In meinem ersten Beitrag habe ich eine Reihe von Handlungsoptionen aufgezeigt.
- Schulinterne Leitfäden: Schulen können vorhandene Handreichungen und Leitfäden nutzen, um festzulegen, wie KI-Systeme datenschutzkonform und pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden.
- Nutzung frei zugänglicher, geprüfter Tools: Für Unterricht und individuelle Förderung lassen sich Aufgaben, Texte oder Erklärungen generieren, die an unterschiedliche Sprachen oder Leistungsvoraussetzungen angepasst sind.
- Materialerstellung und Unterrichtsentwürfe: Lehrkräfte können Sprachmodelle für die Entwicklung von Arbeitsblättern, Unterrichtsstunden und differenzierten Materialien einsetzen.
Darüber hinaus bin ich auf die Herausforderungen im Umgang mit heterogenen Lerngruppen eingegangen und habe auf unterrichtliche sowie berufsorientierte Aspekte aufmerksam gemacht.
In diesem praxisorientierten Beitrag werde ich diese nun ergänzen bzw. konkretisieren. Vor allem im Hinblick auf die Materialerstellung und die Unterrichtsgestaltung. Denn wie der Schulleiter Nils Fischer auf LinkedIn unter der Überschrift „Das Ende der Schulbücher” schreibt:[1] … Continue reading
Traditionelle Schulbücher haben jahrzehntelang für Struktur und Planbarkeit im Unterricht gesorgt. Doch ihr Modell hatte immer schon Grenzen. Gedruckte Werke sind statisch, werden über Jahre hinweg genehmigt, bleiben oft hinter aktuellen Entwicklungen zurück und verursachen durch die Lehrmittelausleihe hohe Kosten für Schulen und Elternhäuser. Die Realität von Lernprozessen sieht anders aus: kein Kind, kein Jugendlicher, kein Erwachsener lernt in derselben Geschwindigkeit, mit denselben Vorkenntnissen und denselben Interessen. „One-Size-fits-all“ war schon immer eine pädagogische Vereinfachung, die wir bislang aus praktischen Gründen akzeptiert haben.
Mit KI verändert sich das Spielfeld. Anstatt dass Lehrkräfte in späten Abendstunden Arbeitsblätter zusammenschustern oder auf träge Genehmigungsprozesse von Verlagen warten, wird Content künftig dynamisch erstellt – passgenau für Lernstand, Tempo und Themeninteresse. Das bedeutet ein Redesign unseres Schulsystems:
- Weg von linearen Curricula,
- hin zu flexiblen Lernpfaden,
- unterstützt durch KI, die Inhalte, Übungen und Feedback maßgeschneidert anbietet.
Bei der Vorbereitung dieses Beitrags hat mich nun Folgendes interessiert: Was würde sich für mich ändern, wenn ich noch im Unterrichtsgeschehen aktiv wäre? Ich erlebe gerade ein Déjà-vu. Nach meiner Zeit bei „Schulen ans Netz” (SaN) und der Bertelsmann-Stiftung war mir klar, dass ich meinen Unterricht nicht mehr so „leben” wollte, wie ich ihn vor meinem Ausstieg aus dem Schuldienst im Jahr 1990 in der Referendarzeit kennengelernt und praktiziert hatte. Mit meinem Neueinstieg im Jahr 2004 ermöglichte mir das Prozessmodell in Kombination mit meinen Erfahrungen aus der SaN-Zeit einen komplett neuen Zugang zum Mathematik- und Informatikunterricht. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte ich mit den aktuellen Schulbüchern kaum etwas anfangen – außer als Nachschlage- und Aufgabenwerk.
Wie der Beschreibung zum Prozessmodell zu entnehmen ist, habe ich gemeinsam mit einer TI-affinen Kollegin und einem GeoGebra-affinen Kollegen Einsatzmöglichkeiten von CAS-Rechnern und Computern vorgestellt. Ich habe nun meine Einheit „Zuordnung” aufgegriffen und mit Perplexity einen Dialog gestartet. Um es vorwegzunehmen: Ich würde in Zukunft nicht mehr auf dieses (oder andere Tools) verzichten.
Ich hoffe, dass auch Lehrkräfte, die sich mit Mathematik nicht so gut auskennen, mit der Beschreibung zurechtkommen. Es handelt sich um eine Unterrichtseinheit für den Jahrgang 7.
