LernMIT (3) – Hybrider Lernraum

Der hessische Schulleiter Erik Grundmann hat das Teaser-Bild auf BlueSky gepostet. Es entstand im Rahmen einer Diskussion darüber, wie Schulen auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren können und müssen.[1]Prompt: a futuristic school with open learning forms. The scenes include students engaged in individual learning settings with personal AI tutors and virtual reality equipment, and teachers acting as … Continue reading Auch hier der Einstieg in das Thema hybrider Lernraum zunächst über 

Reflexionsfragen:

  • Blicken Sie auf die Corona-Zeit zurück: Welche Unterrichtssettings haben sich bewährt? Welche sollten verändert werden?
  • Wie nehmen Sie strukturelle und curriculare Veränderungen wahr, z.B. durch die Verabschiedung des Digitalpakts, die Einführung kompetenzorientierter Kern(Curricula), die Umgestaltung von Klassenräumen? Welchen Einfluss haben diese strukturellen und curricularen Reformen Ihrer Meinung nach auf die schulischen Leistungen? Wenn Sie den Einfluss als groß einschätzen: Warum? Wenn Sie den Einfluss für gering halten: Warum?

Der Schweizer Pädagoge Philippe Wampfler definiert digitale Didaktik als ein Lehr- und Lernszenario,

  • in der Schülerinnen und Schüler individuell Wissen erwerben können,
  • in dem Lernende sich mit anderen austauschen und zusammenarbeiten können und
  • das »Makerspace« ermöglicht: Im Unterricht entsteht etwas, was einen Nutzen hat.

und verbindet sie mit den drei Dimensionen digitalen Unterrichts:  Digitale Lernumgebung, Mehrperspektivität der Fachinhalte, Produkterstellung inkl. Prozessreflexion.[2]https://schulesocialmedia.com/2020/01/31/drei-dimensionen-digitalen-unterrichts

Wie stelle ich mir einen sanften Wandel in einer Schule vor, mit engagierten, innovativen Lehrkräften, die die oben genannten Aspekte der digitalen Didaktik akzeptieren? Wie sehen Szenarien aus, die ein hohes Potenzial zur Förderung von Eigenverantwortung und selbstständigem Lernen haben? Altersgerecht entwickelt, angepasst und als Ergänzung zum laufenden Unterricht verstanden. Bevor ich ein Konzept aus der Uni@School-Szene vorstelle, zunächst ein Erfahrungsbericht eines 11-jährigen Schülers:

Jonathan Heinrich Bork (12 Jahre)

Was die Kompetenzmodelle im zweiten Teil auszeichnet: Sie unterstützen auch lernstarke Schülerinnen und Schüler mit einem entsprechenden Forderangebot. Denn diese Gruppe kommt – mit Verlaub – nach unseren Schulinspektionsbeobachtungen oft zu kurz. Sicherlich sind die Aussagen des Schülers, der jetzt zu Wort kommt, nicht repräsentativ für diese Gruppe, aber sie regen doch zu einigen Überlegungen für entsprechende Bildungsangebote an. Bevor ich darauf eingehe, zunächst – wie angekündigt – einige Interviewaussagen von Jonathan Heinrich Bork, einem 12-jährigen Gymnasiasten aus Nordrhein-Westfalen:[3]https://www.lehrer-news.de/blog-posts/mehr-hybridunterricht-wie-ein-hochbegabter-sechstklassler-das-schulsystem-reformieren-will

Mit einem IQ von 145 sieht sich der hochbegabte Jonathan laut eigener Aussage nicht anders als seine Mitschüler:innen. „Ich bin (wie vermutlich auch viele andere) abgesehen von meinen schulischen Fähigkeiten ein vollkommen normaler Mensch, der deshalb auch hauptsächlich mit größtenteils normalen Leuten zu tun hat und sich in diesem Umfeld wohlfühlt.“ Im Wesentlichen glaubt Jonathan, dass ein hybrides Unterrichtsmodell die Zukunft der Bildung ist:

  • Ein Mix aus Präsenzunterricht und externen Lernorten (Maker, Universität, zu Hause) als Bildungsort für die Schüler:innen.
  • In Absprache mit den Eltern und Lehrkräften entscheiden die Kinder, welche und wie viele Stunden sie außerhalb oder in der Schule verbringen.
  • Die Kinder wählen vierteljährlich ihre Stunden aus, und wenn sich ihre Noten verschlechtern, müssen sie wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren.

„Während der Pandemie war das Homeschooling für mich eine wirkliche Erlösung, weil ich effizienter arbeiten konnte. Ich hatte in der Corona-Zeit einen Notenschnitt von 1,1. Als wir dann zum normalen Unterricht zurückgekehrt sind, war das für mich ein großes Problem. Es gab für mich einfach nicht den Sinn wieder hinzugehen, wenn ich doch von zu Hause so gut arbeiten konnte. Und das ging ja nicht nur mir so.“

Jonathan äußert sich auch zum Thema Inklusion und kritisiert den Aspekt des derzeitigen Bildungssystems, Kinder in ein und dasselbe Schema zu pressen. „Das deutsche Schulsystem ist wie ein Puzzle und die Kinder sind die Puzzleteile. Und diese Kinder, diese Puzzleteile, werden in dieses Puzzle hineingepresst – egal ob sie da hineinpassen oder nicht. Der hybride Unterricht wäre eine wirkliche Inklusion, weil jedes Puzzleteil besser passen würde. Denn so kann jedes Kind lernen, wie es für sie/ihn am besten ist.“

So viel zu Jonathan. Wer mehr über seine Gedanken wissen will: Interview beim RNDHomepage Jonathan Bork

Es ist wichtig, dass die Schulen darauf achten, nicht nur die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler zu fördern, sondern auch den Bedürfnissen der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Dies gelingt besonders gut mit den im zweiten Teil vorgestellten Kompetenzmodellen Backwards Planning, Deeper Learning und Theo/LEA.

uni@schule: Hybrides Prozessmodell (DigikoS)

Es ist wichtig, dass die Schulen einen ausgewogenen Ansatz verfolgen und sicherstellen, dass sowohl Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten als auch Schülerinnen und Schüler mit guten Lernergebnissen angemessen unterstützt werden. Ein individualisierter und differenzierter Unterrichtsansatz kann dazu beitragen, eine positive Lernumgebung für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen. In allen Phasen (siehe Rolff im zweiten Teil) müssen Überlegungen angestellt werden, wie individualisiertes Lernen organisiert werden kann.

Nicht nur Jonathan „sieht“ sie in hybriden Ansätzen. Viele innovative Lehrkräfte aus dem ehemaligen Edutwitter publizierten eine Vielzahl von Ideen und Anregungen. Auf der anderen Seite ist zu beobachten, dass viele Schulen das Rad am liebsten zurückdrehen würden. Also Unterricht mit Buch und Tafel. Die Integration digitaler Medien in den Schulunterricht steht vor der Herausforderung, Lehrkräfte zu motivieren und mögliche Vorbehalte abzubauen. Es ist wichtig, evidenzbasierte Argumente zu präsentieren, die die Vorteile dieser Technologien im pädagogischen Kontext hervorheben. In diesem Zusammenhang sind klare Richtlinien, Fortbildungen und die Betonung des pädagogischen Mehrwerts digitaler Medien von zentraler Bedeutung. Wie kann man zur Nutzung digitaler Medien motivieren? Wie sieht eine evidenzbasierte Einführung aus, die Lehrkräfte motiviert, sich weiter damit zu beschäftigen?

Im Folgenden stelle ich Überlegungen einer Hochschulgruppe zur Entwicklung eines hybriden Prozessmodells vor.[4]vgl. https://www.wbv.de/shop/openaccess-download/I73989w065 Sie wurden im Rahmen des Projektes DigikoS entwickelt (DigikoS steht für Digitalbaukasten für kompetenzorientiertes Selbststudium). Der Begriff Selbststudium bezieht sich auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden Lernzeit und Lernort selbst bestimmen, die Lehrenden jedoch steuernde Funktionen bei der Initiierung (Person, Zeitpunkt, Typ), Gestaltung (Lernziele und -inhalte, Lernquellen, Lerntools, Lernmethoden, Lernregulation, Lernsozialform)  und Evaluation (Lernbewertung und -reflexion) des Lernprozesses ausüben können. Unter Lernaktivitäten werden hier alle Entscheidungen und Handlungen der Lernenden verstanden, die dem Erwerb von Wissen, Qualifikationen und Kompetenzen dienen. Unter Lernort wird hier der physische Aufenthaltsort und nicht die Lernumgebung (z. B. Lernmanagementsysteme) verstanden.

Abgeleitet aus der übergeordneten Definition bezieht sich der Extremtyp des angeleiteten Selbststudiums auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden den Lernzeitpunkt und den Lernort selbst bestimmen, die Lehrenden jedoch alle Steuerungsfunktionen bei der Initiierung, Gestaltung und Bewertung des Lernprozesses ausüben. Der Extremtyp des autonomen Selbststudiums hingegen bezieht sich auf intentionale Lernaktivitäten, bei denen die Lernenden den Lernzeitpunkt und den Lernort sowie die Initiierung, Gestaltung und Evaluation des Lernprozesses selbst bestimmen, Lehrende also keine Leitungsfunktionen ausüben.
Beide Extremtypen sind (vermutlich) empirisch nicht zu beobachten, so dass Selbststudienszenarien in der Regel sowohl angeleitete als auch autonome Anteile enthalten, wobei je nach Situation von eher angeleitetem oder eher autonomen Selbststudium gesprochen werden kann.

 

Nils Arne Brockmann, Henrik Pruisken, André Mersch: Hybrides Selbststudium – das Prozessmodell des DigikoS-Projekt. S. 72. In: Katharina Hombach, Heike Rundnagel (Hg.) Kompetenzen im digitalen Lehr- und Lernraum an Hochschulen. wbv. 2023. #OpenAccess

 

Der erste Prozessschritt ist die Initiierung des Lernprozesses, z.B. durch Lehrende oder Tutoren, die eine Lernaufgabe bereitstellen. Die Bereitstellung der Lernaufgabe löst den zweiten Prozessschritt, die Lernvorbereitung, auf Seiten der Lernenden aus. Dies ist die Phase, in der die Lernenden auf der Grundlage der Aufgabenstellung, ihrer situativen Bedingungen und ihrer motivationalen Voraussetzungen ihre Lernziele festlegen und ihre anschließenden Lernhandlungen planen. Die Lernhandlungen bilden dann auch den dritten Prozessschritt, in dem insbesondere die Anwendung von Lernstrategien und volitionalen Strategien sowie das Selbstmonitoring von Bedeutung sind. Durch die Lernhandlungen entstehen temporäre Lernergebnisse, die im Prozessmodell als Lernzwischenprodukte bezeichnet werden. Auf der Grundlage dieser Lernzwischenprodukte können Interventionen durch Lehrende und/oder Tutorinnen und Tutoren erfolgen. Diese Interventionen bilden somit den vierten Prozessschritt, der Maßnahmen des Coachings und Controllings umfasst.

Obwohl die Lernhandlungen vor der ersten Intervention beginnen müssen, sind die Prozessschritte 3 und 4 eng miteinander verknüpft, da Lernhandlungen und Interventionen iterativ ablaufen können. Nach Abschluss der Lernhandlungen erfolgt im Idealfall die Präsentation oder zumindest die Bereitstellung der Lernergebnisse bzw. des Lernergebnisses. Im vorliegenden Prozessmodell wird dies als Zwischenschritt verstanden. Dieser Zwischenschritt geht fließend in den fünften Prozessschritt, das Feedback durch Lehrende bzw. Tutorinnen und Tutoren, über, d.h. die Lernenden erhalten innerhalb dieses Prozessschrittes ein abschließendes Feedback. Dieses Feedback dient dann als wesentliche Grundlage für die Lernnachbereitung (6. Prozessschritt). Während der Lernnachbereitung reflektieren die Lernenden ihre Lernvorbereitung sowie ihr Lernhandeln und passen es gegebenenfalls für zukünftige Lerneinheiten an.

Der Leitungs- und Lernprozess kann dabei sowohl analog als auch digital erfolgen, so dass das Prozessmodell in hybriden Lernräumen angesiedelt ist. Hybride Lernräume verknüpfen virtuelle Räume mit Präsenzräumen. Die Verknüpfung kann sowohl synchron als auch asynchron erfolgen. Wie bereits bei den schulischen Kompetenzmodellen (siehe zweiter Teil) können digitale Methoden und Tools jeden der sechs Prozessschritte unterstützen, wobei sich zwei didaktische Funktionen unterscheiden lassen:

  • Erweiterung von Lern- und Leitungsprozessen
  • Ermöglichung von Lern- und Leitungsprozessen

Fazit

Unter der Fragestellung, wie Prozesse des hybriden Selbststudiums anwendungsorientiert modelliert werden können, wurde zunächst eine neue Definition entwickelt, um bestehende Konzepte des Selbststudiums weiterzuentwickeln. Die Autoren gehen von einem Kontinuum des Selbststudiums aus, das sich zwischen den Polen des angeleiteten und des autonomen Selbststudiums aufspannt. Für die Einordnung einer Lerneinheit auf diesem Kontinuum sind die Ausprägungen der Unterkategorien Initiierung, Gestaltung und Evaluation relevant. Als konstitutiv für die Einordnung eines Lernprozesses als Selbststudium haben sie die freie Wahl der Lernzeit und des Lernortes durch die Lernenden identifiziert. Alle Lernformen, bei denen diese beiden Merkmale nicht von den Lernenden selbst bestimmt werden können, werden von ihnen nicht als Selbststudium im Sinne der Definition angesehen.

Die Autoren weisen außerdem darauf hin, dass sie das Modell erstens als Grundlage nutzen, um Lehrende und Studierende für die Wahl des angemessenen Grades an Autonomie bei der Initiierung, Gestaltung und Bewertung des jeweiligen Lernprozesses zu sensibilisieren. Zum anderen bietet es eine Grundlage, um bei der Beratung zum Einsatz digitaler Medien passgenaue Lösungen vorzuschlagen, die die jeweiligen didaktischen Anforderungen unterschiedlicher Lernprozesse in inhaltlichen Lerneinheiten berücksichtigen. Im weiteren Projektverlauf wird das Modell evaluiert und mit den Erfahrungen aus der Praxis weiterentwickelt.

Feedbackinstrumente (2)

In den digitalen Lehrerzimmern (und vermutlich nicht nur dort) finden sich immer wieder Anfragen der Lehrkräfte zu geeigneten Onlinetools. Natürlich verändert sich der „Markt“ ständig und jede neue Anfrage liefert neue Tipps…Um nicht komplett zu versinken (und das kann schnell gehen…), sollen hier eher bewährte Systematiken vorgestellt werden, die helfen sollen zu entscheiden, ob das ins Auge gefasste Tool die notwendigen Funktionen aufweist oder eben nicht. Praxisbeiträge ergänzen die Ausführungen zu:

Dialogisches Gespräch

Die Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersucht die Wirkung dialogischen Lernens in digitalen Lehrveranstaltungen. Dabei spielen neben dem gesprochenen Wort auch Aspekte wie Stimmlage, Blickkontakt und erlebte Wertschätzung eine wichtige Rolle. Im Sommersemester 2023 wurden zwei Seminare analysiert, die synchron-hybrid durchgeführt wurden, wobei ein Teil der Studierenden vor Ort war und der andere per Computer zugeschaltet war. Die Ergebnisse zeigen, dass sich dialogische Lehre auch in diesen Settings positiv auf die Studierenden auswirkt, wobei nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch Stimmlage, Blickkontakt und Wertschätzung relevant sind. Die Studie betont, dass der Fokus auf Sprechhandlungen allein nicht ausreicht, um einen Dialog zu verstehen, und schlägt vor, kommunikative Handlungen zu berücksichtigen, die auch nonverbale Signale wie Blicke, Stimmlage und Körpersprache einschließen. Die Forscher planen, weitere Lehr-Lernsettings auf ihr Innovationspotenzial hin zu untersuchen.

Ausführliche Informationen / Quelle zur Studie:

Auch in digitalen Lehrveranstaltungen kommt es nicht nur auf das gesprochene Wort an. Aspekte wie etwa der Tonfall, der Blickkontakt und die erlebte Wertschätzung sind ebenfalls wichtig, wie eine Studie der Uni Würzburg zeigt.

Scientific literature has clarified relevant contributions from dialogic teaching to the improvement of results of university students, both in face-to-face, online and hybrid sessions. There is also scientific research published about the step ahead from speech acts to communicative acts, not only in the field of teaching but also and mainly in relation to consent. There is a lack about how this step ahead is already being a base for new modalities of dialogic teaching. The study we present in this article was made through communicative methodology including a participant observation of two synchronous-hybrid master seminars of adult education and a documental analysis of all the feedbacks written at the end of each session by all students. The results show that, in those two seminars, the dialogic teaching based on communicative acts, beyond speech acts, with a dialogue that includes the scientific evidence of social impact, generates a high valuation of all students about the learning they got, the transformations they can generate with it in educational projects and, in some cases, the transformations of themselves. 

E - Portfolio

Mit einem E-Portfolio können Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Lern- und Entwicklungsprozesse im gesamten Schulleben, in Praktika etc. dokumentieren, reflektieren und präsentieren. Die digitalen Artefakte eines E-Portfolios können z. B. Blogs, Bilder, Grafiken, Videos… sein.

Im schulischen Bereich gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Schülerinnen und Schüler ein E-Portfolio führen zu lassen. Padlet, Instagram sind beliebt, aber datenschutzrechtlich fragwürdig. DSGVO konform dagegen sind in Lernmanagementsysteme eingebettete Blogimplementationen. Auch in Schulregie aufgesetzte WordPressinstallationen ermöglichen E-Portfolios, allerdings mit recht umfangreichen, systemtechnischen Aufwand, vor allem wegen der Rechteverwaltung und -freischaltung der Nutzerinnen und Nutzer.

Hessische Schulen erhalten über das Schulportal einen Zugang zu Mahara, einer Open Source Anwendung. Somit steht auch anderen, nicht in Hessen beheimateten Schulen dieser Weg offen, sofern der Schulträger bereit ist, eine solche Systematik anzubieten. Claudia Schmidt, Lehrerin einer beruflichen Schule, hat im Webformat eine Musteransicht Praktikum erstellt, der Schüler Sinan Erylmaz eine entsprechende Umsetzung.

Die folgende Vorlage illustriert, wie sich bewährte Konzepte aus der analogen in die digitale Welt transformieren lassen:

 

Besonders interessant wird das Führen eines Mahara gesteuerten Portfolios, wenn die Aufgaben aus dem Lernmanagementsystem Moodle kommen, auch MAHOODLE genannt. In einem Beitrag des 2. Marburger Schulforum hat die Referentin und Mitarbeiterin des Schulportals die beiden Systeme sehr treffend wie folgt gekennzeichnet:

Wer ein E-Portfolio führt, kann selbst entscheiden, wer, was, wann und wie lange sehen und Feedback geben darf. Bei formativer E-Portfolio Arbeit können Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder und Mitschülerinnen und -schüler (prozessbegleitend) Einblick in die individuellen Lernprozesse, Erfahrungen etc. der Lernenden erhalten und im Prozess Feedback geben, unterstützen etc. In diesem Sinne hat sich die Autorin des Blogbeitrags

  • Look at yourself – Ein kleiner Leitfaden zur (Selbst)Reflexion mit dem E-Portfolio

der Aufgabe gestellt, über ein E-Portfolio den Studierenden regelmäßig über deren Lern- und Professionalisierungsprozess eine Rückmeldung zu geben. So halten die Studierenden in den einzelnen Reflexionen ihre Erwartungen an die Inhalte des Seminars fest oder setzen sich persönliche Ziele, an denen sie im Rahmen des besuchten Seminars arbeiten möchten. Sie beschreiben nicht nur ihren IST-Stand bezüglich Fach-, Methoden-, Personal-, Sozial- und Selbstreflexionskompetenz vor dem besuchten Seminar, sondern erzählen ihre biografischen Geschichten und beschreiben ihre spezifischen Einstellungen, Erwartungen, Ziele und Fähigkeiten. Der Beitrag fasst die Erfahrungen zusammen, die sich auch gut in der Schulpraxis nutzen lassen.

 

Weitere Ideen:

 

Audio - Feedback mit OneNote

In dem Tweet

wird ein Korrekturformat vorgestellt, das nur digitale Medien ermöglichen können, ein Audiofeedback. In Übersetzung des Tweets hat die Lehrerin Iris Sayk eine Klassenarbeit konzipiert, die eine auf dem iPad erstellte Reportage vorsah. Die Korrektur erfolgte mit dem Pencil (wie üblich in rot) und in Ergänzung – unter Nutzung des den Schülerinnen und Schülern ausgehändigten Erwartungshorizonts –  ein von der Lehrerin eingesprochenen (Audio)Feedback. Die Schülerinnen und Schüler wurden vorab gefragt, ob sie diese Form der Bewertung wünschten. Ca. 50% gaben ihre Zustimmung. Frau Sayk setzt OneNote zur Unterrichtsorganisation ein und nutzt die Audioschnittstelle dieser Software. Als erste Rückmeldung schreibt sie im weiteren Threadverlauf:

Die Korrektur hat gar nicht viel länger gedauert, den Erwartungshorizont in Punkten musste ich für mich sowieso ausfüllen, um beim Voice-Feedback genau deutlich zu machen, was nicht richtig war. Die Korrektur fühlte sich besser, wertschätzender an …

Wer datenschutzrechtliche Probleme in der Nutzung von OneNote sieht, nutzt stattdessen das leistungsfähige Open- Source Tool Audacity. Man muss dann das erstellte Audio- File geeignet einbetten, entweder in eine Textdatei oder in einen Blogbeitrag.

