durch Fotos oder andere Medien ergänzt werden. Ermöglicht wird dies durch ein vereinfachtes Content-Management-System, die sogenannte Wiki-Software oder Wiki-Engine. Das bekannteste Wiki ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, welche die Wiki-Software MediaWiki einsetzt. Zudem nutzen auch viele Unternehmen Wikis als Teil des Wissensmanagementsystems in ihrem Intranet (standortübergreifend). Ein einzelnes Dokument, eine Wiki-Seite, kann mit wenigen Klicks (Button Bearbeiten und Button Speichern oder Veröffentlichen) geändert werden. Zu diesem Zweck ist die Wiki-Seite zumeist in Form von Wikitext, einer leicht erlernbaren Auszeichnungssprache, gespeichert5.

Wikis sind besonders interessant wegen ihres eingebauten kollaborativen Schreibens, seinen sozialen Kommunikationsfunktionen und ihrer Fähigkeit, leicht ein öffentliches Produkt zu erzeugen. Der Wert von Wikis als Werkzeug für das Lernen ist jedoch nicht so klar. Persike hat in einem Webinar die Rolle der Lehrkraft besonders hervorgehoben: Muss sehr aktiv sein und muss das Thema sehr sorgfältig auswählen. Wiki darf nicht als Befüllungsmaschine dienen (= Text aus Internetrecherche einfach reinkopieren): Da lernen Schülerinnen und Schüler gar nichts.

Weitere Tipps sind:

  • Klare Arbeitsanweisung & Erwartungen formulieren
  • Detaillierte Anleitungen einbinden
  • Klare Bewertungsregeln nennen
  • Authentische Aufgaben entwickeln
  • Rollen und Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler klar definieren
  • Enges Monitoring der Schülerinnen und Schüler einziehen
  • Review und Kommentierungen obligatorisch machen

Abschließend empfiehlt Dr. Persike seinen Kolleginnen und Kollegen kurz und knapp:

  • Nutzt Funktionen des Videokonferenzsystems, achtet auf Datenschutz. Studentinnen und Studenten reagieren allergisch auf Verletzungen (z. B. Übernahme von Klarnamen, Einblick in private Räume)
  • Nutzt ARS & Live Q&A
  • Wenn ARS, dann auch Quiz (asynchron)
  • Kollaborationsformate nutzen (breakout rooms, messenger, chat, student generated content)
  • (Aus)Probieren, und: Evaluieren, evaluieren, evaluieren…

Im Folgenden habe ich in einer Art “Positivliste” geeignete Tools identifiziert und entsprechenden Kategorien zugeordnet. Neben einer Kurzbeschreibung finden sich zu jeder Anwendung Vor- und Nachteile sowie ergänzende Bemerkungen. Mir sind jederzeit Tipps und Ergänzungen willkommen, gerne via Kontaktformular.

Werkzeuge aus Digitalien: Q&A Live (ARS)

ArsNova

Dieser Audience-Response-Service ist aus einem EU-Projekt entstanden und verfügt über zahlreiche Frageformate. Man kann damit Vorträge der Lehrkräfte wie der Schülerinnen und Schüler interaktiv gestalten: Live und anonym antworten die Schülerinnen und Schüler auf die Fragen, stellen eigene Fragen oder geben Feedback zum Tempo und Verständnis des Vortrags. Das Live Assessment – die Lernstandsanzeige von arsnova.app – spiegelt den Grad der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler und die Lernwirksamkeit Ihres Unterrichts wider.
  • Sehr gut dokumentiertes ARS (siehe auch Bemerkungen).
  • Funktioniert aus Sicht des Inputgebers/des Vortragenden auch völlig ohne Registrierung.
  • Kostenfrei, ohne jede Einschränkung
  • Ausgereiftes didaktisches Modell, wenn auch aus der Hochschullehre stammend. Vieles lässt sich aber in die Schulwelt übernehmen.
  • Durch die enorme Vielfalt des Systemangebots bedarf es einer Einarbeitungszeit.
  • Handbuch des Anbieters
  • Beispiel des Anbieters
  • Feedbackr

    Bei diesem System stehen Echtzeit-Kommunikation und interaktive Eventgestaltung im Mittelpunkt der Anwendung. Das System wurde für die Hochschullehre der Uni Graz entwickelt und steht auch Schulen zur Nutzung zur Verfügung.

