Buch- und Lesetipps (1. Quartal 2023)

Falls noch Lesefutter für das bevorstehende Osterfest gesucht wird: Auch im letzten Quartal sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule/Bildung in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

  • Lehrkräfte,
  • Schulleitung,
  • Hochschullehrende und last but not least:
  • Bildungspolitiker*innen.

 

Schule in der digitalen Welt: Unterricht

 

Für das Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fach Wirtschaft-Politik stellen die QUA-LiS NRW zusammen mit dem MSB ein neues Selbstlernangebot für Schülerinnen und Schüler auf Basis von Moodle zur Verfügung.

Gute Ideen und neue Problemlösungen sucht man heute in vielen Bereichen. Doch oft fällt es schwer, sich von alten, hinderlichen Denkgewohnheiten zu lösen und ausgetretene, nicht mehr zielführende Lösungswege zu verlassen. In dem Buch „Heureka, ich hab’s gefunden“ zeigt die Autorin Marion Schröder, wie man Denkblockaden und Einfallslosigkeit überwinden und die eigene Kreativität und die der Mitarbeiter fördern kann. Das Buch enthält einen umfangreichen Katalog mit Visualisierungstechniken und rund 40 Kreativitätsmethoden für die intuitive und systematisch-analytische Ideensuche. Damit die neuen Lösungsideen in der Praxis auch „funktionieren“, erfährt die Leserin und der Leser, worauf es in den einzelnen Phasen eines kreativen Problemlösungsprozesses ankommt. Zugleich wird gezeigt, wie man heute versucht, menschliche und künstliche Kreativität miteinander zu verbinden und was nötig ist, um aus originellen Rohideen hochwertige Produkte, Verfahren und wertvolle Innovationen zu entwickeln.

Im Münchner Projekt „LediZ“ (Lernen mit digitalen Zeugnissen) werden deutschsprachige interaktive 3D-Zeugnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen erstellt. Solche Formen der Visualisierung sind umgangssprachlich auch als „Hologramme“ bekannt. Am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften haben Nutzer(innen) die Möglichkeit, sich mit der Lebensgeschichte der Überlebenden vertraut zu machen und den interaktiven Zeugnissen Fragen zu stellen. Der Einsatz dieser digitalen Zeugnisse im Bildungskontext wird variantenreich erforscht, wobei immer wieder die Frage zu stellen ist: „Was hat das mit mir zu tun?“

Die vorläufigen und sehr interessanten Ergebnisse eines Projektes von IQSH mit der HiTCH Gruppe stellen wir in unserer neuen Broschüre vor.

Eine Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer (nicht nur) in Baden-Württemberg mit rechtlichen Grundlagen, pädagogischen Hinweisen und Fallbeispielen

Es handelt sich um eine aktualisierte Bookcreator-Fassung. Wer es lieber im PDF-Format mag: Via Teilen – Drucken

Alle reden über künstliche Intelligenz: Wie sie unseren Alltag bereits verändert, aber auch, wie sie unser Leben in Zukunft beeinflussen wird. Doch was denken junge Menschen über KI – also die Generation, deren Alltag von morgen am meisten von KI geprägt sein wird? Das Outreach Team des Tübingen AI Center stellte rund 200 Schüler:innen zwischen 11 und 19 Jahren Fragen zu ihren Bedürfnissen, Ängsten und Assoziationen im Zusammenhang mit KI. Die Antworten fanden Eingang in einen Comic mit ganz eigener, expressiver Bildsprache: Ein Comic für Jugendliche, Erwachsene und Forschende. Ein Comic als Zeitzeugnis. Ein Comic, der einlädt, sich an der Debatte zu beteiligen, neugierig zu sein und sich selbst mit KI zu beschäftigen.

Chatten, mailen, Fotos hochladen…
Du benutzt das Internet für viele Dinge. Unsere Internettipps geben dir 10 wertvolle Hinweise, damit du im Netz sicher unterwegs bist.

Neu konzipiert und schulartübergreifend: Die grundlegenden Informationen zu Autismus und Schule sowie konkretisierende Praxishilfen richten sich an Lehrkräfte und Schulbegleitungen aller Schularten sowie Eltern und Erziehungsberechtigte.

In dieser Moodle-Einführung erfahren Sie, wie man einen Moodle-Kurs für die Klasse oder Lerngruppe nutzen und anpassen kann, erhalten Sie einen kostenlosen Zugang zu drei Moodle-Kursen für Ihren Unterricht (Themen: “Betrug im Internet”, “Online-Spiele“ und “Werbung im Internet”), lernen Sie, wie Sie selbst weitere Moodle-Kurse mit Internet-ABC-Themen erstellen können.

Die ZIP-Dateien können Sie herunterladen. In den Ordnern befinden sich jeweils eine mbz-Datei und ein PDF-Dokument. 

  • NDR: Escape-Game vermittelt wirtschaftliche Grundkenntnisse

Wirtschaftsunterricht fristet in Deutschland noch immer ein ziemliches Schattendasein. Oft gibt es für andere Nebenfächer bis zu achtmal mehr Unterrichtsstunden. Damit sich das ändert, hat die Joachim Herz Stiftung das Escape-Game “Space Transporters” entwickelt. Mit dem Spiel können junge Menschen ganz spielerisch mitten im Weltall eine Menge über Wirtschaft lernen. Ob und wie das funktioniert, haben die beiden getestet.

Erforsche geometrische Netz auf interaktive Weise, übe das Runden und die Grundrechnungsarten mithilfe von automatischem Feedback und vieles mehr in dieser Materialiensammlung für die 3. und 4. Grundschulklasse! In diesem Buch findest du über 50 interaktive Mathematikübungen, in denen du die folgenden Themen üben kannst: Runden, Kopfrechnen, Grundrechnungsarten, Flächenberechnung und Körper.

Mit „Naturwissenschaftlicher Sachunterricht digital – Toolbox für den Unterricht“ möchte die Joachim Herz Stiftung Lehrerinnen und Lehrern Anregungen geben, wie digitale Medien den naturwissenschaftlichen Sachunterricht bereichern können und neue Zugänge zu fachlichen Inhalten ermöglichen. Die Publikation ergänzt nach den Bänden 1 und 2 die Reihe „Toolbox für den Unterricht“. Während diese vor allem den naturwissenschaftlichen Unterricht an weiterführenden Schulen in den Blick nehmen, veröffentlicht die Joachim Herz Stiftung nun erstmals Material für den naturwissenschaftlichen Sachunterricht und adressiert damit gezielt die Primarstufe.

Spielerisch mehr über das Thema IT-Sicherheitsforschung erfahren: Das Online-Spiel „Tonis Escape – dem Hacker auf der Spur“ nimmt Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 mit auf ein spannendes Abenteuer in die Welt der digitalen Zukunft. Die begleitende Handreichung für Lehrkräfte bietet praktische Tipps, wie das Spiel als didaktisches Instrument im Unterricht eingesetzt werden kann.

Der vorliegende Sammelband fokussiert das Verhältnis verschiedener Unterrichtsfächer zum Einsatz von Comics in der Sekundarstufe. Nach einer theoretischen Rahmensetzung in drei Überblicksbeiträgen bieten die fachspezifischen Kapitel eine generelle Einschätzung des didaktischen Potenzials dieser Erzählform. Im Vordergrund stehen unterschiedliche methodische Zugänge für einen kompetenzorientierten Unterricht, die Behandlung zentraler fachtypischer Problemstellungen, aber auch ein konkretes Anwendungsbeispiel. Somit soll nicht nur die Lücke zwischen Theorie und Praxis geschlossen, sondern auch der Einstieg in die Comicdidaktik für interessierte Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und Fachdidaktiker/innen erleichtert werden.

Wir leben in einer zunehmend komplexen Welt. Diese Komplexität äußert sich durch immer mehr Arbeits­­teilung und Zusammen­­arbeit in allen Arbeits­­bereichen. Das gilt zunehmend auch für den Arbeits­­bereich Schule. Jöran Muuß-Merholz erklärt, wie und wo sich Arbeits­­teilung und Zusammen­­arbeit gegen­seitig beein­flussen und voneinander abgrenzen. Mit diesem E-Learning lernen Sie in drei Schritten bzw. mit drei Brillen, wie sich Zusammen­­arbeit in Schulen besser planen und durch­­führen lässt.

Die Bewertung von Schülerleistungen ist für Lehrkräfte schon bei gängigen Klassenarbeiten anspruchsvoll. Bei Gruppenarbeiten oder anderen alternativen Prüfungsformaten wird es noch komplizierter. Schulrechtsexperte Stephan Rademacher beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Thema.

 

 

Schule in der digitalen Welt: Studien

 

Der Sammelband ist durch die Frage geleitet, ob die digitale Sphäre eine Materialität vorweist. Antworten werden im Horizont des erziehungswissenschaftlichen Grundbegriffs der Bildung ausgelotet.
Ausgehend von unterschiedlichen theoretischen Zugängen umfasst der Band sowohl medienpädagogische und mediendidaktische Bezüge als auch Beiträge aus der Pädagogik der Kindheit, der historischen Pädagogik, der ästhetischen Bildung, der Inklusionspädagogik, der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung, der Schulpädagogik, der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der empirischen und theoretischen Bildungsforschung.
Auf diese Weise werden vielfältige Begriffsbestimmungen von Bildung vorgeschlagen und kontextualisiert, die das Zusammenspiel von Materialität und Digitalisierung als Reflexionsraum ihres Denkens anerkennen.

  • Caterina Schäfer, Dorina Rohse, Micha Gittinger, David Wiesche: Virtual Reality in der Schule – Bedenken und Potenziale aus Sicht der Akteur:innen in interdisziplinären Ratingkonferenzen

Dieser Beitrag präsentiert und diskutiert die Ergebnisse aus vier interdisziplinären Ratingkonferenzen, in denen Schüler:innen, Lehrpersonen und Expert:innen aus Entwicklung Medienpädagogik und Wissenschaft Bedenken und Potenziale des schulischen Einsatzes von Virtual Reality (VR) diskutieren. VR ist, obwohl zunehmend als Bildungstechnologie anerkannt, in der Schule noch nicht grundständig angekommen. Anhand der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und induktiver Kategorienermittlung werden aus den Daten vier Hauptkategorien abgeleitet. Es fehlt laut den Akteur:innen an technischer Ausstattung sowie Erfahrungen, Ideen und erprobten Konzepten für den schulischen Unterricht. Einem Mehraufwand steht ein schwer einzuschätzender Mehrwert entgegen. Gleichzeitig attestieren die Teilnehmenden VR-gestützten Lernumgebungen eine Vielzahl an Potenzialen wie immersives Lernen, barrierefreie Zugänge und Möglichkeiten für eine differenzierte Unterrichtsgestaltung. Der Beitrag zeigt auch, dass weder der wissenschaftliche Diskurs noch die teilnehmenden Akteur:innen bisher konkrete Aspekte eines verkörperten Lernens in, mit und durch VR (Extended Embodied Education) beachten. Eine Zusammenarbeit der im Schulkontext beteiligten Akteur:innen ist im Sinne einer Netzwerkarbeit zur Implementierung von VR in der Schule erstrebenswert.

