@Twitter: Tipps und Tricks

An vielen Schulen findet der Unterricht in den verschiedensten Settings statt: asynchron – synchron – zu Hause – in der Schule. Vielfach nun auch mit der Bereitstellung von Endgeräten für  Schüler*innen.

Ich habe einmal meine Twitter- Bookmarks gescannt. Unüberschaubar mittlerweile die Tipps zu Apps & Tools. Ich habe eine kleine Auswahl zusammengestellt, nach dem Prinzip „click und collect“: Nach einem kurzen Blick auf den Teaser sollte sich mir erschlossen haben, ob es sich für mich lohnt, dem angebotenen Link zu folgen, so die Leitidee der Zusammenstellung.

Bevor ich das mache, stelle ich zunächst ein Angebot aus Niedersachsen vor:

Webseite

kits – Kompetent in Sprache und Technik

Das Team hat sich zur Aufgabe gestellt, Medien- und Sprachbildung zusammenzubringen:

Da ist zum Beispiel Mara, die mit ihrem Smartphone eine komplexe Textpassage über die Zellteilung in einem Stop-Motion-Video sequenziert, visualisiert und anschließend präsentiert. Oder Nuri, der in seiner Kitagruppe Gegenstände mit einem digitalen Audiostift auf Deutsch und Türkisch bespricht und somit für andere mehrsprachig hörbar macht. Und Frau Pietsch, die mit ihrer 8. Klasse kooperative Schreibprozesse seit Kurzem digital gestaltet und ganz begeistert davon ist, wie selbstverständlich sich die Lernenden nun bei vielen Gelegenheiten unterstützen.

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ hat das Team des NLQ eine Seite mit sechs Tools – nicht nur zur Sprachbildung geeignet – eingerichtet.

Nun zu meiner ausgedünnten Twitterliste:

Threads & Tweets

Blogbeiträge

Padlets - Adobe Spark - Cloud

 

Das war es nun erst einmal an „Futter“. Ich hoffe, die Tipps der Kolleg*innen helfen weiter.

Bleiben Sie gesund!

Stay tuned!

Bildnachweis: athree23 @Pixabay 

Themenhefte: Deutsch – Raspi – Coding – iPad

In meinem heutigen Blogpost möchte ich mit Tobias Hübner eine Lehrkraft vorstellen, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Geisteswissenschaften und Technik näher zusammenzubringen. Die ZEIT Online Redaktion schreibt weiter1:

Im Rahmen eines Förderprojekts für begabte Schüler hat Deutschlehrer Hübner schon mit eine KI trainiert, zu erkennen, ob eine menschliche Hand Schere, Stein oder Papier zeigt. Im Deutschunterricht bespricht er Narrative aus Computerspielen. Eines seiner neuesten Projekte ist eine Unterrichtsreihe zum Roman Zero des österreichischen Schriftstellers Marc Elsberg. In dem Krimi geht es unter anderem um Netzaktivisten, Datenschutz und Hacker. Diese nutzen immer wieder einen Minicomputer namens Raspberry Pi, den es auch in Wirklichkeit gibt. Hübners Schüler*innen lesen immer ein Kapitel des Romans und lösen dann dazu passende Aufgaben, manche davon mit einem solchen Raspberry Pi. Mal sollen sie per Tabellenkalkulation Daten über ihr Social-Media-Verhalten analysieren, mal in Python einen eigenen Chatbot programmieren. (Übrigens gibt es dazu auch ein Lehrer*innenheft. Einfach eine Mail an den Autor.)

 

Neben klassischen Deutschunterrichtthemen wie sprachliche Mittel, Inhaltsangaben und Textanalyse thematisiert er anhand der Lektüre unter anderem Open-Source-Software, Verschlüsselungsmechanismen und Heideggers Position zu Technologie. „Meine Idee ist es, (…) Informatik zu verbinden mit gesellschaftlichen Fragen, mit Kunst und Literatur und dadurch den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, was das alles mit ihrem Leben zu tun hat, das ist auch die große Chance des Medienkompetenzrahmens.

Das ist doch eine gute Gelegenheit, ein fächerübergreifendes Unterrichtsangebot zu gestalten (Deutsch – Informatik/ Physik), oder?

Weiterhin bietet er in seiner Schule eine Computer AG an, an der offensichtlich Jung und Alt Gefallen finden, wie ein Fernsehbeitrag im ZDF Morgenmagazin zeigt. Tobias Hübner erstellt – auch mit Unterstützung seiner Schüler*innen – regelmäßig sogenannte Themenhefte, mal für Nerds und Freaks, mal – s. o. mit Bezug zu den Geisteswissenschaften. Eine Übersichtsseite fasst seine Themenheftsammlung zusammen.

Die Hefte sind in allen gängigen Formaten zu Verfügung: pdf, pages und doc abrufbar. Änderungen, Ergänzungen stehen unter der OER Lizenz CC BY SA.

Bildnachweis: @wikimedia

Mathematik: Abivorbereitung

Zurzeit wird heftig gestritten, ob ein Abitur 2021 stattfinden kann bzw. soll. Wie immer wird bei diesen Diskussionen ausgeblendet, was das möglicherweise bei den Schülerinnen und Schülern auslöst: Verunsicherung. Ich gehe nach aktuellem Stand vom Festhalten an den Prüfungen aus und habe zur Vorbereitung unserer Abiturient*innen eine Liste mit Unterstützungsangeboten, Apps &Tools zusammengestellt.