    • Es sind unbegrenzt viele Einzel- und Mehrfachauswahlfragen möglich.
    • Die Befragung ist schnell und intuitiv organisierbar, man kann bereits während der Erstellung der Fragen beobachten, wie die Frage auf den Geräten der Zielgruppe aussehen wird.
    • In der kostenfreien Version sind keine Fragebogenitems mit einer Textrückmeldung möglich, können gegen Bezahlung dazugebucht werden.

    Klickers

    Das Tool ist eine Webanwendung, die die Interaktion zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schüler unterstützt. Es wurde vom Lehrzentrum des Departements für Bankwesen und Finanzen der Universität Zürich, Schweiz, entwickelt. Es wird seit vielen Jahren stark genutzt (in Universitäten in Schulen), die Rückmeldungen haben zu einem kompletten Re-Design geführt.

    • Als Fragetypen stehen Single-, Multiple Choice- und Textfragen zur Verfügung.

    • Die Präsentation der Ergebnisse ist übersichtlich und mit ausreichend vielen Optionen möglich: z. B.  Bar-Charts und Pie-Charts oder Wortwolke

    • Open Source (kann also auf einem eigenen Schulserver installiert werde

    • Englischsprachige Benutzerführung
    • Das Videotutorial des Anbieters zeigt, dass sich der Umgang mit dem System sehr intuitiv und verständlich gestaltet.

    Pingo

    Pingo wird seit 2011 interdisziplinär in der Uni Paderborn entwickelt. Beteiligte sind die Lehrstühle Wirtschaftsinformatik und -didaktik, das Department Chemie und das Fachgebiet Didaktik Informatik. Das Tool verhält sich ansonsten wie ein klassisches ARS (s.o.). Es erlaubt  eine unbegrenzte Teilnehmerzahl, unbegrenzt viele Fragen und verfügt über vier Fragetypen (neben den gängigen Typen Single- und Multiple-Choice-Frage kann man mit Pingo auch Freitext- und numerische Schätzfragen stellen).

    • Die Fragen lassen sich zur Vorbereitung in einem Katalog speichern, mit Schlagworten versehen und mit anderen Lehrkräften teilen.

    • Pingo unterstützt  den Import und Export von gängigen Formaten wie Moodle, XML und CSV.

    • Die Antworten können als Diagramm, Histogramm oder Wortwolken dargestellt werden. Richtige Antworten lassen sich visuell hervorheben

       

    • Das System ist nicht sehr performant, die Antwortzeiten sind im Vergleich zu den anderen Anbietern recht lang.

    • Das Löschen ganzer Kataloge kann nicht in „einem Rutsch“ organisiert werden, es muss Item für Item gelöscht werden

    • Videotutorial des Anbieters
    • Tutorial des Anbieters
    • Zu Testzwecken kann man das System zunächst ausgiebig testen. Benutzername: demo@pingo-projekt.de. Passwort: demouser. Aber Achtung: Der Testzugang ist nicht gepflegt.

    SliDo

    Slido ist eine preisgekrönte F & A- und Umfrage-Plattform. Slido setzt sehr stark auf ein intuitives Design ohne große Barrieren. Das Tool erlaubt die Anzeige von Umfragen (Polls), die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können Fragen einreichen (die bei Bedarf auch moderiert werden können), sie können Fragen „liken“ und sie damit priorisieren und das Tool kann Tweets anzeigen (z. B. als Social Media Wall).

    • Schülerinnen und Schüler benötigen keine persönliche Registration für die Teilnahme
    • Das System ist webbasiert, benötigt also keine Installation
    • SliDo lässt sich leicht in Powerpoint, Keynote oder Prezi integrieren
    • Das System eignet sich insbesondere für eine Nachbereitung einer Videoveranstaltung: Schülerinnen und Schüler können weiterhin Fragen stellen, die Lehrkraft kann feststellen, inwieweit das Thema “verstanden” wurde.