Die Technologie Augmented Reality (AR) eröffnet durch Anreicherung der realen Welt mit virtuellen Informationen innovative pädagogisch-didaktische Gestaltungsmöglichkeiten in Lehr-Lern-Situationen. Insbesondere im Sachunterricht der Primarstufe besteht derzeit noch ein erhebliches Desiderat zur Erforschung des pädagogisch-didaktischen Potenzials des Einsatzes von AR sowie grundsätzlich zur Konzeption und Implementation entsprechender AR-Lehr-Lern-Tools. Ziel der in diesem Beitrag beschriebenen Studie ist die Erlangung grundlegender Erkenntnisse zur Einschätzung der «Pedagogical Usability» eines AR-Lehr-Lern-Tools für den naturwissenschaftlich-orientierten Sachunterricht durch Grundschullehrpersonen. Diese durch Befragung von Grundschullehrpersonen gewonnenen Einschätzungen wurden in einem qualitativen Design mittels eines leitfadengestützten Interviews erfasst und durch eine strukturierende qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet. Insgesamt zeigt sich, dass das evaluierte AR-Lehr-Lern-Tool einige Teilaspekte der Pedagogical Usability aus Sicht der Lehrpersonen erfüllt (z. B. «Motivation» und «Student Control») und in anderen Teilen noch verbessert werden könnte (z. B. bzgl. «Applicability» und «Feedback»). Auffallend ist auch, dass die Lehrpersonen die pädagogisch-didaktischen Vorteile von AR nicht oder kaum erkennen und die Unterschiede zwischen verschiedenen AR-Technologien auch nur teilweise benennen oder erkennen können. Die Ergebnisse stellen eine erste Grundlage für weitere Untersuchungen zur Rolle der Lehrperson bei der Entwicklung, Evaluation und Implementierung hoch innovativer, technologiegestützter Lehr-Lern-Tools sowie für die Erforschung des pädagogisch-didaktischen Potenzials von AR zu weiteren Themen des Sachunterrichts dar.

Was ist besser: Offener Unterricht oder der traditionelle Frontalunterricht? Diese Frage treibt nicht nur Lehramtsstudierende in ihrem Studium um, sondern beschäftigt auch viele Eltern, Schulleitungen und die Bildungspolitik. Derzeit erhält die Diskussion um das Lernen im offenen Unterricht wieder eine große öffentliche Aufmerksamkeit, weil ein Teil der Medienlandschaft ein individualisiertes und adressatenorientiertes Lernen als vermeintliche Hauptursache für das schwache Abschneiden von Grundschülerinnen und Grundschülern im aktuellen Bildungstrend des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ausgemacht hat.

Das Thema sonderpädagogische Diagnostik ist in Zeiten der Umsetzung von schulischer Inklusion und präventiver Förderung noch präsenter und wichtiger geworden. Pädagogische Handlungen, Fachpersonal und Ressourcen sind begrenzt und es stellt sich die Frage, wer wann Hilfe benötigt und welche Unterstützung auch wirksam ist. Ebenso besteht die Gefahr, dass eine für sich alleinstehende Diagnostik zum Selbstzweck, aber insbesondere auch unpassende Interventionen mehr schaden als nutzen. Es steht daher immer auch die Frage im Raum, warum, wann und welcher Form der Diagnostik es bedarf und wie konkret diese Diagnostik mit nachfolgenden Interventionen in und außerhalb der Schule verbunden ist. Diese Fragen versucht das Buch zu beantworten, indem durch eine breit aufgestellte Autor*innenschaft vielfältiger Ausrichtung unterschiedliche Ansichten über verschiedene sonderpädagogische Schwerpunkte geboten werden. Da man selbst als Autor meist nur einen eingegrenzten Blick und damit einhergehend spezifische Handlungsweisen vertreten kann, haben wir ein Werk mit verschiedenen Beiträgen herausgegeben, um möglichst viele diverse Sichtweisen zum Thema sonderpädagogische Diagnostik zu präsentieren. Wir haben möglichst viele Expert*innen gebeten, uns Beiträge zu schicken und uns nicht auf eine sonderpädagogische Fachrichtung oder ein spezifisches Thema der Diagnostik beschränkt. Wir sehen das Buch nicht als Einführungswerk, sondern als Fundgrube für die verschiedenen Ansätze der Diagnostik an. Diese unterschiedlichen Texte bieten Anlässe für eine gemeinsame Auseinandersetzung und Diskussion in der Lehre.

Dieses Themenheft dient der Sammlung interdisziplinärer Perspektiven auf grenzüberschreitende und zukunftsgerichtete Prozesse des Lehrens und Lernens in der Kultur der Digitalität, die Nachhaltigkeits- und Gerechtigkeitsfragen gleichermaßen betreffen. (…)

Das Themenheft bildet den Abschluss eines eineinhalbjährigen Prozesses, der es den Autor:innen ermöglichte, Beiträge einzureichen, die vorab mit einem Fachpublikum auf der gleichnamigen Tagung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München diskutiert und weiter entwickelt wurden. Bereits vor Tagungsbeginn standen die Beiträge als Videozusammenfassung auf der Tagungswebseite zur Verfügung, um das Zusammentreffen vor Ort für die Diskussion der Inhalte zu nutzen. Die Veröffentlichung erfolgt nun im Anschluss an ein offenes und transparentes Double-Peer-Review-Verfahren. Dadurch wurden Räume für einen konstruktiven und detaillierten Austausch eröffnet, von denen insbesondere Nachwuchswissenschaftler:innen profitieren konnten.

  • Költzsch, Deborah: Making the invisible visible – Eine empirische Untersuchung zur Definition und Evaluation von Kreativität bei fremdsprachlichen Schreibprodukten der Primarstufe

Als Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit gilt das ambivalente Verständnis von Kreativität im Englischunterricht. Während der Begriff mit dem selbstständigen Gebrauch der Fremdsprache eng verbunden (Maley, 2015) und eine Förderung von Kreativität im Unterricht erwünscht ist (Gallup, 2019), scheint gleichzeitig eine allgemeingültige Definition zu fehlen. Diese Dissonanz führt zu einer oftmals untergeordneten Stellung von Kreativität im Unterrichtsalltag (Haager, 2019; Schacter et al., 2006), die aber dem Potenzial von Kreativität für das fremdsprachliche Lernen widerspricht. Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde Kreativität deshalb aus Sicht der Didaktik des Englischen empirisch untersucht, um Kreativität sichtbar zu machen und deren Förderung zu ermöglichen. Thematisch spezifizierte sich die Arbeit auf die Primarstufe sowie die Schreibkompetenz, um möglichst präzise Einblicke zu bieten. Gerade das frühe Fremdsprachenlernen eignet sich dazu besonders gut, da aufgrund des fehlenden Leistungsdrucks.

Die Berufsschule ist in Österreich wie in Deutschland ein wichtiger Integrationsort für Menschen mit Fluchtbiografie, trotzdem ist die Professionalisierung von Lehrkräften in diesem Kontext bisher nur wenig erforscht. Zu diesem Forschungsdefizit liefert die Dissertation neue Erkenntnisse.

Die Autorin untersucht mit problemzentrierten Interviews und einer qualitativen Inhaltsanalyse, wie Lehrende heterogene Klassenverbände wahrnehmen, welche Herausforderungen sie beim Unterrichten von Geflüchteten sehen und mit welchen Arbeitsstrategien sie darauf reagieren. Interviewt wurden Lehrkräfte an gewerblich-technischen Tiroler Berufsschulen.

Die normativen Anforderungen an Lehrkräfte – Professionalisierungskonzepte, Standards und gesetzliche Vorschriften in Österreich, Deutschland und der Schweiz – sind der Ausgangspunkt, um aus den empirischen Ergebnissen Handlungskonsequenzen für die Lehrkräftebildung abzuleiten. Wissenschaftliche Vorarbeiten werden durch die neuen Erkenntnisse modifiziert.

  • Joachim Betz, Jan-René Schluchter (Hg.): Schulische Medienbildung und Digitalisierung im Kontext von Behinderung und Benachteiligung

Konzepte und Modelle der Medienbildung mit Menschen mit Behinderungen im Kontext von Schule und Unterricht liegen bis dato nur in Ansätzen vor. Insbesondere Verbindungslinien von medien-, sonder- und inklusionspädagogischen Ansätzen sind für das Handlungsfeld Schule wenig erschlossen. Der Band setzt Impulse, sich dieser Thematik aus theoretischer und praxisbezogener Perspektive anzunähern und so einen Beitrag zur weiteren Ausgestaltung von Schule und Unterricht mit der Perspektive Inklusion.

Die Welt wird zunehmend digital und komplexer. Dies hat zur Folge, dass Routinetätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt immer weniger gefragt sind, während interaktive, kreativ-gestaltende und kognitiv-analytische Tätigkeiten zunehmend an Bedeutung gewinnen (Levy und Murnane 2005). Gleichzeitig offenbaren internationale Vergleichsstudien wie PISA (OECD 2014) oder IGLU (Bos et al. 2017) in Deutschland bereits seit 20 Jahren ein Problem, das als chronisch bezeichnet werden kann: Etwa ein Fünftel aller Lernenden erreicht die Mindestkompetenzstandards in den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen nicht, wobei insbesondere Schüler:innen in sozioökonomisch deprivierten Lagen gefährdet sind. Das Ziel unseres Bildungssystems, allen Kindern und Jugendlichen langfristig eine selbstbestimmte Teilhabe am ökonomischen, politischen und kulturellen Leben der Gesellschaft zu ermöglichen, wird dementsprechend verfehlt. Zurückzuführen ist die hohe Anzahl von Schüler:innen, die das Bildungsminimum nicht erreichen, unter anderem auf die mangelnde Adaptivität des schulischen Bildungsangebots. Wie die Nutzung digitaler Möglichkeiten insbesondere im Sinne der Teilhabegerechtigkeit aussehen kann, soll in diesem Beitrag im Vordergrund stehen. Vorgestellt wird eine strategische Kernroutine für mehr individuelle Unterstützung an Schulen. Die Kernroutine beginnt mit einer digitalen Lernstandserhebung, auf die evidenzbasierte und passgenaue Förderangebote aufbauen.

Designbasierte Forschung umfasst verschiedene Ausprägungsformen von Forschungsprozessen, die auf die Entwicklung und Implementation von Innovationen abzielen. Mit der Anwendung von designbasierten Ansätzen haben Forscherinnen und Forscher den Anspruch, sich an der Lösung praktischer Problemlagen zu beteiligen; dies ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Anlage von Forschungsprozessen und -programmen. Häufig geht es um bisher wenig strukturierte, aktuelle Probleme in der Berufsbildungspraxis, was wiederum bedeutsam für das Aufeinandertreffen und die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis ist. Der vorliegende Band nimmt die Vielfalt designbasierter Forschung auf und dokumentiert, ergänzt durch Visualisierungen, die Beiträge des AG BFN Forums „Wissenschaft trifft Praxis – Designbasierte Forschung in der beruflichen Bildung“, welches in einem digitalen Format an der Universität Paderborn stattfand.

Aus der mangelnden digitalen Kompetenz von (Berufsschul)Lehrkräften, Lehramtsstudierenden und Schüler:innen ergibt sich ein „digitaler Teufelskreis”. Der Autor entwickelt, erprobt und evaluiert in seiner Dissertation aus einem Design-Based Research Ansatz ein Konzept für ein Onlineseminar innerhalb der beruflichen Lehramtsausbildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Zentraler Baustein des Seminars ist die Eigenproduktion von Erklärvideos, die digitale Kompetenzen niedrigschwellig fördert und zur Sensibilisierung für das Thema Digitalisierung im Handlungsfeld Schule beiträgt. Aus den Ergebnissen der praxisbezogenen Studie im Kontext des Studienstandorts Gießen leitet der Autor allgemeine Gelingensbedingungen und Handlungsempfehlungen für die digitalisierungsbezogene Professionalisierung angehender Berufsschullehrkräfte ab.

 

 

 Schule in der digitalen Welt: Open Access

 

Die rasante Entwicklung der Technologien im sogenannten MINT-Bereich, also in Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik, bedeutet für Lehrkräfte eine enorme Herausforderung. Auf welche Fragestellungen der Zukunft sollen sie ihre Schülerinnen und Schüler vorbereiten? Wie offen sind sie selber für Entwicklungen, die das Lehren und Lernen verändern? Oder anders gefragt: Kann es heute überhaupt noch guten MINT-Unterricht geben, wenn man die Möglichkeiten digitaler Werkzeuge und Medien außer acht lässt?
(…)

Der Band 1 nimmt vor allem die Förderung digitaler Kompetenzen bei Lehrerinnen und Lehrern in den Blick. Es wird deutlich, dass dafür ein kontinuierlicher Prozess der Professionalisierung notwendig ist – im Angelsächsischen spricht man von „continuing professional development“ (CPD). Und dieser Prozess muss sich durch alle drei Phasen der Lehrkräftebildung ziehen: das Studium, den Vorbereitungsdienst wie auch die Fort- und Weiterbildung.