UE Zuordnung, organisiert mit Perplexity
Startphase: Ziele der Unterrichtseinheit
In einem Podcast wird angedeutet, wozu LLM wie du in der Lage sind:
- Schulinterne Leitfäden: Schulen können vorhandene Handreichungen und Leitfäden nutzen, um festzulegen, wie KI-Systeme datenschutzkonform und pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden.
- Nutzung frei zugänglicher, geprüfter Tools: Für Unterricht und individuelle Förderung lassen sich Aufgaben, Texte oder Erklärungen generieren, die an unterschiedliche Sprachen oder Leistungsvoraussetzungen angepasst sind.
- Materialerstellung und Unterrichtsentwürfe: Lehrkräfte können Sprachmodelle für die Entwicklung von Arbeitsblättern, Unterrichtsstunden und differenzierten Materialien einsetzen.
Ich möchte nun auf den letzten Punkt eingehen und untersuchen, wie du Lehrkräften, beispielsweise aus dem Fach Mathematik, helfen kannst. Es geht um das Lehr-Lernkonzept „Prozessmodell” (https://schule-in-der-digitalen-welt.de/kou/) und „Constructive Alignment” (https://schule-in-der-digitalen-welt.de/constructive-alignment/). Ich benötige eine Unterrichtseinheit zu Zuordnungen.
Ziele der Unterrichtseinheit sind:
- Beziehungen zwischen Größen als Zuordnung aufschreiben und darstellen
- Eigenschaften von Zuordnungen aus ihren Darstellungen ablesen
- Eigenschaften von prop./ antiprop. Zuordnung benennen
- Aus bekannten Größenangaben weitere Größenangaben berechnen
- Taschenrechner und Computer verständig einsetzen
Die Unterrichtseinheit soll folgende Kompetenzen fördern:
- Graphen lesen und darstellen; Umgang mit Tabellen und Formeln. Die SuS benötigen die digitalen Werkzeuge
- zur Unterstützung beim Erkunden, Präsentieren, Visualisieren, Experimentieren
- zum Strukturieren, Kontrollieren sowie zum Recherchieren
- Ausgleichskurven. Die SuS benötigen die digitalen Werkzeuge
- zur Bearbeitung von mathematischen Problemen und anschließender Reflexion
- zur Unterstützung beim Erkunden, Präsentieren, Visualisieren, Experimentieren
- Proportionale Zuordnungen. Die SuS benötigen die digitalen Werkzeuge
- zum Berechnen, Algebraisieren, Strukturieren, Kontrollieren
- Antiproportionale Zuordnungen. Die SuS benötigen die digitalen Werkzeuge
- zum Berechnen, Algebraisieren, Strukturieren, Kontrollieren
Erstelle unter Nutzung des Prozessmodells einen sechswöchigen Plan, wie ich den Unterricht gestalten und organisieren kann.
1. Phase: Advance Organizer
In der ersten Phase arbeite ich gerne mit einem Advance Organizer, der mir dabei hilft, meine Ziele angemessen vorzustellen und später die Ideen der Schüler zu sammeln. Kannst du mir dieses Dokument bitte vorbereiten?
3. Phase: Selbsteinschätzungsbogen (SEB)
Zentral ist die Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler in der 3. Phase. Kannst du mir einen zur Unterrichtseinheit passenden Selbsteinschätzungsbogen zusammenstellen?
4. Phase: Individuelle Unterstützung
Wie kannst du mich bzw. meine Schüler in der vierten Phase unterstützen? In dieser Phase bereiten sie sich individuell auf die Klassenarbeit vor. Ich stelle mir vor, dass sie Kontakt zu dir aufnehmen und dir dann Fragen stellen können. Alternativ könntest du sie in Vorbereitung auf die Klassenarbeit testen. Wie kann ich das organisieren?
5. Phase: Rückmeldung der Lehrkraft
In der letzten Phase wird ein Abgleich mit der Klassenarbeit vorgenommen. Kannst du den Selbsteinschätzungsbogen um die Lehrereinschätzung ergänzen?
Reflexion
Natürlich muss noch einiges nachgearbeitet werden. Verglichen mit meiner Erinnerung aus der damaligen Zeit ist das jedoch nicht der Rede wert. Mit diesem LLM habe ich in wenigen Stunden eine brauchbare Vorlage erhalten. Das hat mich seinerzeit Tage gekostet.
Einen weiteren Gewinn können meine Schülerinnen und Schüler verbuchen. Die Perplexity-Vorlage zur 4. Phase hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Sie würde meine individuelle Unterstützung erleichtern, da bin ich mir sicher.