Audio - Feedback mit QWIQR

Als weitere Lösung steht das kostenfreie Tool QWIQR zur Verfügung (allerdings in englischsprachiger Nutzer*innenführung).

Der Anbieter wirbt aus Lernenden Sicht mit:

  • Audiofeedback ist persönlich.
  • Es fühlt sich wirklich so an, als würde mein Lehrer mit mir reden.
  • Die Schüler antworten direkt auf das persönliche Feedback der Lehrkraft.

Aus Lehrkraft Sicht werden folgende Vorteile angeführt:

  • Reduziert die Arbeitsbelastung.
  • Effektiver, da man schneller spricht als schreibt.
  • Jeder Schüler erhält detailliertes persönliches Feedback in kürzerer Zeit als bei der traditionellen schriftlichen Bewertung.

Wie arbeitet die Software?

  • An die zu kommentierende Stelle markiert (klebt) die Lehrkraft einen sog. QWIQR Sticker.
  • Die Lehrkraft scannt den QR Code auf dem Sticker und spricht ihren Kommentar auf.
  • Die Software zeichnet das Feedback auf und speichert es unter dem zugehörigen Link ab.
  • Die Arbeit mit den Stickern wird zurückgegeben und die Schülerinnen und Schüler können nun ihrerseits den Code einscannen und den Kommentar der Lehrkraft abhören.

Zum Abschluss dieses Abschnitts noch diese drei Links:

Video - Feedback

Das Videofeedback ist sicher ein Modell der Zukunft, erst recht für die Feedbackkultur in unseren Schulen. Die skandinavischen Länder gelten, nicht nur seit den PISA- Zeiten zur Jahrtausendwende zu den Vorreitern neuer Lehr- und Lernkonzeptionen. Das im Folgenden dargestellte Modell einer videobasierten Feedbackgabe wird von einer norwegischen Universitätsprofessorin in Form eines mit ihr geführten Interviews vorgestellt [5]https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/videofeedback-in-der-lehre-ilka-nagel-im-videointerview. Auch wenn die Universitätslehre im Vordergrund steht, ist gleichwohl eine Übertragung in die schulischen Klassenräume denkbar. Man kann es ja einmal ausprobieren …

Was ist Videofeedback?

Durch Videofeedback wird den Lehrenden ermöglicht, einen wichtigen Punkt im Lernprozess der Studierenden zu erfüllen: gutes Feedback zu geben. Das ist einfach umzusetzen. Das von den Studierenden eingereichte Dokument wird auf dem Desktop des Computers geöffnet und dann wird die Aktivität des Desktops gefilmt sowie die Feedback gebende Person – in einem kleinen Fenster in der Ecke des Desktops. Dadurch begleiten die Studierenden quasi den Lese- und Korrekturprozess, was es ermöglicht, direkt zu erkennen auf welchen Bereich, Abschnitt oder Satz sich die Dozierenden mit ihren Kommentaren beziehen. Vor allen Dingen wird ein viel detaillierteres Feedback gegeben, da wesentlich mehr gesagt wird, als geschrieben wird. Wenn ich zwei Minuten spreche, dann entspricht das ungefähr 400 Worten. Die würde natürlich niemand als Kommentar schreiben.

Die Studierenden erhalten also nicht nur eine Anmerkung wie: “Hier ist es gerade schwammig”, sondern es wird sich intensiver mit dem Text beschäftigt und der Kommentar ausführlicher gestaltet, wobei auch Themen aus den Seminaren oder der Vorlesung mit aufgegriffen werden können. Eben dieses deutliche und detaillierte Feedback und den persönlichen Anteil schätzen die Studierenden sehr, da sie sehen, dass sich die Lehrenden wirklich mit ihrem ganzen Dokument auseinandergesetzt haben. Nach Aussage der Studierenden haben sie das Gefühl, dass die Beziehung zu den Lehrenden durch das Videofeedback intensiver und persönlicher wird, was ebenfalls ein wichtiger Punkt für den Lernprozess ist – eine gute Beziehung zu den Lehrenden.

Welche Hürden gibt es bei der Nutzung von Videofeedback?

Zunächst gibt es die Schwelle, es einfach mal zu machen. Die technischen Schritte passend zu der vorhandenen Infrastruktur an den unterschiedlichen Hochschulen müssen genau überlegt werden. Welche Lernplattform hat man? Muss also ein Link zu dem Video gepostet werden, oder kann die ganze Videodatei auf der Plattform hochgeladen werden?

Dann muss man sich darüber Gedanken machen, wie der Ablauf des Videofeedbacks gestaltet werden soll. Möchte ich das Dokument erst lesen und bereits Kommentare oder Markierungen einfügen, oder starte ich einfach spontan? Das ist sicherlich von Typ zu Typ und von Fach zu Fach unterschiedlich, aber diese Schritte sollten zumindest verinnerlicht werden.

Eine weitere Schwelle wäre, dass man sich selbst auf dem Bildschirm sieht und auch hört. Da muss man natürlich erst einmal drüber kommen, aber sobald das geschehen ist, funktioniert es super. Die Studierenden wissen es sehr zu schätzen und im Endeffekt geht es dann doch schneller als bei den herkömmlichen Methoden. Auf jeden Fall, wenn man nicht in die Falle tritt den Anspruch zu haben, dass das Feedback perfekt sein soll. Es besteht immer die Möglichkeit, das Feedback zu bearbeiten um es zu verbessern. Damit darf man gar nicht erst anfangen.

Was fällt Ihnen in Gesprächen mit Dozierenden auf?

Die meisten wissen zunächst nicht, wovon ich spreche. Wenn ich es dann erkläre, sieht man so richtig, wie der Groschen fällt und sie sich denken: “Warum eigentlich nicht?” An sich ist Videofeedback nichts neues und auch nichts besonderes. Es ist auch nicht mit einem unglaublichen technischen Aufwand verbunden. Lediglich ein Laptop und ein Screencast-Programm genügen. Dann legt man einfach los.

Welche Tools können für Videofeedback genutzt werden?

Es gibt diverse Gratisprogramme oder aber auch Bezahlversionen, je nach dem welche Möglichkeiten man hat. Screencast-0-Matic wäre ein Programm, das es sowohl gratis, als auch in einer Bezahlversion gibt. Bei Letzterer verfügt man im Nachhinein über mehr Bearbeitungsmöglichkeiten der Videos. Das Programm ist empfehlenswert, da es äußerst einfach zu Handhaben ist und auf allen Betriebssystemen funktioniert. Falls man über die Ressourcen verfügt, teurere Programm zu kaufen, dann wäre Camtasia Studio sehr gut, da es auch für Flipped Classroom Filme verwendet werden könnte.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Videofeedback?

Ich hatte ja bereits die technischen Schritte erwähnt, welche eine Schwelle für die Lehrenden sein könnten, Videofeedback zu geben. Daher wünsche ich mir, dass in den unterschiedlichen Lernplattformen bei der Kommentarfunktion direkt ein kleiner Button fürs Videofeedback etabliert wird. So könnte man direkt über die Plattform einen Screencast starten, der dann auch direkt gesondert den Studierenden zugeteilt wird. Das würde vieles einfacher machen.

Im einem sogenannten HFD-Hangout am 25. Oktober 2018 hat Ilka Nagel (Østfold University College, Norwegen) einen Einblick in das Thema “Videofeedback” gegeben. Das Hangout wurde moderiert von Christian Friedrich.

Und auch hier zum Abschluss drei Praxisbeiträge:

 

Abschließend noch diese zehn am häufigsten genannten Kriterien guten digitalen text- und videobasierten Feedbacks im Vergleich:

 

aus: Annika Brück-Hübner: Was kennzeichnet gutes digitales Feedback? Eine empirische Studie zu den Gelingensbedingungen digitaler Feedbackprozesse in der Hochschullehre aus Studierendenperspektive. In: Katharina Hombach, Heike Rundnagel (Hg.) Kompetenzen im digitalen Lehr- und Lernraum an Hochschulen. wbv. 2023. S. 115. #OpenAccess

Diskussion

Entscheidend für das Gelingen der Lehr-Lernprozesse ist, dass die Aktivitäten der Lehrenden und Lernenden immer wieder im Dialog aufeinander abgestimmt werden und so ein gegenseitiges Verständnis für das jeweilige Handeln entsteht. Wie die Forschung zeigt, liegt in wechselseitigem Lernen voneinander ein Schlüssel für erfolgreichen Unterricht. Die Handlungsfelder in den Prozessmodellen geben Orientierung für die Gestaltung von Lehr-Lernprozessen. Beispielsweise ist es für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler sehr förderlich, wenn Lehrpersonen regelmäßig Informationen zur Lernentwicklung der Lernenden und Rückmeldungen zur Unterrichtsgestaltung einholen, diese für das weitere Vorgehen nutzen und ihrerseits Feedback an die Lernenden geben. Das Handlungsfeld „Orientierung geben und erhalten“ beschreibt z. B. keine „Etappe“ oder keine „Station“ des Lehr-Lernzyklus, sondern eine grundsätzliche Aufgabe, deren Bewältigung auf der Basis einer entsprechenden Haltung von Lehrenden und Lernenden und der notwendigen Kompetenzen gelingen kann.

Nach dem Ende des Distanzunterrichts infolge der Corona-bedingten Schulschließungen hat die Digitalisierung der Schulen an Schwung verloren. Die fehlende finanzielle Unterstützung in kleineren Kommunen und das Auslaufen des “Pakt Digitale Schule” sind Gründe dafür. Dennoch haben viele Schulen digitale Elemente beibehalten, wie Videokonferenzen (z. B. Elterabende und -sprechstunden, Gesamtkonferenzen, …) und Lernmanagementsysteme. Einige Schulen setzen digitale Endgeräte dauerhaft im Unterricht ein.

Die Fortsetzung hybrider Lernstrukturen in Schulen bietet mehrere potenzielle Vorteile und passt sich den sich ständig verändernden Bildungsanforderungen an. Hier sind einige Gründe, warum die Integration hybrider Lernmodelle sinnvoll sein könnte (im Dialog mit ChatGPT entstanden):

  1. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Hybride Lernstrukturen ermöglichen es Schulen, flexibler auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Pandemien oder andere Notfälle. Durch die Kombination von Präsenzunterricht und Online-Lernen können Schulen nahtlos zwischen verschiedenen Modalitäten wechseln.
  2. Individuelle Lernwege: Hybride Modelle ermöglichen es Schülern, ihren eigenen Lernweg zu wählen und ihr Tempo zu steuern. Online-Ressourcen und Lernplattformen bieten die Möglichkeit für differenziertes Lernen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler gerecht zu werden.
  3. Ressourcennutzung optimieren: Hybride Modelle ermöglichen es Schulen, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen. Der Einsatz digitaler Technologien kann den Bedarf an physischen Ressourcen verringern und gleichzeitig den Zugang zu Bildung verbessern.
  4. Vorbereitung auf die Zukunft: Die Integration von Online-Lernen und digitalen Kompetenzen in den Schulunterricht bereitet die Schüler besser auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor, in der digitale Fähigkeiten immer wichtiger werden.
  5. Eltern- und Schülerbeteiligung fördern: Hybride Modelle können die Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess fördern, da Online-Plattformen es einfacher machen, den Fortschritt der Schüler zu verfolgen und mit Lehrern zu kommunizieren.
  6. Erweiterung des Lehrangebots: Durch die Integration von Online-Ressourcen können Schulen ihr Lehrangebot erweitern und den Schülern Zugang zu Fachkenntnissen und Kursen bieten, die möglicherweise nicht lokal verfügbar sind.
  7. Effiziente Nutzung von Lehrerzeit: Lehrer können in hybriden Modellen ihre Zeit effizienter nutzen, indem sie bestimmte Inhalte online bereitstellen und im Klassenzimmer verstärkt auf interaktive Lehrmethoden und individuelle Unterstützung setzen.
  8. Unterstützung unterschiedlicher Lernstile: Hybride Lernmodelle ermöglichen es Schulen, verschiedene Lernstile zu unterstützen, da sie sowohl traditionelle als auch digitale Lehrmethoden kombinieren können.

Der Erfolg hybrider Lernmodelle hängt von einer klaren Strategie, einer angemessenen Infrastruktur und der kontinuierlichen Schulung von Lehrern und Schülern ab. Dazu jetzt mehr …

Evaluationsinstrumente (1)

Die Wichtigkeit der Evaluation technologiegestützten Unterrichts: Gemeinsam den Bildungsweg gestalten

In der heutigen dynamischen Bildungslandschaft spielen Technologien eine zunehmend bedeutende Rolle in unseren Klassenzimmern. Digitale Werkzeuge und Anwendungen versprechen, den Unterricht zu bereichern, Lernprozesse zu optimieren und Schüler auf die Anforderungen einer digitalen Welt vorzubereiten. Doch in dem Streben nach Innovation und Fortschritt ist es entscheidend, nicht nur auf die Implementierung von Technologie zu setzen, sondern auch deren Effektivität regelmäßig zu evaluieren.

Die Evaluation technologiegestützten Unterrichts ist kein reiner bürokratischer Schritt, sondern vielmehr eine notwendige Reflexion über die Art und Weise, wie wir lehren und lernen. In diesem Zusammenhang ist es von essenzieller Bedeutung, dass Lehrkräfte, als unmittelbare Akteure im Bildungsprozess, sich aktiv an der Evaluierung beteiligen. Diese Einbindung ermöglicht nicht nur die Anpassung von Technologien an die spezifischen Bedürfnisse einzelner Klassen und Schüler, sondern schafft auch Raum für eine kollektive und bereichernde Diskussion über die Zukunft des Unterrichts.

Warum sollten wir evaluieren?

Die rasante Entwicklung von Bildungstechnologien hat zweifellos positive Veränderungen in unseren Klassenzimmern bewirkt. Interaktive Whiteboards, Lernplattformen und digitale Ressourcen bieten neue Wege des Lernens und fördern die Engagementmöglichkeiten für Schüler. Doch die Integration von Technologie allein garantiert nicht automatisch einen verbesserten Lernerfolg. Es bedarf einer kontinuierlichen Überprüfung, um sicherzustellen, dass die eingesetzten Technologien nicht nur effektiv sind, sondern auch den pädagogischen Zielen gerecht werden.

Die Evaluation technologiegestützten Unterrichts ermöglicht es, die Wirksamkeit der implementierten Technologien zu prüfen. Sind die Lernziele klar definiert und werden sie durch den Einsatz von Technologie erreicht? Welche Auswirkungen hat die Technologie auf die Motivation und das Engagement der Schüler? Diese Fragen dienen als Leitfaden für eine kritische Analyse, die über bloße Technologieintegration hinausgeht und den Fokus auf den tatsächlichen Lernerfolg legt.

Anpassung an die Bedürfnisse der Lernenden und Lehrenden

Die Einführung von Technologie im Unterricht sollte nicht nur auf technologischen Trends basieren, sondern auch auf den tatsächlichen Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden. Die Evaluation ermöglicht es, festzustellen, welche Technologien am besten zu den pädagogischen Zielen der Lehrkräfte passen und wie sie am effektivsten in den Unterricht integriert werden können.

Die Dynamik von Klassenzimmern ist vielfältig, und verschiedene Schüler haben unterschiedliche Bedürfnisse. Eine standardisierte Herangehensweise an die Technologieintegration könnte diese Vielfalt übersehen. Die Evaluation eröffnet die Möglichkeit, Technologien an die spezifischen Anforderungen einzelner Klassen oder Schüler anzupassen. Auf diese Weise kann der Unterricht personalisiert werden, um sicherzustellen, dass alle Schüler die bestmöglichen Lernchancen erhalten.

Die Stimmen der Lehrkräfte sind hier von unschätzbarem Wert. Ihre praktische Erfahrung ermöglicht es, Schwachstellen in der Implementierung zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Lehrer sind die Experten im Klassenzimmer, und ihre aktive Teilnahme an der Evaluation gewährleistet eine realitätsnahe und praxisorientierte Perspektive, die über theoretische Überlegungen hinausgeht.

Feedback für kontinuierliche Verbesserungen

Ein wichtiger Aspekt der Evaluation ist die Sammlung von Feedback. Dieses Feedback kann nicht nur von Schülern, sondern auch von Lehrkräften selbst kommen. Die Meinungen und Anregungen derjenigen, die täglich im Klassenzimmer agieren, sind von unschätzbarem Wert für die Verbesserung des technologiegestützten Unterrichts.

Die Schaffung eines offenen Feedback-Mechanismus fördert eine Kultur der Zusammenarbeit und kontinuierlichen Verbesserung. Lehrkräfte können ihre Erfahrungen teilen, bewährte Praktiken austauschen und gemeinsam nach Lösungen für Herausforderungen suchen. Die Evaluation wird somit zu einem kollektiven Lernprozess, der die Professionalität der gesamten Lehrergemeinschaft stärkt.

Eine didaktische Methode kann medial in unterschiedlichen Varianten umgesetzt werden. Methoden- und Medienentscheidungen sind klar abzugrenzen, weil für beide Entscheidungen andere didaktische Kriterien gelten.

Prof. Kerres

Medienwissenschaftler, Uni Duisburg-Essen

Das oben genannte Zitat stammt aus seinem Buch Didaktik. Lernangebote gestalten und wirbt dafür, das didaktische Design auf Ermöglichung von Lernerfahrungen und Entwicklung von Kompetenzen auszurichten. Ganz so wie im Constructive Alignment-Modell (vgl. Teil 2) angelegt.

Gemäß dieses Modells empfiehlt sich bei der Planung einer Unterrichtsreihe zunächst die Lernziele festzulegen: Was sollen die Schülerinnen und Schüler am Ende können, welche Kompetenzen sollen sie entwickeln? Ein weiterer Aspekt betrifft das Prüfungsformat: Wie kann ein Test gestaltet sein, in der die Lerngruppe zeigen kann, dass die intendierten Lernziel tatsächlich erreicht wurden? Hierbei kann es einerseits um die Wiedergabe von Wissen gehen, oder aber um die Anwendung von Praxis oder vielleicht um die Beurteilung bestimmter Theorien. Geht es also zum Beispiel darum, dass Schülerinnen und Schüler lernen sollen, Fake News zu identifizieren, kann man Schülerinnen und Schüler auffordern, selbst ein Fake News zu erstellen, Kriterien zu recherchieren, wie man Fake News erkennen kann,  u. v. m. Schließlich steht die Frage nach den adäquaten Methoden an, der Lerngruppe Theorie und Praxis zu vermitteln. 

Kerres verweist in seinem Rahmenmodell u. a. auf Paul Heimann, der 1962 das Berliner Modell zur Unterrichtsplanung [1] entwickelt hat. Heimann unterschied zum einen die Inhalte und Ziele des Unterrichts sowie zum anderen die didaktische Methode und Medien. Kerres wählt in seinem Buch als Beispiel einer Unterrichtsstunde „Luther und die Reformation“ und fragt wie im Constructive Alignment-Modell zunächst nach den Lernzielen [2]:

Welches Lehrziel verfolge ich mit diesem Thema? Wird angestrebt, wichtige Daten der Kirchengeschichte zu vermitteln, soll die Bedeutung der Reformation für die gesellschaftliche Entwicklung in der frühen Neuzeit verstanden werden, oder geht es um die Frage, was die Reformation für mich persönlich bedeuten kann? Ein Lehrinhalt kann sich auf ganz unterschiedliche Lehrziele beziehen und umgekehrt.

Kerres betrachtet die Methoden- und Medienentscheidungen als unabhängige Entscheidungsfelder [3]:

Wenn ich mich für einen Unterrichtsvortrag als Methode entscheide, kann ich dies medial in unterschiedlicher Weise umsetzen z. B. in einem Präsenzformat oder als Videokonferenz. Ich kann den Vortrag aber auch aufnehmen und im Internet als Aufzeichnung oder auf einem Datenträger zur Verfügung stellen. Der „Vortrag“ bezieht sich auf eine Methodenentscheidung, die Bereitstellung im Internet oder per Datenträger ist dagegen eine Medienentscheidung.

Insofern, so Kerres weiter, verweist z. B. die „Durchführung einer Videokonferenz“ auch nicht auf eine didaktische Methode, sondern auf eine Medienwahl. Auch ein „Online-Kurs“ ist keine didaktische Methode, sondern einfach eine mediengestützte Variante zur Durchführung eines kursförmig angelegten Lernangebotes.