Der Band 2 versammelt konkrete digitale Lernumgebungen für den Einsatz im schulischen MINT-Unterricht. Auch erste Beispiele aus der Welt der Virtual Reality und der Augmented Reality sind dabei. 

 

 

Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

    Für Schulleitungen, schulische Führungskräfte und interessierte Lehrkräfte. Gibt es hier den Reader und das Kartenspiel Unterrichtsentwicklung.

    Die Cornelsen Schulleitungsstudie gibt Schulleitungen in Deutschland eine starke, öffentliche Stimme. Die repräsentative Studie des FiBS Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie unter Beteiligung von Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann zeigt, vor welchen Herausforderungen Schulleitungen stehen und welche konkreten Schritte sie sich für die Zukunft wünschen. Mit über 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich gleich doppelt so viele Schulleitungen beteiligt wie im Vorjahr. Sie wollen ihre Erfahrungen weitergeben und fordern bessere Rahmenbedingungen, um Schulen weiterzuentwickeln.

    Die Handreichung stellt dazu Rahmenbedingungen, Aufgaben und Kooperationsmöglichkeiten vor und gibt einen Überblick über das Aufgabenfeld der Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen innerhalb der Schulgemeinschaft. Sie richtet sich in erster Linie an die staatlichen Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen im Programm „Schule öffnet sich“. Die Handreichung ist aber auch lesenswert für Schulleitungen und alle anderen Lehr- und Fachkräfte, die im Lebensraum Schule tätig sind.

    Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen bringen eine sozialpädagogische Sichtweise und einen ganzheitlichen Blick auf die Schülerinnen und Schüler sowie auf die Klasse mit sich. Durch ihre Professionalität und ihr Expertentum in gruppendynamischen Prozessen bereichern sie das System Schule und entlasten es zugleich.

     

     

    Schule in der digitalen Welt: OER

     

    Willkommen zum Projekt “Python trifft Turtle – Das Malbuch”. Version 1 ist fertig. Ihr dürft es gerne verändern, vervielfältigen, ergänzen und vervielfachen so viel ihr wollt. 

    • Tilo Bödigheimer, Steffen Jakowski, Philipp Staubitz: Das iPad für Lehrkräfte – 2023 – Kostenlose OER Selbstlernmaterialien für Anfänger:innen und Fortgeschrittene, iPadOS16

    Und hier geht es zur dazugehörigen Videoreihe.

    Scientists for Future unterstützen Engagierte mit Präsentationsfolien und Grafiken. Unsere Sammlungen werden laufend weiterentwickelt und stehen hier zum Herunterladen zur Verfügung. Die meisten Grafiken stehen unter offenen Lizenzen (man kann die Folien ändern, verbessern und selbst wieder ins Netz stellen). Details sind in den Foliennotizen dokumentiert.

    Unsere Präsentationensammlungen entstehen in gemeinschaftlicher Arbeit und oft auf der Grundlage von „Folienspenden“ vieler Wissenschaftler:innen und enthalten Copyright, Lizenzen, Quellenangabe und Erklärungen.

    Spotlights sind kurze Diskussionen eines Klima- und Nachhaltigkeitsthemas durch Wissenschaftler:innen

    Bei Verkehrswende denken viele zuerst an Elektroautos, mehr Fahrräder und den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Der Güterverkehr findet in der breiten Debatte eher keine Beachtung. Dabei ist er Dreh- und Angelpunkt der Verkehrswende. Denn der Güterverkehr wächst rasant: Wer heute im Internet bestellt, erwartet morgen die Lieferung frei Haus. Die Folgen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sind bedenklich: mehr Abgase, mehr Lärm, mehr Stau.

    Wie kann man den Güterverkehr möglichst effizient und umweltfreundlich organisieren? Welche Verkehrssysteme sollen politisch gefördert werden? Darüber streiten in diesem Planspiel Vertreter/innen von Verkehrs- und Umweltverbänden. Sie tragen ihre Forderungen und Argumente zwei Ministerien vor. Die Ministerien entscheiden, wer Geld für Modernisierung und Instandhaltung bekommt. Das Planspiel Güterverkehr ist somit Demokratie- und Umweltbildung in einem und kann analog wie digital genutzt werden.

    Isabelle Schuhladen widerlegt fünf Mythen zu Lernen durch Lehren: „Wenn Schüler einen Lernstoffabschnitt selbstständig erschließen und ihren Mitschülern vorstellen, wenn sie ferner prüfen, ob die Informationen wirklich angekommen sind und wenn sie schließlich durch geeignete Übungen dafür sorgen, dass der Stoff verinnerlicht wird, dann entspricht dies idealtypisch der Methode Lernen durch Lehren (LdL).“, Jean-Pol Martin, Begründer von Lernen durch Lehren.

    Im Begleitmaterial zum Video gibt es eine umfangreiche Materialsammlung mit Links zum Einstieg, zur Vertiefung sowie zur Vernetzung zum Thema. Ganz konkrete Tipps, wie man als individuelle Lehrkraft oder als Schule und Team mit Lernen durch Lehren beginnen kann, werden auch im Begleitmaterial zur Verfügung gestellt.

    In Kooperation mit Dr. Michael Kirch (Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik) sowie vielen tollen Studierenden entstanden im Rahmen eines Seminars 16 Adaptable Books als „Open Educational Ressources“ (OER): Freie, digitale Bücher, die sich an die Lesefähigkeiten der Kinder anpassen und unterschiedliche Lesewege ermöglichen. Das Besondere: Die Kinder wählen selbst aus, wie sie lesen wollen – nicht die Kinder müssen sich an die Bücher anpassen, sondern die Bücher an die Kinder!

    Die neu gegründete CHU-Academy möchte Lehrerbildende darin stärken, kompetent mit wissenschaftlicher Evidenz umgehen zu können. Sowohl das Verständnis als auch der sichere Umgang ebnen den Weg für die Gestaltung evidenzbasierter Lehrerbildung und langfristig auch für die Gestaltung von evidenzbasiertem Unterricht. Die Unterstützungsangebote bzw. Trainings sollen wissenschaftlich aufbereitete Inhalte mit der Praxis verzahnen.

     

     

    Schule in der digitalen Welt: Vermischtes

     

    • Kompetenzzentrums Technik · Diversity · Chancengleichheit: Materialcenter

    Zahlreiche Broschüren, Poster im PDF-Format. Vornehmlich für den MINT Unterricht in den weiterführenden Schulen.

    Dieser Kurs richtet sich an Lernende der Sekundarstufe II und ist dazu konzipiert, Sie bestmöglich auf das Schreiben Ihrer Facharbeit vorzubereiten und möchte Sie auch beim Schreiben Ihrer Facharbeit begleiten.

    Zusätzlich bietet der Online-Kurs ergänzende Materialien für Lehrpersonen, die zur Unterstützung Ihrer Betreuung dienen.

    Neue Werkzeuge, die uns kognitiv unterstützen, hielten bereits in der Vergangenheit selbstverständlich Einzug in Bildung und Alltag. Prof. Christian Spannagel (PH Heidelberg) plädiert daher in seinem Blogbeitrag für einen unaufgeregten Umgang mit dem Textgenerator ChatGPT. Verweisend auf theoretische Ansätze zu “Computational Offloading”-Phänomenen sieht Spannagel einen besonderen Diskussions- und Reflexionsbedarf in Bezug auf die Frage, ob und wie kognitive Tools in Lernprozesse integriert werden sollten. Für die praktische Umsetzung stellt er drei Ansätze vor.

    Mit Global Stories möchten wir nicht Probleme, sondern Lösungsansätze in den Vordergrund stellen, um globale Zusammenhänge zu verdeutlichen. Geschichten können nicht nur helfen, komplexe Themen überschaubar und greifbar darzustellen, sie schaffen auch einen positiven Zugang und motivieren zum Handeln. Deshalb stellen wir hier Geschichten aus verschiedenen Kontinenten vor, von Menschen und Initiativen, die sich erfolgreich in ihrem Handlungsfeld für einen nachhaltigen Wandel einsetzen, authentisch, partizipativ, mitreißend.

    Unsere Global Stories bieten Anknüpfungspunkte für zahlreiche Themen des Globalen Lernens und eignen sich besonders für die Arbeit mit Schulklassen und Jugendgruppen. Jede Geschichte wird ergänzt mit Anregungen für die Weiterarbeit im Unterricht.

    Was sind die 4Ks und in welchen Kontext können wir sie einordnen? Woran hapert es bei der Etablierung in der Praxis? Und inwieweit sind die 4Ks mit den vorherrschenden Didaktiken umsetzbar? Diesen Fragen widmet sich der Artikel Die 4K-Skills – ein kunstvoll geflochtener Zopf von Jöran Muuß-Merholz im Schweizer Magazin profil.

    Die Mehrheit der Gesellschaft bewegt sich im digitalen Raum, kommuniziert, konsumiert und informiert sich online. Die Digitalisierung und die gesellschaftlichen Veränderungen, die mit ihr einhergehen, berühren auch die politische Bildung auf verschiedenen Ebenen und werfen die Frage auf, wie politisch Bildende auf die digitale Transformation reagieren, sie inhaltlich aufgreifen und zu ihrer Mitgestaltung befähigen sollten.

    Das Dossier lotet Ansätze für die politische Bildung in einer digitalen Welt aus: Expert/-innen aus Fachdidaktik, Politikwissenschaft, Pädagogik, Zivilgesellschaft und der schulischen und außerschulischen Praxis diskutieren in Beiträgen und Audio-Interviews Themen, Kompetenzen, Didaktik und Methoden.

    NEU: Unterrichtsmaterialien (OER) mit Kapiteln zu Geschäftsmodellen, Meinungsbildung, Datenspuren und Teilhabe in einer digitalen Welt.

     

    Noch zwei Podcastempfehlungen ...

     

    Am “digitalen Lagerfeuer” kommen Lehrkräfte aus Deutschland zu Wort, die sich mit Ihren Schulen auf der “Expedition in die Digitalität” befinden. So unterschiedlich wie die Lehrkräfte und Schulen selbst, sind auch die eingeschlagenen Wege, Ziele und Möglichkeiten. Am digitalen Lagerfeuer berichten sie von entdeckten Wegen, Sackgassen, Hindernissen und suchen gemeinsam nach Antworten auf die Frage, wie Schule und Lernen im 21. Jahrhundert aussehen und gestaltet werden kann.

    In den Folgen 4-8 werden Schulen vorgestellt, die am Modellversuch Berlin hybrides Lernen teil.

    In diesem Podcast geht es um Forschung zu Schule und Unterricht, die jede Lehrerin und jeder Lehrer kennen sollte. In jeder Folge stelle ich Ihnen eine Studie, ein Review oder eine Metaanalyse vor, die für didaktische und pädagogische Erwägungen von Praktikerinnen und Praktikern relevant ist. Dabei gehe ich sowohl auf ‘Klassiker’ als auch auf aktuelle Forschung ein.
    Ich bin Schulpsychologe, nebenbei seit vielen Jahren in der Forschung tätig und habe früher zwölf Jahre lang an einem Gymnasium das Fach Englisch unterrichtet.

     

    Das wär’s für heute.

    Mit diesem Blogbeitrag wünsche ich Ihnen, liebe Blogleserinnen und -leser, liebe Bildungs- und Schulengagierten für die bevorstehenden Oster(ferien)zeit geeignete Ablenkung und ansonsten: Entspannung, Entspannung und noch einmal: Entspannung.