       

    • Die Gratisversion erlaubt nur drei Umfragen pro Session

    Tweedback

    Tweedback ist ein Web-basiertes Live-Feedback-System der Universität Rostock, das den Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden vor allem in Lehrveranstaltungen fördern soll. Der Name “Tweedback” ist eine Zusammensetzung aus den englischen Begriffen “to twitter” (“sich etwas erzählen”, “zuflüstern”) und “feedback”.

    • Der Panic-Button ermöglicht Studierenden während der Lehrveranstaltung dem Lehrenden mitzuteilen, dass sie nicht folgen können. Dieser kann in Echtzeit darauf reagieren und zudem feststellen, ob die Aufmerksamkeit oder die Konzentration des Publikums schwindet.
    • Das Quiz-Feature bietet die Möglichkeit Multiple-Choice-Fragen an die Zuhörenden zu stellen.
    • Über die Chatwall können die Studierenden Fragen stellen, die dann entweder direkt von dem Lehrenden oder den anderen Studierenden mit Hilfe der Chatwall beantwortet werden können.
    • Webbasiert, also keine App verfügbar

    ... und sonst

    Empfehlungen aus #twitterlehrerzimmer (ohne sie getestet zu haben):

    Werkzeuge aus Digitalien: Quizze

    h5p

    H5P ist ein hochwertiges Web-Tool mit dem verschiedene interaktive Lerninhalte (z.B. Zuordnungen, Zeitstrahl, Quiz, Diktat,…) erstellt werden können. Diese Inhalte lassen sich zum Beispiel auf der eigenen Schulwebseite oder in einen Moodle-Kurs einbinden. Sie sind auch auf mobilen Geräten abrufbar. 
    • kostenfrei via zum.de
    • schnelle Erstellung von Inhalten und Lernmaterialien
    • Verknüpfung mehrere Lernmaterialien (z. B. Videos mit Quizfragen, Texten oder Bildern)
    • Interaktive Gestaltung, die verschiedene Lerntypen anspricht 
  • Internetanschluss ist notwendig
  • genaue Anleitung für Lernende nötig
  • Anmeldung auf der Website notwendig oder Moodle- oder WordPresszugang 

    learningApps

    Mit LearningApps.org können Lehrende und Lernende interaktive und multimediale Übungen auf einfache Weise erstellen. Hierfür werden eine Reihe von Vorlagen angeboten (z.B. Varianten von Zuordnungs- und Ordnungsaufgaben, Quizze, Umfragen), die mit eigenen Inhalten gefüllt werden können.

    • kostenlos
    • webbasiertes Angebot
    • viele Vorlagen für Übungen und Spiele
    • kurze Einarbeitungszeit
    • erstellte Apps sind über Code-Snippets leicht auf andere Websites oder in ein LMS einbindbar (Source-Code herunterladbar)
    • versierte Entwickler können eigene Vorlagen erstellen und anderen Nutzern zur Verfügung stellen
    • Vorlagen sind nur eingeschränkt anpassbar.
    • Aufgabenfeedbacks könnten etwas differenzierter sein.
    • Internetverbindung benötigt

    kahoot!

    Kahoot ist ein interaktives Quiz- und Umfragetool für die ganze Klasse. Die Fragen werden im Klassenzimmer mittels Beamer oder beim Fernunterricht mittels Videokonferenz präsentiert und die SchülerInnen können mit ihren mobilen Endgeräten antworten.

    • Wiederholung sowie Festigung von Wissen
    • Spielerische Überprüfung der Lernziele
    • Interaktiv
    • Anregung zur Diskussion, führt zur gesteigerten Meinungsäußerung
    • Anwednung und Benutzerführung in der englischen Sprache 
    • Das Spielerische dieser Methode könnte vom Wesentlichen (Inhalt) ablenken

    quizlet

    Die App Quizlet ist vor allem für den Fremdsprachenunterricht ein ausgesprochen nützliches Tool, mit dem sich digitale Lernsets erstellen lassen, die wie ein Karteikartensystem zum Lernen von Vokabeln angelegt sind.