Wie nun über die inhaltliche Entscheidung zur didaktischen Planung? Es gibt eine Reihe von Modellen, die einen (SAMR) niederschwelliger, andere (DDD) kaum ohne externe Unterstützung umsetzbar. Kerres schlägt übrigens das ADDIE- Modell[6]https://de.wikipedia.org/wiki/ADDIE-Instruktionsdesign-Modell vor.

uni@schule: SAMR - ADDIE - DDD

Das SAMR Modell kann der einzelnen Schule, aber auch der einzelnen Lehrkraft als Skala dienen, um den eigenen Einsatz digitaler Medien zu reflektieren und beurteilen zu können, ob durch diesen Einsatz eine Veränderung der Unterrichtspraxis erreicht wurde. Dabei muss es nicht zwangsläufig Ziel sein, immer die höchste Ausprägungsstufe (Redefinition) zu erreichen. Zu fragen ist immer, auf welcher Ebene das gewählte Lernszenario angesiedelt wäre und ob damit die Potenziale digitaler Medien in der gegebenen Lernsituation ausgeschöpft werden.

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Das ADDIE-Modell ist ein instruktives Designmodell, das oft für die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien verwendet wird. Der Begriff “ADDIE” steht für die fünf Hauptphasen des Modells: Analyse, Design, Entwicklung, Implementierung und Evaluation. In Bezug auf die Analyse des Medienseinsatzes in Schulen bezieht sich die Analysephase auf die systematische Untersuchung der Bildungsbedürfnisse, Lernziele, Zielgruppen und der verfügbaren Ressourcen. 

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“Digitales didaktisches Design” bezieht sich auf die Gestaltung von Lernumgebungen, Lehrmaterialien oder Bildungsprozessen unter Berücksichtigung digitaler Technologien. Das digitale didaktische Design zielt darauf ab, die Vorteile digitaler Technologien zu nutzen, um Lehr- und Lernprozesse effektiver, interaktiver und ansprechender zu gestalten. Dies kann die Integration von interaktiven Multimedia-Elementen, Online-Kollaborationstools, Gamification oder adaptiven Lernpfaden umfassen. Der Fokus liegt darauf, die Lernziele zu erreichen und die Lernenden dabei zu unterstützen, das Wissen auf eine effiziente und nachhaltige Weise zu erwerben. Es bezieht sich auch darauf, wie Lehrerinnen und Lehrer digitale Werkzeuge in ihre pädagogische Praxis integrieren können, um den Bildungserfolg zu fördern.

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Zusammenfassung

In einer Zeit des Wandels und der digitalen Transformation ist die Evaluation technologiegestützten Unterrichts von zentraler Bedeutung. Sie ermöglicht es, den Fokus nicht nur auf die Implementierung von Technologie zu legen, sondern auch auf deren tatsächliche Auswirkungen auf den Lernprozess. Lehrkräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle, da ihre Erfahrungen, Perspektiven und praktischen Einblicke den Erfolg der Evaluation maßgeblich beeinflussen.

Die Einbindung von Lehrkräften in den Evaluationsprozess ist nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Ihr Fachwissen, ihre Beobachtungen und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit schaffen die Grundlage für eine umfassende und praxisnahe Analyse. Die Evaluation sollte daher nicht als bürokratischer Schritt, sondern vielmehr als Einladung zur aktiven Mitgestaltung des Bildungswegs verstanden werden.

Die Wahl der Evaluationsinstrumente hängt stark von den spezifischen Zielen und dem Kontext der technologiegestützten Unterrichtssituation ab. Die oben vorgestellten Evaluationsinstrumente unterscheiden sich deutlich in ihrer Aussagekraft und im Zeitaufwand: SAMR ist eher niederschwellig und aufgrund der fehlenden Standardisierung in seiner Aussagekraft von individuellen Interpretationen abhängig. Dennoch ermöglicht es erste Gesprächsanlässe innerhalb des pädagogischen Personals.  ADDIE ist sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung und Auswertung deutlich aufwändiger und sollte auch aus Ressourcengründen in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen eingesetzt werden. DDD hingegen ist schulweit angelegt und sollte mit externer Unterstützung organisiert werden.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Bausteine aus den Verfahren zu mischen und in Fragen bzw. Beobachtungsaufträgen für Ratingkonferenzen und  Unterrichtshospitationen zu verwenden. Damit reduziert man das zu untersuchende Unterrichts(teil)setting auf wenige Fragenstellungen. Insbesondere die Beobachtungsfragen in dem Abschnitt >>Konzept in der Praxis<< bieten hier eine reiche Auswahl an Items.

 

Ratingkonferenz

Die Ratingkonferenz ist ein datengestütztes Evaluationsverfahren, bei welchem die qualitativen und quantitativen Aspekte der Evaluation und deren Vorzüge miteinander verbunden werden. Das Verfahren basiert im Wesentlichen auf zwei sich ergänzenden Prozesselementen:

  • der individuellen Einschätzung (dem «Rating») von vorgegebenen Aussagen zum jeweiligen Evaluationsthema / -gegenstand (quantitatives/geschlossenes Element),
  • der unmittelbar anschließenden, gemeinsam mit den Befragten vorgenommenen Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten (qualitatives/offenes Element).

Die Aussagen (Items), die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn der Ratingkonferenz zur individuellen Einschätzung vorgelegt werden, bilden die Basis des Verfahrens: Hier entstehen die Daten, auf die im Verlauf des diskursiven Auseinander-setzungsprozesses Bezug genommen wird. Ein idealer Umfang liegt bei etwa einem Dutzend Items. Auf keinen Fall sollte das Ratinginstrument mehr als zwanzig Items umfassen, denn zu viele Items bringen die Gefahr einer zu oberflächlichen qualitativen Interpretation mit sich. Die Items sollten so ausgewählt beziehungsweise formuliert sein, dass sie die wichtigsten Aspekte ansprechen, zu denen die Erfahrungen und Meinungen der Schülerinnen und Schüler gefragt sind. Für die Formulierung der Items sind grundsätzlich dieselben Hinweise zu beachten, die für die Gestaltung von  Fragebogen gelten: Es braucht einfache, gut verständliche, präzise, neutrale (nicht suggestive) und eindimensionale Formulierungen. Für die Einschätzung der Items sollte eine mindestens vierstufige Skala vorgegeben werden – beispielsweise mit der folgenden Abstufung: 1 = trifft nicht zu; 2 = trifft teilweise zu; 3 = trifft überwiegend zu; 4 = trifft vollständig zu-

Entnommen aus:
Lehrevaluation als Anstoss zur Unterrichtsentwicklung, der Beitrag von Norbert Landwehr

Aus meiner Berufspraxis hier ein Beispiel aus einer externen Evaluation zum Ganztagsangebot einer Schule. Unter anderem wurde die Ratingkonferenz als Methode gewählt, um qualitativ mit Eltern und Lehrkräften ins Gespräch zu kommen. Hier die beiden Ablaufprogramme:

Unterrichtshospitation

 

In der Lehrerfort­bildung geht es ja oft darum, die alten Muster zu verändern. Zeit­gemäße Pädagogik ist ganz anders, als es die Lehr­kräfte noch vor 30 Jahren gelernt haben. Wie gelingt es, die erfahrenen Lehr­kräfte dafür zu öffnen? Prof.’in Stern (ETH Zürich):[7]https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/forschung-warum-erwachsene-beim-lernen-auf-die-bremse-treten/

Jeder, der in der Lehrer­fortbildung gearbeitet hat, kennt diese zwei Sätze: „Das mach ich doch schon lange so“ und „Mit meiner Klasse geht das nicht“. Die erfahrenen Lehr­kräfte wollen in der Regel an ihrem erprobten Modell festhalten. Das ist eine ziemlich normale Reaktion. Ein Umdenken erreicht man meist dann, wenn ein Kollege oder eine Kollegin in der eigenen Klasse vormacht, dass ein anderer Unterricht tatsächlich besser funktioniert. Wenn man sich den Unterricht vor Ort genau ansieht und dann ganz konkret aufzeigt, wo man zum Beispiel Aufgaben­stellungen optimieren kann, dann nehmen das auch die erfahrenen Lehrkräfte gern an. Das passiert in der Schweiz viel über Unterrichtsbeobachtung. Ich selbst sitze als Mitglied einer Schul­kommission oft in der Klasse und schaue mir die Kinder genau an. Ich würde mir nicht zutrauen, besser zu unterrichten. Die Expertise dafür liegt klar bei der Lehr­kraft. Aber ich kann die einzelnen Kinder besser im Blick haben. Anschließend kann ich der Lehrerin oder dem Lehrer zurück­melden, welche Aufgaben­stellung gut funktioniert oder bei welchem Kind man vielleicht eine veränderte Aufgaben­stellung ausprobieren sollte. Wichtig ist es, den Verständnis­prozess bei den Kindern immer wieder zu überprüfen und den Unterricht anzupassen.

Lehrkräfte geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Planungen zur gegenseitigen Bereicherung weiter. Sie stärken damit die Verständigung und den Austausch. Gemeinsame Lehrprozessplanungen leisten einen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsqualität und entlasten die einzelnen Lehrkräfte, etwa durch Verabredung einer kollegialen Hospitation.

Kollegiale Unterrichtshospitationen mit anschließendem Feedback gelten als sehr wirksame Methode, den eigenen Unterricht zu reflektieren und zur Professionalisierung der Lehrkräfte beizutragen. Laut Kempfert & Ludwig bringen sie folgende Vorteile:[8]Kempfert, G./Ludwig, M.: Kollegiale Unterrichtsbesuche. Besser unterrichten durch Kollegen-Feedback. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2. Aufl. 2010. S. 24

  • Der Unterricht wird gemeinsam untersucht, erforscht, reflektiert und verbessert.
  • Die Beobachtungsschwerpunkte werden von den Lehrkräften ausgehandelt, sie orientieren sich an pädagogischen Werten.
  • Ein Austausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern kommt in Gang, der nicht nur die Qualität ihrer Arbeit verbessern, sondern auch die kollegiale Beziehung vertiefen und den Teamgedanken fördern kann.
  • Beobachtungen sind Grundlage des kollegialen Gesprächs: Es wird nicht nur über Unterricht geredet – wie in der Supervision – sondern das Gespräch orientiert sich an Beobachtungsdaten.
  • Die Lehrperson kann ihre Eigenperspektive mit einer Fremdperspektive vergleichen und bekommt die Chance, blinde Flecken in ihrer Arbeit zu entdecken.
  • Neuerungen werden im Unterricht umgesetzt, systematisch erprobt und reflektiert
    Lehrpersonen entwickeln ihre eigene Professionalität wie auch ihre eigene Didaktik weiter.

Für ein Selbststudium hier einige Empfehlungen:

  • HOSPITATION UND FEEDBACK, Material zur Anregung von Schulentwicklung vom Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik
  • Reichelt/Wenge: Unterrichtsbesuche, Hospitationen und Lehrproben. Das Buch bietet Leitfäden und Checklisten zu unterschiedlichen Unterrichtssituationen an, aus Sicht der Ausbildung (1. und 2. Phase) und Lehrerpraxis (3. Phase). Für einen wirksamen Unterricht sind maßgeblich Tiefenstrukturen in den Blick zu nehmen. Aktuelle Forschungsergebnisse finden sich in:
  • Kognitiv aktivieren. Das Pädagogikheft wartet mit vielen Beispielen aus der Unterrichtspraxis auf. Vieles davon sollte Thema bei einer Unterrichtshospitation sein.
  • Eine Taskcard, die gegenseitige Besuche der Kolleg*innen untereinander vorbereiten hilft (von Margarete Giessmann, @margaretegiessmann@bildung.social)

Und hier noch ein Gastbeitrag von Prof. G. Buhren: Gute Schule dank positiver Feedbackkultur

Sollte die Schulleitung im Unterricht des Kollegiums hospitieren? Ja! Denn von einer positiven Feedbackkultur zwischen Leitung und Kollegium profitieren alle. Dafür ist Transparenz nötig – und Gegenseitigkeit.

Zusammenfassung und Ausblick

Sie haben zunächst Jonathan und seine Forderung nach einem hybriden Lernraum kennen gelernt. Die Bildungsforschung beginnt gerade, die ersten Erfahrungen auszuwerten. Auch und gerade bezüglich eines Einsatzes von KI-gestütztem Instrumentarium. So heißt es in der Zusammenfassung von „Schule und KI – Ein praxisorientierter Leitfaden“: Die Entstehung eines KI-gestützten Instrumentariums für einen zunehmend hybriden Unterrichtsbetrieb, in dem die Arbeit der Lehrkräfte in wesentlichen Teilen technologisch unterstützt wird, ist heute deutlich absehbar. Zwar ist auch in diesem Bereich Vieles noch im Entwicklungs- und Versuchsstadium, aber die Richtung ist klar. Auch bei ausreichendem gut qualifiziertem Lehrpersonal sind die Unterstützungsleistungen KI-gestützter Assistenzsysteme, intelligenter Lernplattformen und Tutoren erheblich. Genau diese Entlastungseffekte können dazu beitragen, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer intensiver um Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bedarf kümmern können. [9]https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/Leitfaden-Schule-und-KI.pdf

Die Pflicht und die Forderung, die eingesetzten Instrumente zu evaluieren, sei es ein didaktisches Modell oder eine App, ist in allen Bereichen anerkannt. Die Analyse und Bewertung sollte immer im Team, im pädagogischen Personal erfolgen. Zu Beginn habe ich eine Reflexionsfrage gestellt. Ich modifiziere sie nun wie folgt

Reflexionsfragen:

  • Ihnen wurde ein hybrider Lernraum vorgestellt. Welche Anpassungsmöglichkeiten sehen Sie für Ihren Fachunterricht?
  • Welches der Evaluationsmodelle kommt für Sie, für Ihre Kolleginnen und Kollegen – auch im Hinblick auf eine Kooperationsbereitschaft untereinander – in Frage?
  • Verändern digitale internetfähige Technologien das Lehren und Lernen in Schule (und Hochschule)? Wenn ja: Inwiefern? Können Sie hierfür Beispiele nennen?

Viele werden einerseits (hoffentlich) denken: Ja, kompetenzorientiert zu unterrichten und dabei hybride Lernräume zuzulassen sind Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des eigenen und des schulischen Unterrichts. Andererseits werden sich viele fragen: Wie umsetzen? Angesichts der aktuellen Ressourcenproblematik?

Schulentwicklung ist Aufgabe der Schulleitung und muss vom Kollegium gestaltet und getragen werden, um wirksam zu sein. Ein systematisches und methodengestütztes Vorgehen hilft, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren und Entwicklungsvorhaben über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zu verfolgen. Methoden der Schulentwicklung dienen dabei der Transparenz der Prozesse und ermöglichen die Beteiligung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Betrieben. Und genau darum, um Schulentwicklung im digitalen Zeitalter, geht es im nächsten Teil …

… stay tuned …

 Updates:

Das HFD organsierte in Kooperation mit der TH Köln und der Universität Potsdam zwei halbtägige Online-Workshops zum Thema „Hybrid & Chancengerecht – Hybride Lehre diversitätssensibel gestalten“ im November 2023 und März 2024. Hier diskutierten Teilnehmende von Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit eingeladenen Expert:innen und erarbeiten erste Ideen für den Umgang mit diversen Studierendengruppen in hybriden Lernumgebungen.

Was passiert, wenn Schüler:innen selbst entscheiden können, welche Fächer sie zu Hause und welche sie in der Schule lernen? Der zwölfjährige Jonathan Bork geht selbst noch zur Schule und fordert die bundesweite Einführung eines hybriden Schulsystems. change hat mit ihm über seine Idee gesprochen

Die Herausforderungen sind groß: Begabungen von Schülerinnen und Schülern im schulischen und außerschulischen Unterricht fördern trotz knapper zeitlicher Ressourcen. Hybride Lernräume gestalten, die auf die Lernbedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten sind. Lernerfolg beeinflussen mit richtig eingesetztem Feedback – es hängt von vielen Faktoren ab, ob Kinder und Jugendliche ihre Talente entfalten können. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis geben hier Informationen, Praxistipps und Methodenwissen an Sie weiter. Der Fokus liegt dabei immer auf Alltagsrelevanz und Umsetzbarkeit. Damit wir die Themen treffen, die Ihnen am Herzen liegen, brauchen wir Ihre Unterstützung: Welche Fragen zur Talententdeckung und Individuellen Förderung beschäftigen Sie? Welche analogen und digitalen Wissens- und Lernformate würden Ihnen bei der Durchführung Ihres Unterrichts helfen?

     

    Disclaimer: Einzelne Abschnitte dieses Textes wurden mit der Unterstützung von ChatGPT geschrieben

    Wenn Sie einen fragegeleiteten Gedankenaustausch wünschen: Ich biete zum Jahreswechsel einen digitalen Gedankenaustausch an. Melden Sie sich gerne schon jetzt per E-Mail an.

     

    Bildnachweis: Eric Grundmann @BlueSky

    References

    References
    1 Prompt: a futuristic school with open learning forms. The scenes include students engaged in individual learning settings with personal AI tutors and virtual reality equipment, and teachers acting as learning facilitators. The interior is modern with open architecture, and everyone is visibly happy and enjoying the learning process.
    2 https://schulesocialmedia.com/2020/01/31/drei-dimensionen-digitalen-unterrichts
    3 https://www.lehrer-news.de/blog-posts/mehr-hybridunterricht-wie-ein-hochbegabter-sechstklassler-das-schulsystem-reformieren-will
    4 vgl. https://www.wbv.de/shop/openaccess-download/I73989w065
    5 https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/videofeedback-in-der-lehre-ilka-nagel-im-videointerview
    6 https://de.wikipedia.org/wiki/ADDIE-Instruktionsdesign-Modell
    7 https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/forschung-warum-erwachsene-beim-lernen-auf-die-bremse-treten/
    8 Kempfert, G./Ludwig, M.: Kollegiale Unterrichtsbesuche. Besser unterrichten durch Kollegen-Feedback. Beltz Verlag. Weinheim und Basel. 2. Aufl. 2010. S. 24
    9 https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/Leitfaden-Schule-und-KI.pdf

    LernMIT (2) – Kompetenzmodelle

    Wie kann ein mediengestützter Unterricht aussehen, den möglichst alle Schülerinnen und Schüler gerne und erfolgreich besuchen – ein Unterricht, der wesentlich dazu beiträgt, Kompetenzen zu erwerben, um die Herausforderungen in Schule, Privat- und Berufsleben verantwortungsvoll zu bewältigen und das Gemeinwesen mitzugestalten? Diese Frage habe ich zu Beginn des ersten Teils gestellt. In diesem Beitrag gebe ich nun erste Antworten …

    Beim Aufbau meiner Plattformen ging (und geht es mir noch immer) vor allem um Unterrichtsentwicklung. Prof. Leisen in einem Rückblick der letzten 40 Jahre [1]http://www.lehr-lern-modell.de/guterunterricht/

    • Vor vierzig Jahren war das der lernzielorientierte Unterricht,
    • vor dreißig Jahren der handlungsorientierte Unterricht und der Projektunterricht,
    • vor zwanzig Jahren die Wochenplanarbeit, die Freiarbeit und der fächerübergreifende Unterricht,
    • vor zehn Jahren der kompetenzorientierte Unterricht
    • und heute der individualisierte Unterricht
    • und morgen …

    … die Ermöglichung eines individualisierten Unterrichts durch den adäquaten Einsatz (digitaler) Medien?

    Nicht  ideologische  Konzepte  (Paradigma) – so Leisen weiter –  und  nicht  die  Merkmallisten  guten  Unterrichts  machen  guten  Unterricht,  sondern  die  alltägliche  harte  professionelle  Arbeit  am  Lerner  und  mit  dem  Lerner  an  der  Sache  in  einer  Lerngruppe,  in  der  mit  Anstrengung  und  Konsequenz  eine  Lernkultur  aufgebaut  wurde

    Kürzlich fiel der Startschuss für die 4. Runde des App Camps eines Stipendiums für Lehramtsstudierende. Die Wortwolke (s. o.) zeigt die Antworten auf die Frage: „Was fällt euch zum Thema digitale Bildung ein?“ Wie gestaltet sich ein didaktischer Plan, der niederschwellig genug ist, um alle Lehrkräfte mit ins Boot zu nehmen, auch und gerade diejenigen, die beginnen, sich die digitalen Wege zu erschließen?

    Reflexionsfragen:

    • Überlegen Sie, welcher Unterricht Ihnen als Lehrerin, als Lehrer am meisten gebracht hat: Waren es offene oder geschlossene Unterrichtsformen? Oder war entscheidend, wie Sie den Unterricht organisiert und durchgeführt haben? Oder war der Erfolg einer Unterrichtsstunde darauf zurückzuführen, dass Sie in die Rolle des Lernenden geschlüpft sind?

    Uni@Schule

    Lassen wir zunächst die Wissenschaft zu Wort kommen. Ich ziehe dazu zwei kürzlich veröffentlichte Publikationen heran:

    Klaus Zierer: Hattie für gestresste Lehrer 2.0 – Kernbotschaften aus “Visible Learning” mit über 2100 Meta-Analysen

    Knapp zehn Jahre nach Erscheinen von „Hattie für gestresste Lehrer” legt der deutsche Hattie-Übersetzer Klaus Zierer eine Neuauflage vor. Diese trägt nicht nur der Erweiterung des Datensatzes von „Visible Learning” auf nun über 2.100 Meta-Analysen Rechnung, sondern integriert neben Kernbotschaften auch wesentliche Handlungsempfehlungen für die Schul- und Unterrichtspraxis.