     

     Stay tuned 

     Titelbild: Gerd Altmann @pixabay

     

    KI – AI in der Schule: Update

    Mitte der Woche war es so weit: OpenAI hat ein Update zu ihrem ChatGPT veröffentlicht. Wer kein Premium-Abo besitzt, kann zumindest via Bing dieses Tool ausprobieren (hier eine Anleitung von Thomas Felzmann). Dieser Beitrag greift einige Entwicklungen dieser aktuellen Version 4.0 auf …

    Was ist ChatGPT eigentlich? Eine erste Antwort kommt vom Tool selbst:

    ChatGPT ist ein künstlicher Intelligenz-basierter Chatbot, der auf der GPT (Generative Pre-trained Transformer)-Technologie basiert. Er wurde von OpenAI entwickelt und ist darauf spezialisiert, auf natürliche Spracheingaben zu antworten, indem er maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz nutzt, um menschenähnliche Antworten zu generieren. ChatGPT kann in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden, z. B. als Kundenbetreuungs-Chatbot oder als Werkzeug zur Verbesserung der Sprachkompetenz von Menschen.

    Weitere Hinweise sind einem Beitrag eines Redaktionsteams des NDR entnommen, das einen 13-jährigen Schüler in seiner Nutzung des Tools beobachtet hat und sich darüber hinaus u. a. mit folgenden Fragen auseinandersetzt: „Wer steckt hinter ChatGPT? Wie funktioniert der Chatbot, was kann man damit machen? Und kann man ihm vertrauen?“ 

    Hier einige Antworten in Schriftform:[1]https://www.ndr.de/ratgeber/ChatGPT-wichtige-Fragen-Antworten-zur-KI-App,chatgpt138.html

    Wer steckt hinter ChatGPT?

    ChatGPT wurde von OpenAI entwickelt, einem kalifornischen KI-Forschungsunternehmen, das unter anderem von Elon Musk und dem Programmierer und Investor Sam Altman gegründet wurde. Die gewinnorientierte OpenAI LP wird dabei vom nonprofit Unternehmen OpenAI Inc kontrolliert. Seit 2019 kooperiert der Softwareriese Microsoft mit OpenAI. Diese Partnerschaft sieht Investitionen in Milliardenhöhe vor.

    Für was kann ich ChatGPT benutzen?

    ChatGPT ist ein sprach- und textbasierter Chatbot. Deshalb eignet er sich vor allem für dialogische Anwendungen, als Ideengeber, Inspirationsquelle oder Hilfe bei der Vorstrukturierung von Texten. Die Suchmaschine Bing integriert ChatGPT etwa, um Websuchen zu erleichtern. In Zukunft sind viele Anwendungsbereiche denkbar, zum Beispiel im Kundenservice, bei der Erstellung von Werbetexten, langen Aufsätzen etwa für die Universität oder als Assistent, etwa beim Schreiben von Softwarecode.

    Sagt ChaptGPT immer die Wahrheit?

    ChatGPT kann Fehler machen oder falsche Informationen bereitstellen, insbesondere wenn es um aktuelle Ereignisse oder komplexe Themen geht. Es gilt die Regel, dass immer dann, wenn der Benutzer Sachverhalte selbst überprüfen kann und es nicht um “Leben und Tod”, also um sehr kritische Sachverhalte geht, ChatGPT gut eingesetzt werden kann. Am Ende gilt es, die Antworten von ChatGPT kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls mithilfe von anderen Quellen zu verifizieren.

    Was kann die neue Version ChatGPT-4?

    Seit Kurzem steht eine neue Version von ChatGPT zum Testen zur Verfügung. ChatGPT-4 kann neben Texten auch Bilder auswerten, mit längeren Texten bis zu 25.000 Wörter umgehen und soll laut der Entwickler kreativer bei der Texterstellung sein. Außerdem soll der Chat-Bot Falschaussagen zuverlässiger herausfiltern können und weniger “halluzinieren”, also Aussagen erfinden. Vorsicht ist aber weiterhin geboten. ChatGPT-4 kann aktuell nur von zahlenden Kunden genutzt werden. Microsoft verwendet ChatGPT-4 bereits in seiner neuesten Version der Suchmaschine Bing.

    Zu diesem freigeschalteten Update liegen bereits erste Erfahrungen vor. Hier einige Beiträge aus der Edu®Vorschaubild der Version vom 19:13, 3. Sep. 2016 und der FediLZ Szene:

      Eine weitere coole Idee stammt von @digitaldurstig, der #midjourney angeworfen hat, um Feedback- bzw. Rollenkarten im Gamificationformat erzeugen zu lassen.

      Abschließend noch

      (lässt sich auch alsPDF-Datei downloaden)

      Schlussbemerkung

      Natürlich stellt sich die Frage, wie das pädagogische Personal damit umgehen kann und soll. Wie schon in meinem ersten, mit vielen Beispielen gespickten Beitrag  KI – AI in der Schule: Ein Fortbildungsskript zu diesem Thema ausgeführt und vorgeschlagen: durch Fortbildungsangebote der ortsansässigen und/ oder überregional organisierten Bildungsinstitutionen. Und: Patrick Bronner (@P_Bronner) hat seine Folien für eine schulinterne Fortbildung zur Verfügung gestellt.

      Dass das Thema in den Bildungsministerien angekommen ist, kann man z. B. an NRW und Thüringen ablesen. Und:

      Auch wenn der folgende sehr hörenswerte und praxisnahe Podcast aus Bremen kommt, kann und sollte er dennoch Vorbildfunktion für Personen auch außerhalb dieser Stadt- und Landgrenzen bekommen:

       

      … Stay tuned …

      Bildnachweis: Gerd Altmann @pixabay

      Gedanken zum Tag der Handschrift

      Der Tag der Handschrift ist ein jährlich stattfindender Tag, der das Schreiben mit der Hand und die Bedeutung von Handschrift in unserem täglichen Leben betont. Er findet in vielen Ländern am 23. Januar statt und wurde von der Internationalen Graphologischen Gesellschaft ins Leben gerufen, um auf die Wichtigkeit von Handschrift aufmerksam zu machen. Der Tag der Handschrift soll dazu beitragen, das Bewusstsein für diese Vorteile zu schärfen und die Wertschätzung für Handschrift zu fördern.

      Handschrift ist eine wichtige Fähigkeit, die die Feinmotorik, die Konzentration, die Kreativität und die persönliche Ausdrucksfähigkeit unterstützt. Handschrift hat in verschiedenen Bereichen des Lebens wichtige Anwendungen:

      • Schule: Handschrift ist in der Schule von großer Bedeutung, da Schüler viel schreiben müssen, um ihre Gedanken und Ideen festzuhalten. Eine saubere und lesbare Handschrift ist wichtig, um Notizen, Aufgaben und Hausaufgaben gut lesen und verstehen zu können. Handschrift kann auch als kreatives Mittel eingesetzt werden, um Schriftzüge und Zeichnungen zu erstellen.
      • Beruf: Handschrift hat auch im Berufsalltag wichtige Anwendungen. In vielen Berufen müssen Menschen Briefe, Notizen, Protokolle und andere Dokumente schreiben, die oft von anderen gelesen werden müssen. Eine saubere und lesbare Handschrift ist daher wichtig, um sich professionell und kompetent zu präsentieren.
      • Alltag: Handschrift hat auch im Alltag viele Anwendungen. Menschen schreiben oft Einkaufslisten, Notizen, Erinnerungen und andere Dokumente, die sie in ihrem täglichen Leben brauchen. Eine saubere und lesbare Handschrift ist wichtig, um diese Dokumente gut lesen und verstehen zu können.

      Was sagt die Bildungsforschung?

        Laut STEP 2022, einer bundesweiten Studie im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), klagen 90 % der befragten Lehrkräfte über massive Probleme beim Schreiben. Schwierigkeiten bei der Schreibstruktur, im Tempo des Handschreibens sowie bei der Leserlichkeit sind die drei Hauptprobleme, die sich nach Angaben der Lehrkräfte durch den pandemiebedingten Distanz- und Wechselunterricht nochmals verstärkt haben. Die Jungen mit Schreibschwierigkeiten sind in der Pandemie weiter zurückgefallen. [1]https://www.vbe-bw.de/meldung/step-studie-2022-deckt-defizite-beim-handschreiben-auf/

        Analog – digital

        Die große Mehrheit der Lehrkräfte nimmt an, dass das Schreiben mit der Hand mehr Vorteile für ihre Schüler*innen mit sich bringt als das Tastaturschreiben. Wissenschaftlich ist das allerdings nicht bewiesen. Beide Techniken haben ihre Vorteile. Neurowissenschaftler wissen, dass Handgeschriebenes auf mehreren Ebenen im Gehirn gespeichert wird. Es gibt Hinweise darauf, dass das Schreiben mit der Hand zu besseren Gedächtnisleistungen führt und sich positiv auf die Entwicklung feinmotorischer und kognitiver Fähigkeiten auswirkt. Kein Wunder: Beim Handschreiben sind zwölf Hirnareale aktiv, mehr als 30 Muskeln und 17 Gelenke arbeiten zusammen. Per Hand verschriftlichter Inhalt wird durch das langsamere Handschreiben stärker durchdrungen, als wenn der gleiche Inhalt mit der Tastatur getippt wird.

        Geht es hingegen um schnelles Notieren, sind geübte Maschinenschreiber im Vorteil. Insbesondere schwache Handschreiber können vom Tastaturschreiben profitieren, sagt Professor Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln. Laut des Faktenchecks “Handschrift in der Digitalisierten Welt” des Mercator-Instituts hätten Schüler*innen in Untersuchungen, die Computer und Programme zur Textverarbeitung einsetzten, längere, sprachlich richtige und inhaltlich sinnvollere Texte verfasst. Michael Becker-Mrotzek weiter:

        Auf Grundlage der bisherigen Forschungsergebnisse ergibt es keinen Sinn, das Handschreiben und Tastaturschreiben gegeneinander auszuspielen. Anstatt die Entweder-oder-Frage zu stellen, sollten Lehrkräfte besser beide Techniken fördern und fordern.

        Viele Didaktiker*innen gehen also davon aus, beides – Handschreiben ebenso wie das Schreiben in Digitalmedien – zu schulen. So auch Prof.’in Julia Knop, Inhaberin des Lehrstuhls für Fachdidaktik Deutsch an der Universität des Saarlandes. Sie erforscht digitale Lehr- und Lernprozesse im Deutschunterricht und untersucht dabei, wie Schreiben und Lesen vernetzt gefördert werden kann, analog und digital zugleich. [2]https://www.br.de/nachrichten/wissen/internationaler-tag-der-handschrift,RoJncAJ

        Eine nachhaltige Förderung der Schreibfähigkeit sorgt gemäß den Forschungsergebnissen für eine Unterstützung der Feinmototrik, Konzentrationsfähigkeit, Kreativität und Ausdrucksfähigkeit. Darüber hinaus werden ergänzend genannt:

        • Verbesserung des Gedächtnisses: Studien haben gezeigt, dass das Schreiben mit der Hand das Gedächtnis verbessert, da es die Verbindung zwischen dem visuellen, auditiven und motorischen Gedächtnis stärkt.
        • Verbesserung der Lesefähigkeiten: Studien haben gezeigt, dass Kinder, die mit der Handschrift unterrichtet werden, besser im Lesen und Schreiben werden, als Kinder die nur am Computer unterrichtet werden.
        • Erleichterung der Emotionen: Schreiben mit der Hand kann auch dazu beitragen, Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten, da es eine intime und persönliche Art des Ausdrucks ist.
        • Erhaltung der Kultur: Schreiben mit der Hand ist auch ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und ist ein wichtiger Teil der menschlichen Geschichte.