    • schnelles Erstellen von Materialien

    • Inhalte können nicht nur aus Texten, sondern auch aus Audiodateien und Abbildungen bestehen

    • großer Materialpool

    • Browser- und App-basiert

    • Lernende benötigen keine Anmeldung

    • Zur Erstellung der Karteikarten ist eine Anmeldung notwendig

    • Werbung in der kostenfreien Version

    Werkzeuge aus Digitalien: Kollaboration

    answergarden

    AnswerGarden ist das ideale Web-Tool zum schnellen Sammeln von kurzen Antworten, Ideen und Rückmeldungen der SchülerInnen. Die Anzeige der eingegebenen Begriffe erscheint in Echtzeit in Form einer Wortwolke. Der Dienst ist kostenlos und erfordert keine Registrierung. 
    • Einfache Benutzerführung.
    • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
    • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 

    Padlet

    Eine sehr einfache Möglichkeit, Aufgaben zu formulieren und von Schüler/innen dazu Input in Form von Text zu erhalten ist das ZUMpad.
    • Einfache Benutzerführung.
    • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
    • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 

    Flinga

    Flinga ist ein webbasiertes Tool, mit dem sich sehr einfach Online-Kollaborationsumgebungen gestalten lassen. Grundsätzlich steht eine Brainstorming-Umgebung (Flinga Wall) und ein kollaboratves Whiteboard (Flinga Whiteboard) zur Auswahl zur Verfügung. Zum Teilen wird ein direkter Link, ein Code zum Eingeben und ein QR-Code zur Verfügung gestellt.
    • Einfache Benutzerführung.
    • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
    • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 
    • Englische Benutzerführung

    Und sonst ...

  •    
  • Wie lässt sich in einem Online-Kontext kollaborativ und kreativ lernen, Newsletter von Nele Hirsch (01.05.2020)

    Online-Werkzeuge für den E-Learning-Unterricht aus der Ferne, Tools vorgestellt von Andreas Kalt (Kreisgymnasium Neuenburg)

    Tools für kollaboratives Arbeiten, Nele Hirsch, Nina Toller und Bob Blume in einem bpb-Beitrag

    Digitale Lern- und Arbeitsprodukte kollaborativ erstellen, Ergebnisse aus dem Prozess der Werkstatt schulentwicklung.digital 2018/19

    Klärerzimmer – Blogbeitrag zu Kollaborative Tools

    Werkzeuge aus Digitalien: Feedback

    bittefeedback

    Mit BitteFeedback.de kann man einfach und unkompliziert Feedback geben oder erfragen. Wenn man eine Umfrage erstellt hat, erhält man auf der letzten Seite (nach Eingabe der gewünschten Fragen) sowohl den Link zum Teilen mit den TN, als auch den Link, unter dem dann später die Ergebnisse abrufbar sein werden. Diesen Link muss man sich abspeichern, um später auf die Ergebnisse zugreifen zu können. Man kann selbst entscheiden, mit wem man den Link teilen möchte.
    • Einfache Benutzerführung.
    • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
    • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 
    • Es gibt lediglich zwei Antwortformate: Bewertung durch bis zu fünf Sternen, Eingabe von Text. Für viele Feedbackfragestellungen reichen diese Formate in der Regel.
    • Nur im Webinterface aufrufbar.
  • Alle Eintragungen werden nach 14 Tagen gelöscht. Nähere Informationen findest Du im Impressum und den Hinweisen zum Datenschutz
  • Mentimeter

    Mit dem in der Schulwelt sehr verbreiteten,  webbasierten Tool Mentimeter lassen sich schnell anonyme Umfragen erstellen. Mit ihm lassen sich ohne viel Aufwand Einzel- und Multiple Choice- Fragen erstellen. Außerdem sind freie Antwortformate in Textform möglich. Die Auswertung gestaltet sich in diesem Fall als Wortwolke.

    • Fragen lassen sich schnell generieren
    • Viele unterschiedliche Fragetypen: Neben Multiple Choice, offenen Fragen, auch Bewertung auf einer Skala (100 Punkte, die entsprechend der Anzahl der Items diese Obergrenze rechnerisch berücksichtigt!)
    • Videoeinbettung (allerdings nur in Google Chrome)
    • Keine Begrenzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
    • sehr einfach in der Bedienung
    • Vorlagen helfen bei der Erstellung des Feedbacks 
    • keine App notwendig, da im Browser nutzbar 
    • kostenlose Standard-Version, die sehr viele Funktionalitäten aufweist
    • Englischsprachige Benutzerführung
    • Es können in der kostenfreien Variante nur maximal zwei Fragen gestellt werden.