     

     

    Hans-Günter Rolff: Komprehensive Bildungsreform – Wie ein qualitätsorientiertes Gesamtsystem entwickelt werden kann

    Warum zeigen die meisten Reformen und Innovationen so wenig Wirkung? Aus Forschungsberichten wissen wir, dass die Wirkung wesentlich vom Zusammenwirken abhängt. Einzelne Reformen zeigen meistens keine Wirksamkeit, schon gar keine nachhaltige. Je umfassender die Maßnahmen abgestimmt sind, desto größer ist die Wirksamkeit. Das meint der Begriff der Komprehension.
    Das vorliegende Buch präsentiert umfassend auch die internationalen Erfahrungen mit Bildungsreformen und -innovationen auf allen Ebenen – vom Ministerium bis zum Klassenraum. Es legt dar, was Qualitätsmanagement bedeutet und welche Rollen Daten dabei spielen. Dazu enthält das Buch etliche einfache Werkzeuge zur Analyse von komplexen Entwicklungsprozessen.

    Zierer: Hattie 2.0

    Keine Veröffentlichung hat in den letzten zwanzig Jahren so viel Aufmerksamkeit erregt wie John Hatties Studie “Visible Learning”. Dabei ist seine Kernaussage eigentlich eine pädagogische Binsenweisheit: «Auf den Lehrer kommt es an». Das klingt banal, und doch steht hinter dieser These ein so umfassendes Theoriegebäude, dass sich die künftige bildungswissenschaftliche und bildungspolitische Diskussion ihr nicht mehr entziehen kann. Dies gilt umso mehr für die Frage, welche Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit in der schulischen Praxis tatsächlich zukommt.

    Hattie untersuchte in seinem Buch “Visible Learning” eine Vielzahl von Faktoren, die den Lernfortschritt von Schülern beeinflussen. Seine umfassende Meta-Analyse von Studien zum Thema Lernen und Unterricht kam zu den folgenden Ergebnissen:

    1. Lernende, die an ihre Fähigkeiten glauben und ein hohes Selbstvertrauen haben, erzielen bessere Lernergebnisse.
    2. Eine positive Beziehung zwischen Lehrern und Schülern wirkt sich positiv auf den Lernprozess aus.
    3. Effektives Feedback, das spezifisch und konstruktiv ist, fördert den Lernfortschritt.
    4. Schüler, die in der Lage sind, ihren eigenen Lernprozess zu steuern und zu überwachen, erzielen bessere Ergebnisse.
    5. Die Wirksamkeit des Lehrers ist ein entscheidender Faktor für den Lernerfolg der Schüler.
    6. Klare Lernziele und Erwartungen tragen dazu bei, dass Schüler ihre Anstrengungen besser ausrichten können.
    7. Bestimmte Unterrichtsstrategien, wie z. B. direkter Unterricht und formatives Assessment, können sich positiv auf das Lernen auswirken.

     

    Der deutsche Hattie-Übersetzer, Prof. Dr. Klaus Zierer, hat unter dem Titel „Hattie für gestresste Lehrer“ eine komprimierte Übersicht über Hatties Forschung vorgelegt, mittlerweile in einer Version 2.0. Wie bereits in der ersten Auflage kommt Zierer zu den zehn folgenden Handlungsempfehlungen:[2]https://www.wbv.de/shop/Hattie-fuer-gestresste-Lehrer-2.0-I22226

    1. Ich rede über Lernen, nicht über Lehren.
    2. Ich setze die Herausforderung.
    3. Ich sehe Lernen als harte Arbeit.
    4. Ich entwickle positive Beziehungen.
    5. Ich benutze Dialog anstelle von Monolog.
    6. Ich informiere alle über die Sprache des Lernens.
    7. Ich bin ein Veränderungsagent.
    8. Ich bin ein Evaluator.
    9. Schülerleistungen sind eine Rückmeldung für mich über mich.
    10. Ich arbeite mit anderen Lehrpersonen zusammen.

    Ich werde diese zehn Haltungen in „meinem“ bevorzugten Lehr- und Lernmodell, dem Prozessmodell, näher erläutern. Bevor ich dies tue, möchte ich mich mit einem weiteren deutschen Bildungsforscher, Prof. em. Rolff und seinem Blick auf Curriculum und Lernkonzept beschäftigen.

    (Übrigens kann die Hattie 1.0 – Veröffentlichung hier eingesehen und heruntergeladen werden.)

    Rolff: Komprehensive Bildungsreform

    Dr. Hans-Günter Rolff ist emeritierter Professor für Bildungsforschung; Gründer des Instituts für Schulentwicklung an der TU-Dortmund und der Deutschen Akademie für Pädagogische Führungskräfte; Berater zahlreicher Schulen, Kultusministerien und Städte. In seiner jüngsten Publikation >>Komprehensive Bildungsreform – Wie ein qualitätsorientiertes Gesamtsystem entwickelt werden kann<< geht er der Frage nach, warum die meisten Reformen und Innovationen so wenig Wirkung zeigen? Aus Forschungsberichten sei bekannt, dass die Wirkung wesentlich vom Zusammenspiel abhängt. Einzelne Reformen seien in der Regel nicht wirksam, schon gar nicht nachhaltig. Je besser die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind, desto größer ist die Wirksamkeit. Das sei mit dem Begriff der Kohärenz gemeint. Das Buch stellt die internationalen Erfahrungen mit Bildungsreformen und -innovationen auf allen Ebenen – vom Ministerium bis zum Klassenzimmer – umfassend dar. Es erklärt, was Qualitätsmanagement bedeutet und welche Rolle Daten dabei spielen. Darüber hinaus enthält das Buch eine Reihe einfacher Instrumente zur Analyse komplexer Entwicklungsprozesse.  [3]https://content-select.com/de/portal/media/view/63f499a6-0208-47f4-87f6-4bffac1b000f

    Wie sollen wir unsere Kinder auf morgen vorbereiten? Welches Wissen werden sie brauchen in einer Welt, die angesichts der rasanten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre weniger vorhersehbar denn je ist? Mit dem „Lernkompass 2030“ (engl.: „Learning Compass 2030“) will die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Antworten auf diese Fragen geben. Das Rahmenkonzept, das von den Mitgliedsstaaten gemeinschaftlich erarbeitet und im Mai 2019 in Vancouver vorgestellt wurde, fasst die Kompetenzen zusammen, die junge Menschen für eine erfolgreiche Entwicklung benötigen. Im Zentrum steht der Gedanke, dass Schülerinnen und Schüler mehr Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Durch die Stärkung ihrer Handlungskompetenz werden sie befähigt, ihr eigenes Leben und die Welt um sie herum positiv zu beeinflussen.

    Auch Rolff fragt: Was und wie müssen Schülerinnen und Schüler sowie die Studierenden lernen, um „zukunftsfähig“ zu sein? Wenn man darauf eine Antwort hat, wie kann man sie dann umsetzen?Und wenn man keine Antwort hat, kann man trotzdem auf eine Zukunft vorbereiten, die man noch gar nicht kennt? [4] ebda., S. 24 Rolff formuliert hinsichtlich eines Zukunftscurriculums zum einen die Frage bezüglich der Inhalte (hier mit Fokus auf  Future Skills und 21st Century Skills/4K-Modell) und zum anderen nach dem Lernkonzept, genauer: nach den Weisen der Aneignung der Kompetenzen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Werten und Einstellungen, die zur Bewältigung und vor allem der Gestaltung der Zukunft nötig sind. [5]ebda., S. 28

    Als sinnvolle Konzepte nennt Rolff >>personalisiertes Lernen<< und >>kooperatives Lernen<<. Wird von ihm nicht weiter ausgeführt, daher ein kleiner Exkurs dazu

    (Disclaimer: im Dialog mit ChatGPT und anschließend redaktionell überarbeitet)

     

    Personalisiertes Lernen

    In der Schuldidaktik bezieht sich „Personalisiertes Lernen“ auf einen pädagogischen Ansatz, der darauf abzielt, den Unterricht und das Lernumfeld besser an die individuellen Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler anzupassen. Das Ziel ist es, den Lernprozess effektiver und relevanter zu gestalten, indem man die Einzigartigkeit jedes Lernenden berücksichtigt.

    Hier sind einige Schlüsselmerkmale des personalisierten Lernens:

    1. Individuelle Bedürfnisse: Der Unterricht wird so gestaltet, dass er den unterschiedlichen Lernstilen, Tempo und Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird.
    2. Selbstbestimmung: Die Lernenden haben mehr Einfluss auf ihren Lernprozess. Sie können beispielsweise wählen, welche Themen sie vertiefen möchten, oder den Weg und das Tempo ihres Lernens mitbestimmen.
    3. Verschiedene Ressourcen: Es werden verschiedene Lehr- und Lernmaterialien eingesetzt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden. Dies kann sowohl digitale als auch traditionelle Ressourcen umfassen.
    4. Flexibilität: Der Unterricht ist flexibel und passt sich den sich verändernden Bedürfnissen der Lernenden an. Dies kann bedeuten, dass der Lehrplan anpassungsfähiger ist und verschiedene Methoden und Ansätze integriert.
    5. Feedback und Reflexion: Es wird Wert auf regelmäßiges Feedback und die Möglichkeit zur Selbstreflexion gelegt, um den Lernenden zu helfen, ihre Fortschritte zu verstehen und ihre Lernziele zu setzen.
    6. Kollaboration: Personalisiertes Lernen schließt oft die Zusammenarbeit zwischen Schülern ein. Dies kann bedeuten, dass sie gemeinsam an Projekten arbeiten, sich austauschen und voneinander lernen.

    Die Umsetzung des personalisierten Lernens kann je nach Schulsystem, Altersgruppe der Schüler und Fachgebiet variieren. Es handelt sich jedoch um einen Ansatz, der darauf abzielt, die Bildung individueller und relevanter zu gestalten.

     

    Kooperatives Lernen

    „Kooperatives Lernen“ ist ein pädagogischer Ansatz, bei dem Schülerinnen und Schüler in Gruppen zusammenarbeiten, um gemeinsame Lernziele zu erreichen. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Lernen durch soziale Interaktion und Zusammenarbeit gefördert wird. Hier sind einige Merkmale des kooperativen Lernens:

    1. Gruppenarbeit: Die Schüler werden in Gruppen eingeteilt, in denen sie gemeinsam an Aufgaben, Projekten oder Problemlösungen arbeiten.
    2. Gemeinsame Verantwortung: Die Mitglieder der Gruppe tragen gemeinsam die Verantwortung für den Lernerfolg. Jeder Schüler ist wichtig für den Gesamterfolg der Gruppe.
    3. Interdependenz: Die Gruppenmitglieder sind aufeinander angewiesen, um ihre Ziele zu erreichen. Der Erfolg eines Einzelnen hängt vom Erfolg der Gruppe ab.
    4. Soziale Fähigkeiten: Kooperatives Lernen fördert die Entwicklung sozialer Fähigkeiten wie Kommunikation, Teamarbeit, Konfliktlösung und gegenseitige Unterstützung.
    5. Heterogenität: Gruppen können heterogen zusammengesetzt sein, was bedeutet, dass Schüler mit unterschiedlichem Leistungsniveau, Hintergrundwissen oder Fähigkeiten zusammenarbeiten.
    6. Lehrer als Moderator: Der Lehrer übernimmt oft die Rolle eines Moderators, der den Lernprozess begleitet, Fragen stellt, Feedback gibt und sicherstellt, dass alle Mitglieder der Gruppe aktiv teilnehmen.
    7. Positive Interdependenz: Die Schüler erkennen, dass sie gemeinsam mehr erreichen können als allein. Dies fördert den Teamgeist und die Motivation.

    Kooperatives Lernen kann in verschiedenen Formen auftreten, wie z. B. Gruppendiskussionen, gemeinsame Forschungsprojekte, problembasiertes Lernen oder Peer-Teaching. Der Ansatz soll nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch soziale Kompetenzen und Lernstrategien fördern. Kooperatives Lernen wird oft als Gegensatz zum traditionellen individuellen Lernen betrachtet und kann in verschiedenen Altersgruppen und Bildungseinrichtungen angewendet werden.

    Auf den Prompt bezügliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten antwortet der Bot:

    Ja, es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen personalisiertem Lernen und kooperativem Lernen:

    Gemeinsamkeiten:

    1. Schülerzentrierter Ansatz: Sowohl personalisiertes Lernen als auch kooperatives Lernen sind schülerzentrierte Ansätze, die darauf abzielen, den Fokus auf die Lernenden zu legen und ihre aktive Beteiligung am Lernprozess zu fördern.
    2. Soziale Interaktion: Beide Ansätze betonen die Bedeutung sozialer Interaktion im Lernprozess. Während beim kooperativen Lernen die Zusammenarbeit in Gruppen im Vordergrund steht, ermöglicht das personalisierte Lernen den Austausch und die Zusammenarbeit auf individueller Ebene.
    3. Förderung sozialer Kompetenzen: Sowohl kooperatives als auch personalisiertes Lernen fördern die Entwicklung sozialer Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit und Konfliktlösung.

    Unterschiede:

    1. Fokus auf Individualität vs. Gruppenarbeit: Der Hauptunterschied liegt im Fokus. Personalisiertes Lernen legt den Schwerpunkt auf die Anpassung des Lernens an die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen jedes Schülers. Im Gegensatz dazu betont kooperatives Lernen die Zusammenarbeit in Gruppen, wobei der Fokus auf gemeinsamen Zielen und der gegenseitigen Unterstützung liegt.
    2. Grad der Selbstbestimmung: Beim personalisierten Lernen haben die Lernenden oft einen höheren Grad an Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit über ihren Lernprozess. Im kooperativen Lernen müssen die Schüler immer noch in der Gruppe arbeiten und sich auf die Ziele der Gruppe konzentrieren, was zu einer gewissen Einschränkung der individuellen Entscheidungsfreiheit führen kann.
    3. Rolle des Lehrers: Die Rolle des Lehrers kann sich je nach Ansatz unterscheiden. Beim personalisierten Lernen kann der Lehrer eher als Mentor oder Coach agieren, der die individuellen Bedürfnisse der Schüler unterstützt. Beim kooperativen Lernen übernimmt der Lehrer oft die Rolle eines Moderators, der die Gruppendynamik überwacht und unterstützt.

    In der Praxis können diese Ansätze miteinander kombiniert werden, und viele Lehrer nutzen eine Vielzahl von Methoden, um den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Schüler gerecht zu werden.

    John Biggs: Constructive Alignment

    „Constructive Alignment“ ist ein pädagogisches Konzept, das vom Bildungsforscher John Biggs entwickelt wurde. Es bezieht sich auf die bewusste Ausrichtung von Lehr- und Lernaktivitäten, um sicherzustellen, dass die Lernziele mit den Lehrmethoden und der Bewertung in Einklang stehen. Das Ziel ist es, eine kohärente und effektive Lernumgebung zu schaffen, in der die Lernenden aktiv in den Lernprozess einbezogen werden.

    Hier sind die Schlüsselelemente des „Constructive Alignment“:

    1. Lernziele (Intended Learning Outcomes, ILOs): Klare und spezifische Aussagen darüber, was die Lernenden am Ende der Lehrveranstaltung wissen oder können sollten.
    2. Lehrmethoden (Teaching and Learning Activities): Aktivitäten, die darauf ausgerichtet sind, die Lernziele zu erreichen. Diese sollten die Lernenden aktiv in den Lernprozess einbinden und ihre Fähigkeiten fördern.
    3. Bewertung (Assessment): Methoden zur Bewertung der Lernergebnisse der Studierenden im Hinblick auf die festgelegten Ziele. Die Bewertung sollte die gleichen Kompetenzen überprüfen, die in den Lernzielen definiert sind.

    Auch wenn das Konzept aus der Hochschuldidaktik stammt, bin ich davon überzeugt, dass man dieses Modell auch im schulischen Umfeld einsetzen kann. In den USA hat eine Schule sich dieses Modell in einer Form zunutze gemacht, die vermutlich viele Lehrende irritieren wird. Gleichwohl: Bei den Schülerinnen und Schülern kommt dieses Angebot sehr gut an, vor allem weil sie sich täglich(!!) für ihr bevorzugtes Vermittlungsinstrument (App, Buch, Partnerarbeit, Coaching durch Lehrkräfte) neu entscheiden können …wie ein Video der Bertelsmannstiftung zeigt…

    Hier geht es zu weitereren Informationen …

    Kompetenzmodelle

    Im Biggs- Modell (s.o.) wird durch die konstruktive Ausrichtung sichergestellt, dass alle Elemente eines pädagogischen Konzeptes miteinander verknüpft sind:

    1. Klare Lernziele: Lernende haben eine klare Vorstellung davon, was von ihnen erwartet wird, und können ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, diese Ziele zu erreichen.
    2. Engagement der Lernenden: Durch die Einbindung der Lernenden in den Lernprozess werden sie motivierter und nehmen aktiv am Unterricht teil.
    3. Effektives Lernen: Die Ausrichtung von Lehrmethoden und Bewertung auf die Lernziele fördert ein tieferes Verständnis und eine nachhaltige Wissensbildung.
    4. Transparenz: Sowohl für Lehrende als auch Lernende ist transparent, wie der Unterricht gestaltet ist und wie der Erfolg gemessen wird.
    5. Kontinuierliche Verbesserung: Durch die Ausrichtung aller Elemente aufeinander wird eine Grundlage für die kontinuierliche Verbesserung des Lehrplans geschaffen.

    Die drei im Folgenden vorgestellten Prozessmodelle verfolgen die gleiche Intention wie der „Constructive Alignment“-Ansatz. Sie bestehen aus Lehr-Lernzyklen in unterschiedlichen Handlungsfeldern. Sie zielen darauf ab, Lehrenden und Lernenden einen Handlungsrahmen für eine kompetenzorientierte Lehre zur Verfügung zu stellen. Neue Medien werden lerngruppenspezifisch eingesetzt, wenn sie dem individuellen Lernprozess dienlich sind.

    Wie könnte ein mediengestützter Unterricht aussehen, den möglichst alle Schülerinnen und Schüler gern und erfolgreich besuchen – ein Unterricht, der wesentlich dazu beiträgt, Kompetenzen zu erwerben, um in der Schule, im privaten und beruflichen Leben Herausforderungen verantwortungsvoll zu meistern und der zur Mitgestaltung von Gemeinschaft beitragen kann?

    Das in Hessen erfolgreich eingeführte und in den Kerncurricula verankerte Prozessmodell zeigt einen möglichen Weg auf. Der Lehr-Lernzyklus mit seinen fünf Handlungsfeldern zielt darauf ab, Lehrenden und Lernenden bezogen auf einen an Kompetenzen orientierten Unterricht ein Handlungsgerüst zur Verfügung zu stellen. Neue Medien werden Lerngruppen abhängig hinzugezogen, wenn sie dem individuellen Lernprozess dienlich sind.

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    Deeper Learning beschreibt eine Pädagogik, in der Lernende sich tief greifend mit Wissen auseinandersetzen und selbst Wissen generieren, indem sie es sowohl über instruktiv gesteuerte Prozesse der Aneignung als auch über selbstregulierte Prozesse der Ko-Konstruktion und Ko-Kreation verarbeiten.

    Deeper Learning kann als eine “4K Skill-Implementierung” aufgefasst werden, einer Aneignung von Wissen einerseits und der vier Kompetenzen Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken und Kreativität andererseits. Das im Folgenden vorgestellte Unterrichtsmodell ist im deutschen Sprachraum vergleichbar mit dem nur in sehr wenigen Schulen angebotenem Projektunterricht.

    Das vielversprechende Unterrichtsmodell versteht sich als Prozess von Instruktion, Ko- Konstruktion und Präsentation und ist im “normalen” Stundenplansetting, 90 Minuten Blöcke vorausgesetzt, durchführbar.

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    Einige Schulen sammeln zurzeit gute Erfahrungen mit fächerübergreifenden Unterrichtsansätzen. Allen voran Jan Vedder (@vedducation), einem Mathe- und Sportlehrer an einer Oberschule in Niedersachsen. Er war Seminarleiter an einem Studienseminar und sieht seine Schwerpunkte in der Schul- und Unterrichtsentwicklung rund um das ‘Lernen unter den Bedingungen der Digitalisierung’ und einer ‘Schule im Wandel’. Das Modell wurde 2020 eingeführt und von mir im Rahmen des Adventskalenders vorgestellt. Ich habe immer wieder Updates ergänzt …

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    Ergänzende Praxistipps

    Das Prozessmodell des Hessischen Kerncurriculums sowie Deeper Learning und THEO-LEA sind pädagogische Methoden, die darauf abzielen, das selbstständige und eigenverantwortliche Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Sie zeichnen sich durch mehrere Merkmale aus: [6]vgl. auch https://schule-in-der-digitalen-welt.de/wp-content/uploads/pdf/Broschüre-Prozessmodell-Unterricht-2011.pdf

    • Orientierung an Kompetenzen: Das Prozessmodell legt den Fokus auf die Entwicklung von übergeordneten Kompetenzen wie Problemlösefähigkeit, Kreativität, kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeit
    • Handlungsorientierung: Es betont die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am Lernprozess durch praktische Anwendung von Wissen und Fähigkeiten.
    • Individualisierung und Differenzierung: Das Modell ermöglicht es, den Unterricht an die individuellen Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler anzupassen.
    • Prozessorientierung: Der Fokus liegt nicht nur auf dem Ergebnis, sondern auch auf dem Weg dorthin. Es betont die Bedeutung von Lernprozessen, Experimentieren und Reflexion.
    • Selbstreguliertes Lernen: Schülerinnen und Schüler werden dazu ermutigt, Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen und Strategien zur Selbststeuerung zu entwickeln.
    • Interdisziplinäres Arbeiten: Das Modell fördert die Verbindung von verschiedenen Fächern und die Anwendung von Wissen in unterschiedlichen Kontexten.
    • Reflexion und Evaluation: Es beinhaltet die regelmäßige Reflexion über den Lernprozess und die Bewertung der eigenen Fortschritte.
    • Soziales Lernen und Kooperation: Schülerinnen und Schüler werden dazu ermutigt, zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Es fördert das Lernen in Gruppen und die Entwicklung sozialer Kompetenzen.
    • Berücksichtigung von Lebenswelt und Praxisbezug: Das Modell zielt darauf ab, den Unterricht mit der realen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu verbinden und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen in praktischen Situationen anzuwenden.
    • Förderung von Motivation und Engagement: Das Prozessmodell strebt danach, das Interesse und die Motivation der Schülerinnen und Schüler am Lernen zu steigern, indem es relevante und ansprechende Lerninhalte bietet.