        Tipps und Tricks

        Im zweiten Teil der STEP 2022- Studie zeigt sich zunächst, dass neun von zehn Lehrkräften, unabhängig von der Schulform, eine Förderung des Handschreibens als kontinuierliche Bildungsaufgabe über alle Klassenstufen hinweg für notwendig halten. Im Primarbereich wird dabei besonders auf individuelle Förderung gesetzt. Auch im Sekundarbereich halten die Lehrerinnen und Lehrer regelmäßiges Üben für sehr wichtig, obwohl die Lehrpläne dies nicht mehr vorsehen. Neben einem speziellen Schreibmotorik-Training sollte nach Ansicht der Lehrkräfte auch die Feinmotorik der Kinder und Jugendlichen geschult werden. [3]ebda.

        Es gibt zahlreiche evidenzbasierte und erfahrungsbasierte Tipps und Tricks, die die Handschrift verbessern helfen (Zusammenstellung mit Unterstützung von ChatGPT 😉):

        • Übung: Das Schreiben regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg ist der beste Weg, um die Handschrift zu verbessern. Man kann zum Beispiel täglich ein paar Minuten Zeit dafür einplanen, um zu üben.
        • Stifthaltung: Eine gute Stifthaltung ist wichtig, um eine saubere und lesbare Handschrift zu erreichen. Der Stift sollte zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden, wobei die Finger leicht gekrümmt sind.
        • Papierausrichtung: Eine richtige Papierausrichtung ist wichtig, um eine saubere Handschrift zu erreichen. Das Papier sollte waagrecht auf dem Tisch liegen und der Schreibende sollte sich in eine bequeme Position setzen.
        • Schriftgröße: Eine angemessene Schriftgröße ist wichtig für eine saubere Handschrift. Es ist wichtig, die Schriftgröße auf das Papier und den Platz zu passen.
        • Druck: Ein angemessener Druck ist wichtig für eine saubere Handschrift. Es ist wichtig, nicht zu fest und nicht zu locker auf das Papier zu drücken.
        • Schriftarten: Es gibt viele Schriftarten, die sich für eine saubere Handschrift eignen. Es ist wichtig, eine Schriftart zu wählen, die einem gefällt und mit der man gut umgehen kann.
        • Grafologie: Eine grafologische Analyse der Handschrift ist ein gutes Mittel, um die Handschrift zu verbessern.
        • Kurse: Es gibt Kurse, die speziell darauf abzielen, die Handschrift zu verbessern. Diese Kurse können helfen die Handschrift zu verbessern, indem sie spezielle Techniken und Übungen vermitteln.

        Schlussbemerkung

        Der heutige Tag der Handschrift ist ein Grund, ihre Handschrift zu feiern. Er könnte Sie und/ oder Ihre Schüler*innen dazu ermutigen, über die Vorteile des Schreibens mit der Hand nachzudenken und sich Zeit zu nehmen, ihre Handschrift zu verbessern und zu nutzen. Er könnte Lehrende und Lernende dazu aufrufen, die Handschrift als kreatives Mittel zu nutzen, um Schriftzüge und Zeichnungen zu erstellen oder als Mittel um Emotionen auszudrücken. Er könnte beide Gruppe dazu motivieren, die Handschrift weiterhin im täglichen Leben zu nutzen, um Gedanken und Ideen festzuhalten, um Kreativität und Ausdrucksfähigkeit zu fördern. Ganz so, wie der Verband Bildungs und Erziehung (NRW) in seinem Tweet zum Tag der Handschrift formuliert:

        Update (Januar 2024): SPIEGEL Wissenschaft: Schreiben mit der Hand könnte dem Gehirn beim Erinnern helfen

        Update (Februar 2024):

        Update (Juli 2024):

        Menschen schreiben heute anders als früher. Oft tippen sie meist nur mit einzelnen Fingern, statt per Hand etwas zu notieren. Das beeinflusst, wie gut Hirnregionen verknüpft sind. Dank KI und Sprachassistenten muss bald niemand mehr schreiben. Was dann?

        Update (Januar 2025)

        Zwischen Tablets und Textnachrichten scheint im digitalen Zeitalter von der Kulturtechnik der Handschrift nicht mehr viel übrig zu sein. Doch das Schreiben mit der Hand ist mehr als eine vermeintlich anachronistische Liebelei.

        Ist es altmodisch, mit der Hand zu schreiben? Überhaupt nicht, sagen Wissenschaftler. Kindern und Jugendlichen fällt es aber zunehmend schwer, mit der Hand schnell und leserlich zu schreiben. Warum die Handschrift nicht nur für Kinder wichtig ist.

        Stay tuned

        Bildnachweis: zapCulture (Steven Weirather) @pixabay

        References

        References
        1 https://www.vbe-bw.de/meldung/step-studie-2022-deckt-defizite-beim-handschreiben-auf/
        2 https://www.br.de/nachrichten/wissen/internationaler-tag-der-handschrift,RoJncAJ
        3 ebda.

        Podcasts – Update & Buchrezension

        Heute gibt es mal wieder was auf die Ohren. Es geht um das Thema „Podcast(ing)“ 🎤. Ich habe bereits im Mai diesen Jahres viele Beispiele aus dem schulischen Umfeld vorgestellt. In dem heutigen Beitrag geht es erneut darum, wie man im schulischen Kontext

        • Podcasts nutzen kann,
        • wie man sie erstellt und
        • welche Produktionen sich lohnen, einmal reinzuhören.

        Neben aus der digitalen Welt recherchierten Empfehlungen stelle ich zunächst ein Buch vor, das einen Kompass (an)bietet und damit für eine Orientierung in diesem technologischen Dschungel sorgt. Aus dieser Publikation stammt ein Statement, das den Wert eines Podcasts wunderbar auf den Punkt bringt. Es kommt von Nele Heise, einer freien Hörfunkmitarbeiterin [1]In: Brigitte Hagedorn: Podcasting. mitp. Frechen. 2022, S. 12:

        Weil ich weiß, was es heißen kann, selbstbestimmt zu senden, in einem unabhängigen Umfeld, und auch die Rahmenbedingungen mit aushandeln zu können. Darin sehe ich eine der wichtigsten Funktionen von Podcasting: Es bietet einen Zugang zum öffentlichen Diskurs und ein Gefäß für gesellschaftliche Debatten, Meinungsbildung, Austausch. Und zwar eines, in dem nicht nur Reichweite zählt, sondern in dem Inhalte verhandelt werden, die in den gängigen Medien nicht bzw. kaum abgebildet werden. 

        Buchrezension

        Dieses Buch liegt bereits in der 3. Auflage vor. Damit stellt die Autorin sicher, dass es auf den aktuellen Stand gebracht ist. Auch wenn sie zurecht empfiehlt, immer auch zu schauen, ob Sie ein für Sie passenderes Angebot finden oder ob es bereits etwas Neues gibt. Der Verlag stellt das Buch so vor:

        In diesem Buch lernen Sie Schritt für Schritt alles, was Sie brauchen, um Ihren eigenen Podcast zu produzieren und auf Plattformen wie Spotify, Google Podcasts und iTunes/Apple Podcasts zu veröffentlichen. Dazu benötigen Sie kein technisches Vorwissen oder teures Equipment.

        Von den Grundlagen des Podcastings über die Konzeption und die Auswahl des Equipments bis hin zur Aufnahme bekommen Sie leicht verständliche Anleitungen und praktische Tipps an die Hand. Eine Einführung in das kostenlose Audioschnittprogramm Audacity® hilft Ihnen bei der Bearbeitung Ihrer Aufnahmen. Sie erfahren ebenfalls, wie Sie Ihren Podcast perfekt auf Ihre Zielgruppe abstimmen und wie Sie Ihre Inhalte mit verschiedenen Beitragsformen wie Interviews noch abwechslungsreicher gestalten.

        Darüber hinaus zeigt Ihnen die Autorin ausführlich, wie Sie Ihren Podcast veröffentlichen, möglichst viele Hörerinnen und Hörer erreichen sowie rechtliche Stolpersteine umgehen.

        Damit ist dieses Buch der ideale Begleiter auf Ihrem Weg in die Welt des Podcastings.

        Alles stimmt. Es bietet vor allem durch die gewählte Strukturierung einen Kompass, mit dem eine Orientierung für eine geplante Umsetzung gelingt. Was nicht hervorgehoben wird, mich aber als Lehrkraft besonders angesprochen hat, war Hilles Podcastkonzept (Kapitel 2). Es dient Schulen als Anleitung, wie Radio-AGs aufgebaut werden können; mit Podcasts, die aus dem Schulalltag berichten und dem Ziel, sich als Schule über diese Produktionen ein Profil zu geben. Und Audioexperimente durchführen, die Schülerinnen und Schüler Medienkompetenz vermitteln helfen.

        Auch das Kapitel 4 (Inhalt und Aufnahme) bietet zahlreiche Tipps, worauf Lerngruppen achten sollten. Es geht um Gestaltung und vor allem: Welche Sprache sich besonders eignet. Hier ein Auszug [2]ebda., S. 73:

        Texte, die nicht gelesen, sondern vorgelesen werden, müssen anders geschrieben werden, weil ein Leser den Inhalt anders aufnimmt als ein Hörer: Lesen wir einen Text, bestimmen wir selbst das Lesetempo, wir können Sätze noch mal lesen, im Text zurückblättern, Zusammenhänge zurückverfolgen. Das können Hörer alles nicht. Radio zum Beispiel ist ein lineares Medium, welches unaufhaltsam abläuft. Stoppen wir es, verlieren wir den Anschluss.
        Den Hörerinnen und Hörern fehlt außerdem die visuelle Orientierung, die die Leser durch das Layout, durch Satzzeichen, Absätze, Fotos und vieles mehr angeboten bekommen. Wenn die Hörer dem Inhalt eines Hörbeitrages nicht mehr folgen können, steigen sie aus. Lauschen Sie einem Hörbuch oder einem Podcast, können Sie im Prinzip »zurückspulen«, den Beitrag noch mal hören – aber mal ehrlich, wie oft macht man
        das? Und ist es nicht schöner, alles in einem Guss aufzunehmen und dabei auch auf Anhieb zu verstehen?
        Daher gilt beim Schreiben fürs Hören: Jeder Satz soll so geschrieben sein, dass man ihn auf Anhieb versteht!

        Und dann folgen Tipps zur Nutzung von Verben, Satzbau, Adverbien und Konjunktionen, Textaufbau u.v.m. Weil kurz und knackig gehalten, eignen sie sich zudem für den Aufbau einer Checkliste.

        Fazit: Das Buch hilft sicher für eine erste Orientierung. Es ist gut strukturiert. Antworten auf eigene Fragestellungen lassen sich schnell recherchieren. Darüber hinaus gefällt mir der feuilletonistische Ansatz mit den Interviews von zehn Fachfrauen und Fachmänner, die der Autorin zu den unterschiedlichen Themen jeweils drei Fragen beantworten. Diese Beiträge bereichern den Text um interessante Perspektiven und machen deutlich, wie umfangreich und vielschichtig das Thema »Podcasting« ist.

        Tipps aus der Edutwitter- Szene

        Herbert Hertramph (@_DigitalWriter_) hat kürzlich in einem Workshop des LMZ Stuttgart einige Tipps zur Technik gegeben, die ich in diesem Beitrag gerne weitergebe. Der Erste betrifft die Abschirmung von Außengeräuschen. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass nichts lästiger und störender ist, wenn die Akustik nicht stimmt. Im Workshop hat er einen Tweet von Albrecht Hermanns (@lbrechthermanns) empfohlen …

        und schreibt selbst im weiteren Threadverlauf:

        Ich würde sie selbst bauen – bei Amazon kosten 1 m x 0,5 m ca 11 Euro. Dann einfach in einen Karton. Oder, wenn man die Teile nur ab und zu benötigt, mit Klammern befestigen – dann sind sie nach dem Abbau schön flach.