  • Der erste Tipp kommt von der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Baden-Württemberg. Auf deren Plattform gibt es einen Moodle-Kurs WAchhalten und DIagnostizieren von Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten im Fach Mathematik (WaDI). Das Thema 2 eignet sich in aktuellen Pandemiezeiten in besonderem Maße für die Oberstufenschülerinnen und -schüler. Als Anmeldename und Kennwort ist jeweils vorschau anzugeben.
  • Eigentlich sind die Brückenkursangebote der Universitäten zur Vorbereitung auf ein naturwissenschaftliches Studium gedacht, gleichwohl können sie durchaus zur Wiederholung für Fragestellungen, die auch in der Abiturprüfung Relevanz haben, genutzt werden:
  • Apropos Videos: @bobbyfredi hat in den Ostertagen eine youtube- Playliste zum Thema produziert: Playliste Abitur 2021
  • Für die Überprüfung von Lösungswegen und Ergebnissen eignen sich die folgenden beiden in Twitter besonders hervorgehobenen Apps:
  • Und hier eine Kombi aus App (GeoGebra) und bereitgestelltem Erklärvideo zum Thema Lagebeziehungen von Geraden im Raum, von @JQuarder
  • Wer Formeln mit mathematischen Symbolen schreiben will/ muss, kann sich hier orientieren:
    • Mathpix Snip (Kommentar @Ind137: Damit lassen sich mathematische und chemische Formeln als Quelltext (!) kopieren)
    • TextSniper (Kommentar @Ind137: Text auf Screenshot zu Text. Extrem praktisch)
    • LATEX Formel Editor

Sicher gibt es noch einiges mehr. Wer hier weitere Empfehlung aufgelistet sehen möchte, kann mich gerne via Kontaktformular informieren.

Stay tuned …

Bildnachweis: Oberholster Venita by pixabay

Fake News-Test

Kürzlich hat die Stiftung Neue Verantwortung einen Test veröffentlicht, bei dem wir uns selbst prüfen können, ob wir seriöse von unseriösen Nachrichten unterscheiden können. Hintergrund ist eine Studie „Quelle: Internet? Digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen der deutschen Bevölkerung im Test.“ Der Test geht dabei anhand von Testfragen und -aufgaben auf das gesamte Spektrum der digitalen Nachrichtenkompetenz ein, also die Fähigkeit zur Navigation in digitalen Medienumgebungen, die Beurteilung der Qualität von Nachrichten und Inhalten, das Prüfen von Informationen, die Diskursfähigkeit sowie Kenntnisse über die Funktionsweise von digitalen Öffentlichkeiten. Es handelt sich um einen der weltweit ersten Tests zu Informations- und Nachrichtenkompetenzen einer gesamten Bevölkerung. 

Die Autor*innen resümieren u. a. zusammenfassend:

Die Gesamtauswertung der Daten zeigt: Internetnutzer:innen verfügen bereits über einige Grundkenntnisse, um nachrichtenkompetent durch ein für viele Menschen vergleichsweise neues Medienumfeld zu navigieren. So konnte beispielsweise mehr als die Hälfte der Befragten erkennen, wenn eine Quelle nicht neutral oder nicht vertrauenswürdig ist. Und den Meisten war klar, dass man ein unbekanntes Video nicht ungesehen weiterleiten sollte. Überhaupt zeigten die Test-Teilnehmer:innen ein großes Interesse daran, akkurate Informationen zu teilen bzw. Falschnachrichten nicht selbst zu verbreiten.

Doch all das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Befragten insgesamt in fast allen Kompetenz-Bereichen überwiegend mittelmäßig bis schlecht abgeschnitten haben und es oft an ganz konkreten Kenntnissen und Fähigkeiten fehlt. Insofern sind die Ergebnisse dieser Erhebung auch kritisch, weil sie zeigen, dass Bürger:innen viel zu lange damit allein gelassen wurden, sich in immer komplexeren Medienumgebungen selbst zurecht zu finden.

 

Es braucht bessere digitale Schul- und Erwachsenenbildung

Die systematische Vernachlässigung digitaler Fähigkeiten zeigt sich insbesondere in der Bildungspolitik – hier gibt es dringenden Nachholbedarf in der Schul- ebenso wie in der Erwachsenenbildung. Nach wie vor sind digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen nicht systematischer Bestandteil der Lehrpläne. Gerade in den Haupt- und Mittelschulen wurden Dimensionen von Medienkompetenz, die mit politischer Bildung und Vertrauensbildung in journalistisches Arbeiten zusammenhängen, in den vergangenen Jahrzehnten offenbar weitgehend vernachlässigt. Dies ist besonders gefährlich, da junge Menschen mit niedriger Schulbildung nach den vorliegenden Daten die sozio-demografische Gruppe bilden, die die niedrigsten Kompetenzwerte aufweist und zugleich auch ein besonders geringes Vertrauen in Politik und Medien zeigt. Hier können wir noch gar nicht absehen, welche weiteren gesellschaftlichen Konfliktlagen diese Polarisierung nach sich ziehen kann.

Der Test besteht aus 24 Fragen. Sie hinterfragen in den Bereichen Navigieren, Beurteilen, Fakten checken, Mitreden, Wissen und Verstehen wichtige Fähigkeiten im Umgang mit Nachrichten im Internet. Nehmen Sie sich übrigens deutlich mehr Zeit als die angekündigten 10 – 15 Minuten.

Ich kann den Test und die Studie nur empfehlen. Man erhält bereits durch die Fragestellung den einen oder anderen Tipp. Und natürlich durch die spätere Auswertung! Übrigens können die Fragen durchaus auch im Unterricht genutzt werden, z. B. zur Anmoderation eines der o. g. Themen.

Bildnachweis: @Stiftung Neue Verantwortung