    @Prozessmodell:

    Letztlich sind eine ganze Reihe der mir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorliegenden Informationen zum Construtive Alignment eingeflossen. „Mein“ Verfahren ist in den USA unter Backwardsplanning bekannt. Im Laufe der Jahre habe ich meine Umsetzung immer weiter verfeinert und mit digitalen Werkzeugen unterstützt, im Wesentlichen realisiert durch lo-net2: Durch Bereitstellung von – auch individualisierten – Materialien in der Dateiablage, durch kurze Hinweise abends im Chat, durch Videoschnipsel, anmoderiert im Blog bzw. im Forum (=schwarzes Brett) u.v.m. Vor Jahren wurde von Julia Scholemann ein Beitrag inkl. Screencast erstellt, der in die wesentlichen Bausteine einführt. Die mehrwöchige Kompetenzfestigung und -erweiterung (siehe Prozessmodell, 4. Phase) war für mich lerntheoretisch und -praktisch die wichtigste Phase. Sie hat mich in die Lage versetzt, sowohl den lernschwachen als auch den lernstarken Schülerinnen und Schüler ein adäquates Förder- und Forderangebot zu machen. Lernstarken Schüler habe ich darüber hinaus den Besuch externer Lernorte ermöglicht.

    @Deeper Learning, THEO-LEA

    waren mir damals vor allem wegen der restriktiven Haltung zur Leistungsmessung (Klassenarbeiten, Klausuren) nicht vergönnt. Dies scheint sich langsam aufzulösen, wie Verlautbarungen aus den Kultusministerien signalisieren und ermöglichen. Mögliche Formate zeigen sich hier (Die Pinnwand mit (praktischen) Beispielen für Prüfungsformate stammt aus einer Sitzung des Projektteams „Lernen im digitalen Zeitalter“. Sie wurde von Stephanie Horch, E/Spa-Lehrerin aus Baden-Württemberg @ 🦣 veröffentlicht):

     

     

    Wer es wissenschaftlich fundierter will:

    Wie kann eine zeitgemäße Prüfungskultur aussehen, die von Lehrenden und Lernenden als sinnstiftend angesehen wird? Die in Zeiten der Digitalität einen Wandel der Lernkultur begünstigt und dabei Themen wie KI miteinschließt? Und in der Prüfungen an digitale Transformationsprozesse angepasst und entsprechende Medien, Werkzeuge und Tools berücksichtigt werden? Diesen Fragen widmen wir uns in unserer Expertise zum Thema zeitgemäße Prüfungskultur.

    Ich „sehe“ diese Ansätze eher im fächerübergreifenden, projektorientierten Umfeld angesiedelt. Auch mit der Option, aktuelle oder nicht im Lehrplan verankerte Fragestellungen aufzugreifen, wie z. B. Finanzbildung und/oder MINT Ansätze, die deutlich über die Fachcurricula hinausgehen und eine wünschenswerte fächerübergreifende Kompetenzerweiterung ermöglichen. Ein erster Zugang können hier einwöchige Projektunterrichtsphasen sein. Dazu bildeten wir ein Projektteam (bestehend aus Schülerinnen und Schülern der Informatik-und Schülerzeitung-AG, mindestens einer Lehrkraft aus den Bereichen Sprache, Geisteswissenschaften und MINT, einem Mitglied der Schulleitung). Neben lo-net2 unterstützte uns eine WordPress-Implementierung bei der Organisation und Veröffentlichung der Angebote und der späteren Umsetzung. Schüler-, Lehrer- und Elterngruppen waren von den Ergebnissen und Erfahrungen gleichermaßen beeindruckt. Und wurden dann – nach einem zweijährigen Praxistest – verbindlich in das Schulprofil aufgenommen.

     

    Feedbackinstrumente (1)

    Eine lernzielgerechte Umsetzung in Prozessmodell, Deeper Learning, THEO-LEA gelingt nur, wenn geeignete Feedbackinstrumente eingesetzt werden.

    Wie bereits oben ausgeführt, hat sich John Hattie in seinen Forschungen mit Einflussfaktoren auf gelingende Schülerleistungen beschäftigt. Demnach findet erkennbares Unterrichten und Lernen („visible teaching and learning“) statt, wenn die Lehrkraft und der Lernende (auf ihren unterschiedlichen Wegen) überprüfen, ob und auf welchem Niveau die Ziele auch wirklich erreicht werden, wenn es eine bewusste Praxis gibt, die auf eine gute Qualität der Zielerreichung gerichtet ist und wenn Feedback gegeben und nachgefragt wird. 

    Auch hier zu Beginn zwei Reflexionsfragen:

    • Wie gebe ich meinen Lernenden ein hilfreiches Feedback?
    • Wie lasse ich mir von den Lernenden ein geeignetes Feedback zu meinem Unterricht geben?
    The Power of Feedback Revisited

    Noch immer werden die Aussagen bzw. Ergebnisse aus der Hattie- Studie „Visible learning“ kritisch gestellt. Vor allem wegen der unterschiedlichen Settings (aka Nichtvergleichbarkeit) der ausgewerteten Studien.

    Die jüngste Veröffentlichung The Power of Feedback Revisited setzt sich mit dieser Kritik auseinander und beschäftigt sich vor allem mit der Frage: Welche Form eines Feedbacks sorgt bei den Schülerinnen und Schülern für positive Effekte bezüglich der anzustrebenden Lernziele (Outcomes)? Wie unterscheiden sich Feedbacks auf

    • Schülerleistung, Wissenspeicherung, Testleistung (Kognition)
    • Selbstwirksamkeit und Ausdauer (Motivation),
    • Entwicklung motorischer Fähigkeiten (Physis) und
    • Schülerverhalten im Unterricht, Disziplin (Behaviorismus)?

    Kurz zusammengefasst:

    Lehrkraft –> Schüler*in

    • Feedback ist für kognitive und physische Leistungsrückmeldungen effektiver als für Motivations- und Verhaltenskriterien.
    • Feedback mit umfänglichen Informationen zu Aufgaben, Prozessen und Selbstregulierung entfalten eine große Wirkung.

    Schüler*innen profitieren offensichtlich in hohem Maße von Rückmeldungen, wenn sie nicht nur verstehen, welche Fehler sie gemacht haben, sondern auch, warum sie diese Fehler gemacht haben und was sie tun können, um sie beim nächsten Mal zu vermeiden. Dass schriftliches Feedback effektiver ist als mündliches Feedback, konnte nicht bestätigt werden.

    Schüler*in–> Lehrkraft

    Effekte waren hauptsächlich in Studien zu finden, die sich mit der Hochschulbildung befassten, d. h. mit Rückmeldungen von Universitäts- oder College-Student*innen an ihre Professor*innen. Folglich lassen die Daten keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Feedbacks von Schüler*innen an Lehrkräfte im schulischen Kontext zu. Im Allgemeinen ist das Feedback von Lehrkaft zu Schüler*innen effektiver als das von den Lernenden zur Lehrkraft. Gleichwohl verweist die hohe Varianz beim letztgenannten Feedbackformat auf positive Erfahrungen. Es fehlen allerdings (noch) Kennzeichnungen von Gelingensbedingungen.

    Schüler*innen –> Schüler*innen

    In Bezug auf die Richtung des Feedbacks ist das Peer-Feedback die effektivste Form. Andererseits: Es ist Vorsicht geboten, da diese Einschätzungen auf sehr kleinen Stichproben basieren.

    Feedback lebt von Fehlern

    Hattie verweist auf eine Studie, die Folgendes beschreibt:

    Schüler*in macht einen Fehler. In 50 % der Fälle korrigiert die Lehrkraft selbst. Oder, zweite Möglichkeit, ebenso häufig: Die Lehrkraft fragt einen anderen Schüler*in. Lerngewinn für die Lernenden: nahezu Null. Die Lernenden melden zurück, dass sie sich peinlich berührt sehen, sich in der Folge verschließen und hoffen, nicht aufgerufen zu werden.

    Was erwarten die Schüler*innen gemäß dieser Studie?

    Sie wollen wissen, wie andere auf die richtige Antwort gekommen sind.

    Auch wenn die Lernenden zur Klausur, zur Klassenarbeit  eine Vielzahl von Korrekturkommentaren erhalten haben, werden sie angeben, sie hätten nie eine Rückmeldung erhalten. Eben, weil die Hinweise nichts dazu beigetragen haben zu verstehen, wie man auf das richtige Ergebnis kommt.

    Hattie schlägt ein „Turn it in“– Verfahren vor: Die Schüler*innen erhalten ein Feedback der Lehrkraft oder von einem Computersystem. Anschließend überarbeiteten die Lernenden ihren schriftlichen Leistungsnachweis und reichen ihn noch einmal ein. Die sich wiederum anschließende Korrektur liefert dann die Endnote mit dem zusätzlichen Effekt, etwas über den Lernzuwachs zwischen dem Zeitpunkt der Klausurabgabe und der anschließenden Überarbeitung zu erfahren.

    Feedback ist prozess-, nicht faktenorientiert

    Wenn sich Unterricht auf Inhalte konzentriert, auf Fakten und Konzepte zu einem Thema, dann ist der Wert eines Feedbacks sehr gering. Es gewinnt an Wirkmächtigkeit, wenn die Lernenden in den Anforderungsbereich II/ III kommen (Anwendung/ Vernetzung) und dort ein Peer Feedback erhalten. Lehrkräfte sollen, so Hattie, mehr Schüler*innen gesteuerte Diskussionen zulassen und weniger selbst steuernd auftreten.

    Hattie berichtet von einer Lehrkraft, von der die Lernenden berichtet haben, wie ermüdend ihr Unterricht sei. Sie erbat eine Unterrichtshospitation. Es wurde eine App („Visible classroom“) eingesetzt, mit der Möglichkeit einer Transkription der Redeanteile.

    Mithilfe der App gelang es, den Unterschied zwischen Selbst- und „Fremd“bild deutlich zu machen: Sie musste einen nahezu 100 % Redeanteil konstatieren. Und: den 55- fachen Einsatz des Zischlauts „Ssshhh“.

     

    Die nächste Stunde war dann komplett befreit vom Zischlaut sowie mit einem 60 % Redeanteil gestaltet. Und natürlich fragten die Schüler*innen die App- Entwickler, was denn hier geschehen sei. Die einfache Antwort war und ist:

    Erst mit der Einsichtnahme in die Aufzeichnung bzw. der Analyse des Transkript kam die Lehrkraft zum Schluss: „Nun, vielleicht muss ich hier etwas ändern.“

    Hattie: Die App- Entwickler fanden das natürlich toll und waren selbst verblüfft, dass man den Unterricht über Nacht so verändern kann. Käme selten vor, war aber in diesem Fall so 

    Feedback ist ein komplexes und differenziertes Konstrukt, das viele verschiedene Formate besitzt und unterschiedliche Auswirkungen auf das Lernen der Schüler*innen aufweisen. Feedback ist umso effektiver, je mehr Informationen damit verknüpft sind. Feedback ist im Durchschnitt leistungsfähig, aber einige Formate zeichnen sich besonders aus. Wie im Interview ausgeführt, sind dies: Umgang mit Fehlern und  Prozess(=Peer)feedback!

    Es ist wichtig, dass Schulen einen ausgewogenen Ansatz verfolgen und sicherstellen, dass sowohl Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten als auch lernstarke Schülerinnen und Schüler angemessen unterstützt werden. Ein individualisierter und differenzierter Unterrichtsansatz kann dazu beitragen, eine positive Lernumgebung für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Phasenunbhängig sind (siehe Rolff) Überlegungen anzustellen, wie personalisiertes Lernen organisiert werden kann, z. B. durch:

    Dialogisches Lernen (nach Gallin) ist ein pädagogischer Ansatz, der auf dem Dialog, also auf der aktiven Kommunikation und Interaktion zwischen Lehrern und Schülern sowie unter den Schülern selbst, basiert. Der Fokus liegt dabei auf gemeinsamem Konstruieren von Wissen und Verständnis. Hier sind einige grundlegende Merkmale des dialogischen Lernens:[7]https://www.gallin.ch/DialogischesLernenSinusBayern.pdf

    • Gemeinsames Konstruieren von Wissen: Im dialogischen Lernen wird Wissen nicht nur vom Lehrer zum Schüler übertragen, sondern gemeinsam konstruiert. Lehrer und Schüler bringen ihre Perspektiven, Ideen und Erfahrungen in den Dialog ein, um ein tieferes Verständnis zu fördern.
    • Aktive Beteiligung: Die Lernenden sind aktiv am Lernprozess beteiligt. Der Dialog ermutigt sie dazu, Fragen zu stellen, ihre Meinungen auszudrücken, ihre Ideen zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
    • Interaktion und Kommunikation: Dialogisches Lernen betont die Bedeutung von Interaktion und Kommunikation. Der Dialog kann sowohl zwischen Lehrer und Schüler als auch zwischen den Schülern selbst stattfinden. Dies fördert den Austausch von Gedanken, Ideen und Perspektiven.
    • Kooperation: Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern sowie unter den Schülern ist ein zentrales Element des dialogischen Lernens. Gemeinsames Denken und Arbeiten fördern eine positive Lernumgebung.
    • Förderung von kritischem Denken: Durch den Dialog werden die Lernenden ermutigt, kritisches Denken zu entwickeln. Sie werden dazu angeregt, Fragen zu stellen, Annahmen zu hinterfragen und verschiedene Perspektiven zu berücksichtigen.
    • Anpassung an die Bedürfnisse der Lernenden: Der Lehrer passt den Dialog an die individuellen Bedürfnisse und Vorkenntnisse der Schüler an. Dies bedeutet, dass der Unterricht flexibel gestaltet wird und auf die Dynamik der Lerngruppe reagiert.
    • Reflexion: Der Dialog beinhaltet oft Reflexionsphasen, in denen die Schüler über ihren eigenen Lernprozess nachdenken und ihre Erfahrungen auswerten.

    Diese Form des „Turn it in“-Verfahrens (Hattie) habe ich im Rahmen unserer Fortbildungsinitiative „Kompetenzorientiertes Unterrichten in Mathematik und Naturwissenschaften (KUMN)“ kennengelernt (mehr zu KUMN im letzten Teil dieser LernMIT-Serie). Vor allem in der 4. Phase habe ich dieses Feedback-Instrument eingesetzt. Aus Zeitgründen nach Absprache. Und auch, weil nicht alle Schülerinnen und Schüler so intensiv beraten werden wollten. Darauf musste ich Rücksicht nehmen und habe deshalb ergänzend andere Verfahren eingesetzt. Ohne ins Detail zu gehen, hier einige Instrumente, die im Edutwitter immer wieder genannt werden und sich in der Praxis bewährt haben:

    Feedbackmethoden (analog)

     

     

    Blitzlicht

     
    Arbeitet die Klasse sehr unterschiedlich an Arbeitsplänen oder Aufträgen, dann kann ein Blitzlicht am Ende der Stunde eine gute Möglichkeit sein, eine Rückmeldung über das eigene Arbeitsergebnis oder die Arbeitszufriedenheit (im Vergleich zu den anderen) zu bekommen. Bei dieser Methode, das vielleicht fünf Minuten in Anspruch nimmt, hat jeder Gelegenheit für eine ganz kurze mündliche Äußerung. Wichtig: Keiner kommentiert die Aussagen anderer, jeder spricht nur für sich. Die Lehrkraft erhält dabei einen guten Einblick in die Arbeitssituation der Lerngruppe und kann gegebenenfalls erkennen, wo Unterstützungsangebote notwendig sind.

    Ein-Punkt-Abfrage

     
    Diese Feedback-Methode ermöglicht es, Befindlichkeiten und Lernprozesse in der Klasse transparent und sichtbar zu machen und sehr schnell Entscheidungen zum weiteren Vorgehen zu treffen.

    • Was Lehrende tun? Ein einfacher Strich genügt. Eine Frage oder Aussage wird formuliert und zwei Antworten werden links und rechts angeschrieben oder gezeichnet.
    • Was Lernende tun? Die Schüler verorten sich auf der Linie. Z.B. durch Ankreuzen, mit einem Magneten oder einem kleinen Punktaufkleber.
    • Ergebnisse und Weiterarbeit: Es werden Häufungen und Abweichungen sichtbar. Kamen alle gleich gut mit? Haben sich verschiedene Gruppen gebildet, auf die man in der Folge differenzierter eingehen kann? Sollte das Anforderungsniveau angepasst werden?

    TAG Abfage in 60 Sekunden

     
    Jede Schülerin, jeder Schüler teilt eine DIN A 4 Seite in drei Spalten auf. Die erste Spalte enthält die Frage: Was hast Du heute gemocht (“ell”). Die zweite Spalte gibt Auskunft über “Ich habe da eine Frage zu meiner Arbeit (“A sk”) und die dritte Spalte fragt nach einem Verbesserungsvorschlag für die nächste Stunde G ive). Die Fragen sind innerhalb von 60 Sekunden zu beantworten. Die Lehrkraft lädt anschließend zwei – drei SuS ein, deren Feedback vorzutragen. Ansosnten sammelt die Lehrkraft die DIN A 4 Blätter ein und wertet sie nach dem Unterricht aus. Zu Beginn der nächsten Stunde schildert sie kurz ihre Eindrücke bzw. Schlussfolgerungen. Die Methode ist im angloamerikanischen Raum sehr beliebt, hier ein Video zur Illustration des Verfahrens.

    5-Finger-Methode

     
    Mit dieser Methode wird gemeinsam mit den Schülern der Unterricht reflektiert. Die Satzanfänge

    • Kleiner Finger: Mir ist zu kurz gekommen … Zu wenig bearbeitet wurde …
    • Ringfinger: Ich bin zufriedenmit… Gut war …
    • Mittelfinger: Gar nicht gefallen hat mir…Mehr Wert sollte gelegt werden auf …
    • Zeigefinger: Diesen Hinweis habe ich erhalten…Eine gute Idee war…
    • Daumen: Ich fand gut … Tolle Sache …

    dienen als Gesprächsimpulse und die dargestellten Finger animieren zu kritischen Äußerungen des vorangegangenen Unterrichts. Die »5-Finger-Rückmeldung « ist eine originelle Alternative zu anderen schriftlichen Feedback- Methoden. Schüler und auch die Lehrkraft haben Gelegenheit, auf anschauliche Art und Weise positive und negative Kritik zu äußern. Einzelne Aspekte des Unterrichts können gemeinsam begutachtet werden. Der Lehrkraft hilft diese Methode, aus den differenzierten Schüleräußerungen Rückschlüsse auf ihren Unterricht zu ziehen und diese Informationen für ihre weitere Planung zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler äußern nicht nur Kritik, sondern übernehmen ebenfalls so auch Verantwortung für ihr eigenes zukünftiges Lernen. Hier ein Beispiel aus dem Twitterorbit mit einem Tipp zur LehrerInnengesundheit

    Zielscheibe

     
    Zur inhaltlichen Füllung wird eine Zielscheibe in Tortenstücke aufgeteilt, die Stücke werden benannt (siehe Beispiel_1, Beispiel_2) und die Schüler setzen ihren Punkt auf einer Skala – abgebildet durch Ringe von »stimmt nicht, stimmt eher nicht, stimmt eher bis stimmt genau«. Auf Grundlage der Bepunktung erfolgt das gemeinsame Nachdenken über das Ergebnis und eventuelle Veränderungen oder Maßnahmen. Lehrer(innen) und Schüler(innen) stehen dabei gleichermaßen in der Verantwortung, weil alles, was sich im Kontext von Unterricht positiv entwickeln soll, ein gemeinsamer Prozess ist, der von allen getragen werden sollte. Für die Schüler(innen) öffnet sich durch Feedbackverfahren ein Gestaltungsspielraum, der die Identifikation mit der Unterrichtssituation erhöht und der Entwicklung von Problemen entgegenwirken kann. Wichtig bei allen Feedbackverfahren ist die zeitnahe Auswertung und Rückmeldung der Ergebnisse an die Lerngruppe. Bei einer Zielscheibe, die von allen Lernenden bepunktet wurde, liegt diese sofort nach der Rückmeldung vor.