        Weitere seiner Tipps befassten sich mit Mics und Zubehör (Screenshots aus seinem Vortrag):

        Und hier noch einige Hinweise aus der #Edutwitterszene, die mich in der Zwischenzeit erreicht haben:

        Die immer wieder gestellte Frage nach interessanten Podcasts wurde seinerzeit von den Bildungspunks (@bildungspunks) aufgegriffen. Mittlerweile liegt auch hier ein Update vor:

        Edu-Podcast – was hört ihr so?

        Und wer eine Liste sucht, mit der sie/er via Web-Feed/RSS-Feed einen Podcast abonnieren möchte, kann diese von Herbert Hertramph erstellte opml-Datei nutzen.

        Schlussbemerkung

        Das LMZ Baden Württemberg, genauer das Stadtmedienzentrum Stuttgart, hat eine Liste zusammengestellt, die sehr beeindruckend zeigt, inwieweit Podcasts mittlerweile im Unterricht Eingang gefunden haben.

        Und wer einen Blick in die Uniszene werfen möchte: Podcasts in der Lehre – Schritte auf der Spielwiese multimedialer Bildung

        Last but not least lohnt sich ein Blick in die Rundfunkszene. Ich selbst habe in meiner aktiven Schulzeit sehr vom Hessischen Rundfunk profitiert. Ein Redaktionsteam ist in die Schule gekommen und hat uns angeleitet, die Schulrundfunkidee vor Ort umzusetzen. Daraus ist ein Blog entstanden, der leider nicht mehr gepflegt wird.

        Aktuell hat der NDR zu einem Wettbewerb aufgerufen:

        Auch wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, lohnt sich ein regelmäßiger Besuch der dazu gehörigen Webseite, weil über Fortschritt und Auszeichnung berichtet wird.

        Update 8.02.2023: Mix your Beat (DJ-Workshop), Medienpädagogik Praxis-Blog

        Update 16.04.23: Podcast im Klassenzimmer: Kurzgeschichten greifbar machen

        Update 29.04.23: Listen to my radio – Breaking News

        16- bis 18-jährige Schülerinnen und Schüler lernen im eTwinning-Projekt »Listen to my radio – Breaking News« das Medium Podcast in all seinen Facetten kennen und erstellen in nationalen und internationalen Teams in englischer Sprache kollaborativ und mithilfe ihrer neu erworbenen Kenntnisse ihre eigenen Podcasts.

        Update 9.5.23: Podcast-Canvas

        Frisch aus der Produktion, mit vielen Kopiervorlagen und einem integrierten GarageBand-Placemat.

        Update 25.7.23: Einsatz von Podcasts im Unterricht – Eine sehr hilfreiche Zusammenstellung von DiBiAMAS (Oberpfalz, Bayern)

        Update 16.11.23: Wie produziere ich einen Podcast? – Ein Leitfaden aus Hamburg

         

        Update 6.12.23:

        Schulsprecher-Podcast: Tipps zu Hard- und Software (älterer Beitrag vom 24.4.22, bietet gute Orientierung)

        SKS Blomberg: SKS 4U – Schule auf die Ohren! – Eine TC-Sammlung mit einer Vielzahl von nützlichen Links, Ideen und Materialien für den Einsatz von Podcasts im schulischen Kontext.

        Lernfragen: Praxis – Podcasting im Unterricht (Materialien via Anfrage). Tipp kam vom 🦣 mit diesem Dialog:

        Es handelt sich um einen experimentellen Vollzeit-Bildungsgang in Anlehnung an den Ausbildungsberuf MediengestalterIn. Sie fangen mit Fotografieren und Bildbearbeitung an, dann soll Tonqualität am lebensnahen Produkt Podcast geübt werden, dann ist Videodramaturgie und -schnitt mir der Pilotklasse vorgesehen. 

        Ich finde, dass Tonqualität hier gar nicht so die Rolle spielt. Technisch geht da heute wahnsinnig viel und viel automatisch. Ich würde eher den Schwerpunkt auf die inhaltliche Gestaltung legen, weniger auf die technische. In meiner Erfahrung ist freies strukturiertes Sprechen zu einem Thema schwieriger. Und die Sensibilität für Tonqualität kommt von der Erfahrung der Verwundbarkeit beim Sprechen.

        Konzeption von Podcasts ist wahrscheinlich das größere Lernfeld.

        Das habe ich auch schon aus es deinem Podcast herausgezogen (dein Link war der erste deiner Podcasts, die ich mir angehört habe). Meine Idee als Binnendifferenzierung ist: Sollte es mit einer Videoreportage oder einem Imagefilm nicht klappen, können die SuS immer noch ein Videointerview als ausreichendes Produkt erstellen und dabei einen Großteil der Podcast-Fähigkeiten wieder einsetzen oder durch Wiederholung verbessern.

        Ich kenne jetzt die Struktur des Bildungsganges nicht. Aber ich finde es ja spannend, wenn alle drei Medienformen gezeigt und erlernt werden, und dann überlässt du der Schülerschaft in einer Projektphase mit Dokumentation, was sie mit welcher Form machen.

        Das wäre dann auch so ne Art Abschlussarbeit, die dann Arbeitgebern vorgestellt werden kann.

        Ja, Teil der Abschlussprüfung ist eine große Projektarbeit, in der entweder ein AV-Projekt, eine Mehrprodukt-Corporate-Design-Entwicklung oder ein umfangreicheres Audio-Projekt entwickelt werden soll. Es ist noch nicht spruchreif, aber ich werde es dir, bei Interesse, sicherlich später noch als Privatnachricht vorstellen.

        Okay. Und je nachdem, wo du bist, stehe ich auch mal für nen Workshop zur Verfügung. 💪

        Update (4.1.24):

        Viele Podcasts befassen sich mit Schule, Unterrichtsalltag und Bildungsthemen. Einige sind von Lehrerinnen und Lehrern gemacht und bieten aus der Praxis heraus Tipps und Anregungen von Lehrkräften für Lehrkräfte. Manche Podcasts fokussieren Digitales, und in anderen kommen auch Gäste zu Wort, die von außen einen Blick auf Schule werfen. Das Schulportal hat in viele dieser Formate hineingehört und stellt hier in kurzen Steckbriefen zehn hörenswerte Podcasts rund um Schule vor. Die Sammlung wird regelmäßig aktualisiert, weil manchmal ein Podcast eingestellt wird oder ein neuer dazukommt.

          … Stay tuned …

          P.S. Hier noch ein kleines Audio-Glossar

          Bildnachweis: florantevaldez @Pixabay

          References

          References
          1 In: Brigitte Hagedorn: Podcasting. mitp. Frechen. 2022, S. 12
          2 ebda., S. 73

          Mathalaxie – DiA:GO – Python trifft Pythagoras

          Wie im letzten Beitrag angekündigt, werde ich immer mal wieder über Entwicklungen in der Mathematikdidaktik berichten. Schön, dass es aktuell so viel über neue Erkenntnisse zu berichten gibt. Darum soll es hier gehen. Und auch um Tipps, wie man vor allem stärkeren Schüler*innen gerecht werden kann. Denn auch diese Gruppe hat ein Recht auf Förderung, oder?

          Dazu ganz zu Beginn eine didaktische Idee, der ich letzte Woche begegnet bin: Die Seminarmethode [1]https://www.cultofpedagogy.com/classroom-seminars/.

          Grundsätzlich sind Seminare Kleingruppenunterricht. Meehan erläutert in einem Podcast, dass sie die Bezeichnung Seminar ganz bewusst gewählt habe, eben weil die Kinder es lieben. Die Seminare dauern sieben bis zehn Minuten, wobei jedes Seminar ein kleines, fokussiertes Thema abdeckt. Sie werden in Zeiten angeboten, in denen die Lernenden selbstständig an Aufgaben arbeiten. Während einer Unterrichtsstunde (45-60 Minuten) bietet Meehan normalerweise ein oder zwei Seminare an. Grundsätzlich kann dieses Format in allen Fächern angeboten werden: Das können beliebige Lernziele sein, die die Einheit verfolgt. Es können Aufgaben sein, die sich aus Rückmeldungen der Lernenden ergeben. Idealerweise, so Meehan, werden Seminare für Gruppen von vier bis fünf Schüler*innen angeboten. Wenn sich mehr für ein Seminar anmelden, werden zwei separate Sitzungen angeboten. Oder, wenn viele Lernenden Interesse an einem Thema zeigen, entwickelt sie einen Organisationsrahmen gleich für die ganze Klasse.

          Viele Didakter*innen machen sich Gedanken, wie sie das Mathe-ist-doof Image auflösen können. Wie man Schüler*innen für die Mathematik begeistern kann. Darum wird es nun im Folgenden gehen. Die erste Anregung habe ich einer Sendung des SWR2 entnommen [2] … Continue reading:

          Mathalaxie

          Die Ungarin Marta Vitalis stellte sich schon früh die Frage: Wie sollte man Mathematik vermitteln, sodass es Kindern Spaß macht, ganz ohne Angst? Ihre Antwort: Verpackt in einer Abenteuergeschichte.

          Das Spiel “Mathalaxie” verpackt Grundschul-Mathematik in eine Abenteuerreise in den Weltraum. Die Idee: Die Kinder wollen ein Alien besuchen. An zehn Stationen bereiten sie sich auf die abenteuerliche Reise vor und lösen jede Menge Aufgaben: Sie bauen einen Roboter und ein Raumschiff, berechnen Flugrouten, basteln, zeichnen, schrauben. Dass viele Aufgaben mit Mathematik zu tun haben, merken sie nicht. Das sei der große Unterschied zum Unterricht, sagt Marta Vitalis. Denn hier haben sie bei jeder Aufgabe ein klares Ziel vor Augen.

          Aus der Forschung weiß man mittlerweile, dass gerade Kinder im angeleiteten Spiel genauso gut lernen wie im traditionellen Unterricht. Bei “Mathalaxie” arbeiten sie außerdem in Gruppen, sind emotional dabei und motiviert – auch das sind Faktoren, die dem Lernen guttun. Sie erleben eine rundum positive Mathe-Erfahrung. Momentan arbeiten Marta Vitalis und zwei Kollegen an “Mastory”, einem Algebra-Kurs für die 8. und 9. Klasse an Highschools in den USA.

          Der nächste Vorschlag stammt von einer Forschungsgruppe in Tübingen. Sie haben sich überlegt, wie digitale Medien den Matheunterricht unterstützen können. Herausgekommen sind aktuell drei Lernumgebungen [3]https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/40440/1/BzMU21_PLICHT_AdaptiverUnterricht.pdf:

          Adaptives Unterrichtskonzept

          Was ist das überhaupt, eine adaptive Lernumgebung?

          Adaptiv gestaltete Lernräume bieten gerade in heterogenen Lerngruppen besondere Potenziale Unterrichtsprozesse so zu realisieren, dass die aktuellen Unterrichtsinhalte und -methoden an die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst sind. Zentrale Bestandteile adaptiven Unterrichts ist die Adaption auf Makro- (z. B. Gruppendifferenzierung nach Leistungsniveau) und Mikroebene (z. B. individuelle Unterstützungsmaßnamen), als auch die formative Diagnose. Eine regelmäßige Diagnostik ist Voraussetzung, um die Lernmaterialien und das Unterrichtsgeschehen fortwährend sowohl auf Makro- als auch auf Mikroebene anzupassen. Formative Diagnose als auch angepasste Adaptionen werden als wichtige Methoden angesehen, um das individuelle Lernen der SchülerInnen gezielt zu fördern, wie auch ihre metakognitiven Selbsteinschätzungen zu unterstützen, welche eine zentrale Rolle im Lernprozess spielen. Digitale Medien dienen hierbei als didaktische Werkzeuge, um diese Unterrichtsprozesse zu realisieren. Sie können sowohl auf Mikroebene für instruktionale Unterstützungsmaßnahmen wie z. B. computergestütztes Feedback als auch auf der Makroebene zur Organisation und Bereitstellung von differenziertem Unterrichtsmaterial eingesetzt werden. Zudem können Audience Response Systeme oder Online-Quizze für eine formative Diagnose mit unmittelbarer Ergebnisauswertung verwendet werden (vgl. hierzu meine Themenseite).