    Oncoo

    Oncoo ist ein digitaler Werkzeugkasten zur Strukturierung von einigen Methoden im Unterricht. Unterstützt werden bisher eine digitale Kartenabfrage (z. B. für Brainstorming, Feedbackgabe), ein Helfersystem, ein Lerntempoduett, Placemat sowie eine Zielscheibe zur Meinungsumfrage.

    • Die meisten Tools sind auch auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schüler: Nach der Auswahl eines Werkzeuges wird ein einmaliger Link, QR-Code erstellt, der die Anwender entsprechend zuordnet (DSGVO-konform)
    • Leichte und unkomplizierte Erstellung
    • OER
    • Keine Apps für iOS, Android
    • Wortwolkendarstellung nicht optimal, answergarden ist hier besser
    • kein langfristiges Arbeiten möglich

    Classroomscreen

    ExitPoll ist ein digitales Werkzeug, um ein schnelles Feedback zu einer zentralen Frage zu erhalten. Zum einen können SuS zu Beginn der Stunde auf die Frage vorbereitet werden (summative Abfrage) oder während es Unterrichtsprozesses, um eine ganz schnelle Einschätzung zu erhalten (formative Abfrage).

    • Das Tools ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schülerinnen und Schüler.
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Nur quantitative Rückmeldung. Für eine qualitative Einschätzung benötigt es ein anschließendes Gespräch im Plenum. Vielfach wird der ExitPoll am Ende der Stunde durchgeführt. Dann kann der Abstand zur nächsten Unterrichtsstunde möglicherweise zu groß geworden sein. 

    Edkimo

    Edkimo ist eine digitale Kommunikationsplattform, die Feedback, Partizipation und Evaluation im Lernprozess ermöglicht. Mit Edkimo können Lehrkräfte, Schulen und Bildungseinrichtungen mühelos ein konstruktives und anonymes Feedback der Lerngruppe und des Kollegiums einholen, auswerten und besprechen. Diese Rückmeldungen fließen unmittelbar in Partizipations- und Evaluationsprozesse ein und können direkt für die Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt werden, so die Einführung des Anbieters

    • Das Tool ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Apps für iOS, Android
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Entwickler / Gründer ist Lehrer an einer Berliner Schule.
    • Nur für einige Bundesländer kostenfrei.

    ... und sonst

    Tipps aus dem #Twitterlehrerzimmer:

    Padlet von Andreas Schmitt zum Thema

    Entgegen vielen Unkenrufen bewegt sich etwas in der Hochschuldidaktik. Es hat Spaß gemacht, den Professorinnen und Professoren in einem Qualifizierungsspecial von e-teaching.org über die Schulter zu schauen. Diese Erfahrungen bzw. Einsatzszenarien müssen nun auch Eingang finden in der Aus- und Fortbildung. Denn immerhin warten ja nun examinierte Lehrkräfte auf ihre Vorbereitung auf den Schuldienst. Daher ist es nicht verwunderlich, auch hier auf Kolleginnen und Kollegen zu stoßen, die sich vergleichbare Überlegungen machen, z. B.:

    Der Beitrag hat mit einigen Sketchnotes in das Thema eingeführt und soll nun auch mit einer visualsierten Zusammenfassung enden. Das Bild von Jutta Korth ist im Rahmen eines Webinars von Adriane Langela-Bickenbach und Philippe Wampfler entstanden:

     

     

    Titelbild, Slidebild quizze, feedback: Gerd Altmann @pixabay

    Slidebild Kollaboration: civilservicelocal, Q&A Live: coyot

    Footnotes

    1. https://www.e-teaching.org/etresources/video/themenspecials/2020_quickstarter-online-lehre_persike_studierende-aktivieren-in-reiner-online-lehre.mp4
    2. https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/Folien_Workshop_Kreativer_Einsatz_von_ARS_Persike.pdf
    3. https://de.wikipedia.org/wiki/Multiple_Choice
    4. https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Assessment
    5. https://de.wikipedia.org/wiki/Wiki