    ... und sonst

    Feedback-Instrumente zur Steuerung und Bilanzierung von Prozessen – Mit Kopiervorlagen, Broschüre der Hessischen Lehrkräfteakademie

    Materialien für Feedback und Feedforward Unterricht von Lernwerkstatt.digital

    Strukturiertes Blitzlicht mit Raumaufstellung, Blogbeitrag von Nele Hirsch (@ebildungslabor)

    Stuhlkreis mit check-in und check-out, Fragen zur Teamarbeit, Kontroversen, ja/nein und Freitext-Funktion für eigene Statements. Wenn man im Freitext Fragen eingibt, werden ausschließlich diese gelost. Bisher werden die Fragen nicht vermischt.

    Feedbackmethoden (digital)

    Quelle: @HPoelert

    bittefeedback

    Mit BitteFeedback.de kann man einfach und unkompliziert Feedback geben oder erfragen. Wenn man eine Umfrage erstellt hat, erhält man auf der letzten Seite (nach Eingabe der gewünschten Fragen) sowohl den Link zum Teilen mit den TN, als auch den Link, unter dem dann später die Ergebnisse abrufbar sein werden. Diesen Link muss man sich abspeichern, um später auf die Ergebnisse zugreifen zu können. Man kann selbst entscheiden, mit wem man den Link teilen möchte.
    • Einfache Benutzerführung.
    • Es werden keine persönlichen Daten erhoben.
    • Eine Registrierung ist nicht erforderlich. 
    • Es gibt lediglich zwei Antwortformate: Bewertung durch bis zu fünf Sternen, Eingabe von Text. Für viele Feedbackfragestellungen reichen diese Formate in der Regel.
    • Nur im Webinterface aufrufbar.
  • Alle Eintragungen werden nach 14 Tagen gelöscht. Nähere Informationen findest Du im Impressum und den Hinweisen zum Datenschutz
  • Mentimeter

    Mit dem in der Schulwelt sehr verbreiteten,  webbasierten Tool Mentimeter lassen sich schnell anonyme Umfragen erstellen. Mit ihm lassen sich ohne viel Aufwand Einzel- und Multiple Choice- Fragen erstellen. Außerdem sind freie Antwortformate in Textform möglich. Die Auswertung gestaltet sich in diesem Fall als Wortwolke.

    • Fragen lassen sich schnell generieren
    • Viele unterschiedliche Fragetypen: Neben Multiple Choice, offenen Fragen, auch Bewertung auf einer Skala (100 Punkte, die entsprechend der Anzahl der Items diese Obergrenze rechnerisch berücksichtigt!)
    • Videoeinbettung (allerdings nur in Google Chrome)
    • Keine Begrenzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
    • sehr einfach in der Bedienung
    • Vorlagen helfen bei der Erstellung des Feedbacks 
    • keine App notwendig, da im Browser nutzbar 
    • kostenlose Standard-Version, die sehr viele Funktionalitäten aufweist
    • Englischsprachige Benutzerführung
    • Es können in der kostenfreien Variante nur maximal zwei Fragen gestellt werden.

    Oncoo

    Oncoo ist ein digitaler Werkzeugkasten zur Strukturierung von einigen Methoden im Unterricht. Unterstützt werden bisher eine digitale Kartenabfrage, ein Helfersystem, ein Lerntempoduett, Placemat sowie eine Zielscheibe zur Meinungsumfrage.

    • Die meisten Tools sind auch auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schüler: Nach der Auswahl eines Werkzeuges wird ein einmaliger Code erstellt, der die Anwender entsprechend zuordnet.
    • Nutzungsstatistik und Feedbacksystem
    • Keine Apps für iOS, Android

    Classroomscreen

    ExitPoll ist ein digitales Werkzeug, um ein schnelles Feedback zu einer zentralen Frage zu erhalten. Zum einen können SuS zu Beginn der Stunde auf die Frage vorbereitet werden (summative Abfrage) oder während es Unterrichtsprozesses, um eine ganz schnelle Einschätzung zu erhalten (formative Abfrage).

    • Das Tools ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Keine Registrierung oder Installation, weder für Lehrkräfte noch für Schülerinnen und Schüler.
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Nur quantitative Rückmeldung. Für eine qualitative Einschätzung benötigt es ein anschließendes Gespräch im Plenum. Vielfach wird der ExitPoll am Ende der Stunde durchgeführt. Dann kann der Abstand zur nächsten Unterrichtsstunde möglicherweise zu groß geworden sein.

    Edkimo

    Edkimo ist eine digitale Kommunikationsplattform, die Feedback, Partizipation und Evaluation im Lernprozess ermöglicht. Mit Edkimo können Lehrkräfte, Schulen und Bildungseinrichtungen mühelos ein konstruktives und anonymes Feedback der Lerngruppe und des Kollegiums einholen, auswerten und besprechen. Diese Rückmeldungen fließen unmittelbar in Partizipations- und Evaluationsprozesse ein und können direkt für die Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt werden, so die Einführung des Anbieters

    • Das Tool ist auf allen Endgeräten (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) nutzbar.
    • Apps für iOS, Android
    • Sofortige Auswertung und Darstellung der Rückmeldung
    • Entwickler / Gründer ist Lehrer an einer Berliner Schule.
    • Nur für einige Bundesländer kostenfrei.

    ... und sonst

    Tipps aus den sozialen Netzwerken:

    fiete.ai, 

    onlinequestions.org, Online-Tool für anonyme Fragen in Vorlesungen und Vorträgenein KI- gestütztes Tool. Wird zurzeit auf Basis von Testlizenzen erprobt.

    Feedback geben neu gedacht, YT-Video stellt das Tool hyfee.de vor, vom Kreismedienzentrum Zollernlabkreis

    Sehr aussagekräftiges Übersichtsbild gängiger Feedbackmethoden von @digitaltapasbar

    Mit dem Umfrage-Tool PINGO den Unterricht interaktiv gestalten | bpb

    Feedback im Hybridunterricht

    Feedbacktools für den Unterricht, von T. Traub

    Übersicht einiger Feedbacktools von DigiBitS

    Particify von André Jordan (@aj@machteburch.social)

    Lerntools Empfehlung von von Pjotr@pw@bildung.social, @gerhardbeck@bildung.social

    Glücksrad von @an_annago

    AMCS  von @michael_kobel

    Zusammenfassung und Ausblick

    Sie haben drei Kompetenzmodelle kennen gelernt. Nimmt man das Constructive Alignment Modell hinzu, sind es sogar vier. Alle zeichnen sich durch klare Lernziele, durch Transparenz und durch individuelles Fördern und Fordern aus. Ich habe eingangs eine Reflexionsfrage gestellt. Jetzt modifiziere ich sie wie folgt:

    Reflexionsfragen:

    • Welches Unterrichtsmodell hat Sie als Lehrer am meisten überzeugt? Sind es die Phasen, die dem Unterricht eine klare Struktur geben? Oder ist es die Art und Weise, wie man den Unterricht gestalten und durchführen kann? Oder waren es die verschiedenen Möglichkeiten, wie die Ergebnisse aussehen können? Oder sind Sie davon überzeugt, dass diese Modelle Ihnen eher die Möglichkeit geben, in die Rolle des Lernenden zu schlüpfen?

    Ganz aktuell: Nele Hirsch berichtete vor kurzem über ein innovatives Projekt an der Grundschule ihrer Tochter. Sie schreibt auf 🦣 :

    Meine Tochter lernt im Bildungshaus Riesenklein . In den nächsten Monaten wird sie dort zum Abschluss der Grundschule ein Forschungsprojekt zu einem selbst gewählten Thema durchführen. Weil ihr das so viel Freude macht, sie zu Hause so viel davon erzählt und wir beide es toll fänden, wenn so ein forschendes und selbstbestimmtes Lernen noch für viel mehr Kindern möglich wäre, haben wir uns überlegt, gemeinsam ein kleines Podcast-Projekt dazu zu starten. Wer also ein konkretes Beispiel für forschendes Lernen aus Sicht der Lernenden kennenlernen, mitverfolgen und vielleicht auch bei sich umsetzen möchte, der schaut auf der Website rika-forscht.de vorbei. Die erste Folge ist bereits online. Folge 2 folgt am Wochenende.

    Tolle Idee, oder? 💪😎

     

    Ausblick Hybride Lernräume (Teil 3)

    Zurück zu Gallin: Dialogisches Lernen kann in verschiedenen Kontexten und für verschiedene Altersgruppen eingesetzt werden. Es fördert nicht nur das Verständnis des Lehrstoffes, sondern auch die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und kritischem Denken bei den Schülern. Eine Universitätsstudie hat sich kürzlich mit diesem Konzept beschäftigt, auch und vor allem mit Blick auf hybride Umsetzungen.

    Und auf >>hybride<< Unterrichtsszenarien werde ich im nächsten Teil eingehen. Was die Kompetenzmodelle durchgängig auszeichnet: Sie unterstützen auch lernstarke Schülerinnen und Schüler mit einem entsprechenden Forderangebot. Denn diese Gruppe kommt – mit Verlaub – nach unseren Schulinspektionsbeobachtungen oft zu kurz. In der nächsten Woche lesen Sie zum Einstieg die Aussagen eines leistungsstarken Schülers. Sie sollen Sie, resp. das pädagogische Personal zum Nachdenken über geeignete Bildungsangebote anregen. Und Sie werden evidenzbasierte Überlegungen zur Umsetzung eines geeigneten hybriden Unterrichtsansatzes kennenlernen …

     

    stay tuned

     

    Update (18.02.2024): AI COMP – Future Skills für eine durch KI geprägte Lebenswelt (PPP einer Veranstaltung von DHBW, KI-Campus und next-education)

     

    Disclaimer: Einzelne Abschnitte dieses Textes wurden mit der Unterstützung von ChatGPT geschrieben

    Wenn Sie einen fragegeleiteten Gedankenaustausch wünschen: Ich biete zum Jahreswechsel einen digitalen Gedankenaustausch an. Melden Sie sich gerne schon jetzt per E-Mail an.

     

    Bildnachweis: Appcamps @🦣

    LernMIT (1) – Einführung

    Wie kann ein mediengestützter Unterricht aussehen, den möglichst alle Schülerinnen und Schüler gerne und erfolgreich besuchen – ein Unterricht, der wesentlich dazu beiträgt, Kompetenzen zu erwerben, um die Herausforderungen in Schule, Privat- und Berufsleben verantwortungsvoll zu bewältigen und das Gemeinwesen mitzugestalten?

    Die Frage nach dem adäquaten Einsatz neuer Medien stellte sich mir zu Beginn des Schuljahres 2004/2005. Die Erfahrungen bei Schulen ans Netz (SaN e.V.), die vielen Berichte aus den Schulen machten mir damals klar, dass ich mit einem schulbuchorientierten Ansatz nicht sehr weit kommen würde. Als Konsequenz habe ich meinen Unterricht kompetenzorientiert umgestaltet, ein schulinternes Lernmanagementsystem (lo-net2) aufgebaut und je nach Anforderungsprofil mit Apps & Tools ergänzt. Das alles nie im Alleingang, sondern im Sinne der Schulentwicklung immer in Abstimmung mit der Schulleitung, der Steuergruppe und dem pädagogischen Personal. Und langfristig angelegt.

    Fast 20 Jahre später …

    Ähnlich erging es vielen Lehrkräften während der Corona-Krise. Ermöglicht durch den Digitalpakt wurden in vielen Schulen erhebliche Investitionen angestoßen. Dennoch sind auch Rückschritte zu beobachten. In den skandinavischen Ländern (z.B. Schweden) überlegen die Schulen, wie sie den Digitalisierungsgrad wieder zurückdrehen können. [1]https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2-impuls-20231120-1605-01-schweden-viele-schulen-kehren-zurueck-zu-heft-und-buch-102.html

    Auch hierzulande macht sich großer Frust breit, wie der nach den Herbstferien abgesetzte Post des sehr engagierten Kollegen Jan Vedder aus Niedersachsen zeigt:

     

    Den Kommentaren nach zu urteilen, denken nur vereinzelt Fachschaften darüber nach, wie ein digital gestützter Unterricht gelingen kann?!

    Die in meinen Praxisbänden niedergelegten Überlegungen zu Theorie und Praxis gelingender Medienarbeit unterziehe ich nun einem Update. Mit Hilfe von (auch neuen) Publikationen zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und einem – gerade durch die Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) – veränderten Blick auf gelingende Praxis in Schule und Kommune. Denn mit der Einführung von Werkzeugen rund um KI bahnt sich zweifellos eine Transformation, wenn nicht mehr, an.

    In den nächsten fünf Wochen werde ich die Bildungsforschung zu Wort kommen lassen, daraus abgeleitete Unterrichtsmodelle und mögliche Evaluationsdesigns vorstellen sowie Anregungen für die schulische Umsetzung geben. In Anlehnung an die Struktur meiner Praxisbände werde ich dabei

    • in der Unterrichtsentwicklung auf digital gestützte Lehr-Lernkonzepte,
    • bei der Schulentwicklung auf Strategien und Verfahren und
    • auf der Anwendungsseite auf Überlegungen zum adäquaten Einsatz von Apps & Tools

    eingehen.

    Darüber hinaus plane ich eine ergänzende Plattform (LernMIT), die meine umfangreichen Themenseiten auf eine Art „Kerncurriculum“ reduzieren soll, so wie oben im Bild angedeutet: LernMIT als Kern in der Mitte und die anderen Plattformen darum herum. Als additive Lehr-Lernangebote. Und schließlich biete ich Anfang Januar einen Austausch mit der Möglichkeit zur Vernetzung an. Denn darum geht es mir: Nicht alleine vor den Herausforderungen zu stehen. Sich zu vernetzen. Denn: Caring is sharing.

    KI in der Schule

    Zuerst rolle ich das Feld von hinten auf, über die Anwendungsseite. Genauer gesagt, über die KI. Denn wie der Post von Jan Vedder schon andeutet, macht sich bei innovativen Lehrerinnen und Lehrern Frustration breit. Andere bleiben eher verunsichert in der Diskussion um KI zurück.

    Für einen ersten Einstieg in das Thema, auch um einen gleichen Kenntnisstand bei meinen Lesern zu erreichen, empfehle ich Ihnen zwei Videobeiträge aus der Praxis. Obwohl aus dem universitären Umfeld kommend, plädiert Prof.’in Weßels für eine verbindliche Auseinandersetzung mit dem Thema auch im Rahmen der schulischen Ausbildung und empfiehlt zunächst die Umsetzung von 4A:

    • Aufklären: Fortbildungsveranstaltung organisieren oder besuchen
    • Ausprobieren: Allein und/oder mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich
    • Akzeptieren: Wer denkt: „Auch dieser Kelch geht an mir vorüber“, dem sei gesagt: Dieser definitiv nicht. Die bisherigen Entwicklungen sind unumkehrbar und werden sich rasant fortsetzen.
    • Aktiv: Das eigene Erleben, das Mitdiskutieren, das Einflussnehmen auf die Entwicklungen sorgen für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema.

    Prof.’in Weßels gab kürzlich zum Auftakt eines Themenspecials einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen im Bereich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz: Welche Themen sind zentral und welche Veränderungen haben sich bereits ergeben?

    Die zweite Empfehlung kommt von Hauke Pölert. Er ist Lehrer (Spanisch & Geschichte), Oberstufenkoordinator, Schulentwickler und Fortbildner und geht in seinem ca. 20-minütigen Beitrag auf Fragen rund um ChatGPT & KI in Schule und Unterricht ein. Anlässlich einer Rotary Lehrerpreisverleihung steurte er den Festvortrag zum aktuellen Thema “Wie KI die Schule verändern kann” bei. Es sind kleine Einblicke in ein großes Thema, die dennoch einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge in Schule und Unterricht geben.

     

    Die KI-Expertin Prof. Dr. Doris Weßels (FH Kiel) gibt einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen im Bereich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre: Welche Themen sind zentral und welche Veränderungen hat es bereits gegeben? (YT ab ca. 6:00)

    Beim im Video als „custom ChatGPT“ (aka Lernbot) vorgestellten Tool handelt es sich um Poe

     

    20-minütigen Beitrag auf Fragen zum aktuellen Thema “Wie KI die Schule verändern kann” beisteuern. Es sind kleine Einblicke in ein großes Thema, die dennoch einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge in Schule und Unterricht geben. Vorgestellte Tools:

    Und noch eine dritte Empfehlung, auch um deutlich zu machen: KI ist viel mehr als ChatGPT & Co. Und auch, um die Perspektive zu wechseln: Wie schätzen Schülerinnen und Schüler das Potenzial ein und vor allem: Wie nutzen sie es tatsächlich? Aus aktuellem Anlass empfehle ich den Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz 2023. Sie werden viele kreative, motivierte und natürlich glückliche und jubelnde Jugendliche „treffen“:

     

     

    Und ja, hier wird sich eine neue ✂️ entwickeln, wenn die Kultusministerien und Schulträger nicht gegensteuern. Denn die in den Videos angedeuteten Möglichkeiten gibt es nicht zum Nulltarif. Immerhin: Die Kultusministerien von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen ihren Schulen den kostenlosen Zugang. Andere Schulen sind derzeit auf Mäzene, Spender und Fördervereine angewiesen.

    LernMIT aus Sicht der KI

    Auch ich werde die KI-Tools von Zeit zu Zeit nutzen, entweder selbst oder über andere Kolleginnen und Kollegen. Tim Kantereit, bekannt von Edutwitter, hat ChatGPT/Dalle gefragt, was den traditionellen Unterricht vom modernen Unterricht unterscheidet. Hier das Ergebnis:

    Noch einmal zum Verständnis: Generative KIs entwickeln ihre Darstellungsleistung auf der Basis der ihnen zur Verfügung stehenden Daten, d.h. wie digitaler Unterricht in der Öffentlichkeit, in online zugänglichen Publikationen, in Blogbeiträgen und vor allem in den sozialen Medien dargestellt wird. Offensichtlich wird digitaler Unterricht in der Öffentlichkeit als „traditionell + Computer“ wahrgenommen.

    Eine Modifikation von Jan (@hartificial.de), die mit Hilfe bestimmter Prompts generiert wurde, zeigt, wie die „Sichtweisen“ von Bots verändert werden können. Er schreibt dazu: Ich habe auch schon festgestellt, dass KI eine Tendenz zum Frontalunterricht hat. Es ist aber auch eine Frage des Prompts/der Konversation. ChatGPT kann das auch besser. Und hier ist das Ergebnis:

    Noch einmal zurück zum Ausgangspost von Jan Vedder. Anna Do hat einmal auf Bluesky reingehört

    Spiegel-Online berichtet heute über eine Auswertung des KI-Anbieters Fobizz. Demnach wird das Tool nach einer Analyse von 25.000 (!!) virtuellen Klassenzimmern im Deutschunterricht (25 Prozent) eingesetzt, gefolgt von Englisch (13 Prozent), Biologie (11), Sozialkunde (10) und Geschichte (9 Prozent). In Deutsch unterstützt KI laut Fobizz vor allem beim Schreiben von Aufsätzen, macht Verbesserungs- oder Interpretationsvorschläge oder hilft beim Verstehen von Metaphern. Insgesamt zeigt sich, dass KI-Tools häufig für unterstützende Aufgaben wie das Generieren oder Beantworten von Fragen oder das Bearbeiten von Texten und Bildern eingesetzt werden. Die meisten Nutzerinnen und Nutzer der Fobizz-KI-Assistenz sind mit 30 Prozent an Gymnasien zu finden, ein Fünftel kommt aus der beruflichen Weiterbildung, zwölf Prozent entfallen auf Gesamtschulen, acht Prozent auf Grundschulen. Bisher nutzen vor allem technikaffine Lehrkräfte das Angebot. Zunehmend werden aber auch andere Lehrkräfte erreicht, da sie spürbar entlastet werden.[2]https://www.spiegel.de/panorama/bildung/chatgpt-im-unterricht-so-nutzen-lehrkraefte-die-ki-a-10669546-a1a0-49d1-915b-27beae9962fc

    Reflexionsfragen:

    • Wo und wie sehen Sie sich in Bezug auf den Technologieeinsatz im Allgemeinen (LernMIT) und KI in der Schule im Besonderen?
    •  Welche Einstellung hat die überwiegende Mehrheit Ihres Kollegiums, bzgl. LernMIT und KI in der Schule?

    Nächste Woche geht es weiter. Wie angekündigt mit der Einbeziehung evidenzbasierter Ergebnisse. Zunächst stelle ich einige Überlegungen von Prof. Zierer (Hattie 2.0, 2023) und Prof. em. Rolff (Komprehensive Bildungsreform, 2023) vor, leite über zu einem universitären Lehr-Lernkonzept, das sich in der universitären Lehre immer mehr verbreitet: Constructive Alignment. Dieses Modell wird uns in modifizierter Form wieder begegnen, wenn ich anschließend auf mögliche schulische Lehr-Lernkonzepte eingehe.