          Das Projekt DiA:GO (Digitale Medien im adaptiven Unterricht der gymnasialen Oberstufe der Gemeinschaftsschule) ist ein Kooperationsprojekt der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Gemeinschaftsschule West Tübingen, welches auf die Etablierung eines didaktisch sinnvollen Einsatzes digitaler Medien im adaptiven Unterricht abzielt. Im bisherigen Projektzeitraum wurden drei Unterrichtseinheiten für das Fach Mathematik in der Sekundarstufe II entwickelt, durchgeführt und evaluiert (mit Klick auf das Bild kommt man zu den Materialien):

           

          Die Ergebnisse zeigten einen Leistungszuwachs der Schülerinnen und Schüler (große Effekte). Die Schülerinnen und Schüler bewerteten die Unterrichtseinheiten über die Durchführungsphase hinweg gleichbleibend als hoch adaptiv, kognitiv aktivierend und motivierend. In ihrem Fazit schreiben die drei Forscher*innen:

          Die Unterrichtseinheiten zeigen einen tragfähigen Ansatz auf, um digitale Medien für die Orchestrierung adaptiver Unterrichtsinhalte bereitzustellen, da sowohl die Lernleistungen als auch Selbstregulationsprozesse innerhalb der Unterrichtseinheit gefördert wurden.

          Abschließend und einen Bogen zur eingangs vorgestellten Seminaridee spannend gehe ich auf ein Buch ein, das den stärkeren Lernenden der Sekundarstufe I und II zusätzliche Impulse geben kann:

          Python trifft Pythagoras

          Auch wenn Computerbeweise bei einigen Mathematiker*innen umstritten sein mögen, sind sie heute nicht mehr wegzudenken. Bedeutende mathematische Beweise, die durch interaktive Theorembeweiser überprüft wurden, sind der Beweis des Vier-Farben-Satzes durch Georges Gonthier [4]https://eldorado.tu-dortmund.de/bitstream/2003/40440/1/BzMU21_PLICHT_AdaptiverUnterricht.pdf sowie der formalisierte Beweis der Keplerschen Vermutung durch das Flyspeck-Projekt. [5]https://arxiv.org/abs/1501.02155. Vielfach werden Computer gerne eingesetzt, um Aussagen zu falsifizieren. Denn dann braucht man sich ja erst gar nicht auf die Suche begeben. 

          Was liegt näher, als bereits frühzeitig die (starken) Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, sich in dieses Thema einzuarbeiten?  Die Fähigkeiten, die benötigt werden, um guten, logisch kohärenten Code zu schreiben, ähneln stark dem Wissen, das unsere Lernenden auch zur Lösung mathematischer Probleme brauchen. Sie erfahren nicht nur, wie Probleme elegant mit (hier) Python modelliert werden und welche wissenschaftlichen Zusatzmodule ihnen viel Arbeit abnehmen, sondern sie bauen auch selbst Algorithmen nach und verstehen durch diesen konkreten Ansatz mathematische Zusammenhänge, die sonst abstrakt und kompliziert blieben.

          Zunächst wird man im Buch mit der Python-Programmierung vertraut gemacht. Es werden in einem kurzen Python-Kurs wichtige Datentypen und Programmierkonstrukte vermittelt. Und als ein erstes Kennzeichen späterer Erfahrungen im Informatikunterricht: Man lernt Bibliotheken zu nutzen; mit Informationen über NumPy, Matplotlib, SymPy und SciPy.

          Im Buch werden Themen angesprochen, die im Seminarsetting (s. o.) von der Lehrkraft angesprochen werden können, um sie dann von den Schüler*innen weiterbearbeiten zu lassen. Viele im Mathematikstudium wichtige Fragestellungen kommen im Unterricht kaum noch vor. Im Buch schon, wie z. B. der Begriff der Stetigkeit (nicht streng wissenschaftlich versteht sich, aber doch noch hinreichend formalisiert), Differenzialgleichungen, Ausgleichsrechnungen, Fraktale, Implementierung von RSA-Algorithmen und vieles mehr. Somit werden vor allem Schüler*innen aus der gymnasialen Oberstufe angesprochen, insbesondere diejenigen, die Informatik belegt haben.

          In der Sekundarstufe I bieten sich zumindest der Python-Kurs und erste Übungen an, dem Buch (Sieb des Eratostenes) oder aus dem täglichen Unterrichtsgeschehen entnehmend. Iterationsverfahren gibt es ja genügend: z. B. das Heronverfahren zur Berechnung der Quadratwurzel einer (positiven) Zahl oder das Näherungsverfahren von Archimedes zur Bestimmung der Zahl π. Oder man bedient sich der Rückmeldungen der Schüler*innen, wenn sie selbst auf eine Idee, auf eine Anwendung stoßen und umsetzen wollen. Via eines Seminarformats (s.o.) …

          Zu jedem der im Buch angesprochenen Themen findet man im Downloadbereich Codebeispiele sowie Übungen mit kommentierten Lösungen. So können Lehrende wie Lernende alle Beispiele komfortabel ausprobieren, die beschriebenen Lösungswege nachvollziehen und auf eigene Probleme anwenden.

          Fazit: Ein Buch, das den laufenden Unterricht ergänzen kann. Ein Buch, das eine erste Kontakaufnahme mit Python ermöglicht; einer Programmiersprache, die dank ihrer Syntax und Lesbarkeit leicht zu erlernen ist und sich sehr vielseitig einsetzen lässt. Besonders zu empfehlen für fächerübergreifende Ansätze, indem man z. B. den Begriff des Algorithmus innermathematisch einführt und anschließend im MINT-Spektrum nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten sucht.

          Schlussbemerkungen

          Wer meinen Beiträgen folgt, weiß um meine Affinität zur evidenzbasierten Bildungsforschung. Auch, weil vor allem die Mathematikdidakter*innen in ihren Beiträgen immer mit Ideen aufwarten, wie man in der Praxis mit den Ergebnissen umgehen kann, wie man z. B. der Inhomogenität in unseren Lerngruppen gerecht werden kann. Und: Weil die Ergebnisse helfen, Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht besser einzuordnen. Nicht frustriert zu sein, wenn [6]https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&buchnr=4257, S. 23 ff

          Differenzierungsmaßnahmen nicht immer für alle Schülergruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus gleich wirksam sind und Merkmale der Schule (z. B. durchschnittlicher sozioökonomischer Status oder Leistung der Schülerinnen und Schüler) entscheidend sein können.

          (…)

          (Gleichwohl zeigt) die Forschungssynthese mit ihrer vergleichenden Untersuchung von Differenzierungsmaßnahmen auf internationaler Ebene: Es ist Erfolg versprechend, verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten zu eröffnen, sich im Regelunterricht in ihrer je eigenen Geschwindigkeit und entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten Wissen anzueignen und Fähigkeiten zu erlernen. Hierbei sollte jedoch folgender Grundsatz beachtet werden, welcher auch von einer Lehrkraft mit viel Erfahrung im Bereich Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler genannt wurde:

          „Es ist ja auch nicht jeder Schüler für jede Maßnahme geeignet. Also, da muss man dann schon immer individuell gucken, was passt.“

          Abschließend will ich gerne aus dem zitierten Themenheft die abschließenden Reflexionsfragen (S. 25) empfehlen, eben weil die empirischen Befunde an den jeweiligen Kontext angepasst werden müssen.

          … Stay tuned …

          Bildnachweis: Gert Altmann @pixabay

          Wenn Schule auf Ideen bringt

          Haben Sie schon einmal ein Buch in der Hand gehabt, das Ihnen mehrere Cover anbietet? Oder besser noch: Sie einlädt, ein eigenes Cover zu kreieren? Und da fällt schon DAS Stichwort für die Kennzeichnung dieses außergewöhnlichen und – das sei gleich vorweg geschrieben – empfehlenswerten Buches: Kreativität.

          Außergewöhnlich nicht nur wegen der Cover (dazu am Ende noch mehr). Außergewöhnlich auch wegen der Autor*innen. Sie kommen aus der Kreativitätsszene, weltweit. Die Stuttgarter Agentur Sommer + Sommer hat sich beginnend vor rund zehn Jahren intensiv mit der Frage auseinandergesetzt: Wie bringt man Kreativität ins Bildungsystem? Dazu haben Leonard Sommer und die Berlin School of Creative Leadership mehr als 100 Kreative und Vordenker in 35 Ländern befragt. Das Ziel: Inspirationen für neue Rahmenbedingungen an Schulen im 21. Jahrhundert zu liefern. Dazu gehört das Projekt “Classroom Think Tank“. Sommer: Mit dem Projekt ‘Classroom Think Tank’ wollen wir interessante Inspirationen von Persönlichkeiten aus der Kreativwirtschaft sammeln und überprüfen, wie sie auch in der Schule zum Einsatz kommen könnten.

          In einem Workshop wurden Ideen gesucht, die Lernumgebungen schaffen, in der Kreativität gedeihen kann; Wege aufzeigen, die angeborene Neugier aller Lernenden in Lerneifer umsetzen und sie zum Entdecken einladen helfen. Wie eine neue Lehrkultur und ein neues Lehrerbild dazu beitragen können, waren ebenfalls Gegenstand des Workshops. Es wurden mehrere Gruppen gebildet, in denen eine Vielzahl von Ideenansätzen diskutiert wurden. Die Zusammenfassungen deuten die Zielrichtungen der publizierten Impulse an: [1]WENN SCHULE AUF IDEEN BRINGT, S. 42 ff. https://www.wenn-schule-auf-ideen-bringt.de/

          Gruppe 1: Perspektive Lehrende

          Wir sind uns alle einig: Solange ein Kind noch Kind sein darf, ist es kreativ. Sobald es aber das System durchlaufen hat, wird es weniger kreativ sein. Wir sollten also auf uns selbst hören: Jeder von uns hat ein Kind in sich, und wir sollten die Möglichkeit schaffen, auf diese innere Kinderstimme zu hören. Lasst uns albern sein, lasst uns auf dem Spielplatz spielen, lasst uns malen wie Kinder – und zwar regelmäßig. Es wird hoffentlich dazu beitragen, das Kind in uns zum Leuchten zu bringen – selbst dann, wenn wir erwachsen geworden sind.

          Wir haben diskutiert, wie Kreativität in Schulen gefördert werden kann. Zufälligerweise sind alle Mitstreiter in dieser Gruppe Lehrer. Einer der Aspekte ist sicher, dass es in der Schule klare Beschränkungen durch den Lehrplan gibt; man folgt dann eben den Standards. Das ist unserer Meinung nach das Hauptproblem: Es macht Schule weniger kreativ. Unsere Lösung für kreativere Schulen sind kontinuierliche Coachings für Lehrer, die in einem kreativen Umfeld außerhalb der Schule durchgeführt werden – in einer Kreativ-Agentur, einer Plattenfirma, einer Medienproduktion usw. So könnten sich Lehrer mitunter als Teil der Kreativbranche fühlen und dies regelmäßig immer wieder erleben.“

          Gruppe 2: Kritisches Denken

          Unsere Gruppe hat zwei wichtige Punkte herausgearbeitet. Einer davon ist, dass es in der Schule zwar darum geht, eine Lösung für ein Problem zu finden, aber es wird nie gelehrt, das Problem richtig zu verstehen. Deshalb sollte schon für die jüngeren Jahrgänge in den Lehrplan mit aufgenommen werden, dass Kinder das Problem selbst finden und die kreative Fähigkeit der Problemdefinition entwickeln: Schüler(*innen) müssen lernen, wie ein Problem nach der Identifizierung auf verschiedene Weise kreativ gelöst werden kann. Es könnte also Teil des Lehrplans werden, dass es nicht für jedes Problem eine Standardlösung gibt, sondern dass man ein Problem auf verschiedenste Arten lösen kann.