     

    … Stay tuned …

    Informatik@KI

    Während meiner Tätigkeit bei Schulen ans Netz (1996 – 2001) hatte ich das große Vergnügen, mit der Computerzeitschrift c’t zusammenzuarbeiten. Damals ging es vor allem um die Implementierung von Netzwerklösungen, hier mit dem Betriebssystem Linux. Immer wieder haben uns Redakteure zur Seite gestanden, um auch diese Variante zu berücksichtigen.

    Blick in die Blackbox

    Seit dem Start des Digitalpakts berichtet die c’t in regelmäßigen Abständen über Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien und stellt Tipps und Tricks vor. In der heute erscheinenden Ausgabe 24 findet sich nun ein Artikel, der sich mit der Einführung von KI in den ersten beiden Schuljahren der Sekundarstufe I beschäftigt. Hintergrund ist der vor zwei Jahren in NRW in Kraft getretene Kernlehrplan (KLP) für das Pflichtfach Informatik in den Klassen 5 und 6, der das Themenfeld „Künstliche Intelligenz“ vorschreibt. Die Schüler:innen sollen Kompetenzen im Bereich des maschinellen Lernens mit Entscheidungsbäumen und – am Gymnasium – auch mit neuronalen Netzen erwerben.

    Eine speziell für jüngere Schüler entwickelte Unterrichtsreihe vermittelt im Rahmen eines Modellversuchs Grundlagenwissen über künstliche Intelligenz und neuronale Netze. Die c’t fasst die Unterrichtsreihe wie folgt zusammen

    • Weil KI in immer mehr Bereichen des Alltags eine Rolle spielt, sind grundlegende Kenntnisse und eine Entmystifizierung der Technik wichtig.
    • In einer altersgerechten Programmier- und Experimentierumgebung können Schüler der Klasse 6 erste Erfahrungen mit neuronalen Netzen sammeln.
    • Wir stellen ein Projekt vor, das Schülern in acht Schulstunden ein grundlegendes Verständnis für KI-Systeme vermittelt.

    Dafür ist lediglich eine frei zugängliche Webanwendung nötig, die sich auch daheim im Browser nutzen lässt:

    Programmierung von Künstlichen Neuronalen Netzen mit Open Roberta xNN. Diese Folien bieten einen ersten Einstieg in die Programmierung eigener Künstlicher Neuronaler Netze mit dem Open Roberta Lab.

    Für einen tieferen Einblick in die Unterrichtsansätze, empfehle ich den redaktionellen Beitrag (€):

     

    1, 2, 3, Erfolgserlebnis

    Und wenn ich schon dabei bin. In der Ausgabe 22 stellt die Redaktion eine weitere Anwendung vor: Den Calliope mini. Ursprünglich war der kleine Mikrocontroller für die Grundschule gedacht. Er eignet sich aber auch sehr gut für den Unterricht ab Klasse 5, wie die Beispiele in den skizzierten Unterrichtseinheiten zeigen. Auch hier die Zusammenfassung in der c’t:

    • Mit dem Calliope mini und Block-Coding haben die meisten Schüler Spaß am Programmieren. Anspruchsvolle Aufgaben fördern und fordern auch begabte Schüler.
    • Bewährt hat sich eine Kombination aus Open Roberta Lab als Programmierumgebung und vorgegebenen Programmablaufplänen, deren Farben sich am Farbschema der Blockbefehle im Lab orientieren.
    • Am besten beginnt man mit einer überschaubaren Aufgabe und variiert diese immer wieder mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad, wie im Artikel dargestellt.

    Eine umfangreiche Linkliste ergänzt den Beitrag, etwa:

    Für einen tieferen Einblick in die Unterrichtsansätze, empfehle ich auch hier den redaktionellen Beitrag (€):

    Wer mehr Ideen sucht …

    Ich habe beim Aufbau dieser Plattform eine Themenseite erstellt und immer wieder ergänzt. Ist dadurch ein wenig unübersichtlich geworden und doch wird man schnell fündig, denke ich …

    coding

    Und schließlich diese in unserem Bildungsbereich kaum vorstellbare Umsetzung eines Lehr- und Lernkonzeptes der öffentlichen (!!) Agora-Schule aus den NL:

    … Stay tuned …

     

     

    Bildnachweis: Alexandra Koch @pixabay

    Buch- und Lesetipps 3. Quartal 2023

    Auch in diesem dritten Quartal des Jahres sind eine Reihe von Veröffentlichungen entstanden, die sich mit dem Thema Schule in der digitalen Welt unter verschiedenen Gesichtspunkten beschäftigen. Online wie Print, #OpenAccess wie #OER. Die Auswahl richtet sich an diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung von Lernkultur interessieren, insbesondere an:

    • Schulleitung,
    • Lehrkräfte,
    • Hochschullehrende und last but not least:
    • Bildungspolitiker*innen.

    Schule in der digitalen Welt: Unterricht

     

     

    Schule in der digitalen Welt: Broschüren

     

    Im Rahmen unseres MuLa-Projekts haben wir gemeinsam mit dem Referat für Bildung und Sport diese Praxis-Impulse gesammelt und für die Kitas aufbereitet.
    Die Schwerpunkte der Praxisimpulse bilden Natur und Umwelt, Vielfalt, Medien verstehen sowie Sprechen und (Zu-)Hören.

    Als Überschrift für die erste Ausgabe unserer Ausschreibung haben wir das Motto „Kooperation!“ gewählt. Denn die Zusammenarbeit von Schule mit externen Partner:innen, die kluge Verzahnung von Unterricht und außerschulischen Angeboten sind ein wichtiger Schlüssel für gute MINT-Bildung. Die ausgezeichneten Praxisbeispiele aus ganz Deutschland zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie Zusammenarbeit gelingen und welcher Mehrwert daraus entstehen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Und dass es ohne Koordinatorinnen und Koordinatoren als Motor nicht geht. Aber lesen Sie selbst.

    Das Bündnis für Bildung e.V. präsentiert den neuen Leitfaden zur Beschaffung von Schülergeräten, der Schulen und Schulträgern dabei helfen soll, die Bildung in der digitalen Welt voranzutreiben. Angesichts des DigitalPakt Schule, der in erster Linie die Finanzierung digitaler Netzwerkinfrastrukturen unterstützt, ist es von großer Bedeutung, mobile Endgeräte im schulischen Kontext optimal nutzen zu können.

    Eine 1:1-Ausstattung der Schüler/innen mit Endgeräten ist nicht nur empfehlenswert, sondern sollte als Grundvoraussetzung für die Umsetzung zeitgemäßer Lernformen wie erforschendes und multimediales Lernen betrachtet werden. Um den unterschiedlichen digitalen Voraussetzungen an Schulen gerecht zu werden, hat das Bündnis für Bildung e.V. in Zusammenarbeit mit Experten aus Wirtschaft, Kommunen und Schulträgern einen praxisnahen Leitfaden entwickelt. Der Leitfaden richtet sich an Schulträger und kommunale Körperschaften und soll dabei unterstützen, bestehende Hürden bei der Beschaffung von Schülergeräten abzubauen.

    Der Leitfaden wurde in der Arbeitsgruppe Schülergeräte des Bündnis für Bildung e.V. entwickelt und bietet ein Nachschlagewerk für die Praxis, um Transformationsprozesse zu erleichtern.

    Darf ich meinen Unterricht aufzeichen? Wem gehören die Rechte an meinem Aufsatz? Und wie war das nochmal mit dem Zitatrecht? In Schule und Wissenschaft stellen sich vielfältige Fragen rund ums Urheberrecht. Zwei neue Handreichungen des BMBF helfen mit leicht verständlichen und praxisnahen Antworten, konzipiert und erarbeitet von Till Kreutzer und Georg Fischer.

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: E-Book

     

    Dürren, Waldbrände, Überschwemmungen – die Klimakrise ist in vollem Gange. Trotz der vollkommenen Offensichtlichkeit dieser existenziellen Bedrohung blühen die Mythen rund um das Thema: Die Daten würden gefälscht, die Bevölkerung hinters Licht geführt, alle Maßnahmen gegen die Klimakrise seien in Wahrheit nur Teil des „großen Plans der unsichtbaren Eliten“.

    Wie kann man Schüler:innen dabei unterstützen zu aktiven Gestalter:innen ihres Lernens zu werden, im Team tief in eine Thematik einzutauchen und ko-kreativ eigene Lernpfade zu beschreiten? Die Deeper Learning-Pädagogik bietet solch ein Lernen mit Tiefgang. Dieses Workbook hilft Lehrkräften und Pädagogi:innen als Prozessbegleiter dabei das Konzept des Deeper Learning umzusetzen und tiefenwirksame Unterrichtseinheiten zu entwickeln. Es enthält dazu wertvolle Materialien, Ideen und praktische Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit den Deeper Learning-Schulnetzwerken.

    Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

     

    Habe vor fast drei Jahren ein kollaborativ entstandenes Buch zu SCRUM vorgestellt. Nun ist die 2. Auflage herausgegeben worden! E-Book wie immer kostenfrei!

     

     

    Lehrkräfteaus-, -fort und -weiterbildung

     

    Lehrkräfte mit hoher Selbstwirksamkeit vertrauen ihren eigenen Fähigkeiten und treten Herausforderungen mit Zuversicht entgegen. Sie berichten außerdem von einer höheren Berufszufriedenheit und weniger Belastungssymptomen als Lehrkräfte mit niedrigerer Selbstwirksamkeit. Doch lässt sich die Selbstwirksamkeit von Lehrkräften auch fördern? Wie sehen konkrete Förderansätze aus? Und was ist im Schulalltag umsetzbar? Diesen und weiteren Fragen geht dieses Themenheft auf den Grund.

    Im Rahmen des Projektes „Communities of Practice NRW für eine innovative Lehrkräftebildung“ mit Fokus auf die digitalisierungsbezogenen Kompetenzen von Lehrpersonen wurde in der CoP-MINT für das Fach Chemie das „Netzwerk digitalisierter Chemieunterricht (NeDiChe)“ gegründet. Das Netzwerk soll Akteur*innen aller drei Phasen der Lehrkräftebildung die Möglichkeit der Vernetzung, des gegenseitigen Austauschs und des Voneinanderlernens bieten. 

    Der vorliegende Band liefert zum Download und der offline-Nutzung alle Beiträge des Jahres 2021 sowie zusätzlich im Anhang Ergänzungen und Konkretisierungen von vorgestellten digitalen Ressourcen.

    Online-basierte Lehre ist mehr als nur ein Ersatz für physische Lehre und beschränkt sich nicht bloß auf das Streamen von Vorlesungen. Doch welche weiteren digitalen Konzepte gibt es überhaupt? Und inwieweit sind sie in den verschiedenen Wissenschaftsgebieten sinnvoll anwendbar? Diesen und vielen weiteren Fragen geht das neue Arbeitspapier „Code statt Kreide“ von Dr. Tina Classen nach. Inbegriffen sind 20 inspirierende Lehrkonzepte für das digitale Zeitalter – fein sortiert nach Wissenschaftsgebiet, erfolgreich erprobt und gerade auch von Seiten Studierender für gut befunden. Die vorgestellten Ideen zeigen, dass Digitalisierung kein schicksalhafter Zwang ist, sondern die Möglichkeit bietet, Hochschullere innovativ und smart zu gestalten. 

    Am 16. und 17. 2. 23 fand zum zwölften Mal die Konferenz Inverted Classroom and Beyond statt, diesmal an der Fachhochschule Graubünden in Chur. Diese Veranstaltung ist mittlerweile ein nicht wegzudenkender Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Inverted Classrooms Modells sowie von innovativer Hochschuldidaktik im deutschen Sprachraum. Das ICM Board ist ja schon länger mit Personen aus den drei Nationen des DACH-Raum besetzt, dass wir nun erstmals auch in der Schweiz die Konferenz umsetzen konnten, ist ein schöne Erfolgsgeschichte und ebenso, wie gut diese angenommen wurde: 130 Teilnehmende aus dem deutschsprachigen Raum waren bei einer hoch interaktiven Konferenz dabei.

    Die Konferenz stand unter dem Motto „Agile Didaktik für nachhaltige Entwicklung.“ Das Inverted-Classroom-Modell bietet ein besonderes Potenzial für agile Didaktik seitens der Lehrenden. Da Studierende sich in Selbstlernphasen inhaltlich auf Präsenzphasen vorbereiten, kann dies zur Initiierung von tiefergehenden Lernprozessen genutzt werden. Mehr Interaktion und eine größere Prozessoffenheit ergeben sich. Wie diese gemeinsame Arbeit vor Ort geschickt zielorientiert gestaltet werden kann, dazu bieten Konzepte rund um «Agilität und Bildung» Hilfestellung.

     

    Während traditionelle Nachrichtenmedien in einer tiefen Krise stecken, ist TikTok die am schnellsten wachsende Plattform für Nachrichten. Aber wie genau funktioniert diese Plattform? Wie kann man sie im Kontext politischer Bildungsarbeit einsetzen? Und worauf muss man achten? Das vorliegende Dossier soll eine vertiefende Auseinandersetzung mit TikTok im Kontext von Bildung und Lernen ermöglichen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür aber mit zahlreichen Beispielen und weiterführenden Literaturangaben.

    Ich habe vor einiger Zeit dieses Thema aufgegriffen und immer mal wieder mit Updates versorgt: Wer oder was ist TIKTOK?

    • Humboldt Universität Berlin: Ergebnisse aus Vergleichsarbeiten (VERA) produktiv nutzen: Eine Blended-Learning Fortbildung zur datengestützten Unterrichtsentwicklung

    Ich habe drüben wegen PISA, ifo & Co. immer wieder Werbung für Lernstandserhebungen gemacht. Eben weil sie als externes Instrument eine Rückmeldung über den Leistungsstand in meiner Lerngruppe ermöglichen. Das Das IQB bietet eine blended learning FoBi an.

    Jöran hat einen Moodlekurs mit didaktischen Möglichkeiten in 1. Präsenz-, 2. Distanzunterricht, 3. mit Flipped Classroom und 4. auf organisatorischer Ebene gebastelt. Hauptzielgruppe sind quereingestiegene Lehrkräfte; auch geeignet für alle anderen, so Jöran.

    Über den Link können Sie die Publikationen des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) bestellen. Mit unseren Publikationen bieten wir Ihnen praxisnahe Materialien für Schule und Unterricht an. Das IQSH will Sie damit in Ihrer Arbeit unterstützen und die Impulse für guten Unterricht und Schulentwicklung verstärken.

     

     

    Kultur der Digitalität – Schule in der digitalen Welt: Dissertationen

     

    In diesem Open-Access-Buch wird Schulleitungshandeln im Kontext einer nationalen Reformumsetzung (Neue-Mittelschul-Reform) betrachtet. Dabei fokussiert die Arbeit auf den Ansatz der responsiven Führung. Dieser Zugang hilft, die unterschiedlichen Antwortgeschehen abzubilden, die Schulleiter/-innen entwickeln, wenn sie in ihren Entscheidungen bzw. Schulentwicklungsprozessen auf fremde Ansprüche (z.B. Reformen) reagieren. Insbesondere wird in dem vorliegenden Buch die institutionelle schulische Umwelt mit ihren Anspruchsgruppen in den Blick genommen. Die Analyse stützt sich dabei auf qualitative Befunde, die im Rahmen des Projekts Modellregion Bildung Zillertal entstanden sind. 

     

     

    Schule in der digitalen Welt: Schulleitung

    Eltern stehen vor der Aufgabe, ihre Kinder in einer Welt zu begleiten, die sich rasend schnell verändert und zunehmend komplexer wird. Ihr Denken und Handeln beeinflusst maßgeblich den Werdegang der nächsten Generation. Gleichzeitig wissen wir wenig darüber, wie Mütter und Väter auf Bildung und die berufliche Zukunft ihrer Kinder blicken.

    Mit unserer jährlichen repräsentativen Umfrage wollen wir die Sorgen, Wünsche und Vorstellungen von Eltern sichtbar machen und dazu beitragen, dass sie in der Debatte über zukunftsfähige Bildung Gehör finden.

     

     

     

    Kultur der Digitalität: Open Access 

     

    • Michael Becker-Mrotzek,  Michael Becker-Mrotzek,  Ingrid Gogolin,  Ingrid Gogolin,  Hans-Joachim Roth,  Hans-Joachim Roth,  Petra Stanat,  Petra Stanat (Hrsg.): Grundlagen der sprachlichen Bildung

    Der Band ist das Ergebnis eines mehrjährigen interdisziplinären Diskussionsprozesses der beteiligten Autorinnen und Autoren. Das findet seinen sichtbaren Ausdruck in dem einleitenden Beitrag über Grundlagen der Mehrsprachigkeit, dessen normative Perspektive von allen Beteiligten geteilt wird. Der Band stellt grundlegende Inhalte zur sprachlichen Bildung in der mehrsprachigen Gesellschaft dar und konzentriert sich dabei auf gesicherte Erkenntnisse zu Spracherwerb, Mehrsprachigkeit und sprachlicher Bildung. Damit soll auch Mythen und anderen hinderlichen Überzeugungen begegnet werden. Thematisch widmet sich der Band neben einer historischen Perspektive dem (kindlichen) Spracherwerb und der mehrsprachigen Sprachentwicklung, der sprachlichen Bildung in Institutionen von der Kita über die Schule bis hin zur Erwachsenenbildung sowie forschungsmethodischen Fragen.

    Die UNESCO hat Futures Literacy zur essenziellen Kompetenz des 21. Jahrhunderts erklärt. Jede*r Einzelne soll Strategien zur Bewältigung einer unsicheren Zukunft im Zeichen des Klimawandels entwickeln können. Futures Literacy umfasst die Antizipation und Imagination alternativer Zukünfte, die Akzeptanz von Komple¬xität und ein neues Verständnis unserer Handlungsfähigkeiten, um vorausschauend konkrete Vorstellungen, positive Bilder und kreative Lösungen mitverantwortlich zu ent¬wickeln.

    Was genau ist das: Zukunftsgestaltungskompetenz? Welche Bildungsinhalte fokussieren die gesellschaftlichen Herausforderungen? Wie können die digitalen Umbrüche für die Transformation genutzt werden? Welche kreativen, kulturellen, künstlerischen Praktiken öffnen ökologisches Bewusstsein? Welche modell- und beispielhaften Umsetzungen lassen sich in der schulischen Gegenwart gestalten? Welche didaktischen Konzepte verankern Futures Literacy in der Pädagog*innenbildung?

    Zukunft gestalten – erzählen – denken: Die interdisziplinären Beiträge in diesem Sammelband zeigen nicht nur das breite Spektrum der Aspekte auf, die im Konzept der Futures Literacy gebündelt sind. Sie machen auch deutlich, wie Zukünftebildung konkret in Bildungsprozessen gelingen kann.

    Die vielfältigen Möglichkeiten moderner IT-Systeme bringen drängende ethische Probleme mit sich. Neben der offensichtlichen Frage nach einer moralisch tragbaren Verwendung von Informationstechnologien sind ebenso die Aspekte des Entwerfens, Herstellens und Betreibens derselben entscheidend. Die Beiträge setzen sich mit dem Konfliktpotenzial zwischen Technik und Ethik auseinander, indem sie lebensnahe Fallbeispiele vorstellen und fragenbasiert zur Diskussion einladen. Damit liefern sie eine praktische Herangehensweise zum gemeinsamen Nachdenken über moralische Gebote und ethischen Umgang mit IT-Systemen und ihren Möglichkeiten. Der Band eignet sich damit in hervorragender Weise zum Vermitteln und Erlernen von ethischer Reflexions- und Handlungskompetenz in der Informatik sowie im Umgang mit IT-Technologien überhaupt.

    Ziel des Bandes ist es, aktuelle Forschungsbefunde und Entwicklungslinien für die Weiterentwicklung der Inklusion in schulischen, hochschulischen und außerschulischen Feldern zu präsentieren.

     

    Zu guter Letzt …

    Viele meiner Leserinnen und Leser, Kolleginnen und Kollegen haben mitbekommen, dass ich X (ehemals Twitter) den Rücken gekehrt habe. Ich habe zwei Alternativen vorgestellt:

    Mastodon (update) – Bluesky (Erste Erfahrungen)

    Ihr findet mich also in Zukunft auf Mastodon und Bluesky. Wer regelmäßig auf dem Laufenden bleiben möchte, dem empfehle ich meinen Newsletter. Darin werde ich meine Beiträge auf meinen Plattformen kurz zusammenfassen. Kurzfristige Meldungen kommen in den Ticker auf meiner Landingpage.

     Stay tuned 

    Titelbild: Erik Lindstrom @pixabay

     

    Mastodon (update) – Bluesky (Erste Erfahrungen)

    Lernen im 21. Jahrhundert geschieht in Netzen. Kollaboration, Kooperation, Kreativität und Kritik geschehen im ständigen Austausch. 4K gilt somit auch für uns Lehrkräfte. Wer sich also ernsthaft mit zeitgemäßer (digitaler) Bildung beschäftigen will, baut sich nach und nach ein Persönliches Lernnetzwerk (PLN) auf. Wie wirksam sich das gestalten kann, zeigt meine Themenseite.