          Gruppe 3: Fehlerkultur, Projektarbeit

          Die erste Idee, die wie hatten, war: ,Warum führen wir nicht eine Belohnung für Fehler ein, um Kinder zu ermutigen, Fehler zu machen oder weiterhin demgegenüber offen zu sein?’. Als Kreative haben wir gelernt, dass Fehler zu machen etwas ist, das – anders als richtige Antworten zu belohnen – unserer Kreativ- und Innovationsindustrie wirklich hilft. Ergänzend haben wir folgende Frage diskutiert: ,Wie wäre es, wenn die Klassen nicht nach dem Alter der Schüler, sondern nach dem Entwicklungsstand bestimmter Fähigkeiten eingeteilt würden?’. Sie würden zwar in Klassen mit unterschiedlichen Altern eingeteilt, aber es wäre fördernder.

          Außerdem haben wir über Co-Kreation gesprochen. Warum sollten Kinder nicht gemeinsam an Projekten arbeiten, auf die sie wirklich Lust haben, und sich dazu zusammenschließen? Wir sollten dabei den Kindern mehr Zeit geben. Zudem könnten wir kreative Köpfe aus der Musik- und Filmindustrie usw. in die Klassenzimmer einladen. Unserer Meinung nach wäre es interessant, Diskussionen und Interaktionen zwischen Kindern zu fördern, so dass der Lehrer mehr zum Moderator wird, anstatt zum Frontal-Sprecher.

          Die letzte Idee war, dass wir einen Weg finden sollten, den Lehrern mehr Zeit zu geben, um ein besseres individuelles Profil der Kinder zu erstellen und zu verstehen, worin sie wirklich gut sind.

          Gruppe 4: Elterneinbindung

          Im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang ist es wichtig, dass Kreativität auch zu Hause in den Mittelpunkt gestellt wird. Eltern von heute verbringen oft die meiste Zeit mit den eigenen Kindern. Unserer Meinung nach sind daher nicht nur die Lehrer dafür verantwortlich – auch die Eltern sollten lernen, wie sie eine kreative Umgebung im Zuhause schaffen können. Wir müssen einen Weg finden, der die Eltern einbezieht. Nur so können wir sicherstellen, dass das, was in der Schule angestoßen wurde, auch zu Hause weitergeführt wird.

          Gruppe 5: Notengebung

          Hallo, wir haben in unserer Gruppe Leute aus Weißrussland, Dänemark, Deutschland und Schweden. Und worüber haben wir in unserer Gruppe gesprochen? Das Problem der Zensuren. Wenn wir schon Noten haben, dann sollten sie für Kreativität, Teamarbeit, Fehler machen, Fragen stellen usw. vergeben werden. Damit jeder schon in jungen Jahren kreativ sein kann – und dafür belohnt wird. Ich denke, man sollte dies daher in die Notengebung einfließen lassen. Wovon wir es auch hatten: Misserfolge feiern, sie belohnen. Wir würden uns mehr Aufgaben wünschen, die nicht nur eine einzige richtige Antwort kennen. Man würde in der Schule demnach in Workshops arbeiten und beim gemeinsamen Lernen erkennen, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, um ein Problem zu lösen.

          Alle Lehrer müssten in puncto Kreativität stets auf den neuesten Stand gebracht werden. Und ich denke, man sollte hier Methoden von Unternehmen der Kreativbranche in den Unterricht übernehmen.

          Gruppe 6: Game based learning

          Unser Team kommt aus Deutschland, Guatemala, Rumänien und den USA. Wir waren der Meinung, dass spielerisches Lernen ein großartiger Weg wäre, um die Kreativität im Klassenzimmer zu fördern und das Lernen der Zukunft zu verbessern – sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite. Wie wir alle wissen, hat sich das Alter der Gamer mittlerweile schon auf bis zu 60 Jahre erhöht, und es gibt genauso viele Frauen wie Männer darunter. Wir glauben, dass die Schaffung neuer spielebasierter Bildungsinhalte die Kinder ähnlich fesseln wird wie Computer Games. Wir denken, dass diese Art des Lernens den Schülern auch helfen würde, belastbarer zu sein, weil sie keine Angst vor Fehlern oder Misserfolgen produziert. Wer spielt, wird es weiter versuchen, bis er den nächsten Level erreicht. Es geht um Durchhaltevermögen, darum, wie sehr Du bereit bist, es weiter zu versuchen und nicht aufzugeben. Ich denke, das ist eine Sache, die einem Spiel generell zugrunde liegt. Wer verliert, kommt zurück und versucht es wieder und wieder, bis er die nächste Stufe erreicht hat. Was haltet ihr davon, wenn wir den Lehrern Spiele beibringen und den Schülern die Möglichkeit geben würden, kreativ zu sein und ihre eigenen Spiele zu entwickeln? Letztlich wird das Lernen so zu einer Gruppenarbeit und der Schüler lernt, dass Probleme in einer realen Welt oft nur als Team lösbar sind.

          Wir haben zudem darüber diskutiert, führende Persönlichkeiten aus der Kreativ- oder Spieleindustrie in Schulen einzuladen, damit sie ihre Herangehensweisen mit den Schülern teilen und ihnen so die Möglichkeit geben, von ihnen zu lernen. Durch die Nutzung von Videokonferenzen wäre dies auch problemlos skalierbar.

          Mit den gesammelten Visionen will Sommer gemeinsam mit der Werbebranche für einen „Wandel des maroden Bildungssystems“ sorgen und „die Unterdrückung von Kreativität im Schulunterricht stoppen“. Sommer & Expert*innen blicken dabei über den Branchentellerrand. „Unsere Schulen sind nicht darauf vorbereitet, die nächste Generation heranzubilden. Das kreative Potenzial jedes Einzelnen zu entwickeln wird immer wichtiger. Kreativität ist wesentlicher Wertschöpfungsfaktor innerhalb der neuen Wirtschaftsformen des Innovationszeitalters“.

          Mit dem o. g. Buch  liegen die Ergebnisse des “Classroom Think Tank” vor. Es handelt sich um eine Ideensammlung, wie die Schule von morgen besser auf die Schüler*innen eingehen und sie auf die Herausforderungen vorbereiten können. Das deuten die folgenden Zitate der Workshopteilenhmer*innen an [2]https://www.wuv.de/Archiv/Keine-Angst,-keine-Noten-Kreative-planen-die-Schule-von-morgen:

             

            • Ich würde mehr Leerzeiten in den Stundenplan einbauen. Dann bliebe Zeit für Spielen, Denken und Langeweile.
            • Wir müssen die Uhren loswerden. Einige Kinder sind eher fertig, die könnten doch dann gleich in die nächste Schulstunde gehen. Andere brauchen mehr Zeit, die müssen wir doch nicht unter Druck setzen, damit sie rechtzeitig fertig werden. Die Schulklassen brauchen mehr zeitliche Flexibilität, um der Kreativität Raum zu geben.
            • Lehrer sollten die Rolle von ‘Talent Coaches’ übernehmen und Vermittler in einer Kultur kreativen Lernens werden.
            • Anstatt Fakten und Theorien in die Köpfe der Schüler zu stopfen, sollten Lehrer sie herausfordern, kreative Lösungen für tatsächliche Probleme zu finden, Kinder kreativ anregen. Eigentlich müsste es wie in Agenturen sein: Da bedeutet kreative Stimulation, die Mitarbeiter mit abseitigem Denken und unkonventionellen Denkern zu konfrontieren – so sollte das auch in Schulen ablaufen.
            • Entwickelt ein “Change Framework”, ein Strategiemodell zur Förderung des kreativen Denkens an weiterführenden Schulen. Dieses stützt sich auf fünf Säulen, die mit Ideen von Kreativen aus der ganzen Welt gefüllt sind: Organisationsdesign, Lernkultur, Lehrerkompetenzen, Lehrmethoden und Bewertungssystem. Stellt euch eine Schule vor, an der kein Abschluss von Lehrern vergeben wird. Stellt euch Schüler vor, die sich selbst bewerten und begründen müssen, warum sie sich mit einem Abschluss belohnen …
            • Entwickelt ein “Lern-Ressourcen-Modell”. Es dient der Organisation der Schule der Zukunft: Die Schulstunden werden konsequent strukturiert, und zwar in 50 Prozent zur reinen Wissensvermittlung, 30 Prozent für konkrete Projektarbeit und 20 Prozent für die Förderung individueller Talente. Das eine Kind will tanzen, das andere malen, das dritte interessiert sich für Technik. Sie alle sollen sich in diesen Bereichen verwirklichen dürfen und individuell gefördert werden. Speziell bei diesem Ansatz könnten die Ganztagsschulen eine wichtige Rolle übernehmen und den Kindern auf der Suche nach ihren Vorlieben freie Wahl lassen.

             

            Eine Bewertung einzelner Beiträge verbietet sich. Manche Ideen werden den Kommentar auslösen: WOW. Andere: Das geht gar nicht. Haben wir noch nie so gemacht. Und doch: Im Hessischen Referenzrahmen Schulqualität wird ausdrücklich auf externe Kooperationspartner*innen verwiesen. So heißt es in der Dimension Schulkultur [3]https://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/recht/hrs-hessischer-referenzrahmen-schulqualitat.pdf:

            Ein erweitertes Angebot ermöglicht ein kulturell anregendes Schulleben. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern und / oder externen Fachleuten werden zusätzliche
            Angebote für Schülerinnen und Schüler zusammengestellt.
             
            Um Kompetenzen aufzubauen, sind konkrete Anwendungs- und Handlungssituationen im Lehr- Lernprozess vorgesehen. Die Themen und Inhalte werden für die Schülerinnen und Schüler authentisch, interessant, relevant sowie mehrperspektivisch gestaltet und ermöglichen den Transfer auf andere Sachverhalte. Vielfache Zugänge werden für die Anwendung genutzt (zum Beispiel visuelle, auditive, ästhetische, motorische, haptische).
             
            Außerschulische Lernorte werden verlässlich als anwendungsorientierte, authentische Lernkontexte in den Regelunterricht integriert (zum Beispiel Betriebe, historische Gebäude, Museen, Biotope). Die regelmäßige Einbindung externer Expertinnen und Experten ist im Lehr-Lernprozess verankert.

            Mit den Werbetreibenden erschließt sich eine Expertise, die einen völlig neuen Blick auf Unterrichtsszenarien ermöglichen kann, mit Impulsen, die dem 4K-Modell (Kollaboration, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikation) zugeordnet werden können. So auch die AR-Coveridee, die im Ergebnis unterschiedlichste Titelseiten liefert. Hier eine Auswahl:

            Sie können sich selbst beteiligen und Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Buch und weitere Informationen finden sich hier: Wenn Schule auf Ideen bringt

            Das Buch unterliegt keiner Buchpreisbindung, daher auch die unterschiedlichen Kostenansätze. Ich habe die Rezension anhand des E-Books vorgenommen. Haptisch und reflektierend hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle die Sonderedition gewünscht, kann man hier schneller hin und her Blättern und hat man vermutlich auch einen besseren Ein- und Überblick.

            Update (2.12.22): Sketchnote eines Auftritts des Autors im Rahmen einer Fortbildung

            … Stay tuned …

            Bildnachweis: Ausschnitt aus Titelbild der Sonderedition

            References

            References
            1 WENN SCHULE AUF IDEEN BRINGT, S. 42 ff. https://www.wenn-schule-auf-ideen-bringt.de/
            2 https://www.wuv.de/Archiv/Keine-Angst,-keine-Noten-Kreative-planen-die-Schule-von-morgen
            3 https://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/recht/hrs-hessischer-referenzrahmen-schulqualitat.pdf