    Das ist (leider) Vergangenheit. Seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk suchen wir Edutwitterer eine neue Heimat. Z. B. im Fediverse. Mein letzter Artikel zu Mastodon liegt fast ein Jahr zurück. Nun gibt es Neues zu berichten: Mastodon erfährt ein umfangreiches Update. Und: Bluesky erobert mehr und mehr die (ehemalige) Edutwitter-Szene, wie diese beiden PLNs von zwei in der EDU-Szene wohlbekannten Mitstreiter*innen zeigen: Susanne (@susanneposselt.bsky.social)  und Erik (@erikgrundmann.bsky.social):

      Dezentrales Protokoll

      Sowohl Mastodon als auch Bluesky sind dezentral organisiert. In einem dezentralen Netzwerk gibt es keine zentrale Instanz oder Server, über den alle Verbindungen laufen müssen. Stattdessen sind alle Knoten miteinander verbunden und die Arbeitslast wird auf verschiedene Teams verteilt. Jeder Knoten hat die Kontrolle und kann seine eigenen Regeln aufstellen. Dies macht das Netzwerk skalierbarer, da ein neues Gerät ohne größere Probleme hinzugefügt werden kann. Ein dezentralisiertes Netzwerk ist auch sicherer, da die Informationen nicht direkt über einen zentralen Server laufen, was die Daten gefährden könnte. Stattdessen laufen die Informationen über mehrere verschiedene Punkte.

      Ein Netzwerkprotokoll ermöglicht den Datenaustausch zwischen Computern über ein Netzwerk. Es enthält Regeln, Prozeduren und Definitionen, in welchem Format die Daten übertragen werden sollen und wie sie von der Quelle zum Ziel gelangen.

      In Bezug auf soziale Medien ermöglicht ein dezentrales Protokoll die Speicherung und Verarbeitung auf mehreren Computern (Knoten oder Nodes) anstatt auf einem einzigen zentralen Server. Dadurch können Einzelpersonen und Unternehmen ihre eigenen Anwendungen für soziale Medien erstellen, die mit anderen auf derselben Plattform interagieren können.

      Eine informative Zusammenfassung kommt von Christian Meyer (@chbmeyer)!

      Was es mit Bluesky auf sich hat, dazu später mehr. Zuerst das angekündigte 🐘  …

        Mastodon: Update

        Erste Schritte

         

        Instanz und erste Arbeiten

        Die ersten Überlegungen gelten der Instanz. Ich selbst habe bildung.social gewählt, eben weil ich mich mit Nutzer*innen aus dieser Bubble vernetzen möchte. Eine Alternative kann eine regionale Instanz (Link führt auf eine Openstreetmap) sein, z. B. norden.social, nrw.social. Das hat den Vorteil, dass man schnell auf Beiträge mit Informationen über die Region geführt wird. Die bekommt man natürlich auch via bildung.social, aber dazu muss man Personen aus der Region identifizieren und ihnen folgen. Oder Hashtags identifizieren und folgen. Wer sich noch nicht entscheiden kann/will: Man kann jederzeit die Instanz wechseln, verliert allerdings die eigenen Beiträge, muss die Liste derjenigen, denen man folgt, exportieren und in der neuen Instanz importieren. Die Follower werden automatisch umgebucht, da muss man nichts tun.

        Wie findet man eine Instanz? Eine Übersicht auf deutsche Instanzen findet ihr unter > https://contentnation.net/de/favstarmafia/artikel2 < und wenn ihr ein wenig Hilfe bei der Auswahl benötigt, dann schaut Euch doch einmal dieses kleine Tool hier > https://instances.social/ < an.

        Nun registrieren und dann beginnt die Handarbeit. Denn: Man darf (noch) nicht den Komfort von Twitter & Co. erwarten. Mich hat die Einrichtung an meine damaligen Usenet-Zeiten erinnert.

        Recht schnell umgesetzt ist die eigene Profilbeschreibung. Bitte unbedingt ausfüllen, damit man sich gegenseitig findet. Wer eine eigene Webseite besitzt oder einen Blog betreibt, der nutzt die sogenannten Tabellenfelder. Sie dienen der weiteren Eigenschreibung, etwa zur Linken mit z. B. Mein Blog, Pronouns, … und zur Rechten mit https://…, he/him, … Mit der Verifizierungsoption kann man sich einen ✔️ erzeugen. Einfach den hinterlegten Codeschnipsel in die eigene Webseite einbauen und ggfs. mit einem „display:none“ hinterlegen, dann erhält man schnell einen grünen Hintergrund, wenn man folgendem Tipp von @Linkshaender (aka Armin Hanisch) folgt:

        Zuerst den Code, bei mir: <a rel=”me” style=”display:none” href=”https://bildung.social/@m_drabe”>Mastodon</a> einbetten. Dann das Profil ausfüllen und abspeichern. Offensichtlich überprüft das System in dieser Sekunde den Link und wenn es den Code findet, werden die Tabellenfelder grün hinterlegt.

         

        User*innen 

        Ziel eines sozialen Netzwerks ist natürlich die Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen. Nur wie finden?

        • Dazu kann man ein kostenloses Tool einsetzen, das Benjamin Mamerow in einem Blogbeitrag vorstellt. Oder selektiver: https://www.movetodon.org
        •  Oder händisch die Teilnehmer*innen aus dem #twlz suchen. Viele Edutwitter*innen haben in den letzten Tagen ihren Profilnamen mit der sogenannten Fediverse-Adresse gefüttert. Meine heißt z. B. @m_drabe@bildung.social, Neles lautet  Nele (ebildungslabor@digitalcourage.social) hat zur Suche ein kurzes Video erstellt:

         

         

         

         

        Hashtags einrichten

         

        • Hier empfehle ich zunächst #neuhier und #FediLZ (als das Äquivalent zu #twlz). Bezüglich der Einrichtung hat mich der Tipp von Steffen Voß (@kaffeeringe@social.tchncs.de) weitergebracht. Er schreibt: Im Browser
          • 👉 Einstellungen/Aussehen
          • 👉 Häkchen bei “Fortgeschrittene Benutzeroberfläche benutzen” – Dann sieht es aus wie bei #Tweetdeck, wenn Du das kennst.
          • 👉 Du klickst auf ein Tag
          • 👉 Das öffnet sich in der rechten Spalte. Da klickst Du oben auf die “Einstellungen” und dann auf “Anheften”.
          • 👉 Das macht das Hashtag in einer neuen Spalte auf. Wenn Du da oben auf die Einstellungen klickst, kannst Du weitere Hashtags hinzufügen.

        • Für fachbezogene Beiträge empfehlen sich folgende Hashtags:
          • sprachlich – künstlerisch – sportlich: #deutschEdu #englischEdu #franzoesischEdu #musikEdu #kunstEdu #sportEdu
          • NWT / MINT: #biologieEdu #chemieEdu #informatikEdu #mathematikEdu #physikEdu
          • Gesellschaftswissenschaften: #erdkundeEdu / #geographieEdu #geschichteEdu #sowiEdu #wipoEdu #religionEdu
          • Unterrichts- und Schulentwicklung: #schulleitung
          • Wer nun Posts veröffentlichen möchte, kombiniert die Hashtags mit #FediLZ, also z. B. für Mathe: #mathematikEdu #FediLZ

        Nachrichten schreiben: An wen eigentlich?

        Es gibt vier Optionen. Wird ein Post

        1. Öffentlich (Icon Weltkugel) gestellt, dann ist er für alle lesbar
        2. Ungelistet (Icon: offenes Schloss) gestellt, dann ist er nicht in der öffentlichen Timeline sichtbar
        3. an Folgende (Icon: geschlossenes Schloss) gerichtet, dann ist er nur für diejenigen sichtbar, die mir folgen
        4. Direkt (Icon: Nachricht) verschickt, dann gelangt er nur an diejenigen, die erwähnt werden

        In der metatext App sieht das z. B. so aus:

         

        Apps & Tools

        Ich selbst nutze die Desktopvariante fürs Kommentieren und Schreiben. Weil ich die Spaltendarstellung bevorzuge. Erst recht, wenn ich mehrere Hashtags nebeneinander dargestellt bekommen möchte. Gleichwohl gibt es viele, die für sich andere Varianten gefunden haben und bevorzugen:

        • iOS: metatext, mastoot, toot!, tooot. Empfehlung: IceCubesApp
        • android: mastodon, tusky, toothon, 11t

        Ich setze metatext für die „Benachrichtigungsoption“ ein. Für eine Bearbeitung wechsle ich dann in die Safari-Desktop-Version. So passt das für mich am besten.

        Und noch ein Tipp aus der Szene, nicht nur für Nerds 💪 : Tastaturbefehle

         

        Ein paar Tools für Mastodon:

        Mastothread: Tolles Tool (zumindest für mich) von Ralf Stockmann, gemäß seines Mottos: Compose, Split, Share! – Stitching Ideas into Threads – From Long Reads to Bitesize Posts!

        https://rstockm.github.io/mastothread/

        Quintessence: Finde häufig gepostete Toots meiner Timeline
        quintsns.pianeta.uno/

        Mastodir: Nutzerverzeichnis nach Kategorien
        mastodir.de/

        Mastometrics: Analytics für den Account
        mastometrics.com

        Suche für Toots (mit allen Accounts, die mitmachen)
        tootfinder.ch

        Followgraph: Finde Nutzer, die meinen Followern folgen
        followgraph.vercel.app

        Federike: Füge Nutzer schnell eigenen Listen hinzu
        federike.social/

         Mastoreader: Mit Masto Reader können Sie Mastodon-Themen lesen und weitergeben

        https://mastoreader.io/

        (Micro)Fortbildungen

        Und abschließend noch ein Service für diejenigen, die Fort- und Weiterbildungsaktionen planen (man muss ja das Rad nicht immer neu erfinden, oder?):

         

        Mastodon 4.2

        Der Geschäftsführer und Mitentwickler der Plattform Eugen Rochko hat letzte Woche ein umfangreiches Update vorgestellt. Es gibt viele Neuerungen, die den Einstieg erleichtern sollen. Vor allem die Suchfunktion wurde deutlich erweitert. Rochko in seinem Blog:[1]https://blog.joinmastodon.org/2023/09/mastodon-4.2/

        Während Mastodon weiter wächst, möchten wir sicherstellen, dass wir alles tun, was wir können, um dir zu helfen, dich mit deinen Freunden und deinen Interessen zu verbinden. Vor allem möchten wir dir Funktionen bieten, die es dir erleichtern, dich mit den Menschen zu verbinden, die dir wichtig sind.

        Ich habe das <<#Entdecken>> videografiert. Dabei scrolle ich durch die drei Kategorien Beiträge, Hashtags und Profile.

        In (diesem Update haben wir die Suche überarbeitet. Die Oberfläche für die Suche ist komplett neu und von der App Ivory inspiriert – während du tippst, bietet dir ein Popup-Fenster schnelle Aktionen, wie z. B. direkt zum Hashtag gehen, nur nach Profilen suchen oder beim Schreiben oder Einfügen einer URL, die URL in Mastodon öffnen.

        Auch das habe ich hier videografiert, aus naheliegenden Gründen am Beispiel <<Mastsodon 4.2 Volltextsuche>>).

        Achtung: Um die eigenen Tröts für eine Suche freizugeben, muss man das in den privaten Einstellungen bekannt machen! (siehe im Video ab 0:36)

        Was ich persönlich wichtig finde: Landet man auf einem fremden Server und kann nicht interagieren, weil man nicht eingeloggt ist, bekommt man nun vereinfachte Infos, wie man teilnehmen kann. In der neuen Oberfläche werden Nutzer aufgefordert, die Domain ihres Mastodon-„Zuhauses“ einzugeben, während ihnen während der Eingabe die automatische Vervollständigung angeboten wird, und werden dann zu dem angegebenen Beitrag oder Profil in ihrer angemeldeten Benutzeroberfläche weitergeleitet.

        Damit ist eine weitere wichtige Angriffsfläche von Mastodon abgeräumt. cool

        Update (19.01.2024):

        Trotz 1,5 Mio. aktiver Nutzer*innen pro Monat ist der Kurznachrichtendienst Mastodon eine eher unscheinbare Alternative zu den großen Social-Media-Plattformen. Warum es sich dennoch lohnt, sich damit zu beschäftigen, haben wir Pfarrer Thomas Ebinger gefragt.

        Bluesky: Einführung

        So, und nun zu einer weiteren Plattform, die derzeit starken Zulauf aus der ehemaligen Edutwitter-Szene erfährt. Dass überhaupt immer mehr Kolleginnen und Kollegen den Wechsel (wohin auch immer) in Angriff nehmen, ist sehr zu begrüßen. Meine Motivation X den Rücken zu kehren, liegt vor allem an den beiden Spiegel-Artikeln:

        »Kindesmissbrauchs-Material zu entfernen, ist Priorität Nummer eins«, versprach Elon Musk nach seiner Übernahme von Twitter. Ein Account mit 500.000 Followern, der so etwas gepostet hatte, wurde nun entsperrt.

        US-Rapper Kanye West darf wieder Nachrichten bei dem von Twitter zu X umbenannten Dienst verschicken. Sein Konto war gesperrt worden, nachdem er antisemitische Botschaften verbreitet hatte.

        und an den neuen Datenschutzbestimmungen von X:

        X hat die Datenschutzrichtlinien zum Monatsende (ab 1.10.23) angepasst. Zukünftig sollen biometrische Nutzerdaten und Daten zur beruflichen Laufbahn und Ausbildung gesammelt werden. Interessant ist aber der Unterpunkt 2.1 in den Datenschutzbestimmungen, dort wird auf die Nutzung der Daten für KI-Training eingegangen.

         

        Warum zieht es so viele nach Bluesky?

        Bluesky ist ein Projekt, das von Twitter ins Leben gerufen wurde, um ein offenes und dezentrales Standardprotokoll für soziale Medien zu entwickeln. Das Ziel ist es, mehr Innovation und Wettbewerb in den Bereich der sozialen Medien zu bringen. Es wird erwartet, dass Bluesky es Einzelpersonen und Unternehmen ermöglichen wird, ihre eigenen sozialen Medien-Apps zu erstellen, die mit anderen auf der Bluesky-Plattform interagieren können. Es ist auch geplant, dass Benutzer ihre Daten und Interaktionen über verschiedene Apps hinweg kontrollieren können (was ja Mastodon, siehe oben, nun auch „kann“). 

        Erste Schritte

        Und hier beginnt das erste Problem: Man braucht einen Invite-Code. Bluesky befindet sich noch in der Beta-Phase. Jeder Nutzer, jede Nutzerin erhält etwa alle zehn Tage die Möglichkeit, jemanden einzuladen. So wird die EduCommunity schnell wachsen.

        Hat man einen Invite-Code, erstellt man sich über die Plattform Bluesky einen Account. Der eigene Name ist schnell gewählt. Viele übernehmen ihren Handle von Twitter, Inst & Co. Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Man kann seine Domain als Namen verwenden (so auch ich mit @mdrabe.de) . Damit gelingt (später) die Vernetzung mit weiteren Instanzen. Wer mehr darüber erfahren möchte, hört sich am besten den Podcast BZT105 von und mit @schub.me an (ab 50:30) oder geht gleich zu dieser Anleitung

        User*innen

        Ziel eines sozialen Netzwerks ist natürlich die Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen. Nur wie finden?

        • Dazu kann man ein kostenloses Tool einsetzen, das Benjamin Mamerow in einem Blogbeitrag vorstellt. Das dort vorgestellte Tool funktioniert auf für Bluesky!
        • Oder eine Suche via sky-follower-bridge
        • Oder händisch die Teilnehmer*innen aus dem #BlueLZ  suchen.

        Ja, und darum wird es nun gehen. Um Hashtags …

        Feeds

        Es gibt einen neuen Begriff zu lernen: Feed.

        In den sozialen Medien bezieht sich der Feed auf die Liste der Beiträge, die eine Nutzerin in ihrem Konto sieht. Dabei kann es sich um Textnachrichten, Bilder, Videos oder andere Arten von Inhalten handeln, die von Personen aus dem Netzwerk stammen. Der Feed wird normalerweise in chronologischer Reihenfolge angezeigt, wobei die neuesten Beiträge ganz oben stehen.

        Bei Bluesky handelt es sich um kuratierte Listen, die von Nutzern erstellt werden. Die Umsetzung erscheint sehr kryptisch. Man kann nur hoffen, dass die Feeds irgendwann einmal mit einem Namen versehen werden. Hier einige Links zu Feeds, die dann als Hashtags eingebunden werden können. Mehr dazu gleich …

        Lehrer:innen (vgl. #twlz, #FediLZ): #BlueLZ

        Wissenschaftler:innen (vgl. #twittercampus, Fedicampus): #Bluecampus

        Unterricht: #MathematikEdu, #MintEdu, #PhysikEdu, #ChemieEdu, #BiologieEdu, #DeutschEdu, #SoWi – #PoWi

        Unterrichts- und Schulentwicklung: #Schulleitung, #Schulentwicklung, #Förderschule/ Sonderpädagogik, Berufsorientierung

        Apps & Co.: #TaskCards, #Goodnotes, #Wowdw#Basecamp, #moodle

        Weitere kuratierte Listen sammelt @dersteh in einer Taskcards: Feeds im BlueSky

        Findings

        Allgemein:

        👉 Das Edutwitter hat (neben dem FediLZ) ein neues Zuhause gefunden.

        👉 Es fühlt sich hier nicht so anstrengend an, da angenehme Atmosphäre und kein Werbe- und Postingmüll (zumindest momentan)

        👉 Die GUI lässt einen leichteren Umstieg von X vermuten

        Technisch:

        👉 bsky.app (Browser) zeigt nur Postings der letzten 24 Stunden an

        Hashtags  lassen sich via Thread Mode einstellen, siehe Screenshot von @dersteh:

        👉skyfeed.app ermöglicht Postinganzeige von sieben Tagen, Feedeinrichtungen als # und eine netzweite Suche über alle Beiträge (auch länger als 7 Tage im Netz). Achtung, nicht irritiert sein: Benötigt ein eigenes Passwort. Man wird vom Tool hin- und eingeführt …

        👉 Tweetdesk nun auch mit Hashtag- und Notificationeinbindung. Achtung, nicht irritiert sein: Benötigt ein eigenes Passwort. Man wird vom Tool hin- und eingeführt …

        👉 Für iPAD: Graysky-App, Skeetsapp

        👉 Mastothread: Tolles Tool (zumindest für mich) von Ralf Stockmann, gemäß seines Mottos: Compose, Split, Share! – Stitching Ideas into Threads – From Long Reads to Bitesize Posts! Auf 300 Zeichen einstellen!

        👉 ClearSky Search Tool: RA Martin Steiger stelltdas Tool so vor: So sieht man, welche Nutzer welche anderen Nutzerinnen blocken (und umgekehrt)

        👉 Patricks Thread mit vielen Tipps (dazu müsst ihr eingeloggt sein) – wird von ihm gepflegt bzw. regelmäßig mit Updates versehen

        👉 Posts, Thread von BlueSky anzeigen (ohne selbst einen Account besitzen zu müssen, z. B. zur Weiterleitung an die Kolleginnen und Kollegen …): Skyview

        Hier ein Beispiel (embed-Mode)

         

        Missing:

        👉 Lesezeichen

        👉 PM

        👉 GIF

        👉 Edit-Button (wie bei 🦣 …)

        Ein letzter Tipp für Windowsuser, denen die Emojis fehlen:

        Lösung: Windowstaste plus „Punkttaste“

         

        Update November 2023:

        👉 Sascha Pallenberg mit einem videografierten (Anleitungs)Update 

        Schlussbemerkungen

        Derzeit gibt es eine Reihe von Blog-Artikeln, die sich mit der Umstellung von Twitter auf Mastodon vs. Bluesky beschäftigen. Den Anfang machte Jan Martin Klinge. Es folgten Nele Hirsch und Boris Pohler. Sie zeigen, wie kontrovers die Meinungen sind. Ich selbst stehe eher auf der Seite des vierten Beitragenden Matthias Lausmann (alias Herr Mess):[2]https://herrmess.de/2023/09/12/blue-sky-vs-mastodon/

        Bluesky erscheint da seit ein paar Wochen etwas weiter. Von Anfang an bekommt man ein Angebot serviert. Man buhlt förmlich um die Aufmerksamkeit des Neuankömmlings. Entsprechend akzeptiert fühlt man sich gleich beim ersten Log-In. Vor allem, wenn dort sofort alte Bekannte umherwuseln, von denen es kurz vor Schulbeginn in Bayern nur so wimmelte. Es war fast wie ein Klassentreffen. Ich war keine zwei Stunden online und freute mich ohne großes Zutun über 100 Follower, die man seit dem Weggang von Twitter aus den Augen verloren hatte. Das ist schon putzig. Und der Umgang wird dadurch wieder genauso familiär wie früher, als das Twitterlehrerzimmer noch ein inspirierender Ort der Begegnung war. Aktuell wird noch deutlich mehr geflauscht und gefeixt, als ich es je bei Mastodon erlebt habe. Und das gefällt mir. Ob dieser Anfangsoptimismus aber anhält, bleibt abzuwarten. (…) Ich schau mir Bluesky mal weiter an. Mastodon bleibt aber vorerst mein Ankerpunkt.

        Update Mai/Juni 2024:

         

        … Stay tuned …